hundkatzepferd 05|10 - Peter Richterich

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hundkatzepferd 05|10 - Peter Richterich

Foto: istockphoto.com | Maria Itina6 hundkatzepferd 05|10


andrologieZeugungsfähigNeue Methoden der andrologischen Untersuchung beim HengstEin Einsatz von geschlechtsgesunden Zuchttieren ist essenziell für einfunktionierendes Zuchtprogramm, um Nachkommen zu erzeugen.Das Augenmerk liegt vor allem auf der Potentia coeundi (Begattungsfähigkeit)und der Potentia generandi (Befruchtungsfähigkeit) desVatertiers, da die hier getroffenen Selektionskriterien bedeutender sindals bei weiblichen Tieren und durch die künstliche Besamung einVielfaches an väterlichen Nachkommen erzeugt werden kann.Ein züchterischer Ausfall durch In- bzw. Subfertilität, beispielsweisebei einem Deckhengst, führt zu einem enormen finanziellen Verlust.Dr. Peter Richterich und Prof. Dr. Axel Wehrend beleuchten dieMöglichkeiten der veterinärmedizinischen Andrologie.hundkatzepferd 05|10 7


Fruchtbarkeitsprobleme in einer Pferdezuchtsaison sind zu etwa40% durch den Hengst alleine verursacht, weitere 10 % sind durchdie Wahl der Zuchtpartner in Kombination durch Hengst und Stuteentstanden.Die Fertilitätsdiagnostik beim Hengst beginnt mit einer eingehendenAnamnese – Art der Samengewinnung und Samenaufarbeitungsowie die bisherige Trächtigkeitsquote sind genausowichtig wie die weitere Nutzung neben dem Deckeinsatz, der Haltungund Fütterung.Die klinische Untersuchung erfasst neben den Geschlechtsorganenden Bewegungsapparat, da ohne Lastaufnahme der Hintergliedmaßenund physiologischer Rückentätigkeit, insbesondereder Lendenwirbelsäule und des Kreuzbeins, eine Ejakulationschmerzbedingt nicht möglich ist. Der Hauptfokus der klinischandrologischenUntersuchung wird auf den männlichen Genitalapparatgelegt. Die Hoden und beide Nebenhoden werden auf dasVorhandensein im Skrotum, ihrer Größe und Konsistenz beurteilt.Hierbei ist auf rasse- und altersbedingte Größenunterschiede zuachten. Ein gesunder Hoden ist von prall-elastischer Konsistenz,da die Tunica albuginaea den Innenraum begrenzt und das funktionelleHodenparenchym durch die Spermatogenese diesen benötigt.Weiche Hoden deuten auf funktionsloses oder in der Funktionbeeinträchtigtes Gewebe hin, im Gegensatz dazu ist ein derberoder fester Palpationsbefund ein Hinweis auf eine chronische oderakute Entzündung. Fokale Veränderungen im Hodengewebe werdenbei dieser Befunderhebung in den meisten Fällen – insbesonderein der Tiefe des Gewebes – palpatorisch nicht eindeutigerfasst und abgegrenzt. Der Penis und die akzessorischen Geschlechtsdrüsenwerden ebenfalls bei der genital-anatomischenDiagnostik auf ihre Funktionsfähigkeit untersucht.Bei Junghengsten, die zur Körung anstehen, ist eine eingehendeAnamnese nicht möglich, da diese nicht an das Phantomoder eine deckbereite Stute vor der Zuchtzulassung gewöhnt werdensollen und somit keine Deckdaten vorliegen können. Hier istnur eine klinisch-andrologische Untersuchung möglich, die sinnvollerweisedurch eine endokrinologische und sonografischeDiagnostik ergänzt werden sollte.Die sonografische Untersuchung des Hodens ist in der Lage, deutliche,klinisch-relevante Veränderungen im Hodengewebe sicherdarzustellen, vor allem dann, wenn klare Trenngrenzen der Veränderungzum gesunden Gewebe vorhanden sind. Die Grenzen derSonografie fallen dann auf, wenn es sich um eine homogene, denganzen Hoden betreffende Veränderung handelt. Zudem lassensich bei einigen Hengsten mit Ejakulatmängeln sonografisch keineVeränderungen im Hodengewebe nachweisen. Eine Verbesserungdes konventionellen B-Mode-Verfahrens könnte die sonografischequantitative Graustufenanalyse darstellen. Bei dieser Methodewerden Veränderungen der Sonoarchitektur erfasst, die mit demAuge nicht bemerkt werden können. Leider fehlen momentannoch Referenzwerte, um pathologische Veränderungen sichererkennen zu können. Zudem gestattet die Sonografie keine direkteAussage zum Zustand des Spermien bildenden Gewebes. Einefundierte Prognose bei Vorliegen von Ejakulatmängeln kann in derRegel nicht gestellt werden.8 hundkatzepferd 05|10


Eine Möglichkeit der kausalen Diagnostik ist eine direkte histologischeUntersuchung des Hodengewebes. In der Humanmedizinist die Hodenbiospie seit Jahrzehnten eine gängige Methodik zurUrsachenabklärung bei sub- bzw. infertilen Männern. Obwohl seitlängerer Zeit auch Erfahrungsberichte zur Hodenbiopsie beimHengst vorliegen, hat diese Methode in der andrologischen Untersuchungnoch keinen Eingang gefunden, da die Angst vor Komplikationengroß ist. Durch die Verwendung moderner Biopsienadelnund -systeme kann die Gefahr unerwünschterNebenwirkungen jedoch deutlich minimiert werden.Die infrage kommenden Hengste werden für die Entnahmeeiner Feinnadelbiopsie lediglich sediert. Die Vorteile der Feinnadelbiopsieliegen in der relativ einfachen Handhabung undeiner sehr guten Gewebemorphologie, die eine entsprechendeDiagnosemöglichkeit bietet.Die bisher untersuchten Hengste, von denen Hodengewebemittels der Feinnadelbiopsie gewonnen wurde, zeigten in denTagen nach dem Eingriff keine Schmerzen oder Anzeichen einerAllgemeinstörung. Die Hodensäcke waren in den ersten vierTagen nur leicht geschwollen, aber nicht druckempfindlich. Alleuntersuchten Deckhengste zeigten nach der Biopsie eine ungestörteLibido sexualis und in den gewonnenen Ejakulaten warenkeine Anzeichen eine Hämatospermie (Blut im Ejakulat) zu finden.Im ersten Schritt der nachfolgenden histologischen Untersuchungwird das Bioptat in einer kleinen Vergrößerung begutachtet.Nach der Übersichtsstudie werden die einzelnen Tubuli genauerbetrachtet. Hier ist es möglich, zwischen einer Normospermatogeneseund unphysiologischen Vorgängen zu unterscheiden undeine auf Befunden basierende Prognose abzugeben (Abb. 2, 3).Literatur beim Autortake home 10 hundkatzepferd 05|10

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