G E M E I N D E B R I E F - Kirche-Nordsteimke

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2 AUF EIN WORTJohannes der Täufer ist eine wichtigePerson des Advents. Der Rufer in derWüste ist wie kein anderer der Vorläufer,der Wegbereiter Jesu, der aufsein Kommen verweist und den ervor dem Beginn desöffentlichen Wirkens tauft.Ein radikaler, gegen sichselbst kompromissloserMensch, der für seineÜberzeugungen stirbt.Doch als er im Gefängnissitzt, begegnet er mir ganzmenschlich: „Johanneshörte im Gefängnis vonden Taten Christi. Daschickte er seine Jünger zu ihm undließ ihn fragen: Bist du der, derkommen soll oder müssen wir aufeinen anderen warten? Jesus antworteteihnen: Geht und berichtetJohannes, was ihr hört und seht:Blinde sehen wieder, und Lahme gehen;Aussätzige werden rein, undTaube hören; Tote stehen auf, undden Armen wird das Evangelium verkündet.Selig ist, wer an mir keinenAnstoß nimmt.“ (Mt. 11,2-6)Ich kann die Frage des Johannesverstehen: Habe ich in meinem Glaubenauf die richtige Person gesetzt?War mein Einsatz richtig? Baue ichmein Leben nicht doch nur aufWunschdenken auf? Fragen, dieBild: Dieter Schütze / pixelio.dekommen können - gerade dann,wenn wir nicht hören und sehen,dass Blinde sehen, Lahmen gehen,Aussätzige rein werden, Taube hören,Tote aufstehen und den Armendas Evangelium verkündigtwird. Fragen, für die wir unsnicht schämen müssen.Für heute möchte ich dieSituation einmal umkehren.Jesus kommt zu uns undfragt uns: Seid ihr es, dieauf mich warten oder mussich zu anderen gehen? Waskönnen wir dann antworten:Natürlich, wir sind es, wirhaben für das Fest eingekauft, wirhaben die Wohnung geputzt und dieGeschenke liegen auch bereit. Oderkönnen wir antworten: Ja, wir sindes. Wir brauchen dich in unseremLeben gegen die Angst, gegen dasGefühl nichts wert zu sein und nichtgeliebt zu werden, gegen dasAlleinsein, gegen die innere Leere,gegen das Gehetztsein und gegendie Erfahrung des Scheiterns.Was kann ich ehrlich antworten. Gehöreich zur ersten oder zur zweitenGruppe? Wobei, das eine muss dasandere ja nicht ausschließen. Weihnachtenist ein Fest, und das dürfenwir feiern. Doch ich darf nicht vergessen,warum ich es feiere.

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