rz multi euro einleit A

wochenschauverlag

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MODUL A: DER WERT GLEICHHEIT

GRUNDLAGEN ZUM WERT GLEICHHEIT

ÜBUNG A-6: DER STREIT UMS KOPFTUCH IM

KLASSENZIMMER

Ziel:

verschiedene politische Dimensionen des Gleichheitsbegriffs herausarbeiten

über Gleichheit beim Tragen religiöser Symbole nachdenken und sich kritisch damit auseinander-

setzen

Methode:

Rollenspiel

Gruppe:

mindestens 12

Dauer:

3-4 Std. je nach Gruppengröße

Materialien A-6:

Texte zum Kopftuchstreit

Materialien für das Rollenspiel (Rollen- und Situationsbeschreibungen, Ablaufplan)

Durchführung:

Rollenspiel in Form einer „Talkshow“ zur Thematik Kopftuchregelung in Schulen und öffentlichen

Gebäuden in Deutschland und Frankreich

Teilnehmer der Talkshow:

Moderator: leitet das Gespräch neutral, stellt Thematik vor, stellt Fragen

Vertreter einer muslimischen Schülerinnen-/Lehrerinnenvereinigung, die ihren Anspruch

verteidigen, in öffentlichen Gebäuden ein Kopftuch zu tragen

Vertreter der deutschen Schulbehörde:

Verfechter einer relativen Trennung von Kirche und Staat

Vertreter der französischen Schulbehörde:

Verfechter einer völligen Trennung von Kirche und Staat

Zuschauer: Sie teilen sich in drei Gruppen auf:

– Befürworter des Kopftuchverbotes

– Gegner des Kopftuchverbotes

– Zuschauer, die Fragen stellen, die kommentieren und Erfahrungsberichte beitragen.

Die restliche Gruppe macht sich Notizen zu den Positionen der Talkshowgäste

(Grundlage für die Auswertung des Rollenspiels).

ABLAUF

1. Vorbereitung der Rollen

Die Teilnehmer bereiten in Kleingruppen mit Hilfe von Materialien ihre Teilnahme an der Talkshow

vor.

Kritische Zuschauerfragen werden vorbereitet (zur Unterstützung der Gegner bzw. Befürworter

eines Kopftuchverbotes).

(Da die Ausgangstexte in den verschiedenen Sprachen leicht unterschiedlich sind, empfi ehlt sich die

Bildung gemischter Arbeitsgruppen, um eine breit gestreute Argumentationshilfe anzubieten.)

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ÜBUNGEN

2. Durchführung der Talkshow

Der Moderator führt durch die Talkshow.

Jeder Talkshowgast gibt ein (vorbereitetes) Statement als Einstieg (max. drei Minuten) und

antwortet auf Fragen.

Auch aus dem Publikum werden Fragen gestellt. Einige Zuschauer machen sich für die Auswertung

Notizen zu den einzelnen Positionen der Talkshowgäste (die Argumente werden gesammelt und

später angepinnt).

3. Auswertung

In der Auswertung der Diskussion werden:

die verschiedenen Aussagen und Haltungen in der Talkshow kritisch refl ektiert

die gehörten Argumente kritisch beleuchtet

die unterschiedlichen Haltungen Deutschlands und Frankreichs geklärt

die Grenzen der Werte „Gleichheit“ und „Freiheit“ (= Religionsfreiheit) diskutiert

die Entscheidungen der Gesetzgeber in Deutschland und Frankreich refl ektiert. Sind sie

nachvollziehbar? Welche Werte werden dabei berührt?

Weiterführende Erläuterungen zum Rollenspiel: siehe Ablaufplan (Materialien A-6)

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Modul A

Modul E Modul D Modul C Modul B

Modul F


MODUL B: DER WERT DEMOKRATIE

DEMOKRATIE ALS EUROPÄISCHER WERT

ÜBUNG B-8: BÜRGERENGAGEMENT VERSUS

POLITIKVERDROSSENHEIT

Ziel:

sich mit Politikverdrossenheit und Europaferne auseinander setzen

die Defi zite der Demokratie in Europa kritisch refl ektieren

die politischen Partizipationsmöglichkeiten in Europa kennen lernen

Methode:

Gruppenarbeit

Diskussion

Gruppe:

ab 6

Dauer:

90 min.

Materialien B-8:

Statistik zur Wahlbeteiligung an Europawahlen

Kommentare zur Europawahl 2004

sowie:

Flipchart

Durchführung:

Bei der Einführung geht der Trainer auf die Entfernung der Bürger zu Europa und die damit

zusammenhängende Politikverdrossenheit ein (siehe Material und Links unter Bemerkungen,

Hinweise). Er führt auf, dass sich diese Bürgerferne in den folgenden oft gehörten Aussagen

widerspiegelt. Diese werden für alle sichtbar auf ein Flipchart geschrieben.

– „Die Politiker interessieren sich doch nur für die Erhöhung ihrer Diäten!“

– „Die Politik ist zu weit weg von ihren Bürgern!“

– „Meine Stimme zählt ja doch nichts!“

Die Statistik zur Wahlbeteiligung bei den Europawahlen 1979 – 2004 wird ausgeteilt.

Anschließend werden die Teilnehmer in drei Gruppen eingeteilt, die sich jeweils in einem Stuhlkreis

zusammensetzen. Jede Gruppe erhält eine der oben aufgeführten Aussagen und soll innerhalb

von 20 Minuten die folgenden Fragen diskutieren:

– Was will euch diese Aussage sagen?

– Welche Gegenargumente fallen euch dazu ein?

– Wo seht ihr die Probleme der europäischen Demokratie, wenn ihr an die Herrschaft des Volkes

denkt?

– Welche Formen von politischer Bürgerbeteiligung kennt ihr oder könnt ihr euch vorstellen?

Im Anschluss an die Gruppenarbeit treten die Teilnehmer zusammen, und die Fragen werden

noch einmal innerhalb der Gesamtgruppe diskutiert. Dabei können auch folgende Fragen mit

aufgenommen werden:

– Würdet ihr nach den gehörten Argumenten den bearbeiteten Aussagen zustimmen?

– Was passiert, wenn sich kein Bürger demokratisch beteiligt? Ist eine Demokratie in Europa dann

überhaupt möglich?

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ÜBUNGEN

– Welche Verantwortung trägt jeder Einzelne? Wo kann jeder bereits im Kleinen etwas bewirken?

– Wo gibt es Mängel der Demokratie, die euch selbst betreffen? Wo wünscht ihr euch mehr Recht

auf Mitbestimmung? Wo würdet ihr euch selbst gerne engagieren?

Bemerkungen, Hinweise:

Zum Weiterlesen werden folgende Links empfohlen:

Mehr Demokratie e.V.: Europa nicht ohne Bürger. Wie demokratisch ist die EU?

http://www.mehr-demokratie.de/eu-kritik.html.

Eurobarometer 67, Frühjahr 2007:

http://ec.europa.eu/public_opinion/archives/eb/eb67/eb_67_fi rst_de.pdf (1.8.07)

Eurobarometre, mai 2006

http://ec.europa.eu/public_opinion/archives/ebs/ebs_251_fr.pdf (1.8.07)--

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Modul A

Modul E Modul D Modul C Modul B

Modul F


ÜBUNGEN

MENSCHENRECHTE ALS EUROPÄISCHER WERT

ÜBUNG D-7: MENSCHENRECHTSKONFERENZ

Ziel:

sich die auftretenden Konfl ikte von Menschenrechten mit anderen Werten (z.B. Sicherheit)

bewusst machen und verstehen lernen

sich mit der Universalität der Menschenrechte auseinandersetzen

den Vorwurf refl ektieren, Menschenrechte seien westlich geprägt und nicht mit anderen Kulturen

vereinbar

Methode:

Planspiel: Internationale Konferenz zur Todesstrafe

Gruppe: 12 – 24

Dauer:

ca. 2½ Std.

Materialien D-7:

Materialien zum Planspiel (Rollenbeschreibungen, Hintergrundinformationen etc.)

Trainermaterial

Durchführung:

Die Seminarleitung erläutert kurz die Funktionsweise und den Ablauf des Planspiels.

Vorbereitungsphase:

Die Teilnehmer werden in drei Gruppen aufgeteilt (je nach Anzahl der SeminarteilnehmerInnen sind

auch bis zu fünf Gruppen möglich).

zwei Moderatoren, die die Konferenz leiten

Gruppe 1: EU

Gruppe 2: USA

Gruppe 3: China

Ggf. Gruppe 4: Entwicklungsländer, die sich für die Todesstrafe aussprechen

Ggf. Gruppe 5: Entwicklungsländer, die sich gegen die Todesstrafe aussprechen

Die Gruppen verteilen sich (wenn möglich) auf verschiedene Räume und bereiten ihre jeweilige Rolle

vor.

Konferenzphase:

Die Gruppen kommen im Plenum zur Konferenz zusammen:

Die Moderatoren schildern die Situation und die zu diskutierende Frage.

Jede Gruppe trägt ihr vorbereitetes Plädoyer vor.

Dann fi ndet eine freie Aussprache und Diskussion zwischen allen Gruppen statt.

Abschließend wird ein gemeinsamer Beschluss gefasst (Abstimmung) oder die Konferenz wird

ergebnislos abgebrochen.

Fragen zur Auswertung im Plenum:

Wie habt ihr euch in eurer Rolle gefühlt?

War es schwer, euch in die Rolle zu versetzen? Könnt ihr die Position, die ihr vertreten habt,

nachvollziehen?

Habt ihr etwas Neues gelernt?

Was denkt ihr persönlich: Sind Menschenrechte universell?

Habt ihr Ideen, wie man den Konfl ikt lösen kann?

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Modul A

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