II. Runder Tisch der EG - PLETTENBERGER MAIPIERE Sportfischer ...

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II. Runder Tisch der EG - PLETTENBERGER MAIPIERE Sportfischer ...

II. Runder Tischder EG – Wasserrahmenrichtliniein der Planungseinheit „Obere Lenne“28. April 2008 im Ratssaal 1 des Rathauses Lennestadt – Altenhundemundin der Planungseinheit „Untere Lenne“7. Mai 2008 im Kreishaus LüdenscheidHauptthemen : Konkretisierung von MaßnahmenDiskussion von Potentialen und RestriktionenFeststellungen in Form von Textfragmenten der WRRL.......gemeinschaftliche Rechtsvorschrift für die ökologische WasserqualitätEine wirksame und zusammenhängende Wasserpolitik muss der Empfindlichkeit vonaquatischen Ökosystemen Rechnung tragen.Der Grundsatz der Deckung der Kosten der Wassernutzung einschließlich umwelt -undressourcenbezogener Kosten in Zusammenhang mit Beeinträchtigungen oder Schädigungender aquatischen Umwelt sollte insbesondere entsprechend dem Verursacherprinzipberücksichtigt werden.Ziel : Vermeidung einer weiteren Verschlechterung, sowie Schutz und Verbesserung desZustandes der aquatischen Ökosysteme .......Anstreben eines stärkeren Schutzes und einer Verbesserung der aquatischen Umwelt, unteranderem durch spezifische Maßnahmen zur schrittweisen Reduzierung von Einleitungen,Emissionen und Verlusten von prioritären Stoffen und durch die Beendigung oder schrittweiseEinstellung von Einleitungen, Emissionen und Verlusten von prioritären gefährlichen Stoffen.Die Bedeutung dieser Texte wird bereits mit dem folgenden ersten Satz der EU – WRRLeindeutig hervorgehoben :„Wasser ist keine übliche Handelsware, sondern ein ererbtes Gut, das geschützt, verteidigt undentsprechend behandelt werden muss“.Planungseinheiten „Obere“ und „Untere“ Lenne.Das Wasser der Strecken dieser beiden planerischen Abschnitte, sieht man von der gutenBewertung einiger Nebenbäche ab, befindet sich , bezogen auf das aquatische Ökosystem,durchgehend in einem schlechten Zustand.Die zu diskutierende Maßnahmenplanung, ihre konkrete Formulierug und spätereUmsetzung, dürften für beide Abschnitte sehr ähnlich sein. Von daher sind die Auswirkungen© Heinrich Breuckmann | II.Runder Tisch O. und U. Lenne.doc 1 / 4


von möglichen Maßnahmen abschnittübergreifend zu denken.Auch wenn aus datentechnischen Gründen ein solches Denken nicht vorgesehen ist ( sieheHandlungsanleitung Bewirtschaftungsplanung NRW), dürfte es für viele Planungseinheitenangebracht sein.Beurteilung des ökologischen Zustandes der Lenne.Der ökologische Zustand eines Gewässers, seines aquatischen Ökosystems, in diesem Fallinsbesondere der Lenne, wird vorwiegend und fast ausschließlich geprägt durch den Zustanddes Wassers welches den jeweiligen Bach oder Fluss durchfließt.Hydromorphologische Defizite sind, zumindest für die Lenne, von absolut untergeordneterBedeutung. Sie bewirken allenfalls eine andere Artenvielfalt als die, welche in einemGewässer, so es denn natürlich dahinfließt und nicht durch menschliche Eingriffe verändertwurde, zu erwarten wäre.Durch eine derart andere Unterwasserfauna und - flora ist das aquatische Ökosystem inseiner Funktionsweise mit Sicherheit anders aufgestellt. Es entspricht gewiss nicht unserenVorstellungen von bestimmten Gewässern oder Gewässerabschnitten welche zum Beispiel derBarben-, Äschen- oder Forellenregion zu zuordnen wären.Damit ist jedoch nicht bewiesen, dass ein derart anderes biologisches Gefüge für das Gewässerals solches von Schaden ist und seine Selbstreinigungskraft beeinträchtigt.Der schlechte und teilweise sehr schlechte Zustand des aquatischen Ökosystems der Lenne istgeprägt und fast ausschließlich zurückzuführen auf jahrelange und auch heute nochanhaltende schlechte Wasserqualität.Die Ursache hierfür ist die nach wie vor ständig hohe Nährstoff – und Schadstoffbelastungdes Lennewassers. Soweit die Konzentrationen der Einleitungen im genehmigten Bereichliegen, sind sie, jedenfalls gehen die Gesetzgeber davon aus, für die Verwertung desLennewassers zur Trinkwassergewinnung und damit für die Gesundheit des Menschenunbedenklich oder zumindest tolerierbar.Die für das aquatische Ökosystem seit vielen Jahren anhaltende schädigende Wirkung desderart belasteten Lennewassers wurde bisher nur wenig beachtet.Die Ursachen für ständig zurückgehende Fischartenvielfalt und Fischdichte wurden von denzuständigen Stellen nicht wirklich beweiskräftig und über mehrere Jahre hin untersucht.Die anhaltend dünnere Besiedlungsdichte mit Fischnährtieren wurde zwar mehrfach vonamtlicher Seite festgestellt, ihr Rückgang jedoch nicht ursächlich mit ständig belastetemWasser in Verbindung gebracht.Das immer größere, inzwischen flächendeckende Algenaufkommen wurde und wird ganzallgemein nicht zurückgeführt auf stark mit Nährstoffen belastetes Wasser, sondern aufintensivere Sonneneinstrahlung und zu wenig beschattete Wasserflächen.Als Verein (Plettenberger Maipiere, Sportfischer e.V. 1936) bewirtschaften wir seit 1937 rund12 km = rund 26 ha der Lenne im Bereich Plettenberg.Vor etwa zwanzig Jahren begannen wir mit regelmäßigen Beprobungen des Lennewassersund Untersuchungen der Benthosfauna.In nunmehr dreizehn Jahren wurde durch jährlich zweimalige Elektrobefischungen derimmer gleichen Referenzstrecken ein aussagekräftiges Fischkataster erstellt.© Heinrich Breuckmann | II.Runder Tisch O. und U. Lenne.doc 2 / 4


Viermal jährlich wird an zwei immer gleichen Probestellen die Belastung des Lennewassersmit Nähr – und Schadstoffen untersucht.Die immer stärker sich entwickelnde Besiedlung der Gewässergrundes mit Algen, wird beijedem Angelgang beobachtet.Als Ergebnis all dieser Untersuchungen und ihrer Auswertungen über einen so langenZeitraum steht für uns fest :Die Ursache für den schlechten Zustand des aquatischen Ökosystems der Planungsgebiete„Obere“ und „Untere“ Lenne ist eindeutig die ständige Belastung der Wassers mit Nähr – undSchadstoffen, deren genehmigte Obergrenzen sich nicht an der Empfindlichkeit der aquatischenÖkosysteme orientieren und darüber hinaus allein schon durch das schiere Mengengewichtsich äußerst schädlich auswirken.Die Einschränkung (Restriktion) zur Erreichung eines guten oder sehr guten ökologischenZustandes des Gewässers Lenne besteht folglich in erster Linie und fast ausschließlich aus derschwierigen und auch kostenträchtigen Aufgabe, das Wasser von Nährstoff – undSchadstofffrachten zu befreien oder diese zumindest so stark zu minimieren, dass dievorhandene Leistungsfähigkeit( das Potential ) des Gewässers Lenne von sich aus sichentwickeln kann hin zu einem Fluss, dessen biologische Bestandteile ( Komponenten ) aufeinen guten ökologischen Zustand hinweisen.Der natürliche Fischbestand ist ein wesentliches Qualitätskriterium der WRRL für den gutenZustand eines Gewässers.Vor diesem Hintergrund wurde das„FISCHBASIERTE BEWERTUNGSSYSTEM FÜR FLIESSGEWÄSSER“ ( FIBS )entwickelt. Es wird bundesweit angewandt.Die bisherige Bewertung der Lenne, ohne Zuhilfenahme der FIBS – Daten, weist dennatürlichen Fischbestand und damit den ökologischen Zustand dieses Gewässers auf seinergesamten Länge als mäßig aus.Es besteht folglich Handlungsbedarf, welcher durch die wesentlich differenziertere undgenauere Bewertung der Fischzönose durch FIBS mit Sicherheit noch größer und dringlicherwerden wird und mit Nachdruck eingefordert werden muss.Da Fische die wohl wichtigste und empfindlichste Indikatorgruppe für die Beurteilung desökologischen Zustandes eines Gewässers sind, müssen die Antworten aufWasserbewirtschaftungsfragen und der daraus sich ergebenden Maßnahmenplanung – undkonkretisierung sich auf die wichtigste Voraussetzung für die Wiederbesiedlung derGewässer, hier der Lenne, mit einem guten Fischbestand konzentrieren.Und diese Voraussetzung ist und bleibt ohne wenn und aber Wasser, welches weitestgehend freivon Nähr – und Schadstoffen ist !Warum sind in erster Linie Fische ein derart wichtiges Merkmal für den ökologischen Zustandeines Gewässers ?Der sich darstellende ökologische Zustand eines Gewässers ist immer das Ergebnis einerlangen Entwicklungszeit, in welcher das aquatische Ökosystem sich so entwickelt hat, wie essich zum Zeitpunkt seiner Beurteilung darstellt.© Heinrich Breuckmann | II.Runder Tisch O. und U. Lenne.doc 3 / 4


Sofern keine plötzlichen und kurzzeitigen Störungen durch für aquatische Lebewesentödliche Schadstofffrachten das Ökosystem empfindlich stören oder gar zerstören, wird essich stets in einem, nur durch regulierende natürliche Vorgänge beeinflußten Gleichgewicht,sprich guten Zustand, befinden.Der jetzige, über viele Jahre sich entwickelte , verstärkende und anhaltend schlechteökologische Zustand der Lenne, das inzwischen weitestgehende Fehlen von natürlichen, sichselbst reproduzierenden Fischbeständen, ist das Ergebnis einer Wasserwirtschaftspolitik,welche, in diesem Fall, für das Wasser der Lenne, welches der Lebensraum und dasLebensmittel der gesamten Unterwasserfauna ist, über Jahrzehnte hin Nährstoff – undSchadstofffrachten tolerierten, durch welche der langsame aber stetige Rückgang der aufweitestgehend unbelastetes Wasser angewiesenen Unterwasserfauna, von Mikroorganismenbis Fischen, sich erklärt.Fische stehen am Ende der Nahrungskette der UnterwasserfaunaBis deren natürliches Aufkommen,abgesehen von einer unmittelbaren Reduzierung durch nichtvorhersehbare Störfälle und Vernichtung von Fischlaich und – brut durch überhöhteSchadstofffrachten, letztlich nach Null hin tendiert, vergeht eine lange Zeit in welcher dieNahrungsgrundlage der Flossenträger sich immer weiter verringert.Fehlende natürliche Fischbestände, in der Lenne von Finnentrop bis Plettenberg ist dernatürliche Fischbestand in den letzten fünfundzwanzig Jahren um rund 90 %,(in Worten : neunzig Prozent) zurückgegangen, sind das Alarmsignal für einen schlechtenökologischen Gewässerzustand schlechthin, da diese letztlich der am Ende stehende Beleg sindfür eine langanhaltende Schädigung des aquatischen Ökosystems einzig durch belastetesWasser.Fische sind folglich ein wichtiges Merkmal, wenn nicht das wichtigste Merkmal für einintaktes oder geschädigtes aquatisches Ökosystem und damit für den guten oder schlechtenökologischen Zustand eines Gewässers.© Heinrich Breuckmann | II.Runder Tisch O. und U. Lenne.doc 4 / 4

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