Ziehps, der kleine Vogel - ein „Storymailing-Projekt“

auerverlag

Ziehps, der kleine Vogel - ein „Storymailing-Projekt“

Claus Claussen

Ziehps,

der kleine Vogel - ein

„Storymailing-Projekt“

Ein Projekt aus der großen Erzählwerkstatt

für kleine Geschichtenerfi nder

Downloadauszug

aus dem Originaltitel:


Ziehps, der kleine

Vogel - ein „Storymailing-

Projekt“

Ein Projekt aus der großen Erzählwerkstatt für

kleine Geschichtenerfi nder

Dieser Download ist ein Auszug aus dem Originaltitel

Die große Erzählwerkstatt für kleine Geschichtenerfi nder.

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Ziehps, der kleine Vogel – Ein „Storymailing-Projekt“

Abbildung 110: Ziehps-Buch

Bisher sind hier Projekte kte beschrieben und vorgestellt v worden,

die in einer Klasse se oder in einer Grundschule Gr

stattgefunden

haben oder für ür einzelne Kla Klassen oder Schulen en

vorgeschlagen en worden sind. Mit die diesem Projekt, das durch urch

Storymailing gekennzeichne

gekennzeichnet ist, wurde der r Versuch gestartet,

„erzählerische sche Interaktionen“ Interak zu organisieren, nisieren, d. hh.

mehrere Schulen durch urch ein e gemeinsames Rahmenthema

hmenthema

zu verbinden und sie anschließend auch an allen n Erg Ergebnissen

teilhaben zu lassen. Dabei galt als Leitvorstellung, llun zunächst

vor allem das mündliche Erzählen in den jeweiligen w

Klassen und die offenen, zielorientierten Dialoge zwischen

Kindern und ihren Lehrerinnen und Lehrern zum Zweck des

Geschichtenerfi ndens anzuregen. Darüber hinaus sollten

dann die Geschichten aber auch schriftlich dokumentiert

und in Buchform an alle Beteiligten umverteilt werden.

Die Suche nach einer allgemein verbindlichen Defi nition

des „Storymailing“ ergab kein Ergebnis. Dagegen sind viele

eher interessensbedingte Defi nitionen im Umlauf.

Storymailing bedeutet – und dies gilt allenthalben – eine

Geschichte (Text) oder einen Teil davon (zumeist den Anfang)

per E-Mail zu verschicken. Dies ist aber per se noch

kein neues inhaltliches Qualitätsmerkmal.

Vorläufer waren z. B. die Klassenkorrespondenz nach Freinet,

mit der – zumeist zwischen einzelnen Klassen oder Schulen

– Texte (Briefe), Bilder etc. ausgetauscht wurden, die in

oftmals längerfristigen Korrespondenzen per Briefpost mündeten

und gelegentlich lange durchgehalten wurden.

Projekt je ekProjekt

13

Projekt 13:

Ziehps, der kleine Vogel – Ein „Storymailing-Projekt“

Eine Korrespondenz per E-Mail geht wesentlich schneller;

deshalb auch das neue Wort „Storymailing“.

Allerdings können sich anhand dieses schnellen Kanals

neue kommunikative Möglichkeiten (Inhalte) entwickeln.

Beispiele: Zwei Geschichtenerfi nder oder zwei Gruppen

von Geschichtenerfi ndern entwickeln eine neue Geschichte

im Dialog, und zwar als „Pingpong-Spiel“ mittels Computer

und E-Mail.

Die eine Gruppe sendet det ddas

erste Stück, die zweite denkt

sich eine Fortsetzung zung aus un und sendet sie zurück. So geht

es eine Weile hin und her, bis

die Geschichte ganz fertig

ist … und beide eide Gruppen

sie haben.

Aus diesem sem „Pingpong-

„Pingpong-Spiel“ kann ein „Kreisspiel“ mit

mehreren eren Stationen hintereinander h

werden, was aber einen

wesentliche esentliche höheren, hö für alle verbindlichen Organisa-

tionsgrad voraussetzt vorau (d. h. abgesprochene Reihenfolge,

Zeitplan und Rückübermittlung g des Ergebnisses von der

letzten le Station zu allen anderen anderen).

Das hier h vorgestellte Beispiel el vom klein kleinen roten Vogel Ziehps

entspricht ents eher jener anderen Grundfo Grundform eines Kreises von

vielen v Schulen, , aus deren ged gedachtem Mittelpunkt der Anfangsimpuls

kommt, mmt, an den alle

Ergebnisse zurückgemailt

werden und von dem aus

die Zusammenfassung der Ergebnisse

nisse an alle Beteiligten Beteiligte organisiert wird.

Vorgabe be (Impuls) war ein e offenes Rahmenthema, das viele

gemeinsame Arbeiten Arb (Ergebnis einer Klasse) wie auch

viele ele Einzelergebnisse Einzelerge (Bündel von Einzelarbeiten in ei-

ner Klasse) anstieß.

Alle hier skizzierten sk Möglichkeiten können (bei gleichen

technischen echnis Voraussetzungen) zwischen Einzelschulen

verabredet verab und organisiert werden, und zwar

• in einem Schulverbund;

• zwischen mehreren benachbarten Schulen;

• zwischen Partnerschaftsschulen;

• in einer Schulregion;

• in einer Großstadt.

Muster zur

Ansicht

Als Leitidee gilt dabei, dass Storymailing nicht aus dem

Schulbereich ausgelagert (d. h. etwa an Internet-Adressen

bzw. an Internet-Agenturen, unter Umständen sogar mit

Wettbewerbscharakter, Rankings und Preisen etc.) wird,

sondern das Schwergewicht durchaus auf den Dialogen

zwischen Lehrern/Lehrerinnen und ihren Kindern beim

Erfi nden von neuen Geschichten liegen sollte, denn

schließlich geht es nicht um den technischen Vorgang des

Mailens, sondern darum, dass Kinder das Entstehen von

Geschichten unter sorgfältiger Begleitung ihrer Lehrerinnen

und Lehrer bewusst positiv erleben und daran individuell

sprachlich wachsen. Zugleich erlernen sie, durch

sinnvolles Arbeiten am Computer weiteren persönlichen

Nutzen zu ziehen.

Claus Claussen: Die große Erzählwerkstatt für kleine Geschichtenerfi nder. Das Praxispaket zur Entwicklung von Erzählkompetenz und Kreativität

© Auer Verlag GmbH, Donauwörth � 06155


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Projekt 13 Ziehps, der kleine Vogel – Ein „Storymailing-Projekt“

1. Beschreibung

Dieses Buch ist während des „Storymailing“ entstanden.

Die Kinder aller beteiligten Klassen haben es gelesen und

sich gewundert, was allen anderen außer ihnen selber eingefallen

ist.

Abbildung 111: Originalzettel mit dem Anfangstext

ns

Jede Schulklasse, die sich im zeitlichen Zusammenhang

mit dem Weltgeschichtentag an dem Projekt beteiligen wollte,

bekam den Anfangstext und zusätzlich noch zwei Bögen

mit „Ziehpsen“, die einen nach links, die anderen nach

rechts guckend … und zwar für eventuelle Bildgestaltungsabsichten,

d. h. zum Kopieren auf rotes Papier.

Es folgt die Beschreibung seiner Geschichte.

Zum Weltgeschichtentag 2004, einer aus Schweden stammenden

Initiative, die von einer größeren deutschsprachigen

Gruppe von Erzählerinnen und Erzählern aufgegriffen wurde,

d. h. am 20. März 2004, wurde diese Projekt gestartet.

Abbildung 112: Einladungskarte zum Storymailing

(Anmerkung: Das Bild von Ziehps habe ich übrigens auf einer

meiner Reisen im ICE Dresden-Frankfurt gefunden; von

wem er stammt, weiß ich nicht.)

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Ziehps, der kleine Vogel – Ein „Storymailing-Projekt“

Abbildung 113: Ziehpse, die nach rechts ts gucken

Abbildung 114: Ziehpse, die nach links gucken

In meinen eigenen Vorstellungen hatte ich eher an 3. und

4. Schuljahre gedacht; entwickelt hat sich die ganze Sache

dann grundschulübergreifend. Außerdem hatte ich – und

das zeigt sich deutlich in dem Brief zu Anfang – meine eigenen

Vorstellungen zu Geschichten mit Ziehps „im Kopf“;

die vielen Kinder entwickelten dann – übrigens ganz im Projektsinne

– ihre eigenen Vorstellungen.

Brief zu Anfang des Projektes:

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

am Weltgeschichtentag, dem 20. März 2004, gestartet

und auch in der Zeit dan danach soll ein Buch entstehen.

Ein Buch aus vielen n Ges Geschichten, die von vielen Grundschulklassen

erarbeitet arbeitet und

an mich zurück gemailt und

entsprechend von on mir zusam zusammengefasst werden können.

Es ist ein „Storymailing“ „Storymai besonderer Art.

Für alle e Geschichten gib gibt es einen gemeinsamen Handlungsträger,

gsträger, einen kl kleinen roten Vogel. Der kleine rote

Vogel el namens „Z „Ziehps“ unternimmt viele Reisen in die

weite Welt elt der der Realität oder der Fantasie. Das bedeutet:

Jede GGrundschulklasse,

die mitmacht, denkt sich

ein reales Land oder ein in Fan Fantasieland aus, lässt den

kleinen kle Vogel dort hinfl iegen egen und vi viele höchst kreative

Abenteuer Ab erleben rleben … nichts ist unm unmöglich.

Jede Grundschulklasse schulklasse erar erarbeitet gemeinsam einen

Text als Kapitel el für das vorges vorgesehene Buch … am Ende

jedes Textes es fl iegt der kle kleine Vogel stets zurück zu seinem

m Lieblingsplätzchen.

Lieblingsplätzchen

Außerdem rdem kann auch

noch eine Abbildung von jedem

Abenteuer entstehen, entste auf dem der kleine Vogel (listig

versteckt!) versteckt!) zu sehen s ist … irgendwo hinter, über, unter,

zwischen …

Texte sollten sol nach Möglichkeit von den Kindern selbst

auf dem d Computer verfasst und dann als E-Mail direkt

an mich geschickt werden … Aber auch alle Ersatzlösungen

sind denkbar. Die Abbildungen hätte ich gerne

als Originale.

Jede Grundschulklasse, die mitmacht, bekommt ein fertiges

Exemplar des Buches, um nachsehen zu können,

was allen anderen eingefallen ist.

Als unmittelbare Rückmeldung per E-Mail brauche ich

zunächst nur:

• Ja, wir machen mit!

• Schuladresse

• E-Mail-Adresse und das Land, das sich

die Klasse ausgesucht hat.

Und bitte beziehen Sie sich in allen Mails immer auf

Ziehps“!

Später brauche ich dann außer dem Text und der Abbildung

ein Blatt mit allen Namen der Autorinnen und

Autoren samt ihrer Lehrerin oder ihrem Lehrer, denn die

sollen auch alle in das Buch.

Alles Weitere wird sich fi nden … natürlich wird es ein

wenig dauern.

Herzliche Grüße … und ab jetzt bin ich gespannt.

uster er zur

Ansicht n

Gez. Claus Claussen

Projekt je ekProjekt

13

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Projekt 13 jek Ziehps, der kleine Vogel – Ein „Storymailing-Projekt“

Die Ziehps-Mitmacher-Liste (Klassen und Schulen):

• Klasse 2b, Hostato-Schule in Frankfurt-Höchst;

• Klasse 4, Grundschule Waldeck;

• Klasse 4a, Sonnenblumenschule Langen;

• Klasse 3e, Wolfsbuschschule Weilimdorf;

• Klasse 3a, Grundschule Feldatal;

• Klasse 2c, Albert-von-Reinach-Schule in Kelkheim-

Fischbach;

• Klasse 2a, Lessing-Grundschule in Pirna;

• Klasse 4a,Lessing-Grundschule in Pirna;

• Klasse 2a, 59. Grundschule Dresden;

• Klasse 2b Albert-von-Reinach-Schule in Kelkheim

Fischbach;

• Klasse 2a, Gesamtschule Eppendorf;

• Klasse 3a und 3b der Grundschule Süd in Radeberg;

• Klasse 3a, Ernst-Reuter-Schule in Neu-Eichenberg;

• Klasse 1b, Ludwig-Grimm-Schule in Fuldatal/Ihringshausen.

In den höchst unterschiedlichen Geschichten tauchten ganz

unterschiedliche Motive und Reiseziele auf. Nachfolgend

sollen einige Proben deren Vielfalt zeigen:

… und langweilte sich. Also fl og er nach Westen, n, denn er

wollte zum Atlantik. Dort wollte er nach einer Meerjungfrau

eerjungfrau

suchen … (Klasse 2b, Frankfurt-Höchst) t)

… weil er kein normaler Vogel ist, sondern ondern die Menschen- Men

sprache sprechen kann, hört er, wie e ein Kind name namens Gina

erzählt: „Ich fahre in den Sommerferien merferien zum Schloss meines

Vaters nach Italien.“… und Graf Dracula

kommt auch

noch ins Spiel … (Klasse Klasse 4, Waldeck)

eines Tages kamen men Männer und

sägten einige Bäume äume

im Wald ab. b. Und der Ast, auf dem er immer saß, wurde rde auch au

abgesägt. Mit seinem Fre Freund, dem kleinen nen blauen Vogel

Paps, beschlossen ossen sie, zu zusammen in einen en anderen Wald

zu fl iegen … (Klasse asse 4a, Langen)

Ziehps fl og zu seinem Freund Andreas. Es s ist is ein Igel.

Sie feiern ein Fest … (Klasse 2b, Frankfurt-Höchst) ch

eines Tages fl iegt Ziehps in die Türkei, er fl iegt nach Antalya.

Er fi ndet es dort ganz toll, weil es hier anders aussieht

als in seinem Land. Ihm gefallen die Frauen in ihren

bunten Kopftüchern, er mag Döner und die Stadt liegt am

Meer … (Klasse 3e, Weilimdorf)

… und der fl og auf die Tierinsel. Erst sah er nur Wasser und

dann nach einer Weile sah er die Tierinsel und ein Nashorn


(Klasse 2b, Frankfurt-Höchst)

… er fl og und fl og und irgendwann war er über dem Meer.

Er sah ein Segelschiff und setzte sich auf den Mast, um sich

auszuruhen. Ziehps schaute vom Mast herunter und entdeckte

ein paar Brotreste … Dabei bemerkte er einen Schlitz

zwischen den Planken und blickte hindurch. Unten konnte

er einen Käfi g sehen … (Klasse 3a, Feldatal)

Abbildung g 115: Großer

Ziehps aus lauter roten Federn als

Wandbild dbild

eines Tages, Tages als es ihm zu langweilig auf seinem Baum

wird und d er ssich

einsam fühlt, fl iegt er zu der großen Insel

der vielen en Landschaften, um dort Abenteuer zu erleben und

neue Freunde zu fi nden den … (Klasse 2c, Kelkheim-Fischbach)

b

Muster zur

Ansicht

Abbildung 116: Insel der vielen Landschaften

eines Tages fl iegt Ziehps in den Dresdner Zoo, um sich

einen neuen Freund zu suchen. Er fl iegt zur großen Riesenschlange

und fragt: „He du, willst du mein Freund sein?“ …

(Klasse 2a, Pirna)

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Ziehps, der kleine Vogel – Ein „Storymailing-Projekt“

eines Tages fl iegt Ziehps in das Hulalulaland. Er landet

auf einem großen Berg und sieht eine Burg. Dort lebt ein

großer schwarzer Magier …

(Klasse 4a, Pirna)

eines Tages fl og Ziehps in Richtung Süden, denn der

Herbst nahte und ihm wurde kalt und ungemütlich. Nachdem

er recht lange gefl ogen war, entdeckte er unter sich eine kleine

Insel. Sie sah unbewohnt aus. Trotzdem landete er. Als

er auf dem Boden stand … (Klasse 2a, Dresden).

Abbildung 117: Ziehps auf der kleinen Insel el

… als er eines Tages vom Quatschland d träumt, will er

sofort

dorthin fl iegen. Und wirklich kommt mt er zu einer In Insel,

die diesen Namen verdient. Wie sieht eht es denn da

aus? Die

Bäume hängen mit den Wurzeln n in den Wolken. DDie

Regenwürmer

kriechen gedreht eht wie Spiralen. Die Häuser stehen

auf dem Dach. Die Vögel gel können nicht fl

fliiegen


(Klasse 2b, Kelkheim-Fischbach) ischbach)

eines Tages s kam ein Zugv Zugvogel vorbeigefl ogen. „Hallo!“,

rief Ziehps. „Setz dich zu mir und u erzähle von deiner Reise!“

„Keine Zeit, keine Zeit“, eit“, aantwortete

der Zugvogel. gel. „Bin ein- eingeladen,

auf eine Party! ! Oh, wie ich mich freue.“ Und

schon

war er hinter den Bäumen verschwunden. „Eine e Pa Party?“,

dachte der kleine rote Vogel, „eine Party, das wäre är auch

was für mich.“ …

(Klassen 3a und 3b, Radeberg)

… dieses Mal sollte es die Türkei sein. Auf dem Flug dorthin

verletzte er sich an einem Flügel. Er hatte nämlich nicht

aufgepasst und war gegen einen Berg gefl ogen. Dann landete

er recht unsanft auf dem Boden. Er blickte sich um und

sah ein Haus in seiner Nähe. Da wohnte ein Mädchen, das

hieß Meryem. Meryem spielte gerade im Garten, da sah


(Klasse 2a, Eppendorf)

„Schade, dass es bei uns keine Vulkane gibt. Da würde ich

mir eine Lava-Steine-Sammlung anlegen“, erwiderte Maximilian.

Ziehps dachte bei sich: „Ich brauche mal Ferien, Warum

soll ich nicht in die weite Welt hinaus fl iegen und mir

diese Vulkane, von denen die Kinder so interessant erzählen,

in echt anschauen?“ Also packte er seinen Koffer …

(Klasse 3a, Neu-Eichenberg)

… aber am zweitliebsten fl og er herum und erlebte Abenteuer.

Heute wollte Ziehps endlich einen Ausfl ug ins Dinoland

machen. Nachdem er einen Wurm gefrühstückt hatte,

ging’s auch schon los …

(Klasse 1b, Fuldatal/Ihringshausen)

Zwei Mädchen, Merve K. und Merve B. aus der Klasse 2b

in Frankfurt-Höchst haben zu dem Thema „Ziehps“ „Elfchen“

aufgeschrieben.

Diese Gedichte aus 11 WWörtern

sollen, weil sie aus dem

„Rahmen“ fallen, die Belege zzu

den Kinderarbeiten abschließen:

Ziehps hps

Ziehps ps kommt

Ziehps kommt ommt zu

Ziehps kommt om zu uns

Klasse!

Ziehps

Ziehps fl iegt gt

Ich h liebe Ziehps Ziehp

Wo ist st mein Ziehps?

Huh! uh!

2. Praktische Pra Ergebnisse

Muster er zu zur

Projekt je ekProjekt

13

Durch D die gezeigten und beschriebenen Beispiele ist schon

deutlich genug, um was es geht: Es sollen zunächst aufgrund

eines zentralen angestoßenen Rahmenthemas zahlreiche

fantasievolle mündlich erzählte Geschichten entstehen.

Ferner sollen diese Geschichten später dokumentiert

werden (Arbeit am Computer) und je nach dem Verbund mit

anderen Grundschulen per E-Mail („Storymailing“), d. h. als

Anhänge an eine Mail weitergeleitet werden. Sofern das

sogenannte „Mittelpunktsmodell“ verabredet wurde (und

genügend Geld und Zeit vorhanden ist) soll ein zusammenfassendes

Buch entstehen, das allen Beteiligten zugänglich

ist.

Eine Alternative dazu wäre eine CD, auf die alle mündlichen

Geschichten aufgesprochen werden. Auch dafür gibt

es bereits überzeugende Beispiele.

Erfahrungsgemäß wirkt die Gelegenheit, das zu lesen, das

zu hören, was viele andere zum gleichen Thema erzählt

oder geschrieben haben, stark motivierend zum Hören und

zum Lesen, d. h. also sprachfördernd im besten Sinne.

Ansicht sicht ht

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Projekt 13 jek Ziehps, 13 der kleine Vogel – Ein „Storymailing-Projekt“

3. Durchführung

Zunächst muss entschieden werden, welche Form des

„Verbundes“ die beteiligten Schulen wählen wollen.

Sodann müsste ein gemeinsamer Organisationsplan und

Zeitplan aller beteiligten Schulen und Klassen aufgestellt

und für verbindlich erklärt werden.

Die Absicherung der technischen Voraussetzungen (E-

Mail-Adressen, Zugänge für einzelne Klassen bzw. Schulen)

sollte vorrangig geklärt werden wie auch alle Formen

der Problemlösung während des Projektes, also abgesprochene

telefonische Verbindungen, um z. B. den Ablauf der

Ereignisse immer erneut miteinander abzugleichen.

Vor allem aber sollte geklärt werden, dass die Spracharbeit

in den einzelnen Klassen verbleiben soll, d. h. – wie

schon mehrfach erwähnt – das dialogische Entwickeln und

Verfertigen von individuellen oder gemeinsamen Geschichten

zwischen Kindern und Lehrern/Lehrerinnen als wichtigster

und unverzichtbarer Teil des Projektes angesehen

wird.

Viele Kolleginnen haben vor allem Schwierigkeiten beim

Verfertigen gemeinsamer Geschichten signalisiert, rt, weil die

Abbildung 118: Ziehps verwandelt sich am „roten Faden“

„auffl iegenden Ideen- und Gedankenschwärme“ der vielen

Kinder einer Klasse kaum „einzufangen gewesen wären“

… die Einigungsprozesse seien mühsam gewesen.

Gleichwohl ist es oftmals gelungen; andererseits sind auch

die individuellen „Reaktionen“ auf Ziehps von hohem

Reiz.

Diese Schwierigkeiten hatte im Übrigen „Herr Bökelmann“

nicht.

„Kinder!“, hat Herr Bökelmann gesagt, „ihr werdet mir nochmals

auf den Knien danken, dass ich euch so schöne Geschichten

an die Tafel geschrieben habe.“

ER schrieb sie an; die Kinder schreiben sie in ihrer besten

Schrift in ihre schönsten ten Hefte. (KEMPOWSKI 1983, S. 5 ff.)

4. Mögliche che Fortsetz Fortsetzung

Sie liegen egen auf der Hand: Ha „Storymailing kann faktisch mit

jedem dem Thema, mit jedem „Handlungsträger“ in Gang gesetzt

tzt werden und u zu erfreulichen Ergebnissen führen.

So kann n etwa etw auch Ziehps eine Reise machen, die ihn ins

rote, blaue, au grüne, gelbe, , violette … Land führt, dort überall

kuriose Farbverwandlungen andlun und sonstige Abenteuer

erleben. e

ster zur

icht

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