Ko?nig Ludwig Ii.-Text layout 1

imhofverlag

Ko?nig Ludwig Ii.-Text layout 1

Paul Wietzorek

nig Ludwig II.

von Bayern

DER „MÄRCHENKÖNIG“

UND SEINE SCHLÖSSER

MICHAEL IMHOF VERLAG


S. 1: Ludwig II. in Generalsuniform, Gemälde von W. Tauber, 1864

S. 2/3: Thronsaal im Schloss Neuschwanstein

oben: Schloss Neuschwanstein, Ansicht um 1900

© 2011 Michael Imhof Verlag GmbH & Co. KG

Stettiner Straße 25, D-36100 Petersberg

Tel. 0661/9628286; Fax 0661/63686

www.imhof-verlag.de

Gestaltung und Reproduktion: Michael Imhof Verlag

Druck: Grafisches Centrum Cuno GmbH & Co. KG, Calbe

Printed in EU

ISBN 978-3-86568-683-1

Bildnachweis

Bayerische Schlösserverwaltung, München: Titelbild,

S. 2/3, 7, 15, 38/39, 41, 43, 44 oben, 45 oben, 46–55,

56/57 (Konrad Rainer), 59, 60/61 (Konrad Rainer)

wikipedia: S. 19, 20 oben, 30 oben (Alexander Stohr),

30 unten (Krischnig), 31, 35 (Cezary Piwowarski),

36 (Softeis)

Alle weiteren Abbildungen stammen aus dem Archiv des

Michael Imhof Verlags und von Michael Imhof.

Inhalt

Vorwort . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6

Zeittafel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8

Ludwig II. - Leben und Wirken . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10

Der Prinz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10

Der König . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13

Der Kaiserbrief . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16

Das Tagebuch . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17

Die Kaiserin . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18

Die Verlobte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20

Der Komponist . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21

Die Separatvorstellungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23

Der Schauspieler . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24

Das Ende . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25

Ludwig II. – Der Bauherr . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32

Schloss Hohenschwangau . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 33

Münchner Residenz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34

Schloss Berg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 35

Schloss Neuschwanstein . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 36

nigshaus auf dem Schachen . . . . . . . . . . . . . . . 44

Schloss Linderhof . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 45

Schloss Herrenchiemsee . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 53

Geplante Projekte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 58

Nachwirken . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 62

Literaturauswahl . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 64

Schloss Linderhof, Ansicht um 1900


6 I

Vorwort

Am 13. Juni 1886, am Pfingstsonntag vor 125

Jahren, kam König Ludwig II. von Bayern

im Starnberger See in der Nähe von Schloss

Berg ums Leben. Die Umstände seines Todes

sind bis heute nicht restlos geklärt – eine Tatsache,

die dazu beigetragen hat, den Mythos vom

„Märchenkönig“, wie er volkstümlich genannt

wird, zu begründen und im Bewusstsein der

Menschen zu verankern. Aber gerade dieser Name

weist auf die zwiespältige Persönlichkeit des

nigs hin, der sich mit zunehmendem Lebensalter

unter dem wachsenden Druck seines hohen

Amtes und der quälenden Last persönlicher

Probleme immer stärker der Wirklichkeit

entzog und den Ansprüchen und Problemen

der täglichen, vielfach zermürbenden Regierungsgeschäfte

auswich. Der Realitätsverlust

führte dazu, dass er sich in eine unwirkliche,

märchenhafte Welt der Kunst flüchtete: in die

fiktive Opernwelt Richard Wagners und in die

prunkvolle Architektur seiner Schlösser. Ob

Ludwig nur ein, zwei Jahrhunderte zu spät geboren

wurde, ob er den Herausforderungen seines

Jahrhunderts nicht gewachsen war, wird

kaum jemals mit letzter Sicherheit zu sagen sein.

Die Menschen verdrängen oder vergessen die

andere Seite des „Märchenkönigs“, der die

Nacht zum Tag machte, mit ausufernden Gela-

gen oder mit seinen ausgedehnten nächtlichen

Kutsch- oder Schlittenfahrten, der gegenüber

seinen Bediensteten handgreiflich werden

konnte, der unrealistischen Plänen und Vorstellungen

nachhing, der in einem Zustand zwischen

Kunst und Wirklichkeit, zwischen idealisierenden

Herrschaftsvorstellungen und politisch-bürokratischer

Verwaltung, zwischen dem

Streben nach Hebung des Volkswohls und zunehmender

Isolierung lebte und der nicht zuletzt

unter seiner homosexuellen Veranlagung

litt. Man erinnert sich verständlicherweise an

die Förderung Richard Wagners, der ohne Ludwig

II. wohl kaum Karriere gemacht hätte, an

seine Bausucht, die vielen Handwerkern zu

Lohn und Brot und dem Kunsthandwerk allgemein

zu einem außerordentlichen Aufschwung

verhalf. Man schätzt seine Leutseligkeit dem

einfachen Volk gegenüber und sieht die Bilder

vor sich, die den König groß und schlank und

schön als eine faszinierende Gestalt verherrlichen.

Nachfolgend werden Leben und Wirken Ludwigs

II. nachgezeichnet und seine prunkvollen

Schlossbauten vorgestellt. Abschließend werden

die so unterschiedlichen Formen seines

Nachwirkens skizziert.

nig

Ludwig II.

im Alter von

20 Jahren in

Generalsuniform,

Gemälde von

Ferdinand von

Piloty, 1865


Zeittafel

1845 Geburt Ludwigs II. in Schloss Nymphenburg

in München

1848 Abdankung Ludwigs I. und Regierungsantritt

Maximilians II.

1861 Besuch der 1. Wagner-Oper in München:

„Lohengrin“

1863 Einzige Begegnung mit Otto von Bismarck

in Nymphenburg

8 I

Studien an der Universität München

1864 Thronbesteigung nach dem Tod Maximilians II.

Berufung neuer Minister

Erstes Zusammentreffen mit Richard Wagner und

dessen Berufung nach München

1865 Uraufführung der Wagner-Oper „Tristan und

Isolde“ im Münchener Hof- und Nationaltheater

Besuch Richard Wagners in Hohenschwangau

Ausweisung Wagners aus München

1866 Mobilmachung in Bayern, Eintritt in den Krieg

gegen Preußen an der Seite Österreichs,

entscheidende Niederlage bei Königgrätz,

Schutz- und Trutzbündnis mit Preußen

Besuch Ludwigs II. bei Richard Wagner

in Triebschen in der Schweiz

Reise durch Franken und Besuch der Städte

Bayreuth, Würzburg, Nürnberg

1867 Verlobung mit Sophie, einer Tochter des Herzogs

Maximilian in Bayern am 22. Januar, Auflösung

der Verlobung am 10. Oktober

Besuch der Wartburg, Reise nach Paris und

Pierrefonds

1868 Uraufführung der Wagner-Oper „Die Meistersinger

von Nürnberg“ im Münchener Hoftheater

Erste Planungen zum Bau Neuschwansteins

1869 Grundsteinlegung Schloss Neuschwanstein

Uraufführung der Wagner-Oper „Rheingold“

im Münchener Hoftheater

Beginn der Bauarbeiten an Schloss Linderhof

Erste Aufzeichnungen im geheimen Tagebuch

1870 Uraufführung der Wagner-Oper „Die Walküre“

im Münchener Hoftheater

Mobilmachung zum Krieg gegen Frankreich

Erste Planungen für Schloss Linderhof

Kaiserbrief (30. November)

1871 Gründung des Deutschen Kaiserreichs

einschließlich Bayerns, Siegesparade in München

1872 Grundsteinlegung zum Bayreuther Festspielhaus

Erste Separatvorstellung für Ludwig II. (bis zu

seinem Tod 209 Aufführungen: 154 Schauspiele,

44 Opern, 11 Ballette)

1873 Kauf der Insel Herrenwörth im Chiemsee

(Herrenchiemsee)

Zunehmender Rückzug in die Einsamkeit

1874 Reise nach Paris und Versailles

1875 Ausbruch der Geisteskrankheit bei Prinz Otto,

dem jüngeren Bruder Ludwigs II.

Letzte Teilnahme des Königs an einer Militärparade

Schloss Nymphenburg in München, Geburtsort Ludwigs II.

1876 Zusammentreffen mit Wagner in Bayreuth,

Einweihung des Festspielhauses mit der

Uraufführung des Werks „Der Ring des

Nibelungen“

1878 Grundsteinlegung Neues Schloss Herrenchiemsee

1879 Weitgehende Vollendung von Schloss Linderhof

1880 Letzte Begegnung mit Richard Wagner

in München

1881 Schweizreise des Königs mit dem Schauspieler

Josef Kainz

1882 Uraufführung der Wagner-Oper „Parsifal“

in Bayreuth

1883 Tod Richard Wagners in Venedig

1884 Bedrohliche Verschuldung der königlichen

Kabinettskasse

1885 Erneute Verschuldung des Königs

mit sechs Millionen Mark

1886 Bestätigung der angeblichen, unheilbaren

Geisteserkrankung durch ein ärztliches Gutachten

am 8. Juni, Entmündigung des Königs am 9. Juni

Übernahme der Regentschaft durch

Prinz Luitpold am 10. Juni

Verhaftung der ersten Staatskommission

in Neuschwanstein auf Befehl des Königs

am 10. Juni, Überstellung Ludwigs nach

Schloss Berg durch eine zweite Staatskommission

am 12. Juni

Tod des Königs und seines Arztes im Starnberger

See am 13. Juni

Beisetzung Ludwigs II. in St. Michael in München

am 19. Juni

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