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Mit dem Hund zu Gast in der Natur - Schweizer Hunde Magazin

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Wildtierfotos: R. De Monaco<br />

Foto: D. Gaudy <strong>Mit</strong><br />

<strong>Mit</strong> <strong>dem</strong> <strong>Hund</strong> <strong>zu</strong> <strong>Gast</strong> <strong>in</strong> <strong>der</strong> <strong>Natur</strong><br />

von Denise Gaudy<br />

Die Freizeit aktiv <strong>in</strong> <strong>der</strong> <strong>Natur</strong> verbr<strong>in</strong>gen: Immer mehr Menschen verwirklichen sich<br />

diesen Traum und haben auch das Recht da<strong>zu</strong>. <strong>Natur</strong> bedeutet aber nicht nur<br />

Freiraum für Menschen, son<strong>der</strong>n auch Lebensraum für Wildtiere. Darauf gilt es<br />

Rücksicht <strong>zu</strong> nehmen – auch wenn sich Wildtiere teilweise an Störungen durch<br />

Erholungssuchende gewöhnen. <strong>Hund</strong>eliebhaber/<strong>in</strong>nen s<strong>in</strong>d <strong>Natur</strong>freunde. Es ist<br />

daher selbstverständlich, dass sie das <strong>Gast</strong>recht <strong>in</strong> <strong>der</strong> <strong>Natur</strong> beson<strong>der</strong>s respektvoll<br />

<strong>in</strong> Anspruch nehmen.


Fotos: D. Gaudy<br />

Zum Beispiel die Grenchner Witi im Kanton<br />

Solothurn – Hasenkammer <strong>der</strong> Schweiz und<br />

Wasser- und Zugvogelreservat von <strong>in</strong>ternationaler<br />

Bedeutung. Seit gut 3 Jahren herrscht<br />

<strong>in</strong> diesem <strong>Natur</strong>schutzgebiet Le<strong>in</strong>enzwang<br />

für <strong>Hund</strong>e. Für die Kontrolle <strong>zu</strong>r E<strong>in</strong>haltung<br />

<strong>der</strong> Vorschriften im erwähnten Gebiet hat<br />

<strong>der</strong> Kanton Solothurn eigens e<strong>in</strong>en Aufseher<br />

angestellt. Folge: Die Hündeler flüchten scharenweise<br />

vor <strong>dem</strong> unbeliebten „Witi-Sheriff“<br />

<strong>in</strong> den nahe gelegenen Kanton Bern. Hier<br />

parkieren sie ihre Autos an Waldrän<strong>der</strong>n<br />

o<strong>der</strong> an See- und Flussufern gleich reihenweise,<br />

um den geliebten Vierbe<strong>in</strong>er <strong>in</strong> Ruhe<br />

und ungestört spazieren <strong>zu</strong> führen. Der täglich<br />

stattf<strong>in</strong>dende „<strong>Hund</strong>etourismus“ von <strong>der</strong><br />

Region Grenchen <strong>in</strong>s benachbarte Bernbiet<br />

ist exemplarisch für unzählige Gegenden irgendwo<br />

<strong>in</strong> <strong>der</strong> Schweiz. Und vielerorts ist es<br />

<strong>in</strong> <strong>der</strong> ehemaligen Idylle ebenfalls vorbei mit<br />

<strong>der</strong> Ruhe.<br />

E<strong>in</strong> Teufelskreis<br />

Auch Städte und Agglomerationsgeme<strong>in</strong>den<br />

werden für Menschen mit <strong>Hund</strong>en immer unattraktiver.<br />

<strong>Hund</strong>ehalter s<strong>in</strong>d immer häufiger<br />

darauf angewiesen, wenn auch nur für Stunden,<br />

aufs Land <strong>zu</strong> flüchten. Gleichzeitig benutzen<br />

auch immer mehr Nicht-Hündeler den<br />

Erholungsraum <strong>Natur</strong> – sei es als Spaziergänger,<br />

Jogger o<strong>der</strong> Pilzesammler, sei es<br />

hoch <strong>zu</strong> Pferd, auf <strong>dem</strong> Bike o<strong>der</strong> den Skates.<br />

Und weil Menschen <strong>zu</strong>nehmend masslos,<br />

sprich unvernünftig s<strong>in</strong>d, gibt es auch immer<br />

mehr Regelungen, Vorschriften, Gesetze und<br />

Verbote – auch <strong>zu</strong>m Schutz <strong>der</strong> <strong>Natur</strong>. E<strong>in</strong><br />

Teufelskreis. Ihn auf<strong>zu</strong>halten gel<strong>in</strong>gt nur,<br />

wenn sich alle Nutzniesser natürlicher Lebensräume<br />

respektvoll benehmen und Rücksicht<br />

auf die Umwelt nehmen. Dies h<strong>in</strong>gegen<br />

kann nur, wer <strong>in</strong>formiert ist, was <strong>der</strong> Aufent-<br />

32<br />

<strong>Schweizer</strong> <strong>Hund</strong>e Magaz<strong>in</strong> 4/03<br />

Wildhüter R. De Monaco mit se<strong>in</strong>em Jagdgebrauchshund „Zar“ (Deutsch<br />

Langhaar) an e<strong>in</strong>em Gewässer, wo <strong>der</strong> Biber wie<strong>der</strong> heimisch ist.<br />

halt von Mensch und <strong>Hund</strong> <strong>in</strong> <strong>der</strong> <strong>Natur</strong> bewirkt,<br />

und sich auch vor Augen führt, was<br />

Wildtiere stören könnte. In e<strong>in</strong>er Studie des<br />

naturhistorischen Museums Bern über gestresstes<br />

Wild steht <strong>zu</strong> lesen: „Wer nicht Teil<br />

<strong>der</strong> Lösung ist, ist Teil des Problems.“<br />

Verbote br<strong>in</strong>gen nichts<br />

Romeo De Monaco ist e<strong>in</strong>er <strong>der</strong> 31 Wildhüter<br />

im Kanton Bern. Nicht nur als Berufsmann,<br />

auch privat möchte er selber niemals<br />

auf e<strong>in</strong>en <strong>Hund</strong> verzichten. Er hat mehr als<br />

nur Verständnis für die zahlreichen Menschen,<br />

die draussen <strong>in</strong> <strong>der</strong> <strong>Natur</strong> erholsame<br />

Stunden mit ihrem vierbe<strong>in</strong>igen Freund verbr<strong>in</strong>gen<br />

wollen. Trotz<strong>dem</strong> macht er nieman<strong>dem</strong><br />

etwas vor: „<strong>Natur</strong>gemäss verfügt<br />

je<strong>der</strong> <strong>Hund</strong> über e<strong>in</strong>en gewissen Jagd<strong>in</strong>st<strong>in</strong>kt.<br />

Es liegt <strong>in</strong> <strong>der</strong> Verantwortung des<br />

<strong>Hund</strong>eführers, se<strong>in</strong>en <strong>Hund</strong> je<strong>der</strong>zeit wirksam<br />

unter Kontrolle <strong>zu</strong> halten. Das heisst:<br />

Der <strong>Hund</strong> hat sich je<strong>der</strong>zeit <strong>in</strong> Ruf-, Hör- und<br />

Sichtweite <strong>zu</strong> bef<strong>in</strong>den.“ So will es das Gesetz<br />

im Kanton Bern; vernünftig und mit e<strong>in</strong>er<br />

seriösen Erziehung des <strong>Hund</strong>es ist es<br />

auch ohne weiteres um<strong>zu</strong>setzen. Gleichzeitig<br />

ist De Monaco e<strong>in</strong> Gegner von restriktiven<br />

Massnahmen wie Le<strong>in</strong>enzwang<br />

o<strong>der</strong> sogar Verboten. „Sie br<strong>in</strong>gen gar<br />

nichts und verhärten höchstens die Fronten“,<br />

ist er überzeugt. Vielmehr setzt <strong>der</strong> Wildhüter<br />

auf Information <strong>der</strong> Bevölkerung: „<strong>Mit</strong> etwas<br />

Toleranz, Anstand und gesun<strong>dem</strong> Menschenverstand<br />

sollten alle Nutzniesser <strong>der</strong><br />

<strong>Natur</strong> ane<strong>in</strong>an<strong>der</strong> vorbeikommen. Ebenso<br />

sollte die <strong>Natur</strong> als Lebensraum von Wildtieren<br />

geschätzt und respektiert werden.“ Erstaunlicherweise<br />

werden <strong>in</strong> „<strong>Hund</strong>etourismus-Gebieten“,<br />

wie es <strong>der</strong> benachbarte Berner<br />

Boden bei Grenchen ist, nicht mehr<br />

Wildtiere von <strong>Hund</strong>en gerissen als an<strong>der</strong>s-<br />

wo. Deutlich angestiegen ist aber die Anzahl<br />

<strong>der</strong> Reklamationen wegen <strong>Hund</strong>en.<br />

Rücksicht im Frühl<strong>in</strong>g<br />

Wer die <strong>Natur</strong> mit se<strong>in</strong>em <strong>Hund</strong> geniessen<br />

möchte, darf das ohne schlechtes Gewissen<br />

tun. Es gilt aber, wenige Verhaltensregeln <strong>zu</strong><br />

beachten, um die Störung auf e<strong>in</strong> M<strong>in</strong>imum<br />

<strong>zu</strong> beschränken. Wichtigstes Anliegen des<br />

Wildhüters ist: Die Wan<strong>der</strong>wege nicht verlassen.<br />

Es wurden Studien über Fluchtverhalten<br />

von Wildtieren durchgeführt. Sie ergaben,<br />

dass Wildtiere vor Wegwan<strong>der</strong>ern<br />

weniger schnell flüchten als vor Variantenwan<strong>der</strong>ern,<br />

und dass mitgeführte <strong>Hund</strong>e das<br />

Wild noch schneller <strong>zu</strong>r Flucht veranlassen<br />

als e<strong>in</strong> e<strong>in</strong>zelner Mensch. Romeo De Monaco:<br />

„Flucht heisst Stress. Treten Stress auslösende<br />

Faktoren gehäuft auf, so kann sich<br />

<strong>der</strong> Körper nicht mehr genügend erholen.<br />

Dauerstress bedeutet Abbau von Energiereserven,<br />

weniger gute Kondition und Abnahme<br />

<strong>der</strong> Wi<strong>der</strong>standskraft.“ Dies wie<strong>der</strong>um<br />

habe übrigens e<strong>in</strong>en direkten Zusammenhang<br />

mit <strong>der</strong> Nahrungsaufnahme: Der<br />

gestiegene Nahrungsbedarf könne häufig<br />

nur durch den Verbiss des Jungwuchses gedeckt<br />

werden. De Monaco gibt <strong>zu</strong> bedenken:<br />

„Im Frühl<strong>in</strong>g, wenn die <strong>Natur</strong> erwacht,<br />

ist die Störung am grössten. Trächtige o<strong>der</strong><br />

junge Tiere sollten möglichst Ruhe haben.“<br />

Unfälle bleiben oft unbemerkt<br />

„Wir s<strong>in</strong>d Störenfriede, aber wir s<strong>in</strong>d da und<br />

sollten uns wenigstens bewusst se<strong>in</strong>, was wir<br />

bewirken“, stellt Romeo De Monaco fest. Tatsache<br />

ist, dass viele Verkehrsunfälle passieren,<br />

weil Wildtiere durch <strong>Hund</strong>e aufgeschreckt<br />

und gejagt werden – lei<strong>der</strong> oft auch


aus <strong>dem</strong> Wald und auf die Strasse. „In 80<br />

Prozent dieser Fälle merken die <strong>Hund</strong>ebesitzer<br />

nicht e<strong>in</strong>mal, was geschehen ist“, weiss<br />

<strong>der</strong> Wildhüter aus Erfahrung. Auch e<strong>in</strong><br />

<strong>Hund</strong>, <strong>der</strong> „nur“ drei M<strong>in</strong>uten ausser Sichtweite<br />

se<strong>in</strong>es Besitzers ist, kann Unheil anrichten.<br />

„Hat e<strong>in</strong> <strong>Hund</strong> e<strong>in</strong>e Wildkollision<br />

verursacht o<strong>der</strong> sogar e<strong>in</strong> Reh gerissen, ist es<br />

bestimmt nicht me<strong>in</strong> Ziel, den <strong>Hund</strong> auf <strong>der</strong><br />

Stelle <strong>zu</strong> erschiessen“, sagt De Monaco.<br />

Nichtwissen ist ke<strong>in</strong>e Entschuldigung<br />

Was die Präsenz von <strong>Hund</strong>en <strong>in</strong> natürlichen<br />

Lebensräumen bewirken kann, zeigen folgende<br />

Beispiele:<br />

• E<strong>in</strong> grosser Teil <strong>der</strong> <strong>Hund</strong>e jagt stumm. Für<br />

die Wildtiere bedeutet dies, dass jagende<br />

<strong>Hund</strong>e weniger gut geortet werden können.<br />

Somit kann sich <strong>der</strong> Verfolger <strong>dem</strong> gejagten<br />

Tier dichter nähern, <strong>der</strong> Stress für das Wild<br />

wird noch grösser – ebenso die Wahrsche<strong>in</strong>lichkeit,<br />

dass <strong>der</strong> <strong>Hund</strong> das gejagte<br />

Tier erwischt. Die stumme Jagd erschwert es<br />

<strong>dem</strong> <strong>Hund</strong>ebesitzer <strong>zu</strong><strong>dem</strong>, se<strong>in</strong> Tier wie<strong>der</strong><br />

unter Kontrolle <strong>zu</strong> br<strong>in</strong>gen – denn <strong>der</strong> <strong>Hund</strong><br />

ist unter Umständen nicht nur ausser Sichtweite,<br />

son<strong>der</strong>n auch nicht <strong>zu</strong> hören.<br />

• Es kommt vor, dass <strong>Hund</strong>e Rehe nicht nur<br />

über stark befahrene Strassen hetzen. Lei<strong>der</strong><br />

geschieht es auch öfters, dass sich flüchtende<br />

Rehe <strong>in</strong> Zäunen verfangen, o<strong>der</strong> dass<br />

die Flucht <strong>in</strong> e<strong>in</strong>em Gewässer endet.<br />

• Hasen legen ihre Jungen ziemlich ungeschützt<br />

auf e<strong>in</strong>er Wiese im Gras ab. Junge<br />

Hasen flüchten nicht. Werden sie aufgespürt,<br />

bleiben sie hocken. E<strong>in</strong> <strong>Hund</strong> erwischt<br />

junge Hasen ohne beson<strong>der</strong>e Anstrengung.<br />

• Auch Füchse werden häufig aufgespürt,<br />

ohne dass <strong>der</strong> <strong>Hund</strong>ebesitzer dies bemerkt.<br />

Wenn sie nicht gerade Junge haben, bef<strong>in</strong>den<br />

sie sich tagsüber ausserhalb des Baus,<br />

vor<strong>zu</strong>gsweise <strong>in</strong> Rapsfel<strong>der</strong>n.<br />

Wildtiere flüchten weniger schnell,<br />

wenn sich die Wan<strong>der</strong>er an die Flurwege halten. Weichen sie jedoch vermehrt<br />

von den Wegen ab, dr<strong>in</strong>gen sie <strong>in</strong> die „Sicherheits- und Ruhezone“<br />

<strong>der</strong> Wildtiere e<strong>in</strong> und zw<strong>in</strong>gen die Tiere <strong>zu</strong>r Flucht.<br />

„Der Besitzer sollte aber <strong>zu</strong> se<strong>in</strong>em Fehler<br />

stehen, daraus lernen und die Konsequenzen<br />

ziehen. Das heisst unter an<strong>der</strong>em, se<strong>in</strong>en<br />

<strong>Hund</strong> besser unter Kontrolle <strong>zu</strong> haben<br />

und am Appell und Gehorsam des <strong>Hund</strong>es<br />

<strong>zu</strong> arbeiten.“ Hat e<strong>in</strong> <strong>Hund</strong> e<strong>in</strong>en Unfall verursacht,<br />

e<strong>in</strong> Wildtier verletzt o<strong>der</strong> sogar<br />

getötet, ist es Ehrensache, den Vorfall unverzüglich<br />

<strong>der</strong> Polizei o<strong>der</strong> <strong>dem</strong> <strong>zu</strong>ständigen<br />

Wildhüter <strong>zu</strong> melden. Übrigens: Das Aus-<br />

• In Gebieten, wo Bodenbrüter (am Boden<br />

brütende Vogelarten) leben, gibt es e<strong>in</strong> ähnliches<br />

Problem: Nicht selten f<strong>in</strong>den <strong>Hund</strong>e<br />

beispielsweise beim ziellosen Suchen auf<br />

freiem Feld Nester von Lerchen und plün<strong>der</strong>n<br />

diese.<br />

• An e<strong>in</strong>igen Flussläufen <strong>in</strong> <strong>der</strong> Schweiz hat<br />

<strong>der</strong> Biber wie<strong>der</strong> Fuss gefasst. Entlang von<br />

Gewässern errichtet er unterirdische Bauten.<br />

Aus <strong>dem</strong> Gewässer führt e<strong>in</strong>e Steigröhre <strong>in</strong><br />

die Erde. Hier baut <strong>der</strong> Biber e<strong>in</strong>en Kessel<br />

als Schlaf- und Wurflager. Von dieser Höhle<br />

aus errichtet er schliesslich e<strong>in</strong> etwa 30<br />

Zentimeter langes, so genanntes Kam<strong>in</strong> an<br />

die Erdoberfläche. Für e<strong>in</strong>en <strong>Hund</strong> ist es e<strong>in</strong><br />

Leichtes, e<strong>in</strong>en Biberbau ausf<strong>in</strong>dig <strong>zu</strong><br />

machen und sich <strong>in</strong>nert kürzester Zeit <strong>zu</strong> den<br />

Jungen durch<strong>zu</strong>scharren.<br />

• E<strong>in</strong> Son<strong>der</strong>fall s<strong>in</strong>d die Murmeltiere: In den<br />

Bergen ist die warme Jahreszeit kurz. Gerade<br />

Jungtiere, die ihren ersten W<strong>in</strong>ter <strong>zu</strong> bewältigen<br />

haben, s<strong>in</strong>d darauf angewiesen,<br />

täglich über mehrere Stunden ihre Löcher<br />

verlassen <strong>zu</strong> können, <strong>in</strong> erster L<strong>in</strong>ie um <strong>zu</strong><br />

fressen. Sie haben nur wenig Zeit, um sich<br />

Fettreserven <strong>zu</strong><strong>zu</strong>legen. In touristisch beliebten<br />

Berggebieten sollten sich <strong>Natur</strong>liebhaber<br />

mit ihren <strong>Hund</strong>en und auch an<strong>der</strong>e Freizeitsportler<br />

unbed<strong>in</strong>gt an die Wan<strong>der</strong>wege<br />

halten.<br />

• In renaturierten Gewässern ist auf das Baden-<br />

o<strong>der</strong> Schwimmenlassen von <strong>Hund</strong>en<br />

rücken wegen gerissenem Wild durch <strong>Hund</strong>e<br />

gehört für die Wildhüter im Kanton Bern<br />

ke<strong>in</strong>eswegs <strong>zu</strong>r Tagesordnung. Jährlich werden<br />

im Kanton Bern zwischen 80 und 120<br />

Rehe von <strong>Hund</strong>en gerissen. Im Vergleich: Im<br />

Jahr 2001 starben 1421 Rehe durch Kollisionen<br />

im Strassenverkehr. Ungefähr gleich<br />

viele Rehe f<strong>in</strong>den jährlich den Tod durch<br />

landwirtschaftliche Masch<strong>in</strong>en.<br />

<strong>zu</strong> verzichten. Diese Biotope s<strong>in</strong>d meistens<br />

Laichplätze von Amphibien o<strong>der</strong> Reptilien.<br />

• An Flachgewässern mit Schilfgürteln haben<br />

Haubentaucher o<strong>der</strong> Enten ihre Nester. In<br />

solchen Gebieten s<strong>in</strong>d frei laufende <strong>Hund</strong>e<br />

vor allem während <strong>der</strong> Brutzeit störend: Sie<br />

könnten die Gelege zertrampeln. H<strong>in</strong><strong>zu</strong><br />

kommt: Haubentaucher legen weisse Eier.<br />

Verlassen sie das Nest auch nur für kurze<br />

Zeit, decken sie es mit Halmen <strong>zu</strong>, um die<br />

Eier vor hungrigen Blesshühnern <strong>zu</strong> schützen.<br />

Wird e<strong>in</strong> brütendes Haubentaucher-<br />

Weibchen gestört, muss es flüchten, bevor<br />

es se<strong>in</strong> Gelege tarnen kann.<br />

• Von <strong>Hund</strong>en mehr o<strong>der</strong> weniger ungestört<br />

kann <strong>der</strong> Dachs se<strong>in</strong> Dase<strong>in</strong> fristen: Er lebt<br />

tagsüber im Bau und versteht es ziemlich<br />

gut, sich mit se<strong>in</strong>en Architekturkünsten vor<br />

ungebetenen Gästen <strong>zu</strong> schützen. F<strong>in</strong>det<br />

trotz<strong>dem</strong> e<strong>in</strong> Kontakt mit anschliessen<strong>der</strong><br />

Abwehr seitens des Dachses statt, kann sie<br />

für den <strong>Hund</strong> <strong>zu</strong> lebensbedrohlichen Verlet<strong>zu</strong>ngen<br />

führen.<br />

• Wildschwe<strong>in</strong>e s<strong>in</strong>d sehr scheu, aber auch<br />

sehr schlau und schnell. Hat e<strong>in</strong>e Bache<br />

Frischl<strong>in</strong>ge <strong>in</strong> ihrem mit Ästen ausgestatteten<br />

und kaum sichtbaren Nest, wird sie<br />

e<strong>in</strong>en allfälligen Störenfried sehr resolut<br />

abwehren. Die vehemente Verteidigungsbereitschaft<br />

e<strong>in</strong>er Wildschwe<strong>in</strong>mutter kann<br />

für e<strong>in</strong>en <strong>Hund</strong> mit schwer wiegenden Verlet<strong>zu</strong>ngen<br />

enden.<br />

<strong>Schweizer</strong> <strong>Hund</strong>e Magaz<strong>in</strong> 4/03<br />

33

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