Broschüre - Wasserland Steiermark

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Broschüre - Wasserland Steiermark

Nr. 02Z034436 P.b.b. Verlagspostamt 8010Die Wasserzeitschrift der Steiermark 1.1/2008LEBENSRESSORT


InhaltSchillerfalterÜbersichtSteirische FlüsseÖkologische Bedeutung steirischer FließgewässerFlüsse:Die LafnitzDie Raab in der Gemeinde RohrDie Obere MürzDie EnnsDer IlzbachDer PößnitzbachDie SulmDer ToplitzbachDer Mariatroster BachDie Obere Mur456681012141618202224© NaturErlebnisPark Graz-AndritzHochwasserschutz in der Steiermark26Wasserausflugsziele28Spaß für Groß & KleinRichtiges Verhalten am und im Wasser30Kontakte31


ÜbersichtDer ToplitzbachReizvolles FischparadiesDie EnnsWildes WasserDie Obere MürzLandschaftliche GeheimnisseDie LafnitzEuropäischer MusterflussArchivNationalpark GesäuseH. Komposch / OIKOSToplitzbachObere MürzEnnsMurRaabklammMariatroster BachLafnitzIlzbachRaab in der Gemeinde RohrDie Obere MurInsel-reichMariatroster BachBacherlebnis in der StadtSulmPößnitzbachDie SulmNaherholung purDer PößnitzbachNaturbelassenes ErholungsgebietDer IlzbachMalerische AuenDie RaabIdyllisches Radlerparadies


Steirische FlüsseÖkologische Bedeutung steirischerFließgewässerFließgewässer haben neben dem Nutzenfür den Menschen (Trink- und Nutzwassergewinnung,Wasserkraftnutzung, Bewässerung,Erholung) auch eine hochrangigeökologische Bedeutung. Zugleich gehenvon ihnen bei Hochwasserereignissen lebensbedrohlicheGefahren aus.Vielfältige Beeinflussungen durch die Siedlungstätigkeit,die Landwirtschaft, den Wasserkraftausbau,den Verkehrswegebau, aber auch die Eingriffedes Schutzwasserbaues selbst, führten zuweit reichenden Beeinträchtigungen der Fließgewässerregime.Um ihre Funktionsfähigkeit aus ökologischer,ökonomischer und soziologischer Sicht dauerhaftzu sichern, gilt einerseits das Motto „Mehr Raumfür unsere Flüsse“, aber auch „Naturnähe“ in dervon Menschen geprägten und gestalteten Kulturlandschaftals oberste Priorität.Der Schutz des Wassers mit seiner lebensspendendenund transportierenden Funktion ist dabeivon besonderer Bedeutung.Richtiger Umgang mit unseren Fließgewässern beiPflege- und Instandhaltungsarbeiten, aber auchbei der Umsetzung von Schutzbauten wie z.B.Anwendung ingenieurbiologischer Bauweisen,Förderung, Erhalt sowie Wiederanlage von standortgerechtenUfergehölzsäumen, Errichtung bzw.Umbau von Sohlrampen und Wanderhindernissen(„wanderbare“ Flüsse für Fische und wirbelloseTiere) schaffen nicht nur strukturreiche und für alleWasserlebewesen durchgängige Fließgewässer,sondern auch „L(i)ebenswerte Flüsse“.Insgesamt weist das ständig wasserführendeGewässernetz der Steiermark eine Länge von14.000 km auf.M. Möslinger / OIKOS


Die LafnitzAmeisenbläuling1996 rief der Österreichische Naturschutzbund – gemeinsam mit anderen Naturschutzorganisationen– die Lafnitz zum „Fluss des Jahres“ aus.Ein europäischer MusterflussDie Lafnitz ist ein 110 Kilometer langer, linkerNebenfluss der Raab. Sie entspringtals Lafnitzbach im steirischen Joglland,umfließt das Vorauer Hochbecken undbildet ab der Gemeinde Lafnitz bis zur GemeindeRudersdorf die Grenze zwischen der Steiermarkund dem Burgenland. Nachdem sie die Feistritzaufgenommen hat, fließt sie noch ein Stück durchdas südliche Burgenland und mündet in der Näheder ungarischen Grenzstadt Szentgotthárd in dieRaab.Insbesondere in ihrem Ober- und Mittellauf beiNeudau und Burgau, aber auch im Abschnitt der„Fronius-Auen“ zwischen Rudersdorf und Fürstenfeldhat sich die Lafnitz den Charakter eines natürlichenFlusses bewahrt. Sie ist Lebensraum für einigeseltene Tier- und Pflanzenarten. Zu diesen zählendie Wassernuss, der Lungen-Enzian, die Trollblume,der Eisvogel und der Schwarzstorch sowie von denSchmetterlingen der Helle Wiesenknopfbläuling.Besondere Charakteristika des Lafnitztals sind Pfeifengraswiesen,Hochstaudenfluren und Auwälder.Als Grenzfluss zwischen Ungarn und Österreichbzw. dem Burgenland und der Steiermark bliebdie Lafnitz von Regulierungen verschont. Mäanderschlingen,natürliche, dynamische Uferstrukturenund sehenswerte Steilufer sind nahezu einzigartigin Europa. Dadurch konnte das Lafnitztal 2002 deminternationalen Übereinkommen zum Schutz derFeuchtgebiete beitreten und ist somit eines von 17so genannten Ramsargebieten Österreichs. Auchlädt die Lafnitz alle Naturbegeisterten zu ausgedehntenWanderungen, Radtouren sowie zu Kanufahrtenein.H. Komposch / OIKOS


FlussregenpfeiferHeller WiesenknopfbläulingFischotterDaten & FaktenFische in der LafnitzLänge:Quelle:Quellhöhe:Mündung:Mündungshöhe:Höhenunterschied:Flusssystem:110 kmLafnitzeck, Gebiet der GemeindenVornholz und Wenigzell950 m Seehöhein die Raab (Ungarn)220 m Seehöhe730 mRaab• Regenbogenforelle• Bachforelle• Äsche• Neunauge• Barbe• Nase• Hecht• AitelAuszug aus der BestandslisteEinzugsgebiet:1.994 km²Schwarzstorch


Die RaabSanft rauschende Flusswindungen und eine einzigartige Flora und Fauna machen die Raab mitdem Wanderparadies Raabklamm zu einem besonderen Naturerlebnis.Idyllisches RadlerparadiesDie Raab ist ein rechtsufriger Zufluss zur Donaumit einer Gesamtlänge von 250 km. Sieentspringt in der Steiermark, fließt durchdas Burgenland und mündet in Györ (Ungarn)in einen rechten Seitenarm der Donau. Zu ihrenwichtigsten Nebenflüssen in der Steiermark zählender Weizbach, die Rabnitz und die Lafnitz. Das Gebietder Raabklamm, zwischen Passail und Oberdorf,wurde in die Liste der Flussstrecken von nationalerBedeutung aufgenommen. Die weitgehend intaktenGewässerstrukturen und Fließgewässerstreckensowie die naturkundlichen Besonderheiten gabenden Ausschlag, die längste Klamm Österreichs alsNaturschutzgebiet auszuweisen. Dieses Naturjuwelbeherbergt neben zahlreichen geschützten Pflanzenauch bedrohte Tiere der „Roten-Liste“.Mit der Laufverlängerung an der Raab bei Rohr in derGemeinde Edelsbach wurde dem Fluss wieder mehrRaum gegeben und ehemalige Mäanderschlingenwurden wieder aktiviert. Neben einer Verbesserungdes Wasserrückhaltes konnte dadurch eine deutlicheVerbesserung der ökomorphologischen Ausstattungdes Flussraumes erreicht werden. Mit ihrerAussichtsplattform und der guten Lage zum RaabtalradwegR11 ist die Laufverlängerung der Raabein beliebter Rast- und Ausflugspunkt in der Regiongeworden.


Hecht© Wolfgang HauerSteinbeißerNaturpark RaabDaten & FaktenFische in der RaabLänge:Quelle:Quellhöhe:Mündung:Mündungshöhe:Höhenunterschied:Flusssystem:250 kmPassailer Alpenvorland/Teichalmgebiet1.150 m SeehöheDonau118 m Seehöhe1.032 mDonau• Hecht • Karpfen• Schleie • Aitel• Brachse• Nase• Rotauge• Zander• Steinbeißer• Waller/Wels• BarbeAuszug aus der BestandslisteEinzugsgebiet:1.020 km 2Seidelbast


Die Obere MürzDie Mürz bietet zahlreiche naturräumliche Kostbarkeiten, die es zu entdecken lohnt.Landschaftliche GeheimnisseAus zwei Quellbächen, der „Stillen“ undder „Kalten“ Mürz gespeist, nimmt dieMürz ihren weiteren Verlauf von ca. 83km durch die Bezirke Mürzzuschlag undBruck a.d. Mur.Als einer der landschaftlich reizvollsten Abschnittegilt jener im Gemeindegebiet Mürzsteg, der durchdie abwechslungsreiche Landschaft mit bewaldetenTalkesseln, Schluchtstrecken und besiedelten Aufweitungengeprägt ist.Neben dem Naturschutzgebiet „Naßköhr“ lohntes sich auch das Naturdenkmal „Wasserfall totesWeib“ zu erforschen.Bis zur Gemeinde Neuberg ist die Erkundung nur zuFuß oder mit dem Rad möglich.In der Bezirkshauptstadt Mürzzuschlag haben sicheinige Reste von Auwaldflächen und Hangwäldernentlang der Mürz erhalten. Der geschützte Landschaftsteil„Grüne Au“ gilt als beliebtes Rückzugsgebietfür Erholungssuchende und Fitnessbegeisterteund bietet sich besonders zum Anschauungsunterrichtfür Biologiestunden an. Das klareWasser und die Wildheit der Mürz in ihrem Oberlaufließen den Fluss auch zu einem beliebten Ziel fürFischer und Kajak-Sportler werden.10


Dr. Gerd StefanzlDr. Gerd StefanzlDaten & FaktenFische in der Oberen MürzLänge:Quelle:Quellhöhe:83 kmQuellbäche Kalte und StilleMürz, Kalte Mürz NordabdachungSchneealpe, Stille Mürzin Niederösterreich875 m Seehöhe bei Zusammenfluss• Bachforelle• Gründling• Äsche• Koppe• Bachsaibling[1]Auszug aus der BestandslisteMündung:MurMündungshöhe:ca. 475 m SeehöheHöhenunterschied:400 mFlusssystem:Einzugsgebiet:Mur1.511 km²Bachforelle© Wolfgang Hauer11


Die EnnsDie Enns, ein alpines Flusssystem mit abschnittsweisem Wildwasser-Charakter ist Österreichslängster Binnenfluss mit Quelle und Mündung innerhalb des Bundesgebietes.Wildes WasserDie Enns entspringt in den Radstädter Tauernam Fuß des Kraxenkogels (1.735 m ü.A.) und überwindet zwischen Quelle undMündung in die Donau einen Höhenunterschiedvon 1.497m. Mit ca. 6.000 km² hat sie dasfünftgrößte Flusseinzugsgebiet in Österreich. Vonihrem Ursprung fließt sie in einem in der Eiszeit geformtenTal an der Grenze zwischen den NördlichenKalkalpen und den Niederen Tauern in östlicher Richtungin die Steiermark und passiert das Dachsteinmassivauf der Südseite.Charakteristisch für das Ennstal sind die unterschiedlichenGesteinsformen und Oberflächen: schroffeKalksteinberge im Norden und sanfte Schieferbergeim Süden. Zwischen Admont und Hieflau durchbrichtdie Enns in einer etwa 15 km langen Schlucht, dem sogenannten Gesäuse, den Kalkalpenstock der EnnstalerAlpen. Danach biegt sie nach Norden ab, nimmtdie Wässer der Salza auf und erreicht an der Einmündungdes Laussabaches das Bundesland Oberösterreich.Wenige Kilometer nördlich der Stadt Enns mündetder bereits ca. 100 m breite Fluss bei Mauthausenin die Donau. Die Enns ist somit der längste Fluss inÖsterreich, der sowohl im Land entspringt als auchauf österreichischem Staatsgebiet sein Ende findet.Neben der beeindruckenden Naturkulisse ist dasEnnstal ein Radlerparadies und ein ideales Ausflugszielfür Kanu- und Raftingbegeisterte. Auch für Fischerbietet die Enns einmalige Bedingungen.Archiv Nationalpark Gesäuse12


Der IlzbachMit seinen zahlreichen Naturerlebnissen mitten im südoststeirischen Hügelland ist der Ilzbach einAbenteuer für große und kleine Entdecker.Malerische AuenDie Ebene des Ilztales ist geprägt vomgroßteils naturbelassenen rund 50 kmlangen Ilzbach mit intensiver landwirtschaftlicherNutzung zu beiden Seiten.Er entspringt auf 710 m Höhe östlich des Gschnaidtkogelsim Östlichen Grazer Bergland und mündet indie Feistritz. Den besonderen Reiz der Landschaftmachen die wunderschönen Wanderwege und derartenreiche Fischbestand aus.Das Tor zum Steirischen Thermenland und zur süd-oststeirischen Weinstraße wartet z.B. in den GemeindenSinabelkirchen und Ilz mit zahlreichenSport-, Spiel- und Freizeitmöglichkeiten auf. Biotopeladen zum Entdecken und Erforschen ein. MalerischeRadwanderwege und Fischereimöglichkeitenbieten Gelegenheit die Seele baumeln zu lassenund neue Energie zu tanken.Bei Großwilfersdorf mündet der Ilzbach in dieFeistritz.14


LungenkrautNaseGelbbauchunkeSchmerle© Wolfgang HauerDaten & FaktenFische im IlzbachLänge:Quelle:Quellhöhe:Mündung:Mündungshöhe:Höhenunterschied:48,7 kmöstlich des Gschnaidtkogelsim Östlichen Grazer Bergland,Steirisches Randgebirgeca. 710 m SeehöheFeistritzca. 265 m Seehöhe445 m• Nase• Schmerle• Barbe• Hecht• Steinbeißer• Aitel• Gründling[3]Auszug aus der BestandslisteFlusssystem:Feistritz – Lafnitz - RaabEinzugsgebiet:199 km²Knollen-BeinwellA. Wilfling / OIKOS15


Der PössnitzbachBesonderes Kennzeichen des beliebten Erholungsgebietes sind die wunderschöne naturbelasseneUmgebung und die artenreiche Unterwasserwelt.Naturbelassenes ErholungsgebietDer fast 16 km lange Pößnitzbach entspringtim Possruckgebiet auf ca. 600 mSeehöhe. Der kleine Bach plätschert inden Gemeinden Leutschach und Arnfelssanft durch die idyllische Umgebung des SteirischenRandgebirges und mündet bei St. Johannim Saggautal in den Saggaubach.Er dient dabei als Lebensraum zahlreicher Fischeund Krebse, wie der Bachforelle, des Gründlingsoder des Edelkrebses.Bekannt ist das Erholungs- und Ausflugsgebiet Pößnitzbachvor allem durch seine Wanderwege mitden Schauwassermühlen.Den Einstiegspunkt in die naturbelassene HeiligenGeist Klamm in Schlossberg bildet die Spitzmühle,eine nach alten Plänen wieder errichtete Schauwassermühle.Durch die Hl. Geist Klamm führt einschmaler Pfad mit vielen, informativen Schautafeln,die auf die Geschichte der zahlreichen Wassermühlenhinweisen.16


Spanische FlaggeTourismusverband Südsteirische Weinstraße - Rebenland LeutschachTourismusverband Südsteirische Weinstraße - Rebenland LeutschachDaten & FaktenLänge:Quelle:Quellhöhe:Mündung:Mündungshöhe:Höhenunterschied:Flusssystem:Einzugsgebiet:15,976 kmPossruckgebiet, SteirischesRandgebirgeca. 600 m SeehöheSaggaubachca. 300 m Seehöhe300 mMur60 km 2Fische im Pößnitzbach• Bachforelle• Aitel• Semling• GründlingAuszug aus der BestandslisteSumpfdotterblumeA. Wilfling / OIKOS17


Die SulmIhre artenreiche Fauna und farbenprächtige Flora machen die Sulm zu einem einzigartigen Naturerlebnis.Naherholung purDie Quellflüsse der Sulm, die Schwarzeund die Weiße Sulm, entspringen an denOstabhängen der Koralpe. Wegen ihrerNatürlichkeit und Ursprünglichkeit und ihrereinzigartigen Lebensräume zählen die Oberläufeder beiden Flussabschnitte zu den hochwertigstenSchluchtstrecken in ganz Österreich. Bei Prarath, inder Gemeinde Gleinstätten, vereinigen sich die beidenQuellflüsse zur Sulm, die mit einer Länge von83 km ein rechter Murzubringer ist. Bei Großkleinnimmt die Sulm die Saggau und bei Leibnitz dieLaßnitz auf und mündet bei Retznei in die Mur. Auchfür Freizeitaktivitäten bietet das Sulmtal viele Möglichkeiten.Entlang schöner Fahrrad- und Wanderwege könnendie landschaftlichen Reize des Talraumes und der Naturraumdes Flusses erlebt werden. Ein renaturierterFlussabschnitt und ein neu angelegter Mäander zwischenHeimschuh und dem Sulmsee laden auch zumBaden im Fluss ein.18


BarbeStreber© Wolfgang HauerDaten & FaktenFische in der SulmLänge:Quelle:Quellhöhe:Mündung:Mündungshöhe:Höhenunterschied:83 kmQuellbäche Schwarze undWeiße Sulm, beide entspringenan der Ostabdachungder Koralpe, SteirischesRandgebirgeQuelle Schwarze Sulm auf1.720 m SeehöheMurca. 250 m Seehöhe1.470 m• Streber• Schrätzer• Bachforelle• Barbe• Aitel• Nase• Huchen• Rapfen• Bitterling• FrauennerflingAuszug aus der BestandslisteFlusssystem:MurEinzugsgebiet:1.117 km 2SchneeglöckchenA. Wilfling / OIKOS19


DEr ToplitzbachDer rund 1,8 Kilometer lange Bach ist ein wichtiges, natürliches Aufzuchtgewässer für die heimischenFische des Grundlsees wie z.B. die Seeforelle.Reizvolles FischparadiesDer Toplitzbach entspringt dem Toplitzseeals einziger Abfluss und mündet inden Grundlsee. Oftmals wird er auch als„Traun-Ursprung“ bezeichnet.Seit dem 16. Jahrhundert wurde der Toplitzbach fürdie Holzförderung aus dem Gebiet des Toplitzseesgenutzt. Um die Transportleistung zu erhöhen, wurdeer im vorigen Jahrhundert begradigt. Mit demEnde dieser Transportfunktion vor 80 Jahren verlandeteer zunehmend. Der Aufstieg der Fische ausdem Grundlsee zu ihren ursprünglichen Laichplätzenwar dadurch nicht mehr möglich.In den Jahren 2003 und 2004 setzte man die Plänezur Renaturierung des Toplitzbaches um und nütztedie natürlichen Kräfte des Baches. Steine, Wurzelstöckeund Baumstämme wurden derart im Wasserplatziert, dass sich der Bach wieder von selbst seinBett suchte. Mit dieser naturnahen Sanierung konntenausreichende Maßnahmen zur Wiederherstellungder Laichplätze für den Fischbestand gesetztwerden.Entlang des Bachlaufes befindet sich ein reizvollerWanderweg, der die Naturschönheiten des Toplitzbachesund seiner Uferbereiche erkunden lässt. Darüberhinaus wird vor allem der Mündungsbereichdes Baches gerne zum Baden genützt.20


GrünerleElritze© Wolfgang HauerSeeforelle© Wolfgang HauerDaten & FaktenFische im ToplitzbachLänge:Quelle:1,8 kmToplitzsee• Bachforelle• Äsche• Seeforelle• KoppeQuellhöhe:Mündung:Mündungshöhe:718 m SeehöheGrundlsee708 m Seehöhe• Seesaibling• Flussbarsch• Seelaube• Elritze• AalrutteHöhenunterschied:10 m (entspricht 7% Gefälle)Flusssystem:Traun, DonauEinzugsgebiet:54 km 2Auszug aus der BestandslisteBach-KratzdistelH. Komposch / OIKOS21


Der Mariatroster bachDie kühlende Atmosphäre des kleinen Baches und seine naturkundlichen Besonderheiten lassendiesen Stadtbach zum puren Erlebnis werden.Bacherlebnis in der StadtAls einer von rund 50 Bächen der Landeshauptstadtentspringt der MariatrosterBach nordöstlich von Graz in Fölling inder Gemeinde Weinitzen. Nach 11,8 kmvereinigt er sich unterirdisch (Sparbersbachgasse/Mandellstraße) mit dem Leonhardbach zum Grazbach.Dieser mündet im Bereich des Augartenslinksufrig in die Mur.Im Abschnitt bis zum Teichhofweg sind der Lauf unddie Uferausbildung noch weitgehend naturnah, mitMäandern, asymmetrischen Profilen mit steilen Prallufernund Sand- und Kiesbänken. Das Bachbett istreich strukturiert an tiefer und breiter Kolk-Furt Abfolge.Trotz deutlicher Beeinflussung durch den Siedlungsdruckweisen noch lange Abschnitte beidseitigeine gut strukturierte Ufervegetation mit standort-typischem Pflanzen- und Baumbestand auf. Ebensosind noch Auwaldreste vorzufinden.Der Naturschutzbund Steiermark und die Wasserbauverwaltungdes Landes versuchen heimischeFischarten wieder anzusiedeln.Dabei helfen Renaturierungsmaßnahmen, welchedie fischökologische Funktionsfähigkeit vor allemim Bereich des Oberlaufes maßgeblich verbessern.Neben einem Naturerlebnis ist der Mariatroster Bachauch Bildungsort für Kinder - denn diese haben dieMöglichkeit direkt vor Ort die heimische Flora undFauna zu erforschen und zu entdecken. Außerdemwird den Kleinen dabei ein emotionaler Zugang zuden Naturwissenschaften geboten und so könnensie sich spielerisch Faktenwissen aneignen.22


Neunblättchen-ZahnwurzGründlingH. Komposch / OIKOS© Wolfgang Hauer© NaturErlebnisPark Graz-AndritzDaten & FaktenFische im Mariatroster BachLänge:Quelle:Quellhöhe:4,275 km bis ZusammenflussTullbach-Föllingerbach, inklusiveFöllingerbach ca. 9,5 kmQuelle Föllingerbach, OststeirischesRiedellandQuelle Föllingerbach auf ca.500 m Seehöhe• Gründling• Bachforelle• Erlitze• BachschmerleAuszug aus der BestandslisteMündung:KroisbachMündungshöhe:ca 375 m SeehöheHöhenunterschied:125 mFlusssystem:MurEinzugsgebiet:16 km²Kressen-SchaumkrautA. Wilfling / OIKOS23


Die Obere MurSie ist eine der ökologisch wertvollsten Flussstrecken Österreichs und Heimat des Huchens - desKönigs der Fische.Insel-reichDie ca. 1.243 ha große Flusslandschaft„Obere Mur“ setzt sich aus dem OberundMittellauf der Mur in den BezirkenMurau, Judenburg und Knittelfeld zusammen.Ökologisch kostbar ist diese Flussstreckevor allem, weil rund 75 % der Mur naturnah erhaltensind und ein großes Entwicklungspotential aufweisen.Die Mur entspringt in ca. 1.950 m Seehöhe auf SalzburgerLandesgebiet in einer Schuttquelle, der sogenannten „Schmalzgrube“, an der Nordseite derHafnergruppe am Flachkar im Zentralalpengebiet.Der Flussverlauf der Mur wird in das inneralpineMurgebiet, in die Durchbruchstrecke, zwischenBruck und Graz und in das außeralpine Murgebieteingeteilt.Im inneralpinen Murgebiet durchfließt die Murdie Zentralalpen, das außeralpine Murgebiet umfasstdas Grazer Bergland. Ab Graz durchfließt dieMur die breiten Sohlentäler des Grazer, Leibnitzer,Murecker und Radkersburger Feldes.Der Lauf der „Oberen Mur“ beinhaltete in seinemursprünglichen, natürlichen Charakter zahlreicheInselgruppen und Schotterbänke. Diese gewässermorphologischenAusprägungen wurden durchflussbauliche Maßnahmen der zweiten Hälfte desvorigen Jahrhunderts reduziert, zeigen sich aberzum Teil noch heute in einigen Bereichen. Mit demLIFE Natur Projekt „Inneralpines FlussraummanagementObere Mur“ wurde die Wiederherstellung bzw.Verbesserung und langfristige Sicherung der naturnahenAuen- und Flusslandschaften unter Berücksichtigungdes erforderlichen Hochwasserschutzeserreicht. Flussaufweitungen und Anbindungen vonabgekoppelten Zubringerbächen sowie die Neuerrichtungvon Seitenarmen und Nebengerinnenhaben ursprüngliche Lebensräume neu entstehenlassen.Von höchstem ökologischen Wert ist die MurinselTriebendorf, zwischen Murau und Triebendorf. Diesekleine Schotterinsel mit naturbelassenem Auwaldbesitzt eine besondere Artenvielfalt und wurde unteranderem wegen des Brutplatzes des seltenenFlussuferläufers zum Naturschutzgebiet erklärt.24


GelbbauchunkeKoppe© Wolfgang HauerHuchenDaten & FaktenFische in der Oberen MurLänge:Quelle:444 kmZentralalpengebiet• Koppe• Huchen• Neunauge• ÄscheQuellhöhe:Mündung:1.950 m über Adriabei Legrad (Kroatien)in die Drau• Bachforelle• Bachschmerle• AitelMündungshöhe:130 m über AdriaHöhenunterschied:1.820 mFlusssystem:Drau - DonauEinzugsgebiet:13.824 km²Auszug aus der BestandslisteFinger-LerchenspornH. Komposch / OIKOS25


Hochwasserschutz in deDie katastrophalen Ereignisse der Jahre 2002 und 2005 haben nachdrücklich auf das Thema „Hochwasser“aufmerksam gemacht und in der Steiermark im Bereich der Vorsorge die Ausweisung vonHochwasserabflussflächen und Gefährdungsbereichen forciert. Bisher wurden für rund 1800 kmFlussläufe nach modernsten Erkenntnissen die Überflutungslinien für Hochwasserereignisse mit einerdreißig- bzw. hundertjährlichen Auftrittswahrscheinlichkeit ausgewiesen und dargestellt.Effizienter „Hochwasserschutz“ basiert auf drei Säulen: Vorsorge, Hochwasserschutz undNachsorge (Ereignisbewältigung)VorsorgeDer beste Hochwasserschutz ist die Freihaltungder Überflutungsflächen vonBebauungen. Effektiv sind weiters Maßnahmenzur Aktivierung und Sicherungvon Überflutungsflächen durch Grundankauf undGrundentschädigungen. Diese Maßnahmen des„passiven Hochwasserschutzes“ geben den Flüssenmehr Raum und dämpfen die Hochwasserspitzen.Ein wesentliches Standbein der Vorsorge ist auch diePrognose. Für die Hauptflüsse Mur, Enns und Raabwurden Hochwasserprognosemodelle entwickelt. Aufder Grundlage von Wetterradardaten sowie Niederschlags-und Pegelmessungen in Verbindung mit Expertenwissenist eine Vorhersage der zu erwartendenHochwasserwelle bis zu 48 Stunden im Voraus möglich.Diese Vorwarnung ist eine entscheidende Hilfefür die Einsatzkräfte, um rechtzeitig Maßnahmen bishin zur Evakuierung setzen zu können.Hochwasserrückhaltebecken Lafnitz, Gemeinde Waldbach26


SteiermarkHochwasserrückhaltebecken GabriachbachHochwasser August 2005, Gabriachbach, GrazHochwasser August 2005, Mariatrosterbach, GrazHochwasser August 2005, Andritzbach, GrazTechnischerHochwasserschutzDer Schwerpunkt beim technischen Hochwasserschutzwurde in den letzten Jahrenauf den Bau von Hochwasserrückhaltebeckengelegt. Mit 90 in Betrieb befindlichenHochwasserrückhalteanlagen ist die Steiermarkin Österreich das Bundesland mit den meistenderartigen Schutzbauten und somit auch führendhinsichtlich technischer Ausstattung, Funktion undBetrieb der Anlagen. Das Speichervolumen allerAnlagen beträgt etwa 15 Millionen m 3 . Gerade beimHochwasser 2005 haben sich die Rückhaltebeckenbestens bewährt.Erforderliche Maßnahmen am Gewässer wie z.B.Aufweitungen zur Verbesserung der Abflussleistungwerden von gewässerökologischen Fachplanungenbegleitet.EreignisbewältigungIm Hochwasserfall erfolgt die Ereignisbewältigungin enger Zusammenarbeit mit der Abteilungfür Katastrophenschutz und den örtlichenEinsatzkräften (Feuerwehren). Auch für die Nachsorgenach Hochwasserereignissen ist vorgesorgt.In allen Bezirken stehen Fachkräfte zur Verfügung,die unmittelbar nach dem Hochwasser die Schädenan Flüssen und Bächen fachgerecht sanieren undentsprechende Schutzmaßnahmen ergreifen.Detaillierte Alarm- und Einsatzpläne sowie gezielteÖffentlichkeitsarbeit zur Information der Bevölkerungund Bewusstseinsbildung für Hochwasser sindBestandteile von Konzepten für einen integralenHochwasserschutz.27


wasser-AusflugszieleAuf Entdeckungsreise im NaturschutzparadiesDie RaabklammSchluchten, steile Felsen und kristallklaresWasser prägen die längste Schlucht Österreichsbzw. Europas, die wegen ihresArtenreichtums und ihrer weitgehendenUrsprünglichkeit zum Naturschutzgebiet und EuropaschutzgebietNr. 9 erklärt wurde. Das großartigeWander- und Erholungsparadies beherbergt eineeinzigartige Fauna und Flora, die sonst nirgendwozu finden sind. Mit etwas Wanderglück kann manentlang des Weges die Wasseramsel, den Schwarzstorch,Fischreiher und Eisvogel bei der Nahrungsaufnahmebeobachten. Unzählige geschützte Höhlengeben den verschiedenen Fledermaus- undVogelarten einen sicheren Unterschlupf. Daher sinddas Verlassen der Wanderwege sowie Zelten undCampen zu unterlassen. Das ideale Wandergebietfür die ganze Familie, Schulen und diverse Vereine.Zahlreiche Einstiegsmöglichkeiten laden zum Verweilenin der Klamm ein. Mehr Informationen über dieKlamm sind im Raabklamm-Wanderführer ersichtlich,der auf der Homepage bestellt werden kann.Nähere Infoswww.raabklamm.at28


Abenteuer erleben, Forschergeist entdecken oder einfach die Schönheit des kristallklaren Wassersgenießen. Die Steiermark bietet jede Menge reizvoller Erlebnis- und Freizeitmöglichkeitenim kühlen Nass. Stellvertretend für die vielen wunderschönen heimischen Wasser-Ausflugszielefinden Sie hier eine Auswahl aus dem vielfältigen Angebot. Ob Sport, Spaß oder Erholung, dasplätschernde Element lädt einfach zum Genießen ein!Die Enns im Nationalpark GesäuseFaszinierende Forschung und geheimnisvolle Entdeckungen.www.nationalpark.co.atWasserspielpark EisenwurzenSpiel, Spaß und Abenteuer.www.wasserspielpark.atNaturpark SölktälerThemenweg „Wasser“ zum Schwarzensee weckt den Forschergeist.www.soelktaeler.atRafting Camp PalfauSportliche Fun- und Freizeitabenteuer.www.raftingcamp.atMoving WaterFlusswandern mit offenen Kanadiern auf der Sulm, der Raab und der Mur.www.movingwater.atNaturpark RaabFloßfahrten auf der Raab und der Lafnitz.www.naturparkraab.atFischen in der MurFischen in der malerisch, ruhig fließenden grünen Mur.www.murau-kreischberg.atDachstein Tauern AdventureRafting und Canyoning (eine besondere Art des Flusswanderns) im Ennstal.www.dt-adventure.at/rafting.htmlRafting im EnnstalGeführte Raftingtouren werden zum unvergesslichen Erlebnis.www.cusoon.at/ennstal-rafting-kajak© Jörg Jahn -Fotolia.comSchladminger Rafting-ToursDas erfahrene Team sorgt für Abenteuer und Spaß am Wildwasser.www.talbachschenke.at29


Spass für gross & KleinRichtiges Verhalten am und im WasserDie steirischen Fließgewässer und angrenzendenAuen sind Lebensraum unzähliger,teils selten gewordener Tiere undPflanzen. Daher ist beim Betreten desempfindlichen Ökosystems auf richtiges Verhaltenzu achten, um diese besonderen Naturjuwele langfristigzu sichern.Flache Uferzonen, Ufergehölz und Kiesbänke bietenideale Laichplätze und Brutstätten für zahlreiche Fischeund Vögel. Verantwortungsbewusste Wandererverhalten sich deshalb leise und meiden vor allem imFrühjahr die Uferzonen, damit die Vögel in der BrutundAufzuchtszeit möglichst wenig gestört werden.Ihr Verhalten ist entscheidend!Vermeiden Sie Lärm!Schonen Sie Wege und Wiesen!Nehmen Sie nach dem Rasten Ihren Müll wiedermit nach Hause!Legen Sie keine Feuerstellen an!Verhalten Sie sich ökologisch vorbildlich undsprechen Sie andere auf falsches Verhalten an!30


KontakteAmt der Steiermärkischen LandesregierungFA19B - Schutzwasserwirtschaft und BodenwasserhaushaltStempfergasse 7A-8010 GrazTel.: (0316) 877-2544E-Mail: fa19b@stmk.gv.atwww.wasserwirtschaft.steiermark.at/www.wasserland.atBaubezirksleitung Bruck an der Mur Dr. Theodor-Körner-Straße 34 Tel.: 03862 / 899-3018600 Bruck an der Mur Fax: 03862 / 899-340E-Mail: bblbm@stmk.gv.atBaubezirksleitung Feldbach Bismarkstraße 11-13 Tel.: 03152 / 2511-3018330 Feldbach Fax: 03152 / 2511-345E-Mail: bblfb@stmk.gv.atBaubezirksleitung Graz Umgebung Leonhardstraße 84 Tel.: 0316 / 877-51318010 Graz Fax: 0316 / 877-5160E-Mail: bblgu@stmk.gv.atBaubezirksleitung Hartberg Rochusplatz 2 Tel.: 03332 / 606-3018230 Hartberg Fax: 03332 / 606-870E-Mail: bblhb@stmk.gv.atBaubezirksleitung Judenburg Kapellenweg 11 Tel.: 03572 / 83230-3018750 Judenburg Fax: 03572 / 83230-390E-Mail: bblju@stmk.gv.atBaubezirksleitung Leibnitz Marburgerstraße 75 Tel.: 03452 / 82097-08435 Wagna Fax: 03452 / 82097-666E-Mail: bbllb@stmk.gv.atBaubezirksleitung Liezen Hauptstraße 43 Tel.: 03612 / 22111-678940 Liezen Fax: 03612 / 22111-29E-Mail: bblli@stmk.gv.atIMPRESSUM:Herausgeber: Amt der Steiermärkischen Landesregierung, Fachabteilung 19B, Schutzwasserwirtschaft und Bodenwasserhaushalt,8010Graz, Stempfergasse 7, www.wasserwirtschaft.steiermark.atMedieninhaber/Verleger: Umwelt-Bildungs-Zentrum Steiermark, 8010 Graz, Brockmanngasse 53Postanschrift: Wasserland Steiermark, 8010 Graz, Stempfergasse 5–7; Tel. +43(0)316/877-5801;Fax: +43(0)316/877-2480; E-Mail: post@wasserland.at, www.wasserland.atDruck: Druckhaus ThalerhofKonzeption und Gestaltung: josefundmaria – die Werbe- und Marketingagentur, 8010 Graz, Weinholdstraße 20aBildnachweise: FA 19B, gettyimages, OIKOS / A. Wilfling / H. Komposch / M. Möslinger, Wolfgang Hauer,Johannes Gepp, Jörg Jahn - Fotolia.com, Albrecht Syen, Gerd Stefanzl, Haluschan, NaturErlebnisParkGraz-Andritz, Tourismusverband Südsteirische Weinstraße - Rebenland Leutschach sowie vom Auftraggeberund von den Anbietern der Ausflugsziele zur Verfügung gestelltes BildmaterialErscheinungsort: GrazVerlagspostamt: 8010 GrazCopyright 2008 beim Herausgeber. Die eigennützige Vervielfältigung, Verbreitung oder sonstige Verwertungist ohne ausdrückliche Zustimmung der Fachabteilung 19B Schutzwasserwirtschaft und Bodenwasserhaushaltnicht zulässig.Weitere Broschüren könnenbei Wasserland Steiermarkangefordert werden:Walter SpätaufWasserland SteiermarkStempfergasse 78010 GrazTel: 0316/877-2560E-Mail:post@wasserland.atredaktion@wasserland.at31


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