Als PDF downloaden - Haufe.de

haufe.de

Als PDF downloaden - Haufe.de

Mat.-Nr. 06051-5081

Deutschland 6,40 €

Das Magazin für den innovativen Mittelstand

Auch kleine Unternehmen kommen mit

ihrer Werbung groß heraus. Wichtiger als

ein großes Budget sind dabei originelle Ideen

und die richtige Platzierung.

Seite 24

JAHRESABSCHLUSS 2009

Wie Sie rechtzeitig die Weichen

stellen, um Ihre Steuerlast zu

senken. Seite 56

SPECIAL NUTZFAHRZEUGE

Kosten im Fuhrpark senken,

Ladung richtig sichern und die

aktuellen Transporter. Seite 60

NOVEMBER 2009

www.profi rma.de

Bühne frei

für Ihren Auftritt

Clemens Fleischmann setzt mit seinem

traditionsreichen Mineralbrunnen Ottilien-

Quelle in Randegg am Bodensee konsequent

auf Regionalvertrieb. Als einziger

Unternehmer in Deutschland produziert er

sein Wasser CO 2-neutral. Seite 12


Abbildung zeigt Sonderausstattungen gegen Mehrpreis.

www.volkswagen-nutzfahrzeuge.de

Das breiteste Angebot an Nutzlast und Laderaumvolumen.

Der neue Transporter. Scheut keinen Vergleich.

Erkennt man außergewöhnliche Ideen an ihrer Größe? Oder an ihrer Vielseitigkeit? Der neue Transporter

ist mit bis zu 9,3 m3 Ladevolumen und maximal 1,4 t Zuladung jeder Herausforderung gewachsen. Darüber

hinaus bietet er mit über 460 unterschiedlichen Varianten mit verschiedenen Dachhöhen, Radständen,

Heck-, Flügel- und Schiebetüren auch die höchste Flexibilität. Manchmal kann man die Welt eben auch

verändern, wenn man in Kästen denkt. Und mit den neuen CarePort Sicherheitspaketen erhalten Sie

jetzt auf ausgewählte Fahrerassistenzsysteme 10 % Preisvorteil und sogar bis zu 15 % Nachlass auf Ihre individuelle

Kfz-Haftpflicht- und Vollkaskoprämie beim Volkswagen VersicherungsService.


Editorial

ProFirma 11 2009

Werben, aber wirksam

Liebe Leserin, lieber Leser, wenn Sie mit Ihrem Unternehmen Werbung betreiben,

stehen Sie – insbesondere mit kleinem Budget – stets vor der Frage, wo und

wie Sie Ihre Mittel einsetzen sollen. Die Gefahr, das knappe Geld zu verschwenden

und das Ziel der Kundengewinnung zu verfehlen, ist groß. Aber auf welches

Pferd sollte man setzen: Anzeigen in Regionalzeitungen, Plakate, Flyer, Prospektaussendungen

mit der Post, E-Mail-Marketing, Werbeveranstaltungen im Kollektiv?

Die Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, aber in unserer Titelgeschichte

ab Seite 24 geben wir Ihnen wertvolle Hinweise, wie Sie auch als kleines

Unternehmen viel Aufmerksamkeit erzielen. Das Wichtigste, so viel immerhin

kann man sagen, ist die gute Idee für den Werbeauftritt. Stimmt das Konzept,

brauchen Sie keinen riesigen Etat. Zahlreiche Beispiele und Expertentipps regen

zum Machen, nicht zum bloßen Nach-Machen an. Aus unserem Angebot

ProFirma Professional stellen wir Ihnen hierzu gratis eine Musterlösung auf

www.profi rma.de bereit, die Ihnen bei der Planung Ihrer Werbeausgaben hilft.

Was den Privatmenschen erfreut, der wie ich noch spätabends und an Wochenenden

von Werbeanrufen genervt wird, bereitet der Werbung treibenden

Wirtschaft zurzeit Kopfzerbrechen: Das soeben veränderte Datenschutzgesetz,

das nun strengere Regeln für die Adressweitergabe aufstellt und die ausdrückliche

Zustimmung zur Verwendung von Daten verlangt. Was Sie als Unternehmer

künftig beachten sollten und welche Fragen trotz der Gesetzesnovelle noch

offen sind, erfahren Sie in unserem Beitrag ab Seite 38.

Eine anregende Lektüre wünscht Ihnen

dieter.roemer@profi rma.de

Chefredakteur Dieter Römer

ProFirma PROFESSIONAL

Wissen und Werkzeuge für Unternehmer.

Wirtschaftsmagazin, Themenportal und

Unternehmer-Cockpit.

Infos unter: www.profi rma.de

3

CONTROLLING

kann so einfach sein!

Unternehmenssteuerung

mit Weitblick:

■ Bilanz-, Finanz- und Erfolgsplanung

■ Liquiditäts- und Cash-Management

■ Kosten- und Vertriebscontrolling

■ Reporting und externes Berichtswesen

■ Risikoanalyse und -management

■ Management- und Legal-Konsolidierung

Nur für kurze Zeit!

Jetzt Jubiläumsvorteile sichern!

www.controlling-software.de

CP CORPORATE PLANNING AG

Große Elbstraße 27 · D-22767 Hamburg

Telefon 040 / 43 13 33 - 0 · Fax 040 / 43 13 33 - 33

Info@corporate-planning.com

www.corporate-planning.com


Inhalt 11.2009

Titelthema:

Bühne frei

für Ihren Auftritt

Auch kleine Unternehmen kommen mit

ihrer Werbung groß heraus. Wichtiger als

große Budgets sind originelle Ideen und

die richtige Platzierung.

30 Interview Der Kommunikationsexperte

Sebastian Bosch über klare

Firmenprofi le, Werbung im Kolletiv

und Erfolgskontrolle.

12

„Denk global, trink lokal“: Clemens Fleischmann

führt seit 1993 erfolgreich den Mineralwasserhersteller

Ottilien-Quelle in Randegg.

38

Dialogmarketing Der Gesetzgeber bestraft

Verstöße strenger.

24

08 Wir Unternehmer

08 Innovator des Monats Christian Nolte lässt es mit dem Skigym

auf der virtuellen Piste krachen.

10 Debatte Was Unternehmer von der neuen Regierung erwarten –

und was nicht.

12 Unternehmerporträt Clemens Fleischmann, Chef der Randegger

Ottilien-Quelle, verbindet soziales Engagement und Naturverbundenheit

mit ungebrochener Innovationsfreude.

16 Personalien

18 Mittelstand 2.0 Die Online-Manufaktur Chocri.de bietet Milliarden

Kombinationen in Schokolade.

20 Auszeit Nicht nur für Whisky-Liebhaber: der Malt Whisky Trail.

24 Unternehmensführung

24 Titelthema Werbung für kleine Unternehmen Mit Kreativität und

Konsequenz lässt sich auch mit kleinem Budget eine große Wirkung

erzielen.

33 Querdenker Prof. Martin Beck über den Wert des rechten Maßes.

34 Innovationen In der Krise kommt die Zeit der Tüftler. Mittelständler,

die jetzt Ideen umsetzen, haben im Aufschwung die Nase vorn.

38 Marketing Nach der Reform des Datenschutzgesetzes müssen Firmen

vorsichtig sein bei der Weitergabe personenbezogener Daten.

41 Interview Claudia Bauer von Asfc zum neuen Konzept der Start-Messen.

42 Recht Wenn Arbeitgeber im Vorstellungsgespräch unzulässig fragen,

muss der Bewerber nicht die Wahrheit sagen.

4 ProFirma 11 2009


44 Finanzen & Steuern

44 Trends Urteil: Zillmerung bei bAV-Verträgen ist zulässig.

46 Warenkreditversicherung Preiswerter Schutz vor Zahlungsausfällen.

50 Berufsunfähigkeitsversicherung Ein „Muss“ für alle Geschäftsführer

und Selbstständige.

53 Soll & Haben Die Erbschaftsteuer bleibt eine Baustelle.

54 Steuertrends Löschung einer Limited kann gefährlich werden.

56 Steuertipp Unternehmer sollten schon jetzt mit den Vorbereitungen

zum Jahresabschluss 2009 beginnen.

60 IT & Investition

76 Praxiswissen

www.profi rma.de

ProFirma 11 2009

Special Nutzfahrzeuge

60 Fuhrpark Es gibt noch viele ungenutzte Spielräume,

die Kosten zu senken.

64 Ladungssicherung Schärfere Gesetze und Kontrollen sorgen für

einen Boom auf dem Markt für Nachrüstsysteme.

66 Kleintransporter Die neuen Stadtlieferwagen sind nicht nur

leistungsstark, sondern auch immer sparsamer.

68 Modernes Büro Innovative Lichtanlagen motivieren Mitarbeiter.

71 Cole‘s Corner Der lange Abschied vom Papier.

72 Webdienste Mehr Transparenz täte dem Markt für Miet-

Software gut.

Personalarbeit Der Wettbewerb

um talentierte Führungskräfte wird

heftiger. Unternehmen müssen

ihre Personalentwicklung daher

ständig prüfen und anpassen.

Das Portal für den innovativen Mittelstand

Rubriken

03 Editorial

06 ProFirma Professional

80 Rückschau, Termine

81 Vorschau, Impressum

82 Schluss mit lustig (19)

Gratis-

Downloads

Diese vier ausgewählten Arbeitshilfen aus dem umfangreichen Angebot von

ProFirma Professional haben wir in diesem Monat für Sie kostenlos freigeschaltet:

■ Werbeplanung Eine Musterlösung, wie Sie Werbemittel effi zient einsetzen.

■ Kreditversicherung Übersicht über alle Möglichkeiten, Zahlungsausfälle abzusichern.

■ Fuhrpark-Controlling Wichtige Tipps, wie Sie die Fahrzeugkosten im Griff behalten.

■ Ladungssicherung Nützliche Arbeitshilfe zur Unterweisung von Mitarbeitern.

Die vier

des Monats

ERP eBusiness

Internationale

Software

für den

Mittelstand

zukunfts- und

investitionssicher

flexibel

weltweit

ABAS Software AG

dendstraße 42

76135 Karlsruhe

info@abas.de

Tel. 07 21/ 9 67 23-0

Fax 07 21/ 9 67 23 -100

www.abas.de


ProFirma Professional

DAS UNTERNEHMER-COCKPIT: LÖSUNGEN FÜR ENTSCHEIDER

Von welchem Zeitpunkt an rechnet sich die Produktion für mich? Welche Unterlagen

brauche ich für das Bankgespräch? Darf das Finanzamt mir Einnahmen einfach unterstellen?

Als Chef müssen Sie jeden Tag Entscheidungen fällen und Strategien festlegen. ProFirma Professional

unterstützt Sie in der täglichen Arbeit mit praktischen Rechnern, Checklisten, Mustertexten und Fachbeiträgen

zu den Themen Unternehmensführung, Marketing, Vertrieb, Personal, Steuern und Finanzen.

DAS TOP-THEMA DES MONATS

Mit dem Top-Thema des Monats bietet ProFirma Professional seinen

Abonnenten eine Zusammenstellung von Fachbeiträgen und Arbeitshilfen

zu einem aktuellen Thema.

Unternehmensplanung 2010

Mit welchen Produkten, Zielgruppen, Regionen und Ressourcen

lassen sich Gewinn und Zahlungsfähigkeit auch im nächsten

Jahr sichern? Reicht der Kundenstamm aus, oder muss gar eine

komplette Neuausrichtung erfolgen? Eine fundierte Mehrjahresplanung

macht Antworten möglich. Haufe-Index: 2226385

Budgetierung in moderner Form Haufe-Index: 2166916

Budgetrechner/Planungssimulation Haufe-Index: 664733

Working-Capital-Management Haufe-Index: 2182086

NEU IM PROFESSIONAL

Eine kleine Auswahl von neuen Dokumenten und Arbeitshilfen auf

ProFirma Professional.

■ Einnahmen-Überschuss-Rechnung Haufe-Index: 1138518

Alle interessanten Details zum Aufbau einer Einnahmen-Überschuss-

Rechnung lesen Sie in unserem neuen Fachbeitrag.

■ Datenschutz: Gefahrenquelle Kopierer Haufe-Index: 1974621

Welche Gefahren für Ihre Firmendaten von Papierkorb, Altgeräten und

vom Kopierer ausgehen und welche Schutzmaßnahmen sinnvoll sind.

■ Sozialversicherungswerte 2010 Haufe-Index: 2197644

Diese Übersicht enthält alle in der Sozialversicherung, insbesondere

im Krankenversicherungs- und Pfl egeversicherungsbereich für das

Jahr 2010 relevanten Bezugs- und Rechengrößen.

■ Erbschaftsteuer-Rechner Haufe-Index: 2164466

Unser neuer Java-Rechner für die Berechnung der Steuerbelastung

nach neuem Erbschaftsteuer-Recht.

THEMEN IM NOVEMBER

ONLINE-SEMINARE

ProFirma Professional bietet Abonnenten regelmäßig kostenfreie

Online-Seminare zu aktuellen Themen oder Fragen an.

Informieren Sie sich bequem und vom eigenen Schreibtisch aus

über neueste Entwicklungen.

Nächstes Thema:

Umgang mit Widerständen

in Veränderungsprozessen

Mittwoch, 18. November 2009, 10 Uhr, Dauer ca. 60 Minuten,

die Teilnahmegebühr ist in Ihrem Abo enthalten.

Unabhängig davon, ob Unternehmen am Markt erfolgreich wachsen

oder ums Überleben in der Krise kämpfen, Veränderungen

sind heutzutage allgegenwärtig und notwendig. Weil jede

Veränderung immer die dort tätigen Menschen betrifft, ist es für

Führungskräfte und Organisationen häufi g eine große Herausforderung,

gegen bestehende Widerstände anzugehen.

Erfolgreich mit Online-Videowerbung

Freitag, 20. November 2009, 13 Uhr, Dauer ca. 60 Minuten,

die Teilnahmegebühr ist in Ihrem Abo enthalten.

Da immer mehr Werbung in Form von Bewegbildern im Netz geschaltet

wird, widmet sich Jörg Blumtritt in diesem Seminar dem

Zukunftsmarkt Online-Video-Advertising. Er klärt über Technologie,

Funktionen und Formate auf und darüber, wie Bewegtbildwerbung

in die Mediaplanung eingebunden wird. Videowerbespots

im World Wide Web bieten Werbetreibenden völlig neue

Chancen bei der Planung und Gestaltung von Brandkampagnen.

■ Die aktuellen Themen der Online-Seminare und die Anmeldung

fi nden Sie auf Ihrer Startseite unter Services/Online-Seminare.

ONLINE-PRODUKTSCHULUNG

ProFirma Professional effi zient einsetzen

Damit Sie Ihre Software bei Ihrer täglichen Arbeit optimal einsetzen,

haben wir in einem 60-minütigen Video alle wichtigen Funktionen

der Software ausführlich erklärt.

■ Das Video fi nden Sie über Ihre Startseite unter

Services/Online-Produktschulung

Testen Sie ProFirma Professional drei Monate zum

exklusiven Einführungspreis von nur 28,90 Euro.

Sie sparen dabei 35 % zum regulären Preis und

erhalten eine Prämie, den Haufe Taschenguide „Reden

Trainer“. Mehr unter www.profi rma.de/abonnement

6 ProFirma 11 2009

3 Monate

für nur

28,90

Euro


Mittelstandsbank

Gemeinsam mit:

Kompetent und verlässlich:

Unternehmensfinanzierung

Alle Möglichkeiten haben, um die beste zu wählen

Eine Marke der Commerzbank AG

Mit ihrem Anspruch als beste Mittelstandsbank steht die Commerzbank für die zuverlässige Versorgung

ihrer Firmenkunden mit Liquidität. Diese Kreditbereitschaft ist Ausdruck ihres Verständnisses

von langfristiger, auf den beiderseitigen Vorteil aus gerichteter Geschäftspartnerschaft.

Dabei unterstützt die Commerzbank die individuelle Strategie des Unternehmens durch einen genau

darauf zugeschnittenen Finanzierungsmix. Bei den Strukturierungsexperten im Financial Engineering

verbindet sich dazu hohes Kundenverständnis mit fachlicher Expertise. So kann aus der Vielfalt an

Finanzierungsmöglichkeiten immer die Lösung identifiziert und umgesetzt werden, die den mittelund

langfristigen Bedarf des Unternehmens am besten deckt. www.commerzbank.de/fi rmenkunden


Wir Unternehmer – Innovator des Monats

Christian Nolte lässt es mit dem Skigym

virtuell auf der Piste krachen.

Christian Nolte

Die Kandahar im Wohnzimmer fahren

Mit dem Skigym von Christian Nolte kann man ganz ohne beschwerliche Anfahrt und Lifttransport

auf schwarzen oder blauen Pisten sein Können zeigen. VON MICHAEL BAHNERTH

Christian Nolte ist fi t. Er hat dieses Jahr mit dem Mountainbike

die Alpen überquert und ist auch schon die Transalp-Challenge,

ein mehrtägiges Mountainbikerennen, gefahren. 47 Jahre

ist der Frechener alt, und man ist geneigt zu denken, dass

er wettkampfmäßig über die Alpen strampelt, weil ihn eine

Midlifecrises plagen könnte. Aber Nolte hatte immer schon

dieses Sportler-Gen, absolvierte „als ich noch jünger war“ den

Kurz-Triathlon in 2:07 Stunden und studierte Sport und Maschinenbau.

Aber eigentlich fuhr er wettkampfmäßig dermaßen

mit den Skiern Buckelpisten runter, dass sich sein Knie

branchenüblich verabschiedete. Er wechselte die Seiten, wurde

Sporttherapeut in Köln, machte Leistungssportler wieder

fi t und tüftelte an einem Trainingsgerät für Fitness und Therapie

– eines das Spaß macht. Ein paar Prototypen aus Holz,

ein paar Tausend Euro Entwicklungskosten und sieben Jahre

später hatte Nolte die Ziellinie erreicht: Der Skigym war da, 25

Kilo schwer, 40 mal 40 Zentimeter groß, 1.649 Euro teuer.

Auf einen einfachen Nenner gebracht, macht der Skigym, dass

man sich auf ihm fühlt wie auf zwei Skiern. Verschiedene Einstellungen

erlauben auf ihm etwa das Abfahren, Drehen und

Steuern auf der Kante oder den Parallelschwung. Man kann

wählen zwischen blauer, roter und schwarzer Piste, Schnee-

und Geländeverhältnisse lassen sich einstellen, und wer sich

ungeschickt anstellt, kann auch hinfallen, aber „das passiert

eher selten“. „Als Skigym-Anfänger“, so verspricht Nolte, „haben

sie nach fünf Minuten einen schönen Muskelkater.“ Wer

regelmäßig mit dem Skigym trainiere, tue etwas für die Kondition,

die Muskulatur, das Gleichgewichtsgefühl und seine skifahrerischen

Fähigkeiten. Vor allem, wenn er das mitgelieferte

„Ski Alpin Racing“-Spiel in seinen Computer legt, den Skigym

mittels USB anschließt, entscheidet, ob er Bode Miller oder

Hermann Maier sein möchte, eine Piste auswählt und dann

loslegt. Da steht man dann, in Sportschuhen wahrscheinlich,

Jeans oder Anzug, im Wohnzimmer oder Büro, fährt virtuell

die Kandahar runter und macht Maier oder Miller fertig. Das

hat irgendwie mehr Sexappeal als die Sportschau oder die

Montagssitzungen im Konferenzraum.

Nolte steht mit seinem Skigym noch im Starthaus, bereit, sich

auf die Pisten des Business zu wagen und heil und auf dem Podest

unten anzukommen. Sporttherapeutische Einrichtungen

liegen auf dem Weg, Wintersportgeschäfte, um Skischuhe zu

testen, Frauen, die einen straffen Hintern wollen, Männer, die

einen straffen Hintern wollen, und alle, für die eine gelungene

Abfahrt ein Lebensgefühl ist. www.ski-gym.de

8 ProFirma 11 2009

Foto: Sponino


Hier herrscht Lexware.

Es gibt ordentlich was zu feiern. Feiern Sie mit uns.

Die Leser des „PC Magazins“ haben entschieden: Lexware fi nancial offi ce ist

die beliebteste Finanz- und Buchhaltungssoftware. Und das seit 10 Jahren.

Grund genug, Ihnen einen auszugeben, damit auch Sie richtig Ordnung in Ihre

Buchhaltung bekommen: Ab dem 01.10.2009 gibt es zu Lexware fi nancial

office die neue 2010er Version kostenlos dazu.

Nur 269,90 Euro + kostenlose Version 2010

Enthält: Lexware buchhalter ’09, Lexware faktura+auftrag ’09 und Lexware lohn+gehalt ’09.

Jetzt 4 Wochen kostenlos und unverbindlich testen: www.lexware.de


Wir Unternehmer – Debatte

Was soll die neue Regierung sofort anpacken?

Sich aufs Wesentliche

beschränken

Der Staat soll sich auf seine echten Aufgaben

besinnen, fordert Karl Braun.

Karl Braun leitet die Karl

Braun Innenausbau GmbH

in Haiterbach. Er beschäftigt

40 Mitarbeiter.

Meine wichtigste Erwartung: Der

Staat soll sich auf seine wesentlichen

Aufgaben beschränken, wie Ausbildung,

Versorgung von kranken und

alten Menschen oder Infrastruktur

– und die Wirtschaft den Unternehmen

überlassen. Stattdessen steckt er

derzeit Milliarden in Konjunkturprogramme,

die wenig bringen. Folglich

wächst die Staatsverschuldung, die

Arbeitslosenzahlen klettern weiter

und für die echten Staatsaufgaben,

etwa für gute Bildungschancen von

Anfang an zu sorgen, fehlt das Geld.

Außerdem erhält der Staat mit seinen

Subventionen Strukturen, die sich

überlebt haben: Wenn es beispiels-

weise Überkapazitäten in der Autoproduktion gibt, liegt das nicht nur

an der Finanzkrise, sondern auch daran, dass Konzerne es versäumt

haben, ihre Strategie dem Wandel anzupassen. Da schafft auch eine

Abwrackprämie keine dauerhafte Abhilfe. Besser ist es, wenn sich der

Staat nicht in die Wirtschaft einmischt. Denn dann müssen die Unternehmer

die Risiken selbst tragen und dafür geradestehen. Sie können

sich nicht darauf verlassen, dass der Staat sie schon wieder auffängt.

Das ist das beste Regulativ.

Andreas Thiele führt

die MT Druck Walter

Thiele GmbH & Co. KG

in Neu-Isenburg mit

45 Mitarbeitern.

Den Pseudomärkten Grenzen setzen

Keine Luftnummern

Peter Brandes fordert: Politiker, die

etwas zusagen, sollen es auch halten.

Um ganz offen zu sein: Ganz gleich, ob

alte oder neue Regierung – ich erwarte

nichts von ihr. Denn in der Politik gilt

immer dasselbe Muster. Um Wählerstimmen

zu gewinnen, versprechen die

Politiker vieles, jedoch halten sie letztlich

wenig. Diese Erfahrungen habe ich

auch selbst machen müssen: Für meine

Erfi ndung, die Omega-Mauernutschelle,

wurde ich mit dem Innovationspreis

und dem Bundespreis des Handwerks

ausgezeichnet, die Politiker versprachen

bei den Preisverleihungen, mich

mit Förderprogrammen zu unterstützen,

doch verwirklicht haben sie nichts.

Heute weiß ich, dass solche Luftnummern

offenbar zur Politik gehören und

nicht ernst zu nehmen sind. Dennoch

wundere ich mich immer wieder darüber.

Wenn wir Unternehmer uns so

verhielten, müssten wir die Pleite befürchten.

Denn die Kunden lassen sich

nicht so einfach mit leeren Versprechen

abspeisen, sie pochen auf Erfüllung oder

suchen andere Anbieter. Verstünden die

Politiker ihre Wähler als Kunden, wären

sie wohl vorsichtiger, um diese nicht zu

verprellen.

Peter Brandes

ist Inhaber der EBI –

Elektro Befestigungstechnik

Ilsede und beschäftigt fünf

Mitarbeiter.

Andreas Thiele wünscht internationale Regeln für die globalen Finanzmärkte.

Wie schaffen wir es, die Pseudo- und Casinomärkte zu schließen und den Schwerpunkt wieder auf

die Realwirtschaft zu setzen? Antworten erhoffe ich von der neuen Regierung. Denn die Finanzkrise

hat gezeigt: Wenn wir es zulassen, dass sich neben der realen Wirtschaft eine Parallelwelt entwickelt,

die mithilfe von Spekulation unermessliche Summen hin- und herschiebt und die Bodenhaftung

verliert, zahlen am Ende die Steuerzahler drauf, die jetzt Rettungsprogramme fi nanzieren

müssen. Oder auch die Unternehmer, die keine Kredite mehr erhalten. Daher plädiere ich dafür,

internationale Rahmenbedingungen zu schaffen, die solchen Märkten klare Grenzen setzen. So

könnte eine Steuer auf Finanztransaktionen Spekulationen eindämmen. Denkbar wären auch höhere

Eigenkapitalanforderungen für die Banken. Dazu gibt es gute Ansätze von Experten aus den

USA und Großbritannien. Unsere Regierung sollte solche Konzepte prüfen und umsetzen. Halten

wir so die Nachteile der Globalisierung in Schach, können wir alle von den Vorteilen profi tieren.

10 ProFirma 11 2009

Fotos: privat


RENAULT NUTZFAHRZEUGE.

ZUVERLÄSSIG SEIT 1901.

RENAULT KANGOO RAPID

OHNE ANZAHLUNG

159,– € 1 159,– € 1

RENAULT KANGOO

RAPID COMPACT

OHNE ANZAHLUNG

ANZAHLUNG

145,– € 2 145,– € 2

RENAULT MASTER

OHNE ANZAHLUNG

229,– € 3 229,– € 3

RENAULT TRAFIC

OHNE ANZAHLUNG

199,– € 4 199,– € 4

VERLASSEN SIE SICH AUF EUROPAS NUTZFAHRZEUGMARKE NR.1 * www.renault.de

. Denn Qualität

und Zuverlässigkeit machen uns seit 1901 zu Ihrem kompetenten Partner für alle Transportaufgaben. Bei unserer großen

Auswahl an Karosserievarianten und Aufbaumöglichkeiten findenSiesicherfürjedengewerblichenBedarfdasrichtigeFahrzeug.

Lassen Sie sich dazu von unseren erfahrenen Mitarbeitern in bundesweit über 100 hochspezialisierten Renault Business

Centern beraten und profitieren Sie von unseren attraktiven Finanzierungs- und Leasingangeboten.

Renault empfiehlt

RENAULT TYPE C

UNVERKÄUFLICH

1 Renault Kangoo Rapid Basis 1.68V9064kW(87PS):monatl.LeasingratenettoohneUmsatzsteuer:159,00Euro,Sonderzahlung:0,00Euro,Laufzeit:36Monate,Gesamtlaufleistung: 30.000 km.

2 Renault Kangoo Rapid Compact Basis 1.68V9064kW(87PS):monatl.LeasingratenettoohneUmsatzsteuer:145,00Euro,Sonderzahlung:0,00Euro,Laufzeit:36Monate,Gesamtlaufleistung:

30.000 km. 3 Renault Master Kasten L1H12,8t2,5dCi74kW(101PS):monatl.LeasingratenettoohneUmsatzsteuer:229,00Euro,Sonderzahlung:0,00Euro,Laufzeit:36Monate,Gesamtlaufleistung:

30.000 km. 4 Renault Trafic Kasten L1H12,7t2.0dCi66kW(90PS)(ohneTrennwandundohneSchiebetür):monatl.LeasingratenettoohneUmsatzsteuer:199,00Euro.Sonderzahlung:

0,00Euro,Laufzeit:36Monate,Gesamtlaufleistung:30.000km.EinAngebotderRenaultLeasingfürGewerbekundenbeiallenteilnehmendenRenaultPartnern, zzgl. Überführung. *Quelle: ACEA –

European Automobile Manufacturers’ Association. Abbildungen zeigen Sonderausstattung.


Wir Unternehmer – Porträt

Clemens Fleischmann

Der Wassermann

Clemens Fleischmann, der mit seinem Bruder seit 1993 das Unternehmen Randegger

Ottilien-Quelle führt, hat sich als Sammler alter und neuer Kunst, aber auch als Unter-

stützer kultureller und sozialer Einrichtungen einen Namen gemacht. VON GERHARD HERR

„Hallo, schön dass Sie bei uns sind.“ Mit einem kräftigen

Händedruck begrüßt Clemens Fleischmann seinen Gast in

lässigem Karohemd und Jeans in den Hallen und Labors der

Ottilien-Quelle an der Hauptstraße von Randegg. Der Raum

und das angrenzende Büro gleichen einem bunten, aber wohlgeordneten

Sammelsurium von Altem und Neuem – so bunt

und vor allem so der Region und der Tradition verbunden wie

der Mann selbst. „Nehmen Sie einen Schluck Blutorangenlimonade,

das ist eine unserer neuesten Kreationen“, bietet der

Wassermann aus dem 1.400 Seelendorf ein Produkt an, das

nur ein paar Treppenstufen unter den Büros Tag für Tag in

Flaschen abgefüllt wird. Zusammen mit Vater Dieter, der mit

71 Jahren auch mal als „Urlaubsvertretung“ vier Wochen an

der Abfüllanlage steht, und seinem 43-jährigen Bruder Christoph,

der für die Technik verantwortlich ist, führt Clemens

Fleischmann nun schon in der vierten Generation das Familienunternehmen.

Der 44-jährige Betriebswirt hat im Jahr 1993

den Part als kaufmännischer Geschäftsführer übernommen.

Das „grüne“ Unternehmen

Grundsolide Leistungsfähigkeit oder „e Schafferle“, wie man

im Hegau, am westlichen Ende des Bodensees sagt, soziales

Engagement und ungebrochene Innovationsfreude sind Clemens

Fleischmann in die Wiege gelegt worden. Aber auch die

Verbundenheit zur Natur und zu ihren Menschen gehört dazu.

Das zeigt schon das von ihm persönlich entworfene Firmenlogo:

Die Farbe Grün als Markenzeichen mit dem auf der anderen

Straßenseite gelegenen Randegger Schloss als „Wappen“. Die

Ottilien-Quelle unter dem Stammhaus, einem ehemaligen

Badhotel, ist nach der heiligen Ottilia benannt, der Schutzheiligen

der Blinden. „Für mich ist das Wasser auch grün“,

sagt Clemens Fleischmann. Deswegen fahren die grünen

Lastwagen des Unternehmens mit Rapsöl, deswegen kommt

der Strom für den Betrieb aus einem Wasserkraftwerk, und

deswegen wurde eine Holzpellet-Heizanlage für die Warm-

wasserstation der Flaschenwaschmaschine angeschafft. Auf

den Dächern steht eine Photovoltaik-Anlage, und gerade wird

eine Hackschnitzel-Heizzentrale montiert. Die Ottilien-Quelle

ist der einzige Mineralbrunnen bundesweit, der zu hundert

Prozent regenerativ und somit CO2-neutral produziert.

Weil er tief im Herzen naturverbunden ist, hat Fleischmann

in den vergangenen Jahren viel Geld für Naturschutz, um-

„Wir wollen mit den Produkten

aus der Region einen Mehrwert

für die Region verknüpfen.“

CLEMENS FLEISCHMANN

weltfreundliche Einrichtungen im Betrieb, aber auch für

Sportvereine, soziale Einrichtungen, Konzerte und Kultureinrichtungen

in der Region gespendet. „Das ist gut fürs Gefühl,

schließlich wollen wir mit unseren Produkten aus der Region

einen Mehrwert für die Region verknüpfen“, sagt Fleischmann

zum für ein Familienunternehmen ungewöhnlich

großen Engagement. In manchen Jahren ließ er sich das bis

zu zehn Prozent des Umsatzes kosten. Eine Million Euro hat

das Unternehmen in den vergangenen zehn Jahren für solche

Zwecke gespendet. „Das muss erst einmal verdient sein“, sagt

Fleischmann. Dafür aber sei der Bekanntheitsgrad des mit 18

Mitarbeitern relativ kleinen Unternehmens sehr hoch.

Doch die Möglichkeiten der Unterstützung seien begrenzt.

90 Prozent der jährlichen Sponsoringaktivitäten seien schon

vertraglich festgelegt. 10.000 Euro hat er sich dennoch für

Spontanaktionen zurückgelegt. So bekam kürzlich der örtliche

Fußballverein neue Sporttrikots gespendet. Ob er schon

12 ProFirma 11 2009

Fotos: Gerhard Herr


mal einen Sponsorvertrag gestoppt oder rückgängig gemacht

hat? „Ja, manchmal kommt man sich schon etwas blöd vor“,

erzählt Fleischmann. Er hatte ein Theaterprojekt mit 500 Euro

unterstützt. Doch dann musste er feststellen, dass bei der Veranstaltung

nicht das Randegger Mineralwasser, sondern Billigsprudel

vom Discounter ausgeschenkt wurde. Dem Veranstalter

habe er dann bei der Rückforderung der Sponsorgelder

gesagt: „Frag doch mal bei Aldi oder Lidl, ob die eure Veranstaltung

unterstützen.“

Beim Rundgang übers Gelände wird die Bescheidenheit der

Fleischmanns deutlich: Der Senior steigt gerade in den zehn

Jahre alten Schwabendiesel, den er vom Sohn übernommen

hat. „Den gibt der Vater nicht her, der ist für ihn doch noch gut

genug, sagt er immer“, erklärt Clemens Fleischmann die schwäbische

Sparsamkeit im badischen Landesteil. Auch ansonsten

hat der vorausdenkende Betriebswirt durchaus schwäbische

Züge: „Die Überschüsse wurden schon zu Zeiten, als unser

Vater als Einzelunternehmer tätig war, immer zukunftsorientiert

reinvestiert.“ Beispiel: Die im Jahr 2004 für 3,2 Millionen

Euro gebraucht gekaufte Abfüllanlage. Allein die habe

glatt den Jahresumsatz des Jahres 2002 gekostet. Aber sie läuft

perfekt: 15 Millionen abgefüllte Flaschen Mineralwasser, abgepumpt

aus der eigenen Quelle, sollen in diesem Jahr verkauft

werden. In den 70er-Jahren wurden nur 2,7 Millionen

Flaschen Randegger verkauft. Bei 17,3 Millionen Flaschen lag

der Rekordabsatz. Das war im Jahr 2003. Doch der dürfte so

ProFirma 11 2009

schnell nicht wieder erreicht werden, sagt Fleischmann. Die

Wirtschaftskrise und das vorsichtige Konsumverhalten machen

sich sogar im Sprudelverbrauch bemerkbar. Wenn er die

Zahlen des Jahres 2000 mit 15 Millionen Flaschen erreiche, sei

er zufrieden. Trotz Konkurrenz der Billiganbieter entwickelte

sich das Geschäft der Ottilien-Quelle prächtig. Der Umsatz

des vergangenen Jahres lag bei 3,5 Millionen Euro. Das liege

am veränderten Konsum der Verbraucher, analysiert Fleischmann.

Seit den 60er-Jahren habe sich der Pro-Kopf-Verbrauch

von Mineralwasser von 40 Liter auf heute 134 Liter gesteigert.

Und seit sieben Jahren werde mehr Wasser getrunken als

Bier.

Gourmet-Produkt für die Gastronomie

Doch auf den Markt gebracht wird beileibe nicht nur Mineralwasser-pur.

Ständig sind die Fleischmanns am Testen und

Ausprobieren. 14 Sorten sind im Programm. Neben dem kohlensäurefreien

Mineralwasser gibt es auch solches mit Frucht-

sowie Cola-Geschmack oder kalorienfreie, isotonische und

mit Vitaminen angereicherte Versionen. Zu den Erfrischungsgetränken

gehört zudem die Apfelschorle. Der Saft kommt

ausschließlich von Äpfeln, die von den alten Bäumen der

Streuobstwiesen geerntet werden. Speziell für die Gastronomie

wurde die Produktlinie „Gourmet“ aufgelegt. Das in edlere,

grünlich schimmernde Klarglasfl aschen abgefüllte

13


Wir Unternehmer – Porträt

Mineralwasser sei mit einem mittleren Kohlensäuregehalt

von fünf Gramm pro Liter versetzt und somit der passende

Begleiter zum feinen Essen. „Gourmet“ gebe es jetzt auch als

Naturelle ohne CO2.

Während Fleischmann erzählt, rattern lautstark die Glasfl aschen

über die Bänder der ständig laufenden Abfüllanlage.

PET- oder Plastikfl aschen wie bei den Mitbewerbern werden

es bei ihm niemals geben. Solange er lebe, sagt der Firmenchef,

werde es „kein billig und kein Plastik“ geben. Die

trendigen PET-Flaschen würden in der Ökobilanz nicht so

gut wegkommen und beeinträchtigten außerdem die Mineralwasserqualität.

Tatsächlich werden aber bundesweit nur

noch 27,8 Prozent des Mineralwassers in Glasfl aschen gefüllt.

„Die natürliche Reinheit des Wassers kann man nur gewähren,

wenn man in Glas abfüllt“, sagt er und beginnt dessen

Vorteile aufzuzählen: Es sei geschmacksneutral und sondere

keine Chemikalien ab, die den Inhalt geschmacklich oder chemisch

beeinfl ussen könnten. Bei warmem Wetter bleibe das

Getränk in einer Glasfl asche länger gekühlt als in einer PET-

Flasche. Zudem sei Glas beliebig recyclebar. In Randegg werden

die Mehrweg-Glasfl aschen bis zu 50 Mal wieder befüllt.

Fazit: „Selbst der vermeintliche Nachteil, das hohe Gewicht

der Glasfl aschen, verbirgt nur einen gewichtigen Vorteil, und

das ist das gesunde Maß.“ Denn weite Transporte von Glasfl

aschen lohnen nicht. „Wir vertreiben 90 Prozent unserer gesamten

Abfüllung innerhalb eines Radius von 50 Kilometern

und sind der festen Meinung, dass die Glasfl asche noch lange

ihre Berechtigung hat“, sagt Fleischmann.

Außerdem habe man unter den geschätzten 100.000 Endkonsumenten

eine Käuferschicht, die, vielleicht von der sensiblen

Bodenseeregion mit dem Trinkwasserspeicher für fünf Millionen

Menschen geprägt, auf Umweltschutz setze und einen

hohen Qualitätsanspruch habe. Aus diesem Grund werde es

auch, wie in der Branche üblich, keine billigere, dritte Produktlinie

geben. Dem nickt Vater Dieter wohlwollend zu, als

er gerade an der Abfüllanlage die Reinheit des Wassers prüft.

50 Jahre Arbeit mit dem natürlichsten aller Güter hat auch ihn

geprägt.

Tausend Jahre altes Wasser

Im mehr als 300 Jahre alten Ottilien-Quelle-Gebäude sprudelt

noch immer die historische Quelle im Keller, die aber

aufgrund der geringen Schüttung nicht mehr genutzt wird.

Die 1996 wegen der steigenden Nachfrage nötig gewordene

500.000 Euro teure neue Bohrung reicht weit in die von Eiszeit

und Vulkanismus geprägten Bodenschichten. Das Mineralwasser,

das jetzt ans Tageslicht gefördert wird, ist laut

Isotopenbestimmung zwischen 50 und 1.000 Jahre alt. Aus

118 Metern Tiefe wird das Wasser mit einer konstanten Temperatur

von 12,7 Grad hochgepumpt. 6,5 Liter darf die Randegger

Ottilien-Quelle in der Sekunde fördern oder 560.000

Liter am Tag. Dann wird das Wasser nur noch mechanisch

gefi ltert, bevor es in die Flaschen kommt. Trotz „dieses Sechsers

im Lotto“, wie Fleischmann die Quelle unter dem 1892

von seinem Urgroßvater für damals 14.000 Mark gekauften

Anwesen nennt, sei man ein mittelständischer Kleinbetrieb

geblieben: „Wir sind eine ganz bodenständige Familie.“ Auch

wenn der Firmenchef die Astronomie und somit den Blick zu

den Sternen als ganz großes Hobby pfl egt.

Diese Bodenständigkeit geht sogar so weit, dass er beim morgendlichen

Joggen Müll aufl iest und in die Tonne wirft. Clemens

Fleischmann bringt dies und den Erfolg des kleinen Unternehmens

auf den Punkt: „Denk global, trink lokal!“

Der Tradition, Innovation und Moderne verpfl ichtet: Clemens Fleischmann,

kaufmännischer Geschäftsführer des am westlichen Bodensee und Hochrhein

bis zu 90 Prozent den Markt abdeckenden Mineralwasserherstellers

Ottilien-Quelle aus dem badischen Randegg.

14 ProFirma 11 2009


CITROËN BUSINESS

FREMDGEHEN LOHNT NICHT –

FREMDFAHREN SCHON.

CITROËN JUMPY: AB € 229,–/MONAT **

CITROËN NEMO: AB € 129,–/MONAT **

JETZT WECHSELN UND BIS ZU € 1.250,– * IN BAR MITNEHMEN.

Wer jetzt seinen Gebrauchten* gegen ein praktisches CITROËN Nutzfahrzeug tauscht, erhält bis zu € 1.250,–

Wechselprämie* in bar. Zudem profitieren Sie von einmalig günstigen Easy Business Full Service Leasingraten.

So gibt’s den CITROËN NEMO schon ab € 129,– /Monat**. Wie sehr sich Fremdfahren für Sie lohnt, erleben

Sie am besten persönlich. Bei einer Probefahrt oder unter www.citroen-nutzfahrzeuge.de

www.citroen-nutzfahrzeuge.de

CITROËN JUMPER: AB € 249,–/MONAT **

MTL. RATE SCHON AB:

€129,– **

EASY BUSINESS

FULL SERVICE LEASING

CITROËN BERLINGO: AB € 159,–/MONAT **

*Maximale Eintauschprämie zusätzlich zum Wert laut DAT/Schwacke bei Inzahlungnahme eines Gebrauchtwagens (ausgenommen sind CITROËN Modelle), gültig für bis zum 31. 12. 2009. **Kilometer-Leasingangebot

der CITROËN BANK für Gewerbetreibende zzgl. MwSt. und Fracht für den CITROËN NEMO Kastenwagen 1.4 Benziner, CITROËN BERLINGO 1.6 16V Kastenwagen Niveau A, CITROËN JUMPY Kastenwagen

27 L1H1 HDi 90 und für den CITROËN JUMPER Kastenwagen 30 L1H1 HDi 100. Gültig für bis zum 31. 12. 2009 abgeschlossene Leasingverträge für die ausgewiesenen Modelle, ohne Anzahlung, Laufzeit

36 Monate, Laufleistung/Jahr 15.000 km bzw. 10.000 km (beim NEMO KW 1.4), inklusive 3 Jahre Leistungen gemäß den Bedingungen des CITROËN Business-Service-PLUS Vertrages. Bei allen teilnehmenden Händlern.


Wir Unternehmer – Personalien

„Artikel 1 des Grundgesetzes

lautet heute:

Der Besitzstand

des Menschen ist

unantastbar.“

Willi Stächele, baden-württembergischer

Finanzminister, auf dem 5. Freiburger Mittelstandskongress

zum Thema Krisenbewältigung.

Ressortleiter-Wechsel beim Markenverband

Dr. Andreas Gayk

Neuer Direktor Server

& Tools bei Microsoft

Andreas Hartl (39) ist neuer Direktor des

Geschäftsbereichs „Server & Tools“ bei

Microsoft in Unterschleißheim. Er wird

für Planung, Produktmarketing und

die unternehmensweite Steuerung von

Kampagnen zur Produkteinführung im

Serverbereich zuständig sein. Hartl folgt

auf Dr. Klaus von Rottkay, der die Leitung

der Solution Team Unit unter anderem

für KMU übernimmt,

und berichtet künftig

an Ralph Haupter,

Chief-Operating Offi

cer und Mitglied der

Geschäftsleitung von

Microsoft Deutsch-

Andreas Hartl land.

PERSONALIEN

Der Kartelljurist und Rechtsanwalt Dr. Andreas Gayk übernimmt

zum 1. November die Leitung des Ressorts „Vertriebspolitik

& Handelsbeziehungen” beim Markenverband

in Berlin. Außerdem wird Gayk, der zuletzt bei Coca-Cola

Deutschland die Akquisition von Apollinaris und die Konsolidierung

der deutschen Abfüller betreute, künftig die Funktion

des Compliance Offi cers bekleiden. Die Leitung des Ressorts

„Recht & Verbraucherpolitik“ übernimmt von sofort an der

Jurist Dr. Alexander Dröge.

Unternehmer

des Jahres 2009

Günther Müller, Vorstandsvorsitzender

der ASC Telecom AG in Hösbach, wurde

von Ernst & Young als „Entrepreneur

des Jahres 2009“ in der Kategorie Informations-

und Kommunikationstechnologie

ausgezeichnet. Die Jury würdigte

Müllers vorbildliches unternehmerisches

Engagement und seinen Mut

zur Risikobereitschaft. ASC investiert

trotz der weltweiten

Krise antizyklisch

Günther Müller

in Personal sowie in

Forschung und Entwicklung

und erwartet

für das Jahr 2009

ein zweistelliges Umsatzwachstum.

In Kürze

Der Aufsichtsrat der C4B Com for Business

AG, Gesellschaft für Informations-

und Kommunikationstechnik in

Germering, hat Michael Schreier (34)

in den Vorstand berufen. Schreier hat

bei C4B die Abteilungen Vertrieb und

Marketing aufgebaut und zuletzt als

Director Sales & Marketing geführt.

Diese Geschäftsbereiche wird er weiter

leiten. Darüber hinaus soll Schreier

das Wachstumsfeld der strategischen

Partnerschaften weiter ausbauen.

Professor Dr. Karl Liebstückel wurde

bei der Mitgliederversammlung der

deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe

DSAG e. V. als Vorstandsvorsitzender

im Amt bestätigt. Für weitere

zwei Jahre wiedergewählt wurde Mittelstands-Vorstand

Dr. Gunther Reinhard.

Neuer Vorstand für das Ressort

Schweiz ist Christian Zumbach.

Für das Jahr 2010 hat sich die DSAG

vorgenommen, bei wichtigen strategischen

Themen, wie Investitionsschutz

und Transparenz der Modelle,

mehr Einfl uss auf SAP zu nehmen.

Angelika Gifford (44), Corporate

Member im Managerinnen-Netzwerk

EWMD, ist vom Brothersteller Mestemacher

in Gütersloh zur „Managerin

des Jahres 2009“ gekürt worden.

Die Jury würdigte Giffords „herausragende

Leistungen im Management

und ihren Vorbildcharakter im Bereich

Beruf und Familie“. Als Senior Director

„Public Sector“ betreut Gifford

bei Microsoft Deutschland seit 2003

das Geschäft mit Bund, Ländern und

Gemeinden sowie mit Schulen, Stiftungen

und Universitäten und ist Mitglied

der Geschäftsleitung.

16 ProFirma 11 2009

Fotos: privat


ein vollprofi: auch

bei der finanzierung.

der fiat ducato. darauf können sie bauen.

Mehr Informationen unter www.fi at-professional.de oder der gebührenfreien Infoline 00800 3428 0000.

DIE TRANSPORTER.

Null-Leasing bei

€ 0,– *

anzahlung

*Ein Leasingangebot der Fiat Bank zuzüglich Überführungskosten bei 36 Monaten Laufzeit. Details bei Ihren teilnehmenden Fiat Professional Händlern. Angebot gültig bis 31.12.2009.


Wir Unternehmer – Mittelstand 2.0

Online-Schokoladenmanufaktur Chocri.de

Milliarden Kombinationen in Schokolade

Firmenlogos in Vollmilch unter dem Tannenbaum, den Slogan zum Verzehr, Geschmacksrichtung

herb-bitter – die Online-Schokoladenmanufaktur Chocri.de setzt im Weihnachtsgeschäft auf Privatkunden,

aber auch auf Unternehmen. VON JÜRGEN CHRIST

Weiße Schokolade mit Erdbeeren, braune

Tafeln mit scharfem Chili: Bei der Berliner

Schokoladenmanufaktur Chocri

stellt sich der Kunde per Mausklick aus

mehr als 80 Zutaten seine individuelle

Schokolade zusammen – ökologisch

korrekt und fair bezahlt beim Produzenten.

Eine Abenteuerreise für die Geschmacksnerven,

denn rein rechnerisch

sind immerhin zehn Milliarden Kombi-

nationen möglich. Besonders ausgefallen

mag es Mario Barth: Der Comedian

orderte Currywurst-Schokolade.

Am Anfang der Firmengeschichte stand

der Zufall: Auf der Suche nach einem

Geburtstagsgeschenk für seine Freundin

kam Geschichtsstudent Franz Duge auf

die schokoladige Idee. Gemeinsam mit

Freund Michael Bruck, der Maschinenbau

studierte, mischte er weiße Schokolade,

Gummibärchen und Studentenfutter.

Beide hatten bereits Erfahrung

mit dem Verkauf von Schokobrunnen

gesammelt, experimentierten fortan

mehrere Monate lang mit fl üssiger Süße

der gesamte Freundeskreis und die Familie

machten mit. „Wir dachten auch

an Pralinen, aber die Herstellung ist viel

zu kompliziert“, erinnert sich Michael

Bruck. Schließlich hoben er und Franz

Duge im September 2008 ihr Start-up

Chocri aus der Taufe – ohne Bankkre-

Franz Duge und

Michael Bruck (v.l.)

haben gemeinsam

Chocri erfunden –

ein Kunstwort aus

Schokolade und

kreieren.

dit. Die damals 22-Jährigen investierten

eigenes Geld und kauften damit einem

Berliner Chocolatier eine 25 Jahre alte

Maschine ab.

Der Name Chocri ist ein Kunstwort aus

„Schokolade“ und „kreieren“ – Web-

2.0-gemäß stammt er aus dem Fan-Blog

der Jungunternehmer: „Es ist effi zienter,

Fans und Kunden in Entscheidungen

mit einzubeziehen, anstatt sich allein

den Kopf zu zerbrechen“, berichtet

Franz Duge. „Seit dem Start haben wir

stets im Dialog mit unseren Kunden

Schokolade und Zutaten geschmacklich

getestet, den Versand optimiert und

die Plattform überarbeitet.“ Die „Kreativschmiede

Weblog und intensive

Debatten mit den Kunden scheinen sich

zu lohnen: Bereits einen Monat nach

dem Start schrieben die Jungunternehmer

schwarze Zahlen. Inzwischen

hat Chocri.de den Wirtschaftswoche

Gründerwettbewerb gewonnen, 20 Mitarbeiter

beschäftigt das Unternehmen.

Sie stellen am Tag bis zu 1.000 Tafeln

Bio-Schokolade her. Vor Ostern oder

Weihnachten laufen täglich 800 bis 900

Bestellungen ein. Drei vollautomatische

Geräte wurden neu angeschafft.

Zurzeit erzielen die Gründer Duge

und Bruck noch 80 Prozent ihres Umsatzes

mit Privatkunden – auch wenn

die Berliner Hilton-Hotels, die Deutsche

Bahn oder Intel bereits Süßes

mit „Unternehmensgeschmack“ beauftragt

haben. Jetzt will Chocri mit „Give

aways“, deren Verpackung Firmenlogo

oder -motto zieren, das Geschäft ausbauen.

Diese Weihnachten im Visier:

Manager, die vor Kunden, Mitarbeitern

und Lieferanten mit individuellen Präsenten

glänzen möchten. Ganz billig ist

der Spaß nicht. 100 Tafeln weiße Schokolade

mit Erdbeeren, Erdnüssen und

Honigfl akes inklusive Etikett mit Firmen-Logo

kosten rund 334 Euro. „Aber

wir haben immer ein offenes Ohr für

Sonderwünsche“, betont Franz Duge.

Gutfühlen gibt’s obendrauf: Ein Prozent

des Umsatzes spendet Chocri einer Kinderhilfsorganisation,

die Projekte in den

Anbauländern realisiert.

18 ProFirma 11 2009

Foto: Chocri


Ist Ihre Versicherung so individuell

wie Ihr Unternehmen?

Für alle, die eine Versicherung suchen, die so individuell ist wie ihr

Unternehmen, gibt es die betrieblichen Versicherungs- und Vorsorge-

Lösungen von AXA. Der perfekte Rundum-Schutz für Sie und Ihre Mitarbeiter.

Zum Beispiel „Profi-Schutz“– perfekt abgestimmt auf die

Anforderungen Ihrer Branche und angepasst an die individuellen Bedürfnisse

Ihres Unternehmens. Vorsorge- und Deckungslücken werden

so geschlossen, aber auch überflüssige Deckung vermieden. Die

Folge: Sie sparen Geld – und Nerven. Eine individuelle Rundum-Beratung

erhalten Sie bei Ihrem persönlichen Betreuer. Mehr Infos unter

www.AXA.de/Geschaeftskunden oder unter Telefon 0 18 03/55 00 22 *.

Kommen Sie zur Versicherung, die neue Maßstäbe setzt.

Betriebliche Rundum-Lösungen

von AXA. Abgestimmt auf Ihre Branche,

maßgeschneidert für Ihr Unternehmen.

*9 Ct. je angefangene Minute (Deutsche Telekom AG), ggf. abw. Mobilfunktarif


Wir Unternehmer

Malt Whisky Trail in Schottland

Gehaltvolle Wanderung

Der November ist ein kalter, grauer Monat, irgendwie nicht

gemacht für Mensch und Tier in unseren Gefi lden. Es gibt vielleicht

nur etwas Gutes an ihm, denn je dunkler und unangenehmer

die Tage, desto heller die Freude an einem Single Malt

Whisky. Und, Malt-Whisky-Afi cionados wissen es: Nirgends

schmeckt er besser, als dort, wo er hauptsächlich herkommt,

in Schottland. Also nichts wie hin nach Aberdeen ins The

Marcliffe Hotel & Spa, wo es 37 hübsch eingerichtete Zimmer

gibt, Angus Beef auf dem Teller und eine Hotelbar mit 100 verschiedenen

Single Malts. Dies könnte schon genügen, um ein

vergnügliches Wochenende zu verbringen, an dem Novembergedanken

keine Chance haben. Aber es ist weitsichtiger,

nicht nur im Hotel zu verweilen. Das wäre, als ob man an der

gold schimmernden Pforte des Paradieses steht und bloß einen

schnellen Blick hineinwirft.

Unweit des Hotels liegt der Malt Whisky Trail, und für Whisky-Liebhaber

ist das so etwas wie der Jakobsweg. Gut, den

Castle Trail gibt es auch noch, weil nirgends die Dichte an

Schlössern und Burgen so hoch ist wie hier, und der Sommersitz

der Windsors, Schloss Balmoral, ist auch nicht weit. Das

ist ziemlich optimal, zumindest als Programm für die Ehefrau.

Balmoral hat zwar auch einen guten Klang, fällt aber doch

ab im Gegensatz zu Glen Moray, Cardhu, Benromach oder

Strathisla, einige der Stationen des insgesamt neun Destillerien

umfassenden Trails.

Das mag jetzt nach elegant-stilvollem Besäufnis klingen, es

muss aber nicht zwangsläufi g dazu kommen. Jeder ist sein eigener

Gestalter des Single Malt Trails. Und man sollte nicht außer

Acht lassen, dass Single Malt weit mehr ist als ein Getränk

aus Gerstenmalz und Quellwasser und später eines mit 40 Volumenprozenten,

das ganz schön besoffen machen kann. Er

AUSZEIT

Hundert verschiedene Single Malts bietet die Bar

des schottischen The Marcliffe Hotels.

ist vor allem ein Stück schottischer Geschichte und lebendiger

Teil der hiesigen Alltagskultur. Und, so behaupten viele, er sei

gesundheitsfördernd, verlängere das Leben, und zumindest

zeigen Statistiken, dass Schotten auch nicht früher sterben als

Hotel/pid

andere. Vielleicht sterben sie weniger nüchtern, das mag sein,

aber dagegen ist, zumindest aus philosophischer Sicht, kaum

Marcliffe

etwas einzuwenden. (mib)

The

www.maltwhiskytrail.com; www.marcliffe.com Fotos:

Das schöne Ding

Es ist keine Wärmequelle, Grillen

geht auch nicht, das Designerteil

aus Schweden hat keinen wirklichen

praktischen Nutzen. Es ist

nur schön und ästhetisch – eine

Augenweide. Einen guten Meter

ist der gläserne Zylinder des

Ponton Fireplace - Majestic light

hoch, und mit der Brennpaste

lodert die Flamme drei Stunden.

Wirklich lang ist das nicht, aber

lange genug, um in die Flammen

zu schauen und durch die

archaische Kraft des Feuers ein

paar Momente lang ein paar

wärmende Gedanken zu haben.

www.pid.se; 1.950.- Euro

20 ProFirma 11 2009


Am Fuße des Ortlers trifft sich die Klettererelite.

Für den Terminkalender

Wandern mit

der Klettererelite

Irgendwie hat man das Gefühl, dass mit

dem Ende der aktiven Bergsteigerkarriere

von Reinhold Messner auch das

Bergsteigen ein wenig am Ende ist. Der

Leitwolf tritt ab, und so wie es aussieht,

ist niemand da, um den Posten des erfolgreichsten

Bergsteigers zu übernehmen.

Wer eine neue Stimme der Berge

werden könnte, kann sich im Südtiroler

Städtchen Brixen zeigen.

Vom 3. bis zum 8. November trifft sich

dort die Klettererelite der Welt zum 1.

International Mountain Summit (IMS).

Ines Papert ist da, die vierfache Weltmeisterin

im Eisklettern, das Himalaya-Urgeistein

Dough Scott, Alexander Huber,

Hans Kammerlander, der sechs 8.000er

mit Messner bestiegen hat, bevor sie sich

entzweiten, und noch ein paar andere.

Es gibt Vorträge, ein Boulderfestival für

die Sportkletterer, und abends gibt es

Wein in den Wirtschaften. Abklettern

nennt sich diese Tradition, bei der sich

am Ende einer Saison die Kletterer treffen,

von ihren Besteigungen und Routen

erzählen und welche Berge nächstes

Jahr anstehen. Anstehen wird man selbst

auch müssen, wenn so viele Gäste zum

IMS kommen wie erwartet: 12.000. Vor

allem aber gibt es vierstündige Wanderungen

mit den Klettercracks, etwa mit

Messner ins Villnöstal, wo er herkommt,

samt Einkehr. Wenn schon nicht mehr

Klettern mit Messner, dann wenigstens

Wandern. (mib) www.ims.bz

ProFirma 11 2009


In 5 Minuten ist Ihre Fir

– und im Internet!

Mit wenigen Mausklicks

– schnell und

einfach online!

Wählen Sie Ihre Branche aus,

definieren Sie Ihren Farbwunsch,

geben Sie Ihre Firmendaten ein –

fertig! 1&1 Branchen-Homepage

übernimmt automatisch Ihre Informationen

und integriert Sie an

den richtigen Stellen der

Homepage. Und das Beste

ist: Typische Texte und

Bilder für Ihre Branche

sind schon drin!

Fertige Lösungen für über

100 Branchen!

Sie können ändern wann und was Sie wollen

– einfach und bequem online übers Internet!

Ohne Software, ohne Programmierkenntnisse: Rufen Sie einfach Ihre 1&1 Branchen-

Homepage unter Ihrer individuellen Internet-Adresse auf, geben Sie Ihr Passwort ein

– und schon können Sie ändern, was Sie wollen. Schritt für Schritt, so einfach wie mit

„Word“. Dabei haben Sie das Ergebnis immer gleich vor Augen. Und wenn Ihnen etwas

nicht gefällt, können Sie es sofort rückgängig machen. Probieren Sie es aus!

Beratung und Bestellung: 0180 5 001 535

Klick,

schon ist Ihre

Homepage

fertig!

Grundaufbau ändern –

kinderleicht!

Schreinerei

Markward & Sohn

Angebote – blitzschnell

aktualisiert!

14 ct/Min. Dt. Festnetz,

Mobilfunkpreise ggf. abweichend

Angebot

des Monats:

Dielenboden

ab 29, 99 €/qm

(sonst 42, 99 €/qm)


men-Homepage fertig

Text bearbeiten

Bild bearbeiten

Wir, die Möbelschreinerei Markward &

Sohn aus Bielefeld, sind ein seit 1973

bestehendes Familienunternehmen

und auf die Herstellung von Möbeln

spezialisiert. Durch unsere langjährige

Erfahrung

Eigene Texte – einfach

drüberschreiben!

Schreinerei

Markward & Sohn

Lageplan – mit zwei Klicks

aktiv!

Hauptgrafik wechseln –

sekundenschnell!

Suchmaschinen-Optimierung

– automatisch!

Eigene Bilder –

bequem per

Mausklick!

Oder gleich bestellen unter: www.1und1.info

1&1 Branchen-

Homepage Basic:

✔ hochwertige Homepage-

Vorlagen für viele Branchen

✔ einfach online individualisierbar

✔ ohne Software-Download

✔ so einfach wie „Word“

✔ beliebige Seitenanzahl,

beliebige Datenmenge

✔ eigene Internet-Adresse inkl.

(Wahl aus .de, .com, .biz, .info)

✔ passende E-Mail-Adressen inkl.

✔ Telefon-Hotline an 7 Tagen/

Woche rund um die Uhr für

nur 14 ct/Min. (aus dem dt. Festnetz,

Mobilfunkpreis ggf. abweichend)

Erst kostenlos ausprobieren, danach

12 Monate Mindestvertragslaufzeit,

4 Wochen Kündigungsfrist.

Komplett für nur

9, 99

€/Monat

inkl. MwSt.

Jetzt kostenlos

ausprobieren!


Unternehmensführung – Titelthema

Wie Sie Ihre Kommunikation auch mit begrenztem Budget optimal aufstellen

WERBUNG

Nur ein markanter Auftritt mit Präsenz und Anziehungskraft

schafft langfristig Vertrauen. Richtig positioniert, mit relevanter

Botschaft und effi zienten Kommunikationsmaßnahmen, lassen

sich Bekanntheit und Absatz auch ohne doppelseitige Imageanzeigen

steigern. Heute gewinnt, wer es versteht, seine

Botschaften offl ine, online und im direkten Kontakt so zu vernetzen,

dass er seine Zielgruppen an allen wichtigen Kreuzungen

anspricht.

Richtig positioniert mit markanter

Botschaft erzielen auch

preisgünstige Werbemaßnahmen

beeindruckende Wirkung.

Kontrollfragen

> Worauf zielt Ihre Werbung – auf Markenaufbau oder

Abverkauf?

> Haben Sie Ihre Zielgruppe genau defi niert? Wo und über

welche Kanäle erreichen Sie diese am besten?

> Sind alle Kommunikationsmaßnahmen aufeinander abgestimmt?

> Was ist die „selling idea“ Ihrer Kampagne?

> Ist die gewählte Werbebotschaft für alle Ebenen der anvisierten

Zielgruppe relevant? Wie messen Sie den Kampagnenerfolg?

24 ProFirma 11 2009


Werbung für kleine Unternehmen

Furore mit kleinem Budget

Kleine und regional tätige Firmen stehen mit ihrer Kommunikation häufi g vor einer

Quadratur des Kreises: Mit bescheidenen Mitteln eine möglichst große Wirkung am

Markt zu erzielen. Entscheidend sind Konsequenz und Kreativität. VON BIJAN PEYMANI

Ein Kurzfi lm in Hollywood-Manier, mit Kamerafl ug, schnellen

Schnitten und spektakulären Stunt-Szenen, dazu Starbesetzung

mit Schauspieler Ralf Moeller als Testimonial. Für

seinen ersten, im Mai gedrehten TV-Spot hat es das Familienunternehmen

Engelbert Strauss, ein Spezialversender für

Arbeitsschutzbekleidung aus Biebergemünd, mal richtig

krachen lassen. Über die Kosten schweigen die Hessen eisern

– insgesamt achtstellig dürfte der aufwändige Dreh nach Expertenmeinung

jedoch budgetiert gewesen sein. Das ist eine

Ausnahmeerscheinung.

Von derlei Eskapaden können kleine und regional tätige Unternehmen

nur träumen. Ihr Etat für Kommunikationsmaßnahmen

macht lediglich einen Bruchteil aus – im besten Fall

ist er fünfstellig. Wenn aber Effekthascherei in generischen

Märkten als Weg zur Differenzierung – ohnehin kein sehr

kluger Ansatz – ebenso ausscheidet wie die Buchung reichweitenstarker

Medien, wie kann sich eine Firma mit schmaler

Werbebörse von der Konkurrenz abgrenzen? Vor dieser Frage

stand auch der Malerbetrieb Forster aus Schondorf am Ammersee.

Die eigene, besondere Kompetenz wird in solchen Momenten

ins Feld geführt – heute leider kaum mehr als ein Schlagwort,

ONLINE-KOMMUNIKATION

Online ist heute ein unverzichtbarer Kanal im Kommunikationsmix

und bietet eine effi ziente Möglichkeit der Kundenansprache.

So basierte Maßnahmen lassen sich ohne großen Aufwand

„antesten“ und unkompliziert feinjustieren, bis der maximale

Wirkungsgrad erreicht ist. Indes erfordern etwa Suchmaschinenoptimierung

oder Social-Media spezielles Know-how. Die

exzellente Messbarkeit der Online-Ergebnisse liefert wertvolle

Rückschlüsse fürs Marketing.

ProFirma 11 2009

ein Allgemeinplatz. Doch dem seit mehr als 110 Jahren von

der Familie Forster geführten Unternehmen gelang es, mit

Unterstützung der Agentur Signalwerk eine konsequente

Nischenwerbestrategie zu entwickeln. Den Kern bildete die

neu lancierte Produktlinie „Carlo“ mit einem Spektrum anspruchsvoller,

traditioneller Kalkputztechniken. Sie erhob

Firmenchef Carlo Forster zum Handwerkskünstler – und Vorreiter

in der Region.

Alles eine Frage des Geldes

ProFirma

Titelthema

Schondorf ist überall: Mit Konsequenz und Kreativität gelingt

es häufi g, auch mit kleinem Budget große Wirkung zu erzielen.

Aber wie viel Geld sollen Unternehmer in ihre Werbung

stecken? Gibt es einen Richtwert? Und wie setzen sie es optimal,

also möglichst effi zient ein? Wenn dann die Kampagne

gelaufen ist – wie ermittelt der Werbelaie schnell und zuverlässig,

was konkret welche Wirkung gezeigt hat? Mit Blick aufs

Budget gilt eine Maßzahl von drei bis sieben Prozent vom Jahresumsatz

beziehungsweise von zehn Prozent des Gewinns.

„Je besser die Idee ist, desto kleiner kann das Budget sein. Oder

umgekehrt: Kleines Budget braucht große Ideen“, sagt Ste-

Kontrollfragen

> Was ist das Kernziel Ihrer Website – möchten Sie informieren

oder auch Neukunden akquirieren?

> Ist auf den ersten Blick auf Ihrer Seite erkennbar, wer

Sie sind, was Sie tun und welchen Nutzen Sie Ihren Kunden

bringen?

> Verwenden Sie die richtigen Schlüsselbegriffe für Ihre

Zielgruppe, damit Sie über Google & Co. gefunden werden?

> Werten Sie aus, wie Ihre Website genutzt wird?

25


Unternehmensführung – Titelthema

fan Kolle, Kreativgeschäftsführer der Werbeagentur Kolle Rebbe

in Hamburg. Entscheidend bleibt: Ein Unternehmer muss

sich die Werbekosten leisten können, neben allen betrieblich

notwendigen Investitionen – und prüfen, wie sich jeder bisher

eingesetzte Werbe-Euro rentiert hat. „Wer das nicht ausrechnen

kann, sollte sich Gedanken machen“, mahnt Bernd

Frielinghaus, Beratungschef der Aschaffenburger Agentur

Careforce.

Frielinghaus fordert, mindestens 70 Prozent der Kommunikationsausgaben

sollten konkreten Ereignissen zurechenbar

sein – dazu zählen etwa Umsätze, Anfragen, Besuche oder

Termine. Für besonders wichtig in diesem Kontext hält der

Experte die Frage, mit wem die Firma ihren Umsatz reinholt:

„Hier gilt die klare Regel, von innen nach außen’“, erklärt Frielinghaus,

„ob ,Pommes Toni’ oder ,Business-Computer-Tek’:

Das Geld wird stets mit wenigen Stammkunden verdient“.

Hier bringe der Einsatz von „Werbegeld und Persönlichkeit“

die höchste Rendite.

PRESSEARBEIT

Wenn die Budgets knapp werden, verzichten viele Unternehmer

gern auf teure Anzeigen, um dieselben Botschaften mit

Presseaktivitäten zu verbreiten. Aber: Pressearbeit ist erstens

nicht billig und zweitens nur bei langfristiger Planung sowie

professioneller Umsetzung erfolgreich. Wer sein Budget optimal

einsetzen will, muss genau die Journalisten ansprechen,

die wichtig für seine Themen sind, und ihnen passgenaue Inhalte

für das jeweilige redaktionelle Umfeld liefern.

Verlässliche Kennzahlen suchen

Bei der Budgetierung „spielen natürlich die Rahmenbedingungen

eine entscheidende Rolle: Firmen-, Branchen- und

Marktkonjunktur, Wettbewerbsumfeld und -aktivitäten“, sagt

Marcus Schönhart, Vorstand bei der Katag in Bielefeld. Verlässliche

Kennzahlen liefern Sparkassen, Verbände oder auch

die Industrie- und Handelskammern. Schönhart verantwortet

bei Europas nach eigenen Angaben größtem Einkaufsverband

und Dienstleister für den mittelständischen Facheinzelhandel

unter anderem die Ressorts Einkauf, Vertrieb und Marketing.

Am Beispiel des Textilsegments erklärt er, wie kleine und

regional tätige Unternehmen ihre Werbe-Euros effi zient einsetzen

können: „Für ,Young Fashion’ sind virales Marketing

und Kino besser geeignet als für Marken wie Gerry Weber

oder Basler“, illustriert Schönhart. Für Bekleidungshändler sei

gewiss der Verkaufsort das wichtigste Medium, „nur müssen

die Menschen dazu bereits den Laden gefunden haben, ihn

LINK-TIPPS

www.bds-dgv.de

www.marketingverband.de

www.deutschepost.de

www.aika.de

www.vistaprint.de

Mit ihrem Unternehmen Vitallo

zeigt die Schuhmanufaktur

Hackner aus Hilpoltstein, wie man

maßgeschneidertes Handwerk

auch auf ansehnliche Versandhandelsbeine

stellt.

Kontrollfragen

> Enthält Ihr Verteiler die Medien, über die sich Ihre Zielgruppen

informieren – samt der Kontaktdaten zu „Ihren“ Redakteuren?

> Pfl egen Sie persönlichen Kontakt zu diesen Journalisten?

> Kennen Sie die Themenpläne Ihrer Zielmedien? Haben Sie

einen langfristigen Themenplan entwickelt oder eigene Texte

erstellt?

> Bekommen Sie eine Auswertung etwa darüber, welcher

Journalist Ihre E-Mail-Pressemitteilungen geöffnet hat?

26 ProFirma 11 2009

Foto: Schuhmanufaktur Hackner


Windows ® . Leben ohne Grenzen. Dell empfiehlt Windows 7.

KEINE ZEIT FÜR

AUSFALLZEITEN?

Vostro Notebooks bieten optimale Zuverlässigkeit und eine hervorragende Leistung.

VOSTRO 1520

EIN IDEALES 15,4”

MEHRZWECKSYSTEM. HIER STIMMEN

MOBILITÄT, LEISTUNG UND PREIS.

Inkl. 20€ Rabatt und gratis Versand ab

599€ pro System

511 inkl. MwSt

429€ zzgl. MwSt und 25 € Versand (ca. 30 € inkl. MwSt)

E-VALUE CODE: PPDE4-N1115225

ANGEBOT GÜLTIG BIS ZUM 24/11/2009

Intel ® Core2 Duo Prozessor T6670

Original Windows® 7 Home

Premium

2 GB Arbeitsspeicher

250 GB (7200 U/Min) SATA II

Festplatte

Intel ® GMA 4500MHD Grafi kkarte

1 Jahr Abhol- und Reparaturservice

EMPFOHLENE UPGRADES:

Microsoft Offi ce ®

Small Business 2007

Original Windows ® 7 Professional

256 MB NVIDIA ® GeForce 9300M

GS-Grafi kkarte

MICROSOFT ® OFFICE SMALL BUSINESS 2007 ENTHÄLT:

Offi ce Word

Offi ce Excel

Offi ce PowerPoint

Offi ce Publisher

Office Outlook mit

Business Contact

Manager

KLICKEN ODER ANRUFEN

ANGEBOT GÜLTIG BIS ZUM 24.11.2009

Mit dem optional vorinstallierten

Microsoft ® Offi ce

Small Business 2007

sparen Sie Zeit, sind stets

gut organisiert und können

sich somit verstärkt auf

Vertrieb, Marketing und

Kunden konzentrieren.

BESUCHEN SIE DELL.DE ODER RUFEN

SIE AN UNTER 0800 279 3355

Die leistungsstärksten Unternehmens-PCs mit Intel ® Core2 Duo Prozessoren.

Dell Datenschutz: Wenn Sie Fragen oder Anmerkungen zum Datenschutz Ihrer Daten haben, kontaktieren Sie uns bitte unter der folgenden Adresse: Dell Datenschutz-Beauftragter, Dell, Postfach 2044, 36243 Niederaula, Germany

oder per Email dellprivacyde@dawleys.com. Dell GmbH, Unterschweinstiege 10, 60549 Frankfurt. Diese werblichen Inhalte gelten nur für Geschäftskunden. Preise sind nicht rabattierfähig nach Rahmenverträgen und nicht mit

anderen Angeboten kombinierbar. Es gelten die allgemeinen Geschäftsbedingungen der Dell GmbH. Änderungen, Druckfehler und Irrtümer vorbehalten. Kundendaten unterliegen der elektronischen Datenverarbeitung. Produkte

können von Abbildungen abweichen. Dell Geschäftsadresse: Dell GmbH, Unterschweinstiege 10, 60549 Frankfurt/Main.;. Dell, das Dell Logo, Axim, Dimension, Inspiron, Precision, Latitude, PowerEdge und

OptiPlex sind Warenzeichen der Dell. Microsoft, Windows, Windows Vista und das Windows Vista-Logo sind eingetragene Marken oder Marken der Microsoft Corporation in den USA und/oder in anderen Ländern. Microsoft

OEM Software wird von Dell ab Werk vorinstalliert und optimiert. Nicht alle Funktionen von Windows Vista sind auf allen Windows Vista-fähigen PCs verfügbar. Alle Windows Vista-fähigen PCskönnen zumindest Windows Vista

Home Basic ausführen. Für Premiumfunktionen - wie die neue Benutzeroberfläche Windows® Aero -, die in anderen Editionen von Windows Vista verfügbar sind, ist erweiterte oder zusätzliche Hardware erforderlich. Nähere

Informationen finden Sie unter www.windowsvista.de/getready. Celeron, Celeron Inside, Centrino, Centrino Inside, Core Inside, Intel, Intel Logo, Intel Atom, Intel Atom Inside, Intel Core, Intel Inside, Intel Inside Logo, Intel Viiv, Intel

vPro, Itanium, Itanium Inside, Pentium, Pentium Inside, Viiv Inside, vPro Inside, Xeon, und Xeon Inside sind Marken der Intel Corporation in den USA und anderen Ländern. Weitere in diesem Dokument verwendete Marken und

Handelsnamen beziehen sich auf die jeweiligen Eigentümer oder deren Produkte. Microsoft OEM Software wird von Dell ab Werk vorinstalliert und optimiert. Einige in diesem Computer enthaltenen Microsoft® Softwareprodukte

sind möglicherweise durch technische Maßnahmen kopiergeschützt. Solche Produkte können Sie nicht verwenden, wenn Sie nicht zuvor die Aktivierungsmaßnahmen für das Produkt durchführen. Die Aktivierungsmaßnahmen

für das Produkt und die Microsoft Datenschutzpolitik werden während der allerersten Inbetriebnahme des Produkts, bei bestimmten Neuinstallationen des Softwareprodukts bzw. der Softwareprodukte oder bei bestimmten

Neukonfigurationen des Computers ausführlich beschrieben und können über das Internet oder per Telefon vervollständigt werden (dabei können Telefongebühren anfallen). ** Die nutzbare Kapazität kann je nach eingesetzter

Software und vorinstallierten Image (aktuell bis 4 GB) differieren.

20€ RABATT

+ GRATIS LIEFERUNG

AUF AUSGEWÄHLTE

DELL VOSTRO SYSTEME

GÜLTIG BIS ZUM 24/11/2009


Unternehmensführung – Titelthema

Verkehrte Welt: Mit einer schicken, jungen

Dame wirbt das Münchner Herrenmodehaus

Fabri (unten). Malermeister Carlo

Forster aus Schondorf präsentiert seine

Kalkwandtechnik ansprechend edel.

überhaupt kennen“. Deshalb sollte der Händler überlegen,

wie er in strukturierten Intervallen seine Kompetenz an die

Öffentlichkeit bringt.

Schönhart: „Hier geht nichts über themenfokussierte Prospekte

als Tageszeitungsbeilagen.“ Entscheidend ist, wo die defi

nierte Zielgruppe erreicht – Werber sagen: abgeholt – wird.

Für einen Schlüsseldienst ist ein Eintrag in Telefon- und Branchenbücher

sicher sinnvoll. „Aber überlegen Sie doch selbst,

wo Sie einen Maler, neue Winterreifen oder eine Pension für

den nächsten Urlaub suchen: Sie schauen ins Internet – und

nicht in die ,Gelben Seiten’“, macht Werber Kolle deutlich.

Wer nicht bei Google gefunden werde, „den gibt es praktisch

nicht“.

Vor der Werbung kommt PR

Übrigens verkennen viele Unternehmer in diesem Zusammenhang

die Bedeutung von Public Relations. „Wir sind klein,

wir haben gar nicht so viele News – wir wüssten gar nicht, was

gesprächen häufi g. PR werde meist mit der Veröffentlichung

von Firmennachrichten gleichgesetzt, moniert die Inhaberin

der Agentur Kokon in Ettlingen. „Das degradiert dieses wichtige

Marketinginstrument zu einem Kanal für Personal- und

Erfolgsmeldungen.“ Vielmehr bereite PR wirksamer Werbung

erst den Boden.

Letztlich gelte es, „logisch die Kontaktpunkte von Bestandskunden

zu möglichen Neukunden zu verfolgen“, erklärt Berater

Frielinghaus. Ein segmentiertes, also auf mehrere und

kleinere Zielgruppen gerichtetes Vorgehen birgt Extra-Potenzial,

die Effi zienz der Kommunikation zu steigern. Das hat

Auswirkungen auf Konzeption und Produktion der Werbeträger.

So können Flyer oder Mailings modular aufgebaut und

durch Austausch einzelner Bausteine je nach Zusammenhang

angepasst werden. Bei Online-Medien helfen programmierte

Layoutvorlagen (Templates).

Und was ist von Werbung im Kollektiv zu halten, etwa in Gestalt

von Werbegemeinschaften, Sammelanzeigen, Gewerbe-

Shows? Nach der Beobachtung von Andreas Lerner, Gesellschafter

und Kreativdirektor der Agentur Signalwerk in

wir erzählen sollten“, hört Marion Oberparleiter in Kunden- Fotos: privat

MEDIA

Ihre Werbeinvestitionen müssen das bestmögliche Ergebnis für

Ihr Unternehmen erzielen, qualitativ und quantitativ. Bedenken

Sie: Streuverluste sind Fehlinvestitionen, die Sie sich – aktuell

und auch in Zukunft – nicht leisten sollten. Ganz vermeiden lassen

sie sich selten. Eine marketingorientierte Mediastrategie

und optimale Einkaufsbedingungen können aber den Wert Ihrer

Werbe-Euros deutlich steigern oder bei reduziertem Budget

die effi ziente Ansprache Ihrer Zielpersonen sicherstellen.

Kontrollfragen

> Analysieren Sie regelmäßig, welches die geeigneten Medien

sind, um Ihre Zielgruppe zu erreichen?

> Reicht Ihr Budget, um in mehreren Medien genug Werbedruck

zu erzeugen – oder sollten Sie sich auf ein Schlüsselmedium

fokussieren?

> Analysieren Sie das Kosten-Leistungs-Verhältnis der Medien nach

einheitlichen Bewertungsmaßstäben (z.B. geprüfte Aufl agen)?

> Denken Sie auch über sinnvolle Sonderwerbeformen nach?

28 ProFirma 11 2009


Einfach gut werben.

Kleines Budget – große Wirkung

Das Buch erklärt einfach und praxisorientiert,

was Werbung leistet, wie sie

funktioniert oder wo welches Werbemittel

am besten eingesetzt wird. Vom Firmenlogo

über die Schaltung von Anzeigen

bis zum Internet-Auftritt werden alle

wichtigen Werbethemen kurz, prägnant

und mit vielen Beispielen dargestellt.

Kleine und mittlere Unternehmen werden

in doppelter Hinsicht unterstützt: Sie

erhalten eine Anleitung zum „Do it yourself“

und zugleich Orientierungshilfe für

die Zusammenarbeit

mit Kreativdienstleistern.

O. Geheeb/L. Gröschel,

Bildung und Wissen

Verlag, Nürnberg;

März 2009; 19,80 Euro,

110 Seiten,

ISBN: 978-3-8214-7680-3

Bücher zum Thema

Ratgeber für effi ziente

Kommunikation im B2B-Markt

Kommunikationsbudgets schmelzen allerorten

wie das Eis in der Sonne. Gestern

noch gut bestückte Budgettöpfe sind heute

oft nur noch zur Hälfte gefüllt, Tendenz:

Weiter sinkend. Die Kommunikationsabteilungen

müssen sich der verstärkt vertrieblichen

Ausrichtung der Unternehmen

unterordnen – in diesen Zeiten rangiert das

Thema Neugeschäft meilenweit vor der

Markenpfl ege. Der nicht nur für Unternehmen

im B2B-Segment hilfreiche Ratgeber

liefert nützliche Tipps für eine effi zientere

Kommunikation.

Allianz inhabergeführter

Kommunikationsagenturen (AIKA),

Dortmund; Oktober 2009

(Gratis-Download unter

www.aika.de als PDF-Dokument)

Praxis der Existenzgründung –

Marketing mit kleinem Budget

Der Kunde im Mittelpunkt aller Überlegungen

– dieser Grundsatz gilt nicht

nur für etablierte Firmen, sondern

soll-te auch für Existengründer oberstes

Gebot sein. Dieses Buch zeigt, wie

man zum Firmenstart auch mit kleinem

Budget erfolgreich Marketing machen

und sich am Markt behaupten kann. Die

Leser lernen die Grundlagen des Marketings

von der Theorie bis zur Erstellung

eines Konzepts kennen sowie Bausteine

eines effi zienten Marketingmixes. Außerdem

erfahren sie,

wie sie diesen in die

Praxis umsetzen.

Werner Lippert, Verlag

BusinessVillage,

Göttingen; Januar 2006;

21,80 Euro, 96 Seiten,

ISBN-13: 978-3-9383-

5819-1


Unternehmensführung – Titelthema

INTERVIEW

„Die Abgrenzung ist das Problem“

Sebastian Bosch, im Vorstand der Allianz inhabergeführter Kommunikationsagenturen (AIKA)

zuständig für das Thema Online, über klare Firmenprofi le, Werbung im Kollektiv und Erfolgskontrolle.

Herr Bosch, wie kann man sich auch mit

kleinem Budget wirkungsvoll in Szene setzen?

Bosch: Zunächst denke ich, dass es für jedes

Unternehmen – ohne Ausnahme – passende

Werbeformen gibt. Auch regional

und mit geringem Budget. Meine Erfahrung

zeigt aber, dass es daran nicht gebricht.

Viel mehr liegt das Problem darin,

dass bei KMU die Abgrenzung zum Wettbewerb

oft nicht gelingt und der Nutzen für

den Kunden nicht sofort ersichtlich ist. Der

Unternehmer muss sich fragen: Was unterscheidet

mich? Wo bin ich besser? Wen will

ich überhaupt ansprechen? Und welchen

Nutzen hat mein Kunde durch mich?

LIVE-KOMMUNIKATION

Event-Marketing, ein Instrument mit strategischer Dimension,

fokussiert auf Kommunikationsziele wie Markenbekanntheit

und -positionierung, die Entwicklung und Festlegung innerer

Markenbilder speziell bei Kunden sowie Konsumenten allgemein

und die emotionale Aufl adung der Marke. Ob als Vor-Ort-

Event in Ihrem Laden oder extern: Im Gedächtnis mit der Marke

verbundene Inhalte werden erlebbar gemacht und/oder vorhandene

Gedächtniswerte positionierungskonform erweitert.

DAS GESPRÄCH FÜHRTE BIJAN PEYMANI

Häufi g erhalten Kleinunternehmer – per Telefon,

Post oder persönlich – Angebote für Werbemaßnahmen.

Was ist hiervon zu halten?

Bosch: Wie jedes Angebot, das ins Haus

fl attert, sollte auch hier eine sorgfältige

Prüfung stattfi nden, und bei Interesse

sollten – soweit möglich – Gegenangebote

eingeholt werden. Vorsichtig wäre ich mit

Firmenverzeichnissen, gerade bei Online-

Portalen, da es Anbieter gibt, die wohl offi -

ziell ein Verzeichnis im Internet betreiben,

es mangels Qualität und Werbung aber an

Besuchern fehlt.

Was halten Sie von Werbung im Kollektiv –

verheißt sie wirklich eine Hebelwirkung?

Bosch: Ich persönlich bin da skeptisch, vor

allem, wenn es ähnliche Unternehmen

sind. Sinnvoll erscheint es mir, wenn sich

mehrere Firmen zusammentun und für den

Kunden eine besondere Gesamtleistung erbringen.

In Stuttgart gibt es beispielsweise

einige Handwerker, die sich ergänzen und

bei allen Aufträgen eng abstimmen. So

bekommt der Kunde mit nur einem Ansprechpartner

gleich zehn Gewerke. Dadurch

entsteht ein Kundennutzen, mit dem

sich jeder Handwerker von seinen direkten

Wettbewerbern unterscheiden kann.

Am Ende muss Werbung wirken. Wie

eruiert der Kleinunternehmer mit vertretbarem

Aufwand, welche Maßnahmen effektiv

waren?

Bosch: Das kommt, im Kleinen wie im

Großen, auf das Medium und die Aktion

an. Konkret: Wenn der Betrieb eine Anzeige

schaltet, könnte er einen Gutschein-Code

abdrucken, mit dem ein Interessent ein

kleines Überraschungsgeschenk oder einen

Nachlass bekommt. Und schon wird der

Erfolg der Anzeige messbarer. Besonders

gut sind die Möglichkeiten natürlich bei

Mailings und Suchbegriffmarketing, etwa

Googles „AdWords“. Bei gedruckten Mailings

kann ich mit Antwortkarten arbeiten,

bei E-Mail-Newslettern und „AdWords“ bekomme

ich auf Wunsch genaue Klickzahlen,

die mir zeigen, wie erfolgreich meine Aktion

war.

Budgetierung, Werbestrategie, Evaluierung

– anspruchsvolle Aufgaben für Menschen,

die vor allem Experten ihres Fachs sind. Inwieweit

leistet Ihr Verband Unterstützung?

Bosch: Meiner Einschätzung nach sollte

sich jeder Unternehmer mit seiner Kommunikation

und Positionierung beschäftigen.

Die eingangs genannten Fragen gehören

daher regelmäßig gestellt. Dennoch ist

Unterstützung durch Profi s sinnvoll. Wir als

AIKA möchten zum Beispiel mit unserem

Qualitätssiegel eine Orientierungshilfe bei

der Auswahl von Dienstleistern bieten.

Zudem haben wir gerade einen Ratgeber

für B2B-Kommunikation veröffentlicht. Mit

solchen Maßnahmen können wir sehr praxisnah

helfen.

Kontrollfragen

> Ist Ihr Veranstaltungsziel klar defi niert? Wird die anvisierte Zielgruppe

durch den Event aktiviert?

> Passen die Erlebnisse zu Unternehmen/Produkt und

etabliertem Angebotsimage? Grenzen Sie sich von der

Konkurrenz ab?

> Wird der Spannungsbogen schon mit der Einladung aufgebaut und

der Event mit einer „Follow-up“-Maßnahme beendet?

> Können Sie den „Return on Investment“ Ihrer Veranstaltung messen?

30 ProFirma 11 2009

Fotos: privat


München, schärft dies selten das Profi l des eigenen Unternehmens.

Allein wenn das eigene Angebot im Umfeld relevant

sei, man selbst zu Aktion, Veranstaltung oder Partner passe,

könnten positive Effekte erzielt werden. Aber, relativiert Kollege

Stefan Kolle, das funktioniere nur in wenigen Fällen, etwa

bei Einkaufspassagen.

Kolle: „Meine Erfahrung sagt, dass solche Kollektivkampagnen

meist sehr generisch und mit unglaublich viel Abstimmungsaufwand

verbunden sind. Um 20 Partner glücklich zu

machen, braucht man einen Konsens – und der ist in der Werbung

oft sehr fl ach.“ Zudem wirken sie mitunter kontraproduktiv:

„Werbegemeinschaften sind vermeintlich günstiger.

Man ist dafür jedoch einem stärkeren Mitbewerberdruck

ausgesetzt“, sagt Careforce-Berater Frielinghaus. Eine „sehr

effektive Form des gemeinsamen Auftritts“ sei dagegen Kooperationswerbung.

Strategische Kooperationen

Da machen eine Apotheke und eine Kosmetikerin gemeinsame

Sache. Das Sportgeschäft tritt zusammen mit Outdoor-Ausrüster

und prominentem Bergsteiger auf, der Tipps

gibt, wie man Taschen und Rucksäcke richtig packt. Ein

„Je besser die Idee ist, desto kleiner

kann das Budget sein. Oder anders:

Kleines Budget braucht große Ideen.“

STEFAN KOLLE, WERBEAGENTUR KOLLE REBBE, HAMBURG


Unternehmensführung – Titelthema

Textilhaus inszeniert gemeinsam mit einem italienischen

Restaurant ein Abend-Event mit exklusiven Speisen und einer

exklusiven Modenschau für die VIP-Kunden. Oder auch

Motorradhandel und Lackierer, Autohaus und Hundeschule,

Steuerberater und Computer-Dienstleister – die Kombinationen

sind vielfältig.

Bei allen guten Ideen tun sich viele Unternehmer im Nachgang

zu einer Aktion schwer mit der Erfolgskontrolle – Stichwort:

Return On Investment (ROI). Im Grunde, bemerkt Katag-

Vorstand Schönhart, hänge alles von den Zielen, Umsetzung

und Medien ab. War ein Mailing auf Response hin konzipiert,

lässt sich der Erfolg über den Rücklauf ermitteln. Ging es um

die Steigerung der Imagewerte, muss nach Kampagnenabschluss

deren Veränderung überprüft werden. Impulse aus

Verkaufsprospekt oder Preisaktionen lassen sich am Abverkauf

ablesen.

Die Schreinerei „Die Brücke“ in Aschaffenburg,

eine Werkstatt zur Wiedereingliederung in den

Arbeitsmarkt, macht ihr Leistungsspektrum per

Katalog mit kreativen Wohnideen publik.

SALES-MARKETING

Auch und erst recht in Phasen wirtschaftlicher Abschwünge haben

vertriebsunterstützende Maßnahmen höchste Priorität bei

der Verteilung von Budgets. Die Kommunikation macht hierbei

keine Ausnahme, sie ist vielmehr als einer der ersten Posten

betroffen. Bei Ihren Offl ine- und Online-Projekten rund um den

Verkaufsort (Point of Sale/PoS) – von Sonderplatzierung über

Promotion und Merchandising bis zu Trainings und Schulungen

– gibt es Optimierungs- und Einsparpotenziale.

Quelle: Allianz Inhabergeführter Kommunikationsagenturen (AIKA), Dortmund

Einem großen Irrtum unterliegen Firmenchefs laut Schönhart,

wenn sie in Sympathiewerte investierten, dann allerdings den

Abverkauf bewerteten, „oder sie erschöpfen sich in Verkaufsaktionen,

messen anschließend aber Kompetenzwerte“. Hilfreich

in diesem Zusammenhang sei die Unterscheidung von

Effi zienz und Effektivität, ergänzt Signalwerk-Chef Lerner: „Es

ist natürlich sehr effi zient, wenn Sie 100 Funkspots im jungen

Radiosender für den Preis von 20 angeboten bekommen. Effektiv

ist es hingegen nicht, wenn Sie auf diese Weise Lastkraftwagen

verkaufen wollen.“

Beim Münchner Herrenbekleider Fabri hat alles gepasst. Um

die Eröffnung des ersten Stores zu unterstützen, setzte Fabri

auf Funkspots, Großfl ächenplakate, Anzeigen und Mailings.

Bei der Printumsetzung präsentierten hübsche Damen Männermode,

die Spots nutzen Wortspiele wie „Herröffnung“,

„Für Herrfolgreiche“ oder „Herrlesene Stoffe“. Mit frecher Positionierung

als „Das Herrenhaus“ und „verkehrtem“ Key-Visual

hat der Ausstatter schnelle Bekanntheit in der Zielgruppe

aufgebaut und dem Outlet-Store ein qualitativ hochwertiges

Image gegeben. Das Werbebudget lag bei knapp 60.000 Euro.

Heute hat sich Fabri als Herrenbekleidungshaus im unteren

Preissegment in München etabliert. Es wurden zwei weitere

Outlets in Rosenheim und Salzburg eröffnet.

Und Malermeister Forster? Der schaffte es mit einer an Architekten

als Multiplikatoren wie Endkunden in kaufkraftstarken

Gegenden gerichteten Kampagne aus PR, Dialog- und Printwerbung,

Seminaren und sogar einem eigenen Buch zum

Thema Kalkputz in ganz Deutschland, Österreich und Italien

präsent zu werden. Der Preis: kaum 40.000 Euro.

GRATISTOOL des Monats

ProFirma PROFESSIONAL

Eine kostenlose Arbeitshilfe zum Thema aus unserem Angebot

ProFirma Professional fi nden Sie auf www.profi rma.de

Werbemaßnahmenplanung Unsere Musterlösung hilft Ihnen, Ihre

Ausgaben für Werbung kostengünstig und effi zient zu planen.

Kontrollfragen

> Arbeiten Vertrieb und Marketing in Ihrem Unternehmen

effi zient zusammen?

> Können Sie Sales-Aktivitäten messen und abbilden, um gezielt

schnell auf veränderte Gegebenheiten am PoS zu reagieren?

> Haben Sie aktuelle Erfolgskennzahlen (Abverkauf, Frequenz,

Konkurrenzvergleich etc.) zu Ihrer laufenden PoS-Aktion?

> Nutzen Sie Keyword-Advertising, Affi liate- oder Social-

Marketing?

32 ProFirma 11 2009


Unsere Zeit neigt zu Extremen. Wer sich nicht überdurchschnittlich

stark einsetzt, wer nicht herausragende Ergebnisse

erzielt, wer nicht wenigstens alles gibt und am besten noch

mehr, der ist ein Loser, ein Warmduscher, ein Schwächling.

Früher hätte man ihn als Faulpelz tituliert, aber der Begriff ist

etwas aus der Mode gekommen. Der Glaube an Höchstleistung

und Höchstgeschwindigkeit überfordert viele unserer

Zeitgenossen, wenngleich diese gesellschaftlich akzeptierte

Überforderung ein schleichender Prozess ist. Dramatische

Zusammenbrüche sind eher selten, aber langsamer Verfall

kommt häufi g vor. Und die Betroffenen merken es oft als

Letzte. Dann kann es aber auch schon zu spät sein.

Die olympische Idee, wonach bereits die Teilnahme am Wettbewerb

eine Auszeichnung bedeutet, scheint derzeit in Wirtschaft

und Gesellschaft keine große Bedeutung zu haben.

Die Alten in der Antike wussten, dass die eigentliche Kunst

nicht der schnelle Superlativ ist, sondern die lang anhaltende

Dauerleistung. Man nannte das temperentia, die Kunst des

Maßhaltens. So wie der erfahrene Bergwanderer seine Kräfte

einteilt und mit ruhigem, gleichmäßigem Schritt bergan geht,

so sollte auch die Arbeit vorangetrieben werden. Der Bergwanderer

lässt sich von den unerfahrenen Flachländlern auf

dem ersten Stück des Weges gerne überholen. Er kennt sein

Tempo, er weiß seine Kraft einzuschätzen, er lässt sich nicht

unter Druck setzen. Und vor dem Gipfel wird er die ehemals

schnellen Überholer einholen, wenn sie schließlich kurzatmig

und keuchend verschnaufen müssen. Missachtet der Wanderer

diese Regel, gerät er selbst außer Atem und verliert an

Tempo.

Auch die Mönche des Mittelalters, die beileibe keine Faulenzer

waren, sondern unter harten Lebensumständen grandiose

ProFirma 11 2009

Querdenker

Vom Wert

des rechten Maßes

Von Professor Martin Beck

Martin Beck Der Unternehmensberater

ist Großhandelskaufmann, Diplom-

Betriebswirt (FH) und Honorarprofessor

an der Hochschule Nürtingen.

www.prof-beck.net

kulturelle, pädagogische, religiöse, bauliche und wissenschaftliche

Leistungen erbrachten, kannten den Wert des rechten

Maßes. Sie richteten ihr Leben nach einem festen Rhythmus

aus, der den Tag strukturierte und dem alle übrigen Tätigkeiten

nachgeordnet wurden. Dieser Rhythmus half ihnen,

die Kräfte einzuteilen und die Arbeitslast zu bewältigen. Ein

bemerkenswertes Modell.

Ein solcher Rhythmus fehlt vielen Führungskräften unserer

Zeit. Sie sind Jäger und Gejagte zugleich. Ruhe kommt in

ihrem Leben kaum vor. Die totale Erreichbarkeit durch elektronische

Medien, die schnellen Abläufe durch weltweite

Kommunikation, die Erwartung aller Beteiligten an schnellstmögliche

Reaktionen – sie sind auf die Dauer Gift für Leib und

Seele. Wo Geschwindigkeit vor Qualität rangiert, dort dominiert

die Atemlosigkeit. Wer immer und überall erreichbar ist,

der ist Sklave und nicht mehr Herr. Nur merkt er es nicht immer.

Es ist alles in allem ein bedauerlicher Zustand, den man

niemandem wünschen möchte.

Jetzt könnte man viele kluge Ratschläge geben. Ein Berg von

mehr oder weniger klugen Büchern zum Thema wartet auf

Käufer und – noch wichtiger – auf Leser. Managementberater

und Mönche, Psychologen und Professoren, Praktiker und

Theoretiker haben sich dazu Gedanken gemacht. Bei dieser

Art Literatur gibt es Fundgruben und Flachgewässer. Da ist

schwer zu raten. Deshalb nur so viel: Finden Sie zurück zu

Ihrem persönlichen Tempo! Probieren Sie aus, wann Ihnen

– bildlich gesprochen – der Atem ausgeht, und nehmen Sie

Ihre berufl iche Taktzahl so weit zurück, bis Sie wieder frei

atmen können. Dann macht die Arbeit wieder Spaß, dann

laufen Sie rund, dann strahlen Sie auch positiv auf Ihre Umgebung

aus.

Kolumne

33


Unternehmensführung – Forschung & Entwicklung

Innovation

Die Zeit der Tüftler

Mittelständler nutzen zunehmend das ruhigere Tagesgeschäft, um lang gehegte

Ideen endlich in Innovationen umzusetzen. Wenn der Aufschwung kommt, sind sie

der Konkurrenz einen entscheidenden Schritt voraus. VON MONIKA HOFMANN

Es scheint, als habe die Krise die deutsche

Wirtschaft fest im Griff. Doch

nicht die ganze Wirtschaft. Auf einigen

Märkten stemmen sich kleine und mittlere

Firmen mit Erfolg gegen den konjunkturellen

Abwärtstrend. Sie haben

zwar kein Patentrezept zu bieten, aber

eine Strategie, die hilft, ihr Unternehmen

krisenfest zu machen. Etwa durch

die Entwicklung von Innovationen,

konzentriert auf enge Segmente, wodurch

die Chancen steigen, Marktführer

zu werden.

Marc Ostmann ist einer der engagierten

Mittelständler, die ungeachtet der Krise

einen konsequenten Innovationskurs

fahren. Zusammen mit Rolf Klevorn

führt er die Ostmann Fahrzeugbau

GmbH in Bissendorf, die sechs Mitarbeiter

beschäftigt. Die Auftragsbücher sind

voll. Das Geschäft läuft gut. Ostmann

muss sogar Kapazitäten erweitern. Alles

begann vor fünf Jahren als Einmannbetrieb

mit kaum mehr als einer pfi ffi gen

Idee. Er tüftelte an einem luftgefederten

Anhänger, der sich bis zum Boden absenken

lassen und so ein einfaches

„Gerade jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um Ideen zu

verwirklichen und an neuen Produkten zu arbeiten.“

AXEL BRASSLER, INNOVATIONSZENTRUM DER DEUTSCHEN WIRTSCHAFT, ESCHBORN

Verladen ermöglichen sollte. Ostmann

wollte den Transport von Motorrädern

und edlen Autos erleichtern.

„Auf dem Markt gab es nichts Vergleichbares“,

erzählt der Erfi nder. Die Innovation,

die Ostmann selbst fi nanzierte

und inzwischen patentieren ließ, überzeugte

nicht nur Kunden hierzulande,

sondern auch in Helsinki, Madrid oder

Mailand. Auch der italienische Sportwagenhersteller

Lamborghini zählt seit

vorigem Jahr zu Ostmanns Kunden.

Zunehmend erkennen auch Handwer-

ker den Wert des innovativen Anhängers.

„Sie können auf den eigenen Lkw

oder Gabelstapler verzichten, was die

Fuhrparkkosten niedrig hält“, erklärt

Firmenchef Ostmann die steigende

Nachfrage. Inzwischen fertigt er mit

seinem Team individuelle Anhänger

in zahlreichen Varianten nach einem

Baukastensystem. Kunden können sich

Anhänger nach spezifi schen Wünschen

zusammenstellen.

Ostmann bleibt seinem Innovationskurs

treu: „Derzeit arbeiten wir an neuen

Verfahren, um die Fertigung noch zu

beschleunigen.“ Gebastelt wird häufi g

abends oder am Wochenende. Das Engagement

lohnt sich: „Wir haben eine

kleine Nische erobert, die uns viel Potenzial

bietet und uns in der Krise trägt.“

Experten raten: Jetzt in

Innovationen investieren

Noch scheuen viele Firmenchefs Kosten

und Risiko solcher Investitionen in der

Krise. Axel Braßler, Projektleiter beim

RKW Rationalisierungs- und Innovationszentrum

der Deutschen Wirtschaft

in Eschborn, ist überzeugt: „Gerade jetzt

ist der richtige Zeitpunkt, um Ideen zu

verwirklichen. Wenn Aufträge wegbrechen,

nutzen Mittelständler die vakanten

Kapazitäten am sinnvollsten, indem sie

an neuen Produkten und Prozessen arbeiten.“

Nischensicherung muss bereits

privat

passiert sein, wenn die Konjunktur sich Foto:

34 ProFirma 11 2009


wieder erholt, will man im Wettbewerb

mit Neuheiten punkten.

Das Konjunkturtief stärker für Forschung

und Entwicklung zu nutzen,

dafür plädiert auch Christian Rammer,

Projektleiter am Zentrum für Europäische

Wirtschaftsforschung (ZEW) in

Mannheim. Er streicht zwei Vorteile heraus:

Zum einen bauen Betriebe damit

den technologischen Vorsprung auf

oder aus, zum anderen rüsten sie sich

für den drohenden Fachkräftemangel.

„Wer es sich leisten kann, Mitarbeiter zu

halten, sollte das tun und mit ihnen Innovationen

entwickeln“, rät Rammer.

Dabei sind die Unternehmen nicht auf

sich allein gestellt. Für Innovationen

können Firmenchefs zahlreiche Förderquellen

und Kompetenznetzwerke

nutzen. Das wichtigste Innovationsprogramm,

das sich gezielt an kleine

und mittlere Firmen richtet, ist das

noch junge „Zentrale Innovationspro-

gramm Mittelstand“ (ZIM). Es fördert

Einzelprojekte und Kooperationen von

Firmen mit anderen Unternehmen, Instituten

oder Hochschulen. Im März

stockte die Bundesregierung mit dem

Konjunkturpaket II das ZIM um 900

Millionen Euro auf insgesamt 1,5 Milliarden

Euro für die Jahre 2009 und 2010

auf (siehe Kasten Seite 36). Die Zahlen

des Bundeswirtschaftsministeriums

in Berlin zeigen, dass das ZIM gut ankommt.

Monatlich beantragen rund 600

Firmen Fördergelder für Innovationen.

Vor der Krise gingen etwa 220 Anträge

pro Monat ein. Das ZIM lässt inhaltlich

viel Freiraum bei der Entwicklung neuer

Produkte und Prozesse und unterstützt

die Entwicklung zum marktreifen Serienprodukt.

Mittelständler sind gut beraten, wenn

sie Innovationen nicht im Alleingang

planen und umsetzen. „Gerade bei

Verfahrensneuerungen sprühen die

TESTEN SIE

IHRE INNOVATIONSKRAFT

RKW-Innovations-Check: In 20 Minuten

erfahren Sie, wo die Stärken

und Schwächen Ihres Innovationsmanagements

liegen. Mit dem RKW-

InnoCheck können Inhaber von KMU

ihre Innovationskultur prüfen und bewerten

lassen und erhalten ein aussagekräftiges

Profi l für weitere Planung:

www.rkw.de

BiS-Innovations-Check: Dieser Check

dauert zehn Minuten und liefert Anhaltspunkte

über Bereiche in Ihrem

Betrieb, die sich im Hinblick auf Innovationsfähigkeit

verbessern lassen

– etwa Vermarktungsaktivitäten, Qualifi

kation der Mitarbeiter, strategische

Planung: www.bis-handwerk.de

Der zuverlässigste

Weg beim Versand

internationaler

Geschäftskorrespondenz.

Für den weltweiten Versand von Tageskorrespondenz,

Rechnungen, Offerten und

Kontoauszügen gibt’s bei Swiss Post ein

sicheres und zuverlässiges Angebot:

Business Mail International. Damit erreichen

Ihre Sendungen die richtigen Empfänger

zu attraktiven Konditionen. Wünschen Sie

eine persönliche Beratung? Gratisnummer

0800 18 17 000 oder www.swisspost.de


Unternehmensführung – Forschung & Entwicklung

Beschäftigten oft nur so vor Geistesblitzen“,

meint Braßler und rät, die Kreativität

der Mitarbeiter zu nutzen. Es sei

auch hilfreich, Externe in das Innovationsmanagement

einzubinden, um Neuentwicklungen

schneller und effi zienter

zu realisieren. Außerdem hätten Studien

gezeigt, dass Firmenchefs, die mit

eigenen Mitarbeitern oder Instituten

kooperieren, erfolgreicher innovieren.

Und nicht zuletzt lohne es sich, Kunden

einzubinden: „Die wissen oft am besten,

welchen Bedarf sie haben und welche

Neuerungen sich auch durchsetzen

können – Innovationen sollten immer

auch vom Markt her geplant werden.“

Riskante Strategien können

sich auszahlen

Kundenorientierte Innovationen zählen

nach wie vor zu den spezifi schen

Stärken kleiner und mittlerer Firmen.

Die Nachteile liegen auf der Hand: „Einerseits

lassen sich mit Kundennähe

Erfolg versprechende Segmente eröffnen“,

sagt Ökonom Rammer, „andererseits

besteht eine starke Abhängigkeit,

und aufgrund sinkender Nachfrage in

der Krise blieben die Impulse für Innovationen

von Kundenseite dann häufi g

aus.“ Deshalb sollten Firmenchefs jetzt

auch über einen anderen Innovationskurs

nachdenken, etwa grundlegende

Forschung betreiben oder eigene Ideen

verwirklichen, die auf neue Produkte

und Prozesse zielen. Diese Strategie

birgt höhere Risiken, aber auch größere

Chancen. Mit den sogenannten „echten

Neuheiten“ kann man scheitern – oder

eben den ganz großen Coup landen.

„Doch diese Krise ist anders als vergangene

Rezessionen“, gibt Rammer zu

bedenken. Gehaltvolle Prognosen, wann

die Zurückhaltung wieder in Kaufl ust

umschlägt, lassen sich nur schwer treffen.

Mittelständler sollten genau beobachten,

was gerade auf ihren Märkten

passiert, bevor sie Innovationen

platzieren. Der beste Zeitpunkt sei eine

Phase des Aufschwungs im angepeilten

Segment. „Jetzt mit Marktgespür den

richtigen Zeitpunkt abzuwarten, darin

liegt die große Herausforderung für

innovative Firmen“, glaubt Rammer.

NUTZEN SIE FÖRDERMITTEL

UND NETZWERKE

DAS ZENTRALE INNOVATIONS-

PROGRAMM (ZIM):

Das ZIM ist das wichtigste Förderprogramm

für innovative Mittelständler.

Es ist technologieoffen,

übernimmt bis zu 45 Prozent der

Projektkosten und setzt folgende

Schwerpunkte: Es fördert Kooperationsprojekte

von Mittelständlern und

Forschungsinstituten, Universitäten

oder Fachhochschulen, Netzwerke

von Firmen und betriebliche Einzelprojekte.

Mehr dazu im Internet unter:

www.zim-bmwi.de

FÖRDERDATENBANKEN

UND -PORTALE

Unter www.foerderdatenbank.de fi nden

Firmenchefs die überarbeitete

Version der Förderdatenbank des

Bundes. Sie bietet Details zu mehr

als 1.000 Förderprogrammen von

Ländern, Bund und EU. Zudem gibt es

Profi le der Förderinstitutionen. Informationen

zu EU-Programmen fi nden

Sie unter www.nks-kmu.de und www.

eubuero.de, zu den Kfw-Programmen

unter www.kfw-mittelstandsbank.de

DIE ZDH-

BERATUNGSPLATTFORM

Das Beratungs- und Informationssystem

im Handwerk (BiS) bietet innovativen

Handwerkern wertvolle Fachinformationen

und Checklisten. Hier

fi nden Unternehmer außerdem hilfreiche

Links zu Kompetenzzentren und

Technologietransferberatern: www.

bis-handwerk.de

DAS DIHK-

INNOVATIONSPORTAL

Informationen, Studien und Materialien

offeriert das Innovationsportal des

Deutschen Industrie- und Handelskammertags

(DIHK) unter www.dihk.de.

Zudem kann man hier eine Liste der

Innovationsberater herunterladen und

Kooperationspartner suchen.

Die Herausforderungen sind leichter

zu meistern, wenn Mittelständler sich

zusätzliches technologisches und wirtschaftliches

Know-how erschließen. So

bieten die meisten Kammerorganisationen

Netzwerke und Anlaufstellen für

Innovateure.

Hilfe von außen:

Fördermöglichkeiten prüfen

Allein im Handwerk gibt es 28 Kompetenzzentren.

„Sie bieten als Schnittstelle

des Handwerks zu Wissenschaft und

Forschung wichtige Impulse für Innovationen“,

skizziert Jens-Uwe Hopf die

Aufgaben der Zentren. Der Experte für

Technologietransfer und Innovation

beim Zentralverband des Deutschen

Handwerks (ZDH) in Berlin: „Wer etwa

einen Partner für eine Kooperation

sucht, sich an Projekten beteiligen oder

solche starten will, kann sich hier kostenfrei

beraten lassen.“

Unterstützung von außen nahm beispielsweise

Olaf Thiede für seine erste

große Erfi ndung in Anspruch. „Ohne

Förderung wären wir nicht so weit

gekommen, wie wir heute sind“, sagt

der Inhaber der Tischlerei Thiede in

Bötzow. Der Tischlermeister, der 16

Mitarbeiter beschäftigt, liefert seine innovativen

Parkettböden inzwischen an

Industriefi rmen in ganz Europa. Thiede

hat einen Holzfußboden für Schienenfahrzeuge

entwickelt, dessen Segmente

über eine neuartige Fugengestaltung zu

ebenen, belastbaren und einfach einzusetzenden

Platten zusammengefügt

werden. „Mit unserer Präzisionsfuge

können wir einen ‚Endlosfußboden‘

ohne sichtbaren Stoß fertigen“, erklärt

der Holztüftler. Die Idee dazu hatte er

schon lange im Kopf. Sein Berater wies

ihn schließlich auf die Möglichkeit hin,

Fördermittel über ProInno zu beantragen,

ein Programm, das mittlerweile ins

ZIM integriert ist. „Wertvolle Hilfe vor

allem bei den Anträgen erhielten wir

von der Zukunftsagentur Brandenburg

GmbH in Potsdam“, erzählt Thiede, der

bereits weitere Innovationen plant und

über eine Kooperation mit einer Hochschule

nachdenkt. Die Idee: Beheizbare

Holzböden für Schienenfahrzeuge.

36 ProFirma 11 2009


General Management

Programm 07/2006 –10/2007

Ganzheitliche Kompetenzentwicklung für Menschen in Führungspositionen

Vertrauen ist ein wertvolles Gut in diesen Zeiten.

Management- und Leadership-Kompetenzen sind

für Führungskräfte deshalb unverzichtbar geworden.

Unternehmen wissen, dass sich eine Investition in

die fachliche aber zunehmend auch in die soziale und

ethische Kompetenz Ihrer Führungskräfte auszahlt.

Welch größeres Kapital kann ein Unternehmen haben

als das Vertrauen in seine Produkte, seine Dienst leis -

tung, seine Manager und Führungskräfte?

Im General Management Programm der Haufe Akademie

finden Sie die richtigen Programme und Seminare mit

fundierten Inhalten, die Sie für die erfolgreiche Gestaltung

Ihrer Management- und Führungsaufgaben benötigen:

· Junior Management Programm (JuMP)

· Leadership Programm

· Seminare für Manager und Führungskräfte

Wachsen Sie über die eigenen Funktionsgrenzen hinaus,

denken Sie gesamtunternehmerisch und begegnen Sie

Ihren komplexen Aufgaben im Management mit Wissen

und Kompetenz effektiv und wirkungsvoll.

Das General Management Programm –

fordern Sie noch heute Ihr Exemplar an!

Per Telefon: 0761 4708-944

Per E-Mail: Heidi.Klier@haufe-akademie.de

www.haufe-akademie.de/gmp


Unternehmensführung – Marketing

Dialogmarketing

Alle Klarheiten beseitigt

Die weitreichenden Änderungen im Datenschutzgesetz verunsichern Werbung

treibende Kleinunternehmen: Viele Formulierungen erscheinen unklar. Verstöße

können künftig sogar Straftatbestände darstellen. VON BIJAN PEYMANI

Defi nitiv verboten sind die telefonische

Kaltakquise und die

Unterdrückung der Nummer

bei Anrufen zu Werbezwecken.

Unter dem Eindruck einer Reihe von

Missbrauchsfällen bei Mitarbeiter- und

Kundendaten hat der Gesetzgeber in

zwei Stufen das Bundesdatenschutzgesetz

(BDSG) reformiert. Es regelt die

Grundlagen für die Verarbeitung und

Weitergabe personenbezogener Daten.

Kern der Novelle ist die Einführung

eines Einwilligungsvorbehalts: Jeder

Verbraucher muss nun der Verwendung

seiner Daten explizit zustimmen.

Bei diesem „Opt-in“-Verfahren kann

die Einwilligung wahlweise schriftlich,

elektronisch oder mündlich erteilt sein.

Am Ende muss eine vom Betroffenen

unterzeichnete Erklärung vorliegen;

Faxausdruck, E-Mail oder PDF-Dokument

seien nicht ausreichend, betont

Dominik Küster, Business Director im

Kölner Büro der Dialogagentur Wunderman.

Wird diese Einwilligung abweichend

vom Schriftformerfordernis

online eingeholt, sind Dokumentations-

und Informationspfl ichten zu beachten.

Küster: „Erfolgt die Einwilligung weder

schriftlich noch online, ist sie unverzüglich

schriftlich zu bestätigen.“ Es existieren

indes einige Ausnahmen.

So könnten Unternehmen Daten von

Bestandskunden und selbst aktiven

Interessenten sowie Daten aus öffentlichen

Verzeichnissen weiternutzen,

erklärt Stefan Hohl, Leiter Personal und

Recht bei der GKK Dialog Group in

Frankfurt. „Es dürfen im Einzelfall aber

keine schutzwürdigen Interessen von

Betroffenen entgegenstehen.“ In der Betrachtung

ist prinzipiell zu differenzieren

zwischen den Datenschutznovellen

I und II sowie den Neuerungen, die das

Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb

(UWG) betreffen.

Letzteres weist Hohl zufolge „hinsichtlich

der Erlaubnis zu Post-, Telefon-,

E-Mail- und Faxwerbung keine wesentlichen

Änderungen auf.“ Schon bisher

sei diese zwingend gewesen, „im Falle

eines Verstoßes droht nun nebst den

bekannten Sanktionen eine Geldbuße

bis zu 50.000 Euro“. Mit Blick auf die

Werbung treibende Wirtschaft relevant

erscheinen die in wesentlichen Teilen

am 1. September 2009 in Kraft getretene

Datenschutznovelle II (Datenhandel)

sowie die vom 1. April 2010 an wirksame

Datenschutznovelle I (Scoring).

Umso ärgerlicher für Unternehmen:

Viele Formulierungen sind unklar, für

die sachgerechte Anwendung der neuen

Vorschriften in der Praxis bedarf es juristischer

Hilfe. Obendrein ist das Gesetz

in seiner Gesamtheit erst seit Ende September

verfügbar. Das erklärte Ziel ist

eine Stärkung der Verbraucherrechte.

Auf der sicheren Seite bewege sich, wer

nur Verbraucher adressiere, die eine

konkrete Zustimmung erteilt hätten,

Werbung mittels des jeweils genutzten

Kanals erhalten zu wollen, resümiert

Wunderman-Manager Küster.

Die unternehmensseitige „Motivation“

der Verbraucher – Einwilligung gegen

38 ProFirma 11 2009


Foto: privat

Gewährung von Vorteilen – sei durch

die Gesetzesbegründung explizit vorgesehen,

bemerkt Terry Johnson, Datenschutzbeauftragter

beim Callcenter-

Dienstleister Defacto in Erlangen: „Hier

ist mit Sorgfalt zu verfahren, da wiederum

ein Kopplungsverbot eingeführt

wurde, das untersagt, den Zugang zu

Leistungen nur unter der Voraussetzung

einer Einwilligung zu ermöglichen.“

Dies gilt aber nur für Unternehmen mit

„marktbeherrschender Stellung“.

Vordergründig erscheint klar, wie bei

einer Ansprache von Verbrauchern zu

ProFirma 11 2009

Werbezwecken zukünftig vorgegangen

werden muss. „Allerdings werden unterschiedliche

Anwendungsfälle sowie

die Ungewissheit über die spätere Auslegung

durch die Gerichte voraussichtlich

über längere Zeit für eine Grauzone

sorgen“, unkt Küster. Defacto-Datenschützer

Johnson verweist hier auf Zufriedenheitsumfragen

und Serviceanrufe

bei eigenen Kunden. Diese stellten

unter Umständen bereits einen UWG-

Verstoß dar (OLG Köln, Az. 6 U 41/08).

Auch gelten andere Bedingungen für

den Kundendatenbestand, der vor dem

1. September 2009 erhoben wurde, als

für jenen, der seit diesem Datum vorliegt.

Zudem existieren Sonderregelungen

für Versand- und Adresshändler

sowie unterschiedliche Werbegesetzgebungen

bei Privat- und Gewerbekunden.

Küster: „Defi nitiv verboten sind die

telefonische Kaltakquise und die Unterdrückung

der Nummer bei Anrufen zu

Werbezwecken. Unzulässig ist auch die

Zusendung von E-Mails, SMS- und Faxwerbung

ohne Einwilligung.“

Erfolgen Anrufe oder Zusendung von

E-Mails, SMS- oder Faxmitteilungen

INTERVIEW

„Wir hätten uns eine ,schlankere’ Lösung gewünscht“

Manfred Stockmann, Präsident des Call-Center-Forums Deutschland und Managementberater,

hält die Änderungen des Bundesdatenschutzgesetzes in Teilen für misslungen.

DAS GESPRÄCH FÜHRTE BIJAN PEYMANI

Herr Stockmann, die neuen Datenschutzregeln

sind in Kraft. Welches erste Fazit

ziehen Sie?

Stockmann: Für eine Bilanz ist es noch

zu früh, denn Verunsicherung und Verwirrung

sind noch vorherrschend. Es

handelt sich hier ja um zwei Änderungsgesetze,

die auch noch innerhalb jedes

Gesetzes mit zwei unterschiedlichen

Stichtagen in Kraft treten. Dazu gibt es

in den bereits in Kraft getretenen Teilen

Verweise auf Paragrafen oder Absätze,

die erst im April 2010 eingefügt werden,

derzeit also noch ins Leere laufen.

Klingt ganz wie „mit der heißen Nadel

gestrickt“…

Stockmann: Der Gesetzestext im Ganzen

ist erst seit Kurzem verfügbar. Man merkt

dem Gesetz an, dass es unbedingt noch

vor der Bundestagswahl verabschiedet

werden musste. Die Rechtsabteilungen

der Unternehmen haben noch „Übersetzungsaufgaben“

nach innen zu leisten.

Die Diskussion hat zumindest die Sensibilität

im Umgang mit Daten erhöht.

Wenden die Übergangsfristen für die Unternehmen

bisher das Schlimmste ab?

Stockmann: Ich möchte nicht ausschließen,

dass für den ein oder anderen die

Übergangsfrist noch hilfreich ist. Viele Unternehmen

haben aber schon im Laufe der

Debatten versucht, sich auf die mögliche

kommende Situation einzustellen.

Ist das verordnete Verfahren für die mündliche

Datenerhebung nicht etwas zu umständlich?

Stockmann: Zentrales Element der Novelle

ist die verschärfte Einwilligung. Der Gesetzgeber

wollte hier Wert auf Klarheit legen.

Natürlich hätten wir uns eine „schlankere“

Lösung gewünscht, die sowohl den Verbrauchern

als auch den Unternehmen geholfen

hätte.

Immerhin konnten Versand- und Adresshändler

den Fall des „Listenprivilegs“ verhindern.

Stockmann: Hier galt es, Interessen abzuwägen.

Ein Streichen des Listenprivilegs

hätte auch eine Vernichtung von Werten

bedeutet, die die Adressen darstellen. Zudem

ist die verantwortungsvolle Nutzung

des Listenprivilegs nicht das Problem, sondern

sein Missbrauch, und dagegen gab

es bereits Handlungsmöglichkeiten. Die

jetzigen Ergänzungen sind sicherlich ein

wichtiger Beitrag zur Transparenz und

kommen dem Verbraucher zugute.

Politik und Gesellschaft fordern mündige

Bürger. Muss da die Novelle nicht als

wesensfremd, mindestens aber kontraproduktiv

gelten?

Stockmann: Der Gesetzgeber hat stets

die Gratwanderung zu leisten zwischen

mündigem Bürger und den Interessen

der Wirtschaft einerseits sowie dem

Verbraucherschutz und der Eindämmung

von Missbräuchen andererseits. Die Frage

ist eher, ob das im Falle der Änderung

des Bundesdatenschutzgesetzes wirklich

erfolgreich gelungen ist.

39


Unternehmensführung – Marketing

im B2B-Dialog, kann unter Umständen

jedoch auf eine mutmaßliche Einwilligung

des Empfängers abgestellt werden.

Etwa über das Listenprivileg, das Firmen

den Verkauf personenbezogener Daten

zu Werbezwecken und zur Markt- und

Meinungsforschung ermöglicht. Die

BDSG-Novelle macht zur Norm, dass

Ansprachen zu Werbezwecken allein

unter berufl ichen Adressen erfolgen

und Privatdaten der Ansprechpartner

nicht verarbeitet werden dürfen. „Bei

kleineren Unternehmungen ist diese

Differenzierung schwierig oder überhaupt

nicht möglich“, gibt Wunderman-

Experte Küster zu bedenken. Immerhin

gilt mit dem beschränkten Listenprivileg

für Listenhändler und -käufer eine

zweijährige Dokumentationspfl icht der

Datenübermittlung. Betroffene müssen

ferner über gespeicherte Daten und deren

Quelle informiert werden.

Fokus auf Kundenbindung

Fazit: Grundsätzlich fallen die Auswirkungen

der Novellen fürs Direktmarketing

kleiner aus als befürchtet. Formen

der Verknüpfung von angeforderten

mit unangeforderten Angebots- oder

Werbeinformationen („Huckepack-

Werbung“) sind jetzt noch kritischer zu

bewerten. Wunderman-Experte Küster

geht davon aus, „dass Unternehmen

verstärkt den Fokus auf die Bindung

von Bestandskunden sowie die Rückgewinnung

verlorener Kunden legen

werden“.

Fallen bergen die großzügigen Übergangsfristen:

Daten, die bis 1. Septem-

Weitere neue Regeln

ber 2009 erhoben oder gespeichert

wurden, dürfen bis 31. August 2012

nach alter BDSG-Maßgabe verwendet

werden. Defacto-Profi Johnson: „Erfährt

ein Datensatz aus Altbeständen eine

Aktualisierung in irgendeiner Form,

etwa Erneuerung der Adresse oder

Rufnummer, gilt damit sofort der neue

Zeitstempel der Speicherung, der Datensatz

darf nicht weiter nach den alten

Maßgaben beworben werden.“

Außer dem Reputationsrisiko sind die

Strafen für Verfehlungen – bis hin zu

Freiheitsstrafen – deutlich gestiegen.

Künftig sind bei formalen Verstößen gegen

das Bundesdatenschutzgesetz Bußgelder

bis zu 50.000 Euro (bisher 25.000

Euro) und bei materiellen Verstößen sogar

bis zu 300.000 Euro statt der bisher

250.000 Euro möglich.

Neben den für die Werbetätigkeit der Wirtschaft entscheidenden Regelungen enthalten die

Datenschutznovellen 2009 zahlreiche weitere Neuerungen (Auswahl).

Verarbeitungsgrundsätze: Die Grundsätze

zu Datenvermeidung und -sparsamkeit

gelten in Zukunft nicht mehr

nur für die Gestaltung von Datenverarbeitungssystemen,

sondern für jede

Datenverwendung. Auf eine mögliche

Anonymisierung und Pseudonymisierung

darf allein dann verzichtet werden,

wenn sie einen unverhältnismäßigen

Aufwand verursacht. Im Vergleich zur

bisherigen Rechtslage kehrt sich die Beweislast

damit um (§ 3a BDSG).

Datenschutzbeauftragter: Die Stellung

des betrieblichen Datenschutzbeauftragten

wird mit den Novellen gestärkt.

Neben dem bestehenden Schutz gegen

seine Abberufung genießt er nun einen

weitgehenden Kündigungsschutz. Außerdem

erhält jeder Datenschutzbeauftragte

im Zuge der Gesetzesänderungen

einen gesetzlichen Anspruch auf Teilnahme

an Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen

auf Kosten des Arbeitgebers

(§ 4f Abs. 3 BDSG).

Auftragsdatenverarbeitung: Verträge

über die Verarbeitung von Daten

durch Dienstleister – etwa auch alle

Wartungsfi rmen, denn sie haben potenziell

Kontakt mit personenbezogenen

Daten – müssen künftig detailliertere

Regelungen enthalten. Hier gelten

keine Übergangsfristen. Das BDSG verpfl

ichtet nunmehr Auftraggeber, sich

vor Auftragsvergabe von der Einhaltung

der Vorschriften vor Ort ein Bild zu machen

und dies regelmäßig zu prüfen

(§ 11 Abs. 2 BDSG).

Auskunfteien und Scoring: Die Datenschutznovelle

I (Scoring) hat zu einer

Reihe neuer Vorschriften geführt, die

Kreditauskunfteien und Scoring regeln.

Vor allem das sogenannte Geo-Scoring

auf der Basis mikrogeografi scher Daten

wird beschränkt. Hiervon nicht erfasst ist

das Scoring für die Auswahl von Adressen

für Werbezwecke, solange die Werbung

kein unmittelbar verbindliches Vertragsangebot

enthält. (§§ 28a/b BDSG)

Markt- und Meinungsforschung: Die Zulässigkeit

der Verwendung von personenbezogenen

Daten richtet sich weiterhin

nach einer Abwägung der Interessen. Die

Daten dürfen aber nur für das Forschungsvorhaben

verwendet werden, für das sie

erhoben wurden. Ansonsten sind sie für

die weitere Verwendung zu anonymisieren.

Eine Ausnahme greift nur für Daten

aus öffentlich zugänglichen Quellen oder

Daten, die veröffentlicht werden dürfen.

(§ 30a BDSG)

Datenschutzaufsichtsbehörden: Die

Anordnungs- und Untersagungsrechte

werden erheblich erweitert. Die Aufsichtsbehörden

können bei der Auslegung der

Vorschriften künftig mitreden, indem sie

ihren Auffassungen per Anordnung Nachdruck

verleihen. Dies ist nach geltendem

Recht bisher nur in Bezug auf Mängel

bei technischen und organisatorischen

Maßnahmen möglich. Einen Anlass für

Kontrollen brauchen die Behörden nicht

(§ 38 Abs. 5 BDSG).

40 ProFirma 11 2009

Quelle: Deutscher Dialogmarketing Verband, Wiesbaden


Foto: Start-Messe

Interview

Frau Bauer, was bedeutet die wirtschaftlich

schwierige Lage für die Start als

Leitmesse für Gründung, Franchising

und Unternehmensentwicklung?

Bauer: Momentan liegen wir in der Ausstellerzahl

auf dem Vorjahresniveau,

und mit 5.000 Besuchern erwarten wir

mindestens so viele wie im vorigen Jahr.

Die Industrie- und Handelskammern

beobachten seit der Verschärfung der

Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise ein

deutlich ansteigendes Interesse an Existenzgründungen.

Das könnte zu einer

neuen Gründerwelle führen.

Mehr Existenzgründer, das klingt sehr

positiv. Sie sind also gut positioniert?

Bauer: Auf jeden Fall. Doch die Zahl der

Existenzgründungen sagt noch nichts

über deren Erfolg aus. Im Gegenteil, der

Deutsche Industrie- und Handelskammertag

(DIHK) befürchtet, dass viele der

Gründungen nur von kurzer Dauer sein

werden: Zum einen verschärfen viele

Kreditinstitute ihre Anforderungen an

die Vergabe von Fremdkapital. Zum anderen

begeben sich gerade arbeitslose

Gründer häufi g mangelhaft vorbereitet

in das „Abenteuer Selbstständigkeit“.

Wird die Start ihr Angebot den schwierigen

Zeiten anpassen?

Bauer: Ja, wir bauen die Schwerpunkte

Marketing und Vertrieb sowie Training,

Coaching und Mentoring weiter aus.

Weil sich in schwierigen Zeiten die Ent-

ProFirma 11 2009

wicklung von Anbieter- zu Nachfragermärkten

verstärkt, sind intelligente und

kundenorientierte Marketing- und Vertriebskonzepte

gefragt. Zudem kann

ich als Unternehmer mein Geschäft

nur erfolgreich weiterentwickeln, wenn

ich mein Denken, Fühlen und Handeln

durch kontinuierliches Training erfolgreich

weiterentwickle.

Jungunternehmer

„Die Gründung richtig vorbereiten“

Am 13. und 14. November öffnet die Start-Messe in Essen ihre Pforten für Gründer und

Jungunternehmer. Projektleiterin Claudia Bauer über die neue Ausrichtung, die neue

Gründerwelle und die Probleme angehender Unternehmer. DAS GESPRÄCH FÜHRTE UTA MÜLLER.

ZUR PERSON:

CLAUDIA BAUER

ist seit November 2008 Projektleiterin

der Start-Messen und übernimmt

damit die Gesamtverantwortung für

Deutschlands führende Messe in den

Bereichen Existenzgründung, Franchising

und Junge Unternehmen mit

Standorten in Norddeutschland, Bayern

und Nordrhein-Westfalen. Seit

dem Jahr 2006 arbeitete sie bereits

als Projektassistentin bei asfc – Atelier

Scherer Fair Consulting im Start-Team.

Infos: www.start-messe.de

Welche Veränderungen planen Sie als

neue Projektleiterin für die Start generell

oder speziell in Essen?

Bauer: Die bisherigen Säulen der Start

sind die Gründung und das Franchising.

Nun haben wir den Bereich Unternehmensentwicklung

zusätzlich in den

Fokus gerückt. Gemeinsam mit den verstärkten

Angeboten im Bereich Marketing/Vertrieb,

Weiterbildung, Coaching,

Mentoring, Personalgewinnung und

-führung bis hin zum Kundenbeziehungsmanagement

wollen wir künftig

Jungunternehmer über das Gründungsjahr

hinaus unterstützen.

Was sollten sich Besucher auf keinen

Fall entgehen lassen?

Bauer: Ich empfehle gezielte Standbesuche

bei den Ausstellern, besonders

beim BMWi, den Startercentern NRW,

dem Deutschen Franchise-Verband,

der KfW Bankengruppe und der NRW

Bank. Darüber hinaus sollten Besucher

die Messe-Eröffnung mit der Verleihung

des Start-Awards miterleben – hier fi nden

sie Motivation durch mutige Vorbilder.

Brillante Redner wie Professor

Günter Faltin, Leiter des Arbeitsbereichs

und Labors für Entrepreneurship an der

Freien Universität Berlin und Träger des

„Deutschen Gründerpreises 2009“, sowie

Martin Geiger, „Effi zientertainer“

und Trainer des Jahres 2007 der Europäischen

Trainer-Allianz, sorgen für die

nötige Inspiration.

41


Unternehmensführung

Arbeitgeber-Fragerecht

Das Fragerecht des Arbeitgebers und

das „Recht zur Lüge“ im Bewerbungsgespräch

sind heiße Eisen. Bei unzulässigen

Fragen darf nach herrschender

Rechtsprechung uneingeschränkt gelogen

werden und dürfen Bewerbern deshalb

keine Nachteile bei der Einstellung

entstehen. Die Mehrzahl der Richter

geht davon aus, dass hier geradlinige

Aufrichtigkeit nicht zweckmäßig ist,

sondern fast ausnahmslos dazu führt,

dass ein Arbeitsuchender den Job nicht

bekommt. Außerdem müssen Interviewer

das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz

(AGG) beachten und diskriminierungsfrei

fragen.

Erlaubte Fragen und das

„Recht zur Lüge“

Die Interessenlage im Gespräch ist

unterschiedlich. Dem Chef reichen

schriftliche Bewerbungsunterlagen für

eine Entscheidung selten aus. Um das

Risiko der Neueinstellung gering zu

halten, will er möglichst viel über die

persönliche und fachliche Eignung des

Bewerbers erfahren. Der Arbeitnehmer

hingegen will im Bewerbungsgespräch

nur Informationen preisgeben, die ihm

dienlich sind. Er wird vermeiden, ungünstige

Tatsachen zu offenbaren. Die

Privatsphäre des Arbeitnehmers (Per-

RECHT

Verbotene Fragen – erlaubte Lügen

Arbeitgeber dürfen im Vorstellungsgespräch oder Personalfragebogen nicht alles

erfragen, was sie über ihre Bewerber wissen wollen. Auf unzulässige Fragen darf sogar

gelogen werden, ohne dass die Lüge Konsequenzen hat. VON DR. STEPHANIE KAUFMANN

sönlichkeitsrecht) ist als Grundrecht

in der Verfassung geschützt. Deshalb

steht dem Arbeitgeber in der Anbahnungsphase

eines Arbeitsverhältnisses

kein uneingeschränktes Fragerecht

zu. Er darf nur Fragen stellen, an deren

wahrheitsgemäßer Beantwortung ein

berechtigtes Interesse besteht.

Eine Frage ist immer dann zulässig,

wenn sie für die ausgeschriebene Position

objektiv wichtig ist und mit deren

Anforderungen in einem erkennbaren

Zusammenhang steht. Ist das der Fall,

muss der Bewerber wahrheitsgemäß

antworten. Wird der Bewerber beispielsweise

nach berufl ichen Qualifi kationen

und Erfahrungen gefragt und stellt sich

im Nachhinein heraus, dass seine Angaben

falsch waren, kann der Arbeitgeber

den Arbeitsvertrag anfechten. Denn beantwortet

ein Bewerber eine zulässige

Frage falsch, liegt arglistige Täuschung

vor. In einem solchen Fall wäre der Arbeitsvertrag

rückwirkend nichtig.

Umgekehrt darf der Bewerber auf eine

unzulässige Frage lügen, ohne dass diese

Konsequenzen haben wird. Die Lüge

auf eine unzulässige Frage stellt weder

einen Anfechtungsgrund noch einen

für den Zeitpunkt nach Einstellung

rechtsgültigen Abmahnungs- oder Kündigungsgrund

dar. Der Bewerber hat

hier das sogenannte „Recht zur Lüge“.

Dieses juristisch konstruierte Fragerecht

resultiert aus der richterlichen

Erkenntnis, dass Arbeitgeber allein aus

einem Schweigen negative Schlüsse ziehen

könnten.

Zulässig sind Fragen nach

> dem berufl ichen Werdegang, der

Vorbildung und der Berufserfahrung,

> den Gründen für die Bewerbung,

> der Motivation für einen Stellenwechsel,

> nachvertraglichen Wettbewerbsverboten,

> Ehrenämtern,

> Nebentätigkeit und Mehrfachbeschäftigung.

Tabufragen mit

haftungsrechtlichen Folgen

???

Bewerbungsgespräche müssen diskriminierungsfrei

laufen. Benachteiligungen

wegen

> der Rasse oder ethnischen Herkunft,

> der Religion oder Weltanschauung

(Ausnahme: kirchliche Beschäftigungsverhältnisse),

> des Geschlechts oder der sexuellen

Identität,

> einer Behinderung (außer der Stellenbewerber

leidet an gesundheitlichen,

seelischen oder ähnlichen Beeinträchtigungen,

durch die er zur Verrich-

42 ProFirma 11 2009


tung der beabsichtigten vertraglichen

Tätigkeit ungeeignet ist) oder des Alters

verbietet das AGG. Seit Inkrafttreten des

AGG geht es nicht mehr allein um die

Zulässigkeit von Fragen, sondern auch

um haftungsrechtliche Aspekte. Ein Indiz

für eine Diskriminierung reicht aus,

dass der Fragende Schadensersatz- und

Schmerzensgeldzahlungen riskiert.

Indizien, die eine Benachteiligung vermuten

lassen, muss zunächst der Bewerber

darlegen. Erst danach muss der

Arbeitgeber beweisen, dass keine unzulässige

Benachteiligung vorgelegen hat.

Weiß der Arbeitgeber etwa, dass der

Bewerber homosexuell ist und stellt ihn

nicht ein, könnte der Bewerber dies als

Recht in der Praxis

ProFirma 11 2009

Indiz dafür benennen, dass er abgelehnt

wurde. Schon das Darlegen des Gegenbeweises

kostet Zeit und Geld.

Fragebögen helfen Fehler

vermeiden

Der Chef sollte also immer darauf achten,

nicht zu „privat“ zu fragen und dadurch

Diskriminierungsmerkmale aufzudecken,

die für die ausgeschriebene

Position irrelevant sind. Persönliche,

familiäre und soziale Verhältnisse gehen

den potenziellen Arbeitgeber ebenso

wenig etwas an wie die fi nanziellen

Verhältnisse des Bewerbers oder eventuelle

Vorstrafen. Es sei denn, es geht

beispielsweise um eine Stelle als Kas-

Frage nach … Bemerkungen

Schwangerschaft Fragen nach einer (bestehenden oder geplanten) Schwangerschaft einer Bewerberin

sind unzulässig.

Krankheiten Fragen nach Krankheiten sind unzulässig, wenn dies nur der generellen Abfrage des

Gesundheitszustands dient. Etwas anderes gilt, wenn die Frage die Einsatzfähigkeit

des Arbeitnehmers auf die freie Stelle betrifft.

Aids Fragen nach einer Aids-Infektion sind zulässig, wenn sie auf die Erfüllung der arbeitsvertraglichen

Pfl ichten Auswirkung haben können. Deshalb besteht bei sämtlichen

Heilberufen ein Fragerecht.

Stasi-Tätigkeit Die Frage nach einer früheren Stasi-Tätigkeit ist ein schwerwiegender Eingriff in das

Persönlichkeitsrecht des Bewerbers. Dieser Eingriff kann gerechtfertigt sein, wenn der

Arbeitgeber ein überwiegendes Interesse hat. Beispiel: Einstellung im öffentlichen

Dienst in einer oberen Hierachieebene.

Behinderung Zulässig soll die Frage nur noch dann sein, wenn der Arbeitgeber aufgrund des

arbeitsplatzbezogenen Anforderungsprofi ls ein besonderes Informationsbedürfnis

bezüglich der Behinderung hat. Die Frage ist allerdings immer zulässig, wenn ihr Ziel

die Eingliederung von Behinderten oder die Steigerung des Ist-Satzes der Beschäftigungspfl

icht von Behinderten ist. Das kann in der Ausschreibung wie folgt bekannt

gemacht werden: „Bewerbungen behinderter Menschen sind erwünscht” oder

„Wir wollen unsere Schwerbehindertenbeschäftigungsquote erhöhen”.

Sexuelle

Identität

Wehr-/

Ersatzdienst

Religion und

Weltanschauung

Scientology Zulässig.

Politische Partei

und Gewerkschaft

Rasse/ethnische

Herkunft

Vermögensverhältnisse

Die Frage nach der sexuellen Identität ist eine Benachteiligung und grundsätzlich

unzulässig. Eine Ausnahme gilt unter Umständen bei Kirchen und Religionsgemeinschaften.

Sie ist grundsätzlich unzulässig, weil nur Männer eingezogen werden.

Die Frage nach Religion oder Weltanschauung ist grundsätzlich unzulässig. Ausnahmen:

Kirchen, Religionsgemeinschaften und entsprechende Vereinigungen dürfen

fragen. Beispiele: Kinderpfl egerin im katholischen Kinderheim, Arzt im evangelischen

Krankenhaus, Schulpsychologe an der Waldorfschule.

Unzulässig nach dem Grundgesetz.

???

Die Frage nach der „Rasse” stellt stets eine Diskriminierung dar und ist unzulässig.

Fragen über die Vermögensverhältnisse des Bewerbers sind nur zulässig, wenn ein

berechtigtes Interesse des Arbeitgebers besteht. Beispiele: Croupier im Spielcasino,

Kassierer einer Bank.

Vorstrafen Nach Vorstrafen darf der Arbeitgeber nur fragen, soweit dies für die Art der zu

erbringenden Arbeitsleistung von Bedeutung ist.

siererin oder die Position in einer Bank.

Häufi g werden standardisierte Personalfragebögen

bei Bewerbern eingesetzt.

Wer einen solchen Fragebogen im Betrieb

einführen will, muss die Zustimmung

des Betriebsrats einholen (§ 94

Betriebsverfassungsgesetz – BetrVG).

Für den Fragebogen gelten dieselben

Regeln wie für die Fragen im Gespräch:

Sie müssen zulässig und diskriminierungsfrei

sein. Angaben über das Geburtsdatum,

den Geburtsort oder den

Familienstand dürfen abgefragt werden,

auch wenn sich diese Fragen auf Alter,

Herkunft und Geschlecht beziehen. Sie

sind aus Gründen der Identitätsfeststellung

notwendig und damit zulässig.

Die Frage nach der Nationalität hat im

Fragebogen hingegen nichts verloren.

Stattdessen kann man den Arbeitsvertrag

unter die (aufl ösende) Bedingung

stellen, dass bei Arbeitsbeginn eine

eventuell erforderliche Arbeitserlaubnis

vorliegt.

Einige Dinge muss der Bewerber von

sich aus zur Sprache bringen. Eine solche

Offenbarungspfl icht liegt dann vor,

wenn eine Eigenschaft oder ein Umstand

dem Bewerber die neue Arbeit

unmöglich macht oder wenn es sich

um Tatsachen handelt, die für den künftigen

Arbeitsplatz von ausschlaggebender

Bedeutung sind. Hierzu gehören

zum Beispiel

> ansteckende Krankheiten (etwa bei einer

Stelle als Krankenschwester),

> eine voraussichtliche Verhinderung

bei Dienstantritt wegen Krankheit

oder

> wegen des Antritts einer bereits bewilligten

Kur oder Reha-Maßnahme,

> eine Behinderung, die den Bewerber

daran hindert, die vertraglich vorgesehene

Tätigkeit regelmäßig auszuüben,

oder

> bestehende Wettbewerbsverbote.

Informiert der Bewerber nicht über

diese Punkte, hat der Arbeitgeber das

Recht, den Vertrag anzufechten.

Die Autorin: Dr. Stephanie Kaufmann

ist Rechtsanwältin mit Schwerpunkt

Arbeitsrecht in Feldafi ng

www.rechtsanwalt-feldafi ng.de

43


Finanzen & Steuern

FINANZTRENDS

Zillmerung bei bAV-Verträgen zulässig

In einem lange erwarteten Urteil hat

das Bundsarbeitsgericht entschieden,

dass gezillmerte Versicherungsverträge

im Rahmen einer Entgeltumwandlung

nicht grundsätzlich gegen das Wertgleichheitsgebot

verstoßen (Az 3 AZR

17/09). Das Wertgleichheitsgebot legt

fest, dass Einzahlungen eines Arbeitnehmers

für eine Betriebsrente zu einer

wertgleichen Anwartschaft auf eine

Versorgungsleistung führen müssen.

Das hatte zu einem juristischen Streit in

einigen Fällen geführt, bei denen Arbeitnehmer

einen bAV-Vertrag vorzeitig gekündigt

hatten. Denn bei gezillmerten

Verträgen liegen die Rückkaufwerte

wegen der Abschlusskosten zunächst

unter den Einzahlungen. Die Betroffenen

hatten daraus einen Anspruch

auf Haftung des Arbeitgebers abgeleitet.

Dieser Anspruch ist nun jedoch generell

vom Tisch. Nach Ansicht von Andreas

Buttler, Geschäftsführer der Febs

Consulting GmbH in München, müssen

Arbeitgeber aber trotzdem vorsichtig

sein: „Das Gericht sieht nämlich durchaus

die Möglichkeit, dass Arbeitnehmer

durch die Zillmerung unangemessen

benachteiligt werden.“ Arbeitgebern sei

daher zu raten, weiter auf die Höhe der

Abschlusskosten zu achten, um Streitfälle

zu vermeiden.

LÄNDER-VERGLEICH

Berlin ist Hauptstadt der Selbstständigen

Die meisten Selbstständigen im Vergleich der Bundesländer gibt es in Berlin. Dies geht

aus den Zahlen des Statistischen Bundesamts in Wiesbaden für das Jahr 2008 hervor.

Gemessen an der Gesamtzahl der Erwerbstätigen liegt die Quote der Selbstständigen in

der Hauptstadt bei 16 Prozent. Dahinter folgen Hamburg (13,9 Prozent) und Bayern (zwölf

Prozent). Die hinteren Ränge belegen Bremen (9,7 Prozent), das Saarland (8,4 Prozent)

und Sachsen-Anhalt (8,1 Prozent).

Berlin 16,0 %

Hamburg 13,9 %

Bayern 12,0 %

Schleswig-Holstein 11,2 %

Hessen 10,8 %

Brandenburg 10,7 %

Rheinland-Pfalz 10,6 %

Sachsen 10,4 %

Thüringen 10,2 %

Nordrhein-Wesrfalen 9,9 %

Niedersachsen 9,9 %

Baden-Württemberg 9,8 %

Mecklenburg-Vorpommern 9,8 %

Bremen 9,7 %

Sarland 8,4 %

Sachsen-Anhalt 8,1 %

Deutschland 10,7 %

Quelle: Statistisches Bundesamt/AWD, Stand: 2008

ALLIANZ:

AUFSCHWUNG IN SICHT

Die Volkswirte der Allianz-Versicherungsgruppe,

München, rechnen mit

einer starken Erholung der Konjunktur

im vierten Quartal 2009 und einem guten

Start ins Jahr 2010: „Im Vorjahresvergleich

dürfte das Bruttoinlandsprodukt

im ersten Quartal 2010 um vier

Prozent steigen“, sagte Michael Heise,

Chefvolkswirt der Allianz. Insgesamt

rechnet er für Deutschland mit einem

Wirtschaftswachstum von 2,7 Prozent

im kommenden Jahr. Den gleichen Zuwachs

erwarten die Allianz-Volkswirte

für die gesamte Weltwirtschaft.

Konjunkturprognose nach Regionen

(in % gegenüber dem Vorjahr)

2008 2009 1 2010 1

Industrieländer 0,4 -3,2 2,0

Euro-Raum 0,7 -3,5 2,0

Deutschland 1,3 -4,2 2,7

USA 0,4 -2,5 2,2

Schwellenländer 5,2 -0,1 4,2

Welt 1,9 -2,3 2,7

Quelle: Allianz, 1) Prognose

Paradies für Gründer? Berlin zählt bezogen auf

alle Arbeitnehmer die meisten Selbstständigen.

44 ProFirma 11 2009


Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG)

Welche Chancen die Bilanzreform für die

betriebliche Altersvorsorge (bAV) bietet

So umständlich der Name, so komplex

die Materie. Das BilMoG erleichtert

Unternehmen den Zugang zum globalen

Finanzmarkt. Der Leitgedanke ist die

Angleichung der bilanziellen Bewertungsgrundsätze

an internationale

Standards. Neu bewertet werden dabei

auch die Pensionsverpfl ichtungen.

Schnell droht hier die Gefahr der Überschuldung.

Doch richtig aufgestellt,

steigert die bAV sogar die Bonität.

Der Zwang zur Neubewertung betrifft Unternehmen,

die den bAV-Durchführungsweg der

Pensionszusage gewählt haben und damit mehr

als jedes zweite Unternehmen hierzulande. Der

Gesetzgeber sieht vor, zur Deckung der Pensionszusage

statt des Barwertes der Zusage den

sogenannten Erfüllungsbetrag anzusetzen. In

diesen Erfüllungsbetrag werden beispielsweise

künftige Renten- und Gehaltssteigerungen/-

Erforderliche Rückstellungen vor/nach BilMoG

(dunkle/helle Balken)

Bei Bedarf gibt es verschiedene Handlungsmöglichkeiten

zur optimalen Gestaltung des Bilanzbildes,

die die spezifi schen Unternehmensbelange

berücksichtigen – und somit vor unliebsamen

Überraschungen schützen. Lassen Sie Ihre Pensionszusage

von Spezialisten der Hannoverschen

Leben analysieren!

Tel.: 0511.9565-713

E-Mail: fi rmen@hannoversche-leben.de

Sonderveröffentlichung der Hannoverschen Leben

trends eingerechnet. Damit sollen künftig

realistische Entwicklungen der Pensionsrückstellungen

in der Handelsbilanz berücksichtigt

werden. Die zwingende Neubewertung kann

bei einer entgeltabhängigen und damit dynamischen

Zusage zu einer Verdoppelung (!) der

Rückstellungen führen. Hat ein Unternehmen

keine oder nur eine unzureichende Absicherung

der zugesagten Versorgungsleistung vorgenommen,

wirkt sich das mitunter drastisch

verschlechternd auf das Bilanzbild und somit

letztendlich auf die Kreditwürdigkeit der Firma

(„Scoring“) aus.

Saldierung entlastet Bilanz: Eigenkapital

stärken und Bonität verbessern

Unternehmen könnten - entsprechendes Kapital

und Expertise vorausgesetzt - mit Kapitalanlagen

ihre Pensionsverpflichtungen unterlegen.

Das ist nicht unproblematisch, denn finanzmathematische

Modelle vermögen nicht die

biometrischen Risiken der bAV, wie Berufsunfähigkeit

oder Tod, zu erfassen. Eine Versiche-

Höhere Eigenkapitalquote

bei voller Rückdeckung

rungslösung in Form einer Rückdeckungsversicherung

ist in der Regel das Mittel der Wahl,

die Bilanz BilMoG-konform und zukunftssicher

zu gestalten. Das hat für die betreffende Firma

Vorteile: Durch das neue Saldierungsgebot

nach BilMoG werden die Pensionsverpflichtungen

(Passiv) mit der Rückdeckung (Aktiv)

in der Bilanz verrechnet und nur die Differenz

ausgewiesen. Dank der Saldierung verringert

sich die Bilanzsumme; der Anteil des Eigenkapitals

steigt somit deutlich. Damit dieser

Effekt voll trägt, sollten die Versorgungszusagen

möglichst vollständig (kongruent) durch

garantierte Versicherungsleistungen rückgedeckt

sein.

Als erfahrener bAV-Versicherer erarbeitet die

Hannoversche Leben für Kunden und Interessenten

individuelle Lösungen für die Rückdeckung

von Pensionsverpflichtungen. Darüber

hinaus profitieren die Geschäftspartner von

einem niedrigen Kostenniveau, provisionsfrei

kalkulierten Tarifen und hohen Garantieleistungen.

Andreas Hülsing,

Vertriebsleiter bAV

bei der Hannoverschen

Leben

Foto: Hülsing


Finanzen & Steuern – Versicherung und Vorsorge

Warenkreditversicherung

Albtraum Zahlungsausfall

Mit der Wirtschaftsfl aute steigt die Gefahr, dass Unternehmen auf ihren Rechnungen

sitzen bleiben. Gegen dieses Risiko hilft eine Kreditversicherung. Allerdings sind die

Anbieter bei der Auswahl der Kunden wählerisch geworden. VON KAY SCHELAUSKE

Nichts haben Unternehmer in Zeiten einer anhaltend schwierigen

wirtschaftlichen Lage lieber als eine prall gefüllte Kasse.

Ein lange Zeit wenig beachtetes Instrument, diesem Ziel näher

zu kommen, ist der Abschluss einer Kreditversicherung.

Damit können Betriebe das Ausfallrisiko bei Lieferantenkrediten,

also Warenlieferungen mit Zahlungszielen, begrenzen.

Es ist daher kein Zufall, dass gerade jetzt, wo die Zahl

der Unternehmensinsolvenzen steigt und damit die Gefahr,

auf Rechnungen sitzen zu bleiben, das Interesse an solchen

Policen zunimmt. „Die Nachfrage ist derzeit hoch, allerdings

sind die Kapazitäten begrenzt“, sagt Stefan Brauel, Vorstand

bei der Coface Deutschland mit Sitz in Mainz. Nach Angaben

des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft

in Berlin haben rund 40.000 Unternehmen ihre mit Zahlungszielen

versehenen Warenlieferungen über eine Kreditversicherung

abgesichert.

„Die Kreditversicherung

ist ein preiswerter

Schutz vor Zahlungsausfällen.“

THOMAS LANGEN,

ATRADIUS KREDITVERSICHERUNG, KÖLN

Den Markt teilen sich fünf Anbieter: Euler Hermes (Hamburg),

Coface Deutschland, Atradius (Köln) sowie in kleinerem Umfang

die R+V (Wiesbaden) und die Zurich-Gruppe (Bonn).

Die Zurückhaltung der Kreditversicherer bei den Abschlüssen

lässt sich anhand von Zahlen belegen: So ging das bereitgestellte

Deckungsvolumen seit Anfang 2009 um 5,3 Prozent auf

262,8 Milliarden Euro zurück. „Wir rechnen für das laufende

Jahr mit 35.000 Unternehmensinsolvenzen. Das entspricht

einem Anstieg von etwa 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr“,

sagt Thomas Langen, Regional-Direktor für Deutschland,

Mittel- und Osteuropa bei Atradius. Entsprechend ist die Entwicklung

beim Schadensvolumen: „Die Schadensquote ist

derart hoch, dass Kreditversicherer heute kein Geld verdienen,

ganz im Gegenteil“, sagt Coface-Vorstand Brauel.

Folglich intensivieren die Versicherer die eigene Bonitätsprüfung,

während gleichzeitig die Kreditwürdigkeit vieler Unternehmen

wegen der Konjunkturschwäche sinkt. Im Ergebnis

verstärkt sich so die negative Tendenz, dass Deckungslimite

gesenkt oder Absicherungen abgelehnt werden. Stefan Brauel

betont jedoch, dass das Zeichnungsvolumen bei Coface in

diesem Jahr höher sei als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

Vielmehr falle die Risikobeurteilung differenzierter

aus. So haben es vor allem die Automobilzulieferer, der

Stahlbereich sowie die höherpreisige Konsumgüterindustrie

besonders schwer. „Es gibt aber keine Branchenausschlüsse,

entsprechende Veröffentlichungen sind Unsinn“, sagt Joachim

Neusser, Geschäftsführer der Procreda GmbH in Mainz.

Das Unternehmen ist spezialisiert auf Lösungen rund ums

Debitoren-Management.

Neusser räumt jedoch ein, dass in einigen Branchen sehr restriktiv

gezeichnet wird. „Es ist schwieriger geworden, ausreichenden

Versicherungsschutz zu bekommen“, beobachtet

auch Marc Derksen. „Sogar bei einem Dax-Konzern wollte

uns ein Kreditversicherer die Limite kürzen“, fügt der Experte

für Kreditversicherungen bei der Fuji-Film Recording Media

GmbH hinzu. Die Tochtergesellschaft des japanischen Hifi -

und Videoproduzenten betreibt in Kleve das Europageschäft.

Immerhin konnte das Unternehmen eine Limitabsenkung verhindern,

aber das klappt nicht immer. „Werden Deckungen

vollkommen gestrichen, ist das ein K.o.-Kriterium für viele

Lieferanten, weil sie dann nicht mehr beliefert werden“, sagt

Karl-Heinz Loos, Geschäftsführer der gleichnamigen Makler-

Atradius

gesellschaft für Kreditversicherungen. Foto:

46 ProFirma 11 2009


Mit der eisernen Reserve unter der Matratze schlafen Unternehmer nicht besser, wenn der Kunde seine Rechnung nicht mehr bezahlen kann.

Kreditversicherer prüfen kritisch

Werden Warenkreditversicherungen als Instrument zur

Risikoabsicherung eingesetzt, übernimmt der Versicherer

gleichzeitig die Bonitätsprüfung der Lieferanten. Dabei werden

Bilanzen ebenso untersucht wie das Zahlungsverhalten.

Vom Ergebnis hängt es ab, ob das gewünschte Deckungslimit

vollständig, teilweise oder gar nicht bereitgestellt wird. In der

Praxis läuft es dann ähnlich wie beim Kontokorrentkredit ab:

Gehen abgesicherte Zahlungen ein, können im gleichen Umfang

neue Forderungen in den Risikoschutz einbezogen werden.

Der Versicherer will aber Bescheid wissen, sobald Limite

überschritten werden. Dann muss der Versicherungsnehmer

einen Erhöhungsantrag stellen. Informiert der Unternehmer

seinen Versicherer nicht, droht die Gefahr, dass der Versicherer

auch die Schadensregulierung verweigert. Loos betont

daher: „Es besteht immer die Verpfl ichtung, ausreichenden

Deckungsschutz zu beantragen.“ Gerade wegen dieser Meldepfl

ichten sollte der Versicherungsnehmer besonders darauf

achten, dass die Buchhaltung reibungslos funktioniert.

Darüber hinaus stehen den Versicherern mehrere Stellschrauben

zur Verfügung, mit denen sie dafür sorgen, dass das versicherte

Unternehmen daran interessiert bleibt, die Risiken

ProFirma 11 2009

gering zu halten. Dazu gehören eine Selbstbeteiligung des

Kunden zwischen zehn und 30 Prozent, eine Begrenzung

der Versicherungssumme, eine festgelegte Laufzeit der Kreditabsicherung

und Höchstentschädigungsklauseln. Dabei

begrenzt der Versicherer seine möglichen Zahlungen auf das

Mehrfache der Jahresprämie. Für das Unternehmen und den

Makler ist es dann wichtig, dass die größten existenziellen

Risiken trotzdem abgedeckt sind. Eine weitere Meldepfl icht

besteht für den Versicherungsnehmer, wenn der belieferte

Kunde nach Fälligkeit eines vereinbarten Zeitpunkts die Rechnung

nicht bezahlt hat. Der Versicherer nimmt dann die Risikosituation

des Unternehmens genauer unter die Lupe, meist

mit der Folge, dass die Deckung reduziert wird.

Neue Angebote für Mittelständler

Die Warenkreditversicherung ist inzwischen nicht mehr nur

bei großen Unternehmen verbreitet. „Seit einigen Jahren nutzen

auch kleinere Unternehmen verstärkt dieses Instrument,

nachdem die Anbieter die Einstiegskosten deutlich gesenkt

haben“, nennt Kreditversicherungsexperte Karl-Heinz Loos

als einen der Gründe für die steigende Nachfrage aus dem Mittelstand.

Früher habe sich das für kleinere Betriebe nicht ge-

47


Finanzen & Steuern – Versicherung und Vorsorge

lohnt. Nach seinen Angaben werden die Kosten für den Versicherungsschutz

gewöhnlich auf Basis des Nettoumsatzes

berechnet. Die Prämien liegen je nach Umfang des Schadenvolumens,

der Branche, Verteilung und Größen der Risiken

zwischen 0,1 und 0,5 Prozent dieses Werts. Hinzu kommt,

dass sich in mittelständischen Chefetagen mit der Krise auch

das Bewusstsein verändert hat: „Viele Geschäftsführer haben

plötzlich erkannt, dass sogar große Unternehmen quasi über

Nacht in die Insolvenz rutschen können, und wollen deshalb

zumindest die größten Ausfallrisiken ihres Unternehmens absichern“,

nennt Procreda-Chef Neusser als zweiten Grund.

Die Kreditversicherer haben auf die Bedürfnisse der kleinen

Betriebe unterschiedlich reagiert. So bietet die Zurich-Gruppe

ein Einsteigerpaket für Unternehmen bis zu einem Umsatz

von 2,5 Millionen Euro, mit dem alle klassischen Insolvenztatbestände

abgesichert sind (siehe Kasten), bei Euler Hermes

können sich Unternehmen bis zu einem Umsatz von sieben

Millionen Euro absichern. Der Kreditversicherer Atradius

setzt dagegen seit Kurzem auf eine Kooperation mit dem Verband

der Vereine Creditreform: Der Unternehmer kann dabei

vergleichsweise kostengünstig den wichtigsten Teil seiner

Außenstände über den Kreditversicherer absichern und die

weiteren Forderungen durch Bonitätsauskünfte der Creditreform

überwachen lassen.

Die Politik hilft mit

Die gewachsene Bedeutung der Kreditversicherung hat nun

auch die Politik auf den Plan gerufen. Um zu vermeiden, dass

die Kreditversicherer ihr Deckungsangebot einschränken, soll

ein staatliches Aufstockungsmodell (Top-up-Modell) eingeführt

werden. Viele Details sind zwar noch offen, aber der wesentliche

Rahmen steht bereits fest: Der Staat wird einen Teil

des Forderungsausfallrisikos übernehmen, den Versicherer

krisenbedingt nicht mehr absichern. Diese staatliche Zusatzdeckung

wird maximal so hoch sein wie der Versicherungsschutz

des privaten Anbieters. Bei einem Limit von 50 Prozent

kann der Staat also bis auf 100 Prozent aufstocken, bei einem

Limit von 40 Prozent nur bis auf 80 Prozent. Ingesamt beträgt

der Gewährleistungsrahmen aus dem Wirtschaftsfonds

Deutschland 7,5 Milliarden Euro. Nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums

soll das Programm noch in diesem

Jahr starten.

Was können Unternehmen selbst tun, um die Aussichten für

einen möglichst umfangreichen Risikoschutz zu verbessern?

GRATISTOOL des Monats

ProFirma PROFESSIONAL

Als Gratistool aus dem Angebot von ProFirma Professional steht der

Fachbeitrag Kreditversicherung für Sie bereit. Er gibt einen Überblick

über alle Möglichkeiten, Forderungen abzusichern.

Sie können den Beitrag kostenlos abrufen unter www.profi rma.de.

KREDITVERSICHERUNG

Was ist beim Abschluss zu beachten?

> Vergleichen Sie die Angebote mehrerer

Kreditversicherer.

> Prüfen Sie, ob der Versicherungsschutz für

maßgebliche Kunden ausreicht.

> Kontrollieren Sie, ob die Buchhaltung die Obliegenheiten

des Versicherungsvertrags erfüllen kann.

> Prüfen Sie die Regulierungsqualität des

Versicherers im Schadensfall.

> Binden Sie einen Fachmakler gerade mit Blick

auf vertragliche Regelungen wie Schadenfreiheitsrabatte

und die Umsetzung späterer Limitforderungen

ein.

Wann zahlt der Versicherer?

> Bei Eröffnung eines gerichtlichen Insolvenzverfahrens

oder Abweisung mangels Masse.

> Bei einem außergerichtlichen Liquidations- oder

Quotenvergleich mit allen Gläubigern.

> Bei Feststellung der Annahme eines Schuldenbereinigungsplans

durch das Insolvenzgericht.

> Bei längerem Zahlungsverzug

(Nichtzahlungstatbestand).

Quelle: Loos & Co./eigene Recherchen

Kurzfristig hilft mehr Transparenz, so die einhellige Einschätzung

der Kreditversicherer. Hierzu gehört die Offenlegung der

Bilanz, der Planzahlen, der Auftrags- und Liquiditätslage und

der Maßnahmen zur Krisenbewältigung. „Und das Unternehmen

sollte nicht erst auf den Kreditversicherer zukommen,

wenn im übertragenen Sinn das Feuer schon ausgebrochen

ist, sondern bereits dann, wenn ein Schwelbrand zu sehen

ist“, erläutert Thomas Langen. Wer diese Offenheit nicht an

den Tag legt und seine Geschäftszahlen unter Verschluss hält,

muss damit rechnen, leer auszugehen. „Das sind nicht wenige“,

bedauert Coface-Vorstand Stefan Brauel.

Eine Alternative zur Kreditversicherung ist das Factoring. Dabei

kann das Unternehmen seine Liquidität dadurch schnell

verbessern, dass der Forderungsbestand an den Factor verkauft

wird. Dieser stellt dann den Betrag abzüglich eines Sicherheitseinbehalts

sofort bereit. Weiterer Vorteil: Im Gegensatz

zur Kreditversicherung entledigt sich das Unternehmen

damit auch des gesamten Ausfallrisikos. Allerdings ist dieses

Finanzierungsinstrument vergleichsweise teuer. „Die Kreditversicherung

ist insbesondere mit Blick auf die Risikoprämien

an den Finanzmärkten ein preiswerter Schutz vor Zahlungsausfällen“,

resümiert Langen und fügt hinzu: „Der Lieferantenkredit

ist für die Abnehmer unserer Kunden nach wie vor

der günstigste Kredit.“

48 ProFirma 11 2009


Das rechnet sich!

Einfach und durchdacht.

Die Betriebsrente von Delta Lloyd.

Sparen Sie gemeinsam mit Ihren Mitarbeitern Steuern und

Sozialabgaben. Delta Lloyd bietet durch unkomplizierte

Abwicklung, minimalen Verwaltungsaufwand und professionelle

Unterstützung eine betriebliche Altersvorsorge,

die sich für Sie und Ihre Mitarbeiter rechnet.

Bauen Sie auf über 50 Jahre Erfahrung und eine transparente

Betriebsrente.

Weitere Infos erhalten Sie unter www.deltalloyd.de

Sprechen Sie uns an:

0180 202 8 202 444*

bav@deltalloyd.de

* 0,09 Euro pro Minute aus dem dt. Festnetz,

ggf. abweichende Preise aus dem Mobilfunk.


Finanzen & Steuern – Versicherung und Vorsorge

BERUFSUNFÄHIGKEITSVERSICHERUNG

IMMER WICHTIGER

Entwicklung des Bestands der Zusatzversicherungen;

Anteil der Verträge in Prozent

Berufsunfähigkeit/Invalidität

Unfall

Sonstige

* Millionen Verträge insgesamt

1990

2000

2007

74,2%

54,3%

37,8%

39,2 *

39,1 *

34,3 *

18,8%

21,6%

33,0%

12,7%

43,4%

4,2%

Quelle: GDV

Berufsunfähigkeitsversicherung

Das verdrängte Risiko

Geschäftsführer und Selbstständige ignorieren häufi g die

Gefahr, dass Krankheiten sie schnell aus der berufl ichen

Bahn werfen können. Eine Berufsunfähigkeitsversiche-

rung ist in jedem Fall ein „Muss“. VON KAY SCHELAUSKE

Für Unternehmer ist der Umgang mit

Risiken tägliches Geschäft. Das gilt bei

der Errichtung einer neuen Fertigungshalle

ebenso wie bei der Entwicklung

eines neuen Produkts. Nicht anders

ist es, wenn Firmen eine Kooperation

eingehen oder einen fremden Markt

erschließen. Stets müssen die Chefs vorhandene

Risiken identifi zieren, wenn

möglich entschärfen oder anderweitig

absichern.

Deswegen erstaunt es, dass Unternehmer

häufi g dilettantisch mit jenen Risiken

umgehen, die ihre persönliche

Lebenssituation betreffen. Denn in den

meisten Fällen weichen sie den zentralen

Fragen aus: Was passiert, wenn ich

selbst nicht mehr in der Lage bin, den

Betrieb zu führen? Wer trägt dann die

laufenden Ausgaben und Kosten zum

eigenen Lebensunterhalt? Wie lässt

sich sicherstellen, dass der Aufbau der

eigenen Altersvorsorge ungestört weiterläuft?

Diese Fragen sollten Geschäftsführer,

Selbstständige und Freiberufl er

aber aus zweierlei Gründen nicht unbeantwortet

lassen: Erstens liegt die Wahrscheinlichkeitsquote,

dass es sie später

treffen wird, bei eins zu vier. Zweitens

werden die Unternehmenslenker im

Falle einer Berufsunfähigkeit (BU) in fi -

nanzieller Hinsicht nur von einem sehr

grobmaschigen staatlichen Netz aufgefangen

– wenn überhaupt.

Je nach persönlicher Leistungsfähigkeit

gewährt der Staat eine Rente wegen teil-

weiser oder voller Erwerbsminderung.

Maßgeblich ist, ob der Betroffene weniger

als drei oder bis zu sechs Stunden

arbeiten kann. Indes: So oder so würde

das Geld hinten und vorne nicht reichen.

„Im BU-Fall erhalten Versicherte

rund 17 beziehungsweise 34 Prozent

des letzten Bruttoeinkommens“, sagt

Jörg Wollenhaupt, Versicherungs- und

Finanzmakler bei der Kasseler Beratungsgesellschaft

Plansecur. Einzige

Ausnahme: Wer berufsunfähig wird

und vor dem 2. Januar 1961 geboren

wurde, erhält noch eine deutlich höhere

BU-Rente nach altem Recht. Für die

meisten Selbstständigen dürften jedoch

die staatlichen Leistungen nicht relevant

sein. Da sie in der Regel nicht in die

Gesetzliche Rentenversicherung einzahlen,

können sie bei Berufsunfähigkeit

keine oder nur geringe Leistungen

beanspruchen. Unterm Strich ist das Ergebnis

für alle gleich: Wer nicht auf Vermögen

zurückgreifen kann, fällt ohne

private Absicherung in ein tiefes Loch.

„Nach der Privathaftpfl icht gehört die

Berufsunfähigkeitsversicherung zu den

wichtigsten Absicherungsbausteinen“,

betonte Wollenhaupt.

Simon Biela sieht das genauso: „Das Risiko

ist für mich greifbar, weil ich nicht

davor geschützt bin, später einem Burnout

zu erliegen“, sagt der Geschäftsführer.

Zusammen mit seinem Partner

Matthias Steinforth leitet der heute

29-Jährige die Kölner Internet-Agentur

50 ProFirma 11 2009


Kernpunkt GmbH. In den zurückliegenden

Jahren seiner Selbstständigkeit

hatte Biela insgesamt drei Policen abgeschlossen,

die aber seinen heutigen Anforderungen

nicht mehr gerecht werden.

„Jetzt will ich die Chance nutzen,

den Berufsunfähigkeitsschutz zu noch

vertretbaren Kosten in einer tragfähigen

Gesamtlösung umzusetzen“, betont der

Geschäftsführer und Agenturgründer.

Ähnlich ist die Situation bei Thomas

Huth, Unternehmenschef der AGC

Wasser GmbH, einer Tochtergesellschaft

des in Kassel ansässigen Ingenieurbüros

AGC-Aqua Geo Consult, das

in den Bereichen Umwelt-Consulting,

Flächen-Recycling, Ingenieurtiefbau

und Wassererschließung tätig ist. „Bisher

hatte ich eine Berufsunfähigkeits-

Zusatzversicherung abgeschlossen,

die nur einen kleinen Teil des Risikos

abdeckt“, sagt der 44-Jährige und fügt

hinzu: „Aber nach meinem Wechsel in

Swiss Life · Service Center

Postfach 4017 09 · 80717 München

Telefon 0180 - 318 00 00

Fax 0180 - 317 00 00

info@swisslife.de · www.swisslife.de

die Selbstständigkeit als Gesellschafter-

Geschäftsführer war für mich klar, dass

ich mich richtig absichern muss.“ Gemeinsam

mit dem Plansecur-Berater

Wollenhaupt erstellte er ein „Versorgungstableau“,

bei dem die fi nanzielle

Situation in allen wichtigen Szenarien

geprüft wurde, angefangen bei langwierigen

Erkrankungen über eine Pfl egebedürftigkeit

und Berufsunfähigkeit bis

hin zu Ruhestand und Tod.

Interpretationsspielräume

und viel Streitpotenzial

Im Mittelpunkt des Risikoschutzes

steht immer die Frage, in welchem

Umfang der Versicherte im BU-Fall berufl

ich tätig sein kann. Bei Selbstständigen

werden diese Fragen im Rahmen

der Umorganisation geregelt. Im Leistungsfall

prüft dann der Versicherer erstens,

ob der Versicherte auf andere

CHECKLISTE

Darauf sollten Selbstständige

beim BU-Schutz achten

1. Eindeutige und klare Formulierung

der Begriffe Umorganisation

und Zumutbarkeit im Versicherungsvertrag.

2. Verzicht auf Rücktritt und Vertragsanpassung

bei unverschuldeter

Anzeigepfl ichtverletzung.

3. Weltweiter Versicherungsschutz

ohne Wartezeiten.

4. Genaue und detaillierte

Beantwortung der Gesundheitsfragen.

5. Korrekte Angabe von Berufsmerkmalen

bei der Risikoeinstufung.

Wir setzen Maßstäbe als

bAV-Versicherer!

Langfristig erfolgreiche Konzepte für jede Unternehmensgröße,

speziell zugeschnittene Lösungen und über 140 Jahre Erfahrung überzeugen.

Deshalb vertrauen rund 50.000 Unternehmen und mehr als

14.000 GmbH-Geschäftsführer in Deutschland auf die Expertise

der Swiss Life, wenn es ums Thema betriebliche Altersvorsorge geht.


Finanzen & Steuern – Versicherung und Vorsorge

Tätigkeiten in seiner Firma verwiesen

werden kann. Dies setzt voraus, dass

es eine Aufgabe gibt, die der bisherigen

berufl ichen Stellung des Betroffenen

entspricht. Zweitens muss eine Umorganisation

verhältnismäßig und ohne

großen Kapitalaufwand umgesetzt werden

können. Dies gilt auch bei der Frage,

ob es dem Unternehmen zugemutet

werden kann, einen neuen Mitarbeiter

einzustellen, der die betreffenden Aufgaben

übernimmt, um die entstandene

Tätigkeitslücke zu schließen.

„Es kommt immer wieder vor, dass der

Begriff der Zumutbarkeit nicht klar und

BU-Anbieter im Rating-Urteil

Gesellschaft Stand Rating Internet

eindeutig defi niert wird“, sagt Michael

Franke, Geschäftsführer der Rating-Agentur

Franke & Bornberg in Hannover.

Nicht zutreffend sei das bei jenen Versicherern,

die beim BU-Unternehmens-

Rating mit einem „hervorragend“ bewertet

wurden. Nach Angaben von Franke

sind dabei die vertraglichen Formulierungen

so gewählt worden, dass die im

Leistungsfall verbleibende Tätigkeit der

Stellung des Selbstständigen entspricht.

„Wir haben die Vertragsbedingungen

detailliert und transparent formuliert“,

bestätigt Bianca Threumer, Produktmanagerin

bei HDI-Gerling Leben in Köln,

die im Zuge des Ratings eine Höchstbewertung

erhalten hat. So werden auch

sieben Situationen geschildert, in denen

keine Umorganisation notwendig ist.

Dennoch bleibt immer ein Interpretationsspielraum,

da jeder Fall individuell

beurteilt werden muss.

Nach Einschätzung von Franke sollten

Selbstständige damit rechnen, dass sie

ihre Ansprüche im Leistungsfall gerichtlich

durchsetzen müssen. „Das

Streitpotenzial ist eindeutig größer als

im Angestelltenbereich“, sagt der Geschäftsführer.

Mit der Berücksichtigung

des Ratings lässt sich aber zumindest

die Wahrscheinlichkeit verringern,

dass sich Versicherungsnehmer im

Leistungsfall in einer solchen unerwünschten

Situation wiederfi nden.

Das Rating basiert zur Hälfte auf einer

Prüfung der Stabilität des BU-Geschäfts.

Außerdem untersuchen die Experten,

Aachen-Münchener Lebensversicherung AG 08/2009 FFF www.amv.de

Hamburg Mannheimer Lebensversicherung AG 01/2009 FF+ www.hamburg-mannheimer.de

HDI-Gerling Lebensversicherung AG 08/2009 FFF www.hdi-gerling.deLV 1871

LV 1871 a.G., München 08/2009 FFF www.lv1871.de

Nürnberger Lebensversicherung AG 08/2009 FFF www.nuernberger.de

Stuttgarter Lebensversicherung a.G. 08/2009 FF+ www.stuttgarter.de

Swiss Life Deutschland 01/2009 FF+ www.swisslife.de

Victoria Lebensversicherung AG 01/2009 FF+ www.victoria.de

Zurich Deutscher Herold Lebensversicherung 08/2009 FF+ www.zurich.de

Quelle: Franke & Bornberg/www.franke-bornberg.de, FFF = hervorragend, FF+ = sehr gut, FF = gut

wie kundenorientiert der Versicherer

in der Angebots- und Antragsphase sowie

in der Leistungsregulierung agiert.

Bisher haben sich neun Gesellschaften

dem Prüfverfahren unterzogen (siehe

Tabelle oben). Da das Rating-Verfahren

auf freiwilliger Basis beruht, ist nicht

mit wirklich negativen Urteilen zu rechnen.

Trotzdem hilft es dem Berater und

Versicherungsnehmer bei der Anbieterauswahl.

„Es ist das einzige Verfahren, das eine

tief greifende Qualitätsbeurteilung

von BU-Versicherern ermöglicht, weil

wir vor Ort im Unternehmen sind und

Stichproben erheben, um beispielsweise

das Regulierungsverhalten im Schadensfall

unter die Lupe zu nehmen“,

sagt Franke. Die Analysten untersuchen

auch sämtliche Tarifgenerationen der

zurückliegenden zehn Jahre mit Blick

auf die Stabilität der Risikoüberschüsse.

Rating als Entscheidungshilfe

Im Ergebnis lassen sich so Aussagen zur

Beitragsstabilität treffen. Unternehmer

können sich auf verschiedenen Wegen

gegen Berufsunfähigkeit versichern. Auf

privater Basis ist dies mit einer separaten

Berufsunfähigkeitsversicherung in Verbindung

mit einer Risiko-Lebensversicherung

oder einer (fondsgebundenen)

Rentenpolice möglich. Außerdem lässt

sich der Risikoschutz in eine Basisrente

oder im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge

(bAV) einbeziehen. Trotz

der steuerlichen Förderungen führen

bAV-Lösungen nicht unbedingt besser

ins Ziel. Entscheidend sind die persönliche

Versorgungssituation sowie die

steuerlichen Verhältnisse im Erwerbsleben

und im Ruhestand.

Die Höhe der BU-Rente sollte sich am

Absicherungsbedarf orientieren und

weniger am fi nanziellen Budget. Ist der

BU-Schutz zu teuer, besteht die Möglichkeit,

eine Karenzzeit zu vereinbaren.

Da die BU-Rente dann erst später fl ießt,

sollte zur Überbrückung auf eigenes Kapital

zugegriffen werden können.

Im Zuge der Produktauswahl lohnt es

sich für Selbstständige darauf zu achten,

einen Anbieter auszuwählen, der die berufl

iche Tätigkeit des Versicherten bei

der Risikobewertung günstig einstuft.

„Die Versicherer kalkulieren die Risikogruppen

unterschiedlich, sodass sich

hier bis zu 30 Prozent an Beitragskosten

einsparen lassen“, sagt Wollenhaupt. So

kommt es vor, dass ein Geschäftsführer,

der drei Mitarbeiter beschäftigt, einen

höheren Beitrag leisten muss, als wenn

er zehn Beschäftigte hätte. Folglich ist

die Versuchung groß, bei der Einordnung

etwas zu tricksen.

Genau dies würde sich aber im Leistungsfall

als klassisches Eigentor erweisen.

Denn hier gilt das Gleiche wie bei

den Gesundheitsfragen: Wissentliche

Unterlassungen oder Falschaussagen

wertet der Versicherer als Anzeigepfl

ichtverletzung. Das führt dazu, dass

der Versicherte im Ernstfall kein Geld

erhält. „Da werden mehr Fehler gemacht

als gemeinhin vermutet, obwohl

Versicherer die Angaben später leicht

kontrollieren können“, weiß Franke.

52 ProFirma 11 2009


„Gut Ding will Weile haben“, heißt es, und deshalb bestand

nach der langen Geburtsphase der Reform des Erbschaftsteuer-

und Bewertungsrechts die berechtigte Hoffnung, dass der

Gesetzgeber einen großen Wurf landen würde. Doch nur

knapp ein Jahr nach der Verabschiedung des Gesetzes ist die

Bilanz ernüchternd: Es bestehen nämlich nicht nur verfassungsrechtliche

Bedenken, sondern es zeigen sich in der Praxis

zahlreiche Fallstricke und Ungereimtheiten.

Ein Beispiel aus der täglich länger werdenden Mängelliste ist

die neue erbschaftsteuerliche Regelung bei Familienwohnheimen.

Denn der an sich lobenswerte Gedanke, die vom Erblasser

selbst genutzte Wohnung von der Erbschaftsteuer zu befreien,

wird konterkariert durch die hohen Hürden, die für die

Steuerbefreiung gelten. Denn der überlebende Ehegatte bleibt

beim Erbfall nur dann von der Steuer verschont, wenn er das

Haus zehn Jahre lang selbst nutzt, außer zwingende Gründe

hindern ihn daran. Als zwingende Gründe sieht die Finanzverwaltung

allerdings nur dessen eigenen Tod oder den Pfl egefall

an. Andere Umstände wie etwa eine berufl iche Versetzung,

die zum Verkauf oder zur Vermietung des geerbten Wohneigentums

führen, erkennt sie dagegen nicht an.

Im krassen Missverhältnis zu dieser strengen Regelung steht

die Steuerbefreiung bei einer Schenkung. Denn zu Lebzeiten

kann ein Ehegatte sein Haus oder einen Anteil daran übertragen,

ohne dass irgendwelche Behaltefristen gelten. Daher

sollte bei Ehegatten und Lebenspartnern die Übertragung des

Familienwohnheims zu Lebzeiten absolute Priorität gegenüber

einer erbrechtlichen Regelung haben.

Soll das private Wohneigentum auf Kinder oder Enkel übertragen

werden, ist dies aber nicht die richtige Lösung. Zwar

gelten bei der Vererbung der Wohnung an Kinder – mit Ausnahme

der Begrenzung auf 200 Quadratmeter Fläche – die

ProFirma 11 2009

Soll & Haben

Die Erbschaftsteuer

bleibt eine Baustelle

Von Andreas Munk

Andreas Munk ist Steuerberater,

Wirtschaftsprüfer und Leiter der

Ecovis-Kanzlei in Memmingen.

Info: www.ecovis.de

gleichen Regeln wie bei der Übertragung an den Ehegatten.

Allerdings gibt es keine Steuerbefreiung für Schenkungen

des Familienwohnheims an Kinder oder Enkel zu Lebzeiten.

Werden die persönlichen Freibeträge überschritten, sollte die

Übergabe an Kinder daher nie zu Lebzeiten, sondern erst von

Todes wegen vorgenommen werden.

Bei der Vererbung oder Verschenkung von vermieteten Immobilien

lässt sich die Liste der Widersprüche fortführen.

Während die Erbschaftsteuerreform für private, zu Wohnzwecken

vermietete Immobilien nur einen zehnprozentigen

Bewertungsabschlag auf die Verkehrswerte zulässt, ist bei

Wohnimmobilien, die zu einem gewerblichen Betriebsvermögen

gehören, eine vollständige Steuerbefreiung möglich.

Mietwohnungen, die von einer Personengesellschaft oder Kapitalgesellschaft

gehalten werden, können im Rahmen der betrieblichen

Behaltefristen sogar steuerfrei übertragen werden,

wenn sie vom Umfang her die Grenze der privaten Vermögensverwaltung

überschreiten.

Entsprechend der Devise „Nach der Reform ist vor der Reform“

kann man nur hoffen, dass die neue Regierung und die

Verwaltung die Bedenken aufgreifen und für den einen oder

anderen Punkt noch eine verträglichere Lösung fi nden. So

sollte vor allem bei der Betriebsübergabe die Krisentauglichkeit

des Lohnsummenmodells nochmals überdacht werden.

Auch beim Verwaltungs- und Überwachungsbedarf des Gesetzes

steckt noch erhebliches Verbesserungspotenzial, von

dem beide Seiten profi tieren würden. In Teilbereichen, wie

der Aufgabe der Selbstnutzung des Familienwohnheims, wäre

außerdem nicht zwingend ein neues Gesetzgebungsverfahren

notwendig. Hier würde es genügen, wenn die Finanzverwaltung

ihre Richtlinien überdenkt und damit auch die Finanzgerichte

um den einen oder anderen Fall entlastet.

Kolumne

53


Finanzen & Steuern

Steuer-Tipps

ZUGRIFF VERWEIGERT

Wenn der Prüfer des Finanzamts im

Rahmen des digitalen Datenzugriffs

auch freiwillig erstellte Daten einsehen

will, können Unternehmer jetzt

aufatmen. Sie müssen die Daten nicht

vorlegen. Der Prüfer darf nur auf solche

Unterlagen zugreifen, für die

gesetzliche Aufbewahrungspfl ichten

bestehen (BFH, Urteil vom 24. September

2009, Az. VIII R 80/06).

ABWRACKPRÄMIE TABU

Die Finanzämter sind bekanntlich sehr

fi ndig, wenn es darum geht, wegen

Steuerschulden pfändbares Vermögen

zu fi nden. Doch die Abwrackprämie

ist tabu. Eine Pfändung des Anspruchs

von 2.500 Euro ist nicht zulässig (OFD

Münster, Kurzinfo Nr. 08/2009 vom

18. August 2009).

KURZARBEITERGELD GILT ALS LOHN

Dass das Kurzarbeitergeld beim Arbeitnehmer

indirekt besteuert wird,

ist bekannt. Doch für Betriebsübernehmer

hätte dies zur Stolperfalle

werden können. Denn die neuen

Verschonungsregeln bei der Erbschaft-

oder Schenkungsteuer greifen nur,

wenn die durchschnittliche Lohnsumme

innerhalb der nächsten fünf oder

sieben Jahre im Vergleich zum Zeitpunkt

der Betriebsübernahme nicht

allzu sehr schwankt. Doch die Finanzminister

Baden-Württembergs und

Bayerns wiesen ihre Finanzämter an,

den Lohnaufwand nicht um das von

der Bundesagentur für Arbeit gezahlte

Kurzarbeitergeld zu mindern (Finanzministerium

Baden-Württemberg vom

24. September 2009).

STEUERTRENDS

Löschung einer

Limited brandgefährlich

Führt ein Selbstständiger seine Firma

in der Rechtsform einer englischen Limited,

kann es bei der Löschung dieser

Gesellschaft in England Probleme mit

dem Fiskus geben. Denn werden die Geschäfte

nach Löschung im englischen

Handelsregister weitergeführt, liegt

nach Ansicht des Finanzamts ein Einzelunternehmen

oder eine Personengesellschaft

vor. Folge: Die

Anlagegegenstände der

Limited werden mit ihrem

tatsächlichen Wert

in das neue Einzelunternehmen

oder in die neue

Personengesellschaft

eingelegt. Bei der GmbH

Die Rechtsform der

Limited lockt viele

deutsche Unternehmer

nach London.

Abgeltungsteuer

Kulanzregelung für Eheleute

liegt in Höhe des Differenzbetrags zwischen

Buch- und Zeitwert des Anlagevermögens

eine verdeckte Gewinnausschüttung

vor. Der Gewinn der Limited

erhöht sich also, und der Gesellschafter

der Limited muss den Differenzbetrag

als Kapitalertrag versteuern (OFD Hannover,

Verfügung vom 3. Juli 2009, Az.

S 2700 - 5 - StO 241/244).

Falls die Kapitalerträge eines Partners vor der Heirat den Freistellungshöchstbetrag

für Alleinstehende von 801 Euro überschritten haben, nicht aber den für Verheiratete

von 1.602 Euro, dürfen die Banken die einbehaltene Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag

den Eheleuten erstatten (BMF-Schreiben vom 1. April 2009). Würde

die rückwirkende Erstattung bereits einbehaltener Kapitalertragsteuer aufgrund

eines gemeinsamen Freistellungsauftrags nicht möglich sein, so wären die Eheleute

gezwungen, eine Erstattung im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung zu beantragen.

Wegen dieser Kulanzregelung bleibt den Eheleuten nun eine Veranlagung

erspart, und sie müssen die Kapitaleinnahmen in der Steuererklärung nicht allein

deshalb angeben.

ProFirma rät: Verheiratete sollten gleich nach der Hochzeit ihre Freistellungsaufträge

neu stellen und prüfen, ob nicht zu viel Abgeltungsteuer einbehalten wurde. Wenn

ja, sollte die Bank mit Hinweis auf die Regelung in dem BMF-Schreiben um Erstattung

gebeten werden.

54 ProFirma 11 2009


Personal-Strategien

werden hier entwickelt.

Und hier.

Hier sprechen die Meinungsführer!

Monatlich bestätigen 120.000 Leser: Mit »personalmagazin« entwickeln Sie

die richtigen Strategien für Management, Recht und Organisation. Und sich.

www.personalmagazin.de


Finanzen & Steuern – Steuertipp

Buchhaltung

Countdown für den Jahresabschluss

Noch haben Unternehmer viel Zeit, bis sie dem Finanzamt ihr Zahlenwerk für das

Jahr 2009 vorlegen müssen. Damit ihnen aber böse Überraschungen erspart bleiben,

sollten sie jetzt mit den Vorbereitungen beginnen. VON OTTFRIED WEISS

Bei hohem Stromverbrauch erhalten Unternehmer

einen Teil der bezahlten Stromsteuer zurückerstattet.

Steuernachzahlungen können Selbstständige

und Unternehmer gerade in

wirtschaftlich schwierigen Zeiten nicht

gebrauchen. Deswegen sollten sie sich

jetzt die Zeit für ein Gespräch mit ihrem

Steuerberater nehmen. Denn mit Blick

auf den Jahresabschluss 2009 lassen

sich so noch rechtzeitig die Weichen in

die richtige Richtung stellen. ProFirma

hat daher wieder eine Vielzahl interessanter

Tipps zusammengestellt, mit denen

Unternehmer die Steuerlast senken

können.

1. Stromsteuerentlastung

Was viele Selbstständige noch gar nicht

wissen: Bei hohem Stromverbrauch erhalten

Unternehmer auf Antrag einen

Teil der bezahlten Stromsteuer zurückerstattet.

Der Antrag, der unter www.zoll.

de in der Rubrik Formulare und Merkblätter

abgerufen werden kann, muss

beim Hauptzollamt gestellt werden.

Pro Firma rät: Für das Jahr 2008 muss

der Antrag spätestens am 31. Dezember

2009 eingegangen sein. Liegt der Antrag

nur einen Tag später vor, verfällt der Erstattungsanspruch

für 2008.

2. Einzugsermächtigung

fürs Finanzamt

Die selbstständige Friseurin Sandra B.

erteilt dem Finanzamt erstmals eine Einzugsermächtigung

zur Einziehung der

Steuern aus der Umsatzsteuer-Voranmeldung

für Dezember 2009, die am

10. Januar 2010 fällig wird. Der Grund

ist banal und genial zugleich: Obwohl

das Finanzamt die Umsatzsteuer erst

ein paar Tage nach dem 10. Januar 2010

abbucht, darf Frau B. die Zahlung noch

als Betriebsausgabe für das Jahr 2009

verbuchen.

ProFirma rät: Dieser Steuerdreh funktioniert

nur dann, wenn die Umsatzsteuer-

Voranmeldung bis spätestens 10. Januar

2010 beim Finanzamt eingeht und

das Konto zu diesem Zeitpunkt für die

fällige Umsatzsteuerzahlung eine ausreichende

Deckung aufweist.

3. Investitionsabzugsbetrag

für den Pkw

Handwerker Bernhard K. möchte für

den Abschluss 2009 noch Steuern sparen,

ohne einen Cent in die Hand nehmen

zu müssen. Das schafft er, indem

er einen Blick in die Zukunft wirft.

Stehen nämlich in den Jahren 2010

bis 2012 betriebliche Investitionen an,

darf Herr K. in diesem Jahr 40 Prozent

der voraussichtlichen Investitionskosten

den Betriebsausgaben zuschlagen.

Unternehmer, die ihren Gewinn nach

der einfachen Einnahmen-Überschussrechnung

ermitteln, dürfen aber vor

Abzug des Investitionsabzugsbetrags

nicht mehr als 200.000 Euro Gewinn

erwirtschaften. Bei bilanzierenden Unternehmern

darf der Wert des Betriebsvermögens

im Jahr 2009 nicht über

335.000 Euro liegen.

ProFirma rät: Wer für einen Pkw einen

Investitionsabzugsbetrag abzieht, sollte

Folgendes beachten: Der Pkw muss im

Jahr der Investition zu mindestens 90

Prozent betrieblich genutzt werden.

Und das kann der Besitzer nur durch

ein Fahrtenbuch nachweisen. Führt er

kein Fahrtenbuch, geht das Finanzamt

davon aus, dass der Investitionsabzugsbetrag

zu Unrecht vom Gewinn 2009

abgezogen wurde. In diesem Fall erhöht

das Finanzamt den Gewinn rückwirkend

um den Investitionsabzugsbetrag

und setzt Zinsen auf die Steuernachzahlungen

fest.

56 ProFirma 11 2009


4. Verlust-GmbH versilbern

Miriam W. ist Inhaberin einer GmbH,

die wegen der Konjunkturkrise hohe

Anlaufverluste aufgehäuft hat. Das Finanzamt

beziffert die vortragsfähigen

Verluste der GmbH auf rund 400.000

Euro. Vortragsfähig bedeutet, dass diese

Verluste mit Gewinnen späterer Jahre

Steuer sparend verrechnet werden dürfen.

Doch Frau W. will das Handtuch

werfen und ihre GmbH loswerden. Das

dürfte durch einen Passus im Bürgerentlastungsgesetz

nun sogar mit Gewinn

möglich sein. Bisher galt die Rechtslage,

dass der Erwerber beim Verkauf

einer GmbH die vom Finanzamt festgestellten

Verluste überhaupt nicht oder

nur anteilig verwenden durfte. Durch

eine Sanierungsklausel im Bürgerentlastungsgesetz

wurde nun der Untergang

von Verlustvorträgen bei einem

Besitzerwechsel auf sanierungswillige

Investoren ausgeschlossen (§ 8c Abs. 1a

KStG).

Ein Kauf zum Zweck der Sanierung setzt

voraus, dass die Zahlungsunfähigkeit

oder Überschuldung der GmbH abgewendet

werden soll. Nach dem Gesetz

greift die Sanierungsklausel zum Erhalt

der Verlustvorträge, wenn eine der folgenden

Voraussetzungen erfüllt ist:

Der Traum vom schönen, neuen Firmenwagen

lässt sich mithilfe des Investitionsabzugsbetrags

schneller verwirklichen.

ProFirma 11 2009

Foto: Volkswagen

> Es muss eine Betriebsvereinbarung

über den Erhalt von Arbeitsplätzen

geschlossen werden.

> In den folgenden fünf Jahren nach

dem Anteilskauf muss die durchschnittliche

Lohnsumme mindestens

80 Prozent der Ausgangslohnsumme

betragen.

> Der GmbH muss innerhalb von zwölf

Monaten neues Betriebsvermögen

zugeführt werden, das mindestens 25

Prozent des in der Steuerbilanz des

Vorjahres ausgewiesenen Aktivvermögens

entspricht.

ProFirma rät: Wer seine Verlust-GmbH

verkaufen will, muss sich sputen. Denn

die Sanierungsklausel gilt nur für Veräußerungen

bis zum 31. Dezember 2009.

Die Einschaltung eines Steuerberaters

ist hier unbedingt empfehlenswert.

5. Freistellungsbescheinigungen

besorgen

Im vergangenen Jahr hatten die Bauunternehmerin

Birgit H. und ihre

Mitarbeiter kurz vor Jahresende alle

Hände voll zu tun. „Deshalb haben wir

vergessen, die auslaufenden Freistellungsbescheinigungen

von unseren

Geschäftspartnern und für unsere eigene

Firma anzufordern. Das führte zu

einem Chaos“, so Frau H. Hintergrund:

Unternehmer, die Bauleistungen in

Auftrag geben, müssen grundsätzlich

15 Prozent der Gegenleistung einbehalten

und ans Finanzamt abführen.

Nur wenn das Bauunternehmen eine

Freistellungsbescheinigung nach § 48 b

EStG vorlegt, darf vom Einbehalt

der Bauabzugssteuer abgesehen werden.

Steuersparmodell

Handwerksleistungen

Privatleute, die selbstständige Handwerker mit Instandhaltungs- und Modernisierungsarbeiten

oder selbstständige Dienstleister in ihrem Haushalt

beauftragen, können für die Arbeitsleistung beim Finanzamt eine Steueranrechnung

nach § 35a Abs. 2 EStG beantragen. Bei haushaltsnahen Dienstleistungen

können maximal 4.000 Euro (20 Prozent von 20.000 Euro) abgesetzt

werden, bei Handwerksleistungen 1.200 Euro (20 Prozent von 6.000 Euro).

Insbesondere bei umfangreicheren Handwerksleistungen, die im Jahr 2009

begonnen haben und erst in 2010 abgeschlossen werden, kann es sich lohnen,

bereits heute Anzahlungen zu leisten, wie das folgende Beispiel verdeutlicht.

Beispiel: Frau M. beauftragt einen Handwerksbetrieb im Dezember 2009

mit der Sanierung ihrer Heizung. Die reinen Arbeitskosten belaufen sich auf

10.000 Euro, die bei Fertigstellung im Februar 2010 fällig werden. Würde Frau

Müller die gesamte Rechnungssumme erst im Jahr 2010 bezahlen, würde sich

das Finanzamt an den Handwerksleistungen nur zu 1.200 Euro beteiligen.

Zahlt sie dagegen bereits in diesem Jahr mindestens 4.000 Euro an, überweist

das Finanzamt 800 Euro mehr.

Vorschuss lohnt sich Ohne Anzahlung Mit Anzahlung

Kosten der Arbeitsleistung 2009 0 Euro 4.000 Euro

Davon in 2009 steuerlich anrechenbar 0 Euro 800 Euro

Kosten der Arbeitsleistung 2010 10.000 Euro 6.000 Euro

Davon 2010 steuerlich anrechenbar 1.200 Euro 1.200 Euro

Gesamte Anrechnung auf die Steuerschuld 1.200 Euro 2.000 Euro

57


Finanzen & Steuern – Steuertipp

WECHSEL

DER GEWINNERMITTLUNG

ÜBERGANG

ZUR BILANZIERUNG

Selbstständige, die ihren Gewinn bisher

nach der Einnahmen-Überschussrechnung

ermitteln und zum 1. Januar

2010 bilanzieren müssen oder freiwillig

die Gewinnermittlungsmethode

wechseln, sollten in den letzten Wochen

des Jahres bereits Vorkehrungen

für den bevorstehenden Wechsel treffen.

Zum einen muss die Buchhaltung

spätestens zum 1. Januar 2010 umgestellt

werden. Dazu benötigt man die

passende Software und einen Steuerberater,

der eine Eröffnungsbilanz erstellt.

Zum anderen muss beim Wechsel

der Gewinnermittlungsart wegen

der unterschiedlichen Vorschriften bei

der Einnahmen-Überschussrechnung

und der Bilanz ein Übergangsgewinn

oder -verlust ermittelt werden. Um

keine bösen Überraschungen bei sehr

hohen Übergangsgewinnen zu erleben,

sollte diese Berechnung frühzeitig

vor Umstellung zur Bilanzierung

begonnen werden.

ÜBERGANG ZUR EINNAHMEN-

ÜBERSCHUSSRECHNUNG

Muss ein Selbstständiger bilanzieren,

muss meist ein Steuerberater die

komplette Buchhaltung übernehmen.

Das kostet nicht wenig. Bei der Einnahmen-Überschussrechnung

können

Unternehmer zumindest während

des Jahres buchen – also selbst Aufgaben

übernehmen und somit Geld

sparen. Durch das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz

ist es möglich, dass

Buchführungsverpfl ichtungen nach

Handelsrecht wegfallen. In diesem

Fall ist der Wechsel von der Bilanz zur

Einnahmen-Überschussrechnung zum

1. Januar 2010 erlaubt.

Der Kauf von Bürostühlen kann

sich auszahlen, wenn jeder netto

nicht mehr als 150 Euro kostet.

ProFirma rät: Die Freistellungsbescheinigungen

von Geschäftspartnern oder für

die eigene Firma sollten frühzeitig beantragt

werden. Denn geht die Freistellung

wegen Urlaubszeit in den Finanzämtern

oder wegen eines Antragsstaus verloren,

kann das fi nanzielle Folgen nach sich

ziehen. Es ist also empfehlenswert zu

prüfen, ob die eigene Freistellung und

die der Geschäftspartner nach dem 31.

Dezember 2009 noch gültig sind. Wenn

nicht, sollten die neuen Freistellungen

umgehend angefordert werden.

6. Mit Kleininvestitionen sparen

Nach dem Motto „Kleinvieh macht auch

Mist“ setzt der Lieferant Christian J. auf

kleinere Anschaffungen. Dazu lässt er

sich von seinen Mitarbeitern aufl isten,

was an Betriebsmitteln fehlt. Vom Bürostuhl

über das Regal bis zur Laptoptasche

kann der Unternehmer dann bis

zum Jahresende alles einkaufen. Einzige

Voraussetzung: Jeder Gegenstand darf

netto nicht mehr als 150 Euro kosten.

In diesem Fall spricht man von „geringwertigen

Wirtschaftsgütern“, deren

Kaufpreis nicht verteilt auf mehrere

Jahre abgeschrieben werden muss. Die

Ausgaben sind vielmehr in voller Höhe

sofort abziehbare Betriebsausgaben.

ProFirma rät: Beim Kauf einer Büroeinrichtung

sollte also darauf geachtet

werden, dass sämtliche Gegenstände

einzeln mit ihrem Preis ausgewiesen

sind. Jeder Gegenstand bis 150 Euro

mindert so nämlich den Gewinn 2009.

Liegt der Kaufpreis nur geringfügig über

150 Euro, sollte ein Rabatt ausgehandelt

werden, damit die 150-Euro-Grenze

nicht überschritten wird.

7. Steuerfalle Weihnachtsfeier

„Wenn bei uns gefeiert wird, schaue ich

nicht aufs Geld. Doch das hat sich jetzt

geändert“, sagt Weinhändlerin Frauke B.

Denn bei einer Lohnsteuerprüfung kam

ans Tageslicht, dass die Aufwendungen

der Weihnachtsfeier pro Arbeitnehmer

mehr als 110 Euro gekostet hatten. Folge:

Die Weinhändlerin musste Lohnsteuer

für die Feier plus Umsatzsteuer

ans Finanzamt abführen.

ProFirma rät: Selbstständige, die nachträgliche

Steuerzahlungen vermeiden

möchten, sollten nachrechnen, wie

58 ProFirma 11 2009


viel der Kosten für die Weihnachtsfeier

(Verpfl egung, Musik, Saalmiete) auf jeden

einzelnen Mitarbeiter entfällt. Sind

auch die Ehegatten der Mitarbeiter eingeladen,

sind deren Kosten dem jeweiligen

Mitarbeiter zuzuschlagen.

8. Umsatzgrenze 2009

im Auge behalten

Selbstständige, die schon heute an morgen

denken, können sich für das Steuerjahr

2010 enorme Steuervorteile sichern.

Die Rede ist von der Ist-Besteuerung bei

der Umsatzsteuer. Stellt ein Unternehmer

eine Rechnung, muss er die Umsatzsteuer

dafür im Voranmeldungsverfahren

ans Finanzamt überweisen, egal,

wann die Rechnung beglichen wird. Im

Fachjargon spricht man von Soll-Versteuerung.

Beträgt der Umsatz des Vorjahrs

jedoch höchstens 500.000 Euro,

kann der Unternehmer einen Antrag auf

Ist-Versteuerung stellen und muss die in

Rechnung gestellte Umsatzsteuer erst

dann beim Finanzamt anmelden, wenn

die Rechnung beglichen wurde.

ProFirma rät: Selbstständige sollten deshalb

ihren Umsatz 2009 im Auge behalten.

Droht die Umsatzhöchstgrenze nur

knapp überschritten zu werden, sollten

bestimmte Aufträge erst im Jahr 2010

abgewickelt werden, um die Ist-Besteuerung

zu retten.

9. Der neue Sammelposten

Erwerben Selbstständige kurz vor Jahresende

Gegenstände für ihr Anlagevermögen

(Werkzeug, Maschinen), wirkt

sich der Kauf häufi g steuerlich kaum

aus, weil die Abschreibung streng zeitanteilig

nur noch für den Monat Dezember

vom Gewinn abgezogen werden

darf.

Beispiel: Ein Unternehmer erwirbt im

Dezember 2009 einen neuen Schreibtisch

für 1.300 Euro. Da Möbel auf 13

Jahre abgeschrieben werden müssen,

beträgt die Jahresabschreibung 100

Euro. Bei Kauf im Dezember dürfen

2008 davon jedoch nur 8,33 Euro abgezogen

werden (100 mal 1/12).

ProFirma rät: Betragen die Kosten dagegen

zwischen 150,01 Euro und 1.000

Euro, liegen geringwertige Wirtschaftsgüter

vor, die über einen Sammelposten

ProFirma 11 2009

auf fünf Jahre abgeschrieben werden

müssen. Der Clou dabei: Die Berechnung

erfolgt nicht zeitanteilig. Hätte der

Schreibtisch also 1.000 Euro gekostet,

hätte der Gewinn 2009 um 200 Euro

gemindert werden können. Beim Kauf

von Anlagevermögen zum Jahresende

sollte also darauf geachtet werden, dass

die Gegenstände nicht teurer als 1.000

Euro sind.

10. Vorsteuer-Pauschalierung

Unternehmer, deren Umsätze 2009

nicht mehr als 61.356 Euro betragen,

profi tieren im Jahr 2010 von einer

kaum bekannten Steuervergünstigung.

Anstatt die Vorsteuer mühselig aus den

Eingangsrechnungen ausrechnen zu

müssen, dürfen sie die Vorsteuern pauschal

geltend machen. Von der Vorsteuerpauschalierung

profi tieren Unternehmer,

die nicht verpfl ichtet sind, Bücher

zu führen. Ermittelt ein Unternehmer

seinen Gewinn also nach der einfachen

Einnahmen-Überschussrechnung, darf

er seine Vorsteuer grundsätzlich pauschal

ermitteln.

Beispiel: Bei Möbeltischler Bernd S.

liegt der Umsatz im Jahr 2009 unter der

Höchstgrenze von 61.356 Euro. Im Jahr

2010 erwartet er Umsätze von 50.000

Euro. Seine tatsächlichen Vorsteuern

betragen rund 2.700 Euro. Pauschal darf

er jedoch 4.500 Euro Vorsteuern geltend

machen (neun Prozent von 50.000

Euro).

ProFirma rät: Wer im Jahr 2010 seine

Vorsteuern pauschal ermitteln möchte,

sollte zuerst einen Blick in die Anlagen

69 und 70 zu den Umsatzsteuerdurchführungsverordnungen

werfen. Denn

nicht alle Branchen sind begünstigt.

Greift die Begünstigung, sollte der Umsatz

für 2009 also gezielt beeinfl usst

werden, um die Höchstgrenze nicht zu

überschreiten.

So rechnet sich eine

„Last-Minute-Hochzeit“

Geben sich Paare noch bis 31. Dezember 2009 standesamtlich das Jawort,

wird ihr zu versteuerndes Einkommen nach der günstigen Splittingtabelle für

Ehegatten ermittelt. Im Gegensatz zur Grundtabelle bei Ledigen winken hier

mehrere Tausend Euro Steuererstattungen. Nicht immer lohnt sich aber der

Last-Minute-Gang zum Standesamt. Denn der Splittingtarif entfaltet seine

Steuersparwirkung nur dann, wenn ein Partner in etwa 60 Prozent des gemeinsamen

Einkommens bezieht. Bringen beide Partner etwa gleich viel mit,

besteht kein Unterschied zur Besteuerung nach der Grundtabelle.

Beispiel: Planen Sie zum 29. Dezember 2009 eine standesamtliche Heirat,

dann sieht die Steuerrechnung je nach Variante anders aus. Bei Variante 1

gilt: Ihr Partner hat ein zu versteuerndes Einkommen von 30.000 Euro. Ihr

Einkommen beträgt 70.000 Euro. Bei Variante 2 gilt: Ihr Partner und Sie haben

jeweils ein Einkommen von 30.000 Euro.

Die „Last-Minute“-Rechnung Variante 1 Variante 2

Einkommen Ehemann 70.000 Euro 30.000 Euro

Einkommen Ehefrau 30.000 Euro 30.000 Euro

Zu versteuern nach Grundtabelle 23.065 Euro 12.252 Euro

Zu versteuern nach Splittingtabelle 18.810 Euro 12.252 Euro

Steuervorteil durch Heirat 4.255 Euro 0 Euro

59


IT & Investition – Special Nutzfahrzeuge

Fuhrpark

Kosten runterfahren

Erst explodierten die Spritkosten, nun herrscht Wirtschaftsfl aute. Selten war

der Kostendruck in den Fuhrparks größer. Die gute Nachricht: Es gibt wirksame

Maßnahmen, um Fuhrparkkosten dauerhaft zu bändigen. VON KARSTEN ZUNKE

„Manchmal muss man alte Zöpfe abschneiden“, sagt Herbert

Volkmer. Der Fuhrparkleiter des Landshuter Kreisverbands

des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) spricht aus Erfahrung.

Früher wurden die Fahrzeuge für den gemischten BRK-Fuhrpark

gekauft, mitunter sieben bis acht Jahre gefahren und immer

wieder repariert. „Wir waren zum Teil mit alten Kisten

unterwegs“, sagt Volkmer. Vor fünf Jahren ging es so nicht

weiter. Denn der 40-Fahrzeuge-Fuhrpark vergrößerte sich

schlagartig. Das Landshuter BRK entschied sich, Fahrzeuge zu

leasen, und arbeitet seitdem mit ASL-Leasing in Oberhaching

zusammen. Heute befi nden sich mehr als 100 Fahrzeuge im

Fuhrpark, darunter 40 Transporter bis 2,8 Tonnen.

Die Entscheidung, mit einem Dienstleister zusammenzuarbeiten,

hat sich ausgezahlt, die Kosten hat Volkmer um etwa 15

Prozent pro Jahr gesenkt. So müssen zum Beispiel nur noch

ein Lieferwagen und ein Pkw vorgehalten werden, um eventuelle

Fahrzeugausfälle abzufedern. Früher waren acht Autos

nötig. Heute springt der Leasing-Geber ein, stellt bei einem

Kasko-Schaden Ersatzfahrzeuge. Die Pkws des Fuhrparks befi

nden sich in einem klassischen Finanz-Leasing.

„Noch interessanter ist für uns aber der Transporterbereich“,

sagt Volkmer. Hier hat sich der Fuhrpark-Chef zu einem Full-

Service-Leasing entschlossen – komplett von Reparaturen und

Wartungen über den Winter-Sommer-Reifen-Service bis hin

zu den Fahrzeugversicherungen. Das bringt Planungssicherheit.

Denn das BRK schließt mit Krankenkassen, Krankenhäu-

GRATISTOOL des Monats

ProFirma PROFESSIONAL

Einen kostenlosen Fachbeitrag zum Thema aus dem Angebot von

ProFirma Professional fi nden Sie auf www.profi rma.de

Fuhrpark-Controlling Der Fachbeitrag hilft dabei, die Fahrzeugkosten

im Unternehmen zu kontrollieren und zu senken.

sern und Sozialämtern mehrjährige Verträge ab, abgerechnet

wird nach Laufl eistung. „Für unsere Kalkulation ist es wichtig

zu wissen, was uns ein Fahrzeug pro Kilometer kostet – und

das langfristig. Das funktioniert nur mit Leasing-Verträgen,

die alle Kosten berücksichtigen“, erläutert Volkmer.

Längere Laufzeiten, geringere Raten

Die Transporter least das BRK und baut viele für die eigenen

Bedürfnisse um – auf eigene Kosten. Ist der Leasing-Vertrag

abgelaufen, werden die Einbauten entfernt. Für das „Essen auf

dern“ greifen die Landshuter auf das Gebrauchtwagenangebot

von ASL zurück, da sich Transporter mit Bratensoße-

Geruch – es geht immer mal etwas daneben – nur schwer weitervermarkten

lassen. Und Volkmer

möchte weitere Kosten sparen. „Für

Fahrzeuge mit weniger als 20.000

Kilometer jährlicher Laufl eistung

werden wir unsere Leasing-Laufzeiten

verlängern. Durch die daraus

resultierenden niedrigeren Leasingraten

sparen wir etwa 1.000 Euro

pro Transporter“, sagt Volkmer.

Damit steht er nicht allein: Viele Unternehmen

wollen in der jetzigen

Krise die Verträge mit ihren Dienstleistern

nachverhandeln. Laut einer

Erhebung des Corporate Vehicle

Observatory (CVO) planen hierzulande

18 Prozent der befragten

Unternehmen im gehobenen Mittelstand

(bis 999 Mitarbeiter) in

erneute Kostenverhandlungen mit

den Flottenanbietern zu treten, bei

Großunternehmen beträgt dieser

Anteil sogar 27 Prozent.

60 ProFirma 11 2009

ProFirma

Special

Foto: VW


ProFirma 11 2009

EINSPARUNGEN IM FUHRPARK

Mit diesen Maßnahmen wollen Unternehmen

die Kosten ihrer Fahrzeugfl otte reduzieren:

Deutschland

Europa

Kraftstoffeinsparung

Verringern der Motorgröße der Fahrzeuge

Reduzieren der Fuhrparkgröße

14%

30%

7%

15%

6%

10%

Erneute Kostenverhandlungen mit Flottenanbietern

5%

16%

Herabsetzen der Fahrzeugkategorien

Kauf statt Leasing

Stopp neuer Fahrzeugkäufe

5%

11%

3%

10%

2%

13%

Änderung der Verteilungsregeln der

Fahrzeuge 2%

9%

Verkauf und zurückleasen

Mehr Outsourcing

Einführung/Ausbau von Poolfahrzeugen

2%

8%

2%

7%

2%

7%

Basis: Unternehmen mit Firmenwagen = 100%

Quelle: Corporate Vehicle Observatory

Viel Stauraum im

VW Caddy: Um Kosten

zu sparen, sollte auch

die Auslastung der

Fahrzeuge optimal

geplant werden.

Vertragsverlängerungen können Leasing-Kosten schnell reduzieren,

sagt Hans Westermayer, Regionalleiter bei ASL für den

süddeutschen Raum. Bei dieser Gelegenheit könne man auch

die Kilometerlaufl eistung anpassen. Leasing-Gesellschaften

sind zudem in der Lage, den gesamten Fuhrpark auf Einspar-

Potenziale zu durchleuchten. So hat ASL eine Beratungslösung

entwickelt, die den kompletten Fuhrpark analysiert.

„Wir gehen in alle Teilbereiche, können unseren Kunden sogar

aufzeigen, wie hoch die Belegbearbeitungskosten pro Jahr

sind“, so Westermayer. In einer europaweiten Untersuchung

hat ASL auf diese Weise pro Fahrzeug Sparmöglichkeiten von

durchschnittlich 66 Euro pro Monat ermittelt.

Das Übel sitzt tiefer

Aber längst nicht alle Unternehmen haben die Kosten so gut

im Griff wie das Landshuter BRK. Vor allem ist es schwer,

Kosten zu sparen, wenn man deren Höhe nicht genau kennt.

Fuhrparkdaten sind in vielen Betrieben intransparent, die

Kostenposten verstecken sich in unübersichtlichen Excel-

Tabellen: Ohne geeignete Fuhrpark-Software ist Controlling

schwierig. Aber mitunter gibt es gar keine Controlling-Abteilung,

ebenso wenig wie eine kostenstellenbezogene Auswertung

der Daten. „In kleinen und mittelständischen Betrieben

ist eine Kostentransparenz häufi g nicht gegeben“, lautet die

Erfahrung von Unternehmensberater Hans-Peter Stiemer. Er

ist auf Unternehmenslogistik spezialisiert, bietet unter anderem

Kostenrechnungsseminare für Fuhrparkchefs an.

Das Problem in vielen – vorwiegend kleineren – Firmen: Der

Fuhrparkleiter muss sich die nötigen Daten aus verschiedenen

Quellen mühsam zusammentragen. „Meist gibt es in

der Buchhaltung ein ‚4711-Konto’, auf dem die Kosten sämtlicher

Fahrzeuge verbucht werden, von den Betankungen

über Reparaturen bis hin zu Wartungen“, erläutert Stiemer.

Die Lohnkosten der Fahrer dagegen muss der Fuhrparkleiter

dann eigens vom Personalbüro anfordern. Desgleichen die

Abschreibungen der einzelnen Fahrzeuge, die in der Regel

eine Abfrage bei der Anlagenbuchhaltung nötig machen.

Kostentransparenz herstellen

„Die Voraussetzung für eine wirksame Senkung der Mobilitätskosten

ist Transparenz: Selbst kleinste Kostenpositionen

können je nach Größe des Fuhrparks zu erheblichen Volumeneffekten

führen“, sagt Hans-Peter Zurwesten, Vertriebsvorstand

der Sixt Leasing AG. Wie andere Dienstleister hat

Sixt Leasing Reportingtools entwickelt, die unnötige Kostentreiber

identifi zieren. „Unsere Kunden steuern vermehrt

kleinere Fahrzeuge, wechseln von einer angestammten Marke

auf kostengünstigere Modelle oder wählen sparsamere Antriebsarten“,

so Zurwesten.

Die meisten Flottenbetreiber sind aktuell von starkem Kostendruck

getrieben, das spüren die Leasing-Dienstleister aus

erster Hand. „Häufi ge Maßnahmen sind im Moment Vertragsverlängerung

und Versuche, Preise durch Verhandlungen

61


IT & Investition – Special Nutzfahrzeuge

„Meist gibt es in der Buchhaltung ein ,4711-Konto‘,

auf dem sämtliche Fahrzeugkosten erfasst werden.“

HANS-PETER-STIEMER, UNTERNEHMENSBERATER, TÜBINGEN

und Ausschreibungen zu senken. Downsizing ist bei Servicefuhrparks

eine Alternative, die Anpassung der Car Policy für

den Gesamtfuhrpark wird noch zu selten genutzt“, erläutert

Reinhard Happel, Ressortleiter Vertrieb Arval Deutschland.

Der Trend zum Downsizing

Vor allem der Trend zum Downsizing ist ungebrochen. Auch

beim BRK in Landshut setzt man künftig auf kleinere Motorisierungen.

Wurden früher 105-PS-Antriebe für Rollstuhlfahrzeuge

geordert, setzt Volkmer heute auf 75-PS-Fahrzeuge.

Spritkosten lassen sich vergleichsweise schnell einsparen, auf

verschiedenen Wegen. Mit hartnäckigen Verhandlungen können

Firmen den Mineralölgesellschaften Rabatte abringen.

Zwei bis drei Cent sind mitunter möglich. Wer dann wie das

Landshuter BRK rund zwei Millionen Kilometer mit seinen

Fahrzeugen pro Jahr zurücklegt, spürt die Einsparung.

Auch Mitarbeiter gilt es zum Spritsparen zu animieren. Hier

sind Schulungen der Fahrer ein erprobtes Mittel. „Die gezielte

Schulung der Fahrzeuglenker hinsichtlich einer effi zienteren

Fahrweise kann bei Pkw zu einer Kraftstoffeinsparung von 25

bis 30 Prozent, bei Lkw bis zu 15 Prozent betragen. Analysen

zeigen zudem, dass mit der Kraftstoffeinsparung auch eine Reduzierung

der Unfallzahlen und damit der Versicherungsbeiträge

einhergeht. Wer Navigations-Soft- und -Hardware zur

Routenoptimierung implementiert, spart zusätzlich Geld und

Zeit“, rät Michael Müller-Görnert, Referent für Verkehrspolitik

beim umweltorientierten Verkehrsclub Deutschland (VCD).

Laut der Umfrage „Barometer 2009“ des Corporate Vehicle

Observatory (CVO) wollen immerhin 14 Prozent der befragten

Unternehmen in Deutschland mit Spritsparen auf die

Wirtschaftskrise reagieren. Auf Platz zwei folgt mit großem

Abstand die Verringerung der Motorgrößen (sieben Prozent).

An dritter Stelle nannten die Befragten, dass sie ihre Fuhrparkgröße

reduzieren möchten. In Deutschland wurden dazu 300

Führungspersonen befragt, die tatsächlich Entscheidungsbefugnis

über den Fuhrpark ihres Unternehmens haben.

Auslastung optimieren

„Eine oft unterschätzte, aber immens wirksame Kostensenkungsmöglichkeit

ist es, die Auslastung der Transporter zu

verbessern“, sagt Stiemer. Nahezu alle werkseigenen Fuhrparks

haben nach seiner Erfahrung damit Probleme. Hinfahrten

sind in der Regel gut ausgelastet, aber die Rückfahrten

meist leer. „Die Tourenplanung gehört als Erstes auf den Prüfstand“,

fordert der Controlling-Experte.

Konsequent umgesetzt, beginnt das Einsparen von Fuhrparkkosten

bereits innerbetrieblich, im Warenausgang. „In

Kombination mit der Tourenplanung muss gefragt werden,

ob die Warenzuordnung und Verladung der Waren auf die

einzelnen Touren optimal erfolgt. Auch Rückladungsmöglichkeiten

sollten tourenspezifi sch geprüft werden, um das

Fahrzeug besser auszulasten. Das wird nur sehr selten ernsthaft

analysiert“, so Stiemer. Für den Berater ist auch die Standzeitoptimierung

ein entscheidendes Kriterium. Denn die

Fixkosten pro Einsatzstunde schlagen bei Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen

entscheidend zu Buche. Nicht nur auf dem

eigenen Hof, sondern auch beim Kunden. „Bedingt durch die

Abschreibungen beziehungsweise Leasing-Raten und Fahrerlöhne

ergeben sich schnell Gesamt-Fixkosten von mehreren

Hundert Euro pro Einsatztag. Da sind unproduktive Standzeiten

fatal. Darauf müssen Unternehmen in der Tourenplanung

ein besonderes Augenmerk legen“, rät Stiemer. Dies ist

besonders wichtig, da Marktbeobachter mit tendenziell weiter

steigenden Fuhrparkosten rechnen, nicht zuletzt aufgrund

der erwarteten Preisentwicklungen bei Benzin und Diesel.

Inwieweit alternative Antriebe die Antwort auf langfristig

steigende Spritpreise sein können, liegt auch in der Hand der

Fahrzeughersteller. So ist im BRK in Landshut bereits ein Erdgas-Transporter

unterwegs. Allerdings würde sich Volkmer

lieber Elektroautos wünschen: „Unsere Fahrzeuge sind vorwiegend

in Landshut unterwegs, eine Akku-Reichweite von

100 Kilometern am Tag würde völlig ausreichen. Doch Elektrofahrzeuge,

die sich auch für den Rollstuhltransport eignen,

privat

gibt es nicht. Ich hoffe, das wird sich bald ändern.“ Foto:

SIEBEN SOFORTMASSNAHMEN, UM SPRIT ZU SPAREN

Korrekter Reifendruck: Spart bis zu zwei Prozent Kraftstoff

Ballast ausladen: Faustregel: 100 kg Mehrgewicht = 0,5 l Mehrverbrauch/100

km

Schulungen und Spritspar-Trainings: Tipp: Kombinierte Kurse mit

Sicherheitstraining

Fahrer anweisen: Bei Stopps ab 20 Sekunden Motor ausschalten;

sanft beschleunigen, wenig bremsen, vorausschauend fahren

Spritsparen incentivieren: Zum Beispiel mit Punktesystem

Routen mit Tourenplanungs-Software vor Fahrtantritt optimieren;

Tipp: Die Fahrzeugauslastung unbedingt beachten

Tankkarten einsetzen: Bei großen Abnahmemengen sind Preisnachlässe

möglich.

62 ProFirma 11 2009


IT & Investition – Special Nutzfahrzeuge

Ladungssicherung

Verladen und verzurren

Noch immer unterschätzen Fahrer die Ladungssicherung. Transporterhersteller bieten

daher Sicherungsmöglichkeiten direkt ab Werk an. Ältere Fahrzeuge lassen sich mit

Ordnungs- und Nachrüstsystemen sicherer machen. VON KARSTEN ZUNKE

Spätestens bei einer Vollbremsung rächt sich der Verladungs-

Schlendrian. Wer etwa seinen Minivan in einen Sattelschlepper

umfunktioniert (siehe Foto unten), bringt sich und andere

in Gefahr. Nicht nur Berufstrucker, sondern auch Handwerker

sollten also ihre Ladung gut sichern. Besonders gefährdet

sind Kleintransporter. Längst ist die Sprinterklasse mit Geschwindigkeiten

jenseits der 160 Kilometer je Stunde auf Autobahnen

unterwegs. „Kleintransporter erzeugen sehr hohe

Beschleunigungswerte. Die Anforderungen an die Ladungssicherung

sind daher höher als bei Lkw“, sagt Michael Ebsen,

Leiter der Fachgruppe Ladungssicherung des TÜV Nord.

Dank starken Bremsanlagen sind auch die Verzögerungen

und somit die dabei freigesetzten Kräfte extrem. Schnell

wird eine lose herumliegende Bohrmaschine zum Geschoss.

Verrutschen schwere Waren, können sie das Fahrzeug zum

Schlingern bringen. Mitunter durchschlagen Ladungsgegenstände

bei einer Vollbremsung sogar Trennwände.

„Auffällig ist, dass sich die Art der Ladung verändert“, erläutert

Ebsen. Früher waren Kleintransporter hauptsächlich mit

Stückgut unterwegs. „Da Logistiker momentan die Zuladungen

stark optimieren, kommt es häufi ger vor, dass auch

Paletten in Kleintransporter eingeladen werden. Das führt zu

ungünstigen Lastverteilungen“, erläutert Ebsen. Denn meist

wird per Gabelstapler von hinten eingeladen, somit befi ndet

sich der Ladeschwerpunkt weit hinten. Um aber einen Transporter

vernünftig bremsen und lenken zu können, ist eine ausgewogene

Verteilung der Nutzlast auf der Ladefl äche nötig.

Transporter sind nicht Abrahams Schoß

Tückisch ist zudem, dass sich Transporter heute ähnlich bequem

fahren lassen wie Pkw. „Der Fahrer fühlt sich wohl,

wähnt sich in Abrahams Schoß. Aber er hat eine wesentlich

höhere Nutzlast hinter sich im Laderaum. Im Zusammenspiel

mit dem hohen Ladungsgewicht und den hohen Geschwindigkeiten

führt das bei plötzlichen Fahrmanövern zu gefährlichen

Situationen“, erläutert Wolfgang Klein, Leiter Verkehrssicherheit

an der TÜV-Rheinland Akademie. Fahrertrainings

und Testfahrten können hier helfen. Wer beispielsweise neue

Produkte transportieren soll und wissen möchte, ob die Ladung

ausreichend gesichert ist, kann das beim TÜV prüfen

lassen. „Wir packen die Musterladung auf eines unserer Testfahrzeuge

und führen extreme Fahrmanöver durch“, erläutert

Klein. Die Tests sind sehr aufschlussreich.

Die gute Nachricht: Transporterhersteller haben das Thema

Ladungssicherheit erkannt. In vielen Fahrzeugen sind bereits

serienmäßig Zurrpunkte oder ganze Zurrleisten an der Seite

angebracht. Dafür greifen sie auf das Know-how von Dienstleistern

zurück, die sich auf Fahrzeuginneneinbauten speziali-

Die 160 fünf Meter langen Dachlatten auf

dem Anhänger ragen weit in den Kofferraum

hinein. Die lockeren Befestigungen mit zwei

Spanngurten haben lediglich Alibifunktion.

64 ProFirma 11 2009

ProFirma

Special

Foto: Kreispolizeibehörde Soest, Peugeot, Fiat


siert haben. Platzhirsch der Einbauspezialisten ist Sortimo aus

Zusmarshausen.

Wie eine solche Zusammenarbeit funktioniert, zeigt Peugeot

mit seinem neuen Sondermodell Boxer Avantage. Der Transporter

wurde in Zusammenarbeit mit Sortimo mit diversen

Verzurrmöglichkeiten ausgestattet. Es gibt Verzurrschienen

links, rechts und vorne sowie zwei Spannstangen aus Aluminium.

Vier Verzurrgurte mit Ratsche sind in einer Aufbewahrungstasche

an der Fahrzeugwand untergebracht und können

dort nach Gebrauch wieder sicher verstaut werden.

Der Nachrüstmarkt boomt

Durch die zunehmende Verbreitung und die daraus resultierende

Massenherstellung sind die Einbauten auch erschwinglich

geworden. Arbeitsplatten, ausziehbare Werkzeugmagazine,

Schubladen, tragbare Ablageboxen, Bodenwannen,

Regalboxen, Schraubstöcke, Gasfl aschenhalterungen oder

Schwerlastschubladen: Ordnungssysteme enthalten diverse

Einbauteile und werden fest mit der Fahrzeugkonstruktion

verbunden. Es gibt auch Systeme, die sehr fl exibel sind und in

eine Verankerung geklickt werden. Wer

seinen Transporter als Werkstattwagen

fährt, nun aber Ladefl äche benötigt,

kann mit Sortimo-Easy-Klick die Werkstattmodule

einfach aus der Verankerung

klicken. Wird der Transporter wieder

als rollende Werkstatt gebraucht,

werden die Systemblöcke ins Fahrzeug

gehoben und verankert.

Für gängige Anforderungen bieten die

Fahrzeugausrüster Branchenlösungen

an – vom Sanitär- über Elektro- und

Gärtner- bis hin zum Malermobil. Auch

für KEP-, Catering- oder Behördenfahrzeuge

gibt es Komplettausstattungen.

ProFirma 11 2009

GRATISTOOL des Monats

ProFirma PROFESSIONAL

Eine kostenlose Arbeitshilfe zum Thema aus

dem Angebot von ProFirma Professional

fi nden Sie auf www.profi rma.de

Ladungssicherung Der Powerpoint-Foliensatz

hilft bei der Unterweisung von Mitarbeitern,

die Ladungen sichern müssen.

EINBAUSPEZIALISTEN

Ache Fahrzeugeinrichtungen, Leun,

www.ache.de

Adolf Würth, Künzelsau-Gaisbach,

www.wuerth.de/orsymobil

Aluca Fahrzeugeinrichtungen,

Schwäbisch Hall, www.aluca.de

Wilhelm Bott, Gaildorf,

www.bott.de

Dinzl Ordnungstechnik,

Schillingsfürst, www.dinzl.de

Fami Deutschland Lager Systeme,

www.storevan.com

Hafa, Remscheid,

www.hafa-rs.de

Kögl, Bubesheim-Günzburg,

www.koegl.de

Modul-System Servicemobil Fahrzeugeinrichtungen,

Mengerskirchen,

www.modul-system.de

Plastipol-Scheu, Weilburg,

www.plastipol-scheu.de

Quelle: eigene Recherche, kein Anspruch auf Vollständigkeit

Der Peugeot Boxer Avantage (links)

und der Fiat Ducato (rechts als

Montagemobil) bieten zahlreiche

Lademöglichkeiten.

Selbst aufwendige Umbauten, bei denen zum Beispiel Elektronik,

Belüftungen oder Dachträgerlösungen installiert werden

müssen, sind möglich.

Branchenmobile sind auch ab Werk erhältlich. So bietet etwa

Renault für seine leichten Nutzfahrzeuge Master, Traffi c und

Rapid die Optionspakete Handwerk, Sanitär und Elektro an.

Das Optionspaket Handwerk ist auf verschiedene Gewerke

zugeschnitten. Dachhohe Seitenverkleidungen dienen als

Wandschutz, Ablagesysteme links und rechts im Laderaum

sollen Ordnung und Übersicht schaffen. Zum Optionspaket

Elektro gehören Ablagemöglichkeiten mit Aluminiumklappen,

Lagerboxen, Koffer, Aufbewahrungsschränke und

Werkzeughalter. In der Sanitärversion gibt es unter anderem

einen Gasfl aschenhalter einschließlich der vorgeschriebenen

Be- und Entlüftung sowie eine Ladungssicherung im Mittelgang

mit Verzurrschienen. Die Einbausysteme stammen von

Sortimo und Modul-System. Alle Transporterhersteller bieten

heute Branchenmodelle an und greifen dafür auf das Knowhow

verschiedenster Einbauspezialisten zurück.

Im § 22 der Straßenverkehrsordnung gibt der Gesetzgeber

die Pfl icht zur Ladungssicherung vor, regelt aber nicht deren

technische Durchführung. Hier verweist

der Gesetzgeber darauf, dass dafür

„die Regeln der anerkannten Technik

zu beachten sind“. Diese fi nden sich in

Richtlinien, Verladeanweisungen und

Handbüchern.

Doch Ladungssicherung kostet Zeit,

ist gerade im Verteilerverkehr aufwendig.

Inhomogene Ladeeinheiten oder

Kleinteile zu sichern, ist oft schwierig.

„Probleme gibt es immer wieder bei

kleinen Lieferdiensten. Meist sind dies

Einmannfi rmen, die als Subunternehmer

für große Firmen fahren“, erläutert

Klein. Diese Fahrer laden häufi g

so, wie es die Ladungsstellen erfordern.

„Das führt mitunter alle Weisheiten

der Ladungssicherung ad absurdum“,

so Klein. Doch die Polizei kontrolliert

scharf. Hinzu kommt, dass bei einem

Ladungssicherungsvergehen heutzutage

gegen drei Verantwortliche ermittelt

werden kann: Gegen den Fahrer, den

Halter und den Verlader. „Das hat zu

Wahrnehmungsänderungen geführt,

viele Firmen nehmen die Ladungssicherung

jetzt ernster“, sagt Ebsen.

65


IT & Investition – Special Nutzfahrzeuge

Kleintransporter

Mobilität für den Mittelstand

Stadtlieferwagen sind die perfekten Minilaster für den Großstadtdschungel.

Die aktuellen Fahrzeugmodelle sind robust, leistungsstark – und vor allem sparsam.

VON KARSTEN ZUNKE

Peugeot Partner Trek Fiat Nuovo Doblo Cargo VW Caddy

Nicht nur mit der Porsche-Übernahme hat der Automobilhersteller

Volkswagen in den vergangenen Monaten Akzente

gesetzt. Die Wolfsburger setzen auch erfolgreich auf Umwelt

und sparsame Motoren. Mit der Deutschen Post konnte VW

erst kürzlich einen lukrativen Liefervertrag für den Stadtlieferwagen

Caddy vereinbaren. 1.800 Kastenfahrzeuge hat Europas

größter Postdienstleister geordert. Angetrieben wird der

Post-Caddy von einem 69-PS-Dieselmotor. Im Stadtverkehr

benötigt er 7,4 Liter Diesel auf 100 Kilometer, für die Kombination

mit Überlandfahrten gibt der Hersteller einen Verbrauch

von sechs Litern an.

Sogar stark motorisierte Lieferwagen macht VW umweltverträglich

– dank einer Blue Motion genannten Technologie.

Antriebsquelle des Caddy Blue Motion ist beispielsweise ein

mit einem Dieselpartikelfi lter ausgestatteter 105-PS-Motor.

Dessen Verbrauch konnte laut Hersteller um 0,6 Liter auf

5,7 Liter Diesel gesenkt werden. Möglich wurde dies unter

anderem durch eine modifi zierte Software für das Motormanagement.

Die sorgt nach Herstellerangaben für einen abgesenkten

Leerlauf und optimale Einspritz-Parameter. Auch ein

spezielles Fünfgang-Schaltgetriebe sowie aerodynamische

Feinarbeit trugen zur Spritverbrauchdrosselung bei.

Auch Citroën hat seine Lieferwagen einem Öko-Tuning unterzogen,

setzt nun eine verbesserte Software für das Motorsteuergerät

sowie ein spezielles Leichtlauföl zur Verminderung der

Reibverluste ein. Auch hier erreichten die Entwickler aerodynamische

Optimierungen. Ein Defl ektor unter dem Stoßfänger

und eine Verkleidung unter dem Motor sowie besonders

glatte Radkappen und Stoßfänger verbessern laut Hersteller

nun die Umströmung des Wagens. Der Berlingo HDi 90 FAP

darf seit Sommer dieses Jahres auch das Airdream-Logo tragen.

Damit kennzeichnet Citroën Fahrzeuge, die im Normzyklus

nicht mehr als 140 Gramm CO 2 je Kilometer emittieren.

Nachfrage eingebrochen

Die diesjährige Verkaufs-Top-Ten führen die VW-Lieferwagen

an. Mit rund 16.700 im ersten Halbjahr 2009 gewerblich zugelassenen

Fahrzeugen rangiert die mittlerweile dritte Generation

des Caddy deutlich vor seinen Verfolgern Citroën Berlingo

und Renault Kangoo. Insgesamt ist die Nachfrage aber auch

im Segment der Stadtlieferwagen massiv eingebrochen. In

den ersten sechs Monaten dieses Jahres wurden insgesamt

rund 39.284 Fahrzeuge in dieser Klasse für eine gewerbliche

Nutzung neu zugelassen. Im ersten Halbjahr 2008 waren dies

noch rund 8.500 Fahrzeuge mehr. Das bedeutet einen Rückgang

um rund 18 Prozent.

Dem versuchen die Hersteller mit großer Modellvielfalt entgegenzutreten,

die alternative Antriebsangebote einschließt.

Für den VW Caddy stehen zum Beispiel gleich sieben ver-

Citroën

schiedene Motorisierungen zur Wahl, darunter ein kräftiges

109-PS-Modell mit Erdgasantrieb. Noch frisch im Programm

Volkswagen,

ist der Caddy Maxi mit Erdgasantrieb. Die aktuelle zweite Ge-

Fiat,

neration des Fiat Doblo Cargo wird als sogenannte Natural-

Power-Version angeboten, kann wahlweise mit Erdgas oder

Peugeot,

Benzin betrieben werden. Sein 1.6-Liter-Vierzylinder-Vier- Foto:

66 ProFirma 11 2009

ProFirma

Special


ventilmotor leistet im Gasbetrieb 92 PS beziehungsweise mit

Benzin betrieben 103 PS. Bereits für das Jahr 2011 hat Renault

in dieser Fahrzeugklasse Elektromotoren als Serienausstattung

angekündigt. Den Auftakt macht die Familienlimousine

Kangoo Be Bop. Danach soll der Lieferwagen Kangoo Rapid

mit Elektroantrieb folgen. Der neue Renault Kangoo Rapid

eco2 gilt mit 4,9 Liter Diesel je 100 Kilometer (kombinierter

Wert) schon heute als einer der Lieferwagen mit dem niedrigsten

Kraftstoffverbrauch in Deutschland.

Neben den sparsamen Antrieben entpuppen sich die Stadtfl itzer

auch als Lastesel. Fiats Doblo Cargo Natural Power schafft

eine Nutzlast von 625 Kilogramm und bietet mit Hochdach

ein Ladevolumen von gut 3,8 Kubikmeter. Viel Nutzen dank

langem Radstand verspricht auch die klassische Maxi-Variante.

Die Ladefl äche dieser Doblo-Variante fasst vier Kubikmeter

und hat ein Ladegewicht von 775 Kilogramm. Beim VW

Caddy beträgt die Zuladung 730 Kilogramm. Der Frachtraum

ist 3,2 Kubikmeter groß, der Maxi bietet noch einen ganzen

Kubikmeter mehr. Der aktuelle Berlingo Kastenwagen von Citroën

wurde im Sommer 2008 eingeführt. Seine Stärken sind

ebenfalls ein großes Laderaumvolumen und eine große Variabilität.

Als Langversion misst er 4,63 Meter bei einer Breite

von 1,81 Meter. In seinem Laderaum fi nden zwei Europaletten

hintereinander Platz. Das Laderaumvolumen beträgt in der

Langversion 3,7 Kubikmeter, die Nutzlast 674 Kilogramm.

Branchenlösungen

Auch im Kleinlieferwagen-Segment setzen sich nun spezielle

Branchenlösungen durch. So versuchen die Automobilhersteller

insbesondere ihre Käuferklientel unter den Handwerksbetrieben

anzusprechen. Fertig konfektionierte Branchenmodelle

sollen die Auswahl erleichtern.

Erfolgreich

selbstständig!

START

MESSE

Die wichtigsten Informationen rund um Gründung und

Unternehmensentwicklung finden Sie auf den START-Messen.

Egal ob Sie mit einer eigenen Idee oder einem Franchise-

Konzept gründen, die START zeigt wie es geht!

www.start-messe.de

Im Laderaum der Citroën Berlingo- Langversion

fi nden zwei Europaletten Platz.

Nahezu alle Hersteller bieten Handwerks-, Sanitär-, Bäckerei-

oder Gärtner-Mobile an. Die kleinen Stadtlaster gibt es

als Werkstatt- und sogar als Kühlwagen. Auch bisher wenig

beachtete Nischen werden nun abgedeckt. So gibt es vom

Peugeot Partner Kastenwagen seit Sommer dieses Jahres

beispielweise das neue Branchenmodell Trek. Es wurde für

Nutzer konzipiert, die abseits befestigter Straßen erhöhte Geländegängigkeit

und Traktion benötigen. Mit seiner Prallplatte

aus Aluminium am vorderen Unterboden und einem um

sechs Zentimeter höher gesetzten Fahrwerk erinnert der Trek

auch optisch an ein geländegängiges Fahrzeug. Ein Sperrdifferenzial

in der Vorderachse begrenzt den Schlupf an den

Antriebsrädern. Treten zwischen linkem und rechtem Rad

Drehzahlunterschiede auf, sorgt eine spezielle Kupplung für

eine begrenzte Sperrwirkung. Dadurch wird das Antriebsmoment

auf das Rad mit der besseren Bodenhaftung umgeleitet

– wohldosiert, automatisch und vom Fahrer unbemerkt.

Essen 13. - 14. November 2009 · Hannover Frühjahr 2010 · Nürnberg 2. - 3. Juli 2010

www.agentur-marks.de


IT & Investition – Modernes Büro

Eine freundliche Büroatmosphäre mit durchdachtem Beleuchtungskonzept steigert das Wohlbefi nden ebenso wie die Schaffenskraft.

Beleuchtung

Tageslicht nutzen, Energie sparen

Die Ausleuchtung von Büros, Konferenzräumen und Werkhallen entscheidet mit

über die Arbeitsergebnisse. Moderne Lichtanlagen sparen Energie und steigern zugleich

die Effi zienz. VON INGO STEINHAUS

Licht sorgt für Helligkeit am Arbeitsplatz,

kann aber auch stören. Das erfuhr

ein Unternehmer in Süddeutschland,

als er eine sehr moderne Beleuchtungsanlage

mit tageslichtähnlicher Beleuchtung

und elektronischen Steuerungssystemen

einsetzte. Viele Mitarbeiter

empfanden das Licht als unnatürlich

und protestierten bei der Geschäftsführung.

Die Folge: Die Anlage musste aufwendig

nachgerüstet werden.

„Vor allem moderne Lichtmanagementsysteme,

die das Tageslicht ausnutzen

und die Helligkeit verändern, irritieren

– alles Ungewohnte wird anfangs als

störend empfunden“, sagt Professor

Dr. Christoph Schierz, Lichttechniker

an der TU Ilmenau. Durch Technik sei

Licht gut beherrschbar, die Lampenhersteller

bieten sogar eine Art künstliches

natürliches Licht an. „Doch da gehen

die Schwierigkeiten los: Was wird als

natürlich empfunden? Das hängt stark

vom einzelnen Menschen ab. Die Technik

hat Grenzen.“

Mitsprache bei Lichtplanung

Generell werde in der Architektur bei

Licht und Beleuchtung viel zu oft an

den Menschen vorbeigeplant. „Es gibt

Hochhäuser, bei denen die Sonnenblen-

Philips/privat

den aus Gründen der Gebäudewirkung Fotos:

68 ProFirma 11 2009


praktisch keinen Blendschutz bieten“,

beschreibt Christoph Schierz seine Erfahrungen.

„Da helfen sich die Leute

dann selbst, etwa durch das Aufstellen

von Sonnenschirmen oder das Verhängen

der Fenster mit Alufolie.“ Daraus

leitet der Ergonomieexperte aus Ilmenau

eine dringende Empfehlung für die

Unternehmer ab: „Informieren Sie die

Mitarbeiter ausführlich über die Lichtplanung,

erklären Sie Sinn und Zweck

der veränderten Beleuchtung und lassen

Sie vor allem Mitsprache zu.“ Ideal

seien Testräume, in denen verschiedene

Beleuchtungsvarianten aufgebaut sind.

Dabei haben die unterschiedlichen Anwendungsgebiete

auch jeweils eigene

Anforderungen. In einer Industriehalle

zum Beispiel muss es sehr hell sein – vor

allem bei Nachtarbeit. So war die Ausstattung

des DHL-Luftfahrtdrehkreuzes

in Leipzig eine anspruchsvolle Aufgabe

für die Osram-Lichttechniker: Das

47.000 Quadratmeter große Verteilzentrum

mit Außenbereich sollte für

die Nachtschicht taghell ausgeleuchtet

werden.

Zu viele Anlagen veraltet

Auch für diesen Zweck bieten die Hersteller

das passende Gerät. So gibt es

Lampen mit sehr niedrigem Energieverbrauch

bei gleichzeitiger Leuchtstärke,

die auch den Einsatz in hoch gebauten

Hallen erlauben. In Leipzig arbeiten

22.000 Leuchtstoffl ampen rund um die

Uhr und zeigen auch bei Kälte keinen

Helligkeitsabfall – oftmals zeigt sich

hier ein weiteres Problem von einfachen

Neonröhren älterer Bauart.

Aus der Sicht der Ergonomie und der

Medizin sind ohnehin viel zu viele

ProFirma 11 2009

Lichtanlagen veraltet. Doch die Unternehmen

geraten in den nächsten Jahren

unter Handlungszwang: Durch das

„Glühlampenverbot“ der EU werden die

klassischen Lichtspender vom Markt

verschwinden.

Wegen der Wärmeverluste von rund 97

Prozent ist die Glühlampe nicht mehr

zeitgemäß. Ersetzt wird sie durch die

Energiesparlampe, in der ein Gas bei

relativ niedrigen 35 Grad Celsius leuch-

„Vor allem in Bürogebäuden beträgt

der Lichtstromanteil an den

Stromkosten 20 bis 30 Prozent.

Hier wird Sparen interessant.“

DR. RAINER KURZAWA, ENERGIEBERATER, MEINERZHAGEN

tet. Die Hersteller versprechen bis zu 80

Prozent Stromersparnis. Da ist es eine

gute Lösung, die gesamte Lichtanlage

zu überarbeiten und durch ein modernes

System zu ersetzen.

Tages- und Kunstlicht mischen

„Vor allem in Bürogebäuden beträgt der

Lichtstromanteil an den Stromkosten

etwa 20 bis 30 Prozent. Hier ist Einsparung

natürlich eine interessante Sache“,

meint Dr. Rainer Kurzawa. Er ist Energieberater

aus Meinerzhagen (www.

energiespartechnik.eu) und berät mittelständische

Unternehmen bei der Planung

von moderner Beleuchtungstechnik

für das ökonomisch und ökologisch

sinnvolle Lichtmanagement.

Moderne Leuchtstoffl ampen mit elektronischen

Vorschaltgeräten zur Stromregelung

senken die Lichtstromkosten

um die Hälfte. Laut Rainer Kurzawa ist

diese Zahl leicht zu erreichen, wenn ein

optimales Lichtmanagement zusätzlich

das Tageslicht einbezieht. Dabei werden

die Leuchten mit Helligkeitssensoren

gesteuert. Die Elektronik für das Lichtmanagement

reduziert tagsüber die

künstliche Beleuchtung und fährt sie

abends oder an dunklen Tagen wieder

hoch.

• Effi zienz bauen

• Wirtschaftlichkeit

bauen

• Motivation bauen

• Image bauen

DAS BAUEN DER

ZUKUNFT

•Funktionale Planung für Ihre Bedürfnisse

mit „eingebauter“ Effizienzsteigerung.

•Umsetzung Ihres Firmenerscheinungsbildes

in der Architektur.

•Energieoptimiert bis Passivhaus-Standard.

•Intelligente Planung und Ausführung für

niedrige Kosten und extrem kurze Realisierungszeit.

Schlüsselfertiges Bauen mit

Holz aus einer Hand.

•Umfassende Informationen bei unserer

Fachtagung „Erfolgsfaktor Business-

Gebäude: So bauen Unternehmen

ihre Zukunft“. Fordern Sie Ihre persönliche

Einladung an.

Beim Bauen nichts verschenken:

www.regnauer.de

mit Budget-Planungshilfe oder

einfach +49 8667 72-236 anrufen.

REGNAUER FERTIGBAU• Pullacher Straße 11

D-83358 Seebruck/Chiemsee• Tel. +49 86 67 72-236

Fax +49 86 67 72-265• mail@regnauer.de


IT & Investition – Modernes Büro

Außerdem sind viele Büros nur rund 60

Prozent der Zeit besetzt. Deshalb können

die Lichtsensoren mit Bewegungsmeldern

kombiniert werden. Sie schalten

das Licht aus, wenn längere Zeit

niemand im Raum ist. Dadurch sind

weitere zehn bis 15 Prozent Einsparung

möglich. Allerdings muss die Anlage

moderne Standards erfüllen. Einfache

Präsenzmelder haben Probleme, eine

fast unbeweglich am Computer tippende

Person zu registrieren.

Doch Energiesparen ist nicht alles. Moderne

Beleuchtungsanlagen bieten auch

den Komfort von wählbaren Lichtprofi -

len, die mit einer PC-Software angesteuert

werden. Der TÜV Rheinland nutzt

seit Kurzem so etwas in einem Tagungssaal.

„Hier ist alles möglich: Hellweißes

Licht für Arbeitsatmosphäre, Spots

auf Vortragende oder Diskussionsrunden,

farbige Lichteffekte auf den Wänden,

Verdunklung für Filme und vieles

mehr“, beschreibt „Lichtprogrammierer“

Michael Bender von der MBI Automatisierungstechnik

die Möglichkeiten

seiner Software.

Solche Lichtanlagen sorgen in jeder

Situation für eine entsprechend entspannte

oder arbeitsame Stimmung.

„Tatsächlich hat Licht eine enorme Wirkung

auf das Wohlbefi nden“, erklärt

Diplom-Psychologe Nino Wessolowski

von der Klinik für Kinder- und Jugend-

MISCHA KUBALL, DÜSSELDORF

Lichtkunst reagiert auf die Fülle

des Kunstlichts

Der Düsseldorfer Lichtkünstler Professor Mischa Kuball über die

Wirkung von Licht im öffentlichen und urbanen Raum.

„Die vergangenen 200 Jahre sind die

Jahrhunderte des Auges. Viele technische

Innovationen haben mit dem Sehsinn zu

tun – von der Fotografi e über die Glühlampe

bis hin zum Film. Vor allem das

Kunstlicht hat unsere Lebensweise und

unsere Umwelt verändert, sodass wir

sogar schon von „Light Pollution“ (Lichtverschmutzung,

Lichtsmog) reden.

Ich bemühe mich darum, Licht als Medium

in die Kunst zurückzubringen.

Aber nicht als Dekoration oder Event-

Michael Kuball

verstärker. Ich persönlich plädiere eher

für eine deutliche Reduktion des Lichts,

besonders bei öffentlicher Repräsentation

durch Lichtobjekte oder Gebäudebeleuchtungen.

Leider sind viele Lichtinszenierungen

durch Zuckerbäckerei

mit viel Farbe verkitscht. Meist wird

versucht, sich durch Aktionismus gegen

das Umgebungslicht durchzusetzen und

permanent den Finger zu heben: Hier

bin ich, sieh mich an.

Als reine Demonstration der Macht kann

Licht heute nicht mehr genutzt werden.

Stattdessen sollte es als differenziertes

Gestaltungsmittel eingesetzt werden:

Nicht so viel wie möglich, sondern nur

so wenig wie nötig. Licht kann außerdem

durch das Beleuchten von Dingen

den Blick auf bestimmte Phänomene

richten. Ein gutes Beispiel sind Übergangsräume

wie Flure oder Durchgänge.

Licht kann ein Navigator sein, angstfreie

Räume schaffen, einen Gebäudeeindruck

unterstützen oder einfach nur den

Betrachter berühren.“

psychosomatik der Uniklinik Hamburg-Eppendorf

(www.uke.de/kliniken/

kinderpsychosomatik/). Er erforscht die

Wirkung von wählbaren Lichtprogrammen

auf die Konzentrationsfähigkeit

von Schulkindern. Seine Erkenntnis:

„Die menschliche Schaffenskraft wird

unmittelbar von der Art und Qualität

des Umgebungslichts bestimmt.“

Gesunde Arbeitsplätze

Der Mensch ist bei Licht mit einem hohen

Blauanteil – dem sehr hellen und

weißen Licht an einem Sonnentag zur

Vormittagszeit – maximal leistungsfähig.

Licht mit einem gewissen Rotanteil,

etwa am frühen Abend, bewirkt dagegen

ein langsames Herunterfahren der

Aktivität. Nino Wessolowski: „Solche

Erkenntnisse sind gerade in der Arbeitswelt

von großer Bedeutung: Wer es mit

hochwertigen Arbeitsbedingungen und

dem Aspekt der Gesundheitsförderung

ernst meint, sollte sich Gedanken über

die Beleuchtung von Arbeitsplätzen

machen.“

Die Erkenntnisse aus dem Forschungsprojekt

lassen sich recht einfach in die

Praxis übertragen: „Eine Beleuchtung

mit hoher Beleuchtungsstärke in tageslichtweißer

Farbe erhöht die Aufmerksamkeit

und die Konzentrationsfähigkeit.

Warmweißes Licht mit etwas

niedrigerer Intensität hat dagegen eine

leicht entspannende Wirkung, die vor

allem in Gesprächen und bei Telefonaten

vorteilhaft ist.“

Solche Erkenntnisse stehen auch hinter

der fl exiblen Beleuchtungsstrategie

der T-Online-Zentrale in Darmstadt.

Dort gibt es Einzel-, Gruppen- und

Kombinationsbüros, die teils Besprechungsnischen

haben oder gleich ganz

für Konferenzen genutzt werden. Die

Räume werden – neben den üblichen

Deckenlampen – von „intelligenten“

Stehleuchten mit tageslichtabhängiger

Regelung beleuchtet. Die freistehenden

Leuchten sind eine Reminiszenz an moderne,

dynamische Unternehmen, bei

denen sich die Zusammensetzung von

Teams schnell ändert: Sie können pro-

Lee

blemlos umgestellt werden, wenn sich

Yun

die Aufteilung eines Büros ändert. Foto:

70 ProFirma 11 2009


ProFirma 11 2009

Cole's Corner

Tim Cole Der IT-Analyst und Chefredakteur

mehrerer Elektronikzeitschriften

ist ein gefragter Autor und Redner zum

Thema E-Commerce.

Info: www.cole.de

Der lange Abschied vom Papier

Über das Thema „Papierloses Büro“ könnte ich ganze Bände

schreiben. Andere haben das schon getan: Eine Google-Suche

nach „Bücher über das papierlose Büro“ ergab sage und schreibe

131.000 Treffer, darunter „Der Mythos vom papierlosen

Büro“ oder „Paperless Offi ce 2009“. Wie viele unschuldige

Bäume würden heute noch leben, wenn diese Bücher nicht

geschrieben worden wären?

Google hat mich aber auch zu Brinda Dalal geführt. Sie ist

Anthropologin, arbeitet am Forschungslabor von Xerox und

bezeichnet sich selbst als „Garbologist“, was so viel wie „Abfallforscher“

heißt. Ihr Job ist es, die Papierkörbe großer Unternehmen

zu durchwühlen und herauszufi nden, was die Leute

im Büro so alles ausdrucken und wann sie es wieder wegwerfen.

Ihre Ergebnisse sind ernüchternd: 1.200 Seiten druckt der

durchschnittliche Firmenmitarbeiter pro Monat aus. Schlimm

genug, aber schlimmer ist die Tatsache, dass 21 Prozent davon

noch am gleichen Tag in die runde Ablage wandern.

Warum diese Menschen das tun? Eben weil sie Menschen sind

und nun mal gerne etwas in der Hand haben. Wir reden jetzt

nicht etwa von Chefs, die ihre E-Mails von der Sekretärin ausdrucken

und sich in der Postmappe vorlegen lassen. Solche

Leute leben noch in der digitalen Steinzeit. Nein, wir reden

vom ganz normalen Büroarbeiter, der seine Aufträge, Stücklisten,

Rohentwürfe oder Mails gerne auf dem Schreibtisch

vor sich liegen hat, wenn er etwas bearbeitet, weil er schneller

und effi zienter auf die Informationen zugreifen kann, die er

braucht, um seinen Job zu machen.

Statt das zu beklagen, möchte Frau Dalal etwas dagegen tun.

Und zwar nicht, indem sie noch ein weiteres elektronisches

Dokumentensystem entwickelt, sondern indem sie dafür

sorgt, dass Papier immer wieder beschrieben kann. Bitte jetzt

keine Witze über wiederverwendbares Klopapier! Sie meint es

ernst. Xerox hat schon vor zwei Jahren Kopierpapier entwickelt,

bei dem die Schrift spätestens nach 16 Stunden kom-

Von Tim Cole

plett verblasst, sodass man es wieder in den Kopierer oder in

den Drucker legen kann. In ihren Versuchsreihen hat sie ein

einzelnes Blatt Papier schon bis zu 55 Mal bedruckt, und sie

meint, der einzige Begrenzungsfaktor sei die Lebensdauer des

Papiers selbst. Irgendwann fängt es halt an, Gebrauchsspuren

zu zeigen, und fi ndet dann doch in den Papierkorb.

Eine Alternative wäre natürlich echtes elektronisches Papier,

und das gibt es auch schon. Es heißt „ePaper“ und wird von

einer Firma mit dem schönen Namen „E-Ink“ hergestellt, die

offenbar auch gleich die passende elektronische Tinte dazu

liefert. Man rührt das Zeugs in großen Bottichen aus allen

möglichen Chemikalien zusammen und rollt es zu hauchdünnen

Bahnen aus, die nach dem Trocknen mit digitalen

Texten und Bildern gefüllt werden können.

Einen Schritt weiter geht die Firma Americhip: Sie hat im Auftrag

des US-Fernsehsenders CBS Tausende winziger Folien-

Bildschirme geliefert, die in die Gesamtaufl age der Zeitschrift

„Entertainment Weekly“ eingeklebt wurden und auf denen

der Leser einen kleinen Werbefi lm anschauen konnte. Das

Ding ist sogar wiederverwendbar! Mithilfe eines USB-Kabels

kann die Batterie nämlich aufgeladen werden, und es lassen

sich dann andere Videos vom PC überspielen. Ich nehme an,

Sie werden diese Kolumne irgendwann einmal als Podcast

anschauen müssen. Ich kann sie dann allerdings nicht mehr

vormittags im Morgenmantel schreiben, sondern muss mich

vorher fein machen, aber so ist nun mal der Fortschritt.

Ich bin jedoch sicher, dass ein Büro ohne Papier eine sinnvolle

Sache wäre, und wir sollten alle auch versuchen, etwas

weniger davon zu benützen: Der Umwelt zuliebe, aber auch

der Kosten wegen. Nur glaube ich, ehrlich gesagt, nicht daran,

dass Papier aus unserem (Büro-)Leben komplett verschwinden

wird. Wäre ja auch schade: Worin sollen wir denn unsere

Frühstücksbrötchen einpacken? Oder verschwinden die eines

Tages etwa auch?

Kolumne

71


IT & Investition – Webdienste

Miet-Software

Eine Frage der Transparenz

Über das Internet bezogene Webdienste werden die IT-Infrastruktur fl exibilisieren.

Die entsprechende Entwicklungsumgebung lässt sich mieten, doch noch fehlt es an

Möglichkeiten, die Qualität der Angebote zu bewerten. VON GERLINDE KÜSEL

Bis vor wenigen Jahren galt Miet-Software

als eine Art „Schmuddelkind“

der Branche. Das Scheitern des ASP-

Modells Ende der neunziger Jahre hatte

dem heutigen „Software-as-a-Service

(SaaS)“ lange Zeit seinen Stempel aufgedrückt.

Nun, da Branchenriesen wie Microsoft,

IBM, Amazon, Google, SAP oder Oracle

auf den SaaS-Zug aufspringen, werden

die Mietangebote mehr und mehr

salonfähig. „Das Geschäftsmodell der

monatlichen Zahlungen stößt in der

heutigen Zeit zunehmend auf Akzeptanz“,

beobachtet Edelbert Häfele, Geschäftsführer

der Patev GmbH & Co. KG

in Karlsruhe.

Mehr Transparenz täte den

Mietangeboten gut – und

könnte dem IT-Trend zum

Durchbruch verhelfen.

Das mittelständische Beratungsunternehmen

hat erst vor Kurzem einen SaaSfähigen

Webdienst für das Management

von Patenten und geistigem Eigentum

(Intellectual-Property-Management) auf

den Markt gebracht. „Die Resonanz auf

das SaaS-Angebot war überraschend

hoch, auch weil es bisher keine wirklich

ausgereiften IT-Lösungen für das Patentmanagement

gab“, berichtet Häfele.

Anwendungsentwicklung

im Netz

Nun hatte die Patev als klassisches

Dienstleistungsunternehmen keine eigene

Software-Entwicklungsumgebung

im Haus, sondern setzte ihrerseits auf

das On-Demand-Modell. Für die Entwicklung

ihres Webdienstes IPwebS

nutzte sie Force.com, die Betriebs- und

Entwicklungsplattform von Cloud-

Computing-Pioneer Salesforce.com.

„Mit Force.com können Unternehmen

eigene SaaS-Lösungen komplett über

das Internet entwickeln, ohne sich

selbst um die Infrastruktur kümmern

zu müssen“, fasst Jochen Schreiner,

Area Vice President Central Europe der

Salesforce.com Deutschland GmbH, die

Vorteile der Technologie zusammen.

„Alles was wir noch zum Programmieren

brauchten, waren ein Internet-

Anschluss und ein Rechner“, bestätigt

auch Patev-Geschäftsführer Häfele.

Webbasierte Betriebs- und Entwicklungsplattformen,

wie Force.com oder

App Engine von Google, sind eine weitere

Spielart des Cloud Computing, wie

die Branche den neuen IT-Bereitstellungstrend

nennt. Anbieter sprechen in

diesem Fall mittlerweile von Plattformas-a-Service

(PaaS). „PaaS ist ein Teil des

Cloud Computing und umfasst die Bereitstellung

von plattformorientierten

Ressourcen und von IT-Infrastruktur“,

erläutert Peer Stemmler, Country-Manager

Germany bei Cisco WebEx in

Düsseldorf. PaaS könne beispielsweise

die Bereitstellung von Rechnerkapazität

umfassen, die der Nutzer dann aber

– anders als bei SaaS – mit eigener Software

nutzt, so Stemmler.

72 ProFirma 11 2009


Software mieten und Kosten sparen

Eine neue Software muss her – das kann aufwändig und teuer sein. Die Alternative:

Software als Service (Software as a Service, SaaS). Bei diesem webbasierten

Mietmodell legt das Unternehmen die Verantwortung für Installation, Konfi guration,

Wartung und Aktualisierung der Software in die Hände eines Dienstleisters – und

senkt gleichzeitig Kosten.

Gerade kleineren und mittelgroßen Unternehmen

bietet das Mieten von Software handfeste

Vorteile: Denn mit SaaS beziehen sie die

schlüsselfertige Software zum monatlichen

Festpreis pro Mitarbeiter. Installation, Pfl ege

und Wartung übernimmt der Anbieter. Investitionen

in teure Server-Hardware entfallen ebenso

wie die in kostspielige Softwarelizenzen. Das

macht die Kosten kalkulierbar. Ein weiterer

Pluspunkt: Die Mietkosten sind direkt über die

Steuer abzugsfähig und müssen nicht über Jahre

abgeschrieben werden.

Das Prinzip ist denkbar einfach. Unternehmen

mieten Programme wie eine professionelle E-

Mail-Lösung oder Offi ce-Anwendung einfach

über das Internet. Alles, was der Mitarbeiter

braucht, ist ein PC oder Laptop, ein Browser

und eine Internetanbindung. Über den Webbrowser

oder eine spezielle Client-Software

greift der Nutzer auf die Software zu. Diese

läuft dann auf dem Server im Rechenzentrum

des Anbieters – etwa der Deutschen Telekom.

Flexibilität ist Trumpf

Ein weiterer Pluspunkt: Die fl exiblen Zugriffsmöglichkeiten.

Denn die Anwendungen lassen

sich am Arbeitsplatz im Büro und über Mobilfunk

nutzen – mit dem passenden (Mini-)Notebook

oder Smartphone schlägt der Mitarbeiter

dann das Büro praktisch überall auf. Standortunabhängig

und mit wenigen Klicks verwaltet

er via Blackberry oder iPhone 3GS Kundenkontakte,

Aufträge, Termine, Projekte und Dokumente,

schreibt auf dem Laptop Rechnungen

und Angebote.

Um auch unterwegs immer auf dem Laufenden

zu sein, holt ein so genannter Push-Dienst die

eingehenden E-Mails vom Exchange-Server

der Deutschen Telekom ab und leitet sie automatisch

an das mobile Endgerät weiter. Die Daten

selbst bleiben in Kopie sicher auf dem zentralen

Server. Durch das direkte Eintreffen der

Nachrichten entfällt das lästige Einwählen und

Abgleichen des Postfachs. Schreibt der Nutzer

unterwegs eine E-Mail oder ändert einen Kundentermin,

synchronisieren sich automatisch

die Kalender und Postfächer der Mitarbeiter im

Firmennetz. Das vermeidet komplizierte Absprachen

und Doppelbuchungen.

Sicher ist sicher

Auch für die Sicherheit ist stets gesorgt: SaaS

läuft über redundante Verbindungen und Systeme,

die ein ausfallsicheres Arbeiten ermöglichen.

Werden Anwendungen und Dokumente

ausgelagert, sind die Daten doppelt abgesichert.

Sogar wenn der Nutzer etwas löscht, bleibt es

auf den Sicherungsmedien des Dienstleisters

weiterhin verfügbar und kann wiederhergestellt

werden.

Auch die Verbindung ins Internet ist sicher vor

Datenklau. Damit der Wettbewerber nicht auf

vertrauliche Informationen zugreifen kann,

kommt SSL (Secure Socket Layer) zum Ein-

Anzeige

Ob im Büro oder unterwegs, mit IT-SoftwareService greifen Mitarbeiter von jedem Ort sicher

über das Internet auf Unternehmensdaten, Anwendungen und E-Mails zu.

satz. Diese Art der Verschlüsselung wird auch

beim Online-Banking genutzt. Hochsicherheitsserver,

Überspannungs-, Einbruchschutz,

regelmäßige Backups sorgen neben Firewalls

und tagesaktuellem Antiviren- und Spamschutz

für ein Höchstmaß an Sicherheit, das ein Unternehmen

selbst nur schwer realisieren könnte.

Breites Spektrum nach Maß

Unter dem Namen IT-SoftwareService bietet

die Deutsche Telekom ein exakt auf die Bedürfnisse

kleiner und mittelständischer Unternehmen

abgestimmtes Softwarepaket zur Nutzung

übers Internet an. Im Portfolio befi nden sich

alle gängigen Kommunikations- und Büroanwendungen,

aber auch relevante Programme

zur Unternehmenssteuerung oder zum Kundenmanagement

– und immer sorgt die leistungsstarke

Infrastruktur der Deutschen Telekom für

einen schnellen Workfl ow und einen raschen

Wechsel der Applikationen.

Weitere Informationen unter: www.t-home.de/it-softwareservice, telefonisch unter 0800 330 4634 oder im Telekom Shop.


IT & Investition – Webdienste

Die Argumente für und gegen die Mietplattformen

ähneln denen bei Softwareas-a-Service:

Unternehmen, die über

wenig oder keine IT-Ressourcen verfügen,

mieten die neueste Technologie

vergleichsweise kostengünstig im Netz.

Auf diese Weise schonen sie das Investitionsbudget

und können sich gleichzeitig

auf ihr Kerngeschäft konzentrieren.

Dem gegenüber stehen, wie bei SaaS,

auch hier noch häufi g Vorbehalte zu

den Themen Sicherheit, Verfügbarkeit,

Abhängigkeit und Datenschutz.

Analysten bescheinigen PaaS

ein großes Potenzial

Bei der Patev gaben vor allem die

Schnelligkeit und die Flexibilität der

Mietplattform sowie der zu erwartende

Nutzen des Webdiensts letztlich den

Ausschlag dafür, mit der Gründung

der Patev WebServices GmbH in das

neue Geschäftsfeld der Anwendungsentwicklung

einzusteigen. „Mit IPwebS

bieten wir jetzt eine Plattform im Internet

an, über die mehrere, sogar verteilt

INTERVIEW

„Ein relativ nebliges Konzept“

arbeitende Teams gemeinsam auf aktuelle

Patentdaten zugreifen können.

Zu diesem Zweck verfügt IPwebS auch

über eine Webschnittstelle zur Datenbank

des Europäischen Patentamts“,

sagt Häfele.

Marktforscher sehen ein großes Potenzial

für Plattform-as-a-Service. In einer

Markteinschätzung vom Juli 2009 prognostiziert

Forrester Research für den

vergleichsweise jungen PaaS-Markt bis

zum Jahr 2016 ein Marktvolumen von

15 Milliarden US-Dollar.

Rüdiger Spies, Vice President Enterprise Applications bei IDC, über den Einsatz von

Cloud Services im Mittelstand. DAS GESPRÄCH FÜHRTE GERLINDE KÜSEL

Herr Spies, die Anbieter von Cloud Services

prophezeien dem Mittelstand

stark sinkende Kosten, wenn sie Software

nutzungsabhängig mieten. Warum

hängen kleine und mittlere Unternehmen

in Sachen Cloud Computing trotzdem

hinter den Großunternehmen zurück?

Spies: Bisher ist die Rechnung der

Software-Hersteller nicht aufgegangen,

die ganz massiv auf Cloud Computing

als neuen IT-Bereitstellungstrend im

Mittelstand gesetzt haben und das im

Zuge der Finanzkrise immer noch tun.

Der deutsche Mittelstand ist IT-technisch

relativ konservativ – und Cloud Computing

ist für viele Unternehmen ein

neues und zum Teil recht nebliges Konzept.

Vielleicht könnte dieser Unsicherheit

abgeholfen werden, indem externe IT-

Dienstleister ihre mittelständischen

Kunden besser beraten?

Spies: Das Problem ist, dass Cloud Computing

den Externen nicht unmittelbar

ins Konzept passt. Sie verlieren unter

Umständen Arbeit: Web-Angebote sind

häufi g kostengünstiger und können an

den IT-Dienstleistern vorbei erbracht

werden.

Es kursiert die Behauptung, dass Cloud

Computing zwar kurzfristig Kosten spart,

langfristig aber einen höheren Preis bedeutet.

Was ist davon zu halten?

Spies: Was die Langfristigkeit der Kostenentlastung

betrifft – das ist zum einen von

der Software, zum anderen vom Hersteller

abhängig. Es gibt sehr kostengünstige

Angebote, wie zum Beispiel Lotus Life von

IBM, Webmail von Microsoft oder Google.

Und es gibt SaaS-Angebote, die man nur

für ein Projekt, dann aber nie wieder

braucht und die man über die Cloud sehr

günstig mieten kann. Eine On-Demand-

ERP-Applikation hingegen kann über einen

längeren Zeitraum schon teurer werden.

Hier ist die Bewertung sehr viel schwieriger.

Wie kostengünstig diese Variante auf

Dauer ist, hängt von der Preisgestaltung

ab. Dazu muss man Hard- und Software,

Skills und die eigenen Maintenance-

Kosten gegen das Angebot des Cloud-

Anbieters rechnen und einfach sehen,

wie attraktiv die Lösung für das eigene

Unternehmen ist.

Welche Services empfehlen Sie, wenn

Mittelständler Cloud-Angebote zunächst

einmal testen möchten?

Spies: E-Mail-Dienste etwa sind On Demand

einfach zu nutzen, ebenso wie der

Einsatz kurzfristig notwendiger, zusätzlicher

Speicherkapazitäten. Ein dritter,

relativ simpel zu nutzender Webservice

ist der interne Einsatz von twitterartigen

Systemen.

Was kommt auf mittelständische Unternehmen

zu, die sich auf Cloud-Angebote

einlassen?

Spies: Man kann nur sehr bedingt Anpassungen

an der Software vornehmen,

zumindest was den heutigen technischen

Stand angeht. SAP verspricht

zwar mit Business by Design etwas Weitergehendes,

aber in aller Regel ist die

Konfi gurierbarkeit sehr begrenzt. Cloud-

Angebote eignen sich also nicht für hoch

spezialisierte Sonderlösungen, sondern

lediglich für Standard-Software.

74 ProFirma 11 2009

Foto: privat


ANZEIGE

Zahlreiche Hersteller arbeiten inzwischen

daran, diesen Kuchen unter sich

aufzuteilen, und preschen seit einigen

Jahren mit mehr oder weniger ausgereiften

Angeboten auf den Markt.

Neben Salesforce.com, Google und

Amazon entwickeln auch traditionelle

IT-Konzerne wie IBM oder Sun sowie

Social-Networking-Anbieter wie Facebook

oder Opensocial entsprechende

Angebote. Jüngst kündigte etwa der

Virtualisierungsspezialist VM-Ware aus

Unterschleißheim eine entsprechende

Entwicklungskooperation mit der Java-

Plattform Springsource an.

Doch nur die wenigsten Anbieter gehen

bislang so weit, dass sie Entwicklern eine

komplette Betriebs- und Entwicklungsumgebung

bereitstellen. Häufi g sind es

nur Schnittstellen, über die Unternehmen

die jeweilige SaaS-Lösung in die eigene

IT-Umgebung integrieren können.

„Bei einer kompletten Betriebs- und

Entwicklungsumgebung, wie sie zum

Beispiel Salesforce.com bietet, werden

Grundfunktionalitäten wie User-Verwaltung,

Datenmanagement, Workfl

ows oder Reporting zusammen mit

einer an Java orientierten Programmiersprache

und verschiedenen Entwicklertools

wie Visualforce bereitgestellt“,

erläutert Cloud-Computing-Experte

Andreas von Gunten den Unterschied.

Spuren…

… hinterlässt jeder Krieg bei

den Menschen.

Kinder sind die Hauptleidtragenden:

Sie erleben Trennung und Flucht,

Angst und Gewalt. Auch wenn

sie dem Krieg entkommen sind,

tragen sie schwer an seinem Erbe.

Unterstützen Sie diese Kinder auf

dem Weg in den Frieden!

Die Anwendungsentwicklung im Netz

lässt sich mit der App Engine und dem

Web Toolkit von Google kostenlos

testen: „Mit diesen Werkzeugen kann

man schnell und kostenlos kleinere

Anwendungen wie etwa eine einfache

Adressverwaltung entwickeln“, berichtet

Malte Jäger, Geschäftsführer

der Brand’s Mill GmbH in Oerlinghausen,

die Unternehmen in Sachen SaaS

berät.

Der große Vorteil von PaaS und

SaaS: fl exible Geschäftsprozesse

Der herausragende Vorteil der webbasierten

Anwendungsentwicklung wird

künftig allerdings weniger im Aspekt des

Mietens liegen. „Der entscheidende Vorteil

von PaaS- und SaaS-Diensten liegt

darin, dass sie überall verfügbar sind und

sich mit wenigen Klicks in die vorhandene

IT-Infrastruktur integrieren lassen“,

sagt Professor Gerrit Tamm, Geschäftsführer

des Berliner Forschungszentrums

Ko-RFID an der Humboldt-Universität in

Berlin. Das SaaS-Modell, so Tamm, biete

mittelständischen Unternehmen die

Chance, ihre IT endlich genauso fl exibel

zu gestalten, wie die Geschäftsprozesse

heute einfach sein müssten. „Das Unternehmen

2.0 wird seinen Mitarbeitern einen

ganzen Katalog an kleinen, fi ligranen

www.tdh.de

SaaS-Diensten anbieten, aus denen sich

diese wie bei einem Legobaukasten das

zusammenstellen, was sie brauchen“,

prophezeit Tamm.

Noch sind die am Markt verfügbaren

SaaS- und PaaS-Angebote allerdings

viel zu wenig transparent: „Es fehlt an

Marktplätzen, auf denen die Mietangebote

inhaltlich eingeordnet und qualitativ

bewertet werden“, bemängelt Tamm.

Fragen wie „Für welche Branchen und

Funktionen gibt es welche Dienste?“‚

„Wie beurteile ich die Qualität?“ oder

„Welche Anbieter sind wirklich vertrauenswürdig?“

würden derzeit nicht

ausreichend beantwortet.

Einen ersten vorsichtigen Schritt in

diese Richtung macht die Webplattform

Asperado.de, die von den Branchenverbänden

Bitkom und Eco sowie

dem Bundesministerium für Bildung

und Forschung gefördert wird. Auf ihr

können sich SaaS-Anbieter kostenlos

registrieren lassen und ihr Angebot

verschiedenen Kategorien zuweisen.

„Eine Kombination aus Kundenbewertungen

im Sinne eines Online-Rankings

sowie brancheneigene Gütesiegel wären

zusätzlich wünschenswert“, betont

Tamm. Mehr Transparenz täte den Mietangeboten

gut – und könnte dem alten,

neuen IT-Trend möglicherweise zum

Durchbruch verhelfen.

ProFirma

Die einzigartige

Kombination aus

Print und Online.

Anzeigen-Hotline

0931 2791-731

Mat.-Nr. 06051-5071

Deutschland 6,40 €

Das Magazin für den innovativen Mittelstand

B2B

Informationen

NOVEMBER 2009

www.profi rma.de

Die nächste

ProFirma

erscheint am

25.11.2009


Praxiswissen update

Entwicklung von Leistungsträgern

Unternehmen benötigen für die heutigen und zukünftigen Herausforderungen nicht nur

gute Fachkräfte und Ingenieure. Ebenso wichtig sind auch leistungsstarke Führungskräfte

und entwicklungsfähige Mitarbeiter. Der Kampf um diese Talente wird dabei durch die

angespannte wirtschaftliche Lage und den Kosten- und Leistungsdruck weiter angeheizt.

Darüber hinaus tragen auch demografi

ebedingte Entwicklungstrends dazu

bei, dass gute Mitarbeiter und Leistungsträger

in und für Unternehmen von immer

größerer Bedeutung sind und somit

auch verstärkt nachgefragt werden.

Dazu zählen insbesondere das nach wie

vor hohe Durchschnittsalter bei Mitarbeitern

und der damit in Zusammen-

THEMENÜBERSICHT:

UPDATE PERSONALARBEIT

12/08 Personalarbeit – Anforderungen

und Herausforderungen

01/09 Personalbeschaffung und -auswahl

02/09 Ziele und Zielvereinbarungen

03/09 Rückmeldung geben, Rückmeldung leben

04/09 Binden und Entwickeln von Mitarbeitern

05/09 Fördern und Fordern

06/09 Und wenn es so nicht mehr weiter-

gehen kann

7-8/09 Motivationsfördernde Jobgestaltung

09/09 Arbeitszeit und Leistungsfähigkeit

10/09 Führungskraft sein und Führung leben

11/09 Systematische Entwicklung von

Leistungsträgern in der Praxis

Mit der Serie „Praxiswissen update“ können

Chefs ihre betriebswirtschaftlichen Kenntnisse auf

den aktuellen Stand bringen. In kompakter Form,

mit anschaulichen Grafi ken und praxisorientierten

Checklisten bietet die Serie ein Kompendium des

Unternehmerwissens. In der aktuellen Jahresstaffel

geht es um das Personalwesen, von der

Rekrutierung über die Mitarbeiterbindung bis hin

zur Vorbildfunktion der Führungskraft.

hang stehende stetige Rückgang der

Erwerbspersonen.

Weiterhin trägt auch der derzeitige

Fachkräftemangel dazu bei, dass der

Leistungsträgermangel sich weiter verschärfen

wird. Dies belegt auch eine

Studie des Vereins deutscher Ingenieure

(VDI) und des Instituts der deutschen

Wirtschaft (IW Köln) aus dem Jahr

2008. Demzufolge werden aktuell nicht

nur in den Bereichen Elektroindustrie,

Fahrzeugbau, Bauwirtschaft und unternehmensnahe

Dienstleistungen dringend

Ingenieure gesucht. Auch für das

Jahr 2010 sieht der überwiegende Teil

der befragten Unternehmen einen weiteren

Anstieg dieser Nachfrage.

Neben dem Fachkräftemangel haben sowohl

große als auch kleine und mittlere

Unternehmen mit dem zunehmenden

Technologischer

Wandel

Zunehmende

Internationalisierung

Veränderte

Kundenbedürfnisse

Ansteigende

Dynamik

Einen Teil der Serie verpasst?

Die bisher erschienenen Beiträge der Jahresstaffeln

Betriebswirtschaft und Marketing

fi nden Sie als PDF zum Herunterladen unter

www.profi rma.de, Rubrik „Wissen“.

Ursachen für Veränderungen

Aufbau fachlicher Fähigkeiten und Fertigkeiten,

Innovations- und Veränderungsbereitschaft, höhere

Flexibilität

Interkulturelle Kompetenz, größere Belastbarkeit,

Teamfähigkeit, emotionale Sensibilität

Veränderungsbereitschaft, rasche Problemlösungsorientierung

und Reaktionsfähigkeit, gut ausgeprägte

persönliche Kompetenzen (z.B. Handeln

entsprechend dem Dienstleistungsgedanken)

Ganzheitliches Denken und Handeln, größere Belastbarkeit,

gutes Reaktionsvermögen, Flexibilität

76 ProFirma 11 2009

ProFirma

Serie

Veränderungsdruck zu kämpfen. Die

Ursachen solcher Veränderungen sind

in der Tabelle unten aufgeführt.

Strategische Personalarbeit

Aufgrund dieser Herausforderungen sehen

sich Unternehmen in immer kürzeren

Abständen dazu gezwungen, ihren

bestehenden Handlungsrahmen und

ihre aktuellen Aktionsfelder zu überprüfen

und sich neu zu positionieren.

Da in den meisten Unternehmen die

Mitarbeiter und deren Leistung der

wichtigste erfolgskritische Faktor ist,

ist eine an der Unternehmensstrategie


und den -zielen konsequente, langfristige

Ausrichtung personalpolitischer

Maßnahmen wichtig. In der Praxis wird

in diesem Zusammenhang von strategischer

Personalarbeit gesprochen.

Ziel der strategischen Personalarbeit ist

es, auf der einen Seite den langfristigen

Erfolg von Unternehmen durch einen

optimalen Einsatz von Human-Ressourcen

zu unterstützen. Andererseits soll

sie aber auch die personelle Flexibilität

von Organisationen in einem sich rasch

wandelnden Unternehmensumfeld sichern.

Bezogen auf die systematische

Entwicklung von Leistungsträgern

bedeutet dies, dass Mitarbeitertalente

möglichst effi zient entsprechend den

Unternehmensbedürfnissen eingesetzt

werden müssen. Welcher Zusammenhang

zwischen strategischen Unternehmenszielen

und strategischer Personalentwicklung

besteht, zeigt die oben

stehende Abbildung.

ProFirma 11 2009

Maßnahmen der Personalentwicklung

Strategische

Unternehmensziele

Erhöhung der

Kundenzufriedenheit

Steigerung der

Produktqualität

Erschließen des asiatischen

Markts im Jahr 2010

Unternehmensstrategie

Unternehmensentwicklung

(Ziele)

1 bis 3 Jahre

erforderliche

aktuelle und/

oder zukünftige

Personal-Performance

aktuelle

Personal-

Performance

Maßnahmen im Rahmen

der strategischen Personalentwicklung

z.B. Kommunikationstraining speziell für

Vertriebsmitarbeiter

z.B. Produktschulungen für Produktionsmitarbeiter,

Fortbildungsmaßnahmen für Entwickler

z.B. Aufbau interkultureller Fähigkeiten, Förderung

der Konfl iktfähigkeit

Praxis der Personalentwicklung

Die systematische Entwicklung von

Leistungsträgern ist ein Kernelement

der strategischen Personalentwicklung.

Daher ist es auch Aufgabe des

Personalmanagements, sich möglichst

frühzeitig mit den vorhandenen oder

gewünschten Mitarbeiter-Ressourcen

und -potenzialen auseinanderzusetzen

sowie darüber hinaus entsprechende

Maßnahmen und Handlungsalternativen

für eine systematische Förderung

abzuleiten.

Wie das unten dargestellte Modell zeigt,

ist es zunächst erforderlich, eine aus der

Unternehmensstrategie und den -zielen

abgeleitete gewünschte Personal-Perfomance

(Soll) festzuschreiben. In einem

zweiten Schritt wird die aktuelle Performance

der Mitarbeiter (Ist) ermittelt.

Dies geschieht in der Regel anhand der

Analyse von Leistungsbeurteilungen,

Der Performance-Prozess

Lücke,

Defi zit

Übererfüllung,

-qualifi -

zierung

Entscheidungsrelevante

Kriterien

> Folgen und

Auswirkungen

> Hebelwirkungen

> Absehbare

Veränderungen

Evaluation

Maßnahmen-

auswahl

Zielvereinbarungen oder Mitarbeitergesprächen.

Insgesamt sollten dabei im Rahmen

eines Soll-Ist-Abgleichs folgende Ebenen

verglichen werden:

1. Aktuelle Leistung mit aktuell

erforderlicher Leistung

2. Aktuelle Leistung mit zukünftig

erforderlicher Leistung

Im Anschluss an den vorgenommenen

Soll-Ist-Vergleich ist auf der jeweiligen

Betrachtungsebene zu beurteilen, inwiefern

ein Verhaltens- und Leistungsdefi

zit oder gar eine (Über)-Erfüllung

der gewünschten Leistung gegeben ist.

Bevor nun konkrete Handlungsmaßnahmen

abgeleitet werden, ist in einem

Zwischenschritt zunächst abzufragen,

welche aktuellen beziehungsweise zukünftigen

Folgen für das System bestehen.

So zum Beispiel.:

> verhaltenskritische Auswirkungen

auf das gesamte Unternehmen,

Abteilungen, Teams oder einzelne

Mitarbeiter;

> bestehende Hebelwirkungen (z.B.

Vorbildfunktionen, Abhängigkeiten);

> absehbare, die Person betreffende

Änderungen (z.B. geplanter Stellenwechsel,

Pensionierung).

In einem letzten Schritt kann dann eine

gezielte Maßnahmenauswahl getroffen

werden. Bei einem Performance-

Defi zit können beispielsweise spezielle

Personalentwicklungsmaßnahmen

(Coaching, Trainings, Seminare, Job-

Enrichment, Job-Enlargement) ergriffen

werden. Zeichnet sich dagegen ein

Abgeleitete

Maßnahmen, z.B:

Seminare, Schulungen,

Coachings, Supervision

Talentpool, Nachwuchsführungskräfteprogramm

Implementierung

und

Erfolgskontrolle

77


Praxiswissen update

Mitarbeiter durch überdurchschnittliche

Leistungen und Erfolge aus, ist zu überlegen,

inwiefern der Mitarbeiter langfristig

an das Unternehmen gebunden werden

kann beziehungsweise wie er auch in

Zukunft seinen Potenzialen und Talenten

entsprechend eingesetzt werden

kann. So können besondere Leistungsträger

für den unternehmensinternen

Talente-Pool ausgewählt oder im Rahmen

von Nachwuchsführungskräfte-

Entwicklungsprogrammen oder Leadership-Programmen

weiter geschult und

auf verantwortungsvollere Aufgaben

vorbereitet werden.

Instrumente der systematischen

Entwicklung von Leistungsträgern

In der Praxis gibt es eine Vielzahl an

Instrumenten und Maßnahmen, die

eine zielgerechte Personalentwicklung

unterstützen. In den letzten Jahren

hat sich aber insbesondere ein

Instrument herauskristallisiert, das in

vielen Unternehmen sehr erfolgreich

zur systematischen Entwicklung von

Leistungsträgern eingesetzt wird: das

Kompetenzmanagement.

Kompetenzmanagement

Aufgabe und Zweck des Kompetenzmanagements

ist es, Qualifi kationen

und Fähigkeiten von Mitarbeitern zu

identifi zieren sowie die Nutzung der

individuellen Talente, orientiert an den

strategischen Unternehmens- und den

Mitarbeiterzielen, sicherzustellen.

Beim Kompetenzmanagement werden

Sozial

Methodik

Führung

Projekte

Anforderungsprofi l

Fachlich

Management

Innovation

– ähnlich wie es bereits zuvor beim

Performance-Prozess beschrieben

wurde – aus der Unternehmensstrategie

die künftig benötigten strategisch

relevanten Kompetenzen abgeleitet,

ein Soll-Ist-Vergleich angestellt und

anschließend Maßnahmenpakete geschnürt.

Die ermittelten Soll-Kompetenzen

beziehen sich in erster Linie auf

Stellen und Funktionen und weniger

auf einzelne Mitarbeiter. Dabei werden

für jeden Bereich (beispielsweise Fertigung,

Vertrieb, Controlling) einzelne

Gruppen (Berufseinsteiger, Trainee,

Professional, Führungskraft) gebildet,

für die dann jeweils ein individuelles

Anforderungsprofi l erstellt wird.

Im Anforderungsprofi l werden die erforderlichen

Einzelkompetenzen konkret

und umfassend ausformuliert. In

Abhängigkeit des Unternehmens (beispielsweise

Branche, Strategie, Ziele)

werden unterschiedliche Kernkompetenzen

nachgefragt.

So legen beispielsweise Dienstleistungsunternehmen

andere Schwerpunkte als

Unternehmen der Technologiebranche.

Während ein Dienstleister vermehrt

Wert auf soziale und kundenorientierte

Kompetenzen legt, wird der Fokus in

Technologiekonzernen eher auf der

fachlichen und innovativen Seite zu fi nden

sein.

Beispiel Sozialkompetenz

Allgemein:

Wir richten unsere Verhaltensweisen

an den Erwartungen der Kunden aus.

Wir kommunizieren aktiv und refl ektieren

unser Handeln und Wirken kontinuierlich.

Wir können uns auch in

schwierigen Situationen selbstständig

und sicher bewegen, nehmen Konfl ikte

an und stehen für übertragene Verantwortungen

ein.

Spezielle Fähigkeiten und

Fertigkeiten:

Kontaktfähigkeit/Beziehungen: Der/die

Mitarbeiter/in geht offen auf interne

und externe Mitarbeiter/Partner/Kunden

zu, bringt ihnen Interesse entgegen,

sucht Kooperationen, versetzt sich in

die Lage anderer und reagiert angemessen

darauf.

Checkliste

KOMPETENZMANAGEMENT

> Was sind heute und in Zukunft die

strategisch wichtigen Kernkompetenzen

für mich als Unternehmer?

> Wie viele Mitarbeiter mit welchen

Kompetenzen werde ich in Zukunft

benötigen?

> Welche Leistungsträger scheiden

in absehbarer Zeit aus, und wie

sichere ich deren Nachfolge ab?

> Welche Mitarbeiter sind die wesentlichen

Leistungs- und Kompetenzträger

meines Unternehmens?

> Welche Mitarbeiter zeigen überdurchschnittliche

und/oder entwicklungsfähige

Potenziale?

> Welche Kompetenzen müssen wir

erhalten bzw. aufbauen, um unsere

Produkte und Dienstleistungen

herstellen zu können?

> Wie kann ich meine Mitarbeiter

gezielt auf zukünftige Aufgaben und

Herausforderungen vorbereiten?

Teamfähigkeit: Der/die Mitarbeiter/in

lebt Teamarbeit vor, berücksichtigt die

Auswirkungen seiner/ihrer Entscheidungen

auf andere Unternehmensbereiche,

stellt Verantwortlichkeiten im

Team klar.

Konfl iktfähigkeit: Der/die Mitarbeiter/in

besitzt die Fähigkeit, Differenzen mit

anderen auszuhalten und konstruktiv

zu lösen.

Talentmanagement

Eine weitere Möglichkeit der systematischen

Entwicklung von Leistungsträgern

und eine Unterkategorie des Kompetenzmanagements

ist das sogenannte

Talentmanagement.

Während das Kompetenzmanagement

im Rahmen einer Stellen- und Funktionsbewertung

in der Regel alle im Unternehmen

Beschäftigten einbezieht,

zielt das Talentmanagement nur auf

ganz bestimmte Mitarbeiter oder Mitarbeitergruppen,

wie Trainees (Hoch-

78

ProFirma 11 2009


schulabsolventen), Spezialisten (Fachexperten),

Nachwuchsführungskräfte

oder Führungskräfte ab.

Primäres Ziel eines professionellen Talentmanagements

ist in erster Linie die

langfristig ausgerichtete Karriere- und

Nachfolgeplanung. Die strategische

Personalentwicklung soll sicherstellen,

dass künftig frei werdende Stellen

durch geeignete Mitarbeiter aus den

eigenen Reihen besetzt werden (Nachfolgeplanung),

sowie dass Mitarbeiter

die Möglichkeit erhalten, sich durch

Weiterqualifi zierungsmaßnahmen für

herausforderndere Tätigkeiten zu empfehlen

(Karriereplanung).

Der idealtypische Aufbau eines Talentmanagementprozesses

erfolgt dabei in

der Regel in drei wesentlichen Schritten:

1. Talentidentifi kation

Um Talente überhaupt identifi zieren

zu können, sollte ein Unternehmen zunächst

individuell festlegen, was unter

einem „Talent“ zu verstehen ist. Es gilt

zu klären, durch welche besonderen Fähigkeiten,

Fertigkeiten, Verhaltensweisen

und Leistungen sich herausragende

ProFirma 11 2009

Checkliste

TALENTE

> Verfügt der Mitarbeiter über ausgezeichnete

fachliche und persönliche

Kompetenzen?

> Zeichnet sich der Mitarbeiter durch

eine überdurchschnittliche Leistungsmotivation

aus?

> Zeigt der Mitarbeiter regelmäßig

überdurchschnittliche Leistungen?

> Besitzt der Mitarbeiter in besonderem

Maße Entwicklungsvermögen?

> Zeigt der Mitarbeiter die Bereitschaft,

sich weiterzuentwickeln?

> Weist der Mitarbeiter eine verhältnismäßig

hohe Entwicklungsgeschwindigkeit

auf?

Mitarbeiter auszeichnen. Dazu müssen

als Erstes eine Reihe einzelner Kriterien

defi niert werden, die sich auf die verschiedenen

Kompetenzbereiche (fachliche,

soziale, methodische Fähigkeiten)

beziehen.

2. Talentförderung

Die eigentliche Qualifi zierung der ausgewählten

Mitarbeiter kann im Rahmen

einer zielgerichteten Personalentwicklung

auf verschiedene Weise erfolgen.

Einerseits sind klassische Weiterbildungsmaßnahmen

in Form von Seminaren,

Workshops, Schulungen oder

Konferenzen möglich, andererseits

kann eine Förderung durch Zuweisung

von herausfordernden neuen Aufgaben

(Job-Enrichment) oder Aufgabenerweiterungen

(Job-Enlargement), Projekttätigkeiten

und Auslandeinsätze erfolgen.

Bevor Entwicklungsmaßnahmen in die

Praxis umgesetzt werden, sollten im

Vorfeld auch die Interessen und Wünsche

des Mitarbeiters abgefragt werden.

Denn nicht jeder Mitarbeiter strebt eine

große Karriere an oder möchte gerne

Führungsverantwortung übernehmen.

3. Talenteinsatz

Das Ziel des Talentmanagements ist

es, Leistungsträger für diejenigen Positionen

zu qualifi zieren, für die sie ausgesucht

wurden. Dabei ist darauf zu

achten, dass die ausgewählten Leistungsträger

weder überfordert noch überfördert

werden. Das heißt, es sollten neben

konkreten Qualifi zierungsmaßnahmen

auch Entwicklungsfreiräume geschaffen

werden, die den Mitarbeiter dabei

unterstützen, neu angeeignete Wissensinhalte

und Verhaltensweisen zu verinnerlichen

und zu stabilisieren sowie das

Erlernte im realen Arbeitsumfeld ausprobieren

zu können.

Fazit

Die sich permanent verändernden und

verschärfenden Anforderungen des

Markts erfordern eine kontinuierliche

Sicherung von Leistungs- und Wissensträgern

im Rahmen einer professionellen

Unternehmens- und Personalführung.

Dabei wird künftig nicht nur

ein höherer Bedarf an Fachkräften und

Leistungsträgern nötig, sondern es

werden darüber hinaus auch neue oder

angepasste, aber in hohem Maße ausgeprägte

Kompetenzen erforderlich sein.

Um diese Herausforderungen zu meistern,

müssen die Personalverantwortlichen

die strategische Personalentwicklungsarbeit

künftig stärker in den Fokus

stellen. Dies kann durch die Implementierung

eines professionellen Kompetenz-

und Talentmanagements erfolgen.

Ziel ist es, durch eine langfristige, an der

Unternehmensstrategie ausgerichtete

Personal- und Performance-Planung

sowie durch die stetige Spiegelung der

Mitarbeiter an dieser Planung, nachhaltige

Kernkompetenzen im und für

die Firma aufzubauen und zukünftige

Leistungsträger zu entwickeln.

LITERATURTIPPS

TALENTMANAGEMENT

IN DER PRAXIS:

Eine Anleitung mit Arbeitsblättern,

Checklisten, Software-Lösungen

Autoren: Volker Heyse,

Stefan Ortmann

Waxmann Verlag, 1. Aufl ., 2008,

156 Seiten, 24,90 Euro

ISBN 978-3830919834

STRATEGISCHES

KOMPETENZMANAGEMENT

Autoren: Sascha Gechter,

Walter Jochmann (Herausgeber)

Springer Verlag, 1. Aufl ., 2006,

214 Seiten, 39,95 Euro

ISBN 978-3540279662

DER TALENTE-KRIEG:

Personalstrategie und Bildung im

globalen Kampf um Hochqualifi zierte

Autoren: Dietrich von der Oelsnitz,

Volker Stein, Martin Hahmann

Haupt Verlag, 1. Aufl ., 2007,

290 Seiten, 29,90 Euro

ISBN 978-3258072456

Die Autoren:

Prof. Dr. Thomas Bartscher

und Dipl.-Betriebswirtin (FH)

Juliane Stöckl

79


Rückschau & Termine

Über Veränderungsprozesse diskutierte ProFirma-Chefredakteur Dieter Römer

(3.v.l.) mit Unternehmerinnen, Unternehmern und einem Fußballtrainer.

5. Freiburger Mittelstandskongress

Mit Wandel und Krise umgehen

Unter dem Leitthema „Den Wandel gestalten“ stand in diesem

Jahr der Freiburger Mittelstandskongress, der in seiner

nunmehr fünften Aufl age mit rund 400 Teilnehmern deutlich

mehr Besucher anzog als die Veranstaltungen zuvor. Ein

Novum bildete die Vorstellung des Demografi e-Exzellenz-

Awards: Er wird vom nächsten Jahr an regelmäßig an Unternehmer

in Baden-Württemberg verliehen, die ein vorbildliches

demografi eorientiertes Personalmanagement betreiben.

Das Nachdenken über Reaktionsmöglichkeiten auf die Wirtschaftskrise

und der dennoch drohende Fachkräftemangel

zogen sich wie ein roter Faden durch die Vorträge über Megatrends,

den Arbeitgeber als Marke oder die Frage, was sich

Führungskräfte in der Tierwelt von Löwen und Leitwölfen abschauen

können. Baden-Württembergs Finanzminister Willi

Stächele ermunterte die Unternehmer zur aktiven Teilnahme

an den kommenden Diskussionen: „Ich wünsche mir, dass die

Mittelständler zurückkehren in die politische Arena.“

Zu wenig strategisches Management

Der deutsche Mittelstand nutzt in der aktuellen Krise zu wenig die strategischen

Chancen wie die Übernahme eines Wettbewerbers. Das ergab die

Studie „Strategisches Krisenmanagement im Mittelstand?“ der Fachhochschule

Südwestfalen und der Unternehmensberatung MBB Consult.

Der Grund liege häufi g darin, dass Unternehmen ihre Optionen hauptsächlich

unter fi nanzwirtschaftlichen Kriterien betrachten. Managementmethoden,

die auch den strategischen Wert einer Chance berücksichtigen, seien

dem Mittelstand vielfach unbekannt oder würden nicht genutzt. Weiteres

Ergebnis der Studie: Kleinere und mittlere Betriebe stecken oft in einem

Zielkonfl ikt. Die Kreditklemme zwinge sie einerseits, sich von innen zu fi -

nanzieren. Deswegen bauten fast vier Fünftel ihre Lagerbestände ab, um gebundenes

Kapital zu lösen. Andererseits müssten die befragten Firmen ihre

Kunden halten und neue gewinnen, indem sie schneller produzieren und liefern.

Auch bei diesem Konfl ikt greifen Mittelständler zu wenig auf vorhandene

spezifi sche Managementmethoden zurück. Infos: www.mbbgmbh.de

In der von ProFirma-Chefredakteur Dieter Römer moderierten

Podiumsdiskussion über das Gestalten von Veränderungsprozessen

waren die Unternehmerinnen und Unternehmer Gräfi

n Bettina Bernadotte (Mainau GmbH), Beatrice Rodenstock

(Naviget GmbH), Peter F. Rieland (Freyler Unternehmensgruppe)

und Dr. Thomas Schäuble (Rothaus AG), einig, dass nur

langfristige Strategien aus der Krise heraushelfen. Robin Dutt,

Cheftrainer des Fußball-Bundesligisten SC Freiburg, brachte

es dennoch auf den Punkt: „Wir sind schon aus der Krise,

wenn wir zweimal hintereinander samstags gewinnen.“

PROZEUS LOBT UNTERNEHMER-

PREIS 2010 AUS

Kleine und mittlere Unternehmen

aus dem produzierenden Gewerbe

und der Konsumgüterwirtschaft können

sich bis 30. November um den

Prozeus-Unternehmerpreis bewerben.

Das Projekt Prozeus, das GS1 Germany

und IW Consult betreiben, unterstützt

die E-Business-Kompetenz mittelständischer

Unternehmen. Mit dem Preis

werden Mittelständler geehrt, die ihre

Prozesse vorbildhaft auf der Basis von

E-Business-Standards erneuert haben.

Bewerben können sich mittelständische

Unternehmen mit bis zu 250

Mitarbeitern, maximal 50 Millionen

Euro Jahresumsatz und ohne Konzernzugehörigkeit.

Preisverleihung ist am

27. Januar 2010 in Stuttgart, der Preis

ist mit 3.000 Euro dotiert. Weitere Informationen

unter www.prozeus.de.

80 ProFirma 11 2009

Fotos: Freiburger Mittelstandskongress


Vorschau 12.2009 Die

Titelthema: Verantwortungsvoll erfolgreich

Gutes zu tun und dabei die eigenen wirtschaftlichen Ziele zu verfolgen, muss

kein Widerspruch sein. Im Gegenteil: Nur wenn Unternehmen auch selbst davon

profi tieren, können sie dauerhaft gesellschaftliche Verantwortung übernehmen.

In unserer Titelgeschichte stellen wir erfolgreiche Mittelständler vor, die Corporate

Citizenship auf vielfältige Weise betreiben und sich damit ihrer Region und

ihren Mitarbeitern verbunden zeigen – zum Vorteil aller.

IMPRESSUM

Redaktion:

Dieter Römer (Chefredakteur)

E-Mail: Dieter.Roemer@ProFirma.de

Mirjam Fischer (Redakteurin)

E-Mail: mirjam.fi scher@profi rma.de

Paul Lauer (Redakteur)

E-Mail: Paul.Lauer@ProFirma.de

Hans-Walter Neunzig (Redakteur)

E-Mail: Hans-Walter.Neunzig@ProFirma.de

Gabi Reuys (Assistentin)

E-Mail: Gabi.Reuys@ProFirma.de

Telefon 07 61/36 83 575, Fax 07 61/36 83 105

Hausadresse der Redaktion:

Rudolf Haufe Verlag GmbH & Co. KG

Hindenburgstr. 64, 79102 Freiburg

Autoren dieser Ausgabe:

M. Bahnerth, Th. Bartscher, M. Beck,

J. Christ, T. Cole, G. Herr, M. Hofmann, St. Kaufmann,

G. Küsel, U. Müller, A. Munk, B. Peymani,

K. Schelauske, I. Steinhaus, J. Stöckl, O. Weiss,

K. Zunke

Grafi k: Hanjo Tews

ProFirma 11 2009

Anzeigen-Verkauf:

Bernd Junker (Anzeigenleitung)

Telefon 09 31/27 91 556

Oliver Cekys (Senior Key Account Manager)

Telefon 09 31/27 91 731

Thomas Horejsi (Senior Key Account Manager)

Telefon 09 31/27 91 451

Michaela Dotzler (Disposition)

Tel. 09 31/27 91 559, Fax 09 31/27 91 477

E-Mail: Anzeigen@ProFirma.de

Verbreitete Aufl age,

2. Quartal 2009: 80.128

Verkaufte Aufl age: 66.804

IVW-geprüft. ISSN 1435-6082

Abonnentenservice:

Haufe Service Center GmbH, Postfach,

79091 Freiburg

Telefon 01 80/50 50 169*, Fax 01 80/50 50 441*

E-Mail: Zeitschriften@Haufe.de

*0,14 €/Min. aus dem dt. Festnetz, abweichende Mobilfunkpreise.

Ein Service von dtms.

Ausgabe 12/2009 erscheint am 25. November 2009

Weitere Themen:

KINOWERBUNG

Echte Kassenschlager

Regionale Kinowerbung schafft hohe

Aufmerksamkeit. Professionell gemachte

Spots wirken nachhaltig und sind schon

für ein kleines Budget erhältlich.

FÖRDERPROGRAMME

Ein Volltreffer

Das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand

(ZIM) trifft den Nerv kleinerer und

mittlerer Unternehmen: Es ist unkompliziert

und lässt sich vielfältig einsetzen.

VERNETZUNG

Zusammenarbeiten

Die Vernetzung in Unternehmen hat nicht

nur für die IT-Abteilungen Konsequenzen.

Auch Arbeitsabläufe und die Firmenkultur

stehen vor – positiven – Veränderungen.

Verlag: Haufe Fachmedia GmbH & Co. KG

Geschäftsführer: Reiner Straub

Im Kreuz 9, 97076 Würzburg

Tel. 09 31/27 91 400, Fax 09 31/27 91 444

www.Haufe-Fachmedia.de

Druck: Druckerei Echter, Würzburg

Vertrieb im Handel:

SPECIAL INTEREST

Zeitschriften Distribution & Marketing GmbH

Nordendstraße 2; 64546 Mörfelden-Walldorf

Beilagenhinweis:

Diese Ausgabe enthält Beilage der Unternehmen

Biber Umweltprodukte Versand GmbH,

A-Dornbirn und Hoffschmidt GmbH & Co. KG,

Bielefeld-Hillegossen. Wir bitten um Beachtung!

Der jährliche Bezugspreis beträgt für ProFirma im Inland: 64 Euro inkl. MwSt. und Versand, im Ausland 79 Euro inkl. Versand. Das Kombi-Jahresabo ProFirma

Professional kostet im Inland 177,60 Euro inkl. MwSt. und Versand, im Ausland 192,60 Euro inkl. Versand. Bezieher der Produkte aus der „Lexware professional

line“ (9018, 9182, 9183, 9170, 9171, 9172, 9173, 9174, 8804, 9094) erhalten ProFirma im Rahmen ihres Abonnements. Für Mitglieder des Bundes der Selbständigen

(BDS) ist der Bezug im Mitgliedsbeitrag enthalten.

81


Schluss mit lustig

H2O hatte schon beim letzten Bissen wieder Hunger. Salat

hatte er gegessen. Immer nur Salat, dachte er, mit Frischkäse

und danach einen Bio-Apfel. Arzt hin oder her und seine

Frau und Ratschläge und Vernunft, das ist kein Speiseplan

für einen Mann. Seine Frau ernährte sich schon jahrelang so,

aber zu welchem Preis? Ihm war klargeworden, dass, wer die

ganze Zeit Grünzeugs isst, sich nicht wundern muss, wenn er

zur Zicke wird. Gesund hin oder her, diese Form der Ernährung

ist Masochismus oder Folter, dachte er, auf alle Fälle eine

Menschenrechtsverletzung, und er fragte sich, ob dies nicht

gegen die Genfer Konventionen verstoße. Gut, der Infarkt lag

erst ein paar Wochen hinter ihm, aber

wenn das so weiter ginge, würde er an

Unterernährung und Traurigkeit sterben.

Dann schon lieber Herzinfarkt,

der geht wenigstens schneller.

Er empfand seinen Hunger als überirdisch,

aber vor allem als in der Magengrube

brennende Sehnsucht. Als ein

alles andere verschluckendes Gefühl

nach einem toten Tier auf dem Teller,

einem Stück Fleisch, leicht blutig,

von dieser zärtlichen Konsistenz, dass

das Messer ohne große Mühe durch

es hindurch gehen würde, ein Stück

Fleisch, das fast so auf der Zunge zergeht

wie Eis schmilzt. Und er wusste auch, dass sein neuestes

Business-Projekt mit dieser Sehnsucht zu tun hatte. Sein Hunger

gab seinen Ideen Nahrung. Er wollte Rinder züchten, nicht

irgendwelche, sondern das beste Rind überhaupt. Aber jetzt

wollte er zuerst eines essen.

Anderthalb Stunden später lehnte er sich tief in den Stuhl

des Nobelrestaurants, nahm noch einen Schluck Wein und

begutachtete die Rechnung. Er bereute nichts. Gerade hatte

er das beste Stück Fleisch seines Lebens gegessen, Koberind,

100 Euro teuer, aber jeden Cent wert. Streng genommen war

es nicht das japanische Koberind, sondern ein Wagyu-Rind,

eine Nachzüchtung, weil die Japaner keine Koberinder für den

Export freigeben. Er hoffte, dass wenigstens das Wagyu-Rind

auf seinem Teller ein waschechtes gewesen war, weil einige

Züchter das Wagyu-Rind mit dem Black Angus kreuzen und

das Fleisch trotzdem als reines Wagyu verkaufen.

H 2O

... will Rinderbaron werden

von Michael Bahnerth

Henning Hirschmüller-Oberst, genannt H2O, beerdigt seine Biopommes-Pläne endgültig

und richtet seine neue Energie auf eine japanische Luxus-Kuh.

Sie bescheißen eben überall, dachte er. Seine Rinderzucht

würde die Ausnahme sein. Er dachte an eine kleine Herde von

zehn Tieren, einen kleinen Bauernhof, alles exklusiv und ganz

in japanischer Tradition. Das heißt, die Tiere werden wie in

Kobe aufgezogen, mit allem Drum und Dran: Kriegen nur

Getreide, Rüben, Kartoffeln und Alfalfa-Keimlinge zu essen.

Im Stall klassische Musik. Tägliche Massage, zwei Stunden

lang. Täglich das Bespritzen mit Reiswein, damit das Tier eine

Fettaufl age bildet, die das Fleisch unvergleichlich zart machen

würde. Und die Tiere würden eine Flasche Bier pro Tag zu saufen

kriegen, weil das den Appetit anregt, im Sommer übrigens

zwei. 300 Euro könnte er pro Kilo verlangen,

vielleicht sogar mehr, wenn er

die höchste Qualitätsklasse erreichen

würde: A5 – die höchste Stufe der

Marmorierung eines Fleisches, die für

die Tiefe des Aromas sorgt.

Er hatte jetzt Lust, sich selbst auf die

Schulter zu klopfen, er fühlte sich

durchstartbereit, heiß, um wieder

mitzumischen im Universum des

Business. Und zwar on-the-top, highend-mäßig.

Mit dem Bio-Pommes-

Automaten hatte er eine Schlacht verloren,

gut, aber das war jetzt Pipifax.

Er hatte einen Tritt in den Hintern bekommen

und einen Herzinfarkt – Lehrgeld, mehr nicht. Seine

Fleischwolf-Fabrik würde er verkaufen, Familientradition hin

oder her. Wie unelegant überhaupt Fleischwölfe waren, wie

plumpes Fleckvieh im Gegensatz zu den ästhetisch schwarzen

Wagyu-Rindern, die nur einen Schönheitsfehler besitzen.

Ihr Euter ist hässlich.

Ja, das wäre sein neues Leben, das Leben des ersten europäischen

Wagyu-Barons. Natürlich würde er die europäische

Zucht dieses japanischen Spitzentiers nicht neu erfi nden, aber

nach allem, was er wusste, versuchte hier einer ein bisschen

und dort einer ein wenig. Klang alles sehr anfängerhaft, und es

war Zeit für einen Profi .

DIE NÄCHSTE FOLGE: H2O unterrichtet seine Familie

über die neuen Pläne und steht vor einer Entscheidung:

Kobe-Rinder oder seine Frau.

82 ProFirma 11 2009

Folge 19

Illustration: Reinhold Harwath


Die Online-Messe für ERP-Software.

,

Veranstaltungsort:

Golfplatz

Veranstaltungszeit:

Montag, 16:12 Uhr

Messe to Go

erp-expo.de

Fachwissen, Anbieterübersicht, Produktinfos und alles, was Sie schon immer

über ERP-Software wissen wollten. Schnell, aktuell und kostenlos!


JUNGv.MATT

Deutschland baut auf den Mittelstand.

Der Mittelstand baut auf uns.

Sparkassen: Deutschlands Mittelstandsfinanzierer Nr. 1.*

S

Als kompetenter Finanzpartner sorgen die Sparkassen für einen starken Mittelstand. Ob Existenzgründung, Firmenverkauf

oder Kapital für Innovation oder Expansion: Mit unseren ganzheitlichen Finanzierungs- und Beratungslösungen stehen wir

jedem Unternehmer professionell zur Seite. Mehr Informationen bei Ihrem Firmenkundenbetreuer und unter www.sparkasse.de.

Wenn’s um Geld geht – Sparkasse.

*Laut Marktanteil von Sparkassen und Landesbanken bei Krediten an Unternehmen und Selbstständige, abgeleitet aus Quelle: Deutsche Bundesbank, Statistisches Beiheft Reihe 1, Monatsbericht 01/2009.

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine