MAGAZIN 1.10 - Menschen für Menschen

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MAGAZIN 1.10 - Menschen für Menschen

NAGAYAMAGAZIN 1.10Nagaya heißt FriedenSCHWERPUNKT4 BAUERN LERNEN BESSER WIRTSCHAFTENAUSWEGE AUS DER ARMUTSFALLE8 FELDBAU AUF DEM DACH AFRIKASHARTE ARBEIT, KARGER LOHN9 INTERVIEW MIT ALMAZ BÖHMDIE EINSEITIGE ERNÄHRUNGSCHADET DEN KINDERN


REPORTAGE DIE ARMUT DER BAUERNARMUT BEKÄMPFEN„Bitte ermöglichen Sie Kindern, Frauen und Männernim ländlichen Äthiopien, ein menschenwürdigesLeben zu führen. Mit Ihrer Spende!“SO EINFACH IST ES ZU HELFEN!Die Entwicklungsarbeit von Menschen für Menschen beginntan der Graswurzel: in den besonders armen und abgelegenenRegionen Äthiopiens, wo fast alle Menschen von der Landwirtschaftleben. Schon lange schmälern veraltete Kultivierungstechnikendie Erträge der Felder. Die Auswirkungen derKlimaveränderung verschärfen heute die Situation.Mit Ihrer Hilfe können wir die Bevölkerung dabei unterstützen,mit geringen Mitteln ihre Landwirtschaft zu ver -bessern. Erosionsschutz, Bewässerung und neues Pflanzgutsteigern die Ernten und bringen Nahrungssicherheit für dieFamilien.Wir alle haben die Chance zu verhindern, dass MenschenNot leiden: nicht durch Almosen, sondern durch nachhaltigeEntwicklungsprojekte, die Perspektiven geben. Helfen Sie mit!1.000 Baumsetzlinge 25 EuroLandwirtschafts-Trainingfür 100 Teilnehmer (pro Tag)Kleinkredit zur Existenzsicherung(durchschnittlich)100 Euro150 EuroSpendenkonto: 18 18 00 18Stadtsparkasse München BLZ 701 500 00In dankbarer Verbundenheit, Ihre7


ÄTHIOPIEN LAND UND LEUTETraditionelle KleidungEgal wie arm jemand in Äthiopien ist, seinen Stolz sucht er darin, immerso gut gekleidet zu sein wie nur möglich. Was in Europa Anzugund Kostüm, sind dort im Hochland lange Baumwolltücher, die sichdie Menschen kunstvoll um die Schultern wickeln. Bei offiziellen Anlässentragen Frauen ihre „Netelas“, das sind dünne, einen Meterbreite und drei Meter lange Tücher. Die „Gabis“ sind doppelt so dick.Die Baumwolle ist ungefärbt: Weiß ist die Farbe einer äthiopischenFestgesellschaft.Aus einer Hütte in der Kleinstadt Meragna schallen die typischenGeräusche eines Webers: Ein rhythmisches Surren im Zweiviertel-Takt. Das Surren entsteht durch das rasende Abrollen des Fadens aufder Spule des Weberschiffchens, das Abeto Mamo mit atemberaubenderBehändigkeit durch die Längsfäden gleiten lässt. Den Webrahmenhat der Dreißigjährige selbst gebaut. Früher war er Bauer.Doch er hat viele Geschwister und erbte zu wenig Land von seinemVater, um seine eigenen vier Kinder zu ernähren. Ein drei Monate langerWeberei-Kurs von Menschen für Menschen verschaffte ihm seinenBroterwerb. Von Sonnenaufgang bis -untergang schafft er siebenQuadratmeter Tuch. „Ich muss schnell sein, schließlich leben sechsMenschen von meiner Hände Arbeit“, sagt er und webt emsig weiter.ZWISCHEN DEN KULTURENWAS ALMAZ BÖHM AUFFÄLLT, ODER ...... warum Kleidung mehr als nur ein Stück Stoff ist.Über 80 Volksstämme in Äthiopiensprechen eigene Sprachenund pflegen besondereTraditionen. Auchdie regional verschiedenenFrisuren und Kleidungsstilesind fester Bestandteilihrer Identität.Kein Bauer aus dem Nordenwollte statt seiner kurzen Patchworkhosen denWickelrock der Nomaden aus dem Süden tragen.Keine Frau aus dem Osten würde ihre luftigen,bunten Stoffe gegen die schweren Leinenkleideraus dem zentralen Hochland tauschen.In den T-Shirts, Jeans und Anzügen, dieüber Auslands-Importe in äthiopische Städtekommen, würde sich die Landbevölkerung soverkleidet fühlen wie Europäer im Karneval.Um die Kultur und die Eigenständigkeit derMenschen zu bewahren, verteilt unsere Organisationkeine Kleiderspenden. Auch aus finanziellerSicht wäre dies nicht sinnvoll: Die Transportkostensind hoch, die Ware schädigt dielokalen Märkte und schmälert den Verdienstvon Webern und Schneidern. Statt um Almosenohne Zukunftsperspektive muss es vielmehrum „Hilfe zur Selbstentwicklung“ gehen:Durch Einkommen schaffende und -steigerndeMaßnahmen, durch Kleinkredite und Aus- undWeiterbildung können wir die ländliche Bevölkerungin die Lage versetzen, ihre elementarenBedürfnisse selbst zu befriedigen.10


MENSCHEN FÜR MENSCHEN DEUTSCHLANDGENERATION ABC– 2015:DIE JUGEND ENGAGIERT SICHDeutschlandweit sammeln Kinder und Jugendliche mit Feuereifer Spendenfür den Bau einer neuen Schule in Äthiopien.Emersacker Berlin Pfronten Emersacker Heilbronn Castrop-Rauxel„40 Prozent der Kinder in Äthiopien haben keinenZugang zu Bildung – das müssen wir än-Topmodel mit äthiopischen Wurzeln, und dietion ABC – 2015. Mit dabei sind Sara Nuru,dern!“. Auf einer Pressekonferenz im Juni 2009 Jungs der Rockband Killerpilze als Botschaftergab Almaz Böhm den Startschuss für Ge ne ra - der Initiative. Gemeinsam mit DeutschlandsSara in der Theresia-Gerhardinger-Realschule, RavensburgJugend möchten sie ein ehr geiziges Ziel erreichen:Bis Juli 2010 sollen genügend Spendengesammelt sein, um eine neue Schule in Degele,im Südwesten Äthiopiens, zu bauen.Bildung ist der Schlüssel für Entwicklung –darüber sind sich alle einig. Eifrig werden Spon -sorenläufe organisiert, Flohmärkte veranstaltet,Kuchen gebacken und Benefizkonzerte gegeben.Der Spendenstand steigt immer weiter:Ein Drittel der benötigten rund 290.000 Euro istbereits finanziert! Doch noch ist das Ziel nichterreicht. Sara Nuru und die Killerpilze suchenweiter tatkräftige Helfer. Am Ende winkt ein gro -ßer Gewinn: Die kreativste und die erfolgreichsteAktion wird mit einem Unplugged Konzertbzw. einem exklusiven Fotoshooting belohnt.Sicher kennen auch Sie potenzielle Unterstützer:Kinder und Jugendliche, Eltern, Lehrer...Wir zählen auf Ihre Hilfe!Hilfsbedarf beim Pläne schmieden? Aktionsideen und Tipps gibt es in unserem Jugendportal www.IchwillGerechtigkeit.deund unter redaktion@ichwillgerechtigkeit.de oder Tel.: 089 – 38 39 79 61DEUTSCHE BAHN UND SPITZENKÖCHE TISCHEN AUFMit einer einzigartigen Aktion engagieren sich dieDeutsche Bahn und TV-Köche seit Februarals Partner der Bildungsinitiative ABC – 2015.Unter dem Motto „TV-Köche tischen auf“ bringen prominenteSpitzenköche wie Andreas C. Studer, Cornelia Po -letto, Björn Freitag, Mirko Reeh, Stefan Marquard und TimMälzer ein Jahr lang im monatlichen Wechsel je drei Gerichtein die Bordrestaurants von ICE und IC. Pro Menüfließen 50 Cent an die von Sternekoch Eckart Witzigmannund dem Düsseldorfer Feinkosthändler Ralf Bos ins Lebengerufene Initiative „Spitzenköche für Afrika“, welche seit2008 die Bildungsinitiative ABC – 2015 von Menschen fürMenschen in Äthiopien unterstützt. Ziel der kulinarischenSpenden aktion: eine neue Schule für Äthiopien.Almaz und Karlheinz Böhm dankten Initiatoren und Beteiligten:„Mit dieser großartigen Aktion wird ein breites Publikum erreicht und fürdie Bildungssituation in Äthiopien sensibilisiert. Wir hoffen, dass am Endedes Jahres der Grundstein für eine neue Schule gelegt werden kann.“11


Eine Trainerin zeigt Merdasa Firisa (rechts)und einem weiteren Bauern, wie sie die selbsthergestellte Schutzkleidung tragen müssen,um von den Bienen nicht gestochen zu werden.Mein TagMERDASA FIRISA, 36, IMKER IN ILLUBABOR„Honig ist für meine Familie zu einersehr wichtigen Einnahmequelle geworden.“Früher höhlte ich Stücke von Baumstämmenaus und hängte sie hoch in die Äste der Bäume.Ich hoffte, dass ein Bienenvolk sie alsNest aussucht. Die Arbeit war sehr gefährlich:Als ich einmal einen der Bienenstöcke bergenwollte, wurde ich viele Dutzend Male gestochen.Andere Bauern stürzten von den Bäumen,wenn die Bienen sie angriffen, und verletztensich schwer. Aber nun finanziert unsMenschen für Menschen regelmäßig Kurse.Wir haben gelernt, mit Ästen Körbe zu binden,in die wieder verwendbare Holzrahmen gehängtwerden. Die Bienen bauen ihre Wabenan die Rahmen. Diese neuen Bienenstöckekönnen wir an leicht zugänglichen Orten aufstellen,denn jetzt sind wir nicht mehr auf denZufall angewiesen, dass ein wildes Volk darineinzieht: Wir haben gelernt, Bienenvölker einzufangen,und wenn sie sich teilen, in neuenKörben anzusiedeln. Vergangenes Jahr habeich 113 Kilogramm Honig geerntet und ihnfür 1.700 Birr (knapp 100 Euro) verkauft. Dafürmuss ein Lehrer immerhin zwei Monatelang arbeiten. Unsere Schutzkleidung machenwir selbst. Wir befestigen mit HeftklammernMückendraht an Strohhüten: einfach, aberwirkungsvoll!Die Imker-Kurse sind nur eine von vielen Initiativen, mit denen Karlheinz Böhms Äthiopienhilfe den Bauern hilft.Lesen Sie mehr unter: www.menschenfuermenschen.de/Hilfen_fuer_Bauern

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