FUTU RAMA - Sparwasser HQ

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FUTU RAMA - Sparwasser HQ

FUTURAMAandre-inventingtradition?András MedvegyCasper CordesDavid WilkinsonElla KlaschkaGábor ErdeiHajnal Németh / IstvánMajorosJeremy HiahKatarina ŠevicLilla Khoór / Will PotterMiklós MécsJános Fodor /Lise NellemannTibor HorváthMing WongRóza El-HassanSylwia LudasTamás St. AubyTommy StøckelTamás KomoróczkyKuratiert von:János Fodor undLise Nellemann


Umschlagfoto: János FodorImpressumHerausgeber: Dr. András Masát, Collegium Hungaricum BerlinKatalogredaktion: Lise NellemannGestaltung: www.leakystudio.comÜbersetzung: Charlotte Bonnerot, Daniella HuszárFuturama and re-inventing tradition?Collegium Hungaricum Berlin30. März – 9. Mai 2007Künstler aus Berlin, Budapest und SingapurCasper Cordes, Róza El-Hassan, Gábor Erdei, Jeremy Hiah, Tibor Horváth, Lilla Khoór / Will Potter,Ella Klaschka, Tamás Komoróczky, Sylwia Ludas, Miklós Mécs, János Fodor / Lise Nellemann,András Medvegy, Hajnal Németh / István Majoros, Katarina Ševic, Tamás St. Auby,Tommy Støckel, David Wilkinson, Ming WongKuratiert von János Fodor und Lise NellemannOrganisation: Ágnes GelencsérAufbauteam: Zoltán Ádám, Miklós WeiszEine Ausstellung des Collegium Hungaricum Berlin www.hungaricum.deunterstützt durch Sparwasser HQ Berlin. www.sparwasserhq.de© 2007 Collegium Hungaricum Berlin, Künstler/innen, Autor/innenFUTURAMAand re-inventing tradition?Futurama and re-inventing tradition? - János Fodor 2Katerina Ševic4Ella Klaschka6Casper Cordes8David Wilkinson10Gábor Erdei12Hajnal Németh / István Majoros14Jeremy Hiah16Lilla Khoór / Will Potter18Miklós Mécs20Ming Wong22Róza El-Hassan24Sylwia Ludas26Tamás St. Auby28Tibor Horváth30Tommy Støckel32András Medvegy34Tamás Komoróczky36Event - Ong Keng Sen 38Event - Sebastian Biskup 40Event - Kino Abend Ella Klaschka und Alice Münch 42Künstlerbiografien 44


AxesSoundtrack auf CD, 14 MinutenDer Komponist Casper Cordes nutztSprache und menschliche Worte alsMaterie seiner Kompositionen; in seinemWerk Axes findet sich einerseitsdie „State of the Union“-Rede, die G.W.Bush 2002 hielt undin der er erstmalsdie sogenannte‚Achse des Bösen‘erwähnte; andererseits der DokumentarfilmZANANEH, ein Interview mitverschiedenen Frauen, darunter Prostituierteund Obdachlose, die in einemFrauenraum in der Nähe eines ParksCasper Cordesin Teheran Zuflucht fanden (IMdB). DieForm des Werkes ist eine musikalischeKomposition für Sinfonietta und Improvisationspianisten;in der Kompositionkontrastieren Worte iranischer Frauenmit Ausschnitten aus der Rede vonG.W. Bush – beide ‚übersetzt‘ in Noten–, der Pianist spielt die Rolle des Vermittlersbzw. Kommentators. Das Werkwurde im August 2006 von der OsloSinfonietta mit der Pianistin Ellen Ugelvikaufgeführt, in der Ausstellung wirdeine Aufnahme der Osloer Aufführunggezeigt.1011


David Wilkinson


KrumenstaubsaugerKrumenstaubsauger, upgradet mit anspruchsvollenSwarowski-Diamant-Strassen.Mit den zusätzlichenEinzelstücken können alleGebrauchsgeräte zu persönlichenLuxusobjektenumgestaltet werden. Statt Qualität giltPersönlichkeit, ein zusätzlicher Wert.Gábor Erdei14


MC-MONUMENT2003„...East West know, East West saw the world is round around...“Lee Scratch Perry | MC-Porträts in SozrealHajnal NémethIstván MajorosDas Video Ewig Donnerstag ist ein 20Minuten langer Musik-Dokumentarfilmüber fünf in Berlin lebende Freestyle-MC’s. Sie arbeiten zusammen und habenin einem Studio extra für dieseInstallation Lieder aufgenommen. DasMeeting und die Zusammenarbeitistebenfalls dokumentiertworden.Die Musik-Installation basiert technischauf fünf Lautsprechern, die extra fürdieses Projekt gebaut wurden. JedeBox hat zwei Sprecher. Die Stimmender MC’s sind getrennt von den fünfSprechern, die Skulpturen stehen aufden Boxen.Wenn man sich in der Mitte der Installationbefindet, bewegt sich der Ton umeinen herum.Das Skulpturen-Ensemble ist das MC-Monument. Die Porträts sind ca. 120cm groß, wir sehen die MC’s mit demMikrofon in Aktion. Die Skulpturen sindnicht in allen Einzelheiten ausgearbeitet,aber jede Skulptur an sich ist eineFigur mit Persönlichkeit. Der persönlicheCharakter schwindet, sobald wirdie Skulpturen gemeinsam anschauen.Von diesem Standpunkt ist das Monumenteine Repräsentation des Charakterlosen,nackten Ich und des Mikrofon-Fetischismus.Die MC’s treten am Abend der Ausstellungseröffnungauf.16


Terrorisieren im ParadiesEs handelt sich um eine Reihe von Fotografien,die auf der Idee des Terrorisierensim Paradies basieren. Konzipiertwurde dieses Projekt während desIrak-Kriegs und dem aus der weltumspannenden„War on Terror“-Kampagnefolgenden Schrecken. Beeinflusstdurch die Großmächte wurden wir dazugebracht, unseren Lebensstil zu verändernund ständig inFurcht zu leben.Jeremy HiahIch habe diese Fotografieerarbeitet, deren Intention es ist,Terroristen und weltliche Regierungenaus einer anderen Perspektive zu betrachten:nicht den Schwarzweiß-Aspektder Fotografie voraus zu setzen,sondern den grauen Bereich. Die Medienhaben unsere Denkweise manipuliert.Es kann sein, dass die Welt sie fürTerroristen hält, während ihr eigenesVolk sie als Freiheitskämpfer sieht. Eskann auch sein, dass die Welt die Regierungender großen Mächte für Befreierhält, während andere sie als Vertretereiner Besatzungsmacht oder einer neuenArt von Kolonisation empfindet. Diesebeiden Gruppen erreichen dasselbeZiel: die Erschaffung einer aus ihrerSicht paradiesischen Welt durch Gewalt.Wie es im Sprichwort heißt: wennman keinen Krieg erlebt hat, weiß mannicht, was Frieden bedeutet.Ich gebrauche diese Doppelbedeutungbei der Arbeit, um auf die Ideen vonGut und Böse hinzuweisen und einengroßen Fragespielraum zu lassen. Hoffentlichverstehen wir, was ihre Zieleund ihre Zielgruppen sind, damit könnenwir unsere Furcht überwinden undeine eindeutigere Idee unserer Weltentwickeln.1819


Eigenartiges Ungarn (2006)VideoinstallationWir wissen einiges über die Vergangenheitund ihre Traditionen aus Denkmälernund aus den in Legenden, Mythen undmärchenhaften Geschichten enthaltenenInformationen, nicht zuletzt auch ausDenkweisen, die noch heute in unseremeigenen Verhalten lebendig sind. DieErrichtung einer Turul-Skulptur im 12. Bezirk vonBudapest ist für uns Gelegenheit,sich mit einer zeitgenössischenDarstellungeines derartigen Mythosauseinander zu setzen und zu verstehen,wie sie die Betrachter beeindruckt.Lilla KhoórWill PotterDer Turulvogel ist ein Fabelwesen ausdem ungarischen Mythenkreis, dereinem Adler ähnelt und die Ungarn nachPannonien geführt haben soll.20


Altkleider2006, DresdenVideo | Ein Mittel-Osteuropäer inOstmittel-EuropaEin normal angezogener ungarischerjunger Mann geht zu einem Sammlergebrauchter Kleidung. Er zieht seine alteKleidung aus und wirft sie hinein, danngeht er vorbei.Miklós MécsDementi der Kritik einer Kritik2002, PoznanVideo | 1 Minute 45 Sekunden Schleifeaus der Reihe Wahrheit und LebenEin junger Mann in einer schwarzen Jackemit einem rosaroten Davidstern aufder Schulter zerschlägt eine Baguetteauf dem Kopf eines Obdachlosen.22


Lerne Deutsch mit Petra von KantDigital VideoIn diesem neuesten Werk von Ming Wongfolgen wir dem Künstler in seinem persönlichen,selbst-gestalteten Zugangsprogrammin die Deutsche Sprache undKultur, wie er sich vorbereitet, im August2007 nach Berlin umzuziehen.Da er glaubt, dass einer der bestenWege, eine Kultur kennen zu lernenist, wenn man ihre Filmekennt, wählt der Künstlereinen seiner Lieblingsfilme,Fassbinders „Diebitteren Tränen von Petra von Kant“(1972) als Fremdenführer. Der Film handeltvon einer erfolgreichen, aber arrogantenModedesignerin um die Dreißig,die verzweifelt, als sie die Frau, die sieliebt, verliert.Ming WongEr versetzt sich in die deutsche SchauspielerinMargit Carstensen in der Rollevon Petra von Kant – für die sie mehrerePreise gewonnen hat – und versucht,sich durch so viele Emotionen zu artikulieren,wie sie von der Schauspielerinin der kulminierenden Szene des Filmesdargestellt werden, in der unsere tragischliebeskranke Anti-Heldin einenhysterischen Anfall der Desintegrationdurchlebt.Mit diesem Film übt der Künstler die Bewegungen,Emotionen und die Ausspracheder Wörter für Situationen, denen erzu begegnen glaubt, wenn er nach Berlinzieht – als Über-35-jähriger, Single, Homosexueller,aus ethnischer Minderheitstammender Künstler in der Mitte seinerKarriere – d.h., wenn er sich bitter, verzweifeltoder erledigt fühlt („Ich bin imArsch”).Mit diesen richtigen Worten und Ausdrucksweisenwird er gerüstet sein, umseinen potenziellen deutschen Landsmännernseine Gefühle effizient kommunizierenzu können..24


Herz2006 - 2007Es scheint, als ob die Kunst gerade mitihrem essentiellen Wert, ihrer INDIVI-DUALITÄT, die größten Probleme hätte.Wir treffen nur auf Klassiker und auf ihreklassischen Lösungen. Die Klassiker achtenpeinlichst darauf, dass der Abstandzwischen den Theorien so klein bleibt,dass die Formenwelten sich weder überholen,noch seitwärts die Spur wechselnkönnen, und somitimmer dichtgedrängtzwischen vorangegangenenundnachfolgenden Vorbildern steuern. DieseMetapher neigt dazu, ihre Vollkommenheitim Verkehrsstau zu finden.Róza El-HassanDie Geschichte ist die interpretationsunabhängigeVergangenheit als Ganzes– die ihre Werte nicht an den Verlustenmisst, die ihre besten Referenzen sind,sondern still über sich hinausgeht.Das Endresultat dieses unbekanntenFortschritts ist die Liquidierung derMärtyrervergangenheit, das Ende derGleichniskriege, die Perfektion der Abweichungenund die Empfindung des Beständigen(des Statischen), welches amAnfang stand.Die endlose Anzahl der Bilder des Herzenswird nicht größer werden, wenn indiesen Tagen noch ein Herzbild entsteht.Dieses Herz steht nunmehr in seiner Individualitätzwischen dem Phänomen unddem Endlosen. Der Begriff der Serie verliertihren Sinn und der einst göttlicheWert der Gleichheit bleibt ohne Reihenfolge.„der Baum schluchzt auf und aus derHochspannung bricht sich der Pfeil dieBahn“Text von Sándor Bodó über die Arbeitvon Róza El-Hassan26


NON - COLORED PICTURES2006, video stillSylwia LudasGlasierte Körperreflektieren die Einfalt jenes Morgensundrunde Marmorplattentransportieren Linien zu denStellen, den schattenlosenAuszug aus „1145: Marszalkowska”28


Statue der Seele der Freiheit 1992 W(Nach einem Vorschlag von Júlia Lorrensy) | 1992 | Mixed-mediaTamás St. Auby(Superintendant der Internationalen ParallelenUnion der Telekommunikation - IPUT)Im Frühjahr 1991, als ein Teil der Stämmedes Karpatenbeckens das Denkmalder Befreiung auf dem Gellértberg zerstören,der andere Teil es bewahrenwollte, sagte Júlia Lorrensy, die großartigefranzösische Künstlerin ungarischerHerkunft, das Cocktailglas anihre lächelnden, roten Lippen haltend,mit einem schwarzen Augenbrauenfragezeichen,gleichsam nebenbei zumir: „Wozu dieses Brimborium?! Manmuss es einfach mit einem weißen Lakenverdecken, in das man zwei Löcherfür die Augen schneidet – und fertigist der Geist der Freiheit!“. Sofort wurdemir alles klar. Und ich schwor, dassich diese Umgestaltung machen würde.Lachend tranken wir unsere Gläser ausund lehnten uns zufrieden in den Ledersesselnzurück.(…) Am Tag des Ersten Budapester Abschiedsvon der Roten Armee, am 29.Juni 1992, wehte dort über der Stadtdie Skulptur der Seele der Freiheit 1992W. Ich änderte nur zwei Motive des ursprünglichenProjekts: Die Rechte derPersönlichkeit der Künstlerin schützendund die exo-psychologische Traditionin Betracht ziehend, gab ich demWerk einen anderen Namen – Lorrensyfloh selbst so aus dem Land –, unddie Augenlöcher ersetzte ich – um diezerstörende Wirkung der Höhenluft zuvermeiden – durch zwei riesige aufgemalteschwarze Punkte – die Behördengenehmigten die Umgestaltung auchderart nur für 4 Tage. (…) Die Transformationfand im letzten Augenblick statt:im ersten Augenblick der Wende. Niemehr eine solche Gelegenheit! – Heutedenken bereits die radikal Andersdenkendendas nicht anders.(Ausschnitt aus der Beschreibung derUmgestaltung – Budapest, den 1. Juni2002 – T. St.Auby)30


RAMALiebe/r Katalog-LeserIn!Aus diesen Zeilen kannst du erfahren,dass beim Schneiden der Zwiebeln dieAugen nicht brennen, wenn du Wasserim Mund hälst, und wenn du aufmerksamweiter liest, kannst du erfahren,dass der elektrische Vibrator 10 Jahrefrüher auf den Marktgebracht wurde alsdas elektrische Bügeleisen,und dass derKugelschreiber eineungarische, die Autobahn eine deutscheErfindung ist, weiter, dass die Konstitutionder Europäischen Union dreißigmalso lang ist wie die der Vereinigten Staaten,und außerdem sollst du nicht außerAcht lassen, dass „es besser ist einKunstwerk zu sein als ein Künstler“…/Tibor Horváth/Tibor HorváthFoto: János Fodor32


FuturamaWenn ich etwas nennen sollte, das fürmein Werk relevant ist oder mich an meinWerk erinnert, würde ich sagen: eine mitHieroglyphen-Gravuren bedeckte und inSteinimitat gemalte Polystyrol-Sphinx,die in der ersten, in über 2500 Jahrenerbauten, Pyramide (und die erste in Nevadagebaute) Kasinobesucher begrüßt.Oder ich könnte auch erwähnen: einPappmodell, das diekonkrete Form einergewissen mathematischenGleichungdarstellt, ausgestellt in einer vergessenenEcke einer Abteilung eines Wissenschaftsmuseums,und das seit demAuftreten der 3-D-Computergrafiken alsüberholt betrachtet wurde. Oder: dasextraterrestrische audiovisuelle Mitteleiner Hollywood-Produktion, das im Hintergrundeines Drehortes steht und nurTommy Støckeldie Details enthält, die ermöglichen, esals extraterrestrischen Gegenstand zuerkennen. Oder vielleicht: Reste falscherRuinen, die derart platziert wurden,dass sie an einen alten einstürzendenTempel erinnern lassen, und die im Hintergrundeines Englischen Gartens ausdem neunzehnten Jahrhundert aufgestelltwurden – verlassen, um glaubhaftzu machen, dass sie ausgegraben wurden,mit dem Ziel, die faszinierende Geschichteaus uralten Zeiten bekannt zumachen. Oder sogar: die Fähigkeit vonScience-Fiction-Autoren, auf möglicheZukünfte zu spekulieren und sich alternativeZukünfte auszudenken.Tatsächlich denke ich, dass alle obengenannten Beispiele zusammen ein fertigesBild meiner Inspirationsquellen darstellen,die für die Entwicklung meinesWerkes relevant gewesen waren.34


SANYIVideoBeim Betrachten der Videoarbeit Sanyifällt mir Die kahle Sängerin von Ionescuein, dieses absurde Hirngespinst, beidem sich die Attribute, Namen und Situationenmanisch wiederholen, damit dasganze Stück mit einer kleinen Verschiebungneu beginnen kann, wie ein unendlichesLoop. Das ist die gattungsmäßigeDefintion von Sanyi: unendliche Wiederholung.Mitanderen Worten:Manie?Die Situationist furchtbar einfach: ein Mann (nennenwir ihn Sanyi) schießt einen Ball in dieKrone eines Baumes. Der Ball fliegt nachoben und fällt an der anderen Seite desBaumes herunter. Dann schießt Sanyierneut, der Ball fliegt wieder nach oben,immer wieder und wieder, bis er im Gewebeder Äste hängen bleibt, woher erdann von einem Ast auf den anderenspringend mit einer bemitleidenswertenTrägheit runterstolpert. Sanyi wartet nurdarauf um schießen zu können, und dannTamás Komoróczkysetzt sich die Flugbahn des Balles fort.Bis ich mir das Video zum sechsten Malanschaue bekomme ich Kopfschmerzen,weil die ständigen Beschleunigungen undVerlangsamungen, die zitternden Kamerabewegungen,die Unschärfe, und derunendliche, agressiv gelbe Himmel inseinem Hintergrund mit dem lila Baum,d.h. die ständige Kompensationsarbeitder Sinnesorgane ermüdet. Trotzdemschaue ich es weiter, da ich bereits beinahein eine Art Trance geraten bin, ineinen seltsamen Bewusstseinszustand.Aber wodurch lässt es mich ihm verfallen?Was für eine Art Besessenheit istes?Sanyi dreht sich um den Baum herum, wiedie Erde um die Sonne. Gerade dadurchverlieren wir unseren Raumsinn, deshalbwissen wir nicht, wo wir sind (der Hintergrundgibt auch keinen Anhaltspunkt),bzw. wo der Baum steht. Komoróczkymanipuliert den Zuschauer, er ruft in ihmbewusst das Gefühl der Verlorenheit hervor– sehr raffiniert…Aus einem Text von Ágnes Ivacs, Balkon,200338


Events 1995 fand das Flying Circus Project (FCP)statt, sein wichtigstes Werk: Ein Forschungsprojekt-Workshop,der traditionelleund zeitgenössische asiatische Künstleraus den Bereichen Video, bildende Künste,Dokumentarfilm, Theater, Musik, Tanz undKulthandlung zusammenbringt. Die Künstlerarbeiten gemeinsam an Projekten, diedie Konzeption von Wiederentdeckung,kulturellen Verhandlungen und die Politikdes Interkulturalismus erforschen. Ong hatdiese Workshops in Städten auf der ganzenWelt geführt, bsw. in Amsterdam, LuangPrabang, New York, Berlin, Göteborg, Wienoder Singapur.2. April 2007Ong Keng Sen ist Kurator vieler Ausstellungenund Festivals weltweit, u.a. Spacesand Shadows, Politik der Spaß-Kunst ausSüdostasien im Berliner Haus der Kulturender Welt (2005), In-transit (2001–2003,Berlin) oder der genreübergreifenden UrbanFetishes (2006, Wiener Tanzquartier).Er kuratierte Public Lab on Memory (2006,Göteborg) und zeichnete für Insomnia(2005, Institut zeitgenössischer Kunst London)als Gründer und Kurator verantwortlich.In Singapurkuratierte er die48-Stunden Nonstop- Festspielebildender Künste und Performances Insomnia48@ The Arts House, die wiederumdie Seni, die Festspiele bildender Künste2004, eröffneten.Ong Keng SenOng (ausgebildet an der Tisch School ofArts, New York University), arbeitet alsPerformance-Regisseur in genreübergreifendenund interkulturellen Kooperationen.Als künstlerischer Leiter des Kunstraums72-13 in Singapur begann er das Creativesin-Residence-Programmund das SingaporeCreative Arts Nucleus (SCAN).Mit diesen Erfahrungen gründete er 1999ein neues Netzwerk, das Arts NetworksAsia (ANA). Das ANA fördert interasiatischeEngagements zwischen Künstlern und Kulturarbeiternsowie die Kommunikation zwischenAsien und der Welt. ANA hat wichtigeregionale Asienkünstlerkonferenzen inShanghai (2000) und Hanoi (2002) sowiezahlreiche Künstlerworkshops abgehaltenund veranstaltet gerade ein einjährigesProgramm in Vietnam 2007.www.theatreworks.org.sg, www.72-13.comund www.artsnetworkasia.orgOng Keng Sen stellt die Projekte Creativesin-Residenceund Arts Network Asia vorAnschließend offene Diskussionsrunde miteingeladenen Kuratoren und Künstlern ausBerlin3. April 2007Ong Keng Sen präsentiert ausgewählteTheaterproduktionen und kuratorischeProjekte „…the interphase between productionand process, and all the crazy things inbetween!…“40 41


Event26. April 21 - 22 Uhr, Party - 02 UhrSo wie in der Vergangenheit die biographischeErzählung eines Menschen durchden Rahmen der Religion oder staatlicherIdeologien bestimmt wurde, werdendiese heute durch die Populärkultur geprägt.Seit Beginn der Jugendkultur der50er und 60er Jahre haben wir scheinbardie Möglichkeit, zwischen einer Reihevon alternativen Biographiebausteinenzu wählen. Niezuvor war dasGefühl für sichselbst stärkervom Bewusstsein der eigenen Individualitäterfüllt als heute. Mit Phänomenenwie „Youtube“, „Myspace“, oder die allgegenwärtigedigitale Dokumentation desLebens, strecken wir unsere ‚15 minutesof fame‘ auf unser gesamtes Leben.Sebastian BiskupAber inwiefern unterscheiden wir unserevergangenen Erlebnisse von den zielgruppenspezifischenIdentifikationsmusternder Massenmedien?Wir bedienen uns in unseren Jugendjahrenan einem popkulturellen Kanon ausStars und medialen Identifikationsfigurenund fügen ihm gleichzeitig unsere eigeneVersion derselben Geschichte bei. AusLuke Skywalker wird Neo, aus Bambiwird Nemo.Über die Identifikation erleben wir unserescheinbare ‚Individualität‘.Vor diesem Hintergrund habe ich michmit meiner eigenen Biographie auseinandergesetzt.Weniger ist die Hervorhebungeiner ‚individuellen Biographie‘von Bedeutung, vielmehr die analytischeAnnäherung an die Strukturen unsererSelbsterzählung und somit unsererSelbsterfindung. Mit analogen Mittelnaus der jüngeren Vergangenheit untersucheich das komplexe Gefüge aus Sozialemund Persönlichem, das unser ‚Ich‘definiert.42 43


KünstlerbiografienKaterina Ševic1979, Novi SadStudierte an der Ungarischen Akademie der bildendenKünste, Fachbereich IntermediaIhre Arbeiten umfassen konzeptuelle Installationen,Video und Fotografie. Sie nimmt an Kooperations- undForschungsprojekten teil.Internationale Ausstellungen:Apexart Gallery, New York, USA;Spaces Gallery, Cleveland, USA;Loop festival, Barcelona, Spain;Studio Gallery, Budapest;Knoll Gallery, Wien und Budapest;IG, Wien, Budapest,Remont Gallery, Belgrade, etc.Seit 2003 leitet sie die Produktionsgalerie DINAMOmit Hajnalka Somogyi. Mitbegründer und Vertreter vonIMPEX, Kunstraum für zeitgenössische KunstKontakt: katarina@c3.huElla Klaschkalebt und arbeitet in BerlinAusstellungen (Auswahl)2006When Artists Say We, Artists Space, New YorkThe Artist and the Book, Pelham Art Center, New York2004Dass die Körper sprechen, auch das wissen wir seitlangem*,Generali Foundation, Wien/AT (mit Olivier Foulon)2003Entre Deux, Entre Deux/ehem. Bonnefanten Museum,Maastricht / NL (mit Ayreen Anastas)seit 2006 Artistic Advisor, MOCA MAAS - Museum ofContemporary Art, Maastricht / NLKontakt: ellarchi@gmx.deCasper CordesCaspar Cordes, geb. 1971, studierte Kompositionam Königlichen-Dänischen Musikkonservatorium inKopenhagen und an der Scola Cantorum in Paris. Er istals Dozent tätig.Kontakt: casper.cordes@mail.dkDavid Wilkinsongeboren 1963 in Doncaster, Yorkshire, EnglandLebt und arbeitet in BudapestEinzelausstellungen:2004 Shot Buildings, Dorottya Galerie, Budapest2002 Kmkk, Budapest1998 Ontologically Yours, Collective Gallery, EdinburghGruppenausstellungen2006Drive Thru Three, Colts Gallery, London25 years of the Belfast MA OMA Gallery Belfast. (NeuerAuftrag)Ha, eine Ausstellung mit Beáta Veszely in ApartmentManchester. Künstlergespräch in dem Cornerhouse.2004My Blood is Electric, Neues Video, Spitz Gallery,London2003Animality, Blue Oyster Gallery, New ZealandKontakt: david.wilkinson@chello.huGábor Erdei2000 Ungarische Akademie für Bildende Künste Media-KünstlerKontakt: gergebush@hotmail.comHajnal Némethgeboren 1972, in Szöny, Ungarnlebt und arbeitet in BerlinStudien:1991-93 Institut für Fotografie Nr. 320, Székesfehérvár/Ungarn1995-2000 Ungarische Akademie der bildendenKünste, Fachbereich IntermediaStipendienaufenthalte und ausgewählte Ausstellungen:Duende Studiohouse, Rotterdam, 2001Künstlerhaus Bethanien, Internationales StudioProgramm, Berlin, 2002New Video - New Europe, Society Renaissance, Chicago/ Contemporary Art Museum, St Louis /Tate Modern, London - 2004Twilight Tomorrow, Art Museum Singapore, Singapore- 2004Thursday Forever - MC Monument, Museum Ludwig,Budapest - 20032. Berlin Biennale, Kunst-Werke, Berlin - 2001What If, Moderna Museet, Stockholm – 2000Kontakt: hajnalha@yahoo.comJeremy HiahKünstler aus Singapur, geboren 1972Er beschäftigt sich mit Kunst seit 1993. Nach seinemStudium in LaSalle-SIA College of the Arts fing er an zumalen und machte Installationen und Skulpturen; seineWerke beschäftigen sich immer mit der Frage dessozialen Systems, wo und wie man in einer Gesellschaftlebt.Nach seinem Studium, in 1995 hat er mitverschiedenen künstlerischen Methoden experimentiert,wie Installationen, Performances, Zusammenarbeit mitKünstlern aus unterschiedlichen Bereichen.www.tav.org.sgLilla Khoór2001-2005 Akademie der bildenden Künste, WienAusgewählte Ausstellungen:2007 Sisonke Festival, Wien2006 Tranzit: Auditorium, Stage, Backstage,Frankfurter Kunstverein2006 !REVOLUTION?, Collegium Hungaricum Berlin2006 e-flux Video Rental, Kunsthalle, Budapest2006 Urban Contact Zone, Ausstellung und Konferenz,Frise Künstlerhaus, HamburgKontakt: lillakhoor@gmail.comWill Potter2006 - Middlesex University, MA Philosophy &Contemporary Critical Theory.Ausgewählte Ausstellungen:2007 Sisonke Festival, Wien2007 1/4 Hungarian, Institut für zeitgenössische Kunst,Dunaújváros2006 Tranzit: Auditorium, Stage, Backstage,Frankfurter Kunstverein2006 e-flux Video Rental, Kunsthalle, Budapest2006 Urban Contact Zone, Ausstellung und Konferenz,Frise Künstlerhaus, HamburgKontakt: q.potter@gmail.comMiklós MécsGeburtsort: Esztergom, UngarnGeboren am: 24. Februar 1981EinzelausstellungenApril 2001: Galerie Kirakat, BudapestDezember 2002: Galerie ON, Belvárosi skanzen,PoznanGruppenausstellungen2006: Sthetoscope Shop Window, Stadtpotenzial,Kunst im öffentlichen Raum, Budapest2005: MKE Galerie Barcsay Diplom-Ausstellung,BudapestKontakt: mmecs@intermedia.c3.hu4647


KünstlerbiografienMing WongMing Wong ist in Singapur geboren und aufgewachsen,und hier hatte er eine Ausbildung am Theater und intraditioneller chinesischer Kunst.Sein Werk umfasst Performances, bewegte Bilder,Sprache und kulturelle Identität.Ming Wong lebt und arbeitet zeit zehn jahren in London,ab August 2007 wird er Stipendiat des KünstlerhausesBethanien in Berlin sein.Weitere Informationen: www.mingwong.orgRóza El-HassanEinzelausstellungen:2007 Red Man Gallery Tony Wütrich, Basel (13. March- 28 April 2007)2006 R. thinking/dreaming about overpopulation- Retrospektive, Kunsthalle Budapest,2003 Drawing Center, New York (Kat.)2000 Secession, Wien (Kat.)1997 Venedig Biennale, Ungarischer Pavillion (Kat.)Webseite: www.roza-el-hassan.huKontakt: rhassan@freemail.huSylwia LudasSylwia Ludas * 1977 in Plock, Polen, lebt und arbeitetin Berlin1997- 2004 Hochschule der Bildenden KünsteBraunschweig, Studium der Freien Kunst,MeisterschülerinAusstellungen/Projekte:2006out of nothing (Performance), galerie 61, Bielefeld, (G)Warmstart (Installation, Performance), Autocenter,Berlin, (G)2005Cos pieknego dla swiata (Installation, Performance),lokal_30, Warschau, Polen, (G)2004 Panorama (Installation), Kunstverein Hannover,Hannover, (G)Das Herz des Architekten (Installation), BDA - Galerie,Braunschweig, (E)Kontakt: sylwialudas@freenet.deTamás St. AubyTamás St. Auby gründete die Internationale ParalleleUnion der Telekommunikation 1968 in Ungarn unterdem Decknamen Parallel-Kursus/Lehrbahn, weil diepseudo-kommunistische militärische Bürokratie jedevon unten ausgehende Initiative unterdrückte. Doch derbewusste Selbstwiderspruch der Namenwahl enthülltedas Ziel: sich parallel zu der Welt des bekanntenmilitärischen Status quo in einer unbekannten Weltbewegen, aus der militärischen Basis der Mafia-Geschichte herausgelangen und in die paralleleGeschichte der aus dem militärischen Etat derSteuermaschinerie finanzierten Freien Wahlkabinehineingelangen, wo wir auf diese unsterbliche Frageeine Antwort geben: „Sind Sie damit einverstanden,dass es lieber eine Universelle Beihilfe zumExistenzminimum geben sollte als nichts?“Kontakt: iput@c3.huTibor Horváth1976 geboren in Esztergom, Ungarn1997-2003 Ungarische Akademie der bildendenKünste, Fachbereich Intermedia, Budapest2001-2003 Mitglied des Studio Junger Künstler, Ungarn2002 Preis des Studio Junger Künstler, Ungarn2003 Diplom, Guinness-Weltrekord-Versuch in derKategorie „Kürzeste Diplom-Verteidigung“Kontakt: horvathtibor@hungary.orgTommy StøckelGeboren 1972 in Kopenhagen1992-98 Königliche Dänische Akademie der bildendenKünste, KopenhagenEinzelausstellungen:2006Ist das Leben nicht schön?, Frankfurter Kunstverein,Frankfurt am MainClash of the Classics, IASPIS, StockholmThe Great Fiction of the Garden Folly, Helene NyborgContemporary, KopenhagenEven Great Futures Will One Day Become Pasts, RenaBransten Gallery, San Francisco2005The Last Future, Korridor, BerlinKontakt: tommy_stockel@yahoo.co.ukAndrás Medvegy1973 geboren1994-2000 Studium an der Ungarischen Akademie derbildenden Künste, Fachbereich IntermediaAusstellungen:1994 Skuc, Ljubljana1999 UFF, Budapest2006 Stúdió Galéria, BudapestKontakt: meta003@gmail.comTamás KomoróczkyGeboren 1963 in BékéscsabaVideoinstallationen, Sound, Computer Prints,EnvironmentsMitbegründer der Gallery UFFStudium an der Ungarischen Akademie der bildendenKünste und an der Kunstakademie Düsseldorf1998 Gasworks Gallery, London2001 Biennale Venedig- Pavillion Ungarn2002 Biennale São Paulo2005 Künstlerhaus Bethanien, Berlin; Museum LudwigKöln; Martin Gropius Bau, Berlin; Ludwig MuseumBudapestKontakt: toyotome444@yahoo.comLise Nellemann,in Dänemark geboren, lebt in BerlinKünstler-kuratorische Projekte2006 HOW TO ENGAGE/ WRITING HISTORY, 72-13,Singapore2006 SparwasserHQ in Trafo Galeria, Budapest,Hungary2005 Situation : Collaborations, collectives and artistnetworks from Sydney, Singapore and Berlin, MCA,Sydney, Australien2004 SparwasserHQ in Platform, Istanbul, Turkei2000- Gründung und Jahresprogramme vonSparwasserHQ, Offensive für zeitgenössische Kunst undKommunikation, Berlinwww.sparwasserhq.dewww.lisenellemann.orgKontakt: nellem@snafu.deJános Fodorin Budapest geboren, lebt in Berlin/ Budapest2002 Budapest Box, Museum Ludwig Budapest2003 Transmissionen, Staatliche Akademie derBildenden Künste, Stuttgart, Germany2004 Last East European Show, Museum ofContemporary Art, Beograd, SerbiaLost & Found, CBK, Dordrecht, Holland2005 Margó, Galerie Erika Deák, BudapestPrivat Matter?, Kunsthalle Budapestwww.archivity.comKontakt: yanee@post.com4849


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