PersoNeN - Austrian Physical Society

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PersoNeN - Austrian Physical Society

PersonenWegen der Spezialisierung ist esschwer, Physiker für allgemeine Tagungen(wie die ÖPG Jahrestagung)zu begeistern.Vielleicht, das ist jetzt nur ad hoc eineÜberlegung, könnte man in den Hauptvorträgenmehr die Probleme beleuchtenund in den Fachtagungen kommendann die Details.Sind Fachtagungen sinnvoll?Ich halte die Fachvorträge doch fürsinnvoll, weil man in diesen kleinenFachtagungen mehr persönlichen Kontakthat. Und ich habe einmal in meinerLaufbahn ein Gespräch gehabt miMinisterialbeamten, die gesagt haben,es genügt doch, wenn einer Zuschussbekommt zu einer Tagung zu fahren.Ich habe gesagt: Nein, weil dann kanner’s lesen auch. Sondern das Wesentlichebei den Tagungen und erst rechtdann bei den Fachtagungen ist derpersönliche Kontakt. In einer Veröffentlichungschreibe ich sicher nicht hinein,vor dem Versuch, dem Hauptversuchsind soundso viele Wege irr gegangen.Nicht wahr? Aber in einem Gesprächunter vier Augen oder auch ineiner kleinen Gruppe, die dort ist, redetman darüber auch. Sagt man: Lass dieHände von der Richtung, geh sofort indie Richtung. Und das kann man nurim persönlichen Gespräch. Daher sagich also: Die, die an der Sache arbeiten,die sollen alle dort sein.Gibt es genug Physiker, die als Hauptvortragendejeden ansprechen?Ja, vielleicht kann ich sagen, im Laufeder Zeit ändert sich das. Ich kenne vielePhysiker, die als Junge sehr hochtrabendgeredet haben, zu zeigen was siekönnen, zu zeigen wie wichtig ihr Gebietist und wie wichtig der Fortschrittin dem Gebiet ist. Und je älter sie werdendesto häufiger sind sie auch bereit,öffentliche Vorträge zu halten. Dagibt es Beispiele, da war etwa der alteThirring, der Hans Thirring. Ein Vortragvom Hans Thirring war wirklich etwas,ein Erlebnis, auch für Nicht-Physiker.Und so haben wir viele Fälle, dass manim Alter auch versucht, das allgemeinverständlich zu bringen.Was war in Ihrer Laufbahn das interessantesteThema?Schwer zu sagen. Interessant sicherlicham Beginn meiner Dissertation,also meiner wissenschaftlichen Laufbahn,war natürlich damals die Atomspaltung,also die Versuche, die ich mit12 Nr. 3/2007Stetter gemacht habe über die Atomspaltung,dazu in dem Zusammenhangnatürlich die Kenntnis, die ich schonvorher gehabt habe durch das Zusammenarbeitenmit Karlik über Neutronenphysik.Dann, als wir mit Schmidbegonnen haben, über die Materialauswirkungder Strahlung zu sprechen,war das natürlich auch etwas sehr Wesentliches,weil das gezeigt hat, dassman – und mir besonders gezeigt hat,Schmid hat das sicher schon viel frühergehabt – das man eben wirklich,wenn man die Eigenschaften kennt,Materialien nach Maß herstellen kann.Und das ist im Prinzip die ganze Kunststofftechnik.Hier stellt man das Materialher, um gewisse Eigenschaften zuhaben.Hat die Nanotechnologie …Ja, genau dasselbe. Also, ohne Nanotechnologiekommt der Techniker nichtaus, und auch der Mediziner nicht, eskommt der Biologe nicht aus und soweiter.Es gibt Physiker, die den Medizinnobelpreisbekommen haben, aberumgekehrt nicht. Sind die Physikergescheiter?Nein. Ich glaube, das hängt damitzusammen, dass eben jetzt geradedas Einbringen der Physik in Nachbargebiete,also auch vor allem in dieMedizin, eben wirklich zu einem Fortschrittin der Medizin geführt hat. Angefangenmit der Röntgenphysik zumBeispiel oder MNR ect., ect., ja. Na jaman sollte dann eben zeigen, dass imPrinzip der Nobelpreis viele Väter hat.Aber man kann nur einen Vater dannauszeichnen.Wenn Sie heute beliebigen Einflusshätten, welche Maßnahmen würden Siefür die Physik in Österreich setzen?Schwer zu sagen. Ich glaube eines istsicherlich, und das ist auch Ihre Intention,dass gerade der Zusammenhangder Physiker nicht auseinander gehensoll, sondern dass man versuchtmiteinander, miteinander zu arbeiten.Schauen Sie zum Beispiel: Schmid hatin der Metallphysik einen sehr großenNamen gehabt und hat dann nach derGenfer Tagung – der ersten Atomphysiktagungin Genf über die Kernspaltung– dann gezeigt, wie wichtig dieUntersuchung der Materialen ist durchBestrahlung. Um dann eben für denBau der Reaktoren usw., die richtigenMaterialien auszuwählen.Stichwort Reaktoren: Wie sehen Siedie Frage der Nuklearenergie, die inletzter Zeit ja wieder diskutiert wird?Ja, der größte Schaden für die Atomkraftwar eigentlich der Unfall in Tschernobyl.Und der war ein menschlichesVersagen insofern dass man versuchthat, am laufenden Reaktor Versuchezu machen. Vielleicht ist „menschlichesVersagen“ nicht richtig., es warsozusagen von den oberen Stelle angeordnetworden, nicht wahr. Das kannman sicher nicht ausschließen. Das istaber nicht nur in der Physik, das istüberall so.Wir haben erstmals jetzt eine Präsidentinin der Physikalischen Gesellschaft.Wie sehen Sie das Thema „Frauen inder Physik“?Ich bin vielleicht ein bisschen beeinflusst,dadurch dass ich also sehr gutmit Karlik war, Lise Meitners Arbeitendoch auch sehr gut kenne, die FranziskaSeidl, also doch mit einigen Frauengearbeitet habe. Und ich glaubees ist kein reines Schlagwort, dassman oft sagt für Frauen in technischenBereichen, dass die Frau vielleicht inmancher Hinsicht ideenreicher ist undvielleicht manchmal nicht so strenggläubig an physikalischen Gesetzenusw. hängt und sich eher traut, einmaletwas zu machen, was nicht ganz denphysikalischen Gesetzen entsprechenwürde und dadurch vielleicht genauden Erfolg haben. Madame Curie!Wie macht man das in der Schule,dass sich auch Mädchen für die Physikentscheiden?Dass man eben die Physik ein bisschenin das Leben, das Wirken derPhysik im Leben zeigt.Heute wird die Technik genutzt, aberwenige fragen sich, wie man dazugekommen ist. Ist nicht auch hier dieSpezialisierung so stark, dass es dagar keine Verständigung mehr gibt?Ja, zu viel Spezialisierung ist auchnicht richtig. Also ich soll auch in derMathematik das normale „Einmal Eins“können.Das braucht man heutzutage nichtmehr – man hat den Taschenrechner.Ja, ich brauche auch heute fast nichtmehr das Hebelgesetz. Es gibt natürlichFälle, wo ich den Hebel unbewusstverwende und nicht nachdenke, achso, so funktioniert der Hebel. Diese

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