Fluch oder Segen? - Bionachrichten

bionachrichten.de

Fluch oder Segen? - Bionachrichten

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1 | Februar/März 2012

ISSN 0 178 476507193 F P.b.b. GZ 06Z036931 M

www.biokreis.de | www.bionachrichten.de

Biogas – Fluch oder Segen?

Wie sich Biogaserzeugung ökologisch sinnvoll gestalten lässt

Melkroboter auf dem Vormarsch

Nachlese zum Biokreis-Milchviehtag

Mehr Körnerleguminosen auf die Äcker!

Projekte in NRW und Bayern

Wenn viele kleine Leute…

Elisabeth Koch und ihr Einsatz für eine gentechnikfreie Landwirtschaft


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Inhalt

AKTUELLES

4 Termine

6 Notizen

8 Gemeinsame Agrarpolitik sorgt für Diskussionen

10 Biogas kann auch bio sein

Kommentar von Sepp Brunnbauer

BIOKREIS

12 Biokreis zeigt Flagge

Messeauftritte auf Grüner Woche und BioFach

14 Melkroboter auf dem Vormarsch

Nachlese zum Biokreis-Milchviehtag

16 Enthornung von Ziegen verboten

18 Mehr Körnerleguminosen auf die Äcker!

Projekte für heimische Eiweißversorgung in NRW und Bayern

22 Tell trifft ins Schwarze – Fleischrinderauktion auf Haus Düsse

24 Aktuelles aus NRW, Mitte und Bayern

28 Ährlich bio! Der Mutterkuhbetrieb Heer

30 Ährlich bio! Der Milchviehbetrieb Mang

TITEL

32 Biogas im Ökologischen Landbau – Fluch oder Segen?

Chancen und Risiken

34 Und es geht doch!

Biogasler und Biobauern können voneinander profitieren

36 Biogasgärung beeinflusst Bodenleben kaum

Gut fürs Klima, aber Energieerträge nicht überschätzen

38 Hirschgras – eine gute Alternative zu Mais

40 „Beim Ochs dreht sich immer was“

Biokreis-Landwirt Franz-Josef Ochs ist energetisch gut aufgestellt

BIOWELT

42 Serie: „Kämpfer ohne Kompromisse“

Elisabeth Koch – Einsatz für eine gentechnikfreie Landwirtschaft

44 Ein Beet für jeden Geschmack

Frühbeet, Mistbeet & Co. – Worauf Hobbygärtner achten sollten

46 Gemeinschaftssinn und Demut vor Gott

Vom einfachen Leben der Amish People

48 Marktplatz

53 Verlosung

54 Bücher, Vorschau, Impressum

Liebe Leserinnen und Leser,

Biogas – Fluch oder Segen? Die Meinungen

von Biobauern gehen hier oft

weit auseinander. Zwar muss die Energiewende

mit regenerativen Energien

vorangetrieben werden, doch nicht

überall werden Biogasanlagen ökologisch

nachhaltig und im Sinne einer

bäuerlichen Landwirtschaft geführt.

Unter welchen Bedingungen die

Erzeugung von Biogas im ökologischen

Landbau Sinn machen kann, klären

wir in unserem Titelthema.

Vieldiskutiert ist auch die Gemeinsame

Agrarpolitik (GAP) der Europäischen

Union nach 2013. Über das Ziel einer

ökologisch gestalteten Landwirtschaft

ist man sich im Ökolanbau zwar einig,

doch die Lösungsvorschläge, wie dies

zu erreichen ist, sind vielfältig. Das

spiegeln auch unsere Artikel in der

Rubrik Agrarpolitik & Markt wider.

In der Biokreis-Fachberatung lesen Sie

Wissenswertes über Grünlanderneuerung,

Güllemanagement und automatisiertes

Melken. Weitere Themen sind

die Enthornung von Ziegen sowie der

Anbau von Körnerleguminosen und

Leguminosen-Getreidegemenge.

Außerdem stellen wir zwei weitere

Kandidaten unseres Biokreis-Wettbewerbs

Ährlich bio! vor.

„Wenn viele kleine Leute…“ lautet der

Titel des Interviews mit der Allgäuer

Milchbäuerin Elisabeth Koch. Wir

sprachen mit ihr über ihren Einsatz für

eine gentechnikfreie Landwirtschaft,

über Erfolge und Tiefschläge. Viel

Spaß beim Lesen!

Ihre

Bionachrichten 1 | Februar/März 2012 3


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Aktuelles

Termine

Stammtische

Biokreis Bayern

Niederbayern

Donnerstag, 23. Februar, 20 Uhr

Aktuelles von Verband und Biomarkt.

Bio-Wirtshaus „Zum Fliegerbauer“

Stelzhof 1, 94032 Passau

Referent: Sepp Brunnbauer, Biokreis

Schwaben/Donau-Ries

Dienstag, 7. Februar, 19.30 Uhr

Thema: Vorbereitung zur Ökokontrolle.

Gasthof Zur Sonne, Wittislinger Str. 9

89407 Dillingen a.d. Donau.

Referenten: Florian Fischer, Lacon-

Prüfinstitut, Marc Böhnke, Biokreis

Allgäu/Kimratshofen und

Allgäu/Marktoberdorf

Dienstag, 20. März, 20 Uhr

Aktuelles von Verband und Biomarkt.

Gasthaus Fäßle, Landstr.22

87452 Kimratshofen

Referent: Marc Böhnke, Biokreis e.V.

Oberbayern Süd

Donnerstag, 26. April, 20 Uhr

Stallbesichtigung bei Familie Huber.

Anton Huber, Reuth 1

83623 Dietramszell. Referentin:

Christa Zeitlmann, Biokreis e.V.

Oberbayern Mitte

Donnerstag, 19. April, 19 Uhr

Betriebsbesichtigung bei Familie

Singer. Benno Singer, Westerndorf 9,

85625 Glonn

Referentin: Christa Zeitlmann,

Biokreis e.V. Achtung: der Stammtisch

beginnt wegen der Felderbegehung

schon um 19 Uhr.

Oberbayern Ost

Freitag, 20. April, 19 Uhr

Betriebsbesichtigung bei Familie Obereisenbuchner.Kurzrasenweidebegehung

und Besichtigung der Hofkäserei.

Franz Obereisenbuchner, Hutlehen 44

84518 Garching/Alz

Referentin: Christa Zeitlmann

Biokreis e.V. Achtung: der Stammtisch

beginnt wegen der Weidebegehung

schon um 19 Uhr.

4 Bionachrichten 1 | Februar/März 2012

Mittelfranken

Mittwoch, 8. Februar, 20 Uhr

Aktuelles von Verband und Biomarkt.

Landgasthof Gotzenmühle, 91586

Lichtenau. Referent: Manfred Schmid,

Biokreis e.V.

Oberfranken

Mittwoch, 2. Mai, 20 Uhr

Neuerungen aus der EU-Öko-Verordnung.

Informationen und Tipps zur

Betriebskontrolle. Cafe Pension

Krems, Heroldsberg-Tal 17

91344 Waischenfeld. Referent:

Manfred Schmid, Biokreis e.V.

Oberpfalz/Mitte und Nord

Donnerstag, 22. März, 20 Uhr

Neuerungen aus der EU-Öko-Verordnung.

Informationen und Tipps zur

Betriebskontrolle. Gasthaus zum

Hahnenwirt, Untere Hauptstr. 2

92364 Deining

Referenten: Dietmar Betz, Lacon-

Kontrollinstitut und Manfred Schmid

Unterfranken/Rhön

Montag, 23. April, 20 Uhr

Neuerungen aus der EU-Öko-Verordnung.

Informationen und Tipps zur

Betriebskontrolle. Gasthof zur Traube,

St.-Ulrich-Str. 9, 97688 Poppenroth

Referenten: Dietmar Betz, Lacon-

Kontrollinstitut und Manfred Schmid,

Biokreis e.V.

Oberpfalz Ost

Dienstag, 24. April, 20 Uhr

Neuerungen aus der EU-Öko-Verordnung.

Informationen und Tipps zur

Betriebskontrolle. Hotel zur Post,

Marktplatz 8, 93167 Falkenstein

Referenten: Dietmar Betz, Lacon-

Kontrollinstitut und Manfred Schmid,

Biokreis e.V.

Biokreis NRW

Mittwoch, 8. Februar, 19.30 Uhr

Stammtisch auf dem Biohof Schenuit

Todesbruch 16, 57392 Schmallenberg

– Oberhenneborn

Donnerstag, 9. Februar, 19.30 Uhr

Stammtisch am Betrieb Hoffmann-

Schäfer, Winterstr. 2

57339 Erndtebrück-Birkelbach

Freitag, 10. Februar, 19.30 Uhr

Stammtisch am Betrieb Ochs

Hünsborner Str. 100, 57482 Wenden

Samstag, 3. März

Tagesseminar des Biokreis NRW

mit Referenten zur Fleischrinderhaltung

und Geflügel (besonders Legehennen),

gemeinsam mit den übrigen

Ökoverbänden in NRW sowie der

LWK NRW im Gasthof Suerlänner

Eck, Kirchveischede

Freitag, 9. März

Mitgliederversammlung des Fleischrinderherdbuch,

Bonn e.V. (FHB) in Bonn

Freitag, 16. März

Mitgliederversammlung des Biokreis

Erzeugerring NRW e.V. im Gasthof

Suerlänner Eck, Kirchveischede

Samstag, 24. bis Sonntag, 25. März

Exkursion der Betriebe aus NRW zur

Mitgliederverrsammlung des Biokreis

e.V. (Landesverband) nach Bayern mit

Betriebsbesichtigungen vor Ort.

Freitag, 30. März

Fleischrindernacht des FHB mit Schau

und Auktion in der Zentralhalle Hamm

Biokreis Mitte

Freitag, 16. März, 19.30 Uhr

Mitgliederversammlung des Biokreis

Mitte e.V. in der Gaststätte Zum grünen

Baum, Lindenstraße 2, 36100

Petersberg/Margretenhaun

Veranstaltungen

17. Februar

Infoveranstaltung des Vereins Natur –

und Lebensraum Rhön e.V. zum

Thema: „Gentechnikfreie Futtermittel

in der Rhön. Gentechnikfrei und trotzdem

wirtschaftlich?“

Gaststätte Zum Grünen Baum

36100 Petersberg/Margretenhaun

15. – 18. Februar

BioFach 2012, Nürnberg

Biokreis e.V. Stand 241, Halle 7

8. März

45. Fortbildungskurs Ökologischer

Landbau Boden-Pflanze-Tier-Boden in

Bad Düben, Sachsen.


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Information und Anmeldung: SIGÖL

e.V., 04849 Kossa

Tel./Fax: 034243/21491

24. März

Mitgliederversammlung Biokreis-

Erzeugerring e.V.

24. März

Mitgliederversammlung Biokreis e.V.

Einladung zur Mitgliederversammlung des

Biokreis Erzeugerring Bayern e.V.

An alle Mitglieder des Biokreis Erzeugerring Bayern e.V.:

Wir laden Sie herzlich ein zur ordentlichen Mitgliederversammlung

des Biokreis Erzeugerring Bayern e.V. am

Samstag, 24. März 2012

Biohotel und Tafernwirtschaft Hörger, Hohenbercha 38,

85402 Kranzberg

Tel: 08166/99 09 80, www.hoerger-biohotel.de

10:00 Uhr Beginn der Mitgliederversammlung

des Biokreis Erzeugerring Bayern e.V

Tagesordnung

1. Genehmigung Tagesordnung

2. Geschäftsbericht

3. Haushalt 2011

4. Bericht Kassenprüfer

5. Entlastung Vorstandschaft

6. Anpassung Gebührenordnung

Vorschlag der Vorstandschaft ist es den

Mitgliedsbeitrag von bisher 60 Euro/Jahr

auf 100 Euro/Jahr anzuheben.

7. Haushaltsvoranschlag 2012

8. Verschiedenes, Wünsche, Anträge

Wir bitten, Wünsche und Anträge für die Mitgliederversammlung

schriftlich an die Geschäftsstelle in Passau,

Stelzlhof 1, 94034 Passau zu richten.

Den Anreisenden wird die Bildung von

Fahrgemeinschaften empfohlen.

Hans Meier

1. Vorstand Biokreis Erzeugerring Bayern e.V.

Stelzlhof 1

94034 Passau

Tel.: 0851 / 75 65 0 – 20

Fax: 0851 / 75 65 0 – 21

eMail: info@biokreis.de

www.biokreis.de

29. März

Öko-Landbautag 2012 der bayerischen

LfL in Freising-Weihenstephan in

Zusammenarbeit mit der TU München

-Weihenstephan, den den Erzeugerringen

im LKP, Bioland, Naturland,

Biokreis und Demeter.Die Tagung wird

sich in die Sektionen Tierhaltung,

Tierzucht und Fischerei, Pflanzenbau

und Pflanzenzüchtung; Wasser, Klima

und Biodiversität sowie Ökonomie und

Markt unterteilen. Es werden aktuelle

Forschungsergebnisse zum ökologischen

Landbau vorgestellt. Professor

Alois Heißenhuber von der TU

München geht auf Möglichkeiten und

Grenzen der Energiegewinnung im

landwirtschaftlichen Betrieb ein.

Anmeldeformular und Programm unter

der Rubrik „Aktuelles“auf Internetseite

der LfL: http://www.lfl.bayern.de/

arbeitsschwerpunkte/oekolandbau/

Einladung zur Mitgliederversammlung des

Biokreis e.V.

An alle Mitglieder des Biokreis e.V.

Wir laden Sie herzlich ein zur ordentlichen

Mitgliederversammlung des Biokreis e.V.

am Samstag, 24. März 2012

Biohotel und Tafernwirtschaft Hörger, Hohenbercha 38,

85402 Kranzberg

Tel: 08166/99 09 80, www.hoerger-biohotel.de

12:30 Uhr Mittagessen

13:30 Uhr Jörg Bergstedt: Vortrag

"Deutsche Gentechnik-Seilschaften -

Monsanto auf Deutsch" (angefragt)

14:00 Uhr Beginn der Mitgliederversammlung des

Biokreis e.V.

Tagesordnung

1. Genehmigung Tagesordnung

2. Genehmigung Protokoll Mitgliederversammlung

2011

3. Geschäftsbericht, Haushalt 2011

4. Bericht Kassenprüfer

5. Entlastung Vorstandschaft

6. Haushaltvoranschlag 2012

7. Bundespolitische Ausrichtung Biokreis/

BVÖL

8. Bestätigung Ehrenmitglieder

9. Verschiedenes, Wünsche, Anträge

Wir bitten, Wünsche und Anträge für die Mitgliederversammlung

schriftlich an die Geschäftsstelle in Passau,

Stelzlhof 1, 94034 Passau zu richten.

Den Anreisenden wird die Bildung von Fahrgemeinschaften

empfohlen.

Hans Meier

Vorstandsvorsitzender Biokreis e.V.

Stelzlhof 1

94034 Passau

Tel.: 0851 / 75 65 0 – 0

Fax: 0851 / 75 65 0 – 25

eMail: info@biokreis.de

www.biokreis.de

Bionachrichten 1 | Februar/März 2012 5

Termine Aktuelles


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Aktuelles

Notizen

Bauernhöfe statt Agrarindustrie – AgrarBündnis nimmt Stellung

Massenitierhaltung macht den Einsatz von Antibiotika notwendig.

Auf der Internationalen Grünen

Woche Ende Januar in Berlin hat das

AgrarBündnis – ein Bündnis von 24

Verbänden aus Landwirtschaft, Umweltschutz,

Tierschutz und Entwicklungsarbeit

– zu aktuellen agrarpolitischen

Themen Stellung genommen.

Heidrun Betz vom Deutschen Tierschutzbund,

Vorstandsmitglied des

AgrarBündnisses, machte die Probleme

der industrialisierten Tierhaltung

deutlich: 97 Prozent aller

Puten und bis zu 96 Prozent aller

Masthühner werden mit Antibiotika

behandelt. Bei einer Stichprobe des

BUND wurden auf jeder zweiten

Geflügel-Probe antibiotikaresistente

Keime gefunden. Die Europäische

Behörde für Lebensmittelsicherheit

(EFSA) stellte fest, dass die Verwendung

von Antibiotika in der landwirt-

Das Jahr 2011 war in Deutschland ein

gutes Jahr für den Sojaanbau. Die

Anbaufläche nahm weiter zu und die

besonderen Witterungsbedingungen

führten auf vielen Standorten zu guten

Erträgen. Auch aus der Sojaforschung

gibt es gute Nachrichten: Das vom FibL

koordinierte interdisziplinäre Sojaforschungsprojekt

wurde finanziell aufgestockt

und inhaltlich erweitert. Der

neue Schwerpunkt ist die Aufbereitung

von Soja zu Futterzwecken. Regional

verfügbare Aufbereitungsmöglichkeiten

seien wichtig, um den heimischen

Sojaanbau weiter zu fördern, erklärt

Projektkoordinator Dr. Klaus-Peter

Wilbois vom FiBL Deutschland e.V.

Es gelte, die Kapazitäten zur Sojaaufbe-

6 Bionachrichten 1 | Februar/März 2012

Bild: pixelio.de

schaftlichen Tierhaltung die Verbreitung

resistenter Keime fördert. Rund 88

Prozent aller Puten leben in Betrieben

mit mehr als 10.000 Tieren. 72 Prozent

der Masthühner werden in Betrieben

mit 50.000 und mehr Tieren, die übrigen

in Beständen ab 10.000 Tieren

gehalten. Unter diesen Bedingungen sei

es undenkbar, einzelne Tiere gezielt

gegen Krankheiten zu behandeln,

erklärte Heidrun Betz.

Hochleistungszucht und nicht artgerechte

Haltungsbedingungen würden

die Tiere jedoch anfällig für Verletzungen,

Krankheit und Stress

machen. Mastgeflügel in hohen Besatzdichten

auf engstem Raum zu halten,

sei ohne hohen und prophylaktischen

Medikamenteneinsatz nicht möglich.

„Erforderlich ist deshalb ein System-

Sojaaufbereitung im Fokus der Forschung

reitung in der Fläche zu verbessern und

damit den Engpass für den heimischen

Futtersojaanbau zu beseitigen. Dazu

werden neue Konzepte zur Sojaaufbereitung

geprüft und Qualitätsanforderungen

an Soja für die Tierfütterung

definiert. Das Projekt wird vom

Bundesprogramm Ökologischer Landbau

und andere Formen nachhaltiger

Landwirtschaft mit insgesamt rund 1,2

Millionen Euro gefördert.

Schweine und Geflügel können Soja

nur verdauen, wenn sie hitzebehandelt

ist. Diese Behandlung inaktiviert verdauungshemmende

Inhaltsstoffe und

macht Soja somit zu einer wertvollen

Eiweißquelle für landwirtschaftliche

Nutztiere. Da Soja in Deutschland bis-

wechsel zu kleineren Beständen, geringerer

Besatzdichte und einer tiergerechten

Ausgestaltung der Haltungssysteme.

Wenn die Politik den Mut nicht aufbringt,

die Weichen umzustellen, riskiert

sie weiteres Tierleid und erhebliche

Gesundheitsgefahren für die

Menschen“, sagte Heidrun Betz.

Zur anstehenden Reform der EU-Agrarpolitik

kündigte Friedrich Wilhelm

Graefe zu Baringdorf, Bundesvorsitzender

der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche

Landwirtschaft (AbL), an: „Der

gesellschaftliche Druck für eine echte

ökologische und soziale Reform der

EU-Agrarpolitik wächst weiter und wir

tun alles, damit das so ist“. Der breiten

Gesellschaft sei längst klar, dass die

agrarpolitischen Rahmenbedingungen

geändert werden müssen. Hubert

Weiger, Vorsitzender des Bund für

Umwelt und Naturschutz (BUND) ging

auf die Energiepolitik ein: „Wir werden

es nicht zulassen, dass die voranschreitende

Energiewende gegen die überfällige

Agrarwende ausgespielt wird. Klar

ist, dass die Fleischproduktion in

Deutschland sinken muss zugunsten

einer Qualitätserzeugung zu auskömmlichen

Preisen für die Bauern. Wir brauchen

dezentrale Bioenergiestrukturen,

basierend auf bäuerlichen Betrieben mit

Flächenbindung, statt auf Megabiogasanlagen

in Konzernhand.“

her nur in sehr geringem Umfang angebaut

wird, findet die Aufbereitung

importierter Sojaprodukte entweder

bereits in Übersee oder in sehr wenigen

spezialisierten Werken in Großhafennähe

statt. Weitere Aufbereitungsanlagen

sind in Deutschland regional

nur sehr vereinzelt vorhanden, sodass

weite Transportwege die heimische

Futtersojaerzeugung hemmen.

www.sojainfo.de.

Bild: Kuhnt

Sojabohnen müssen hitzebehandelt werden.


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Wissenschaftler aus elf europäischen

Ländern wollen Bio-Betrügern in der

Nahrungsmittelbranche das Leben

schwer machen – mit dem europaweiten

Forschungsprojekt „Authentic

Food“. Von deutscher Seite ist die

Universität Kassel daran beteiligt. Die

Forscher wollen eine Vielzahl von analytischen

Methoden bewerten und klären,

inwieweit zuverlässige Aussagen

über die Produktionsweise der Lebensmittel

getroffen werden können. In dem

Projekt, das von den Ministerien der

beteiligten Länder unterstützt wird, soll

gewissermaßen der spezifische Fingerabdruck

ökologischer Lebensmittel

gesucht werden. In den vergangenen

Jahrzehnten wurde eine große Zahl

unterschiedlichster Analysemethoden

entwickelt.

Damit können Wissenschaftler nicht

nur feinste Spuren von Pestizidrückständen

ermitteln, sondern auch die

geografische Herkunft mancher Leben-

23.000 Menschen haben am 21. Januar

in Berlin gegen Lebensmittelskandale,

Gentechnik im Essen und Tierquälerei

in Megaställen und für eine bäuerliche

ökologische Zukunftslandwirtschaft de-

als Hühner verkleidet waren diese

Demonstrantinnen unterwegs.

Wenn es nach der EU-Kommission

geht, stehen die herkömmlichen Einkaufsbeutel

aus dem Kunststoff Polyethylen

(PE) kurz vor dem Aus. Brüssel

überlegt, die enorme Umweltbelastung

durch die Plastiktüte per Gesetz einzudämmen.

Die Grünen wiederum fordern

eine Umweltabgabe beim Kauf einer

Plastiktüte. Und auch diverse Umweltschutzorganisationen

haben der PE-

Tragetasche den Kampf angesagt.

Inzwischen gibt es allerdings mit der

Biotüte eine Alternative. Sie bestehe zur

Hälfte aus nachwachsenden Rohstoffen

Der Fingerabdruck ökologischer Lebensmittel

Bild: Fron

Neue Analysemethoden sollen helfen, die

Herkunft eines Bioproduktes nachzuvollziehen.

smittel erkennen. Ziel ist es nun, die

sinnvollste Kombination aus diesen

Analysemethoden zu finden, um rasch

und zuverlässig echte Bioprodukte von

Fälschungen unterscheiden zu können.

„Der Anteil ökologischer Lebensmittel

am Markt wächst seit Jahren stetig“,

erklärt Privatdozent Dr. Johannes Kahl

vom Fachgebiet Ökologische Lebensmittelqualität

und Ernährungskultur der

Universität Kassel. Diese Lebensmittel

werden oft zu einem höheren Preis

angeboten als konventionelle Produkte.

Eine Marktsituation, die immer wieder

Biotüten aus nachwachsenden Rohstoffen

und sei komplett kompostierbar, teilt

der Hersteller Victor Group mit. Bei der

Herstellung wird das Erdöl – ein zentraler

Bestandteil der klassischen PE-Tüte

– zur Hälfte durch einen Rohstoff

ersetzt, der aus industrieller Maisstärke

produziert wird. „Langfristig planen

wir, eine Tüte zu produzieren, die zu

100 Prozent aus nachwachsenden

Rohstoffen besteht“, sagt Vertriebsleiter

Jens Boggel. Die Biotüte wurde jüngst

bei mehreren Handelsketten in

Deutschland und Europa eingeführt. Zu

bedenken ist aber, dass der verstärkte

auch Betrüger anlockt Die Kontrolle

der Ökobranche findet bisher vor allem

über Zertifizierungen statt, das heißt,

Nahrungsmittel dürfen als Bioprodukte

verkauft werden, wenn der landwirtschaftliche

Betrieb als Ökobauernhof

anerkannt und zertifiziert ist. Die

Lebensmittel selbst werden nur in

Verdachtsfällen kontrolliert.

„Zusätzlich könnten validierte Methoden

dazu beitragen, ökologische Lebensmittel

schnell und sicher als solche

erkennen zu können“, sagt Kahl.

Betrügereien mit angeblich ökologisch

erzeugten Nahrungsmitteln machen

immer wieder Schlagzeilen. Im vergangenen

Dezember deckten die italienischen

Ermittlungsbehörden einen groß

angelegten Handel mit gefälschten

Bioprodukten auf. Rund 17.000 Tonnen

konventionell erzeugte Futter- und

Lebensmittel sollen als Bioware deklariert

und in halb Europa verkauft worden

sein.

23.000 Menschen verlangen Neuausrichtung der Agrarpolitik

Bild: Jana Werner

monstriert. Verbraucher, Umwelt- und

Tierschützer, Imker, Bäuerinnen und

Bauern sowie entwicklungspolitische

Gruppen zogen unter dem Motto "Wir

haben es satt! - Bauernhöfe statt Agrarindustrie"

zum Kanzleramt und verlangten

von Bundeskanzlerin Merkel

eine Neuausrichtung der Landwirtschaftspolitik.

Die Veranstalter werfen

der Bundesregierung vor, bei der

Reform der EU-Agrarpolitik bislang

Steigbügelhalter für die Agrarindustrie

zu sein, statt die Forderungen der

Zivilgesellschaft durchzusetzen. Die

Agrarzahlungen müssten an ökologische,

soziale und Tierschutzkriterien

gekoppelt und für Großbetriebe gedeckelt

werden. Sämtliche Subventionen

für den Agrarexport seien zu stoppen.

Zu der Demonstration hatte ein Bündnis

aus über 90 Organisationen aus den Bereichen

Landwirtschaft, Umwelt-, Tier-,

Verbraucherschutz und Entwicklungszusammenarbeit

aufgerufen.

Anbau von nachwachsenden Rohstoffen

dazu führen kann, dass weniger

Lebensmittel angebaut werden und die

Artenvielfalt reduziert wird.

Bild: Victorgroup

Manche Handelsketten haben sie schon eingeführt:

Tüten aus nachwachsenenden Rohstoffen.

Bionachrichten 1 | Februar/März 2012 7

Notizen Aktuelles


n_1_12.qxp 01.02.2012 13:23 Seite 8

Aktuelles

Agrarpolitik & Markt

Gemeinsame Agrarpolitik sorgt für Diskussionen

Die anstehende Reform der Gemeinsamen EU-Agrarpolitik

(GAP) und die künftige Verteilung von nahezu 60

Milliarden Euro werden derzeit breit diskutiert. Die Kritiker

der Reform sind der Auffassung, dass man den

Herausforderungen Klima-, Tier- und Umweltschutz nur mit

einer grundlegenden Neuausrichtung Rechnung tragen kann.

Sie wollen eine Abkehr vom derzeitigen Prinzip, das Geld

pauschal zu verteilen. Die Befürworter des Prinzips mit seinem

Zwei-Säulen-Modell befürchten, dass bei einer grundlegenden

Änderung die Landwirtschaft insgesamt als

„Das bestehende System weiterentwickeln“

Von Hans Meier, Vorstand Biokreis e.V.

Marktorientierter, nachhaltiger, innovativer

und wettbewerbsfähiger

soll sie künftig werden, die Gemeinsame

Agrarpolitik der EU. Bis zum

Jahr 2013 soll die GAP reformiert

werden. Grundlage sind die Rechtsvorschläge

der Europäischen Kommission

vom 12. Oktober 2011, die

EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos

zuvor in zahlreichen Gesprächen mit

den 27 EU-Mitgliedsstaaten erarbeitet

hat. Die geplanten Neuregelungen

sollen 2014 in Kraft treten, zuvor

jedoch müssen Parlament und Mitgliedsstaaten

zustimmen.

Zahlungen an Greening gekoppelt

Folgendes ist vorgesehen: Das 2-Säulen-Modell,

zusammengesetzt aus Direktzahlungen

an die Länder (1. Säule)

und Ausgleichszulage, Agrarumweltprogrammen

und Förderung des ländlichen

Raums (2.Säule) bleibt bestehen.

Neu ist, dass Begrünungsmaßnahmen

(Greening) durchgeführt werden müssen.

Das heißt, ab 2014 soll rund ein

Drittel der Direktzahlungen nur dann

fließen, wenn der Betrieb so genannte

Begrünungsauflagen einhält. Wer diese

Greening-Vorgaben ignoriert, muss

zusätzlich mit Kürzungen bei der

Grundprämie rechnen. Derzeit sieht die

EU-Kommission drei verpflichtende

Greening-Auflagen vor, die über Cross

Compliance hinausgehen:

1. Jeder Betrieb soll auf 7 Prozent der

Ackerfläche ökologische Vorrangflächen

nachweisen.

2. Jedes Jahr müssen mindestens 3

Ackerfrüchte angebaut werden,

8 Bionachrichten 1 | Februar/März 2012

deren Anteil zwischen 5 und 70

Prozent liegen muss.

Verlierer dastehen könnte. Knappe Staatskassen und

Begehrlichkeiten anderer Wirtschaftsbereiche könnten dazu

führen, dass die Höhe der Zahlungen im Agrarbereich generell

in Frage gestellt wird.

Dabei haben Kritiker und Befürworter das gleiche Ziel: die

Landwirtschaft nachhaltig zu gestalten und den ökologischen

Landbau weiter zu entwickeln. Nur gehen die Parteien von

unterschiedlichen Voraussetzungen aus und schlagen deshalb

auch andere Wege ein. Wir stellen in dieser Ausgabe zwei verschiedene

Positionen vor.

3. Die Betriebe müssen ihr Dauergrünland

erhalten. Wer umbrechen

will, muss an anderer Stelle ansäen.

Stichtag für Umbruchverbot zu spät

Für die biologisch wirtschaftenden

Betriebe gelten diese Anforderungen

nicht. Sie erhalten automatisch die volle

Prämie, da sie aufgrund ihrer

Richtlinien sowieso nachhaltig wirtschaften.

Kritik gibt es von Seiten des

Ökolandbaus aber trotzdem: In der

Fruchtfolge ist der Anteil von 70

Prozent für eine Hauptkultur viel zu

hoch. Problematisch ist außerdem, dass

das Umbruchverbot für Grünland erst

ab 1. Januar 2014 gelten soll. Dieser

Stichtag ist viel zu spät, da bis dahin

unwiederbringliche Fakten geschaffen

werden können. Ein Großteil der konventionell

wirtschaftenden Betriebe

interpretiert die Schaffung von 7 Prozent

ökologischen Vorrangflächen als

Flächenstilllegung, die bei der derzeitigen

Flächenknappheit (Nahrungssicherung

versus Energieerzeugung) zur Anhebung

der Pachtpreise führen könnte.

Als Erfolg ist jedoch zu werten, dass

sich der Agrarministerrat, bestehend

aus 16 Bundesministern, auf 7 Prozent

Flächenstilllegung und nicht wie von

drei Ländern geforderte 10 Prozent

geeinigt hat.

Nichts desto trotz werden sich Kommission,

Parlament und Agrarministerrat

mit detaillierten Änderungswünschen

auseinander setzen müssen.

Je vernünftiger und zielgerichteter sie

eingebracht werden, desto größer ist

die Chance ihrer Berücksichtigung.

Zweifelsohne fordern wir als Vertreter

des ökologischen Landbaus, das Leitbild

eines Europäischen Agrarmodells

in unserem Sinne zu ändern. Aber:

einen 20- oder 30prozentigen Anteil

ökologischer Landbewirtschaftung einzufordern

wird von den Parlamentariern

nicht ernst genommen. Mit dieser

Forderung hatte schon Renate Künast

(Bündnis 90/Die Grünen) keinen

Erfolg, als sie von 2001 bis 2005

Bundesministerin für Verbraucherschutz,

Ernährung und Landwirtschaft

war. In einer persönlichen Runde hat

mich Bundesagrarministerin Ilse

Aigner wissen lassen, dass sich am

gesetzten Rahmen nicht mehr viel

ändern werde. Es sei sehr schwierig,

einen Kompromiss mit den anderen 26

Ländern zu erreichen. Aigner hat mittlerweile

24 Länder besucht und ist mit

dem bis jetzt Erreichten zufrieden.

Auswahlmöglichkeiten schaffen!

Viele Lobbyisten – und das ist auch

meine Meinung – fordern aber noch

Änderungen bei den Greening-Auflagen,

damit sich die Regionen und

Betriebe in der EU wieder finden und

die Auflagen gut umgesetzt werden

können. So gibt es z.B. einen Vorschlag

in Form einer Maßnahmenliste,

Auswahlmöglichkeiten zu bieten. Darin

sollten folgende Punkte zu finden

sein:

· freiwilliger Anbau von Eiweißpflanzen

· freiwilliger Anbau von Leguminosen

Winterbegrünung

· Agrarumweltprogramme


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· Einrichtung von Ackerrandstreifen

· freiwillige Anlage von Blühstreifen

· freiwillige Begrünung von Vorgewende

usw.....

Greening darf

KULAP nicht aushöhlen

Da wir als Ökobetriebe die Greening-

Auflagen ohnehin erfüllen, bräuchten

wir uns mit diesen Fragen eigentlich

gar nicht beschäftigen. Das wäre jedoch

zu kurz gedacht. Denn mit einer

vernünftig angelegten GAP-Reform

lassen sich ohne ein bürokratisches

Monster Eiweißversorgung und Vielfalt

auf europäischen Agrarflächen leichter

bewerkstelligen.

Eine Umstellungsprämie aus Geldern

der ersten Säule muss über das EU-

Parlament unbedingt noch eingefordert

werden. Hierzu ist die Bereitschaft

durchaus groß, weil die Gelder aus dem

Topf der EU eine wirkungsvolle Förderung

des ländlichen Raums, vor

allem strukturschwacher Gebiete ist.

Für Mitglieder der verschiedenen EU-

Fraktionen ist dies ein entscheidendes

Kriterium. Wichtig für unsere biologisch

wirtschaftenden Betriebe wird

auch sein, dass die Greening-Maßnahmen

nicht zur Aushöhlung der bestehenden

Agrarumweltmaßnahmen wie

KulaP, Meka usw. beitragen.

Definition von „Aktiver Landwirt“

muss verbessert werden

Für Großbetriebe sieht Ciolos Entwurf

eine Kappung der Prämie vor. Ab einer

Förderung von 150.000 Euro pro Jahr

und Hof werden bisherige Zahlungen

gekürzt. Kein Betrieb soll künftig mehr

als 300.000 Euro bekommen.

Allerdings können Höfe mit vielen

Arbeitskräften ihre Lohnkosten geltend

machen. Zusätzliche Fördermittel soll

es für Kleinstbetriebe mit weniger als 3

Hektar Anbaufläche geben, für

Junglandwirte sowie für Höfe auf geografisch

ungünstigem Terrain wie

Berglandschaften.

Nach momentanem Stand muss die

Definition „Aktiver Landwirt“ noch

verbessert werden, damit Nebener-

LVÖ fordert Ende der Gießkannenpolitik

Die Landesvereinigung Ökologischer

Landbau in Bayern e.V. (LVÖ), in der

sich die Verbände Bioland, Naturland,

Biokreis und Demeter zusammengeschlossen

haben, sieht im Greening

lediglich eine „grüne Verpackung“.

„Mit der Gießkanne werden weiterhin

80 Prozent Finanzmittel pauschal und

ohne Akzente verteilt“, kritisiert LVÖ-

Vorsitzender Josef Wetzstein, „der

Greening-Deckmantel schützt Rapsund

Maismonokulturen vor unserem

Blick.“ Während von der Bindung der

Direktzahlungen an ökologische Komponenten

wenig zu erwarten sei, würden

sich bei den bisherigen Umweltprogrammen,

verankert im Bereich der

Ländlichen Entwicklung (Zweite Säule),

harte Einschnitte abzeichnen, denn

die EU hat entlang ihrer 2020-Ziele

neue Aufgaben ins Programm genommen.

Neben Schutz und Erhalt öffentlicher

Güter sollen Beschäftigungschancen

im ländlichen Raum verbessert,

Ressourceneffizienz gesteigert,

Sicherungssysteme für Risiken in der

landwirtschaftlichen Produktion verankert

sowie Transparenz und Wertschöpfung

in der Lebensmittelkette

verbessert werden. Diese Überfrach-

tung des Topfs für ländliche Entwicklung

werde zu Verteilungskämpfen

bei den sehr begrenzten Mitteln führen,

heißt es in einer Mitteilung der

Landesvereinigung. Die LVÖ fordert,

den ökologischen Landbau als Leitbild

eines Europäischen Agrarmodells anzuerkennen,

seinen Anteil in Deutschland

und Bayern bis 2020 auf 20 Prozent zu

steigern und dem Ökolandbau für die

optimale Umsetzung der Agrarpolitik

höchste Honorierungen zu gewähren.

Nur wenn das Prinzip „Leistung für

Gegenleistung“ umgesetzt wird, komme

man zu einer gerechten Verteilung,

so die LVÖ. Dies erfordere eine

Bindung aller Finanzmittel der EU an

die 2020-Ziele Klima-, Umwelt- und

Tierschutz, Erhalt der Biodiversität und

Erhalt eines intakten ländlichen Raums.

„Wenn die Agrarlobby und damit die

wesentlichen Gestalter der GAP nicht

endlich verstehen, dass eine akzeptierte

Agrarpolitik nicht gegen, sondern für

die gesellschaftlichen Wünsche umgesetzt

werden muss, werden wir für die

Landwirtschaft künftig nicht nur

Kürzungen hinnehmen müssen, sondern

alles verlieren“, so Wetzstein.

Agrarpolitik & Markt Aktuelles

werbsbetriebe nicht alle Einkommensbescheide

vorlegen müssen und die

bürokratischen Anforderungen nicht

ausufern.

Ausgleichszulage weiterführen

Bei den Plänen der 2. Säule ist eine

unbürokratische Fortführung der Ausgleichszulage

anhand der LVZ einzufordern.

Die Themen Klimaschutz, Bildung,

Beratung, Investitionsförderung

und Dorferneuerung sollen hier weiter

angesiedelt bleiben. Damit der Zeitrahmen

bis zum Inkrafttreten der GAP am

1. Januar 2014 eingehalten werden

kann, müsste die Beschlussfassung

von EU-Kommisson, EU-Parlament

und Agrarministerrat bis Ende 2012

vorliegen. Im Jahr 2013 würde dann

die Umsetzung der Vorschläge in konkrete

Rechtstexte und Durchführungsverordnungen

gefasst. Die GAP-Reform

und deren Haushalt werden in

Konsens mit den einzelnen Regierungschefs

getragen, sofern nicht die

EU-Politik durch ein Schuldendilemma

eingeholt wird.

Und welche Meinung haben Sie?

Gerne veröffentlichen wir Ihren Leserbrief!

Schicken Sie uns eine Email an kuhnt@biokreis.de.

Will die Gießkannenpolitik stoppen: Die Arbeitsgruppe

Agrarpolitik der LVÖ.

Bionachrichten 1 | Februar/März 2012 9

Bild: LVÖ


n_1_12.qxp 01.02.2012 13:24 Seite 10

Aktuelles Agrarpolitik & Markt

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Spätestens mit dem Ausstieg aus

der Kernkraft bis zum Jahr

2022 gewinnt die Biogaserzeugung

neben der Nutzung von

anderen erneuerbaren Energien an

Bedeutung. Waren es vor 50 Jahren

landwirtschaftliche Energiepioniere,

die auf der Basis von Gülle, Mist und

organischen Abfällen in kleinen

überschaubaren Anlagen Strom und

Wärme für den eigenen Betrieb

erzeugten, stehen wir heute vor industriellen

Großanlagen, deren Ausrichtung

in der alleinigen Vergärung

von nachwachsenden Rohstoffen

liegt.

Dieser Trend und die Nachfrage nach

regenerativen Energien stellt die Gesellschaft

vor eine neue Wertediskussion,

denn: auf den Flächen, auf

denen Landwirte nachwachsende Rohstoffe

anbauen, können sie nicht

gleichzeitig auch Lebensmittel anbauen.

Die Verdrängung von Nahrungspflanzen

durch Energiepflanzen schafft

eine gefährliche Konkurrenz – die zwischen

„Teller und Tank“. Wir müssen

verhindern, dass dieser Konflikt eskaliert,

sonst wird er uns zum Verhängnis.

Durch die Konkurrenz von Energie und

Lebensmitteln werden die Verbraucherpreise

für Lebensmittel um bis zu zehn

Prozent steigen, sagen Experten. Problematisch

ist diese Verteuerung für

Grundnahrungsmittel vor allem für die

Menschen in Entwicklungsländern:

10 Bionachrichten 1 | Februar/März 2012

Biogas kann auch bio sein

Kommentar von Sepp Brunnbauer

Steigt der Preis für Mahlweizen um das

Doppelte, so verteuert sich der Verkaufspreis

für Brot in Deutschland

zwar gerade Mal um fünf Prozent. Der

Rohstoffpreis hat hierzulande - verglichen

mit den vielen anderen Betriebskosten

wie Arbeitskosten, Energie,

Abschreibungen etc. – relativ wenig

Einfluss auf den Verkaufspreis. Muss

jedoch der indische Bäcker, der geringe

Betriebskosten hat, sein Mehl doppelt

so teuer bezahlen, wird sein Brot fast

doppelt so teuer. Die Folge ist, dass

sich viele Menschen in Indien schlichtweg

ihr täglich Brot nicht mehr leisten

können.

Doch auch bei uns sind die negativen

Auswirkungen der energetischen Biomasseverwertung

schon sichtbar: Die

einseitige Ausgestaltung des Erneuerbare

Energiengesetz (EEG), die die

Verwertung von Mais besser honoriert

als andere Kulturen, wird Anbau und

Verwertung von Mais in Biogasanlagen

weiter beflügeln. Durch diese „Vermaisung“

werden unsere Landschaften

immer monotoner, einhergehend mit

schädlichen Folgen für das Grundwasser,

die Bodengesundheit und die

Vielfalt der Arten.

Doch die Stromerzeugung aus Biogas

rechnet sich gut – oftmals besser als

die Erzeugung von Lebensmitteln.

Mittlerweile steht in fast allen

Gemeinden eine Biogasanlage, und die

Anzahl der Neuanträge steigt. Für den

Anbau von Energiepflanzen erhält der

Betreiber eine flächenbezogene Prämie,

darüber hinaus bekommt er für

jede aus Biogas erzeugte Kilowattstunde

Strom einen auf Jahre hinaus

festgeschrieben Preis. Zum Schluss

gibt es ein Bonussystem, das zum

Beispiel jede verkaufte Kilowattstunde

Wärmeenergie nochmals extra belohnt.

Der Nachteil dieser guten wirtschaftlichen

Voraussetzungen: Sie schlagen

sich direkt auf die Pachtpreise und führen

dazu, dass andere Formen der

Landnutzung schlichtweg verdrängt

werden.

Doch es geht auch anders: Viele ökologisch

wirtschaftende Betriebe zeigen,

dass Biogaserzeugung durchaus nachhaltig

sein kann. Hier sind es häufig

Betriebskooperationen, die über eine

zentrale Biogasanlage ihr Kleegras aus

einer vielgliedrigen Fruchtfolge verwerten

und die Gärreste als wertvollen

Dünger zurücknehmen. Bei einer sinnvollen

Nutzung der Abwärme werden

hohe Wirkungsgrade erzielt, was

Kohlendioxid einspart und nachhaltige

Einkommensalternativen schafft. Eine

Konkurrenz von „Teller und Tank“ ist

bei ökologisch geführten Anlagen mit

der Verwertung von Kleegras nicht zu

befürchten. Die Biogaserzeugung trägt

hier dem Kreislaufgedanken im ökologischen

Landbau Rechnung, weil sie

eine sinnvolle Verwertung von

Kleegras außerhalb des Tiermagens

ermöglicht.

Nur dort, wo Fruchtfolgeglieder oder

Reststoffe verwertet werden, die nicht

als Lebensmittel bzw. Futtermittel verwendet

werden, kann die Erzeugung

erneuerbarer Energie aus Biomasse

wirklich nachhaltig und sinnvoll sein.

Voraussetzung ist, dass die Politik die

Rahmenbedingungen dafür schafft.


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t 02823-931522

Besuchen Sie uns auf der

BioFach

Halle 6, Stand 151 a

Agrarpolitik & Markt Aktuelles

Bionachrichten 1 | Februar/März 2012 11


n_1_12.qxp 01.02.2012 13:25 Seite 12

Biokreis

Aktuelles

Biokreis zeigt Flagge

Infostände auf Grüner Woche und BioFach

Von Sepp Brunnbauer und Heidi Kelbetz

Auch dieses Jahr war der Biokreis auf

der Internationalen Grünen Woche in

Berlin vertreten. Eine große Fahne mit

Biokreis-Emblem zeigte den vielen interessierten

Landwirten und Verbrauchern

den Weg zum Messestand in der

Biohalle. Neben Informationen zum

Einkauf von Biokreis-Produkten in und

um Berlin und den Unterschieden zwischen

EU-Bio und Biokreis-Standard

waren es die Themen Gentechnik und

Ausgestaltung der künftigen Agrarpolitik,

die mit der Biokreismannschaft

diskutiert wurden. Frei nach dem

Motto „reden ist silber, probieren ist

gold“ konnten sich die Besucher von

der hervorragenden Qualität und dem

Geschmack der Produkte der Biokreis-

Verarbeiter überzeugen. Winzer Gerhard

Hoffmann war mit Infos zum ökologischen

Weinbau und mit seinen

Weinen und Spirituosen vertreten.

Grüne Woche wird „biologischer“

Die Biokreis-Vorstände nutzten die

Gelegenheit, mit Politikern über die

anstehende EU-Agrarreform und die

Möglichkeiten, die Situation der

Biobauern zu verbessern, zu sprechen.

Zum Abschluss der Grünen Woche diskutierte

die Biobranche am Tag des

Ökologischen Landbaus mit der Politik

darüber, ob die Gemeinsame Agrarpolitik

in der EU (GAP) ihren eigenen

Ansprüchen genügt. Höhepunkt des Tages

war die Verleihung des „Innovationspreises

für ökologischen Landbau“

an die Herrmannsdorfer Landwerkstätten

für ihre Pionierleistung in der

ökologischen Geflügelhaltung (S. 26).

Erstmals war am Gemeinschaftsstand

des Bayerischen Staatsministeriums in

der Bayernhalle auch die Landesvereinigung

Ökologischer Landbau (LVÖ)

vertreten. Bei der Preisverleihung

durch Staatsminister Helmut Brunner

für das beste Bioprodukt wurden gleich

drei Biokreisbetriebe geehrt: die

Andechser Molkerei Scheitz, die

Chiemgauer Naturfleisch GmbH und

die Landkäserei Herzog. Als Fazit ist

festzustellen, dass die Grüne Woche

natürlich in der Biohalle immer biolo-

12 Bionachrichten 1 | Februar/März 2012

gischer wird. Aber auch in den

Länderhallen spielt das Thema „bio“

eine immer größere Rolle.

Der Biokreis auf der Biofach

Die nächste öffentliche Plattform, auf

der der Biokreis Flagge zeigt, ist die

Weltleitmesse BioFach von 15. bis 18.

Februar in Nürnberg. Am Biokreisstand

in Halle 7, Stand 241, können sich

Besucher über den Verband, ökologischen

Landbau und ökologische Verarbeitung

informieren. Ein Bayerischer

Biergarten lädt mit Bioschmankerln

zum Verweilen ein. Von den Biokreis-

Verarbeitern sind vertreten: die Antersdorfer

Mühle, die KULT GmbH, die

Mostelleria Farthofer, Chiemgauer

Naturfleisch, Freilandputen Fahrenzhausen,

Innstolz Frischdienst und die

BioLebensmittel GmbH. Ebenfalls

dabei: das Kontrollinstitut LACON.

Am Donnerstag, 16. Februar, 14 bis 15

Uhr, informieren Biokreis-Geschäftsführer

Sepp Brunnbauer, Karl Schweisfurth

von den Herrmannsdorfer Landwerkstätten,

Richard Müller von

Chiemgauer Naturfleisch und H.-J.

Kopp von LACON über das Siegel

regional & fair. Dieses vergibt der

Biokreis seit 2007 an Verarbeiterbetriebe

und Direktvermarkter aller deutschen

Bioverbände, die Produkte aus

ökologisch und in der Region erzeugten

Rohstoffen und zudem unter fairen

sozialen Bedingungen herstellen.

Um 18 Uhr findet die Verleihung des

regional & fair-Preises 2012 statt. Im

Anschluss feiert der Biokreis mit seinen

Freunden, Gästen und Besuchern

wieder eine bayerisch-karibische

Messenacht mit Salsa-Party und

Caipirinha-Bar.

Bild: Biokreis

Biokreis-Mitglied Heinz Bley und Biokreis-

Geschäftsführerin Andrea Helmer aus Hessen.

Neue Richtlinien: Au

Damit bei der Kontrolle alles stim

Von Eva Schuster

Zusammen mit der Dezember-Ausgabe

der Bionachrichten haben wir die

aktualisierten Biokreis-Erzeugerrichtlinien

an alle Landwirte und Verarbeiter

verschickt. Mittlerweile haben sich

einige wahrscheinlich schon eingelesen.

Trotzdem möchten wir den

Erzeugerbetrieben ein paar Tipps

geben, damit die Öko-Kontrolle 2012

reibungslos abläuft. Zum Teil handelt

sich bei den Richtlinien um

Neuerungen, zum Teil um schon bestehende

Bedingungen, auf die bei der

Kontrolle und Anerkennung dieses Jahr

ein besonderes Augenmerk gelegt wird.

Zukauf von Futtermitteln

Der Biokreis verfügt über keine Marktgesellschaft.

Daher kaufen die landwirtschaftlichen

Betriebe das Futter

nicht direkt über den Biokreis, sondern

anhand einer Prioritätenliste. Für die

Futterbeschaffung gilt also Folgendes:

Zuallererst soll das Futter des eigenen

Betriebes verfüttert werden. Sollte das

nicht reichen, soll von Biokreis- oder

anderen anerkannten Verbandsbetrieben

aus der Region zugekauft werden.

Ist das nicht möglich, darf von

Biokreis- bzw. anerkannten Verbandsbetrieben

außerhalb der Region zugekauft

werden. Falls das ebenfalls nicht

möglich ist bzw. falls der Betrieb auf

Futtermischungen angewiesen ist, darf

nur von Landhändlern oder Futtermühlen

zugekauft werden, die vom Biokreis

anerkannt sind. Momentan sind

das:

Öko Landhandel Allmannsbeck

Meika/Meitinger,

Ökokorn OHG

Wiesbauer Mühle

Vermarktungszusammenschluss

Ökofranken

Kaisermühle Gähnheim

Diese Mühlen verarbeiten nur biologische

Futtermittel, daher ist eine versehentliche

Vermischung mit konventionellen

Futtermitteln ausgeschlossen.

Biokreis-Landwirte liefern ihr Futtergetreide

an diese Mühlen und beziehen

wiederum von dort.


n_1_12.qxp 01.02.2012 13:26 Seite 13

ien: Aufgepasst!

lle alles stimmt

Die aktuellen Richtlinien des Biokreis.

Damit wird ein fast geschlossener

Kreislauf geschaffen, der sowohl den

Erzeugern als auch dem Biokreis zugute

kommt. So konnte auch der Eintrag

von genveränderten Organismen über

konventionelles Soja vermieden werden.

Also zusammengefasst: Futter erst

beim Landwirt kaufen, dann vom

Landhandel und schließlich von den

Futtermühlen.

Zukauf von EU-Bio-Betriebsmitteln

Das ist neu: Möchte ein Biokreis-

Landwirt z.B. Tiere eines Betriebes

zukaufen, der ‚nur’ nach der EG-Öko-

VO Nr. 834/07 und Nr. 889/08 wirtschaftet,

dann muss er sein Bemühen,

an Biokreis- oder Verbandstiere zu

kommen, formlos dokumentieren.

Auch hier gilt, dass ein Zukauf ohne

Dokumentation von anerkannten Verbänden

möglich ist. Durch diese Regelung

soll Verbandsbioware gestärkt

werden.

Anbau von gleichen Fruchtarten in

ökologischer und nicht-ökologischer

Qualität

Manchmal kann es notwendig sein, die

gleiche Fruchtart auf zwei Schlägen

anzubauen. Der eine ist schon umgestellt,

der andere ist noch in Umstellung.

Dafür ist eine Genehmigung

durch den Biokreis nötig. Es soll vermieden

werden, dass eine Vermischung

von anerkannt ökologischer Ware und

Umstellungsware stattfindet. Falls es

unvermeidbar ist, dann ist auch auf

eine getrennte Ernte und Lagerung zu

achten.

Fachberatung Biokreis

So geht Ihre Rechnung auf

Was beim Rechnung-Schreiben wichtig ist

Von Hubert Dietrich und Jörn Bender

Immer wieder kommt es vor, dass in Landwirtschaft und Imkerei Rechnungen für

landwirtschaftliche Produkte und Imkererzeugnisse nicht ordnungsgemäß gestellt

werden. Damit das nicht mehr passiert, hier ein kleiner Spickzettel. Eine ordnungsgemäße

inländische Bio-Imker/Landwirt-Rechnung hat folgende Bestandteile:

1. Name und Postanschrift der Imkerei/des landwirtschaftlichen Betriebs

2. EU-Biozeichen mit Öko-Kontrollstellen-Nummer (DE-Öko-003 oder andere

dreistellige Kennziffer der Kontrollstelle),Text ‚Deutsche Landwirtschaft‘

3. Umsatzsteuer-Nummer oder Steuer-Nummer

4. Name und Postanschrift des Empfängers

5. Datum der Rechnung

6. Rechnungsnummer (beliebig, aber eindeutig)

7. Tag(e) der Lieferung

8. Bezeichnung der Ware mit Einzel- und Gesamtpreis

9. Umsatzsteuer 10,7% (bei optierenden Landwirten 7%)

und Steuerbetrag (zuzüglich 10,7 % / 7% USt )

10. Zahlbetrag

11. Unterschrift

Wer sich darüber hinaus über das Steuerrecht in der Imkerei informieren möchte,

kann sich an Werner Burkhart (Imker, Steuerberater und Unternehmensberater)

wenden. www.steuerbuero-burkhart.de, Telefon 06231 9182 0.

Bionachrichten 1 | Februar/März 2012 13


n_1_12.qxp 01.02.2012 13:27 Seite 14

Biokreis

Fachberatung

Die Biokreis-Milchviehtage im November

2011 in Betzigau (Landkreis

Oberallgäu) und Beyharting (Landkreis

Rosenheim) standen ganz im Zeichen

von Grünlanderneuerung, Güllemanagement

und Automatischem Melken.

Dr. Jan Harms vom Institut für Landtechnik

und Tierhaltung an der Bayerischen

Landesanstalt für Landwirtschaft

zeigte auf, dass auch der Öko-

Landbau verstärkt auf Automatische

Melksysteme (AMS) setzt: In Bayern

stünden inzwischen mehr als 700

Melkroboter. Die Gründe für den steilen

Anstieg der Verkaufszahlen seien

vielfältig und manchmal nicht ganz

berechtigt, so Jan Harms.

Richtig ist,

- dass die körperliche Belastung

mit einem Melkroboter abnimmt

- dass die Arbeit flexibler gestaltet

werden kann

- dass die Lebensqualität dadurch

steigt

- dass Familienbetriebe die

Entlastung deutlich spüren

- dass neueste Technik im Stall ist.

Falsche Annahmen sind,

- dass sich AMS besser für beengte

Umbausituationen eignen

Man muss immer ausreichend Platz

für Ausweichmöglichkeiten, Vorwarteräume,

Krankenabteile etc.

einrechnen. Drangsalieren macht

den Kühen Spaß.

14 Bionachrichten 1 | Februar/März 2012

Melkroboter auf dem Vormarsch

Nachlese zum Biokreis-Milchviehtag:

Grünlanderneuerung und Güllemanagement

Von Christa Zeitlmann

Ein Händchen für die Technik:

Biokreis-Landwirt Wolfgang Weber aus Leipheim hat seinen Melkroboter gut im Griff.

700 automatische Melksysteme in Bayern

- dass sich der Arbeitszeitbedarf

mit dem Einsatz des Roboters

automatisch reduziert.

Ob man wirklich weniger Zeit im

Stall braucht, hängt vom Management

ab, nicht von der Art der

Melktechnik

- dass die Herde automatisch ruhiger

ist.

Bei falschen Stallmaßen und/oder

falschem Management kann die

Herde unruhiger werden als vorher

- dass die Tiergesundheit von alleine

besser wird.

Die Behandlung kranker Tiere

muss komplett neu organisiert werden.

Die Eutergesundheit wird

nicht automatisch durch den

Einsatz eines Roboters verbessert,

da sie in erster Linie vom

Management und nicht der Art der

Melktechnik beeinflusst wird.

Immer abends füttern

Einen großen Einfluss auf den Erfolg

des AMS sieht Jan Harms in einer

homogenen, leistungsfähigen Herde,

die auch ausreichend Aufwertung des

Grundfutters erhält. Ein paar Tipps hatte

er für die Zuhörer in der Tasche,

damit der Roboter genauso reibungslos

läuft wie die Frauen im Melkstand: Um

die geringe Auslastung des Roboters in

der Nacht zu verbessern, sollte immer

abends gefüttert werden und erst in der

Früh nachgeschoben werden. So ist

auch nachts genug Futter im Trog und

Bild: Simone Kuhnt

die rangniederen Kühe haben einen

Anreiz, fressen zu gehen. Das Futter-

Nachschieben sollte man auf strategisch

wichtige Zeitpunkte reduzieren,

um die Aktionsanreize gezielt setzen zu

können.

Selektionstore favorisiert

Bei der Planung sollte man immer die

Erweiterungsmöglichkeiten in die

Überlegung mit einbeziehen, auch

wenn man niemals an ihre Realisierung

glaubt! Auch den Winterbetrieb sollte

man immer im Blick behalten und

Heizmöglichkeiten beachten. Rangniedere

Kühe meiden Einwegtore, deshalb

ist der freie Kuhverkehr dem gelenkten

vorzuziehen. Jan Harms favorisiert Selektionstore,

die spätlaktierende Kühe

vor dem Fressen zum Melken schicken.

Milchleistung entscheidend

Ausdrücklich wies Jan Harms darauf

hin, dass automatische Melksysteme

bei höheren Milchleistungen leichter zu

handhaben sind. Dabei verschiebt sich

die Herausforderung für das Management

vom Anfang der Laktation zu seinem

Ende: Kühe, die am 200.

Laktationstag noch 15 l geben, werden

vom Roboter zu wenig stimuliert, er

beginnt zu früh mit dem Melken und

bricht zu früh wieder ab, weil keine

Milch kommt. So wird die angerüstete

Kuh zurück in den Laufstall geschickt.

Wenn sie bald wiederkommt, hat sie

kein Melkanrecht und wird wieder


ch

bn_1_12.qxp 01.02.2012 13:28 Seite 15

zurück geschickt. So kann man sich

gerade im Ökolandbau gute Kühe mit

langer Persistenz ungewollt früh trockenstellen.

Wirtschaftlichkeit prüfen

Abschließend betonte Harms, dass

AMS im Ökolandbau sinnvoll sind, da

sie der Stand der Technik seien, gut für

Familienbetriebe geeignet seien und

sich großer Zufriedenheit erfreuen. Das

Aber kam auf dem Fuße: Die Betriebe

dürften bei aller Liebe zur Technik die

Wirtschaftlichkeit nicht übersehen, die

Anlage müsse ausgelastet sein. Auch

die Milchleistung, die Melkbarkeit der

Herde und die Fütterung müssen zum

AMS passen, damit die Investition

Sinn macht. Der Weidegang muss auf

zeitlich so eingestellt werden, dass

beim Melken keine langen Wartezeiten

entstehen. Eine besondere Freude

waren die Praktikerberichte von Wolf-

Das richtige Güllemanagement

Über das richtige Güllemanagement

referierten die Grünland-Berater Ernst

Bauer und Jochen Obernöder vom

LKP. Sie erläuterten, wie wichtig die

möglichst verlustfreie Ausbringung der

Gülle ist, da die in ihr enthaltenen

Nährstoffe bei der im Voralpenraum

üblichen Schnitthäufigkeit dringend ge-

gang Weber (in Beyharting) und Martin

Wachter (in Betzigau) am Ende der

Milchviehtage. Beide betonten, dass

jemand, der den Roboter anschafft, um

weniger im Stall sein zu müssen, besser

die Kühe abschafft und den Stall

zusperrt.

braucht werden. Dabei ist der Großteil

der Nährstoffe leicht löslich und kann

schnell mit der Luft oder dem Wasser

verloren gehen. Versuche am Allgäuer

Spitalhof zeigten, dass die Erträge von

rein organisch gedüngtem Grünland

mit denen von mineralisch gedüngten

Flächen mithalten können. Neuere

Wie man der Gemeinen Rispe Herr wird

Schade, dass nicht mal das Wild sie

gerne frisst: die Gemeine Rispe. Sie

verfügt gegenüber anderen Gräserarten

über Strategien, die ihr das Überleben

leichter machen. Über Vorlieben und

Bekämpfung der poa trivialis referierten

auf den Milchviehtagen die Vertreter

der Bayerischen Futtersaatbau

GmbH (BSV).

Wie die Gemeine Rispe sich

gegenüber erwünschten Gräsern

das Überleben sichert:

� Die Gemeine Rispe kommt hervorragend

mit verdichteten, sauerstoffarmen

Böden zurecht, da sie keine tiefen

Wurzeln bildet, sondern sich auf die Besiedlung

der bodennahen Fläche konzentriert.

� Die dicht am Boden anliegenden

Kriechtriebe werden vom Mähwerk

nicht erfasst, die Pflanze kann in Ruhe

weiter wachsen, während ihre Nachbarn

einen Kopf kürzer gemacht werden

� Häufiger Schnitt bei spärlicher

Düngung kommt ihr gerade recht, während

wertvolle Gräser verdrängt werden.

� Der Filz der Gemeinen Rispe verhindert,

dass Dünger oder Samen in

Kontakt mit dem Boden kommen, so

kann sie den Status quo erhalten.

� Sie nutzt feuchte Jahre zur Ausbreitung,

während Trockenheit ihr

ernsthaft zusetzen kann. Auch lang anhaltende

Winterkälte und hohe Schneebedeckung

schaden ihr.

Und wie wir ihr das Leben schwer

machen können:

� Um die Gemeine Rispe zurückzudrängen,

muss laut BSV-Berater Arne

Kupfer die Grasnarbe beschädigt werden.

Man muss die Erde sehen, sonst

Fachberatung Biokreis

Die Kontrolle des Systems, die Beobachtung

der Herde und der Kontakt zu

den einzelnen Tieren sei unerlässlich

für die Milchproduktion. Dass das bei

beiden Betrieben funktioniert und sie

hoch zufrieden mit ihrer Entscheidung

sind, zeigten die beiden Vorträge.

Verfahren der bodennahen Gülleinjektion

auf dem Grünland lehnten die

Berater ab. Zum einen seien schwerere

Maschinen und damit hohe Bodendrücke

für die aufwändige Technik

vonnöten, zum anderen wisse bisher

keiner, wie die Grünlandnarbe sich verhält,

wenn sie mehrmals pro Jahr aufgeschlitzt

wird.

kommt der Samen nicht in Kontakt mit

dem Boden.

� Die Nachsaat bietet sich zu verschiedenen

Zeitpunkten an: Gemeinsam

mit dem Sommergetreide im zeitigen

Frühjahr, um die Winterfeuchtigkeit

noch auszunutzen. Nach dem ersten

Schnitt, falls die Niederschläge passen.

Im Spätsommer bis ungefähr zum 15.

September. Zu diesem Zeitpunkt fallen

auch die natürlichen Grassamen, und

die Junggräser haben gute Entwicklungsmöglichkeiten,

da der Aufwuchs

langsamer ist.

Rund zehn Zentimeter misst die Gemeine Rispe.

Bionachrichten 1 | Februar/März 2012 15


n_1_12.qxp 01.02.2012 13:29 Seite 16

Biokreis

Fachberatung

Enthornung von Ziegen verboten!

Biokreis setzt sich für langfristige Übergangsregelung ein

Von Christa Zeitlmann

Die Hörner der Ziegen sind manchen Praktikern ein Dorn im Auge.

Ziegenhalter berichten von erhöhtem Stress- und Verletzungsrisiko.

Für die Ziegenhalter hat das

vergangene Jahr erschwerende

Entwicklungen mit sich gebracht.

Bei den Kontrollen stellte

sich heraus, dass die Enthornung

von Ziegen nicht zulässig ist. Im

deutschen Tierschutzgesetz sind

zwar Ausnahmen für die Enthornung

von Rindern vorgesehen, nicht

aber für Ziegen.

Die Enthornung ist also nur noch bei

Einzeltieren aus gesundheitlichen

Gründen erlaubt, zum Beispiel, wenn

sich eine Ziege am Horn verletzt hat.

Viele Ziegenhalter stellt das vor enorme

Herausforderungen, müssen sie

doch ab sofort behornte Ziegen in ihre

unbehornte Herde eingewöhnen. Wer

schon einmal beobachten musste, wie

16 Bionachrichten 1 | Februar/März 2012

Bid: Kuhnt

ein behorntes Tier eine ganze Herde

aufmischen kann, der weiß, wie sich

manche Ziegenhalter momentan fühlen.

Auf der anderen Seite ist die

Enthornung von Ziegen viel problematischer

als bei Rindern, da die anatomischen

Schädelstrukturen sich stark

unterscheiden. Die Schädeldecke der

Kitze ist sehr dünn und leichter verletzbar

als bei Kälbern. So kann es bei

einer unsachgemäßen Enthornung

schnell zu Schädel- und Hirnhautschädigungen

kommen. Auch die Vollnarkose

ist bei den handtaschengroßen,

fünf Kilogramm schweren Ziegenkitzen

gefährlicher. Am besten wäre

natürlich die Zucht auf Hornlosigkeit,

aber die ist bei den Ziegen nicht möglich,

da die reinerbige Hornlosigkeit

Zwitterausbildungen mit sich bringt.

Einige aktuelle Untersuchungen haben

zwar gezeigt, dass es möglich ist,

behornte Ziegen ohne erhöhtes Risiko

von Verletzungen und erhöhtem Stress

zu halten. Viele Praktiker berichten

jedoch das Gegenteil.

Der Biokreis setzt sich dafür ein, dass

die Enthornung von Ziegen mit einer

langfristigen Übergangsregelung weiter

erlaubt ist. Das gibt den betroffenen

Betrieben die Möglichkeit, ihre Haltungsbedingungen

den unbestritten

höheren Ansprüchen der behornten

Ziegen (Stallmaße und -strukturierung,

Ausweich- und Rückzugsmöglichkeiten,

Fressplatzgestaltung, Herdenstabilität,

Fütterungsmanagement) sinnvoll

anzupassen. Außerdem können so die

jüngsten Untersuchungen langfristig in

der Praxis überprüft werden.

Schließlich geht es im ökologischen

Landbau darum, landwirtschaftliche

Nutztiere artgerecht zu halten. Wir verstehen

darunter weder gestresste, unproduktive

Ziegenherden mit hohem

Verletzungsdruck noch große Kitzverluste

und unnötig verursachtes Leid bei

der Enthornung. Wir bitten alle betroffenen

Ziegenhalter, sich bei ihrem

zuständigen Zuchtverband dafür einzusetzen,

dass auch hier für die Enthornung

gekämpft wird. Wenn alle Betroffenen

an einem Strang ziehen, können

wir vielleicht eine Lösung finden.

Wissenswertes für

Ziegenhalter im Internet

Auf der Ziegentagung in Raumberg-

Gumpenstein am 4. November 2011

wurden viele interessante Themen

besprochen. Unter anderem ging es

um die Reduzierung von Verlusten in

der Kitzaufzucht, die Strategien

gegen Parasiten in der Milchziegenhaltung

und Untersuchungen zur

Scheinträchtigkeit (Hydrometra) bei

Ziegen. Die Vorträge können auf der

Homepage der Forschungsanstalt

heruntergeladen oder über die

Biokreis-Berater bezogen werden.

http://www.raumberg-gumpenstein.at


n_1_12.qxp 01.02.2012 13:29 Seite 17

Von Melktechnik und MLP

Nachlese zum Schaf- und Ziegentag – Es gibt viel zu lernen

Von Christa Zeitlmann

Beim Biokreis- Schaf- und

Ziegentag Ende 2011 auf dem

Betrieb der Familie Deß in

der Oberpfalz lag der Schwerpunkt

im Bereich Melktechnik. Martin

Kühberger von der Landesanstalt

für Landwirtschaft referierte über

die Entwicklungen der Melktechnik

in der Ziegenhaltung, Dr. Duda vom

LKV Bayern berichtete von der

Milchleistungsprüfung für Schafe

und Ziegen (MLP) in Bayern.

Viele Ziegenhalter noch in der

„Lernphase“

Martin Kühberger zeigte zunächst die

rasante Zunahme der Ziegenbetriebe

auf: Um hier Fachwissen zur Verfügung

zu stellen, hat die LfL 2011 eine

Erhebung zum Stand der Melktechnik

durchgeführt. 67 Betriebe nahmen an

der Befragung teil, durchschnittlich

werden in diesen Betrieben 140 Ziegen

gehalten. Die Erhebung ist also nicht

repräsentativ, da der Durchschnittsbestand

in Deutschland bei 7,7 Ziegen

pro Betrieb liegt. Dabei haben 44% der

Betriebe in den letzten fünf Jahren mit

der Milchziegenhaltung angefangen,

sie sind also noch in der „Lernphase“,

und gerade die größeren Betriebe

wachsen weiter. Die meisten der

befragten Ziegenhalter melken in

einem Melkstand (56), 10 nutzen eine

Eimermelkanlage und einer melkt mit

Bid: Deß

Maria Deß begrüßt ihre Gäste im Stall stets

mit einem selbstgedichteten Ziegenlied.

der Hand. Was den Arbeitszeitbedarf

angeht, so benötigen die befragten

Betriebe zwischen 0,2 und einer

Minute pro Tier und Tag, mit zunehmender

Bestandsgröße wird natürlich

tendenziell weniger Zeit beansprucht.

In der Tendenz wird gebrauchte

Technik verwendet. dabei haben die

Landwirte wenig Information zu

Details der Melktechnik und auch die

regelmäßige Überprüfung der Anlagen

ist mangelhaft. Dafür sind die

Betriebsleiter sehr zufrieden mit ihrer

Melktechnik.

Melktechnik optimieren

Martin Kühberger wies darauf hin,

dass die rechtlichen Anforderungen an

die Milchproduzenten hoch sind und in

Zukunft weiter steigen werden. In der

neuen DIN ISO Norm, die seit 2010

bindend ist, werden auch die kleinen

Wiederkäuer erfasst.

Häufige Fehlerquellen bei der Melktechnik

können ausgeschaltet werden,

indem man

� die Vakuumhöhe regelmäßig kontrolliert

� das Regelventil regelmäßig säubert

die Gummiteile regelmäßig auswechselt

� darauf achtet, dass die Melkzeugaufnahme

sauber und trocken ist

und dass man die Lufteinlassöffnungen

sauber und durchlässig hält

� und bei Siliconzitzengummis darauf

achtet, das keine Fettrückstände

anhaften.

Im Gegensatz zu Rindern speichern die

Ziegen 70-80% der im Euter enthaltenen

Milch in der Zisterne und nur 20-

30% in den Alveolen. Die Stimulation

des Euters vor dem Melken hat also

nicht den gleichen Einfluss auf den

Milchfluss wie bei den Kühen. Wichtig

ist aber die Wahl des richtigen

Zitzengummis für die Herde. Die Zitzen

der Ziege haben eine Zuckertütenform,

zu große Zitzengummis

Fachberatung Biokreis

können schnell an der Zitze emporklettern

und den Venenring verschließen.

Dann kommt es zum Blindmelken.Die

in den Alveolen gespeicherte Milch ist

die fettreichste im Euter. Werden die

Ziegen also ungenügend ausgemolken,

kann man das unter anderem an der

fettärmeren Milch erkennen. Schafsmilch

wird je zur Hälfte in der Zisterne

und in den Alveolen gesammelt.

Fesselbänder zur Tiererkennung

Dr. Duda vom LKV Bayern berichtete

von der Milchleistungsprüfung (MLP),

die in Bayern bei 65 Ziegen- und fünf

Schafbetrieben durchgeführt wird. Dabei

liefert die Milchleistungsprüfung

essentielle Informationen zu Milchleistung,

Milchinhaltsstoffen, Tiergesundheit

und Fütterung, die für jeden

Milch produzierenden Betrieb unerlässlich

sind. Momentan wird die

Herdbuchführung der Ziegen wie bei

den Rindern in die MLP integriert, so

dass auch die Ziegenzucht auf bessere

Beine gestellt wird. In der Diskussion

wurde der hohe Aufwand bei der

Tiererkennung während der Milchmengenmessung

besprochen und die

Idee von Fesselbändern mit den Tiernummern

für gut befunden.

Nach den Vorträgen von Dr. Duda und

Martin Kühberger führte die Familie

Deß durch ihren Betrieb. Im 2006

gebauten Stall werden 165 Milchziegen,

5 Böcke und 35 Stück Nachzucht

gehalten. Der Betrieb umfasst ca.

17 ha landwirtschaftliche Nutzfläche,

davon sind 10 ha Ackerfläche und 7 ha

Grünland. Günther Deß geht halbtags

außerbetrieblich arbeiten, seine Frau

Maria hat sich eine eigene Betriebssparte

aufgebaut: 2011 wurden auf dem

Richthof 110 Veranstaltungen durchgeführt.

Kindergruppen, Behindertenwerkstätten,

Obst- und Gartenbauvereine,

Landfrauen, Rentnergruppen,

sie alle kommen zu den Deß`, lassen

sich bewirten und besichtigen den

Ziegenstall. Dabei wird viel Aufmerksamkeit

auf die Kinder gelegt.

Bionachrichten 1 | Februar/März 2012 17


n_1_12.qxp 01.02.2012 13:29 Seite 18

Biokreis

Fachberatung

Mehr Körnerleguminosen auf die Äcker!

Geeignet als Eiweißträger in der Fütterung – Projekte in NRW und Bayern

Von Regina Schenuit

Der Anbau von Körnerleguminosen

spielt in der Landwirtschaft

heute vielfach keine

bedeutende Rolle mehr. Vor dem

Hintergrund, dass sie enge Fruchtfolgen

lockern und gute Eiweißträger

innerhalb der Fütterung sind,

sollte aber über den Anbau verstärkt

nachgedacht werden. Um diesen wieder

zu einem wichtigen Bestandteil

der Fruchtfolge zu machen, haben

die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche

Landwirtschaft (AbL) und die

Landwirtschaftskammer Nordrhein-

Westfalen (LWK NRW) das Projekt

„Vom Acker in den Futtertrog – zukunftsweisendeEiweißfutter-Versorgung

für NRW“ initiiert.

Im November letzten Jahres luden

LWK und AbL erstmals zu einem

Körnerleguminosentag in das Landwirtschaftszentrum

Haus Düsse in Bad

Sassendorf ein. Die Themen der

Veranstaltung reichten vom Anbau

über die Einsatzmöglichkeiten innerhalb

der Fütterung bis hin zur Wirtschaftlichkeit.

Bei der abschließenden

Diskussion im Haus Düsse wurde klar:

Der Anbau von Körnerleguminosen

stößt bei den Landwirten auf großes

Interesse. Auch Bayern hat 2011 ein

„Aktionsprogramm Heimische Eiweißfuttermittel“

gestartet. Die Forschung

an der Bayerischen Landesanstalt für

Landwirtschaft (LfL) sowie Beratung

und Information zum verstärkten

Anbau heimischer Eiweißpflanzen

werden seit dem intensiviert. Ziel ist

es, sich von Sojaimporten unabhängig

zu machen, die teils gentechnisch

manipuliert sind.

Was macht die Leguminosen für die

Fruchtfolge so interessant?

Körnerleguminosen haben die Fähigkeit,

Luftstickstoff mit Hilfe der Knöllchenbakterien

in pflanzenverfügbaren

Stickstoff umzuwandeln. Erbse, Lupine

und Ackerbohne brauchen somit keinen

zusätzlichen N-Dünger und liefern

dem Boden sogar noch weiteren Stickstoff.

Dadurch wird der Anbau von

18 Bionachrichten 1 | Februar/März 2012

Ackerbohne, Erbse und Lupine besonders

für den ökologischen Landbau

interessant. Ein weiterer Vorteil ist es,

dass Infektionsketten in getreidestarken

Fruchtfolgen unterbrochen werden und

dies zu Mehrerträgen beim Getreideanbau

führt.

Mit heimischen Leguminosen die

Fütterung sicherstellen?

Körnerleguminosen können innerhalb

der Rinder- und Schweinefütterung

sinnvoll eingesetzt werden. In der

Milchviehfütterung ist darauf zu achten,

dass eine wiederkäuergerechte

Ration mit genügend Rohfaser und

Struktur erhalten bleibt. Bei 2-4 kg

Ackerbohnen je Tier und Tag sollte

sich dies allerdings als unproblematisch

erweisen. In der Bullenmast können

lediglich 1-2 kg je Tier und Tag

eingesetzt werden.

In der Schweinehaltung kommen

Körnerleguminosen ebenfalls zum

Einsatz. Bei Sauen 5-15 % pro Tier

und Tag, ebenso bei Mastschweinen in

der Anfangsmast. In der Endmast kann

der Anteil auf bis zu 25 % angehoben

werden. Zu berücksichtigen sind

jedoch die geringen Gehalte an schwefelhaltigen

Aminosäuren.

Wie wirtschaftlich ist der Anbau?

Der Anbau von Körnerleguminosen ist

im ökologischen Landbau wesentlich

rentabler als in konventionellen Betrieben,

da der Preis für Soja im ökologischen

Landbau wesentlich höher ist.

Außerdem ist ein guter Markt für ökologisch

erzeugte Leguminosen vorhanden.

Die eigene Verwertung der Körnerleguminosen

in der Fütterung erhöht

die Wertschöpfung. Eine entscheidende

Rolle spielt dabei die zukünftige

Preisentwicklung von Soja und dessen

Verfügbarkeit. In konventionellen Betrieben

ist der Leguminosenanbau

gegenüber Getreide, Raps und Silomais

bei aktuellen Preisen unrentabel – unter

anderem, weil es keinen Markt für

Körnerleguminosen in diesem Bereich

gibt. Im Allgemeinen kann man sagen,

dass sich der Körnerleguminosenanbau

als einzelnes Fruchtfolgeglied für sich

betrachtet eher nicht bezahlt macht, bei

einer in der Praxis maßgeblichen Gesamtbetrachtung

der Fruchtfolge dagegen

durchaus.

Mehr Leguminosen würden der ökologischen Landwirtschaft gut tun, hier Ackerbohnen.

Bid: Kuhnt


!

ayern

bn_1_12.qxp 01.02.2012 13:29 Seite 19

Die Ackerbohne, ein Multitalent

Futtermittel, Dünger, Humusbildner: Diese Frucht kann eine Menge

Von Simone Kuhnt

Eine Pflanze, die die Bodengare stark

fördert und den Boden sehr gut belebt,

ist die Ackerbohne. Sie hinterlässt nach

der Ernte ca. 200 kg Reinstickstoff, und

das gehäckselte Stroh ist ein hervorragender

Humusbildner – einer der besten

Bodenaufbereiter unter den Kulturpflanzen

für die ökologische Landwirtschaft,

aber auch für konventionelle

Landwirte. In ihrer Nutzung ist

die Pflanze vielfältig: Die trockene

Bohne kann als Eiweißfuttermittel an

Kühe, Schweine, Hühner (bis zu 20 %

des Eiweißbedarfes) verfüttert werden.

Doch auch als Düngemittel kann die

Ackerbohne dienen: Nach dem zeitigen

Anbau im Frühjahr (Aussaatmenge

1000 kg/ha) ist sie im Sprosszustand

bei einer Länge von ca. 20 cm einzumulchen.

Dann sollte eine starkzehrende

Gemüseart, z.B. Kohlgemüse, nachgebaut

werden. Im Sprosszustand der

Sommer-Ackerbohne beträgt die

gesamte Stickstoffbildung 300-400

Rein-Stickstoff/ha. [vgl. Kahnt, Leguminosen

im konventionellen und ökologischen

Landbau, 2008].

Eine besonders robuste und kälteunempfindliche

Ackerbohne ist laut Saatgutzüchter

Hans Gahleitner von der

Saatzucht Ebnerhof die Sorte BIORO.

Sie verträgt bis zu bis minus 3 Grad

Celsius und sticht hervor durch einen

wesentlich geringeren Blattlausbefall

im trockenen Frühsommer als vergleichsweise

andere Sorten. (Vergleichsversuch

von Öko-Korn-Nord,

D) Ihre Ertragstreue wird durch einen

pH-Wert zwischen 6-7,5 begünstigt, sie

erreicht in der biologischen Landwirtschaft

Höchsterträge bis zu 8t/ha.

Ihr reiches Wurzelsystem durchdringt

den Unterboden. Die BIORO ist Hans

Gahleitner zufolge eine frühreife Bohne.

Ihr Erntezeitpunkt liegt zwischen

15. August und 10. September.

Anbau und Pflege: Früherer Anbau

bringt bessere Erträge. (ab Ende

Februar) Der späteste Anbauzeitpunkt

ist der 20. April. Die BIORO ist ab 500

mm Jahresniederschlag anbaufähig.

Saattiefe: mind. 8 cm auf leichten

Böden, 6 cm auf schweren, wasserführenden

Böden. Aussaatmenge: 40-50

Körner/ m2, Normalsaat: 160-220

kg/ha (auf sandigen, trockenen Böden).

Reihenabstand: 24 oder 35 cm bei

Einzelkornsaat. Striegeln im Vor- und

Nachauflaufstadium bis zu einer Höhe

von 5cm Höhe. Hacken in der Reihe

bis zu 15 cm Höhe möglich. Bei einer

Temperatur über 14 Grad, am besten

nachmittags, da der osmotische Druck

geringer ist. Die Pflanze ist dann

unempfindlicher gegen das Überfahren.

Fachberatung Biokreis

Bildet Stickstoff: die Ackerbohne, hier in der Blütezeit. Die trockenen Bohnen sind als Eiweißfuttermittel

geeignet.

BIORO, eine besondere Bohne

Bid: Saatzucht Ebnerhof

Fruchtfolge: Ohne Leguminosen in

der Fruchtfolge ist ein dreijähriger Abstand

möglich. Zu anderen Leguminosen

muss unbedingt ein zwei- bis

dreijähriger Abstand eingehalten werden

(z.B. zu Klee). Günstige Vorfrüchte:

Mais, Weizen, Dinkel, Hafer-

Inhaltsanalyse: Prüfbericht lt. LVA,

Wien, November 2011 und Prüfbericht

Saatbau Linz beträgt der Rohproteingehalt

der BIORO zwischen 28 und

35 %.

Nähere Informationen unter:

saatzucht-ebnerhof@gmx.at

(www.amEbnerhof.at)

Saatgut zu beziehen u.a. bei: Öko-Korn

Nord, +49(0)4138.5106-14, hoefer@oekokorn-nord.de

Bionachrichten 1 | Februar/März 2012 19


n_1_12.qxp 01.02.2012 13:29 Seite 20

Biokreis Fachberatung

Wenn auf´s Wetter kein Verlass ist…

Mit Leguminosen-Getreidegemenge auf Nummer Sicher gehen

Von Andrea Helmer

Das Frühjahr 2011 hat den Landwirten

wieder einmal gezeigt, dass es keine

verlässlichen Regeln für die Witterung

gibt. Nach einem sehr trockenen

Frühjahr hatten deutschlandweit die

Landwirte starke Ertragseinbußen beim

ersten Grünlandschnitt. Für die Meisten

kam der Regen zum 2. und 3. Schnitt

und brachte den erhofften Segen. Aber

wer wusste das vorher? Die Hoffnung

stirbt zuletzt, doch von Hoffnung können

Landwirte ihre Tiere nicht ernähren

– es muss gehandelt werden! Während

in reinen Grünlandregionen die Alternativen

zur eigenen Silage- oder

Heubergung nur der Zukauf oder die

Lagerhaltung ist, können Landwirte mit

eigenem Ackerbau versuchen, sich alle

Optionen offen zu halten. Eine

Möglichkeit ist hier der Anbau eines

Gemenges aus Leguminosen und

Getreide, das gedroschen oder als

Ganzpflanzensilage (GPS) genutzt werden

kann.

Eine perfekte Symbiose

Leguminosen und Getreide ergänzen

sich in verschiedenen Punkten ausgezeichnet.

Das Getreide nutzt den von

den Leguminosen produzierten Stickstoff

und entzieht dem Unkraut damit

die Wachstumsgrundlage. Durch die

gute Beschattung zum Zeitpunkt der

steigenden Sonneneinstrahlung werden

die Wasserverluste reduziert. Gleichzeitig

bleiben die Bodentemperaturen

für die Bodenbakterien im „Wohl-

fühlbereich“. Zusätzlich unterstützt das

Getreide die Körnerleguminose in ihrer

Standfestigkeit. Gemenge bieten außerdem

höhere Ertragssicherheit. Ein

Nachteil der Gemenge ist die geringe

Marktfähigkeit der gedroschenen

Frucht. Eine Trennung der Mischungspartner

ist technisch zwar möglich, aber

zu teuer. Nutzt man die Ernte nicht auf

dem eigenen Betrieb, so sollte vorher

ein Handelspartner wie z.B. ein nahe

gelegener Biobetrieb gesucht werden.

Oft entwickeln sich solche Partner zu

langjährigen, sicheren Abnehmern.

Fruchtfolge und Aussaat

Für Fruchtfolge und Aussaat sind einige

Besonderheiten zu beachten. Das Institut

für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung

an der Georg-August-Universität

Göttingen empfiehlt, dass das

Gemenge in der Fruchtfolge an Stelle

eines Sommergetreides steht. Eine

Zwischenfrucht im Vorjahr verbessert

die Stickstoffverfügbarkeit nach Getreidevorfrucht

und ist erstrebenswert. Die

Aussaat sollte in ein abgetrocknetes,

ausreichend tief bearbeitetes Saatbeet

ab Mitte März erfolgen. Bei Erbsen ist

auf die Frostempfindlichkeit zu achten.

Standorte mit häufiger Vorsommertrockenheit

können zu Ertragseinbußen

führen. Frühjahrnasse Standorte sind

nicht so gut geeignet. Die Ablagetiefe

sollte im Mittel der Mischungspartner

gewählt werden (ca. 5 cm). Anwalzen

verbessert den Feldaufgang.

Ein gutes Team:Triticale und Wintererbsen in einem gemeinsamen Bestand.

20 Bionachrichten 1 | Februar/März 2012

Bid: oekolandbau.de

Mögliche Mischungen

Bewährt haben sich laut Angaben der

Universität Göttingen vor allem

Gemische aus Sommergerste und

Erbsen; Hafer-Gerste-Erbsen; Sommerweizen

-Sommertriticale-Erbsen;

Hafer-Ackerbohnen-Erbsen/Sommerwicken.

Die Mischungsverhältnisse

sind sehr variabel und je nach Eiweiß-

Energie-Verhältnis gestaltbar. Der Getreideanteil

sollte zwischen 80 und

120 kg/ha liegen, die Gesamtaussaatmenge

zwischen 180 und 200

kg. Beim Drusch ist der Anteil der

Leguminosen wertbestimmend, so

dass hier der Leguminosenanteil etwas

höher gewählt wird. Für die verschiedenen

Nutzungsarten sind unterschiedliche

Mischverhältnisse geeignet:

- zur Körnernutzung: 80 kg Erbsen

und 100kg Sommergerste

- Drusch -und GPS geeignet: 80 kg

Erbsen, 40 kg Hafer und 40 kg

Sommergerste

- Energiereiche GPS: 30-40 kg

Erbsen, 80 kg Sommerweizen,

60 kg Sommertriticale

- Eiweißreiche GPS: 120-140 kg

Ackerbohnen, 70-90 kg Hafer.

Bereits vor der Aussaat sollte abgeschätzt

werden, welche Nutzung

wahrscheinlicher ist- daran sollte sich

das Mischungsverhältnis orientieren.

Die Körnerleguminosen sind beim

Drusch wertbestimmend, können aber

durch die höheren Eiweißgehalte den

Silierprozess erschweren. Insgesamt

kommt es darauf an, ob die GPS

gehäckselt und im Fahrsilo (evtl. mit

Grassilage gemeinsam) siliert wird

oder ob Rundballen-GPS gemacht

werden soll. Ist Letzteres der Fall,

muss darauf geachtet werden, dass der

Anteil an Grannengetreidearten im

Gemisch nicht zu hoch ist um die

Akzeptanz an der Futterkrippe zu halten.

Fazit: Wenn auf’s Wetter kein

Verlass ist, sind Getreide/ Leguminosengemenge

eine gute Möglichkeit,

sich in einem unsicheren Jahr alle

Optionen offen zu halten.


n_1_12.qxp 01.02.2012 13:30 Seite 21

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n_1_12.qxp 01.02.2012 13:31 Seite 22

Biokreis

Aktuelles

Tell trifft ins Schwarze

Fleischrinderauktion auf Haus Düsse erfüllt die Erwartungen

Text und Bilder: Jörn Bender

Biokreis-Landwirt und Limousinzüchter Clemens Middel sicherte sich diesen Vererber mit der Bemuskelungsnote „9“.

Es war die 13. Bullenauktion

für stationsgeprüfte Fleischrinder

am Standort Haus

Düsse. Wenngleich dies für den Fortbestand

der Veranstaltung ein ungünstiges

Vorzeichen sein könnte, so

gingen die beteiligten Biokreis-Betriebe

aus der Veranstaltung am 7.

Januar größtenteils zufrieden hervor.

Einen sprichwörtlichen Treffer ins

Schwarze landete Biokreis-Landwirt

Hartmut Scholl mit seinem dreimal 8

gekörten (RZF 112) Fleckviehbullen

„Tell“. Mit einem Zuschlagspreis von

3.300 € war das Tier neben dem teuersten

Biokreis-Bullen auch das beste der

Rasse Fleckvieh und wohl überhaupt

einer der teuersten Fleckviehbullen

einer FHB Auktion der letzten Jahre.

Ebenfalls erfolgreich waren die

Mitgliedsbetriebe Ochs und Winter, die

jeweils einen Limousinbullen für 3.000

€ platzieren konnten. Dabei wies der

hornlose Bulle „Silvio“ von Franz-

Josef Ochs mit 115 den zweihöchsten

RZF und mit 120 den höchsten

Zuchtwert für tägliche Zunahmen aller

34 Limousinbullen auf. Dietmar Winter,

der zwei Bullen im Angebot hatte,

erzielte mit „Star“ (8/8/8 g) den zweithöchsten

Zuschlagspreis bei den klassisch

behornten Limousin und fand für

den mit hohen Zuchtwerten in täglicher

Zunahme und Bemuskelung eingestuften

Vererber – Sohn einer Renoir-

Tochter – einen Abnehmer in Österreich.

Weitere erfolgreiche Verkäufe

gelangen den Biokreis-Betrieben

Meier, Hoffmann-Schäfer und Hengst

(2). Während Routinier Hengst zum

wiederholten Male Topgenetik anbot,

22 Bionachrichten 1 | Februar/März 2012

war es für Hubert Meier die erste

erfolgreiche Teilnahme als Herdbuchzüchter.

Der Betrieb Hoffmann-Schäfer

bot einen hornlosen Pinzgauer-Vererber

(Körindex 131) an.

Klare Signale ließen sich abermals für

die Hornlos-Zucht ableiten: mit 46 von

69 aufgetriebenen Bullen waren exakt

2/3 genetisch hornlos. Dieser Wert hatte

nur zwei Jahre zurück erst bei 45 %

gelegen. In allen Rassen waren die

Hornlos-Vererber einige hundert Euro

teurer als die klassische Genetik. Etwas

enttäuschend fiel die Bilanz der Rasse

Blonde d´Aquitaine aus. Die in den

Vorjahren oft teuerste Rasse fiel auf

einen der hinteren Plätze der großen

Rasseblöcke zurück und präsentierte

entgegen dem Trend nur einen genetisch

hornlosen Bullen. Die beiden tatsächlich

horntragend aufgetriebenen

BA-Bullen konnten sich nicht durchsetzen

und wurden nicht bzw. in einem

Falle für eher unterdurchschnittliche

2.200 € verkauft. Die beiden Spitzenpreise

der Auktion erzielten mit 5.100

€ bzw. 5.000 € hornlose Limousin-

Bullen der Betriebe Niemeier und

Buchmüller. Teuerste Rasse waren in

diesem Jahr die Limousin mit 2.910 €

(34 Bullen). Daneben erbrachten

Charolais erfreuliche 2.690 € (10),

Blonde d´Aquitaine 2.430 € (7),

Fleckvieh 2.440 € (7), Angus 2.500 €

(5), Aberdeen Angus 2.000 € (1),

Gelbvieh 1.800 € (2), Pinzgauer 1.800

€ (1) und Salers (hornlos!) 1.700 € (1).

Düster stehen dagegen die Wolken am

Zukunftshimmel der etablierten Auktion

und der Eigenleistungsprüfung für

Fleischrinder. Da die Landwirtschaftskammer

NRW entsprechende Aktivitäten

nach Änderungen im Tierzuchtgesetz

einstellen wird obliegt dem FHB

die schwierige Aufgabe, eine kostendeckende

Lösung für die Frage einer wie

auch immer gearteten Weiterführung

der Arbeit am Standort Eickelborn/Düsse

zu finden. Hierbei sind alle

Züchter und Fleischrinderhalter zur

konstruktiven Mitarbeit aufgerufen!

Herausragend unter den Fleckviehbullen: „Tell“ aus dem Biokreisbetrieb Hartmut Scholl.


n_1_12.qxp 01.02.2012 13:31 Seite 23

Biokreis-Bauern besuchten Landtag NRW

Diskussion mit Norwich Rüße – Wenig Geld für regionale Strukuren

Von Eva Lisges

Zu einem Landtagsbesuch und einer

Diskussion mit dem Grünen-

Abgeordneten Norwich Rüße sind am

25. Januar rund 20 Biobauern aus den

Verbänden Biokreis und Bioland nach

Düsseldorf gefahren. Eine Einführung

in die Arbeit des Landtags und die

Verfolgung eines Teils einer

Plenarsitzung von der Zuschauertribüne

aus bildeten den ersten Teil des

Besuchs. Im Anschluss nahm sich

Norwich Rüße, selbst Bioland-

Landwirt aus dem Kreis Steinfurt, eineinhalb

Stunden Zeit, Fragen zu beantworten

und über von den Teilnehmern

angeregte Themen zu diskutieren.

Breiten Raum nahmen Fragen rund um

den Erhalt kleiner und mittlerer

Betriebe und die regionale Vermarktung

ein. Aufgrund der vergleichsweise

höheren (Neben-)Kosten und Gebühren

für kleine Betriebe sah ein Teilnehmer

die Gefahr des weiteren Rückgangs dieser

Betriebe, wohingegen gerade die

kleineren Strukturen vom Verbraucher

geschätzt werden. Rüße unterstützt das

Anliegen, kleine Betriebe zu erhalten,

verwies hier aber auf die EU-Agrar-

Politik, die hier mehr Einfluss hat als

die Landespolitik. Er kritisierte gleichzeitig

die niedrigen Löhne in deutschen

Der Trend zu mehr „Bio“ ist bei Verbrauchern

ungebrochen, gleichzeitig

wächst der Wunsch nach regionalen

Produkten. Doch diese Wünsche lassen

sich nicht immer gleichzeitig erfüllen:

bis zu 50 Prozent der Bioware stammt

aus anderen Bundesländern oder dem

Ausland. Um den heimischen Bedarf zu

decken, müssten zahlreiche Landwirte

auf „Bio“ umstellen sowie Verarbeitungs-

und Handelsstränge geschaffen

werden.

Die Landesregierung NRW hat deshalb

in der Region Ostwestfalen-Lippe ein

Pilotprojekt gestartet mit dem Ziel, herauszufinden,

wie die Situation auf dem

regionalen Biomarkt zwischen Erzeu-

Großschlachtbetrieben, die die billigen

Schlachtungen großer Tierzahlen erst

möglich machten.

Das Fehlen kleiner, regionaler Strukturen

wie kleine Schlachtbetriebe und

Metzgereien wird auch von Rüße als

Problem gesehen. Diese wieder zu

installieren ist in seinem Sinne, jedoch

stehe für die Realisierung wenig Geld

zur Verfügung.

Gefragt nach den Verbündeten der

(kleineren) Biobetriebe nannte Rüße

die Naturschutzverbände, unter den

landwirtschaftlichen Verbänden den

BDM (Bund deutscher Milchviehhalter)

und natürlich die Ökoverbände,

Pilotprojekt für Regionalvermarktung

gern, Verarbeitungsunternehmen, Handel

und allen anderen an der Biowertschöpfungskette

beteiligten Unternehmen

im Sinne regionaler Wirtschaftskreisläufe

verbessert werden

kann.

Ziel ist es weiterhin, die interessierten

Marktpartner und Initiativen stärker zu

vernetzen, Kooperationsmodelle zu

entwickeln, Synergiepotenziale zu realisieren,

Betriebe zu beraten, gemeinsame

Vermarktungskonzepte zu entwikkeln

und durch intelligente Logistikkonzepte

auch umzusetzen. Mit der

Durchführung des auf zwei Jahre ausgelegten

Projekts wurde eine Arbeitsgemeinschaft

unter der Federführung

und, zumindest in manchen Regionen,

z. B. dem Münsterland, auch die Jäger.

Jörn Bender, Geschäftsführer des

Biokreis NRW, brachte Norwich Rüße

gegenüber seine Verwunderung darüber

zum Ausdruck, dass nach einer

Verminderung der Förderung der Ökoverbände

unter Agrarminister Uhlenberg

(CDU) diese unter dem grünen

Minister Remmel nicht zumindest ein

Stück weit wieder angehoben wurde.

Der Wunsch, die Zusammenarbeit der

Ökoverbände zu intensivieren, bestand

sowohl vonseiten der Teilnehmer als

auch von Norwich Rüße und Minister

Remmel.

Bild: Biokreis NRW

Gemeinsam in der Sache aktiv: Biokreis- und Biolandbauern aus Südwestfalen besuchten auf Einladung

von MdL Norwich Rüße den Landtag in NRW

des Bornheimer Forschungsinstituts

AgroMilagro research beauftragt. Die

Ökoanbauverbände und die Landwirtschaftskammer

begleiten das Projekt als

aktive Partner. Biokreis-Erzeugerbetriebe

in Ostwestfalen und angrenzenden

Kommunen, aber auch Verarbeitungs-

und Handelsunternehmen, die

an einer regionalen Vermarktung interessiert

sind, können sich gerne an unsere

Geschäftsstelle oder auch direkt an

die Projektträger wenden. el

Ansprechpartner für Bio-Betriebe ist

Markus Rippin, Geschäftsführer von

Agro Milagro, Tel.: 02222/97 85 24.

Projekt-Arbeitsgemeinschaft

Aktuelles Biokreis

Bionachrichten 1 | Februar/März 2012 23


n_1_12.qxp 01.02.2012 13:32 Seite 24

Biokreis

Aktuelles

Aktuelles aus NRW

Erste regional&fair-Partnerschaft in NRW

Von Peter Schmidt

In aller Ruhe und ohne viel Aufsehen ist Metzgermeister

Gert Rönnecke aus Kreuztal-Littfeld in die Bio-Regionalvermarktung

eingestiegen. Und er ist überzeugt, den

richtigen Entwicklungsschritt getan zu haben: „Solch

herausragendes Fleisch habe ich früher nicht beziehen können“,

freut sich der Metzgermeister. Darum steigt er jetzt

als offizieller Partner in die Bio-Regionalvermarktung

„regional & fair“ des Biokreis ein.

Sein landwirtschaftlicher Partner ist Matthias Beerwerth,

Biokreis-Landwirt im benachbarten Kreuztal-Krombach.

Beerwerth hat 1994 mit der Milchviehhaltung aufgehört

und sich auf Mutterkuhhaltung mit der Rasse Limousin

spezialisiert. Die Tiere leben von Frühjahr bis Herbst auf

den Weiden, im Winter werden sie mit hofeigenem

Grünfutter gefüttert.

Geschlachtet wird im Schlachthof Olpe – gerade mal 15

Minuten vom Hof entfernt. Das erspart den Tieren

Transportstress. „Die Vermarktung direkt in die Nachbarschaft

ist auch für uns wertvoll“, betonen Kristina und

Matthias Beerwerth. Sie haben einfach ein gutes Gefühl,

wenn sie wissen, dass das Fleisch der Tiere, die sie großgezogen

haben, auch geschätzt wird. Außerdem stimmt der

Preis. „Damit trägt Metzgermeister Gert Rönnecke dazu

bei, dass die regionale Landwirtschaft Zukunftsperspektiven

erhält“, erklärt Eva Lisges, stellvertretende

Geschäftsführerin des Biokreis-Erzeugerringes NRW e.V.

„Wir sind froh, diesen Schritt gegangen zu sein“, so

Metzger Rönnecke. Um langfristig zu bestehen, müssten

sich Metzgereien vom Lebensmittel-Einzelhandel deutlich

Enthornungsgebühren stoßen auf Widerstand

Auf Unverständnis bei vielen Ökolandwirten

stoßen die Gebühren bei Stellung

eines Antrages auf Enthornung

von Rindern. Seit Ende 2011 werden

unabhängig vom tatsächlichen Bearbeitungsaufwand

hierfür mindestens

50 € bzw. 10 € je beantragtem Tier in

Rechnung gestellt. Insbesondere die

Festsetzung von 10 € je Einzeltier stößt

auf Unverständnis bei mittleren und

größeren Betrieben. Trotz des vermehrten

Einsatzes von Hornlosgenetik (oft

heterozygot) ist die Enthornung in den

nächsten Jahren vielfach noch unentbehrlich.

Der Versuch, durch Gebührenerhebungen

den Prozess zu beschleunigen,

ignoriert die sehr intensiven

Bemühungen gerade der Fleischrinderhalter

um eine züchterische Eta-

24 Bionachrichten 1 | Februar/März 2012

blierung der genetischen Hornlosigkeit.

Dieser Meinung ist auch die Biokreis-

GeschäftsstelleNRW. jb

Bild: Simone Kuhnt

Trotz großer züchterischer Fortschritte bei der

genetischen Hornlosigkeit wird auf die Enthornung

kurz- und mittelfristig nicht vollständig verzichtet

werden können.

absetzen. „Dies können wir nur durch besondere Produkte

und eine hohe Qualität, die wir auch belegen können. Mit

dem Biokreis-Projekt regional & fair gelingt mir dies.“

Rönneckes Tipp für Genießer: Es muss nicht immer Filet

sein, auch aus Hüfte und anderen Teilstücken lassen sich

hervorragende Bratenstücke zaubern. Ein kurz gebratenes

Rumpsteak, nur mit Salz und Pfeffer, „ist immer ein

Genuss. So schmeckt man die besondere Qualität.“

Bild: Biokreis NRW

Mit der Auszeichnung „regional & fair“ belegt Gert Rönnecke (2. v. l.)

die hohe Qualität und die regionale Herkunft seiner Rindfleischprodukte.

(Rechts im Bild Eva Lisges, links Kristina und Matthias Beerwerth).

Ein Traumochse

Wären sie nur immer so, dann gäbe es

sicher mehr Rindermäster: Mit gut 450

kg Gewicht und einem Bruttoerlös

(Vermarktung an kff) von über 2.000 €

gelang Biokreis-Landwirt Eberhard

Kämpfer die Mast eines wahren

Traumochsens. Der hervorragende Absetzer

aus dem Betrieb von Günter

Böhl entwickelte sich dank guter

Pflege ohne jede Kraftfuttergabe in nur

zwei Jahren zu einem besonderen

Geschenk in der Vorweihnachtszeit.

Für den Biokreis ein Beleg für die

Sinnhaftigkeit einer engen und fairen

Zusammenarbeit zwischen Mutterkuhhalter

und Mäster wie die Betriebe

Kämpfer und Böhl dies seit Jahren mit

Kreuzungsgenetik (D.-Angus x Fleckvieh)

erfolgreich umsetzen. jb


n_1_12.qxp 01.02.2012 13:32 Seite 25

Aktuelles aus der Mitte

Schmallenberg-Virus gefährdet Wiederkäuer von Nord bis Süd

Die Schafhalter in Niedersachsen und

Nordrhein-Westfalen traf es zuerst. Im

Januar mit beginnender Lammzeit kam

es bei den Schafen auf Grund des

Schmallenberg-Virus vermehrt zu

Aborten oder zur Geburt lebensunfähiger

Lämmer. Die Tiere sind missgebildet,

die Knochen versteift. Im schlimmsten

Falle stecken die Tiere fest, mit

Hilfe des Tierarztes muss zumindest

das Muttertier gerettet werden. Bekannt

sind Betriebe, bei denen rund ein

Drittel der Lämmer betroffen sind.

Ende Januar verzeichnete allein NRW

über 200 Verdachtsfälle. Kurz vor

Wieder grünes Licht für die Ökolandbau-Förderung in Thüringen

Die Zeichen für den Ökolandbau stehen

in Thüringen wieder auf grün.

Durch das intensive Engagement des

Thüringer Ökoherz e.V., dem Förderverein

für ökologischen Landbau,

Landschaftspflege, Naturschutz und

naturgemäße Lebensführung in Thüringen

e.V. , wurde eine Wiedereinführung

der Umstellungsprämie ab

2012 erreicht. Nachdem Minister

Reinholz auf der BioFach im Februar

2011 angekündigt hatte, dass die

KULAP-Mittel bis 2013 komplett gebunden

wären und eine Umstellungsförderung

nicht mehr möglich sei, stan-

Aktuelles aus Bayern

Menschen mit Handicap als „Helfer auf dem Bauernhof“

Man hätte sie fallen gehört – die

berühmte Stecknadel. Das Passauer

Amt für Ernährung, Landwirtschaft und

Forsten hatte zu einer außergewöhnlichen

Veranstaltung eingeladen: „Helfer

auf dem Bauernhof – Chance und Gewinn

für die Landwirtschaft und für

Menschen mit Handicap“. Kuno Eichner

stellte sein vor sieben Jahren begonnenes

„Bamberger Modell“ vor. Dort

arbeiten Menschen mit Behinderung in

kleineren und größeren Betrieben. 10

bis15 Tätigkeitsfelder könnte eine herkömmliche

Werkstatt für Behinderte

Monatsende wurde in Rheinland-Pfalz

der erste infizierte Bison gemeldet.

Unklar bleibt, wie weit südlich es weitere

Schmallenberg-Fälle geben wird.

Die Krankheit ist noch nicht meldepflichtig,

es gibt keine Entschädigung

durch die Tierseuchenkasse. Derweil

rufen die Veterinärämter auf, alle Fälle

zu melden und untersuchen zu lassen.

Rinderhalter müssen in den kommenden

Monaten ebenfalls mit Komplikationen

rechnen. Wichtig: Vor dem Geburtstermin

genau hinschauen. Es kann

sein, dass die Geburtsvorgänge nicht so

deutlich ausgeprägt sind. Durch die Fälle von kranken Tieren sind sofort zu melden.

den viele der umstellungswilligen

Landwirte vor der Frage, ob sie weiter

konventionell wirtschaften oder ohne

Förderung auf Ökolandbau umstellen

sollen. Ohne die Umstellungsförderung

trägt allein der Landwirt die Kosten,

die ihm während der dreijährigen

Umstellungszeit durch Ertragseinbußen

und noch konventionelle Verkaufserlöse

entstehen. Das ist jetzt vorbei:

Seit diesem Jahr unterstützt Thüringen

den Ökolandbau wieder. Möglich wurde

dieser Umschwung – wie im vergangenen

Jahr bereits in Hessen gehandhabt

– durch die Einführung einer

bieten, ca. 300 stünden auf dem freien

Arbeitsmarkt zur Wahl, erklärte

Eichner. Auf dem Arbeitsmarkt hätten

Menschen mit Handicap sowohl größere

Auswahlmöglichkeiten als auch eine

erhöhte Motivation. Um Arbeitsstellen

für sie zu schaffen, sei es wichtig, die

einzelnen Menschen mit Behinderung

mit einflussreichen Personen aus der

Region bekannt zu machen, erklärte

Kuno Eichner. „Jeder hat Kontakte und

die muss er nutzen! So schafften wir

alle drei Wochen einen neuen

Außenarbeitsplatz. Mittlerweile bieten

Aktuelles Biokreis

versteiften Gliedmaßen und Schieflagen

können die Kälber festliegen.

Dabei sollten die Bayern ebenso wachsam

sein wie die Rinderhalter im

Norden und Westen. psch

Bild: Peter Schmidt

Revisionsklausel. Diese besagt, dass

die 2012 oder 2013 abgeschlossenen

Verträge in 2014 an die neuen rechtlichen

Rahmenbedingungen angepasst

werden. Begünstigte können dann ohne

Rückzahlungsverpflichtung von ihren

Verträgen zurücktreten. Damit ist klar,

dass neben der Umstellungsförderung

auch die Beibehaltungsförderung lückenlos

bis 2013 weitergezahlt wird.

Die Anträge sind im Mai abzugeben.

Für Fragen steht Ihnen Alexander

Seyboth (Thüringer Ökoherz e.V.) un-

Bild: Simone Kuhnt

ter der Telefonnummer 0170 / 46 18 /

620 gerne zur Verfügung. Ökoherz

mehr Betriebe Stellen an, als wir besetzen

können.“ Die Idee, Menschen mit

Behinderung auch in die Landwirtschaft

einzubinden, stieß in Passau

auf großes Interesse. Erste Schritte versprachen

die beiden Kreisbäuerinnen,

Kommunalpolitikerinnen bzw. VlF-

Vorsitzenden Centa Stadler und Anni

Regner. Sie wollen in ihren Gremien

das Modell „Bamberg bewegt“ vorstellen

und die Idee weiterbringen. Info:

Kerstin Rose, Amt für Ernährung,

Landwirtschaft und Forsten Passau-

Rotthalmünster, Tel: 0851/9593 435. kr

Bionachrichten 1 | Februar/März 2012 25


n_1_12.qxp 01.02.2012 13:32 Seite 26

Biokreis

Aktuelles

Gut Herrmannsdorf mit Förderpreis ausgezeichnet

Freuten sich über den bedeutenden Preis: Karl Schweisfurth und Angelika Gsellmann (Mitte) mit Sepp

Brunnbauer und Bundesministerin Ilse Aigner.

Der Biokreis-Betrieb Gut Herrmannsdorf

KG in Glonn bei München ist von

Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse

Aigner auf der Internationalen Grünen

Woche in mit dem Förderpreis Ökologischer

Landbau ausgezeichnet worden.

Der Preis wird seit zwölf Jahren jährlich

von der Bundesministerin für

Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

an drei herausragende

ökologische Betriebe verliehen und ist

der bedeutendste Preis für den Ökologischen

Landbau in Deutschland.

„Es freut uns sehr, dass mit dem Gut

Herrmannsdorf erstmals ein Biokreis-

Betrieb mit dem Innovationspreis ausgezeichnet

wird“, erklärte Biokreis-

Geschäftsführer Sepp Brunnbauer. Der

Betrieb habe die Auszeichnung aufgrund

seiner Pionierleistungen in der

artgerechten Tierhaltung und in der

Regionalvermarktung schon lange ver-

Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft

(BÖLW) hat die aktuelle

Debatte um die EU-Agrarpolitik nach

2013 zum Anlass genommen, die

Politik der Bundesländer für den Ökologischen

Landbau einer umfassenden

Bewertung zu unterziehen.. Denn es ist

Aufgabe der Bundesländer, die sogenannte

zweite Säule der europäischen

Agrarpolitik umzusetzen, innerhalb

derer die Öko-Förderung verankert ist.

Spitzenreiter des Rankings ist Bayern,

gefolgt von Baden-Württemberg und

Sachsen. Ihre hohe Punktzahl ergab

sich aus guten Werten bei der Bereitstellung

ausreichender Flächenprämien

für die Umstellung und

Beibehaltung von Öko-Landbau, beim

Stellenwert des Öko-Landbaus im

26 Bionachrichten 1 | Februar/März 2012

Bild: Gut Herrmannsdorf

dient. Ausgezeichnet wurden nun das

„Herrmannsdorfer Landhuhn“ und das

„Landhuhndarlehen“.

Die Gut Herrmannsdorf KG setzt bewusst

auf eine Kreuzung der Rassen

Les Bleues und der Sulmtaler, die als

Zwei-Nutzungshühner weniger Eier

produzieren. Dafür verzichtet der Betrieb

auf wirtschaftlichere, hochspezialisierte

Hybridrassen mit hohen Legeoder

Mastleistungen. Um dieses Projekt

finanzieren zu können, entwickelten die

Betriebsleiter die Idee eines Landhuhn-

Darlehens: Verbraucher gewähren dem

Betrieb ein Darlehen und erhalten dafür

Warengutscheine, die sie im Hofladen

des Guts oder in Geschäften in

der Umgebung einlösen. Der Betrieb

finanzierte so in kürzester Zeit ein

tierfreundliches Haltungssystem. Auf

der Internetseite des Betriebs können

Bayern in Öko-Ranking Spitze

Fördergefüge sowie bei den Angeboten

zu Ausbildung, Beratung, Information

und Vermarktung. Die Schlusslichter

Brandenburg und Schleswig-Holstein

fallen mit dem Aussetzen der Umstellungs-

(Brandenburg) bzw. Umstellungs-

und Beibehaltungsförderung

(Schleswig-Holstein) zurück.

„Das Öko-Ranking zeigt deutlich, dass

nicht nur beim Bund sondern auch bei

etlichen Bundesländern der politische

Wille fehlt, die Chancen, die der wachsende

Biomarkt bietet, für die deutschen

Landwirte nutzbar zu machen,“

so BÖLW-Vorstandsvorsitzender Felix

Prinz zu Löwenstein. „Zwar formulieren

Bundesministerin Aigner und ihre

Kollegen in den Ländern hochgesteckte

sich die Darlehensgeber über Entwicklungen

rund um die neue Hühnerhaltung

informieren und sich in einem

Blog einbringen. Ausgangspunkt der

Überlegungen für dieses Projekt war

die derzeit auch in der biologischen

Landwirtschaft unbefriedigende Situation

in der Geflügelzucht: Bei Legehennen

und Mastgeflügel kommen

nahezu ausschließlich hochspezialisierte

Hybridrassen zum Einsatz, deren

Zuchtlinien von weltweit nur noch vier

Zuchtkonzernen kontrolliert werden.

Die hohen Lege- und Mastleistungen

der Tiere werden mit der Tötung „unnützer“

männlicher Küken und körperlichen

Beschwerden beim Mastgeflügel

„erkauft“.

Als Alternative entschloss sich das Gut

Herrmannsdorf zum Aufbau einer

Haltung von Zwei-Nutzungshühnern.

„Damit ist es gelungen, Kunden und

Darlehensgebe intensiv mit der Geflügelproblematik

vertraut zu machen

und an der Entwicklung des Landhuhn

– Projektes teilhaben zu lassen“, urteilte

die Jury. Den Preis nahmen Projektleiterin

Angelika Gsellmann und Karl

Schweisfurth, Leiter des Gutes Herrmannsdorf,

entgegen. Die zwei weiteren

Preisträger sind die Gärtnerei

Obergrashof in Dachau bei München

(Demeter) und die Bio-Karpfenzucht

„De Fischer ut Grambek“ (Bioland). sk

Ziele. Wenn es um Boden-, Gewässer,

Klima-, Tierschutz oder die Ausweitung

des Öko-Landbaus gehe, lassen sie diesen

Worten aber keine zielgerichtete

Politik folgen“, sagt er.

Eine unspezifische und wenig effiziente

Förderpolitik sei die Folge. „Wir kritisieren

deshalb, dass sich die Bundesregierung

in den laufenden Verhandlungen

zur Reform der europäischen

Agrarpolitik nicht dafür einsetzt, die

Agrarzahlungen konsequent an die

gewünschten Umweltleistungen der

Landwirtschaft zu binden“, so Alexander

Gerber, Geschäftsführer des

BÖLW. „Die Umwelt braucht Öko-

Landbau, die Verarbeiter suchen händeringend

heimische Ware und der Bio-

Markt wächst“, sagt Gerber. BÖLW


n_1_12.qxp 01.02.2012 13:33 Seite 27

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Bionachrichten 1 | Februar/März 2012 27


n_1_12.qxp 01.02.2012 13:34 Seite 28

Biokreis Ährlich bio!

Auf was es bei den Heers

ankommt – Mutterkuhhaltung

Um Punkt 17 Uhr ist Kaffeezeit bei

Marlies und Josef Heer in Lennestadt-Kirchveischede

(Sauerland,

NRW). Da wird im Sommer auf der

Terrasse des Fachwerkhauses selbstgebackener

Kuchen serviert, und es

kommen ein paar Nachbarn und

Sohn Andreas mit Familie. Fast

jeden Tag, dafür sorgt Marlies Heer.

42 Jahre arbeitete sie als Hauptschullehrerin,

heute kümmert sie

sich um den Haushalt, den großen

Garten und ihre Ehrenämter. Ihr

Mann Josef Heer (61), genannt

Jüppe, ist derweil auf dem Betrieb

unterwegs. Neben zehn eigenen und

acht Pensionspferden hält der

gelernte Landwirt auf seinen bergigen

Weiden Mutterkühe der Rasse

Limousin. Für deren Fleisch hat er

vor Jahrzehnten extra eine neue

Selbst-Vermarktungsschiene aufgebaut.

Engagiert zu sein, Verantwortung

zu übernehmen, musste

Jüppe schon früh lernen: Als sein Vater

1968 starb, war er als ältester von drei

Söhnen gerade mal 18 Jahre alt.

Wie der Ökolandbau gestaltet ist –

Limousin und Pferde

Gehörten damals 25 Hektar landwirtschaftliche

Nutzfläche zum Betrieb,

sind bis heute viele weitere gepachtete

Flächen hinzugekommen. Insgesamt

umfasst der Hof 165 Hektar, davon 70

Hektar Forst und 95 Hektar Gründland,

verteilt auf viele Flächen. Mittlerweile

lasse er viele von Lohnunternehmern

mähen, erzählt Jüppe, „wir brauchen

dann nur noch wenden, schwaden,

pressen und wickeln. Eine Wickelmaschine

haben wir stationär am Hof.“

Jüppe hält 45 bis 50 Limousinkühe und

Kälber, dazu kommt die weibliche

28 Bionachrichten 1 | Februar/März 2012

Nachzucht bzw. Färsenmast. 10 bis 12

dieser Färsen verkauft Heer pro Jahr an

Privatleute. Die übrigen weiblichen

Tiere werden über eine Biofleischschiene

abgesetzt. Männliche werden

in der Regel über die Auktionen des

Fleischrinderherdbuchs Bonn vermarktet.

1983 baute Josef Heer einen Stall

aus eigenem Rundholz. Die Landwirtschaftskammer

nutzte das Vorhaben

zu Baulehrgängen, so dass die

Baustelle immer gut mit Arbeitswilligen

besetzt war.

Die Tiere, mit denen Josef Heer schon

seit seiner Kindheit und Jugend vertraut

ist, sind aber nicht die Fleischrinder,

sondern seine rheinisch-deutschen

Kaltblutpferde: „Mein Vater hatte

keinen Führerschein, deshalb muss-

Ährlich bio!

Um Verbrauchern einen Einblick zu geben und besonders engagierte Landwirte zu belohnen, hat der Biokreis den Wettbewerb Ährlich bio!

gestartet, bei dem ausgewählte Höfe bewertet und hier vorgestellt werden. Die drei Erstplatzierten erhalten Geldpreise, gestiftet von

Greenpeace Energy. Die Energie-Genossenschaft bietet Biokreis-Mitgliedern 30 Euro Startguthaben an, wenn sie im Internet unter

www.greenpeace-energy.de auf Ökostrom umsteigen (Aktionskennwort: „AKBNBK11“).

Der Pionier aus dem Sauerland

Josef Heer baute Ende der 70er Jahre die Vermarktung für

Fleischrinder auf und profitiert noch heute davon.

Text und Bilder: Simone Kuhnt

Halten sich gerne im Garten auf: Marlies und Josef Heer.

ten meine zwei Brüder und ich bis

1966 mit den Pferden arbeiten“,

erklärt er. Zwar hielt dann der

Trecker Einzug, doch noch heute

setzt Jüppe seine Kaltblüter zum

Holzrücken ein, und bestellt mit

ihnen eine 1 ha große Ackerfläche

mit Kartoffeln und Getreide als

Projekt „Historische Landwirtschaft“.

Außerdem werden die

„Dicken“ als Planwagen und

Kutschpferde eingesetzt. Seit nunmehr

18 Jahren veranstalten die

Heers zu Pfingsten ein „Kutschertreffen“,

und in jedem zweiten Jahr

findet ein „Schlütertreffen“ mit

Brennholztagen statt.

Was den Betrieb besonders macht

– Aufbau der Vermarktung

Für Fleischrinder organisierten die

Heers früher Auktionen: „Weil ich

zu den Pionieren der Mutterkuhhaltung

in der Gegend zählte,

hat es zunächst noch keine Vermarktungsmöglichkeit

für die Fleischrinder

gegeben“, erklärt Jüppe. Zusammen

mit dem bei der Landwirtschaftskammer

NRW beschäftigten Dr.

Jürgen Schulte aus Finnentrop machte

er sich Ende der 70er Jahre daran, eine

Vermarktung für Absetzer aufzubauen.

„Wir putzten Klinken auf den Höfen,

suchten Herden“, berichtet Josef Heer,

„im ersten Jahr konnten wir 100 Tiere

vermarkten, im dritten Jahr veranstalteten

wir mit 120 Kälbern eine Auktion

bei uns auf dem Hof. Im folgenden Jahr

zogen wir aus Platzgründen in die

Versteigerungshalle in Meschede.“ Der

Hauptteil der Absetzer wird heute vom

FHB (Bonn) in Krefeld und Meschede

vermarktet: jährlich etwa 6000 Stück.

Die Schiene sei preisbildend für den

Absetzermarkt in NRW und qualitativ

führend, erklärt Heer.


n_1_12.qxp 01.02.2012 13:35 Seite 29

Was die Heers sonst noch so treiben:

Soziales Engagement und Reisen

Die eigene Landwirtschaft ist zwar aufwändig,

doch nicht das einzige, was

Marlies und Josef Heer beschäftigt.

Marlies Heer ist Vorsitzende des

Heimat- und Verkehrsvereins, arbeitet

an der Dorfzeitung mit, ihren prächtigen

Garten öffnet sie am „Tag des offenen

Gartens“ und zusätzlich noch an

drei Sonntags im Juli zum „Kaffeeklatsch

im Bauerngarten“. Die Erlöse

der gesamten Hofveranstaltungen kommen

verschiedenen Hilfsorganisationen

zugute. „Wir leben ja hier auf einer

Insel der Glückseeligkeit“, sagt Marlies

Heer. Vor 34 Jahren lebte sie drei Jahre

in Chile, und sie reist noch heute für ihr

Leben gern, mit einer Freundin oder in

der Gruppe. Josef hält es derweil auf

dem Betrieb. Er war eine Zeit lang

Vorstand im Fleischrinderherdbuch

Bonn. Von 2001 bis 2004 war er erster

Vorsitzender im Biokreis NRW, seit

2009 ist er erneut im Vorstand aktiv.

Zudem ist er Vorstandsmitglied z.B. in

Schützenverein, Forstbetriebsvereinigung

und Pferdeversicherung.

Wie alles anfing: Vom Ackerbau zur

Bio-Mutterkuhhaltung

„Früher war das Sauerland kleinbäuerlich

geprägt, angebaut wurden Getreide,

Hackfrüchte, Grünland“, berichtet

Jüppe Heer, „doch die Böden hier

sind nicht gut für den Ackerbau geeig-

Impressionen

net. Ab Anfang der 80er Jahre gaben

die meisten hier auf.“ Seitdem werden

die Flächen für Fleischrinder genutzt.

Heer hatte schon Anfang der 70er Jahre

auf Mutterkuhhaltung umgestellt.

Später lief in NRW ein Extensivierungsprogramm.

Um die Förderprämien

zu bekommen, sollte man aber

einem ökologischen Anbauverband

beitreten. „Bioland hatte gesalzene

Preise und keinen Schwerpunkt in der

Fleischrinderhaltung, deshalb gründeten

wir mit Verbündeten den Verein

für extensive Gründlandwirtschaft. Wir

machten eigentlich das gleiche wie die

Biobauern“, erzählt Jüppe. Aus dem

Verein wurde später „Bergweide Sauerland“.

Unter dieser Marke wollten

Heer und seine Kollegen ihre ökologisch

erzeugten Produkte als Bioprodukte

verkaufen, doch das ließ sich

nicht realisieren. So wechselten vor 12

Jahren fast alle Mitglieder der

Bergweide Sauerland zum Biokreis

NRW.

Wie es mit der Energieversorgung aussieht

– Heizen mit Hackschnitzeln

Beim Thema Energie kommt den

Heers ihr Wald zugute: Seit 25 Jahren

betreiben sie mit dem eigenen Holz

eine Hackschnitzelheizung. Für Solarund

Photovoltaikanlagen sind momentan

noch keine geeigneten Flächen vorhanden,

dazu müsste erste eine Dach-

Ährlich bio! Biokreis

sanierung erfolgen. In einem prämierten

Fachwerkdorf wie Kirchveischede,

ist es zudem schwierig, da große

Anlagen das Ortsbild negativ beeinflussen

können.

Welche Ziele sie noch haben – der

Sohn soll den Betrieb weiterführen

„Den Betrieb in der derzeitigen Form

zu erhalten, wird auf die Dauer schwierig“,

bekennt Josef Heer. Zu gegebener

Zeit werde der Hof von Sohn Andreas

weitergeführt, der momentan auf dem

Hof bereits mit Brennholz und Holzprodukten

handelt. Sein Bruder Peter

ist Tierarzt und sorgt u.a. für das gesundheitliche

Wohlergehen der Tiere.

Welche Werte wichtig sind –

Bodenständigkeit und Bauerngarten

Jüppe ist sich seiner nicht immer familienfreundlichen

Arbeit in der Landwirtschaft

zwar bewusst. Trotzdem

wollte er nie „in einer Firma an der

Stanze arbeiten.“ Die Landwirtschaft

sei vielfältig und habe den Reiz der

freien Entfaltung. Störend sei nur die

viele Dokumentationsarbeit. Er und seine

Frau legen bei allem, was sie

erreicht haben, Wert auf Bodenständigkeit

und Achtung vor der Natur. Das

sieht man auch im Bauerngarten: Dieser

wird biologisch und naturnah

bewirtschaftet, Schiefertafeln regen

mit kurzen Sprüchen zum Nachdenken

an.

Limousin und Kaltblut – damit kennt sich Josef Heer aus. Während seine Frau Marlies in Haus und Garten werkelt, schaut er

nach seinen Tieren auf den Weiden. Saftiges Grün, Blumen in allen Farben, Gemüse und Kräuter prägen im Sommer den Hof

Heer. Regelmäßig finden dort auch Veranstaltungen statt, vom Kaffeeklatsch bis zum Kutschertreffen.

Bionachrichten 1 | Februar/März 2012 29


n_1_12.qxp 01.02.2012 13:35 Seite 30

Biokreis Ährlich bio!

Bitte bedienen Sie sich selbst!

Bei Katja und Reinhold Mang gibt es Milch vom Automaten -

und Eier auf Vertrauensbasis

Text und Bilder: Simone Kuhnt

Zufrieden mit ihrem Milchautomaten: Reinhold und Katja Mang.

Auf was es ankommt bei den Mangs:

Effiziente Arbeitsweise

Anfangs verkauften sie 50 Eier pro

Woche, mittlerweile sind es 1000, und

die Nachfrage ist steigend – Katja (30)

und Reinhold Mang (32) aus Tronetshofen

fahren gut mit ihrer Direktvermarktung.

Zumal diese so zeitsparend

wie möglich läuft: Per Selbstbedienung.

Neben Eiern verkaufen die

Mangs auch Milch – unter anderem am

Automaten. Das junge Ehepaar steht

voll hinter dem Ökolandbau, will aber

auch Zeit für Freizeit haben.

Wie die Landwirtschaft gestaltet ist

– Milchvieh, Ackerbau und Hühner

Vor sechs Jahren ist Biokreis-Landwirt

Reinhold Mang neben seinem Beruf als

Schreiner in den Biomilchviehbetrieb

seiner Eltern eingestiegen und erledigt

seither die meisten Arbeiten selbst.

Seine Frau Katja, die Teilzeit als Krankenschwester

arbeitet, versorgt bei

Arbeitsspitzen zusammen mit ihrer

Schwiegermutter (70) die Kälber, und

auch Mang Senior (71) hilft, wo man

ihn braucht. 45 Milchkühe sind zu versorgen,

70 Tiere insgesamt. Gefüttert

werden Heu und Silage, Kartoffeln und

30 Bionachrichten 1 | Februar/März 2012

Cobs, alles vom eigenen Betrieb. Im

Winter gibt es GPS und Luzerne, im

Sommer wird Kleegras eingegrast. Um

die Milchleistung zu steigern, setzt

Reinhold Mang Kraftfutter ein, und in

der Zucht Samen von amerikanischen

und kanadischen Bullen. Momentan

gibt eine Kuh im Schnitt 6200 Liter im

Jahr. „Zufrieden wäre ich mit 7000 bis

8000 Liter“, sagt der Betriebsleiter, der

die Rassen Schwarzbunt und Fleckvieh

hält. Weitere Zuchtziele: Langlebigkeit

„unsere älteste Kuh ist 16 Jahre alt“ –

und Eignung für die Weidehaltung. 6

Hektar seiner Flächen liegen direkt am

Hof, 52 Hektar sind es insgesamt.

Davon sind 2,5 Hektar Wald, um den

sich Mang senior kümmert.

Der Junior experimentiert derweil im

Ackerbau: Wintergetreide säht er schon

Mitte August, und als Untersaat nimmt

der abfrierende Erbsen: „So entsteht

eine Fläche, die Unkraut unterbindet.

Mit dem Ertrag bin ich zufrieden.“

Zudem baut Mang Ackerbohnen, Triticale

und Hafer an. Die Milch liefert er

zum Großteil an die Andechser Molkerei

Scheitz, männliche Kälber mästet er

für die Fleischrinderproduktion.

Ährlich bio!

Ein weiterer Betriebszweig ist seit

sechs Jahren die Eierproduktion: 12000

Euro haben die Mangs in Hühneraufstallungen

investiert. Momentan

halten sie 240 Hühner, zweimal 200

sind das Ziel. „Nachfrage wäre da für

Eier von 3000 Hühnern.“, ist Reinhold

Mang überzeugt.

Was den Betrieb besonders macht:

Natürliche Werbung auf der Weide

Die Eier werden zu 24 Cent pro Stück

ab Hof verkauft. Die Kunden können

rund um die Uhr den Selbstbedienungsladen

besuchen, das Eiergeld legen sie

in eine Kasse. „Die Bezahlung auf

Vertrauensbasis funktioniert bis jetzt

gut“, erzählt Katja Mang. Wenn die

Legehennen geschlachtet werden, werden

sie als Suppenhühner verkauft.

„Sie werden eher von älteren Menschen

nachgefragt, aber die nehmen

dann teilweise gleich zehn Stück und

frieren sie ein“, berichtet Reinhold

Mang.

Auch mit der Anschaffung eines

Milchautomaten 2009 ist das Paar

zufrieden. Die Idee hatte Mang Senior.

„Es kamen gleich zu Anfang viele

Leute, um sich das Gerät anzuschauen,

und in der Süddeutschen Zeitung

erschien ein kleiner Artikel“, sagt Reinhold

Mang, „mittlerweile boomt´s“,

fügt seine Frau hinzu. 6400 Euro haben

die beiden dafür investiert. Nach drei

Jahren soll sich die Anschaffung amortisiert

haben, bei einem Preis von 70

Cent pro Liter Rohmilch. Wer in das

Schweizer Fabrikat Brunimat eine 1-

Euro-Münze einwirft, bekommt allerdings

kein Wechselgeld heraus, sondern

dementsprechend mehr Milch.

„Das hat anfangs regelmäßig zu

Milchbädern geführt, weil die Leute

nur 1-Liter-Flaschen dabei hatten“,

berichtet Katja. Gerade Berufstätigen

komme der Automat zugute. „Sie fahren

auf dem Weg zur Arbeit nach

Augsburg an unserem Hof vorbei und

können zu jeder Tages- und Nachtzeit

„tanken“.“ Ein guter Tag sei auch der

Sonntag: Im Sommer kommen dann


n_1_12.qxp 01.02.2012 13:36 Seite 31

viele junge Familien mit dem Rad vorbei

und schauen sich den Hof an. „Die

besten Kunden sind die, die ich durch

den Betrieb geführt hab, die sehen,

dass der Stall sauber ist“, so Mang. Die

Lage des Hofes an einer Durchgangsstraße

ist hier von Vorteil. Ein Schild

an der Straße weist auf den Milch- und

Eierverkauf hin. Werbewirksam seien

aber auch seine Kühe auf der Weide,

sagt Reinhold Mang. Auch im Winter

dürfen sie raus „das ist gut für die

Klauengesundheit.“

Was die Mangs sonst noch so

treiben – Ski- und Motorradfahren

Bei aller Liebe zur Landwirtschaft:

Zweimal im Jahr fahren Katja und

Reinhold Mang in den Urlaub, zum

Beispiel mit dem Motorrad oder zum

Skifahren nach Südtirol. „Das muss

drin sein, sonst würden wir was verkehrt

machen“, sagen sie. Reinhold

Mang ist auch ehrenamtlich engagiert –

als Beirat im Vorstand des Biokreis-

Erzeugerrings Bayern. Zudem ist er

stellvertretender Ortsobmann im Bayerischen

Bauernverband, Beisitzer bei

der FFW und stellvertretender Vorstand

der Jagdgenossenschaft.

Wie alles anfing:

Als Kind wegen Bio gehänselt

Mit dem ökologischen Landbau ist der

Impressionen

Betriebsleiter schon seit seiner Kindheit

vertraut: 1989 stellten seine Eltern

den Hof auf Bio um. „Das war damals

sehr exotisch. Ich wurde deswegen oft

ausgelacht, das war schwer für mich“,

erinnert sich Mang. Mittlerweile ist er

längst überzeugter Biobauer. Als sein

Vater den Betrieb vor sechs Jahren aufgeben

wollte, entschloss er sich, ihn

weiterzuführen. Doch nicht alleine:

Katja, die seit 2003 mit ihm zusammen

ist, redete natürlich ein Wörtchen mit.

„Meine Oma hatte einen Hof, deshalb

war mir die Landwirtschaft nicht

fremd. Ich brauchte aber trotzdem Zeit

zum Überlegen“, erklärt die 30-Jährige

Krankenschwester, die heute von

Milchautomat und Eierverkauf genauso

überzeugt ist wie ihr Mann. Dass sie

sich wirklich mit dem Leben auf dem

Hof identifizieren kann, zeigt das neu

errichtete Wohnhaus der beiden am

Betrieb.

Wie es mit der Energieversorgung

aussieht – ökologisches Blockhaus

Alpinfichte aus Österreich – das ist das

Material, aus dem das komplett ökologische

Blockhaus gebaut ist. Auf dem

Dach befindet sich eine Solaranlage,

und am Stall eine Photovoltaik-Anlage.

Langfristig möchte Reinold Reinhold

Mang bei Energie und Wasser komplett

unabhängig sein.

Bild: Mang

Ährlich bio! Biokreis

Welche Ziele die Mangs haben: Alte

Sorten, Heumilch und Kinder

Was ihm und Katja zudem vorschwebt:

Ein Gewächshaus im Garten, eine

Hecke und eine Streuobstwiese als

Naturschutzelement. Reinhold Mang

findet alte Getreidesorten reizvoll,

möchte einmal Emmer anbauen.

„Er will immer alles auf einmal, ich

bremse ihn dann wieder ein“, schmunzelt

Katja. Ein Melkroboter würde

ihren Mann auch interessieren, und das

Thema Heumilch ebenfalls. „Bisher

hab ich dafür zu wenig Flächen, und

auch die Vermarktung wäre schwierig“,

meint er. „aber erst einmal haben wir

jetzt Häusle gebaut.“ Was er und seine

Frau außerdem noch vorhaben: eine

Familie gründen.

Welche Werte wichtig sind – Beziehung

und Freundschaften pflegen

Ihre Beziehung zu pflegen und gemeinsam

die Freizeit zu verbringen, ist dem

jungen Paar sehr wichtig, zudem legen

die beiden viel Wert auf gute

Freundschaften, Traditionen und gutes

Essen: „Wir gehen zwar auch gern mal

normal essen“, sagen die Mangs, aber

ansonsten legen sie Wert auf biologische

Ernährung. Fleisch kommt entweder

aus eigener Schlachtung oder von

Biobetrieben aus der Region.

Bild: Mang Bild: Mang

Die Kühe von Reinhold Mang dürfen Sommer wie Winter auf die Weide. „Das ist eine gute Werbung“, sagt der Biokreis-

Landwirt, der auch Legehennen hält. Die Eier werden genauso wie ein Teil der Milch im Selbstbedienungsraum verkauft.

Ein Schild an der Straße macht Auto- und Radfahrer darauf aufmerksam. Das neue Blockhaus ist voll ökologisch gebaut.

Bionachrichten 1 | Februar/März 2012 31


n_1_12.qxp 01.02.2012 13:36 Seite 32

Titel

Biogas im Ökolandbau

Biogas – Fluch oder Segen?

Vielerorts brodelt’s, und so manchem Biobauern stinkt’s:

Biogasanlage um Biogaslange wird gebaut, doch nicht jede wird so

betrieben, dass es ökologisch Sinn macht. Steigende Pachtpreise heizen

die Diskussionen in den Dörfern an, die Vielfalt der Arten ist in

Gefahr. Doch Biogaserzeugung kann auch nachhaltig sein.

Biogas – Chancen und Risiken

Von Dr. Rüdiger Graß, Universität Kassel-Witzenhausen

Wiesengras, Gülle, Mist und ein kleiner Teil Silomais – damit befüttert Biokreis-Mutterkuhhalter Anton Knaus aus Freyung (Bayerischer Wald) seine

Biogasanlage mit 150 kW. Sie wurde 2009/2010 gebaut. Mit ihrer Abwärme versorgt Anton Knaus sieben umliegende Haushalte. Die Artenvielfalt werde

nicht gestört, sagt Knaus, im Bayerischen Wald werde ohnehin sehr wenig Mais angebaut.

Im Ökologischen Landbau sind

in Deutschland derzeit rund 180

Biogasanlagen mit einer Durchschnittsleistung

von 210 Kilowatt in

Betrieb – mit einer Spannbreite von

20 bis über 500 Kilowatt. Die kleineren

Anlagen werden häufig von

Biogaspionieren betrieben, die maßgeblich

aus dem Ökolandbau stammen.

Deren Motivation war der Anspruch,

dass ein „wahrhaft ökologischer

Landbau auch eine ökologische

Energieversorgung haben sollte“.

Angesichts der zuletzt ausgerufenen

Energiewende war diese Einstellung

sehr vorausschauend. Mittlerweile

wird neben der Energie zur Eigenversorgung

auch zunehmend Energie

zum Verkauf produziert und

somit eine neue Einkommensquelle

erschlossen.

Wo es aus Sicht des Ökolandbaus

gehörig hakt

Während die Anlagen anfangs nur zur

Vergärung von Gülle und Mist dienten,

hat mittlerweile aufgrund der technischen

Weiterentwicklung und der

Vergütung des Erneuerbaren Energiegesetzes

(EEG) die Vergärung von

Energiepflanzen zugenommen. Folge

davon ist im konventionellen Landbau

32 Bionachrichten 1 | Februar/März 2012

eine massive Ausweitung des Maisanbaus

mit einem Flächenanteil am

Energiepflanzenanbau für Biogasanlagen

von ca. 80 Prozent. Auch viele

Biobetriebe kaufen zur Vergärung konventionellen

Mais zu, was vielfach sehr

kritisch gesehen wird und daher in einigen

Verbänden ab 2020 verboten sein

wird. Ein weiterer Kritikpunkt ist die

entstehende Konkurrenz zwischen

Flächen für Futtermittel-/Lebensmittelanbau

und Flächen für Energiepflanzen.

Diese Konkurrenz hat die

Pachtpreise in die Höhe schnellen lassen

und eine Tank-Teller-Diskussion

entfacht, in der die Maisbauern mit

ihren Lieferungen für die Biogasanlagen

wirtschaftlich oft besser fahren.

Ein weiteres Problem ist die

Etablierung von Großanlagen, die oft

von Investoren außerhalb der Landwirtschaft

betrieben werden und selten

zur regionalen Wertschöpfung beitragen.

Werden konventionelle Substrate

zugekauft, könnte die Gefahr der

Verunreinigung mit gentechnisch veränderten

Organismen bestehen, falls

das derzeitige Verbot einmal fällt. Viele

Landwirte befürchten auch, dass durch

die Biogas-Gülle der Humushaushalt

gefährdet wird und die erhöhte Stickstoffzufuhr

die Pflanzengesundheit be-

einträchtigt. Außerdem gibt es keine

Öko-Sondervergütung. Über diese und

weitere Kritikpunkte werden im Ökolandbau

intensive Diskussionen hinsichtlich

der Chancen und Risiken bei

der Nutzung von Biogas geführt.

Biogas als Baustein der

Energiewende

Dabei bildet die Energieerzeugung

durch Biogas einen wichtigen Baustein

in der 2011 in Deutschland beschlossenen

Energiewende. Biogasenergie ist

im Gegensatz zu anderen erneuerbaren

Energieträgern, etwa Windkraft, sehr

gut speicherbar und kann damit immer

dann ins Energienetz eingespeist werden,

wenn sie nachgefragt wird.

Grundlegend ist, dass die Energieerzeugung

und die Verwertung effizient

gestaltet werden müssen. Daher sollte

Biomasse primär nicht zur Treibstoffsondern

zur Wärme- und Stromproduktion

genutzt werden. Dort werden

die höchsten Substitutionseffekte

erzielt.

Ertragssteigerungen durch Gärreste

Mittlerweile ist auch im Ökologischen

Landbau die Vergärung von Energiepflanzen

interessant. So können Kleegras

oder andere Futterleguminosen

Bild: Simone Kuhnt


Bild: Simone Kuhnt

bn_1_12.qxp 01.02.2012 13:37 Seite 33

besonders in viehlosen oder in Schweine

bzw. Geflügel haltenden Betrieben

sinnvoll genutzt werden. Bisher werden

diese häufig gemulcht, wodurch zusätzliche

Kosten ohne Ertrag, geringere

Stickstoff-Fixierungsleistungen sowie

Stickstoffverluste durch Auswaschung

und gasförmige Entweichungen (klimaschädliches

Lachgas) entstehen. Bei

der Ernte der Aufwüchse werden diese

Probleme reduziert. Zugleich können

die Gärreste samt Nährstoffen als

Dünger auf die Felder zurückfließen.

Gärreste mit erhöhtem Stickstoffanteil

nach der Leguminosenvergärung können

gezielt zu anderen Kulturen ausgebracht

werden und dort zur Ertragsbzw.

Qualitätsverbesserung führen.

Aus der Praxis des Ökolandbaus wird

berichtet, dass so Ertragssteigerungen

von bis zu 30 Prozent zu verzeichnen

sind. Dies hängt auch mit der schnelleren

Verfügbarkeit des Stickstoffs zusammen.

Dieser liegt in der Biogasgülle

in größeren Anteilen in mineralischer

Form vor, was zur Folge hat, dass

er bedarfsgerechter ausgebracht werden

kann. Gleichzeitig müssen aber

durch eine emissionsreduzierende

Ausbringtechnik gasförmige Verluste

vermindert werden.

Humusgehalt nicht gefährdet

Es wird befürchtet, dass durch

die verstärkte Abfuhr von Pflanzenmaterial

und die Verwertung

in einer Biogasanlage dem

Kreislauf viel Kohlenstoff entzogen

wird, der dann nicht mehr für

die Humusreproduktion zur Verfügung

steht. Allerdings sind in

den Gärresten die für die Humusbildung

verantwortlichen schwer

abbaubaren Kohlenstofffraktionen

nahezu komplett erhalten.

Bisherigen Untersuchungen und

Praxisberichten zufolge ist deshalb

nicht mit einem Absinken des Humusgehaltes

zu rechnen, wobei hier noch

wenige Langzeituntersuchungen vorliegen.

Dennoch sollten auch weiterhin

regelmäßig Zwischenfrüchte und

Erntereste eingearbeitet werden, um

Bodenstruktur und Bodenleben aktiv

zu fördern.

Mais-Fixierung

wirtschaftlich nicht sinnvoll

Die derzeitige Fixierung auf Mais im

konventionellen Energiepflanzenanbau

widerspricht einer vielfältigen Land-

wirtschaft – mit vielen negativen ökologischen

Folgen: Bodenerosion, Nitratauswaschung,

Krankheiten und

Schädlinge. Aber es gibt auch ökonomische

Aspekte, die gegen diese

Fixierung auf den Mais sprechen. Vor

dem Hintergrund des Klimawandels ist

vermehrt mit sehr unsicheren Witterungsbedingungen

zu rechnen. Das

vergangene Jahr 2011 hat mit

Frühsommertrockenheit sowie Starkregen

dafür zahlreiche Beispiele geliefert.

Es kam regional zu erheblichen

Ertragseinbußen, deren Risiko durch

die Fixierung auf eine Pflanzenart

erheblich gesteigert wurde. Denn während

der Mais unter Trockenstress leidet,

können andere Pflanzen wie Sonnenblumen

oder Hirse mit einem geringeren

Wasserbedarf weiter wachsen.

Hier sind in den nächsten Jahren von

den Züchtern neue, für die hiesigen klimatischen

Bedingungen angepasste

Sorten zu erwarten.

Mischanbau im

Energiepflanzenanbau

Sonnenblumen und Mais bilden ein gutes Energiepflanzengemenge.

Oft ist es auch sinnvoll, verschiedene

Pflanzen mit unterschiedlichen Nutzungszeiträumen

anzubauen, um das

Risiko von Ertragseinbußen durch Trockenheit

zu streuen. Getreide-Ganzpflanzensilagen

können z.B. die Winterfeuchte

sehr gut zur Ertragsbildung

nutzen und werden oft vor der immer

häufiger einsetzenden Frühsommertrockenheit

geerntet. Dies bewirkt auch

eine Erweiterung der Fruchtfolgen, was

in vielen Betrieben positive Auswirkungen

hätte. Besonders interessant ist

der Mischanbau beim Energiepflanzenanbau,

der sich oft durch höhere Erträge,

geringeren Schädlings-, Krank-

Biogas im Ökolandbau Titel

heits- bzw. Unkrautdruck und eine bessere

Bodenbedeckung auszeichnet. Die

geernteten Energiepflanzengemenge

werden gemeinsam siliert (z.B. Roggen

mit Wintererbsen, Mais und

Sonnenblumen, etc.). Förderlich ist

dabei, dass an diese Biomasse keine

besonderen Qualitätsanforderungen

bestehen.

Ferner ist die Nutzung und Entwicklung

innovativer Anbausysteme

interessant, die kostengünstig und ertragreich

sind, wie z.B. Zweikulturnutzungssysteme

mit dem direkt aufeinander

folgenden Anbau von Winterungen

und Sommerungen. Diese

stellen wichtige Perspektiven dar, die

hohe Flächenerträge mit einer hohen

ökologischen Verträglichkeit kombinieren.

Dabei muss jeder Betrieb prüfen,

welches System und welche Strategie

zu ihm passen. Interessant ist dabei,

dass im Rahmen der EEG-Novellierung

für 2012 die Vergütungsklasse

II mit 8 ct/kWh für ökologisch wertvollere

Substrate wie Kleegras, Wildpflanzenmischungen,

usw. sowie

Gülle und Mist gezahlt wird.

Ferner darf in Zukunft auch

Bioabfall in solchen Anlagen

mitvergoren werden, was

eine Verbreiterung der Substratgrundlage

ermöglicht.

Bild: Rüdiger Grass

Ökolandbau als Motor für

umweltgerechte Energie

Die Biogaserzeugung passt

prinzipiell gut in den Ökologischen

Landbau und zu seinen

Zielsetzungen. Mit einem

innovativen und vielfältigen

Energiepflanzenanbau

und einer effektiven Energieerzeugung

ergeben sich für

den Gesamtbetrieb viele Chancen.

Allerdings liefert die Entwicklung der

Biomasseerzeugung der letzten Jahre

Anlässe zur Kritik. Daher müssen die

derzeitigen Entwicklungen weiterhin

kritisch betrachtet und aktuelle Fehlentwicklungen

benannt werden. Zugleich

darf sich aber der Ökologische

Landbau den gesellschaftlichen Anforderungen

hin zu einer regenerativen

Energiewende nicht verschließen. Er

sollte Alternativen und innovative

Konzepte (weiter-) entwickeln und

Motor sein bei der zukünftigen Gestaltung

einer umweltgerechten regenerativen

Energieerzeugung.

Bionachrichten 1 | Februar/März 2012 33


n_1_12.qxp 01.02.2012 13:37 Seite 34

Titel

Biogas im Ökolandbau

Und es geht doch!

Biogasler und Biobauern können voneinander profitieren –

Die „Bioenergie Reimlingen“ macht`s vor.

Von Marc Boehnke

Gemeinsam stark beim Spatenstich 2006: Die Investoren der Bioenergie Reimlingen v.l. Josef Kohnle (+), Thomas Hurler, Karl-Heinz Geiß, Klaus Schnehle und

Jürgen Wörle.

Nicht alle Biogasanlagen werden

nachhaltig und im Sinne

einer ökologischen Landwirtschaft

betrieben. Es gibt jedoch

auch Beispiele, die zeigen, dass sich

Biogasanlagen und Ökolandbau

durchaus ergänzen können. Wenn

man es richtig angeht – so wie bei

der Zusammenarbeit zwischen den

Biobetrieben im Donau-Ries und der

Biogasanlage „Bioenergie Reimlingen“

in Nordschwaben.

Einerseits können dort mittlerweile

mehr als 15 Biokreis-Betriebe ihr Kleegras

als Marktfrucht wirtschaftlich verwerten

und brauchen es nicht mehr zu

mulchen. Andererseits können die

Nährstoffe auf düngerbedürftigen

Kulturen wie Qualitätsweizen ausgebracht

und damit Ertrag und Qualität

verbessert werden. Die Biogasanlage

richtet sich auf möglichst ökologisch

produzierte Ausgangsstoffe und eine

möglichst hohe Energie-Effizienz im

Betrieb aus.

34 Bionachrichten 1 | Februar/März 2012

Abwärme heizt Krankenhaus

Gebaut 2006, ist die „Bioenergie Reimlingen“

eine Gemeinschaftsanlage, die

von fünf Landwirten aus der Ortschaft

betrieben wird. Darunter ist auch der

Biokreis-Betrieb Biohof GbR, ein Gemeinschaftsbetrieb

der Familien Geiß

und Kohnle. Sie bewirtschaften zusammen

ca. 100 ha reine Marktfruchtfläche.

Angebaut werden neben 35 ha

Kleegras 50 ha Getreide (Weizen, Dinkel,

Hafer, Roggen) und als Hackfrüchte

Zuckerrüben und Zwiebeln entsprechend

jeweiliger Marktlage.

„In der „Bioenergie Reimlingen“ verwerten

wir insgesamt ca. 300 ha Kleeund

Wiesengras aus dem ökologischen

Landbau“, erklärt Miteigentümer Karl-

Heinz Geiß, „da das Kleegras in der

Fruchtfolge der Biobetriebe zur Unkrautregulierung

und Stickstoffbindung

ohnehin notwendig ist, wird damit der

Nahrungsmittelproduktion keine Fläche

entzogen.“ Ab und zu würden auch

verunkrautete oder wie in 2011 hagelgeschädigte

Bestände energetisch ge-

nutzt, die anderweitig nicht mehr verwertet

werden können.

Das „Futter“ für die Biogasanlage

kommt zur Hälfte aus den Gesellschafterbetrieben

und wird zu zwei

Dritteln aus einem Umkreis von 3 km

um die Biogasanlage geerntet. Der

Substratmix setzt sich aus 50 % konventionellem

Mais und 25 % Getreide-

GPS, sowie 25 % Bio-Kleegras zusammen.

Die „Bioenerige Reimlingen“ hat

eine Leistung von 2000 kW elektrisch

und erzeugt Strom für ca. 4000

Haushalte. Die Abwärme verpufft nicht

in der Luft: Sie versorgt das

Krankenhaus im nahegelegenen

Nördlingen vollständig mit Wärme,

was zur Folge hat, dass dort pro Jahr

rund 300.000 Liter Heizöl eingespart

werden können.

Den Dorffrieden geschickt gewahrt

Nach anfänglichen Problemen mit der

Gärbiologie in dem neuen System der

liegenden Fermenter läuft die Biogasanlage

mittlerweile sehr stabil. Insgesamt

hat die Gemeinschaft 6 Millionen

Bild: Geiß


n_1_12.qxp 01.02.2012 13:38 Seite 35

Euro in das Projekt investiert. „Indem

man jedem Landwirt aus dem Dorf die

Beteiligung an dem Gemeinschaftsbetrieb

angeboten hat, wurde der Wettbewerb

um Fläche und Futter von

Anfang an eingeschränkt. Die vielfachen

Verbindungen durch Vereine und

Verwandtschaften sind auch die Basis

für eine optimale Integration der

Anlage ins Dorfleben“, berichtet Karl-

Heinz Geiß. Bei der letzten öffentlichen

Verpachtung der Gemeinde Reimlingen

boten er und die anderen vier

Gesellschafter bewusst nicht mit, so

dass ein konventioneller Milchviehbetrieb

und ein Öko-Marktfruchtbetrieb

die Chance zum Pachten hatten. Den

Zuschlag hat der Milchviehbetrieb

bekommen.

Wegen Biogas auf

Ökolandbau umgestellt

Seit Inbetriebnahme der Biogasanlage

Reimlingen haben im Umkreis ca. 10

Betriebe mit einer Fläche von ca. 500

ha Fläche auf den ökologischen Landbau

umgestellt, da sie in der Zusammenarbeit

mit der Biogasanlage eine

bessere wirtschaftliche und ökologische

Perspektive sehen. Sehr positiv

sehen die Lieferanten des Öko-Substrates

und Biokreis-Erzeugerring-Vorstand

Hansjörg Beck die Überlegungen,

den Bioanteil weiter zu erhöhen

und für das Biofutter eine eigene

Gärstrecke einzurichten, um reinen

Öko-Dünger zu erzeugen. „Es wird

aber schwierig werden, Kleegras als

Monosubstrat zu vergären. Wir erwarten

hier prozesstechnische Probleme

bei der Homogenisierung und hinsichtlich

des Nitratgehaltes. Andererseits ist

natürlich die Investition für die separate

Gärstrecke eine große zusätzliche

finanzielle Belastung“, erklärt Karl-

Heinz Geiß von der Bioenergie

Reimlingen.

Weitere Optimierungen geplant

Um den ökologischen Wirkungsgrad

der Biogasanlage weiter zu erhöhen,

erwägt die Gemeinschaft die Ergän-

Biogas im Ökolandbau Titel

zung um eine Gasaufbereitungsanlage.

Ziel ist es, im Winter vornehmlich

Kraft-Wärme-Kopplung zu betreiben,

d.h. Strom und Wärme zu erzeugen und

gleichzeitig zu nutzen. In den Sommermonaten

hingegen, wo wenig Wärmenutzung

möglich ist, sollen die Motoren

stehen und das produzierte

Biogas auf Erdgas-Qualität aufbereitet

und zur Speicherung in das öffentliche

Gasnetz abgegeben werden. Dieses Gas

könnte dann zu einem anderen Zeitpunkt

und an einem anderen Ort bedarfsgerecht

wieder aus dem Netz entnommen

werden.

Per Radlader wird die Fütterung mit Kleegras und Mais beladen, eine Schnecke beschickt damit den

liegenden Fermenter.

So stehts`s in den Richtlinien des Biokreis:

Als Biokreis-Betrieb ist es möglich, die

Gärreste einer Biogasanlage als Dünger

einzusetzen. Die Befüllung mit ausschließlich

konventionellen Fermentationsstoffen

bzw. gentechnisch veränderten

Zuschlagstoffen ist verboten. Ist

eine reine Belieferung mit ökologischen

Fermentationsstoffen nicht gegeben, so

sollten über 50 Prozent der Substrate

aus dem ökologischen Landbau stammen.

Dies gilt für eigene, fremde sowie

für Gemeinschaftsanlagen. Der Betreiber

der Anlage muss dem Biokreis e.V.

schriftlich bestätigen, dass alle konventionell

eingesetzten Fermentationsstoffe

frei von GVO sind. Der Einsatz von

Gülle, Jauche, Schweine- und Geflü-

gelmist aus konventioneller Tierhaltung

ist untersagt. Das Gleiche gilt für die

Verwendung von Klärschlamm und

Biomüllkompost. Der Anlagenbetreiber

muss auch hier dem Biokreis schriftlich

bestätigen, dass keine der oben genannten

Stoffe in seiner Biogasanlage fermentiert

werden.

Ziel des Biokreis ist es, den Öko-Substrat-Anteil

auf 100 Prozent zu steigern.

Gegebenenfalls sind die abweichenden

Bestimmungen der Länderbehörden zu

beachten. Nähere Informationen finden

Sie im Leitfaden für die Nutzung von

Biogas in der ökologischen Landwirtschaft

des Biokreis. es

Wintererbsen-Roggen-Gemenge eignen sich gut

für Biogasanlagen.

Bild: Geiß

Bild: Graß

Bionachrichten 1 | Februar/März 2012 35


n_1_12.qxp 01.02.2012 13:38 Seite 36

Titel

Biogas im Ökolandbau

Biogasgärung

beeinflusst

Bodenleben kaum

Klimaemissionen werden reduziert –

Energieertrag nicht überschätzen

Von Dr. Kurt Möller

Mit der Errichtung von

Biogasanlagen werden

vielfältige positive und

negative Begleitwirkungen verbunden.

Zu den genannten positiven

Begleitwirkungen zählen niedrigere

N-Verluste, sowie eine höhere direkte

N-Düngewirkung. Darüber hinaus

wird eine geringere Emission von

Klimagasen, eine zusätzliche Energieerzeugung

und damit eine Substitution

fossiler Energieträger erwartet.

Zugleich wird durch Biogasgärung

die Möglichkeit einer

alternativen Nutzung für Kleegrasaufwüchse,

Grünland, etc. gesehen.

Was passiert

während der Vergärung?

Während des Vergärungsprozesses

wird ein erheblicher Anteil der Hemicellulosen,

der Cellulose und des Eiweißes

unter Bildung von Methan und

Kohlendioxid abgebaut. Lignin kann

nicht abgebaut werden. Ein Großteil

der Nährstoffe verbleiben im System.

Aus einem offenen Güllelager oder

einer Stallmistmiete entweichen dagegen

erhebliche N-Mengen, und es entstehen

zugleich klimawirksame Gase

wie Methan und Lachgas, die bei einer

Gesamtbetrachtung des Betriebes die

Klimagasbilanz erheblich belasten.

Wirkungen der Güllevergärung auf

die Nährstoffverfügbarkeit nicht

überschätzen!

Die vorliegenden Versuche belegen,

dass sich die direkte Nährstoffwirkung

von vergorener Gülle bei einer Kopfdüngung

kaum von der einer unvergo-

36 Bionachrichten 1 | Februar/März 2012

renen Vergleichsgülle unterscheidet.

Eine signifikante Verbesserung der N-

Düngewirkung lässt sich nur bei einer

sofortigen Einarbeitung der Biogasgülle

nach Ausbringung (innerhalb weniger

Minuten) nachweisen.

Starke Nährstoffwirkungen bei

Einbeziehung von Kleegras und

anderen Reststoffen!

Die Vergärung von Zwischenfrüchten

oder Kleegras ermöglicht eine Erhöhung

der mobilen N-Düngerengen,

ein höherer Anteil des Stickstoffs kann

nach pflanzenbaulichen Gesichtspunkten

(Ausbringungszeitpunkt, gedüngte

Kultur) innerhalb des Fruchtfolgesystems

(um)verteilt werden. Einer

ortsfesten Gründüngung meist im

Spätsommer oder Herbst steht eine

Gärrestdüngung (=mobil einsatzbare

Dünger) gegenüber, die überwiegend

zu optimalen Ausbringungszeitpunkten

im Frühjahr erfolgen kann, zu den

Kulturpflanzen mit dem höchsten

Nährstoffbedarf.

Was ist mit dem Humushaushalt?

Bei der Biogasgärung werden die

leicht-abbaubaren Stoffe aus den eingesetzten

Substraten abgebaut. Lignin

wird im Fermenter nicht abgebaut,

einer der wichtigsten Ausgangsstoffe

für die Reproduktion der organischen

Bodensubstanz. Bisherige Versuche

belegen, dass sich die „Humuswirkung“

einer vergorenen Gülle nicht

von der einer unvergorenen Gülle

unterscheidet. Bei einer unvergorenen

Gülle werden die leicht-abbaubaren

Bestandteile nach Ausbringung innerhalb

sehr kurzer Zeit von den Mikroorganismen

im Boden abgebaut. Wird

Schön ist sie nicht, aber wertvoll: Biogasgülle.

nur Gülle vergoren, so sind kurz- und

langfristige Effekte auf die Humusreproduktion

im Boden schon deshalb

unwahrscheinlich, weil die Gülle nur

einen gewissen Anteil des Gesamt-C-

Inputs in den Boden ausmacht. Von

viel größerer Bedeutung sind die

Wurzelreste, die Stoppeln, die Gründüngung,

etc., die bei einer reinen

Güllevergärung auf der Fläche bleiben.

Was ist mit dem Bodenleben?

Die geringere Zufuhr an leicht abbaubaren

organischen Bestandteilen soll

negative Auswirkungen auf das Bodenleben

bewirken. Die vorliegenden

Untersuchungen hierzu sind teilweise

widersprüchlich und lassen sich folgendermaßen

zusammenfassen: bei Inkubationsversuchen

ohne Pflanzen wurden

bislang Unterschiede in der mikrobiellen

Aktivität zwischen Böden gemessen,

die mit vergorener bzw. unvergorener

Gülle gedüngt wurden. Bei

Versuchen mit bewachsenen Böden

wurden bislang keine Unterschiede

festgestellt. Wurzelausscheidungen und

Erntereste können offenbar die Wirkung

des C-Abbaus im Fermenter kompensieren.

Daher ist davon auszugehen,

dass die alleinige Vergärung von

Gülle/Stallmist kaum Auswirkungen

auf das Bodenleben auslösen dürfte, da

ein großer Anteil der Inputs von organischer

Substanz in den Boden ohnehin

von den Wurzeln, den Stoppeln und

anderen Ernteresten sowie der Gründüngung

erbracht werden.

Ob aber eine Reduzierung/Veränderung

des Bodenlebens langfristig die Nachhaltigkeit

des Systems wirksam beeinflusst,

ist zu bezweifeln. In Öko-

Systemen stellen sich stets nach einer


n_1_12.qxp 01.02.2012 13:38 Seite 37

gewissen Übergangs- bzw. Umstellungszeit

neue Gleichgewichte zwischen

dem Angebot an Futter und der

darin lebenden Lebewesen ein (sofern

diese Veränderungen nur durch eine

Änderung des Nahrungsangebotes, und

nicht durch die regelmäßige Einwirkung

toxischer Substanzen ausgelöst

werden). Durch die Biogasgärung wird

ein Teil der Abbauprozesse, die sonst

im Boden ablaufen, unter kontrollierten

Bedingungen im Biogasfermenter

vorweggenommen.

Gut für die Klimabilanz, bescheidener

Beitrag zur Energieversorgung

Untersuchungen und Berechnungen

weisen nach, dass die Klimabilanz des

gesamten Anbausystems je Hektar

landwirtschaftliche Nutzfläche in Stallmistsystemen

am schlechtesten ist.

Dies liegt vorrangig an den starken

Emissionen (Lachgas, Methan) aus

Stallmiststapeln. Für Güllesysteme

wiesen die Berechnungen eine deutlich

bessere Klimagasbilanz aus. Die Vergärung

von Gülle führt zu einer weiteren

Verbesserung der Klimagasbilanz

durch eine Vermeidung von Spurengasemissionen

während der Güllelagerung

(z.B. Methan) und aufgrund der

Gutschriften als Folge der Einsparung

von fossilen Energieträgern. Noch

günstiger ist die Klimagasbilanz, wenn

weitere Reststoffe wie Zwischenfrüchte

und Erntereste in das Vergärungskonzept

integriert werden (Halbierung

Biogaserzeugung kann eine sinnvolle Ergänzung zum Ökolandbau sein.

der Klimaemissionen im Vergleich zur

Stallmistvariante).

Allerdings ist der Beitrag zur Energieversorgung

insgesamt bescheiden, die

Reststoffe (Gülle/Stallmist) von ca. 1

GV/ha sind nötig, um den gesamten

Energiebedarf der landwirtschaftlichen

Produktion (einschließlich der notwendigen

Energie zur Erzeugung von

Produktionsmitteln wie z.B. Maschinen,

Transporte, etc.) abzudecken.

Auch der Beitrag zur Energieversorgung

durch gezielten Anbau von

Energiepflanzen zur Vergärung in

Biogasanlagen ist unter Effizienzgesichtspunkten

im Vergleich zu anderen

Verfahren eher bescheiden, Kurzumtriebsplantagen

haben etwa den doppelten

Netto-Energieertrag. Besonders

stark ist der Unterschied zu Freiflächen-Photovoltaikanlagen,

die einen

20- bis 30 fachen höheren Nettoenergieertrag

aufweisen, zusätzlich eine

extensive Grünlandnutzung und durch

die ständige Bodenbedeckung eine

langfristige Humusanreicherung und

die Verhinderung von Erosion ermöglichen.

Schlussfolgerungen

Die Biogasgärung ist eine sinnvolle

Ergänzung in der landwirtschaftlichen

Nutzung und passt sehr gut zum ökologischen

Landbau. Durch Biogasgärung

können Klimagasemissionen reduziert

werden, ein bescheidener Beitrag zur

Biogas im Ökolandbau Titel

Energieversorgung geleistet und eine

gewisse Verbesserung der Nutzung der

im Anbausystem erzeugten Fruchtbarkeit

durch eine höhere Nährstoffverwertung

erreicht werden. Sie ist

in gewissem Sinne eine Weiterentwicklung

des Kreislaufgedankens, denn

durch geschickte Zwischenschaltung

einer Biogasanlage können Nährstoffverluste

aus organischen Düngern vermieden

und die zirkulierenden Nährstoffe

durch eine gezieltere N-Düngung

(zeitlich wie räumlich) effizienter

genutzt werden. Durch die Möglichkeit

zur Vergärung von Gründüngungspflanzen

besteht ein höherer Anreiz,

höhere Anteile an Kleegras und

Zwischenfrüchten in das Anbausystem

zu integrieren. Werden bei Einbeziehung

einer Biogasanlage auf den

Ackerflächen keine grundlegenden

Veränderungen von Fruchtfolge und

Bewirtschaftung vorgenommen, dürften

– nach allem was bislang wissenschaftlich

gesichert ist – die langfristigen

Auswirkungen auf Humushaushalt

und auf das Bodenleben eher gering

sein. Allerdings sollten die positiven

Effekte auf Erträge einschließlich

Energieerträge auch nicht überschätzt

werden.

Dr. Kurt Möller ist Wissenschaftler am

Institut für Kulturpflanzenwissenschaften,

Universität Hohenheim (Email: kurt.moeller@alumni.tum.de)

Bild: pixelio.de

Bionachrichten 1 | Februar/März 2012 37


n_1_12.qxp 01.02.2012 13:38 Seite 38

Titel

Biogas im Ökolandbau

Hirschgras – eine gute Ergänzung zu Mais

Versuch in Triesdorf: „Szarvasi 1“ leistungsfähigste Biogaspflanze

Von Sepp Moosbauer

Seit mehreren Jahren untersuchen

die Landwirtschaftlichen

Lehranstalten (LLA) in Triesdorf

Energiepflanzen auf ihre Verwertbarkeit

in Biogasanlagen. Seit

dem Frühjahr 2008 ist auch das aus

Ungarn stammende Hirschgras

„Szarvasi 1“ in das Versuchsprogramm

aufgenommen. Dieses zeigte

in den beiden Erntejahren 2009 und

2010 gute Ergebnisse und einen

höheren Methanertrag pro Hektar

als Mais und andere Energiepflanzen.

Aussaat von März bis September

Das mehrjährige Hirschgras „Szarvasi1“

wird in einer Aussaatstärke von

ca. 20-25 kg/ha gesät. Die Aussaat kann

von März bis September in unkrautfreies,

feinkrümeliges Saatbeet erfolgen

(Erfahrungsgemäß wird die Aussaat im

Spätsommer empfohlen). Hirschgras

„Szarvasi1“ stellt nur geringe Ansprüche

an die Bodenart und ist somit

auch für Grenzstandorte besonders gut

geeignet. Außerdem hat es aufgrund

seiner Herkunft keine großen Ansprüche

an das Klima und kann deshalb

sowohl in Trockengebieten als auch in

niederschlagsreichen Regionen angebaut

werden. Wichtig ist der richtige

Umgang – eine flache Aussaat, organische

Düngung und der richtige Erntezeitpunkt.

Wegen der langsamen Jugendentwicklung

muss im Aussaatjahr

das Unkraut mit Schröpfschnitten in

Schach gehalten werden. Die erste

Ernte erfolgt im darauffolgenden Jahr

Ende Juni und im September. Wenn

eine gute Wasserversorgung gegeben

ist, kann auch noch ein 3. Schnitt abgefahren

werden. Die Ernte kann bei ca.

35 %TS direkt mit dem Maishäcksler

und mit dem entsprechenden Vorsatz

erledigt werden.

Verschiedene Nutzungsmöglichkeiten

Je nach Schnittzeitpunkt kann das

Energiegras als Wiederkäuerfutter, als

38 Bionachrichten 1 | Februar/März 2012

So sieht das Hirschgras aus. Saatgut kann vom Generalimporteur für Deutschland und Österreich,

der screw-press GmbH in 84367 Reut, und der Bayerischen Futtersaatbau in 87737

Ismaning, bezogen werden. Weitere Informationen unter www.hirschgras.de

Gärsubstrat, Heizmaterial oder Zelluloserohstoff

verwendet werden. Es kann

bis ca. 2,5 m hoch wachsen und eignet

sich besser zur Energiegewinnung als

zum Verfüttern, da der elastische Halm

eher zum Verholzen neigt. Wie sich eine

mehrschnittige Nutzung (4-5 Schnitte)

zur Fütternutzung auf die Lebensdauer

des Bestandes auswirkt, ist noch nicht

ausreichend erprobt.

Bei einschnittiger Nutzung mit ausschließlicher

organischer Düngung

(100–150 kg N/ha* Aufwuchs) wurde

in Ungarn eine Nutzungsdauer ohne

Ertragsrückgang von 10 Jahren erreicht.

Im Trockenmasseertrag übertraf

Hirschgras „Szarvasi1“ mit 19,3 t/ha

Bild: screw-press

(2009) und 18,5 t/ha (2010) bisher ganz

klar den Mais und die anderen untersuchten

Energiepflanzen. Zusammen

mit der höheren Methanausbeute von

rund 350 l/kg erreichte das Hirschgras

„Szarvasi1“ mit 6.757 m3/ha im Jahr

2009 den höchsten Wert aller

Versuchskandidaten und lag um 38 %

höher als Mais. Im Jahr 2011 wurden in

Deutschland und Österreich bereits ca.

4000 ha Hirschgras ausgesät. Im

Erntejahr 2012 werden deshalb reichlich

Praxisergebnisse erwartet. Für den

Landwirt von Vorteil ist, dass für

Aussaat und Ernte keine Spezialmaschinen

notwendig sind, sondern die im

Betrieb vorhanden Geräte eingesetzt

werden können.


n_1_12.qxp 01.02.2012 13:38 Seite 39

Biogas-Gülle unterliegt dem Abfallrecht

Gülle, die energetisch in Biogasanlagen

genutzt werden soll, war bisher dem

Veterinär- und dem Düngerecht unterworfen.

Jetzt haben die Regierungsfraktionen

von Union und FDP

beschlossen, dass Gülle zur Vergärung

in Biogasanlagen zukünftig zusätzlich

dem Abfallrecht unterliegt. Ob es sich

bei Gülle zur Vergärung in

Biogasanlagen tatsächlich um Abfall

handelt, muss künftig von den zuständigen

Behörden von Fall zu Fall abhängig

von der konkreten Sachlage festgestellt

werden. Mit diesen Änderungen

des Kreislaufwirtschaftsgesetzes

kommt die Bundesregierung einer Auf-

forderung der EU-Kommission nach,

die auf eine entsprechende Auslegung

der Abfallrahmenrichtlinie beharrt.

„Das ist Rechtsunsicherheit pur“, kritisiert

Cornelia Behm, Sprecherin für

Ländliche Entwicklung der Bundestagsfraktion

von Bündnis90/Die Grünen.

Eine Verwaltungsvorschrift oder

Verordnung, die hier klare Kriterien

festlege, müsse die Bundesregierung

erst noch erarbeiten und mit den

Ländern abstimmen. Ab wann hier

Klarheit bestehen wird, bleibe offen.

Gülle, die nicht in Biogasanlagen verwertet

werden soll, wird aber auch

zukünftig in keinem Fall Abfall sein.

Greenpeace Energy setzt auf Windgas

Werden Biogasanlagen im großen Stil

und wenig nachhaltig betrieben, sind

häufig Intensivlandwirtschaft und Massentierhaltung

damit verbunden, dieser

Meinung ist auch die Energie-Genossenschaft

Greenpeace Energy, Kooperationspartner

der Biokreis-Kampagne

„Ährlich bio“ (S. 26 bis 29). Green-

Bei der Erzeugung von Windenergie

spielt die Wahl des Standorts eine entscheidende

Rolle. Dabei sollten die

Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit

und die Biodiversität möglichst

gering gehalten werden. Zu

Wohnbebauung muss entsprechender

Abstand gehalten werden. Besonders

bieten sich Flächen an, die naturschutz-

Ganz wichtig – und in der derzeitigen

Diskussion um regenerative Energien

allzu häufig vernachlässigt – sind die

Potenziale durch Energieeinsparung.

Energie, die nicht gebraucht wird,

braucht gar nicht erst erzeugt zu werden.

Und muss vom Verbraucher natürlich

auch nicht bezahlt werden. Doch

nur jeder dritte Deutsche kennt die

genaue Höhe seiner Stromkosten. Das

ergab eine repräsentative Umfrage

peace Energy hält Biogas deshalb aus

ökologischer Sicht nur für begrenzt

sinnvoll und setzt stattdessen auf

„Windgas“. Dabei wird in einem Elektrolyse-Verfahren

Ökostrom – insbesondere

überflüssiger Windstrom, der

nicht gespeichert werden kann – eingesetzt,

um Wasser in seine Bestandteile

Windkraft: Vogelhäcksler vermeiden

fachlich weniger bedeutsam sind, z.B.

entlang von Autobahn- und Bahntrassen.

Ungeeignet sind Standorte mit

Vorkommen seltener und durch Windenergieanlagen

gefährdeter Brut- oder

Rastvögel. Rotmilane beispielsweise

sind typische Opfer. Auch auf Zugrouten

der Zugvögel und in Waldgebieten

mit (größeren) Fledermausvorkommen

Stromsparen nicht vergessen

unter 2000 Bundesbürgern im Auftrag

der Initiative EnergieEffizienz der

Deutschen Energie-Agentur GmbH

(dena). Ein Drittel hat nur eine ungefähre,

ein weiteres Drittel gar keine

Vorstellung von den jährlichen Ausgaben

für Strom. Auch wenn die

Strompreise in der Vergangenheit gestiegen

sind, weiß die Mehrheit nicht,

wie viel Geld sie überhaupt für Strom

ausgibt.

Biogas im Ökolandbau Titel

„Ein sachlicher Grund für diese unterschiedliche

Behandlung von Gülle ist

bisher nicht zu erkennen“, kritisiert

Behm.

Reinhild Benning, Leiterin Agrarpolitik

beim BUND, teilte mit, „nach einer

ersten Einschätzung könnte die Umsetzung

der EU-Abfallrahmenrichtline

in Deutschland für Großanlagen eine

begrüßenswerte Erschwernis der Gülletransporte

nach sich ziehen. Für Anlagen

bis 500 KW, die sich aus nachbarschaftlicher

Gülle speisen, hieße das

voraussichtlich Mehraufwand, aber

kein Untergang.“ sk

Sauerstoff und Wasserstoff zu trennen.

Der Wasserstoff kann dann ins Erdgasnetz

eingespeist und wie gewohnt für

die Wärmeversorgung oder Rückverstromung

verwendet werden. Zunächst

erhielten die Kunden reines Erdgas,

dem ab diesem Jahr nach und nach

Wasserstoff beigemengt wird. hd

sollten keine Windkraftanlagen gebaut

werden. Die wenig liebevollen Bezeichnungen

„Vogelhäcksler“ und „Fledermausschredder“

kommen nicht von

ungefähr. Zur koordinierten Ausweisung

geeigneter Vorrangzonen sind die

Flächennutzungs- und Regionalplanung

geeignete Instrumente. el

Die Initiative EnergieEffizienz unterstützt

Verbraucher mit dem Online-

Portal www.stromeffizienz.de dabei,

Strom zu sparen. Geboten werden ein

Online-Rechner, Informationsbroschüren

und Auswahlhilfen für den Kauf

sparsamer Elektrogeräte. Mit einem

kostenlosen Online-Stromsparcheck

lässt sich der eigene Haushalt in rund

fünfzehn Minuten auf Einsparpotenziale

hin untersuchen. el/sk

Bionachrichten 1 | Februar/März 2012 39


n_1_12.qxp 01.02.2012 13:39 Seite 40

Titel

Leute

Sonne und Wind sorgen hier für Energie: Photovoltaik und Windräder am Betriebsstandort von Franz-Josef Ochs.

Fragt man in der Gemeinde

Wenden (Landkreis Olpe,

NRW) oder im Biokreis NRW

nach einem Landwirt, der sprichwörtlich

immer „unter Strom“ steht,

neun von zehn Gefragten würden

mit „der Ochs“ antworten. Gemeint

ist Biokreis-Landwirt und Viehhändler

Franz-Josef Ochs (55). Mit Biogas

ist er bisher vorsichtig, aber bei

Windkraft und Photovoltaik ist er

voll dabei.

Wenn der Ochs

was im Schilde führt

„Der Ochs“ ist der Idealtyp eines „selfmade-man“.

Seit den 80er Jahren hat er

sich quasi aus dem Nichts nicht nur

einen umfangreichen Viehhandel (besonders

Kälber und Altkühe aus der

Milchviehhaltung) und einen gut 100

ha großen Ökobetrieb mit Limousin-

Zucht aufgebaut. Der Bio-Landwirt ist

vor zwölf Jahren auch in die Energieerzeugung

eingestiegen. Dabei sind die

Dimensionen beachtlich: 9 Millionen

kWh Strom produzieren seine Windkraftanlagen

jedes Jahr – genug für ca.

2.500 Privathaushalte – und seine Stalldächer

sind bedeckt von rund 800

40 Bionachrichten 1 | Februar/März 2012

Beim Ochs dreht

sich immer was

Biokreis-Landwirt Franz-Josef Ochs

ist energetisch bestens aufgestellt und

auch sonst energisch bei der Sache

Text und Bilder Jörn Bender

Quadratmetern Photovoltaik-Modulflächen.

Darunter stehen ca. 250 Köpfe

Rindvieh, davon etwa zwei Drittel

hochwertige Limousin-Zuchttiere. Etwa

200 Nutzkälber werden wöchentlich

im Viehhandel umgeschlagen.

Wenn Franz-Josef Ochs in der Landwirtschaft

oder seinen Unternehmungen

im Energiesektor eine neue Idee im

Kopf hat, dann ist er an 18 Stunden des

Tages zu 200 % damit beschäftigt.

Kaum jemand vermag es wie er, sich

innerhalb kürzester Zeit ein so großes

Wissen anzueignen – und das fast ausschließlich

durch eine unablässige

Befragung von Freunden, Bekannten

und Experten aller Art. Egal ob

Windkraftanlage, Solartechnik, Stallbau

oder Limousinzucht – wenn der

Wendener Landwirt loslegt, gehört er

schnell zu den Bestinformierten 1% der

jeweiligen Szene. Allerdings weiß zeitgleich

auch die ganze Gemeinde, dass

„der Ochs“ wieder was im Schilde

führt.

Viel in Windkraft investiert

Den Einstieg in die Windkraft fand

Franz-Josef Ochs über Anregungen

eines befreundeten Viehhändlers – heu-

te im Übrigen Mitstreiter der TV-Serie

„Bauer sucht Frau“. Im Jahr 2000 wurde

die erste eigene Anlage unweit des

Hofes aufgestellt, eine Enercon E 44

mit 600 kW Maximalleistung. 2001

folgte eine zweite „Windmühle“ des

gleichen Typs ebenfalls in Hofnähe.

Besonderes Glück hatte Ochs, als er

2002 eine 50 % Beteiligung an einer

überdurchschnittlich gut laufenden

neuen 1 MW-Anlage (E 58) im Westwald

einkaufen konnte, die mit sehr

hoher Rentabilität arbeitet. Im selben

Jahr noch folgte eine 25 % Beteiligung

an einer großen 1,6 MW-Vestas V 66

Windkraftanlage mit Gittermastturm an

der Kreisgrenze Olpe/Siegen. Dann

kehrte zunächst ein wenig Ruhe in

diesbezügliche Investitionen ein.

Im Jahr 2008 allerdings legte Franz-

Josef Ochs nochmals richtig nach. Als

einer von zwei Geschäftsführern und

Mitgesellschafter des Hilchenbacher

Bürgerwindparks setzte er unter maßgeblicher

Koordination seines Windkraft-Kompagnons

Günter Pulte nach

fünfjähriger Planungsphase ein in

Südwestfalen einmaliges Projekt um:

Trotz eines ungünstigen Windkrafterlasses

der damaligen rot-grünen


n_1_12.qxp 01.02.2012 13:40 Seite 41

NRW-Landesregierung unter Ministerin

Bärbel Höhn, nach dem Anlagen im

Wald „in der Regel nicht zu genehmigen

waren“, konnte ein heute oftmals

als Vorzeigeanlage präsentierter Windpark

mit 5 Windrädern entstehen. Bei

diesen handelt es sich um spezielle

Bauformen des Typs E 82 mit je 2.000

kW Maximalleistung, 138 m Nabenhöhe

(fast 180 m bis zur höchsten

Flügelspitze) und mehr als einem halben

Hektar von den Rotorblättern

„überstrichener“ Fläche je Anlage.

Die Windräder stellen zweifellos die

höchsten Windkraftanlagen in Nordrhein-Westfalen

dar, zumal die Standorte

bereits auf ca. 560 bis 590 m

Meereshöhe liegen. In einem durchschnittlichen

Windjahr werden in Hilchenbach

unweit der Biokreis-

Geschäftsstelle ca. 24 Mio. kWh an

Strom produziert – dafür wurden gut 15

Mio. € in die Anlagen investiert! Franz-

Josef Ochs, der auch heute immer wieder

auf Windkraft setzen würde, rät

jedoch auch zur Vorsicht: „2011 war

mit 71 % des langjährigen Windertrages

ein sehr hartes Jahr, da muss

man die Liquidität des Unternehmens

gut im Blick halten“ so der risikofreudige

aber nicht waghalsige Geschäftsmann.

Bei der Photovoltaik

dem Trend gefolgt

Die noch junge Geschichte der Photovoltaik

im Betrieb Ochs liest sich dagegen

beinahe langweilig. Weil die Dächer

der alten Ställe und eines neuen

Stalles eine gute Ausrichtung und

Neigung aufwiesen, folgte der

Biokreis-Landwirt dem Trend der letzten

Jahre und installierte ca. 110 kW

Leistung mit einem

Produktionsvolumen von ca. 120.000

Gewaltige Ausmaße: 14 m Sockeldurchmesser sorgen für die notwendige

Stabilität der knapp 140 m hohen Türme in Hilchenbach.

kWh pro Jahr. Auch dafür musste

zunächst kräftig investiert werden, da

alleine der notwendige Trafo und die

Zuleitung zur nächsten Hauptstromleitung

mit ca. 30.000 € zu Buche

schlugen.

Wenn Biogas, dann klein

Auch über Biogas hat Franz-Josef Ochs

bereits mehrfach nachgedacht. Da sein

Sohn Marcel ebenfalls eine landwirtschaftliche

Ausbildung absolviert und

in den Betrieb einsteigen möchte, drehen

sich ohnehin viele Gedanken um

die zukünftige Betriebsausrichtung.

Hähnchenmast mit kombinierter Biogasanlage

– dies schien Ochs vor wenigen

Jahren eine Überlegung wert zu

sein. Letztlich entschied er sich jedoch

dagegen, zu abhängig schienen ihm die

Strukturen der konventionellen Geflügelmast

und zu blauäugig die als

sehr unkompliziert angepriesene Kombination

mit einer Biogasanlage. Heute

würde er nur noch eine kleinere Anlage

(max. 75 kW) bauen, die zum eigenen

Betrieb passt und die im Wesentlichen

auf dem dort anfallenden Wirtschaftsdünger

aufbaut. Alles andere ist er sich

sicher, bleibt nicht ohne erhebliche

Auswirkungen auf die Pachtpreise in

der Region.

Limousinzucht als

seelischer Ausgleich

Vor etwa 5 Jahren besuchte das

Fleischrinderjournal den Betrieb Ochs

und berichtete damals über Pläne zu

einer umfangreichen Limousinzucht.

Heute stehen etwa 60 Herdbuchkühe

auf den Wendener Weiden, darunter

Nachkommen bedeutender französischer

Bullen sowie deutscher Hornlosgenetik

aus Müttern, deren Ursprung

meist in Frankreich oder Luxemburg

liegt. Bereits dreimal wurden Bullen

Leute Titel

auf der renommierten Januar-

Versteigerung in Haus Düsse angeboten,

in diesem Jahr unter anderem mit

dem besten Zuchtwert für tägliche

Zunahme aller Limousin-Vererber. Was

für andere ein Vollerwerb ist, bedeutet

für Franz-Josef Ochs vor allem seelischen

Ausgleich. „Ich bin inzwischen

ein wenig müde geworden“ räumt

„Vollgas-Mann“ Ochs denn doch ein.

Er sieht in der Betreuung der

Limousinkälber und –kühe eine angenehme

Erholung von den hektischen

und kommerziell orientierten Belastungen

des Viehhandels und der sonstigen

Betriebsführung. Und in der Tat: In

der „Ox-Limousinherde“ kann man gut

entspannen, strahlt diese von der

Galerie des Mutterkuhstalles aus betrachtet

doch eine Ruhe aus, die manchen

Kritiker des Limousin-Temperaments

eines Besseren belehren würde.

Verhandlungen live

auf Biokreis-Exkursion

Bei all seinen (land)wirtschaftlichen

Erfolgen ist Franz-Josef Ochs dennoch

„auf dem Teppich“ geblieben, pflegt

seinen örtlichen Bekanntenkreis und

bereichert mit seiner lustigen Art regelmäßig

die Treffen und Stammtische des

Biokreis NRW, mit dessen Vorsitzenden

Gottfried Erves ihn eine alte Bekanntschaft

noch aus der Meisterschule

verbindet. Auch an den Auslandsreisen

des Biokreis, etwa nach Frankreich und

Schottland, nimmt der Viehhändler gerne

teil – ganz zum Leidwesen der Mitreisenden,

die etliche seiner Preisverhandlungen

am Mobiltelefon dann

live miterleben dürfen. Eines ist klar:

Franz-Josef Ochs hat in mehrfacher

Hinsicht mehr Energie als gewöhnliche

Menschen. Doch manchmal, so räumt

der Landwirtschaftsmeister ein, hat er

neben Arbeit auch ein wenig Glück

Genießt die Nähe und Ruhe seiner Limousin-Rinder: Biokreis-Landwirt

Franz-Josef Ochs.

Bionachrichten 1 | Februar/März 2012 41


n_1_12.qxp 01.02.2012 13:40 Seite 42

Biowelt

Serie

20Jahre

lang war sie Ortsbäuerin

im Bayerischen Bauernverband

von Kimratshofen, 15 Jahre

davon stellvertretende Kreisbäuerin

im Landkreis Oberallgäu. Ihr Engagement

galt besonders einer gentechnikfreien

Landwirtschaft. Am Erfolg

des Bündnisses GENial, einer Initiative

für ein Allgäu ohne Grüne Gentechnik,

war sie maßgeblich beteiligt.

Jetzt hat die Milchbäuerin Elisabeth

Koch (54) ihren Hut genommen und

ihre Ehrenämter abgelegt. Im Interview

mit den Bionachrichten spricht

die Biokreis-Landwirtin über Erfolge,

Tiefpunkte und weitere Ziele.

Dem Bauernverband wird immer

wieder vorgeworfen, die Lobby einer

industrialisierten Landwirtschaft zu

sein. Warum fühlen Sie sich dem

Bauernverband so verbunden?

Hier wird stark polarisiert. Der BBV ist

der größte Verband in der landwirtschaftlichen

Interessensvertretung, es

gibt hier nach meiner Erfahrung viele

gute Leute. Die meisten sind nicht für

Gentechnik. Es war mir wichtig, bei

den Versammlungen im Verband etwas

zu bewegen, kritische Diskussionen

anzustoßen. Das hat funktioniert: Die

gentechnikfreien Landkreise in Bayern

wurden mit den aktiven Menschen im

BBV gegründet. Als BBV müssen wir

uns mit Gentechnik beschäftigen. So

wie Biokreis-Vorstand Hans Meier sich

auf der Seite der Männer engagiert,

wirkte ich unter den Frauen.

Welche Erfahrungen haben Sie als

Frau in der Überzeugungsarbeit

gemacht?

Frauen sind empfindsamer. Sie fragen

sich, wie sich bestimmte Veränderungen

auswirken und spüren die

42 Bionachrichten 1 | Februar/März 2012

Kämpfer ohne Kompromisse Teil2

Immer wieder gibt es sie: Menschen, die sich bedingungslos einer Sache verschreiben, die nicht

aufhören, über Missstände aufzuklären, auch wenn viele die Kritik schon nicht mehr hören können

oder die Zeit dafür noch nicht reif ist. In unsere Serie stellen wir einige dieser Kämpfer vor.

Wenn viele kleine Leute…

Elisabeth Koch und ihr Einsatz für eine gentechnikfreie Landwirtschaft

Verantwortung für das Leben oft intensiver.

Die Bewegung GENial, eine

Initiative für ein Allgäu ohne Grüne

Gentechnik, ist aus der Frauenseite

heraus entstanden. Die Verantwortlichen

sind Frauen. Wir sind anerkannt

und haben längst die Männer als

Mitstreiter gewonnen.

Was sind ihre Argumente

gegen Agro-Gentechnik?

Seit 1986 die erste gentechnisch veränderte

Pflanze (GVO) auf den Markt

kam, wurden keine neuen „Vorteile“

mehr entdeckt. Diese Technologie führt

zu Abhängigkeiten von Saatgut-Konzernen,

da gentechnisch verändertes

Saatgut patentierbar ist. Eine Koexistenz

zwischen GVO-Anbau und anderen

ist nicht möglich. Auch die

Meinung, dass der Hunger auf der Welt

mit GVO-Pflanzen zu besiegen sei, ist

ein Irrweg: GVO-Saatgut ist teuer, die

Menschen in Armut können es sich gar

nicht leisten. Sie müssen Zugang zu

Land bekommen, damit sie ihre Pflanzen

anbauen können. Weltweit werden

nur ca. acht Prozent der landwirtschaftlichen

Fläche mit GVO bebaut. Wir

müssen dafür sorgen, dass es so bleibt.

Jetzt können wir noch mitgestalten.

Was waren Ihre

größten Erfolgsmomente?

Als wir am 2. März 2009 den Landkreis

Oberallgäu als Agrogentechnikfreie

Region ausrufen konnten, war das

ein ganz großer Tag. 72 Prozent der

Landwirte unterschrieben den freiwilligen

Verzicht auf GVO in Anbau und

Fütterung, 66 Prozent wären nötig

gewesen. Am gleichen Tag ließ die EU

die Klage gegen Österreich und

Ungarn fallen, die mit ihrem Anbauverbot

von MON810 gegen die EU-

Vorgaben verstoßen hatten. Am 14.

April 2009 wurde auch in Deutschland

der Anbau von MON810 verboten.

Unsere Arbeit und die vieler weiterer

Gentechnikgegner hat sich gelohnt.

Wie lautet Ihr Erfolgsrezept?

Es nutzt nichts, in der Überzeugungsarbeit

auf stur zu schalten. Ich kann einen

harten Standpunkt vertreten, aber das

Gespräch muss respektvoll geführt

werden, so dass es jederzeit weitergeführt

werden kann. Wir haben viele

Politiker besucht und darauf hingewiesen,

dass ein Großteil der Verbraucher

keine GVO-Lebensmittel will. Irgendwann

musste die Politik reagieren. Da

fällt mir ein altes Sprichwort ein: Wenn

viele kleine Leute an vielen kleinen

Orten viele kleine Dinge tun, können

sie das Gesicht der Welt verändern.

Wichtig für meine Arbeit war auch die

Erkenntnis, dass es ohne die Landwirte

mit ihrer Überzeugung keine gentechnikfreien

Regionen gibt, da 80 Prozent

der GVO-Pflanzen zu Tierfutter verarbeitet

werden.

Wie haben Sie Ihr Ehrenamt mit der

Arbeit auf dem Betrieb vereinbart?

Mein Mann und mein Sohn haben viel

aufgefangen und mir den Rücken frei

gehalten, wenn ich unterwegs war. Sie

mussten sich auch selbst mit dem

Kochen behelfen, aber das hat gut

geklappt. Dafür bin ich ihnen sehr

dankbar.

Hat es auch Tiefpunkte während

Ihres Engagements gegeben?

Ja. Für mich als Verbandsmensch

waren die Jahre 2007 bis 2009 schwer

zu ertragen. Vor und nach dem

Milchstreiks mussten wir viel Zeit in

aussichtslose Gespräche investieren,

die mir im privaten Bereich und in

einer positiven Öffentlichkeitsarbeit


n_1_12.qxp 01.02.2012 13:41 Seite 43

Steht in Betrieb und Gesellschaft ihre „Frau“: Biokreis-Landwirtin Elisabeth Koch.

fehlte. Manche Landwirte haben ihre

Situation schlechter geredet, als sie

war. Die negative Stimmung übertrug

sich auf die bäuerliche Jugend, die

künftigen Hofnachfolger, was die

Landwirtschaft an sich gefährdet. Viele

Frauen pflegten eine Kultur des

Jammerns, die meiner Auffassung von

einer modernen Bäuerin zuwiderläuft.

Das hat mich belastet. Am Ende stand

ein gesundheitliches Tief.

Wie sind Sie aus dem Tief

wieder herausgekommen?

Ich erkannte, dass mir meine Familie

und meine Ehe wichtiger sind als alles

andere. Und dass ich zu jeder Zeit großen

Wert auf einen respektvollen

Umgang miteinander lege. Doch ich

merkte auch, dass ich im Bündnis

GENial gebraucht wurde. Das Landratsamt

Oberallgäu, das die Initiative

personell und finanziell unterstützt,

wünschte sich eine gute Präsenz des

BBV in der Bewegung. So schlug ich

zusammen mit Monika Mayer (Bäuerin

u. Leiterin des Arbeitskreises Öffentlichkeitsarbeit

im BBV Oberallgäu,

Anm. d. Red.). einen zielorientierten

Weg ein. Allerdings bin ich seit dem

achtsamer mit mir selbst.

Bild: Spitzl

Warum beenden Sie Ihr Engagement

im Bündnis GENial und im BBV?

Die Themen und Aufgaben wurden

immer umfangreicher, so dass ich jetzt

an einem Punkt bin, an dem ich wieder

mehr Zeit für die Familie, meinen

Mann, den Betrieb und für mich haben

will. Ich möchte walken, radfahren,

skifahren und ab und zu verreisen.

Außerdem werde ich mich als Vorsitzende

in der Dorfhelferinnen- und

Betriebshelferstation weiter engagieren.

Als Mitglied in der Vertreter-

Die Initiative GENial! wird von einem

Bündnis bäuerlicher Organisationen im

Allgäu getragen, darunter auch der

Biokreis. Ziel ist es, eine gentechnikfreie

Anbau- und Fütterungsregion für

das Allgäu und die angrenzende Bodenseeregion

zu erreichen. Unterstützt

wird die Arbeit von den Landkreisen

Lindau, Oberallgäu und Ostallgäu mit

ihren Gemeinden sowie der Stadt

Kempten. Auch mit dem Landkreis

Unterallgäu, den oberschwäbischen

Nachbarn und dem österreichischen

Bundesland Vorarlberg sowie der dortigen

Bodensee Akademie arbeitet

versammlung der Landwirtschaftlichen

Sozialversicherung Niederbayern/

Oberpfalz/Schwaben sind mir die guten

Präventionsangebote große Anliegen,

die wir gerne im neuen Bundesträger

wiederfinden möchten. Meine Arbeit

im Bündnis GENial und im BBV wird

von Monika Mayer als neue Kreisbäuerin

und einer weiteren Person der

Kreisvorstandschaft sicher gut fortgeführt.

Was hat sie zu der Frau gemacht, die

sie heute sind?

Prägend war, dass ich mit einer kranken

Mutter aufgewachsen bin: Es hat

mich gelehrt, dankbar zu sein für die

Gesundheit und für alles, was ich

machen darf. Trotz ihrer schweren

Krankheit war meine Mutter ein positiv

gestimmter Mensch. Ich denke, ich

habe von dieser Einstellung ein gutes

Stück mitbekommen. Wichtig sind

auch mein Mann, unsere Kinder und

die Menschen, denen ich auf meinem

Weg begegnen durfte. Sie waren und

sind mir mit ihrer Geradlinigkeit ein

Beispiel und geben mir Kraft, für meine

Ziele einzustehen.

Auf was wird es im Ökolandbau

künftig ankommen?

Essenziell ist unter anderem das Thema

der Enthornung. Wir sind darauf angewiesen,

enthornen zu dürfen. Müssen

wir denn wieder zurück zu den Grundsatzdebatten,

ob denn nun Leben und

Gesundheit von Landwirten und deren

Familien weniger wert ist, als ein verantwortungsvoller

Tierschutz. Ich denke,

beides geht. Wenn sich die Verbände

nicht an den Interessen der

Landwirte orientieren, säbeln sie massiv

an ihren eigenen Stühlen.

GENial zusammen. Internet:

www.genial-allgaeu.de

Bild: Landkreis Oberallgäu

Leistete echte Überzeugungsarbeit: Elisabeth

Koch mit dem ehemaligen Umweltminister

Markus Söder (l.) und Landrat Gebhard Kaiser.

Bionachrichten 1 | Februar/März 2012 43

Serie Biowelt


n_1_12.qxp 01.02.2012 13:41 Seite 44

Bild: Ariane Herrmann

Biowelt

Haus & Garten

Ein Beet für

jeden Geschmack

Frühbeet, Mistbeet & Co. –

worauf Hobbygärtner achten

sollten Text und Bild: Ariane Herrmann

Die Autorin Ariane Herrmann ist Dipl.-Gartenbauingenieurin

und freiberufliche Gartenplanerin

im Landkreis Deggendorf. Tel.: 08547-914670,

Internet: www.nie-mehr-umgraben.de.

Wer sich beim Gartenarbeiten nicht bücken will, ist mit einem Hochbeet gut beraten.

44 Bionachrichten 1 | Februar/März 2012

Der Anbau von Obst und Gemüse im

eigenen Garten erlebt in letzter Zeit ein

wieder erwachtes Interesse. Die Selbstversorgung

liegt im Trend, z.T. geschürt durch

diffuse Ängste vor Finanzkrisen, Lebensmittelskandalen,

Warnungen vor EHEC – Erregern,

Meldungen von Spritzmittelrückständen,

etc. Ob diese Ängste zum Teil überzogen

sind oder nicht, auf jeden Fall ist die

Beschäftigung an der frischen Luft und das

Erleben von Säen und Ernten ein Beitrag zur

Lebensqualität und zur Gesundheit.

Da das mühsam selbst gezogene Gemüse vor

Unbilden wie Wetterkapriolen und Mitessern

geschützt sein will, leben auch alte Kulturtechniken

wie Frühbeetkasten, Mistbeet, Hügelbeet

und Hochbeete wieder auf. Die Anlage von

solchen „Spezialbeeten“ ist mit Arbeit und

Kosten verbunden, jede Technik hat ihre Vor- und

Nachteile, also sollte für jeden Garten entschieden

werden, welche Art der Anlage Sinn macht.

Nach dem langen Winter mit Gemüse aus dem

Supermarkt freut man sich schon wieder auf

Vitamine aus dem Garten. Mit einem Frühbeet

kann man die Anbauzeit nach vorne ziehen, schon

Ende Februar mit den ersten Aussaaten beginnen,

um dann auch mit dem Ernten früher dran zu sein.

Sie haben mit dem Frühbeet ein geschütztes

Plätzchen, wo es Ihnen möglich ist, schon zu

säen, wenn draußen der Frühling auf sich warten

lässt und der Boden vor lauter Nässe nicht zu

bearbeiten ist. Später im Sommer kann der Kasten

zum geschützten Anbau von wärmebedürftigen

Kulturen dienen, z. B. Gurken und Basilikum.

Und im Winter kann man hier Wintergemüse wie

Karotten, Kohl, rote Bete und Sellerie einschlagen

und knackig halten. Dazu werden die Gemüse

ungewaschen gestapelt und mit Stroh und Erde

bedeckt. Das Frühbeet ist auch dann nützlich,

wenn Sie selbst Pflanzen vermehren. Stecklinge,

Steckhölzer und Aussaaten finden hier einen

windgeschützten Platz mit hoher Luftfeuchte, ideal

für die Jungpflanzenanzucht.

Bei der Wahl des Materials für Ihr Frühbeet sind

Sie frei zu entscheiden, was Ihrem Geschmack

und ihrem Geldbeutel entspricht. Ob alte Ziegel,

Holzbalken, Bretter oder ein fertig gekauftes

Frühbeet verwendet werden, ist egal, wenn Sie

folgende Punkte beachten:

� Der Boden des Kastens soll offen sein und

Kontakt zum gewachsenen Boden haben. Wollen

Sie auf Balkon oder Terrasse gärtnern, so ist auch

eine unten geschlossene Kiste möglich, diese muss

aber auf jeden Fall Abzugslöcher für überschüssiges

Wasser haben.


n_1_12.qxp 01.02.2012 13:41 Seite 45

� Als Abdeckung können alte Fenster

oder stabile Rahmen mit Folienbespannung

verwendet werden. Wichtig

ist, dass die Abdeckung gut lichtdurchlässig

ist und gut schließt, aber auch

einfach zum Lüften geöffnet werden

kann. Die Abdeckung ist idealerweise

zur Sonne hin abgeschrägt, das heißt,

die hintere Wand des Kasten soll höher

sein als die vordere.

� Der Boden sollte mit Kaninchengitter

gegen Mäuse gesichert werden,

diese freuen sich sonst über die extragemütliche

Futterstation.

� Wird nässeempfindliches Material

wie Holz verwendet, dann kleiden Sie

den Kasten innen mit haltbarer Folie, z.

B. Teichfolie aus.

� Die klassischen Frühbeetkulturen

sind eher niedrig, daher reichen oft

schon 30 bis 40 cm hohe Kästen aus,

wenn Sie allerdings auf der Terrasse

oder dem Balkon gärtnern, muss der

Kasten entsprechend höher sein, um

genügend Wurzelraum bieten zu können.

Stellen Sie das Frühbeet auf jeden

Fall vollsonnig auf, im Frühjahr muss

jeder Sonnenstrahl genutzt werden!

Bevor Sie den Kasten aufstellen, bereiten

Sie den Boden darunter vor. Er

muss unkrautfrei und gut gelockert

sein, dann wird er verbessert, am besten

mit eigenem Kompost, bitte nicht

mit gekaufter Blumenerde oder Torf.

Wenn Sie keinen eigenen Kompost zur

Verfügung haben, dann fragen Sie bei

der Kompostierungsanlage. Ideal wäre

es, wenn diese die sogenannte Gartenerde

anbietet, das ist ein fertig

gemischtes Substrat aus Humus,

Kompost und Sand, sehr gut geeignet

für die Neuanlage von Beeten und torffrei.

Wenn es diese fertige Mischung

nicht gibt, dann nehmen Sie Kompost,

mischen diesen mit Sand und heben die

Mischung unter Ihren eigenen Boden.

Der Sand dient zur Lockerung und

Verbesserung der Durchlässigkeit,

wichtig vor allem bei lehmigen Böden.

Frühbeetkästen ohne Bodenanschluss

werden mit einer Mischung aus

Humus, Kompost und Sand befüllt,

idealerweise in einer mindestens 30 cm

starken Schicht. Zur Vorratsdüngung

eignen sich Hornspäne, die unter die

Erde gemischt werden.

Dann kann gesät und gepflanzt werden.

Nutzen Sie den knappen Platz überlegt

aus, z.B. mit ein paar vorgezogenen

Salatpflanzen vom Gärtner, Radieschen

und Rettichen, Kresse, Rucola und

Schnittsalat. Das Wichtigste in der

nächsten Zeit ist maßvolles Gießen und

konsequentes Lüften, wenn die Sonne

scheint. Die Temperaturen steigen

sonst schnell zu hoch an. Am

Nachmittag werden die Fenster wieder

geschlossen, um die Wärme über Nacht

besser zu halten. Bei gekauften

Frühbeeten sind manchmal automatische

Hebel zum Lüften eingebaut, die

die Fenster öffnen, wenn die

Temperatur im Kasten zu hoch steigt.

Geschickte Bastler können solche automatischen

Fensterheber auch am

selbstgebauten Frühbeet anbringen, der

Deckel sollte dann nicht zu schwer

konstruiert sein.

Eine Sonderform des Frühbeets ist das

Mistbeet, in dem noch höhere

Temperaturen und somit schnelleres

Wachstum erreicht werden können.

Wenn Sie leicht an Pferdemist kommen,

können Sie diesen als Heizung für

Ihr Frühbeet nutzen. Dafür müssen Sie

schon im Herbst den Boden unter

ihrem Frühbeet ca. 40 cm tief ausheben.

Im Februar ist der Boden oft

durchgefroren, da brechen Sie sämtliche

Stiele ab, wenn Sie jetzt versuchen,

ein Loch zu graben. Ab Mitte Februar

können Sie eine 20- 30 cm dicke

Mistpackung einbringen, die Sie gut

festtreten. Darüber kommt eine Schicht

von 20 cm guter Gartenerde mit

Kompost, in die gesät und gepflanzt

wird. Der Mist erwärmt sich durch die

Bakterien, die beginnen, ihn zu „verdauen“,

und gibt so eine

Fußbodenheizung für ihr Gemüse ab.

Eine weitere Möglichkeit, Gemüse verbesserte

Bedingungen zu bieten, ist das

Hügelbeet. Diese Anbaumethode eignet

sich vor allem dann, wenn ein neuer

Garten angelegt wird, in dem der

Boden noch nicht gut geeignet ist für

den Gemüseanbau. Bei verdichteten

Böden, Bauschutt im Boden, Staunässe

und anderen schwierigen Bedingungen

ist es eine Möglichkeit, gleich mit dem

Gärtnern starten zu können und gleichzeitig

Humus zu bilden. Voraussetzung

ist allerdings, dass Sie größere Mengen

an Gartenabfällen zur Hand haben, da

Haus & Garten Biowelt

der Hügel Schicht für Schicht aus diesen

aufgebaut wird. Ist auf der vorgesehen

Fläche Rasen oder Wiese vorhanden,

dann stechen Sie die Soden

zunächst ab. Die Breite sollte 1,80 m

betragen, damit die Hügelwände später

nicht zu steil werden. Die Länge ist

dagegen beliebig. Richten Sie das Beet

in Nord- Süd- Richtung aus, damit Sie

später nicht eine sonnige und eine

schattige Seite haben, sondern beide

Seiten gleich nutzen können. Der Kern

des Hügels besteht aus groben, holzigen

Abfällen wie Gehölzschnitt und

Staudenstängeln.

Dieser Kern soll etwa einen halben

Meter hoch werden. Darauf können Sie

nun, soweit vorhanden, die Grassoden

mit der Grasseite nach unten legen.

Ansonsten verwenden Sie Erde, z.B.

aus dem Aushub der Baugrube. Die

nächste Schicht besteht aus buntgemischten

Gartenabfällen wie Laub,

Gemüseresten, Grasschnitt, Stroh, etc.

Idealerweise mischen Sie etwas

Kompost darunter, da dieser aber in

einem frisch angelegten Garten meist

nicht vorhanden ist, ist es auch hilfreich,

etwas Kompoststarter unterzumischen,

da auch dieser Bakterienkulturen

enthält, die die Verrottung

im Haufen ankurbeln. Die oberste

Schicht, in der die Pflanzen wurzeln,

besteht wie beim Frühbeet aus guter

Erde mit reifem Kompost. Sie sollte ca.

20 cm dick sein. Da der Hügel durch

die Verrottungsprozesse vor allem im

ersten Jahr sehr viele Nährstoffe enthält,

sollten Sie nährstoffhungrige

Pflanzen wie Zucchini, Kohl, Sellerie,

Kartoffeln oder Gurken anbauen. Mit

Schwachzehrern wie Salaten oder

Radieschen laufen Sie Gefahr, dass Ihr

Gemüse überdüngt wird. Solche

Kulturen werden besser in den

Folgejahren angebaut. Bedenken Sie

auch, dass durch den lockeren Aufbau

das Wasser leicht abläuft, und Sie in

trockenen Zeiten mehr gießen müssen

als auf den ebenen Beeten.

Das Hochbeet ist eigentlich eine

Mischung aus Hügelbeet und Frühbeet,

sozusagen ein Hügelbeet im Kasten. Es

eignet sich besonders bei beengter

Fläche, schlechten Bodenverhältnissen

und für Menschen, die sich nicht gut

bücken können und dankbar sind, wenn

Ihnen die Anbaufläche „entgegenkommt“.

Bionachrichten 1 | Februar/März 2012 45


n_1_12.qxp 01.02.2012 13:42 Seite 46

Biowelt

Reise

Gemeinschaftssinn und Demut vor Gott

Vom einfachen Leben der Amish People – Verzicht auf Strom und Eitelkeit

Text und Bilder: Kirsten Edinger

Hut, Bart, blaues Hemd und Hosenträger: das macht das Erscheinungsbild eines Amish-Mannes aus.

Achtung Kutschen!“ kündigt

ein Schild an, das sich an ei-

„ ner Straße mitten in Lancaster

County, Pennsylvania, befindet –

eine nur drei Autostunden von New

York entfernte Idylle, in der die

Bauernhöfe ohne Elektrizität und

moderne Maschinen auskommen.

Hier leben die Amish People, eine

christliche Glaubensgemeinschaft,

die sich überwiegend im Nordosten

der USA und einigen Gebieten

Ontarios, Kanada, ansiedeln.

Was die Amish ausmacht, ist vor allem

ihre Ablehnung von allem

„Weltlichen“: technische Erfindungen

wie Autos und Traktoren, jegliche

Elektrizität und modische Kleidung

sind tabu. Die Familie, die oft mehr als

zehn Kinder groß zieht, hat eine hohe

Priorität, genauso wie die Gemeinschaft

unter gläubigen Gleichgesinnten.

Lange Bärte, dunkle Kleider

Statt mit Autos zu fahren, spannen die

Amish People Pferde vor ihre schwarz

lackierten Kutschen. Ihre Kinder besuchen

eigens für die Glaubensgemeinschaft

gegründete Schulen. Und auch

46 Bionachrichten 1 | Februar/März 2012

im Aussehen der Amisch spiegelt sich

die Schlichtheit, die die strenge Tradition

fordert, wider. Verheiratete Männer

tragen lange Vollbärte, Strohhüte mit

breiten Krempen und Hosen mit Hosenträgern.

Die Frauen tragen unauffällige

Kleider, meistens dunkel, ohne

Muster, und dazu immer eine Haube,

als Zeichen der Demut vor Gott. Der

uniforme Kleidungsstil stärkt das

Gemeinschaftsgefühl und setzt alle auf

eine gleiche soziale Ebene.

Partnersuche beim Singen

Es gibt ca. 90 amische Schulen, an die

jede Familie einen Anteil abhängig von

ihrem Einkommen zahlt. Vom Staat

werden die Schulen selten überprüft,

und er mischt sich auch nicht ein.

Lesen, Schreiben, Rechnen, künstlerisches

Gestalten, Singen, und Spielen

wird von jungen Frauen unterrichtet.

Eine High School kennen amische

Kinder nicht: Nach dem 15. Lebensjahr,

bzw. der 8. Klasse erhalten eine

landwirtschaftliche und hauswirtschaftliche

Ausbildung. Die Kinder durchleben

wie die Erwachsenen Versuchungen,

Zweifel und Rebellion, doch trotz

der strengen Regeln entscheidet sich

die Mehrheit, amisch zu bleiben.

Manche möchten den Familienzusammenhalt

nicht missen, andere wollen

nicht verbannt werden. Die Jugendlichen

haben bis zum 16. Lebensjahr, in

dem sie getauft werden, relativ viele

Freiheiten. Sie treffen sie sich regelmäßig

zum Singen, wo sie die Möglichkeit

haben, ihren zukünftigen Ehepartner

kennenzulernen.

Hilfe von außen lehnen sie ab

Die Gemeinschaftssinn ist bei den

Amisch stark ausgeprägt. Wenn jemand

Hilfe braucht beim Bau eines Hauses,

bei der Ernte, den Hochzeitsvorbereitungen

oder nach dem Brand einer

Scheune – Familienmitglieder und

Nachbarn sind füreinander da. Kinder

sind die Rentenversicherung der vorangegangenen

Generationen, die Großeltern

leben ebenfalls auf dem Grundstück

und werden von der Familie mitversorgt.

Der Beitritt zur Krankenkasse

und Sozialhilfe vom Staat werden

abgelehnt. Nur in Notfällen wird ein

Arzt gerufen oder ein Krankenhaus in

Anspruch genommen.


eit

bn_1_12.qxp 01.02.2012 13:43 Seite 47

Krankenkosten werden aus Spenden

finanziert

Um Krankenkosten, die ein enormes

Maß erreichen können, zu decken, haben

die Amish eigene Selbsthilfeorganisationen

wie Amisch Aid gegründet.

Alle Kosten werden durch

Spenden getragen. Zuerst versuchen

die Familien, die Behandlungskosten

selbst zu tragen. Wenn sie zu hoch

werden, trägt man sein Anliegen dem

Diakon der Gemeinde vor. Dieser verkündet

die anstehenden Kosten an

einem Sonntag öffentlich und sammelt

in der folgenden Woche die Spenden

ein. Reicht dies nicht, werden eventuell

Nachbargemeinden angesprochen.

Nachbarschaftliche Hilfe wird aber

nicht nur durch Geld, sondern besonders

durch emotionale Unterstützung

geleistet. Bisher hat diese Subsidiarität

gut funktioniert.

Die Sprache klingt wie der Pfälzer

Dialekt

Gründer der Amish People war Jakob

Ammann, ein Mennoniten-Ältester aus

der Schweiz, dessen radikale Forderungen

nach einem Leben in Schlichtheit

und Bescheidenheit Ende des 17.

Jahrhunderts zu einer Spaltung der

mennonitischen Gemeinde führte. Weil

sie verfolgt wurden, wanderten viele

ihrer Mitglieder Anfang des 18. Jahrhunderts

aus der Schweiz, dem Rheinland

und der Pfalz nach Pennsylvania

in Nordamerika aus. Heute leben sie

jedoch weit verstreut in vielen Staaten

der USA und Kanada. An der Sprache,

dem sogenannten Pennsylvania-Dutch,

das an einen den pfälzischen Dialekt

erinnert, lassen sich ihre Wurzeln erkennen.

Gegenseitiges Füße waschen

Jeden zweiten Sonntag wird im Wohnzimmer

eines ausgelosten Gemeindemitglieds

ein Gottesdienst auf Hochdeutsch

abgehalten. Dieser beginnt mit

einem Lied aus dem Ausbund, dem

ältesten täuferischen Gesangbuch.

Nach einer kurzen Ansprache hält der

Prediger die zweistündige Hauptpredigt,

dann folgen Kommentare der

Gemeinde und ein Segensgebet. Anschließend

waschen sich alle gegenseitig

die Füße wie Jesu in Joh. 13, um

damit Demut, Liebe und die Bereitschaft,

einander zu dienen auszudrücken,

bevor sie sich zu einem von der

Gastfamilie bereiteten Essen zusammenfinden.

Man lebt stark nach

Glaubensprinzipien und Traditionen.

Es findet kein privates Bibelstudium

statt, es wird aber jeden Tag aus der

Bibel gelesen, beispielsweise beim

Frühstück.

Haushalte haben keinen Strom

Beim Blick in die Landschaft sieht man

sich weit dahinziehende, hügelige Wiesen

und Felder, aus denen Scheunen,

Windräder, die typischen hohen silberfarbenen

Silos und die dazugehörigen

weiß gestrichenen Farmhäuser herausragen.

Die Inneneinrichtung besteht aus

einfachen, blau, grün oder grau gestrichenen

Wänden, Jalousien, handgemachten

Patchworkdecken, geknüpften

Teppichen und einem Kohle- Öl- oder

Gasofen in der Küche, weshalb die

Wärme nicht in alle Zimmer dringen

kann. Da sie Elektrizität ablehnen, verwenden

die Amisch Gaskühlschränke,

Gas-, Benzin- oder Dieselmotoren für

Melkmaschinen und Milchkühlanlagen,

Windmühlen, Wasserräder und fußbetriebene

Nähmaschinen, während Petroleumlampen

und Gaslaternen Licht

geben.

Traditionelle Berufe in Handwerk

und Landwirtschaft

Die meisten Berufe der Amish haben

mit der Landwirtschaft zu tun. Die

Feldarbeit wird mit Pferden erledigt,

die Amish haben dafür hocheffiziente

Geräte entwickelt. Besondere Spezia-

lisierungen gibt es auch für Milchproduktion,

Geflügel-, Schweine-, oder

Rinderhaltung, Kartoffel-, oder Tomatenanbau.

Das auf dem 10- 50 ha großen

Feld angebaute Gemüse versorgt

die Märkte in den umliegenden Städten.

Die Amish handeln aber auch mit

Vieh, Stroh, Mais und Heu. Manche

arbeiten in traditionellen Berufen als

Zimmermänner oder Maler, in Baufirmen

und der Holzindustrie, oder selbständig

als Kutschenbauer, Schmiede,

Drucker, Maurer, Bauunternehmer,

Schreiner, Uhrmacher oder Schuster.

Die Zeitung als wichtiges Medium

Die sozialen Kontakte halten die Amish

People aufgrund der großen Entfernungen

und ohne Telefon durch die

örtliche Amische Zeitung aufrecht.

Dort sind viele persönliche Nachrichten

zu lesen, wie z.B. wer welche Operation

hatte, wer wohin verreist, wer

umgezogen, geboren oder gestorben ist,

oder wer geheiratet hat.

Bis zu 16 Kinder pro Familie

Der Zuwachs der Amish beläuft sich im

Jahr auf etwa 6 Prozent, alle 18 bis 20

Jahre verdoppelt sich ihre Mitgliederzahl.

Einige Amish-Gemeinden

verdoppeln sich schon alle 15 Jahre.

Sie haben 12 bis 16 Kinder pro Familie,

das sind etwa 57 Geburten auf

1.000 Einwohner. Zum Vergleich:

Deutschland hat 9 Geburten auf 1.000

Einwohner.

Die Autorin Kirsten Edinger ist eine

Bekannte von Biokreis-Berater Roland

Weber und lebt mit ihrer Familie seit 1998

in Ontario, Kanada. Sie kauft gerne auf

dem „Farmers Markt“ nördlich von

Kitchener in St. Jacobs ein. Dort bieten viele

Amish People ihre Ware an, von frischem

Gemüse über Ahornsirup bis hin zu selbst

gemachten Kuchen und 'Apple Butter'. Da

die Edingers aus Baden kommen, können

sie sich mit den Amish in ihrem breitesten

Dialekt unterhalten.

Autos gibt es nicht, dafür Kutschen. Kinder auf dem Schulweg.

Verkäufer auf dem Markt.

Bionachrichten 1 | Februar/März 2012 47

Reise Biowelt


n_1_12.qxp 01.02.2012 13:44 Seite 48

Biowelt

Marktplatz

Warenbörse-Angebote

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Bayern

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Freinhausen; Tel.; 08446/1450 od.0175/5122198;

Erbsen/Triticale Gemenge 60/40 ca. 8 to;

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geerntete Bio-Futterkarotten oder Karotten zum

Saften.; Hofmann, 90425 Nürnberg; Tel.;

0173/3674499;

*Biokreis

50 Silage-Rundballen (1. und 3. Schnitt); Top

Qualität, ampferarm; Markus Blenk, 87497

Wertach; Tel.; 0162/4261892

Heu zu verkaufen; Willibald Walter GdbR,

92331 Parsberg; Tel.; 94925390;

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Kolbenreiche Maiscobs im Bigpack Je 1100Kg.

Lieferung nach BW und BY. Gerne auch Stroh

und Grummet. Tel. 01713338098; Baur und

Leimer, 86751 Mönchsdeggingen;

*Biokreis

10 DZ A-Bio Soja, nicht geröstet.; Andreas

Berg, 84149 Velden; Tel.; 98742/1089 od. 448;

*Biokreis

Kleegrascobs; Martin Pallauf, 83623 Baiernrain;

Tel.; 1736875154;

4 to Hafer-Ackerbohnengemenge; Michael Härterich,

97532 Ebertshausen; Tel.; 09724/1479;

48 Bionachrichten 1 | Februar/März 2012

Baden-Württemberg

Heu; Jörg Schneider, 72250 Freudenstadt; Tel.;

07442 122369

Futterkartoffeln; größere Mengen, lose.;

Reinhard und Lebrecht Schneider, 79224

Umkirch; Tel.; 07665 940160

Andere Regionen

Bio-Silageballen; 1,30 m, 2ter und 3ter Schnitte

2011; Hubert Groß, 36157 Ebersburg; Tel.;

06656-9110999

Bio-Silageballen; Silageballen 1,30m, 2.+3.

Schnitt 2011; Hubert Groß, 36157 Ebersburg;

Tel.; 06656/9110999; *Biokreis

Süßlupinen; Sorte: HAAGS BLAUE, ca. 8 to;

Arnold Kröger, 29581 Barnsen; Tel.; 05808 220;

Konsumware

Bayern

Wir haben Bio-Karotten zum saften. Gemüse

Hofmann, 90425 Nürnberg; Tel.0911 343161

*Biokreis

Dünge-Kompost; habe ca. 400 kbm abgelagerten

Kompost abzugeben. Abholung ab Lkr.

Erlangen. Lademöglichkeit vorhanden.; Gerhard

Fischer, 91090 Effeltrich; Tel.; 01714408634;

*Biokreis

Buchweizen; gereinigt, zu verkaufen; Gottfried

Prähofer, 84371 Triftern; Tel.; 8574483;

*Biokreis

Dinkel; ca. 20 Tonnen zu verkaufen; Ferdinand

Fürmann, 84529 Tittmoning; Tel.; 86831346;

*Biokreis

Rote Beete; 5 to; Kübler Tobias, 91334

Hemhofen *Biokreis

Biete Speisekartoffeln der Sorten Ditta, Laura

und Agria. Lose oder gepackt (2,5kg, 5,0kg, 12,5

kg oder 25,0kg). Weitere Informationen unter

www.grabendorfer.de. Grabendorfer, 85053 Ingolstadt;

Tel.; 0841/88197929; *Biokreis

Baden-Württemberg

Speisekartoffeln; Speisekartoffeln der Sorten

Nicola, Melina, Selma, Talent, Rosara; Gerhard

Noller, 74427 Fichtenberg; Tel.; 07971-5650;

Ziegenfleisch und Wurst; Bio Wurst und Fleisch

von junge Ziegen laufend zu verkaufen; Bihler

Josef, 88260 Argenbühl; Tel.; 07566-907790

Andere Regionen

Speisekartoffeln; Sorte Rosara, Allians, Agria,

Prima Donna, Anuschka in 2,5kg, 5kg, 12,5kg,

25kg, lose; Gerhard Gros, 65232 Taunusstein;

Tel.; 0170-3840060

Speisekartoffeln; 1 to Kartoffeln Solara, ca. 400

kg Ditta, Agria, Rosara abgepackt in 25kg; Jörg

Schaupeter, 55758 Allenbach; Tel.; 06786/2640;

Speisekartoffeln Agria; ca. 4 t; Gerhard Gerster,

06632 Balgstädt; Tel.; 034465-21005

Mensch & Land

Bayern

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mit 12 Tierarten westlich von Augsburg Tel.;

08257-8672;

Stelle; Leitung Gärtnerei; Gabriele Niedermeier,

85244 Schönbrunn; Tel.; 08139/800-8331

Wir bieten; unkomplizierten Familien im Raum

Nördlingen bis Augsburg, interessantes

Einkommen mit Nachhaltigkeit. Tel. Mobil 0170

5712337 Gerhard Steinmeyer, 86739 Ederheim;

Tel.; 0908122679; *Biokreis

Andere Regionen

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Gemüsegärtner für Selbstversorgergarten

in Anbindung an bestehenden Hofladen.

Erfahrungen im Baumschnitt und Garten- und

Landschaftsbau wären vorteilhaft.; Sina Reichenbach,

36318 Schwalmtal; Tel.; 06638/961145

sonstige Betriebsmittel

Bayern

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Franz Floßmann, 83646 Wackersberg-Oberfischbach;

Tel.; 08041 59 16;

Andere Regionen

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Biowelt

Marktplatz

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(täglich von 9 bis 18 Uhr)

begrüßen zu dürfen.

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sowie 1 Jungbulle, Fleisch-Angus-Charolais,

Alter: 1 Jahr zu verkaufen Tel. 0160 457 34 16;

Anton Bauer, 94327 Bogen; Tel.; 99622274;

*Biokreis

zwei genetisch hornlose FV-Jungkühe aus Top-

Abstammung mit guter Milchleistung abzugeben.

Weide- und Laufstallgewohnt.; Anton Daxenbichler,

83104 Tuntenhausen; Tel.; 08065596;

*Biokreis

genetisch hornlose FV-Bullenkälber; Top Abstammung

mit genomischer Zuchtwertschätzung,

Laufstall-gewohnt, menschenbezogen.; Anton

Daxenbichler, 83104 Tuntenhausen; Tel.;

08065596; *Biokreis

Angus-Absetzer; Wunderschöne Angus-Absetzer

aus ganzjähriger Weidehaltung abzugeben.;

Peter Eder, 83451 Piding; Tel.; 086561655;

*Biokreis

Angus-Mutterkühe; Wunderschöne Angus-

Mutterkühe mit oder ohne Kalb aus ganzjähriger

Weidehaltung abzugeben.; Peter Eder, 83451

Piding; Tel.; 86561655; *Biokreis

2 Absetzer Fleckvieh männl. /Weibl.; Georg

Ziegler, 83253 Rimsting; Tel.; 08051/5350;

*Biokreis

Mutterkuh mit Kalb; Jungkuh,frisch gekalbt,

mit Blond-Stierkalb zu verkaufen.; Georg

Hagspiel, 87549 Rettenberg; Tel.; 08379-7424;

männliches BV-Kalb; BV-Kalb männlich, genetisch

hornlos mit LN zu verkaufen; Stefan

Schreyer, 87675 Stötten; Tel.; 08349/976337

Fleckvieh-Jungkühe; Die Tiere sind enthornt,

laufstall- und weidegewohnt; Bartholomäus

Kronast, 83549 Eiselfing; Tel.; 0172 567 88 32

oder 08071 904 535;

Hinterwälder Ochsenabsetzer zur Weidemast

abzugeben; Jürgen Kreps, 63863 Eschau; Tel.;

0160 720 87 52

2 Fleckviehabsetzer männl. weibl.; Ziegler,

83253 Rimsting/Chiemsee; Tel.; 08051/5350;

*Biokreis

Zwei BV Kuhkälber; mit Horn; Waltraud

Högner, 87663 Lengenwang; Tel.; 08364-8668;

*Biokreis

Heidschnucken; kleinere Herde, trächtige

Muttertiere und Jungtiere, abzugeben; Ferdinand

Fürmann, 84529 Tittmoning; Tel.; 086831346;

*Biokreis

Baden-Württemberg

Gesunde kräftige Ferkel; Ferkel Bentheimer

Duroc Mix abzugeben, 10 Wochen alt; Lothar

Maute, 78628 Rottweil; Tel.; 0741 334 34;

20 Ferkel Schwäbisch Hällisch; 20x Schwäb-

Hällische Ferkel ca. 20-25kg.; Sven Maier, 72

401 Haigerloch; Tel.; 07474- 1312;

3 Hinterwälder mit Kalb; Biete 3 Hinterwälder-

Mutterkühe jeweils mit männl. Kalb; Joachim

Lange, 88521 Ertingen; Tel.; 07371-44437;

Andere Regionen

Shropshire Schafe; 3 Tiere (2 x weiblich, 1 x

männlich), 2 - 3 Jahre alt; Franz Laimer, 39019

Dorf Tirol; Tel.; 0039/0473/923540

GV Kuh; Erste Laktation, Versteigeung am

12.01.2012 in Bozen; Hannes Schwienbacher,

39016 St. Walburg; Tel.; 0039/0473/795386

Großrahmig abgekalbte sbt-Färse zu verkaufen;

Großrahmig abgekalbte sbt-Färse für modernen

Laufstall zu verkaufen; Bernhard Kaemena,

28357 Bremen; Tel.; 1732089833;

Gesuche

Futter

Andere Regionen

Futtergetreide; Brömmelsiek, 33829 Borgholzhausen;

Tel.; 05425-1561;

Grassilage, Maissilage, Heu; Suche ggf. für

2012 o.g. Silagen; Hubert Frohn, 52152 Simmerath;

Tel.; 02473/5121;

Suche Heu; ; Hollands, 49536 Lienen; Tel.;

05483/77053;

Suche Grassilage; Hollands, 49536 Lienen;

Tel.; 05483/77053;

Heu/Heulage; Suche 10 Rundballen schimmelfreies

Heu, oder Heulage.; Sören Kötting, 24376

Kappeln; Tel.; 04642/9658220

Konsumware

Bayern

Sommeremmer ca 1 Tonne für Aussaat gesucht!;

Oehler, 82431 Kochel; Tel.; 8851614633;

Bio-Wirtshaus "Zum Fliegerbauer"

Freitag, 9. März, 19 Uhr

Krimi mit Dinner – Mördernacht

„Die verrückte Entführung des

- dicken - Mr. Stone“

Wir bieten Platz für bis zu 90 Gäste an.

Menüs – Buffets – Catering in Bio-Qualität.

Auch außer Haus oder zur Abholung.

Bitte reservieren Sie rechtzeitig für Ihre

Familien- oder Firmenfeier.

Geöffnet Mo., Mittw. u. Do. 16 - 1 Uhr

Fr.-So. & Feiertage 10 - 1 Uhr

und auf Anfrage

Bitte reservieren Sie unter:

Tel. 0851 - 988 34 39

www.biowirtshaus.de

Ökologisches Zentrum Passau Stelzlhof

Samstag, 24. März, 9 – 14 Uhr

Haus- u.Textilpflege: Wieviel Chemie ist

nötig?

Informationen, Tipps und Herstellung von

natürlichen Alternativen zu herkömmlichen

Haushalts-, Reinigungs- und Pflegemitteln, die

durch ihre zweifelhaften Inhaltsstoffe unsere

Umwelt und Gesundheit gefährden.

Ort: Stelzlhof 1, 94034 Passau

Referentinnen: Birgit Hofer, Barbara Alt

Teilnahmegebühr 40 Euro. Diese beinhalten die

Vortrags-Unterlagen, Material für während des

Tages herzustellende Produkte (zur Mitnahme

vorgesehen) sowie eine Kaffe/Teepause mit

Imbiss.

Weitere Infos und Anmeldung unter:

info@bn-passau.de

Ökologisches Zentrum Passau-Stelzlhof e.V.

Ökostation des Bund Naturschutz für

Niederbayern

Stelzlhof 1 · 94034 Passau

Telefon 08 51 / 9 66 93 66

Stadtbus-Linie 6/Stelzlhof

www.stelzlhof.de


n_1_12.qxp 01.02.2012 13:45 Seite 52

Biowelt

Marktplatz

Mensch & Land

Bayern

Nach Verlust der Fläche an die Baulobby sucht

Betriebsleiterin, erfahren in 10 -jährigem 3 ha

Gemüse und Getreideanbau, Betrieb oder

Teilbetrieb, für Beerenobst, Kräuter, Gemüseanbau,

nach Permakulturrichtlinien. Fläche muss

nicht Bio sein, stelle ich um. Vermarktung in

Form eines Lieferdienstes 50 km um

Rechtmehring 10 Jahre aufgebaut. Telefon:

08076-887464 oder gudrun@gemuesefee.de.

*Biokreis

Hofstelle oder Einliegerwohnung auf Hof im

südl. Bayern gesucht; mind. 7 ha umliegender

Grund, Pacht auf Lebenszeit, Mitarbeit und

Betreuung gerne möglich; Ursula Kerscher,

87448 Waltenhofen; Tel.; 08379/7289629

Weide oder Wiese für Jungvieh zu pachten

gesucht. Otto Weinberger, 84568 Pleiskirchen

Tel. 08635/888 *Biokreis

Suche einen Azubi zum Landwirt bzw.

Pferdewirt, Schwerpunkt: Zucht und Haltung;

Voraussetzung: Erfahrung im Umgang mit

Pferden und Reitabzeichen IV; Emil Menig,

97717 Sulzthal; Tel.; 09704 13 77;

Andere Regionen

Lehrling oder Gesellen (w/m) für Gemüsebau,

Gemüsezüchtung und Züchtungsforschung;

Christina Henatsch, 22926 Ahrensburg; Tel.;

04102-469430

junge Familie sucht Arbeits- u. Lebensort; Wir

(Beide Ende 20, er Techniker/sie Landwirtin) mit

unseren 3 kleinen Kindern (3,5 und Zwillinge 1,5

Jahre alt) suchen Betriebsgemeinschaft / Betrieb

mit mehren Angestellten als neuen Arbeits- und

Lebensort. Erfahrungen im Stall, Ackerbau und

Gemüsebau vorhanden. Suchen eine neue langfristige

Heimat ab Anfang Juli 2012.; Herr

Niedermann, 47533 Kleve; Tel.; 02821/7609174

Hof; Hof zur Übernahme gesucht - nur Obst-

/Gemüse- bzw. Kräuter- und Heilpflanzenanbau -

möglichst im Raum Oberbayern, Schwaben oder

Mittelfranken; Heike Bahr-Luther, 45470

Mülheim/Ruhr; Tel.; 0208-431211;

der Bioladen auf Achse

www.frisches-biogemuese.de

Tel.: 08726/1686

52 Bionachrichten 1 | Februar/März 2012

Lehrling für Mlchviehbetrieb (70 Kühe) mit

Martkfrucht; Jochen Wack, 66399 Ommersheim;

Tel.; 1796746257;

Wohnung; Unkonventionelle 3-4 Zimmerwohnung

mit Garten/ Balkon in Kiel und Umgebung

von Dipl.Ing.agr.+ Hund gesucht. Bitte in der

Geschäftsstelle melden.; Geschäftsstelle, 24768

Rendsburg; Tel.; 4331;

Tiere

Bayern

Kalbinnenaufzucht Betrieb; Helmut Schmidt,

90552 Haimendorf; Tel.; 09120 180 96 96

Suche Betrieb für Jungviehaufzucht; Suche

Betrieb der unser Jungvieh aufnimmt und aufzieht;

Alfons und Anne Weinhart, 87488

Betzigau; Tel.; 0831/75471; *Biokreis

Zwei weibliche Lämmer; Zwei weibliche

Lämmer für kleinen Streichelzoo auf Bioland-

Hof gesucht. Bevorzugt Flaschenlämmer aus

Handaufzucht. Bitte alle Rassen anbieten, bevorzugt

Shropshire; Katharina Mayer, 86368

Gersthofen; Tel.; 1,5156E+10;

Suche guten Piemonteser-Altzuchtbullen zur

Zucht; Roman Zängerlein, 97453 Schonungen/Forst;

Tel.; 0171 340 99 62

ml Absetzer 8-12 Monate; möglichst Angus

oder Kreuzung, evtl auch Gelbvieh; Elke und

Günter Stadelmann, 97340 Martinsheim; Tel.;

09332/9486;

freie Milchquote; suche für Februar - April ca.

20 Milchkühe zum Melken. Laufstall mit

Melkstand sowie freie Milchquote vorhanden.

Tel. 0170 5712337; Gerhard Steinmeyer, 86739

Ederheim; Tel.; 0908122679; *Biokreis

Suche gekörten Bergschaftbock zur Zucht;

Elisabeth Berneder, 83233 Bernau; Tel. *Biokreis

Baden-Württemberg

Ferkel; dauerhaft in Baden-Württemberg; Bio-

Landgut Fleisch-EZG, 72108 Rottenburg; Tel.;

07472-984422

Tel.: + 49 (0) 81 45 / 93 08 - 30

E-Mail: zentrale@oekoring.com

www.oekoring.com

www.bioregional.de

Pensionsrinder-Plätze für; 4-6 weibliche Rinder

1-2 Jahre, ganzjährig.; Philadelphia Verein e.V.,

71229 Leonberg; Tel.; 07152-28556;

BV-Zuchtbulle; Ca 12 Monate, weidegewohnt,

für Jungrinder geeignet; Florian Kathan, 88279

Amtzell; Tel.; 7520956664;

Milchkühe gesucht; Suchen zum Bestandsaufbau

Milchkühe der Rasse Fleckvieh oder

Braunvieh.; Karl Hummel, 79252 Stegen-

Eschbach; Tel.; 07661-981107

2 Schlachtschweine; Stefan May, 73491 Neuler;

Tel.; 07366/922858

Vorrangig Braunvieh; Berthold König, 88299

Leutkirch; Tel.; 07561/72798;

Andere Regionen

1-2 Ziegen, Walliser, Toggenburger oder Angora;

auch Kreuzung, kastrierte Böcke bevorzugt; Fred

Schumacher, 57632 Giershausen; Tel.; 02685/

1266;

FV-Zuchtbulle, horntragend; Suche jährigen

Fleckviehzuchtbullen, horntragend, gekört, weidegewohnt,

zum Einastz ab April 2012.; Anne

Koch, 66440 Blieskastel; Tel.; 06842-9238-0

(AB)/ 12 (ab 19 Uhr);

Suche Fresser; Als reiner Mastbetrieb sind wir

auf der Suche nach Fressern zur Bestandsergänzung.

Damit diese nach dem 25.07.2013 als

Biofleischrinder verkauft werden können, sollten

diese um die 4-7 Monate alt sein. Die Bullen

maximal 6 Monate da wir diese als Ochsen zu

Feneberg verkaufen möchten. Rassen halten wir

viele vom Fleckvieh, Limousine, Charolais über

alle Fleischrassenkreuzungen, nicht Schwarzbunte

und Holsteinische. Yvonne Duttlinger,

78194 Immendingen; Tel.; 0151 25217290

BioNachrichten

Anzeigen/Heidi Scheitza

Stelzlhof 1, 94034 Passau

Tel. 0851/7 56 50-15

Fax 0851/7 56 50-25

scheitza@biokreis.de

Die nächste Ausgabe der BioNachrichten

erscheint am 02. April 2012

Anzeigenschluss: 21. März 2012


n_1_12.qxp 01.02.2012 13:46 Seite 53

Angebote

· Rotes Höhenvieh, Mutterkühe, Färsen u.

Absetzer, Tel. 02723-3132

· Limousin-Herdbuchtiere: mehrere männliche

u. weibliche Absetzer, 6-7 Mon., französische

Abstammung, ab sofort, Tel. 0170-

9224052

· Limousin-Herdbuchbetrieb bietet ständig

sehr ruhige, genetisch hornlose sowie enthornte

Deckbullen der aktuellen französischen,

luxemburgischen und deutschen

Spitzenvererber, teilweise neutral in

Eickelborn geprüft, Tel. 02762-3000

· Angus-Herdbuchtiere, Kühe mit und ohne

Kalb, gekörte Bullen, Tel. 05643-488

Anzeige

Warenbörse Biokreis NRW / Mitte

· Futtergetreide, neue Ernte; Limousin-

Herdbuchbulle; Heu und Kleegras- Silage

RB 1,25 m, neue Ernte; Rau Rototiller mit

Amazone Sämaschine, 2,50m Arbeitsbreite,

top Zustand, Raum Vogelsberg/ Rhön,

Tel. 06054-6113 o. 0170-3102636

· Biokartoffeln „Granola“ o. „Anuschka“;

Traktor MF 254S, gepflegter Schlepper von

Kleinlandwirt, 5180 St., Frontlader, 2 x DW

Steuergeräte, optisch und technisch guter

Zustand, Preis VB, Besichtigung erwünscht,

Tel. 02750-978066 o. 0160-250 60 12

· Limousin-Kuh mit Kalb sowie 1 Herdbuchkuh

kalbend Ende Nov.; Siloblockschneider

Strautmann, Hydrofox FH, Maschinentyp

244 Raum Brilon, Tel. 05632-7441

· Angus: 2 tragende Rinder, Tel. 05643-8229

o. - 8214

· Bio-Silageballen D: 1,30 m, 2. u. 3. Schnitt

2011; Original Deutz Frontgewichte, 14

Stück a 43 kg, mit Anbauzugmaul und

Zugpendel komplett, Tel. 06656-9110999

· Stroh (Ernte 2011), regenfrei, ca. 40 Rundballen

Tel. 0175-9992014

Gesuche

· Ständig gute weibl. Absetzer, gängige

Fleischrassen von Biokreis-Betrieb gesucht,

Tel. 0170-4579972

Marktplatz Biowelt

Bezüglich aller o.g. Angebote und zur Abgabe

von Angeboten für die nächste Ausgabe können

sie sich auch unter 02733-124455 an die

Biokreis Geschäftsstelle NRW wenden!

Freiland Puten Fahrenzhausen GmbH ist ein dynamisches Unternehmen in der Bio-Geflügelerzeugung.

Wir brauchen Vestärkung durch eine/einen

Ökotrophologen oder Fleischtechnologen (m/w)

Sie haben ein abgeschlossenes Studium oder einen vergleichbaren Abschluss und möchten in einem

jungen Team den Bio-Markt mitgestalten. Ihre Aufgaben reichen von Dokumentationen und QS im

Verpackungsmaterialbereich bis hin zu Rezepturüberwachung bzw. -neuentwicklung.

Bitte schicken Sie Ihre aussagekräftige Bewerbung mit Gehaltsvorstellung und nächstmöglichen

Eintrittstermin an:

Freiland Puten Fahrenzhausen GmbH, Gewerbering 5, 85777 Fahrenzhausen,

stefan.mutter@freiland-puten.de – Wir freuen uns auf Sie!

Wir verlosen

zwei umweltfreundliche Fotoalben aus 100

Prozent Recyclingpapier und zwei umweltfreundliche

Stifteboxen aus Holz von der

Werkhaus pop edition. Schicken Sie uns einfach

eine Postkarte mit dem Stichwort

„Verlosung“ an: Redaktion Bionachrichten,

Biokreis e.V., Stelzlhof 1, 94034 Passau,

oder senden Sie uns eine E-Mail an

kuhnt@biokreis.de.

Viel Glück!

Die Bücher der Dezemberverlosung haben

gewonnen: Hermann Kreitner, 81477 München,

und Sonja Nies, 26802 Moormerland.

Herzlichen Glückwunsch!

Bionachrichten 1 | Februar/März 2012 53


n_1_12.qxp 01.02.2012 13:46 Seite 54

Biowelt

Bild: Simone Kuhnt

Bücher / Vorschau / Impressum

Bücher

Der Kritische Agrarbericht 2012

Seit 1993 veröffentlicht das Agrar Bündnis

jährlich mit dem „Kritischen Agrarbericht“

eine Zusammenfassung der agrarpolitischen

Debatte, wie sie sonst nirgendwo in dieser

Breite behandelt wird. In 47 Beiträgen von

Autorinnen und Autoren aus Wissenschaft

und Praxis sowie aus Verbänden und Politik

werden die agrarpolitischen Geschehnisse

im Jahr 2011 analysiert und die Weichenstellung

für die Zukunft diskutiert. „Der

kritische Agrarbericht“ bietet Informationen

und Argumentationshilfen für alle agrarpolitisch

interessierten Laien und Praktiker,

Entscheidungsträger und Multiplikatoren.

Das AgrarBündnis ist ein Zusammenschluss

von derzeit 24 unabhängigen Organisationen

aus Landwirtschaft, Umwelt-, Naturund

Tierschutz sowie Verbraucher- und

Entwicklungspolitik mit insgesamt mehr als

einer Million Einzelmitgliedern.

AgrarBündnis: Der kritische Agrarbericht

2012, ABL-Verlag 2012, Bestelladresse:

Bahnhofstraße 31, 59065 Hamm, Tel:

02381/492288. Fax: 02381/492221. verlag@bauernstimme.de,www.bauernstimme.de,

22 Euro

Impressum

Herausgeber:

Biokreis e.V.

Stelzlhof 1

D-94034 Passau

Tel.: +49 (0) 851 / 7 56 50 - 0

Fax: +49 (0) 851 / 7 56 50 - 25

eMail: info@biokreis.de

www.biokreis.de

54 Bionachrichten 1 | Februar/März 2012

Vorschau Bionachrichten April/Mai: Frauen in der Landwirtschaft

Wie hat sich das Bild der Frau in der Landwirtschaft im Laufe der Zeit gewandelt? Wie gestalten Bäuerinnen

heute Öko-Betrieb, Familie und Gesellschaft mit? Diesen Fragen gehen wir im Titelthema der kommenden

Ausgabe nach. Dazu stellen wir Ihnen eine Auswahl von starken Biokreis-Bäuerinnen vor. Wir berichten

über den Messeauftritt des Biokreis auf der BioFach, porträtieren die regional & fair-Preisträger 2012 sowie

einen weiteren Kandidaten unseres Wettbewerbs Ährlich bio! Dazu kommt natürlich wieder Wissenswertes

aus der Fachberatung.

Auflage:

5000

Gründer:

Heinz Jacob

Redaktion:

Simone Kuhnt

Josef Brunnbauer

Hecken – neu gemacht

In seinem neuem Buch »Hecken – Lebensräume

in Garten und Landschaft«, erschienen

im pala-verlag, zeigt der Vogelstimmenexperte

und Biologe Dr. Uwe Westphal,

wie sich Schönheit und Naturnähe in der

Vielfalt der Hecke ergänzen.Hecken strukturieren

und verbinden Landschaft und

Garten, schützen vor Sonnenhitze und

Wind. Mit fundiertem Hintergrundwissen,

kreativen Denkanstößen und praktischem

Rat weist Uwe Westphal in seinem Buch

den Weg zum Lebensraum Hecke. Detailliert

stellt er Heckenbewohner wie

Haselmaus und Goldammer sowie geeignete

Gehölzarten vor. Standortgerechte Pflanzenwahl,

Platzbedarf und Schnitt werden

praxisnah erklärt und ökologische Zusammenhänge

erläutert. Mit konkreten Gestaltungsbeispielen

wird so der Traum von

Wildrosenhecke, Naschhecke oder Vogelschutzhecke

im Garten wahr.

Uwe Westphal: Hecken – Lebensräume in

Garten und Landschaft, Ökologie, Artenvielfalt,

Praxis, pala-verlag, Darmstadt,

2011, 200 Seiten, 14 Euro

Autoren:

Simone Kuhnt

Sepp Brunnbauer

Hans Meier

Christa Zeitlmann

Marc Boehnke

Eva Schuster

Jörn Bender

Eva Lisges

Regina Schenuit

Andrea Helmer

Hubert Dietrich

Ariane Herrmann

Kirsten Edinger

Dr. Kurt Möller

Dr. Rüdiger Grass

Sepp Moosbauer

Heidi Kelbetz

Anzeigen:

Heidi Scheitza

Tel.: +49 (0) 851 / 7 56 50 - 15

Fax: +49 (0) 851 / 7 56 50 - 25

eMail: scheitza@biokreis.de

Biogas in der Landwirtschaft

Der Tagungsband des Kuratoriums für

Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft

(KTBL) e.V. enthält die Fachbeiträge

des zweiten FNR/KTBL-Kongresses „Biogas

in der Landwirtschaft – Stand und Perspektiven“.

Er wendet sich an Vertreter aus

Wissenschaft, Beratung, Planung, Verwaltung

sowie Biogasanlagenbetreiber und die,

die es werden wollen. Dargestellt wird der

aktuelle Stand des Wissens zu biologischen,

verfahrens- und betriebstechnischen

Maßnahmen zur Stabilisierung und Verbesserung

des Anlagenprozesses. Neue Konversionsmethoden,

Auswirkungen von Anlagenschäden

und rechtliche Neuerungen

für die Biogaserzeugung werden vorgestellt.

Ergänzend finden sich die schriftlichen

Kurzfassungen der ausgestellten wissenschaftlichen

Poster in diesem Tagungsband.

Biogas in der Landwirtschaft – Stand und

Perspektiven, KTBL-Schrift 488, Kuratorium

für Technik und Bauwesen in der

Landwirtschaft e.V., Darmstadt 2011,

Bestelladresse: vertrieb@ktbl.de, Tel.:

06151/7001 189, Bestellnummer: 11488,

406 Seiten, 25 Euro.

Satz und Layout:

Inocentiu Fron

Titelbild: Simone Kuhnt.

Motiv: Anton und Brigitte Knaus mit ihren Töchtern Steffi

und Lisa; Biokreisbetrieb mit Mutterkuhhaltung und

Biogasanlage in Freyung im Bayerischen Wald.

Druck:

Druckerei Tutte, Salzweg

Gedruckt auf umweltfreundlichem, FSC-zertifiziertem Papier

Alle namentlich gekennzeichneten Artikel geben die Meinung des Verfassers wieder, die nicht verbindlich ist für die Meinung der Redaktion. Die in dieser Zeitschrift veröffentlichten Beiträge sind urheberrechtlich geschützt. Nachdruck ist nur mit schriftlicher

Genehmigung der Redaktion möglich. Für unverlangt eingesandte Texte oder Fotos usw. wird keine Haftung übernommen. Bei Leserbriefen behält sich die Redaktion vor, die Texte zu kürzen. Die Redaktion ist nicht für den Inhalt der veröffentlichten

Internet-Adressen verantwortlich. Der Bezug von sechs Ausgaben Bionachrichten pro Jahr ist im Mitgliedsbeitrag für den Biokreis/Erzeugerring e.V. enthalten.


n_1_12.qxp 01.02.2012 13:47 Seite 55

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Marktplatz Biowelt

Bionachrichten 1 | Februar/März 2012 55


n_1_12.qxp 01.02.2012 13:48 Seite 56

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