Oberbayern

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Wissen: Giftpflanzen

Futtern verboten

Im Stall, auf der Weide oder beim Ausritt – ständig sind Pferde der Gefahr von

Giftpflanzen ausgesetzt. Oft ist sich der Mensch gar nicht im Klaren, welche

Pflanzen eine Gefahr für den vierbeinigen Freund darstellen.

A

llein die Dosis macht

das Gift“, brachte es

Paracelsus einst auf

den Punkt. Beruhigen kann

das in Sachen Pferd kaum,

denn von allen Haustieren

reagiert das Pferd am sensibelsten

auf Giftstoffe. Mitunter

genügen ein paar Blättchen

von irgendeinem Kraut, um

schwerste Vergiftungserscheinungen

hervorzurufen, Todesfälle

sind nie ausgeschlossen.

Gut, wenn Pferdeliebhaber

wissen, was auf Weiden, in Hallen-

und Turnierdekorationen

nichts zu suchen hat.

Zuweilen ist sogar bei eingekauften

Futtermitteln Vorsicht

geboten, denn was Pferden

ganz und gar nicht gut

tut, wird von Menschen oft als

Heilpflanze genutzt. Bestes Bei-

spiel: Gundermann. Die hübsche

kleine Pflanze, deren Blau

an vielen Wegrändern und auf

zahllosen Wiesen becirct, ist für

Menschen nützlich; für Pferde

allerdings hochgradig giftig –

selbst im Heu noch mindestens

drei Monate. Dennoch meinen

manche Futtermittelhersteller,

Gundermann ihrem Pferdefutter

beimischen zu müssen. Und

das, obwohl die Fachliteratur

Todesfälle bei Pferden nach der

Aufnahme von Gundermann

dokumentiert.

Neugier kann sehr

gefährlich sein

Viele Pferdebesitzer meinen,

ihre Tiere hätten einen „siebten

Sinn“, was Giftpflanzen angeht.

Tatsächlich meiden manche

Pferde auch, was ihnen nicht

gut tut. Andere wiederum sind

zu neugierig und verfressen,

um auch nur ein Kraut ungekostet

zu lassen. Gerade die

jungen Triebe sind bei vielen

Giftpflanzen hochgefährlich,

da sich in ihnen noch keine Bitterstoffe

gebildet haben und sie

damit für Pferdegeschmäcker

durchaus attraktiv erscheinen.

Ein Umstand, der häufiges Mähen

als Maßnahme gegen die

Ausbreitung von Giftpflanzen

auf Weiden in einem anderen

Licht erscheinen lässt: Insbesondere

Jakobs-Greiskraut

und Hahnenfuß treiben nach

dem Mähen umso stärker wieder

aus.

Besonders aufmerksam

sollten Pferdebesitzer in Bezug

auf sämtliche Kreuzkraut-Ar-

ten sein. Nimmt ein Pferd regelmäßig

Kreuzkraut auf, weil

das nun mal auf seiner Weide

gedeiht, genügen kleinste Mengen,

um das Pferd nachhaltig

zu schädigen. Dabei treten die

Vergiftungserscheinungen oft

erst nach Monaten auf, ein Gegensteuern

ist in den meisten

Fällen unmöglich. Heimisch

ist Kreuzkraut zwar vorwiegend

in der Schweiz und in

Süddeutschland. Im Zuge der

Klimaerwärmung breitet es

sich jedoch stetig weiter Richtung

Norden aus. Besonders

gefährlich: Kreuzkraut verliert

seine Bitterstoffe, wenn es im

Heu getrocknet oder zu Silage

verarbeitet wird. Das gefährdet

auch die Pferde, die die Pflanze

aufgrund ihres Geschmacks

ansonsten meiden würden.

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