Guten Morgen Abendland

neueweltverlag.at
  • Keine Tags gefunden...

Guten Morgen Abendland

UNTERHALTUNGINTEGRATIONEINSPRUCH • 14 • 11.10 • 8EINSPRUCH • 14 • 11 .10 • 9Ein Skandal:TürkischstämmigerTranssexulle sorgt fürWirbel in ItalienEfe Bal, 30 Jahre alt, lebt seit 10 Jahren inMailand, wurde in Italien wegen seinerSchönheit in kurzer Zeit berühmt. Unterseinen Kunden zählen auch Prominentemit hervorragender Karriere. Die Webseitevon Efe Bal, der ein Marketing Studium abgeschlossenhat, und 4 Sprachen sprechenkann, kriegt monatlich 200tausend hits. EfeBal sagt, dass er durch seinen Job „ schon einkleines Vermögen gemacht hat“. Er hat mitdem Fernsehsender Antenna 3, welcher imLombardia Gebiet ausgestrahlt wird, einenTV Show Vertrag bis zum nächsten Sommerunterschrieben.Von ihm wird in dem Zusammenhang erwartet,dass er ein Programm jede Wocheals Gast besuchen soll. In einem Interviewmit Corriere Della Sera gab er bescheid, dasser „die Namen mancher seiner prominenterKunden nennen, und diese schokieren“ kann.Sein Buch namens „Efe- Was die Ehemännernicht erzählen können, Geständnisseeines Transsexuellen“ wurde dieses Jahrveröffentlicht, er erklärte sich begeistert,alles was er erlebt hat, zu erzählen.Bal rechnet damit, dass die Personen, derenNamen er nennen wird, ihn demütigen, sogarauch mit ihm schimpfen können; unter denenDer türkischstämmigerTranssexulle aus Aydin, Efe Bal,über den in der italienischenPresse als der „ meist begehrte,schönste und meistverdienende Transsexulle“berichtet wird, meinte, er könntedie Namen der prominentenPersönlichkeiten, mit denen ersexuelle Beziehungen gehabt hat,in einem Fernsehprogramm, zudem er als Gast eingeladen wird,nennen.gäbe es viele, die während SexualverkehrSeidenstrümpfe und Stöckelschuhe anziehen.Efe Bal behauptete auch, dass ein homosexuellerFußballspieler aus der Serie A mit ihmin seinem Haus in Mailand Sex gemacht hat,wobei er einen Hut, eine Sonnenbrille undeinen Schal angehabt hat.Die Verleihung fand am 18. Oktober 2010um 19.30 in ESRA, Tempelgasse 5, 1020Wien statt. Univ.Prof. Dr. AlexanderFriedmann (1948 - 2008) war Mitbegründeru n d O b m a n n d e s P s yc h o s o z i a l e nZentrums ESRA. Er baute am WienerAllgemeinen Krankenhaus die Ambulanzfür Transkulturelle Psychiatrie auf, die erbis zu seinem Tode leitete. Er setzte sichauch in zahlreichen anderen Bereichen fürMenschen ein, die durch Verfolgung, Flucht,Entwurzelung oder Folter schwer traumatisiertwaren.DR. ALEXANDER FRIEDMANN PREISDer Preis ist dem Andenken von Dr. AlexanderFriedmann und seiner Arbeit gewidmet undwird durch das Psychosoziale Zentrum ESRAan Personen, Projekte oder Organisationenverliehen, die sich in besonderem Maßefür traumatisierte Menschen – Verfolgte,Flüchtlinge, Angehörige von Minderheitenoder MigrantInnen – engagieren.Durch diesen Preis soll die Öffentlichkeitfür die Probleme von traumatisiertenVerein Peregrinaerhält Dr. AlexanderFriedmannPreis 2010Menschen sensibilisiert und auf denWert gemeinnütziger Arbeit aufmerksamgemacht werden. Der Preis wird von privaterSeite gestiftet, die PreisträgerInnenwerden von einer unabhängigen Jury ausgewählt.Verein Peregrina wurde fürseine langjährige Arbeit inder muttersprachlichen psychologischenBeratung undBehandlung von Flüchtlingsfrauenund Migrantinnen mit dem Dr.Alexander Friedmann Preis 2010ausgezeichnet.Sie ist jung, hübsch, Türkin -und sie löste mit ihrem Buch inDeutschland eine Debatte überSex und Integration aus.Sıla Sönmez ist Deu-tschlands neueSex-Autorin», «Eine Schocktherapie»:Deutschlands Medien überschlagensich ob dem «Ghetto-Sex-Tagebuch» der jungenTürkin Sıla Sönmez. Das Buch handeltvon Ayla, einer 17-Jährigen Türkin aus einemKölner Problembezirk. Sie sucht sich überdas Internet Sex mit älteren, meist hässlichenMenschen. Zumindest vordergründig.Eigentlich geht es in dem Roman um dieschwierigen Teenagerjahre eines ganz normalenMädchens. Und dessen Wunsch nachLiebe und Geborgenheit.Expliziter SexDoch die Sex-Szenen sind explizit: Es gehtum Fäkalsex, um haarige Blowjobs, um Gang-Bangs. Dazu Sex mit Minderjährigen undinzestuöse Zungenküsse. «Ich habe für dasBuch auf YouPorn recherchiert», so Sönmez«Doch der Unterschied zu vielen Videosdort ist, dass Ayla sehr selbstbewusst undvor allem selbstbestimmt ist.» Angereichert„Ghetto-Sex-Tagebuch”Eine Türkinüber Sex undIntegrationwerden die expliziten Szenen mitden üblichen Ghettoklischees undbrutalen Kampfszenen.«Du Nutte»Eine junge, türkischstämmige Frau,die in klaren Worten über Sex schreibt,das sorgt in Deutschland bereitsfür Aufsehen. Auf der einenSeite bei denen, die aus dem selbenKulturkreis kommen wie sie:«Du Nutte», «Du bist verloren!Ich werde für deine Seele beten!»,«Du bist eine Schande für alleMuslimas». Die Kommentare beieinem Interview auf Rap.de sind bösartig –Sönmez trifft einen Nerv. Und auf der anderenSeite reibt sich auch das Feuilleton die Augen obdem Roman. «Dabei bin ich noch nicht einmaleine Muslima und auch meine Protagonistinnicht», so Sönmez. «Aber wenn man als Türkinüber Sex schreibt und Schweinefleisch isst,dann können das weder die Türken noch dieDeutschen wirklich verstehen. Da gibt es aufbeiden Seiten sehr viele Vorurteile.» Aber wennes um Türken oder Araber gehe, «dann gehe esauch immer um die Religion».«Der Schock»Das schockierendean «Das Ghetto-Sex-Tagebuch» ist eigentlichn i c h t d e r I n h a l t ,sondern die Debatte, diees ausgelöst hat. Wenndas Buch von einer gebürtigenDeutschen geschriebenworden wäre,hätten sich Zeitungenwie «Bild» oder «KölnExpress» und wohlauch Kurt Aeschbachernicht für sie interessiert.Offensichtlich ist esheute immer noch etwasAussergewöhnliches,wenn eine junge, aufgeklärte, selbstbewussteTürkin über Sex schreibt. Vor über 50 Jahresind die ersten Türken nach Deutschland ausgewandert– doch richtig angekommen sindsie auch heute noch nicht.


eligionEINSPRUCH • 14 • 11.10 • 12 religionEINSPRUCH • 14 • 11 .10 • 13Propaganda, Hetze und Unterdrückungmissbrauchen. Zunächst einmal zum umstrittenenThema Kopftuch: Woher stammtdas Kopftuch? Seit wann wird es getragen?Inwiefern handelt es sich beim Tragen einesKopftuches um eine religiöse, spirituelleoder gesellschaftliche Konvention ? Wo isteine Verpflichtung zumKopftuchtragen festgeschrieben?WelchenBedeutungswandel erfuhrdas Kopftuch imZeitverlauf?Wie bereits erwähnt gibtder Koran, die verbindlicheHauptquelle desIslam, keine Auskunftüber diese Fragen. Erbesteht aus 114 Suren,die man auch Kapitelnennt. Jede Sure hat drei bis 300 Verse .DieGesamtzahl der Verse im Koran beläuft sichauf 6263. In drei Versen findet sich zwardie Formulierung „den Körper bedecken“(Sure 24 Vers 31 ,60 Sure 33 Vers 59), dasWort „Kopftuch“ wird aber selbst in diesendrei Versen nicht erwähnt. Anders in derBibel: Sowohl im Alten als auch im NeuenTestament wird das Kopftuch nicht nur erwähnt,sondern den Frauen sogar vorgeschrieben(vgl. Paulus, Korintherbrief).Vergangene Woche wurde berichtet, dassdie medizinische Universität Graz ihrenStudierenden die Vollverschleierung verbietet.Gemäß einer Erhebung der EU-Grundrechtsagentur vom vergangenenJahr tragen in Österreich 64% und inDeutschland 27% aller Frauen mit türkischerAbstammung ein Kopftuch.Aus einer aktuellen IMAS Umfrage erfahrenwir, dass sich mehr als 50% derÖsterreicherInnen für ein religiös begründetesKopftuchverbot aussprachen. Es stelltsich nun die Frage, ob es sich bei islamischenKopftüchern um ein religiöses Gebot handelt(dann müsste dieses allerdings im Koranfestgeschrieben sein)oder wird es sich nichtvielmehr mit einemhistorisch gewachsenempolitisch-religiösenPhänomen zu tun haben,dass sich auf den Einflusspolitischer, und kulturellerTraditionen zurückführenlässt. Das häufigangeführte Argument,das Kopftuch sollte „vorden Blicken der Männerschützen“ erscheint inunserer aufgeklärten Zeit jedenfalls vielenabsurd und selbst im traditionell-historischenKontext nicht als ganz stimmig…Die BefürworterInnen des Kopftuches leitenihre wahrgenommene Verpflichtung zurVerhüllung aus dem Koran ab. Es empfiehltsich daher, in jenen Suren und Versen desKoran nachzulesen, auf die sie sich berufen:Sure 24, Vers 31Und sprich zu den gläubigen Frauen,sie sollen ihre Blicke senken und ihreScham bewahren, ihren Schmuck [d. h.die Körperteile, an denen sie Schmucktragen; der Übers.] nicht offen zeigen,mit Ausnahme dessen, was sonst sichtbarist. Sie sollen ihren Schleier aufDie Fortführung desselben Verses(Sure 24, Vers 31) erklärt sowohl,dass im Kreis der Familie undVerwandten der Schleier kein Muss ist, alsauch, dass die Frauen sich frei bewegenkönnen. Von einem „ Kopftuch“ ist wiein allen anderen Versen des Korans keineRede. Auch bei der RICHTIGEN türkischenÜbersetzung des Korans werden Sie dasWort „Basörtü“ nicht finden. „Bas“ bedeutetauf Türkisch Kopf und „Örtü“ bedeutetauf Türkisch „Tuch“. Trotzdem findet manbei fast allen Auslegungen undÜbersetzungen des Koranssowohl in türkischerals auch ind e u t s c h e rSprache dieÜbersetzung„Kopftuch“.Aber in Wahrheitbedeutet dasVerb „HIMAR“,das in diesem Versausdrücklich erwähntwird, in arabischerSprache nicht „den Kopfbedecken“, sondern nur „bedecken“.Falls im Koran überhaupt etwas explizitbedeckt werden soll, würde esauch erwähnt werden. Das ist aber nichtder Fall. Die theologische Begründungfür das Gebot zum Kopftuchtragen wirdin erster Linie auf dem http://religioeseintoleranz.suite101.de/article.cfm/mohammed_und_der_koran”Koranzurückgeführt.Die Sure 24,31 ruft die Frauendazu auf, ihre Reize vor den Männernzu verbergen aber nicht den Kopf zu bedecken.Das steht schwarz auf weiß imKoran Sure 24 Vers 30 und 31, Sure 33,59. Bei Übersetzungen wird aber in derRegel mit Klammerausdrücken versucht,den Koran willkürlich zu interpretieren.Dieser fatalen Praxis ist dringend Einhaltzu gebieten: Wir müssen bei den Faktenbleiben. Persönliche und gesellschaftlicheAnsichten dürfen in Interpretationengenauso wenig einfließen wie tradiertekulturelle Aspekte.Ich möchte meine Ausführungen noch miteinem konkreten Beispiel wie Mustafa Sagin seiner Koran Übersetzung ins Türkische(Meal) veranschaulicht: Wenn man dasWort „Bettdecke“ verwendet, benützt manneben dem Wort „decken“ auch das Objekt„Bett“, um zu betonen, was genau bedecktwerden soll. Gemäß dieser Logik müsste fürden Begriff „Kopftuch“ neben dem Begriff„bedecken“ auch das Wort „Kopf“ vorkommen.Das im Vers erwähnte Betonungswortneben dem Wort „Himar-Bedeckung“ ist„Cuyub“, welches aus dem Arabischen insDeutsche übersetzt „Brust, oder Kragen“bedeutet. Dasselbe Wort „Cuyub“ wird auchin einem anderen Vers im Koran erwähnt,nämlich Sure Zahl 28 Kasas Vers 32, wodas Wort im Kontext „ Er legte seine Handauf die Brust / den Kragen von Moses“ gebrauchtwird. Also wenn das Wort „Cuyub“mit dem Wort „himar-bedecken“ kombiniertwird, bedeutet „bihimürihinneala cuyubihinne“ nicht „den Kopfbedecken“, sondern „die Brustbedecken“. Fast alle traditionellenAuslegungen desKorans analysierendiese Verse nichtin einem wissenschaftlich e n Z u -sammenha n g ,s o n d e r ndeuten dasGanze mit einemSatz wie„Sie sollen ihre Kopftücher biszu deren Kragen bedecken“, in demsie auch das Wort „felyedribne“ als „siesollen bedecken“ verwenden.Diese traditionellen Islam-Auslegungenschaffen für den politisierten Glaubeneinen festen Boden. Sie interpretierendasselbe Wort, welches aus dem Wort„Darabe“ stammt, als „sie sollen ihreKopftücher..... bedecken“, wobei sie dasselbeWort, in einem anderen Sure imZusammenhang „Ihr sollt eure Frauenschlagen“ (siehe: Sure Nisa, Vers 34) verwenden.Um es auf den Punkt zu bringen:Obwohl die Originalausgabe des Koranskeinen Bezug auf das Kopftuch nimmt,wird dieses zum identitätstiftendenSymbol für traditionelle und politisierteIslam-Anhänger. Als solches stehtes immer wieder im Zentrum von Islam-Diskussionen, nicht nur in der Türkei,sondern mittlerweile vermehrt auch inÖsterreich und anderen europäischenLändern. Dabei wird nicht über diewahre, im Koran festgeschriebeneReligion Islam debattiert, sondern übereine Religion, die sich als Folge despolitisierten Glaubens der traditionellenNahostkultur begreifen lässt. Siehat ihren Ursprung in der Sumerischen,Jüdischen und Christlichen Kultur.den Kleiderausschnitt schlagen undihren Schmuck nicht offen zeigen, es seidenn ihren Ehegatten, ihren Vätern, denVätern ihrer Ehegatten, ihren Söhnen,den Söhnen ihrer Ehegatten, ihrenBrüdern, den Söhnen ihrer Brüder undden Söhnen ihrer Schwestern, ihrenFrauen, denen, die ihre rechte Hand besitzt,den männlichen Gefolgsleuten, diekeinen Trieb mehr haben, den Kindern,die die Blöße der Frauen nicht beachten.Sie sollen ihre Füße nicht aneinanderschlagen,damit man gewahr wird, wasfür einen Schmuck sie verborgen tragen.Bekehrt euch allesamt zu Gott, ihrGläubigen, auf dass es euch wohl ergehe.[“Schmuck” wird häufig auch übersetztals “Reize”] [“Kleiderausschnitt” wirdhäufig auch übersetzt als “Busen”]Sure 24, Vers 60Und für die unter den Frauen, die sichzur Ruhe gesetzt haben und nicht mehrzu heiraten hoffen, ist es kein Vergehenwenn sie ihre Kleider ablegen, ohne dasssie jedoch den Schmuck zur Schau stellen.Und besser wäre es für sie, dass siesich dessen enthalten. Und Gott hört undweiß alles.Sure 33, Vers 59O Prophet, sag deinen Gattinnen unddeinen Töchtern und den Frauen derGläubigen, sie sollen etwas von ihremÜberwurf über sich herunter ziehen. Dasbewirkt eher, dass sie erkannt und dasssie nicht belästigt werden. Und Gott istvoller Vergebung und barmherzig.(Quelle: Der Koran. Übersetzung vonAdel Theodor Khoury. Unter Mitwirkungvon Muhammad Salim Abdullah. Miteinem Geleitwort von Inamullah Khan,Generalsekretär des IslamischenWeltkongresses. Gütersloh, 2. durchgeseheneAuflage 1992)Bei Betrachtung der oben geschildertenKästchen sieht man, dass das Wort „Tuch“vorkommt, aber nicht das Wort „Kopftuch“als solches.In der Türkei wurde vor 30 Jahren dasKopftuch und der Schleier absichtlich politisiert.Bisvor 30 Jahren diskutierte fast niemandin der Türkei so ernsthaft über dasKopftuch, aber durch der Militätputsch von12 September 1980 und durch die darauffolgendeund fortschreitende Politisierungdes Kopftuchs durch manche Gruppen, diedie Religion für deren politischen Interessenausgenützt hatten, wurde es zu einem heiklenThema, was heute noch stark diskutiert wird.Entsprechende türkische Erfah-rungensollten in Öster-reich nicht wiederholtwerden. Schließlich ist offensichtlich, dassim Islam nach den koranischen Versen undSuren keine Verpflichtung zum Tragen einesKopftuchs besteht.Das Zeitalter der Ignoranz, welches vor demKoran sicher vorherrschte, dürfte sich imBezug auf die geringschätzende Haltunggegenüber Frauen speziell in jenen Versenreflektieren, die die Verschleierung betreffen:Zahlreiche Verunglimpfungen undAussagen der Diffamierungs-Bande, die auchder Ehefrau des Propheten Verleumdungvorwarfen, zeugen davon. Dementsprechendwurden diese Verse zugunsten der Männer interpretiert.Wenn man allerdings das gesamteSinngefüge des Korans analysiert, sieht man,dass Frauen durchaus ein gleichwertigerStatus zuerkannt wird: Den Frauen wird empfohlenwird, dass sie im gesellschaftlichen


eligionEINSPRUCH • 14 • 11.10 • 16religion EINSPRUCH • 14 • 11 .10 • 17Die Frau muss ihren ganzen Leib bedeckenHaushaltung Gottes 36,37: „Seht, ihralle seid gleich, - gleich ihr Männlichenund gleich ihr Weiblichen! Jedoch solletihr Weiblichen wohl bedecken eureSchamteile wie auch euren ganzen Leib,und vorzüglich aber euer Haupt, damitdurch euer geiles Wesen nicht der Mannzur Unzucht gereizt werde, gleichwiedie Schlange lockt durch die große, geheimeLüsternheit ihrer verführerischenAugen das freie Geschlecht der Vögel indie tötende Gefangenschaft ihres giftvollenRachens; denn ihr Weiber seidzuallernächst Kinder der Schlange undvoll deren Giftes. Daher seid vor allemzüchtig wie das Bienenweibchen, dassich nicht getraut mit seinem Wesen ansLicht der Sonne, sondern Tag und Nachtsorglich kriecht über die Zellen seinerharmlosen Kinderchen; so auch solltetihr sein und gehorsam in allem eurenMännern, insoweit es der allerheiligsteWille Gottes erheischt. Jedoch, sollte einMann - was nicht zu gedenken sein sollte- euch wider des allerheiligsten WillenGottes zu etwas zwingen wollen, so sollauch euch gestattet sein, euer Haupt vordem Manne zu entblößen und selbenlieblich zu mahnen an seine Pflichten,hervorgehend aus Gott. Und so ihr allesdieses so genau erfüllen werdet, dannwird der Herr euch mit großen Gnadenüberhäufen, und ihr werdet werdenzur süßen Augenweide in unendlicherSchönheit des ewigen, heiligen Vaters,ewig und unsterblich.“Im orthodoxen Judentum bedecken heutzutageverheiratete Frauen ihre Haare ausreligiösen Gründen mit einem Kopftuch odereiner Perücke. Bereits die hebräische Bibel,also das Alte Testament sprach von einerVerschleierung der Frauen. So verschleiertesich Rebekka, die Frau Isaaks nach gen 24-.51, Gen. 24,65 „ Da nahm sie den Schleierund verhüllte sich....“ . Natürlich wird nachder modernen Bibelwissenschaft der vonPaulus an die Korinther geschriebene Brief11,5 teilweise als späterer Zusatz angesehen.Wie gezeigt wurde, geht aber aus dem Altenund Neuen Testament klar hervor, dassKopftuch, Schleier und Verhüllung nichtnur Empfehlungen waren, sondern verpflichtendvorgeschrieben wurden. Heutzutagewird das Kopftuch im Christentum fastnur noch in ländlichen Gegenden, insbesonderein orthodoxen Kirchen sowie vonFrauen in mennonitischen bzw. „teuflischen“Gemeinschaften getragen. Während imKoran das Wort Kopftuch nicht vorkommt,wird es im Alten und Neuen Testament verpflichtendvorgeschrieben. Der Koran meintmit „Tuch“ kein Kopftuch, sondern ein Tuch,das den Frauen als Schmuck dienen undihre sexuellen Körperstellen verhüllen soll(siehe die Suren in den Kästchen). In derGeschichte kommt das Kopftuch bereits erstmalsbei den Sumerern und somit langevor dem Judentum vor. Nun lassen Sie michein bißchen tiefer zum Thema des Vergleichsder heiligen Schrifte eingehen, und Ihnenerzählen, inwiefern die heiligen Bücher undSchriften sich voneinander trennen, und wosie Gemeinsamkeiten aufweisen. Der Koranwird als die Heilige Schrift des Islam definiert,die gemäß dem Glauben der Muslime diewörtliche Offenbarung Gottes (“ Allah” ) anden islamischen Propheten Mohammed, vermitteltdurch den Engel Gabriel, enthält.Kurz und prägnant ausgedrückt stellt derKoran für die Muslime das Wort Gottes dar.Im Gegensatz zum Koran ist die Bibel eineSammlung von 66 Büchern die von verschiedenenAutoren als Bericht bzw. Poesieverfasst und im Laufe der Jahrhundertezu einer Einheit zusammengefasst wurde(Quelle: Deutsche Bibelgesellschaft). DenBegriff „Testament“ verstehe ich als eine Art“Bund”, in dem die Beziehung zwischen Gottund den Menschen beschrieben wird. DieBibel umfasst 66 Bücher und besteht zu75%aus Berichten, zu 15% aus Poesie und zu 10%aus Lehrtexten. Das Alte Testament umfasst39 Bücher, die in Kapitel und Verse eingeteiltsind. Es wird sowohl von den Juden, als auchvon den den Christen als Heilige Schrift betrachtet.Das Alte Testament berichtet von derErschaffung der Welt und von der Entstehungund Geschichte des Volkes Israel. Das NeueTestament besteht aus 27 Büchern und verstehtsich mit der Ankunft des Messias JesusChristus als Antwort auf das Alte Testament.Es erzählt dessen außergewöhnliches Lebenund berichtet von seinen Jüngern sowievo n s e i n e n f roheBotschaften, die allenMenschen gelten. VierBücher (Matthäus,Markus, Lukas, Johannes)Bilbel) bezeugenauf unterschiedlicheWeise dasLeben Jesu, seineLehre, seine Wunder, seinen Tod am Kreuzund seine Auferstehung: Man nennt sie die“EVANGELIEN”.Die darauffolgenden Bücher erzählen, wiedie Jünger Jesu den Tod ihres Herrn, seineAuferstehung und seine Himmelfahrt miterlebthaben; sie berichten von den Anfängender christlichen Gemeinde, von Verfolgungenund Problemen und wie sich die guteBotschaft sehr schnell im Römischen Reichbis zur Türkei ausbreitete. Wir müssen hiersehen, dass der Koran direkt als Gotteswortkonzipiert ist, das Alte und Neue Testamenthingegen in Form von Berichten und Poesienverfasst ist. Ein Vers in der Bibel ergibt nurdann einen Sinn, wenn er im Zusammenhangmit dem ganzen Text betrachtet wird. Dies istvor allem dann wichtig, wenn man die Bibeleinfach an einer beliebigen Stelle aufschlägt.Natürlich sind manche Abschnitte der Bibelschwer zu verstehen, weil viele Jahrhundertezwischen damals und heute vergangen sindund wir die beschriebenen Bräuche und dasUmfeld als fremd empfinden. Auf der anderenSeite wurde der Koran, deraus 114 Kapitel ( Suren) und6243 Versen als Gotteswortbesteht, auf ein Ereignishin offenbart , um einebestimmte Idee zu verdeutlichen.Man muss den historischenKontext kennen,um ihn richtig zu interpretieren.Man muss ihn mitden Gegebenheiten der Zeitsehen. Das evangelischeInstitut für Islamfragenist ein Netzwerk vonIslamwissenschaftlern undwird von den EvangelischenAllianzen in Deutschland,in Österreich und in derSchweiz getragen. Frau Dr.Christine Schirrmacherschreibt in ihrem Prologfolgende Sätze: „Heute ist unter Muslimendie Auffassung, dass der Text der Bibel verfälschtworden ist, längst Allgemeingut. Mangeht davon aus, dass sowohl das Alte als auchdas Neue Testament ursprünglich wahreOffenbarungen Gottes waren, im Laufe derZeit jedoch von Menschen verändert und verfälschtwurden. Andere Bezeichnungen vonfrüher zu den Menschen gesandten Schriftensind präziser. So nennt der Koran sowohl dieTora (arab. taurâh) als auch das Evangelium(arab. injîl) beim Namen. Das Evangeliumwird insgesamt zwölfmal im Koran erwähnt.Was meint allerdings der Koran mit demEvangelium? Letztlich bleibt unklar, ob erdamit vor allem die Erzählungen von Jesusmeint oder eines der vier Evangelien, alle vierEvangelien zusammen oder etwa das ganzeNeue Testament. Interessanterweise wird imKoran der Wert früher überlieferter Bücherwie auch des überlieferten Evangeliums zuBeginn von Muhammads Offenbarungennirgends grundsätzlich in Frage gestellt,sondern vielmehr positiv hervorgehoben.Erst später taucht im Koran der pauschaleVorwurf der Schriftverfälschung auf. Dievor Muhammad und mit Muhammad gesandtenSchriften widersprechen sich nachAuffassung des Korans eigentlich nicht,sondern bestätigen sich vielmehr gegenseitig.Jeder Prophet, der in der Geschichtemit einer Offenbarung Gottes zu seinem Volkgesandt wurde, bestätigt die Botschaft seinerVorgänger, da die Botschaft Gottes sich niemalsändern kann. So bestätigte Jesus dieSendung von Noah, Abraham und Mose,und Muhammad bestätigt die BotschaftJesu. Deutlich hebt der Koran hervor, dassdas Evangelium wie zuvor die Tora von Gottzur Rechtleitung der Menschen gesandtworden ist: “Er hat auch die Tora und dasEvangelium gesandt, früher, als Rechtleitungf ü r d i e M e n s c h e n”( 3 ,3 - 4 ) . B e s o n d e r spositiv über den Wertdes Evangeliums, das“Rechtleitung” und“Licht” enthält, äußertsich Sure 5,46: “Undwir ließen nach ihnenher Jesus, den Sohn derMaria, folgen, dass erbestätige, was vor ihmda war, nämlich dieTora. Und wir gabenihm das Evangelium,das Rechtleitung undLicht enthält und dasbestätigt, was vor ihm dawar, nämlich die Tora,und als Rechtleitungund Ermahnung fürdie Gottesfürchtigen”(5,46). Zunächst spricht der Koran nirgendsdavon, dass die Offenbarungen des Altenund Neuen Testamentes (oder: wie der Koransagt, der Tora und desEvangeliums) grundsätzlichüberholt oder vomKoran abgelöst wordenseien“ .Im Alten undNeuen Testament (75%Bericht , 25%Poesie)hingegen findet mankein Wort über denKoran, Muhammed usw.Frau Cig beschrieb folgendeBedeutungen desKopftuchs: In der polytheistischenReligionder Sumerer war es eineheilige Ehre für willigeFrauen, zu den Göttern inihren Tempeln zu betenund zu danken, indemsie als Braut der Götterzu einer `öffentlichenFrau` wurden. Damit man sie von anderenBeterinnen unterscheiden konnte, musstensie ihren Kopf bedecken. Viel später - erst ca.1600 v. Chr.- führte ein assyrischer König dieKopfbedeckung auch für verheiratete und verwitweteFrauen ein. So bekamen diese Frauenden gleichen Status wie die `öffentlichenFrauen`, die legal Geschlechtsverkehr habendurften. Später übernahmen diese Traditiondie Juden, und danach die Muslime von denJuden. Laut Cig, die viele Werke zum Themaschrieb, tauchte auch der Turban zum erstenMal bei den Sumerern auf. Er wurde spätervom Judentum, Christentum und danach vonder arabischer Kultur und somit von Islamübernommen. Frau Cig betonte, dass derTurban eigentlich nichts anderes sei, als einesumerische Tradition, die später eine enormegöttliche Bedeutung übernommen hätte.Jetzt, liebe Leserinnen und Leser, tauchenwir zurück zum Thema Kopftuch, und diesmalim Bezug auf dessen Funktionalität undhistorische Aspekte. Wir fragen uns, wasdas Kopftuch ist, wozu es dient, seit wannKopftuch getragen wird, und inwiefern dasTragen eines Kopftuches eine religiöse, spirituelleoder gesellschaftliche Konventionist, und wie sich dieses Phänomen im Laufeder Zeit verändert hat, so dass es zu einer derzentralen Fragen bezüglich Religionsfreiheitund Frauenrechte entwickelt geworden ist.Also, wie man sieht, ist das Tragen einesKopftuches eine ganz alte Tradition des mittlerenOsten und des mesopotamischenRaums. Was die Verhüllung und das Tuch imIslam betrifft, ist es reine Interpretationssache,wie man die oben erwähnte Sure „Nur“ auslegt.Viele Hermeneutiker, aber auch vieleTheologen sind der Meinung, dass mit demBedecken von „Scham“ und „Schmuck“Geschlechtsorgane, Busen etc. gemeintsind, und es gibt weder direkt,noch indirekt einenHinweis darauf, dass derKopf der Frau mit einemTuch voll verschleiertwerden soll.Im geschichtlichen Verlaufwurde aber in fast allenReligionen einige sittlicheund gesellschaftlicheKonventionen in dasheilige Wort Gottes hineininterpretiert.Dadurchblieben gewisse gesellschaftlicheRollen undPositionen und damitMachtverhältnisse erha l t e n . E s s t i m m ta l l e r d i n g s n a c h d e n -klich, dass sehr alteAuslegungen und Interpretationen, sowiedie Interpretationswahrnehmung dritterPersonen, die sich mit dem Thema nichternsthaft auseinandergesetzt haben, heutezu ungerechtfertigten Belästigungen undpolitischer Instrumentalisierung führen undin Gestalt der „Kopftuchdebatte“ ein gesellschaftspolitischesProblem konstruieren.Quellen: Der Koran, Das Alte und NeueTestamanet, Koran übersetzungen : MustafaSag, Yasar Nuri Öztürk, Hüseyin Atalay,Süleyman Ates


KULTUREINSPRUCH • 14 • 11.10 • 18KULTUR EINSPRUCH • 14 • 11 .10 • 19von Perihan MansurWien-Neue Welt Verlag mit Sitz inWien in der Dorotheergasse erstelltmit seinen Kooperationspartnerund Medieninhaber der „Yeni VatanGazetesi“ (Neue Heimat Zeitung) ein neuesintegrationsförderndes Projekt. Neue WeltVerlag versteht sich als ein Verlag, der dieBegegnung und Kommunikation zwischenden Menschen fördert.Geplant ist ein Buch namens „Das großeBildwörterbuch Österreichisches Deutsch-Türkisch“. (Gesamt ca. 48 Seiten, Format24x32 cm). Die Auflage dieses Buches wirdca. 10.000 Stück betragen, die an Schulenverteilt und ebenfalls den Sponsoren undKooperationspartnern zur Verfügunggestellt und auch in Buchladen um 16Euro verkauft wird. Herausgeber ist BirolKilic.Für das neue Projekt haben türkischeÜbersetzungsspezialisten, Lehrer/-in und Pädagoginnen mit Leibund Seele mitgewirkt. In kulturellerHinsicht wird diesesProjekt als eine sehr förderndeMaßnahme für die interkulturelleKommunikation gesehen. Diebestehenden und erfreulichenTatsachen, dass dieses Buchbereits in den Lehrplan der österreichischenVolksschulenmit einbezogen wurde,bestätigen diese Aussage.So sieht Neue Welt Verlagdas Verschenken die -ses Buches z.B. im Rahmendes Vorschulabschlusses als eine sehrfördernde und nette Geste. Vor allem wirddieses Bildwörterbuch den Immigrantenaus der Türkei in allen Altersklassen alsgroße Hilfe erweisen. Doch nicht nur für diejunge Generation (5-12 Jahre) stellt diesesübergreifende und durch seine spielerischeAufmachung auffallende Bildwörterbucheine Form des Erlernens vonwichtigem Vokabulardar; auch für dieDas große BildwörterbuchÖsterreichischesDeutsch-Türkischzu haben, bzw. beinoch mangelhaftenSprachkenntnissens i c h b e s s e r au s-drücken zu können.Natürlich ist diesesBilderwörterbuch auchfür Österreicher, die einpaar türkische Wörterlernen möchten, bestensgeeignet. Somit schätztNeue Welt Verlag diesesProjekt als sehr hoch für einsoziales und gemeinsamesMiteinander ein. Das großformatigeBildwörterbuch enthältüber 777 Wörterauf Deutsch undTürkisch, die Kinderim Alltag tatsächlichverwenden. Die witzigen,schwungvollenIllustrationen zeigenunzählige vergnüglicheDetails, die es zu entdeckengilt.Falls Sie ebenfalls diesesFörderprojektes bestellen undeinen essentiellen kulturellenund sozialen Beitrag leistenmöchten, melden Sie sich bittebei Herrn Melih Demircilerm.demirciler@yenivatan.atErziehungsberechtigtens e l b s t , v o r a l -l e m f ü r H au s f r au e nu n d M e n s c h e n m i tMigrationshintergrundhilft es durch die einlade n d e Ko n z e p t i o n u n dTrivialität die Übersetzungenfür die kleinen und wichtigstenDinge des Alltags intus


KULTURRELIGIONEINSPRUCH • 14 • 11.10 • 24EINSPRUCH • 14 • 11 .10 •25Das erstePorträt vonAtatürk wurdevon einemÖsterreichergemaltDas erste Porträt Atatürks, der Gründerder türkischen Republik wurde in 1916während des ersten Weltkriegs in derFront „Anafartalar“ von dem österreichischenMaler Wilhelm Viktor Krauß gemalt. Dernationale Held der Türken wurde in demPorträit mit glänzenden hellblauen Augen,hellgrünem Kopfbedeckung und schlauemAusdruck im Gesicht wie ein Held mit gescheitenIdeen im Kopf dargestellt. Der vomösterreichischen Maler Wilhelm Viktor Kraußgemalte Porträt ist in ästhetischer Hinsichtein ganz schönes Gemälde.Der Maler befand sich damals in Canakkale,eine andere Front in dem ersten Weltkrieg.Die Deutschen, Österreicher, Türken undBulgaren kämpften in diesem Krieg gemeinsamals Achsenmächte. In der FrontCanakkale gab es insgesamt zwei Maler.Der türkische Hayri Cizel und der österreichischeKrauß. Beide haben in der Frontmittendrin Kriegsgemälden gemalt. MustafaKemal war zwar damals noch kein General,Ihr Spezialist fürexklusive Reisenin die Türkei...Der österreichische Maler,Wilhelm Viktor Krauß war derjenige,der den Gründer dertürkischen Republik zum erstenmal im Jahr 1916 porträtiert hatte.aber sein know-how und seine Brillianzals Kriegsstratege war schon berühmt undanerkannt. Wie der verstorbene damaligeBotschafter Rusen Esref Unaydin, der späterauch Parlamentariar der Republik wurde, esauch in Ausdruck bringt, fand damals derösterreichische Maler die Gesichtsauszügeund das physische Auftreten von Atatürkganz markant, und bat dem Botschafter umErlaubnis für ein Photo von ihm, welche ermit einer ganz alten Analog Fotokamera aufgenommen,und dann porträtiert hatte. Undzwar im Jahr 1916.IMPRESSUM.......................................................................RICHTUNG DER ZEITUNG:Liberal-demokratisch.Ohne Einspruch kein Anspruch.......................................................................REDAKTION:Tel.: 01 / 513 76 15-0 / Fax.: 01 / 513 76 15-30.......................................................................Internet:www.dereinspruch.at.......................................................................EMAIL:office@dereinspruch.at.......................................................................herausgeber:DI Birol Kilic.......................................................................CHEFREDAKTEUR:Yüksel Karaman.......................................................................REDAKTIONLeyla Sagmeister, Petra Kolesky,Tarkan Cem, Perihan Mansur, Alina Witte,.......................................................................HERSTELLER:Medieninhaber / Neue Welt Verlag GesmbhFN 244219.......................................................................HERSTELLUNGSORT:Wien.......................................................................POST ADRESSE:EINSPRUCH, Dorotheergasse. 6/24 1010 WIEN.......................................................................ANZEIGEN:Tel.:01 / 513 76 15 - 24Fax.: 01 / 513 76 15 - 30Mo-Fr: 9-17hanzeige@dereinspruch.at.......................................................................OpferfestWir wünschen zum Opferfest unddarüber hinaus viel Gesundheit,Glück , Erfolg für alle Menschenund für unsere neue HeimatÖsterreich.Das islamische Opferfest ist neben demRamadanfest ‘Id-ul Fitr das bedeutendsteFest der islamischen Welt und wirdam 10. Tag des Wallfahrtsmonats, am Endedes Hadsch, begangen und dauert vier Tage.Das Opferfest erinnert an die BereitschaftAbrahams einen seiner Söhne zu opfern.Welcher der beiden Söhne Abrahams, Isaakoder Ismail, geopfert werden sollte wirdjedoch im Koran nicht explizit erwähnt.Sowohl Isaak als auch Ismail haben im Islameine große Bedeutung. Nach Koran 6, 84-87gilt Isaak als Stammvater vieler Prophetenund Gottesgesandten, während Ismail alsStammvater des Propheten Muhammad angesehenwird. Sowohl am ersten Morgen desOpferfests, als auch am ersten Morgen desFastenbrechenfests wird die Moschee besucht,um dort das gemeinsame und besondereGebete (Salat) dieses Festtages zu verrichten,welches aus zwei ruk’at besteht und dieBesonderheit hat, dass die Ansprache (khutba)– meist durch den Imam – nach dem Gebet,und nicht wie beim Freitagsgebet vor demGebet, erfolgt. [1] Meist schließt sich an denBesuch der Moschee ein Besuch des Friedhofsan, um seinen verstorbenen Verwandtenund Bekannten zu gedenken, ihnen Verseaus dem Koran vorzulesen und Bittgebete zusprechen. Der restliche Tag wird genutzt, umdie Verwandtschaft und Bekanntschaft zu besuchen.Dabei werden meist in großer Rundediverse Gerichte und Getränke angeboten. Manmacht sich gegenseitig und oftmals auch denBedürftigen Geschenke. Sowohl die Männerals auch die Frauen ziehen sich besondersschöne oder neue Kleidung an. Auch das Hausist festgemäß geschmückt und vollkommenaufgeräumt. Das Opferfest wird am zehntenTag des islamischen Monats dhu l-hijja zelebriertund dauert drei bis vier Tage, obwohl diesTradition und keine religiöse Vorschrift ist. Dererste Tag ist der eigentliche Festtag. Da der islamischeKalender einMondkalender ist, verschiebtsich das Opferfest undkann somit zu jeder Jahreszeitstattfinden. Dieses Jahr beginntdas Opferfest am 16.Novemberund endet am 20.November2010. Die meisten Europäerverknüpfen die Festtage vermutlicham ehesten mit derTierschlachtung. Die Bedeutungund der wahre Hintergrund bleibenihnen zumeist unbekanntund sie entwickeln sich ihr eigenenesund leider falsches Bild. Währenddes Opferfests gedenken die Muslime der koranischenGeschichte des Propheten Ibrahim,der seinen Sohn Ismail opfern wollte, um Gottseine absolute Hingabe zu beweisen. Ibrahimblieb viele Jahre kinderlos, flehte Gott um einenSohn an und versprach ihm sogar diesenfür ihn zu opfern, so sehr wünsche er sich einKind. Da gebar seine Frau Hagar einen Sohnmit Namen Ismail und Ibrahim vergaß raschsein Versprechen. Da befahl Gott ihm einesNachts, seinen Sohn als Opfer darzubringen.Als Ibrahim dies voll Trauer Ismail erzählte,stimmte Ismail jedoch zu, dass Gottes BefehlenFolge geleistet werden müsse.Als Gott dann sah, dass Ibrahim ausGottesfurcht bereit war, seinen Sohn zu töten,hielt er Ibrahim vom Opfer ab und gestatteteihm stattdessen, einen Widder zu opfern. AlsOrt des Geschehens wird in der islamischenFolklore entweder der Fels genannt, der heutedas Fundament des Felsendoms in Jerusalembildet oder eine Örtlichkeit nahe Mekka.Des Weiteren wird erzählt, dass Ibrahim mitdem Fleisch des Widders den Hunger derBedürftigen stillte. Die Ähnlichkeiten mit derbiblischen Erzählung von Abrahams Opfersind offenkundig. Der Unterschied besteht darin,dass in der koranischen Gesichte Ismail,der Sohn Hagars und nicht Isaak der SohnSaras geopfert werden soll. Für die Araber giltIsmail als der Stammvater der Araber, durchdiesen Hintergrund ist es daher logisch, dassIsmail und nicht Isaak das auserkorene Opferist. Diese Geschichte bildet den Grundsteinfür das heutige Opferfest, an dem es für alleMuslime weltweit verpflichtend ist, ein Tierzu schlachten, soweit es ihre Finanzlage dieszulässt. Das Opfer wird auf Arabisch qurban,auf Türkisch kurban genannt. Zumeist wirdein Schaf geschlachtet, indem es nach einembestimmten Almanya Infodienst No. 2 4Ritual unter Gebeten und der Anrufung Gottesgeschächtet wird – eine Praxis, die für Nicht-Muslime in Europa und den USA problematischist.Es ist Brauch, das Fleisch des Opfers an dieBedürftigen zu verteilen. Dies ist Teil derkaritativen Grundethik des Islams. Aberauch Freunden und Verwandten soll man etwasvom Fleisch zukommen lassen. Darüberhinaus ist es üblich, wie auch beim Zuckerfest,einander Grüße und Segenswünsche zukommenzu lassen, z.B. persönlich, telefonischoder per Post. Besonders beliebt sind mittlerweileauch e-cards, die per Internet verschicktwerden. Hier bieten sich auch den PolitikernMöglichkeiten, die im letzten Kapitel erläutertwerden. Am ersten Morgen des Opferfestesbesuchen Muslime die Moschee, um gemeinsamzu beten. Darüber hinaus hören sie eineFesttagspredigt. Frauen sind hier eher seltenanwesend, da sie zu Hause das Festtagsessenvorbereiten. In islamischen Ländern besuchtman zumeist nach dem Gebet den Friedhofund rezitiert hier für die Verstorbenen aus demKoran und spricht Bittgebete. Anschließend genießtman zu Hause das Festmahl und besuchtFreunde und Verwandte, bei denen man meistebenfalls zum Essen eingeladen wird. Hierbeiist es üblich, dass die Jüngeren die Älteren besuchen.Bis heute ist es ebenfalls üblich, denälteren Freunden und Verwandten die Handzu küssen, dass in der orientalischen Welt einZeichen von besonderem Respekt ist. Dafürbekommt man zumeist ein in ein Taschentuchgewickeltes Geschenk – das meist aus Geldoder, für Kinder aus Süßigkeiten besteht.Wie bereits am Anfang erwähnt, bietet dasOpferfest mit seiner zentralen Bedeutung fürMuslime und für deutsche Politiker eine guteGelegenheit, sich Moscheengemeinden inihrer Kommune anzunähern.Quelle: Kondrad Adenaur Stiftung

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine