Ein Ratgeber der Jesuitenmission zu Testament und Erbschaft

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Ein Ratgeber der Jesuitenmission zu Testament und Erbschaft

Liebe alte und neue Freunde, verehrte Interessenten!Ein Wort vornewegPater Klaus Väthröder,der Chef derJesuitenmission, hatmich gefragt, ob ichbereit sei, mich umdie Erbschaften undNachlässe zu kümmern,die der Jesuitenmissionzugedachtsind. Mit Freudenhabe ich zugesagt.Und ich mache keinen Hehl daraus: Ich habe dabeinicht nur an die vielen alten Freunde und Wohltätergedacht, deren Namen mir noch aus meinereigenen aktiven Zeit in guter und dankbarer Erinnerungsind. Mir sind zugleich auch jene vielenMenschen in Lateinamerika, Asien und Afrikadurch den Sinn gegangen, denen ich 35 Jahrelang helfend verbunden war und denen ich michnach wie vor verpflichtet fühle.Und ich dachte mir: vielleicht kann ich auf dieseWeise noch ein wenig mithelfen, Not zu lindern,zu mindern oder zu verhindern. Und dies gemeinsammit Menschen meiner Generation. (Ichselber bin im 77.)Doch lassen Sie mich zur Sache kommen: Wennes um das Abfassen eines Testamentes geht,müssen viele von uns eine gewisse Barriere überwinden.Manchen erscheint das so, als würdedamit schon der „Anfang vom Ende“ eingeläutet.Dabei habe ich immer wieder genau das Gegenteilerfahren: Wenn jemand „sein Haus bestellthat“, wenn er seine Sachen geregelt hat, fallenauf einmal so manche Sorgen und Ängste um dieZukunft von einem ab.Und: Man kann ein Testament gar nicht früh genugmachen; denn keiner kennt den Tag, noch dieStunde. Nicht selten habe ich erlebt, wie jemanddiese Angelegenheit so lange hinaus geschoben hat,bis es zu spät war. Und dann ging das oft mühsamund unter persönlichen Opfern Zusammengespartein relativ fremde Hände oder garan die öffentliche Hand. Das aber wollte mandoch auf jeden Fall vermeiden. Deshalb rate ichauch ganz jungen Leuten, von denen ich hin undwieder ein Paar verheiraten darf, auch sie solltenmöglichst bald diese Angelegenheit regeln.Ein Blatt Papier und ein Federhalter oder Kugelschreibergenügen, um ein gutes und gültigesTestament abzufassen. Mit zwei oder drei Sätzenkann man nicht nur sein Erbe jemandem (odereiner Institution) hinterlassen, sondern dabeiauch noch an Menschen denken, denen maneinen Teil seines Nachlasses als Vermächtnis zukommenlassen möchte. Sei es aus Dankbarkeitoder aus Freundschaft.Keiner braucht sich dabei Gedanken darüber zumachen, dass er nun nichts mehr ändern könne.So, als sei damit alles für alle Zeit festgeschrieben.Ändern kann man ein Testament jeden Tagund jede Stunde. Auch dazu braucht es wiedernur ein Blatt Papier, einen Kugelschreiber, zweidrei Sätze und vor allem ein anderes Datum.Eine ganze Reihe von Anregungen, die in diesemHeft enthalten sind, haben wir aus verschiedenenQuellen zusammengetragen. Sie wollen nichtsanderes als ein Stück Sicherheit vermitteln, damitfür den Fall des Falles auch wirklich alles geregeltist. Und zugleich – auch dieser Gedanke ist nichteinfach von der Hand zu weisen –, dass man damitden Hinterbliebenen eine Menge Sorgen undMühen erspart.Wenn Sie selber jemanden suchen, mit dem Siediese und ähnliche Dinge ganz unverbindlich undin aller Ruhe besprechen möchten, dann bin ichgerne dazu bereit – brieflich, am Telefon, hier inNürnberg oder auch bei Ihnen zu Hause.P. Joe Übelmesser SJ5 |


Was passiert ohne Testament?Die gesetzliche Erbfolgebestimmt, wer Ihre Erben sind.Fall 2: Sie sind verwitwetund haben KinderDie gesetzliche ErbfolgeWenn es einen einzigen Erben erster Ordnunggibt, gehen die Verwandten aller anderenOrdnungen leer aus. Erben zweiter, dritter odervierter Ordnung erben nur, wenn Sie keine Angehörigenin den vorangehenden Ordnungenhaben. Innerhalb der Ordnungen haben dieVerwandten Vorrang, die in der Stammbaumliniedem Erblasser näher stehen. Grundsätzlichsind nur direkte Verwandte erbberechtigt,also keine angeheirateten und verschwägertenPersonen. Eine Sonderstellung nimmt derüberlebende Ehegatte ein, er erbt neben denVerwandten im Normalfall immer.Was heißt das konkret?Fall 1: Sie sind verheiratetund haben KinderLaut gesetzlicher Erbfolge wird Ihr Vermögenzwischen Ihren Kindern und Ihrem Ehepartneraufgeteilt. Wenn nichts anderes in einem Ehevertragfestgelegt wurde, gilt für Ehepaare dieZugewinngemeinschaft. Sie ist grundsätzlicheine Gütertrennung: die beiden Vermögen derEhegatten sind getrennt und bleiben es auch.Im Erbfall erhält der Ehepartner die Hälfte desVermögens des verstorbenen Ehegatten unddie zum ehelichen Haushalt gehörenden Gegenstände,soweit er diese zur Führung einesangemessenen Haushalts benötigt. Die an dereHälfte des Vermögens des verstorbenen Ehegattenwird zu gleichen Teilen zwischen seinenKindern aufge teilt. Eheliche, nichtehe liche undadoptierte Kinder sind im deutschen Erb rechtgleichgestellt. Falls eines Ihrer Kinder vor Ihnengestorben ist, geht dessen Anteil an seineNachkommen, also Ihre Enkel.Ihr gesamtes Vermögen geht zu gleichen Teilenan Ihre Kinder bzw. im Falle von vorverstorbenenKindern an deren Kinder, also IhreEnkel. Falls die vorverstorbenen Kinder keineNachkommen haben, fallen deren Anteile anIhre Sie überlebenden Kinder.Fall 3: Sie sind verheiratetund kinderlosWenn Sie weder Kinder noch Enkelkinderhaben, also keine Erben erster Ordnung, dannerben neben Ihrem Ehegatten auch die Erbenzweiter Ordnung. Ihr Ehegatte erhält in diesemFall drei Viertel des Nachlasses und ein Viertelwird aufgeteilt zwischen Ihren Eltern oder –falls diese bereits verstorben sind – zwischenIhren Geschwistern. Sind Ihre Geschwister vorIhnen gestorben, treten deren Kinder als Erbenan ihre Stelle, also Ihre Nichten und Neffen.Fall 4: Sie sind unverheiratetund kinderlosIn diesem Fall geht Ihr gesamtes Vermögenan Ihre Eltern. Falls Ihre Eltern schon tot sind,geht die Erbschaft zu gleichen Teilen an IhreGeschwister bzw. im Falle von vorverstorbenenGeschwistern an deren Nachkommen.Wenn Sie keine Eltern, Geschwister, Neffenoder Nichten haben, also keine Erben zweiterOrdnung, dann geht Ihr Erbe an Ihre Großelternbzw. an deren Nachkommen. Wenn Sieauch keine Erben dritter Ordnung haben, dannkommen die Erben vierter Ordnung zum Zug.Wenn sich überhaupt keine Verwandten mehrausfindig machen lassen, fällt Ihr Vermögenper Gesetz an den Staat.7 |


Wann brauche ich ein Testament?Beispiel 1:Der Zweck eines TestamentsElfriede ist eine 75-jährige Witwe. Ihr einzigerSohn ist schon vor zwanzig Jahren gestorbenund zu ihrem Enkel Stefan hat sie keinen engenKontakt mehr, seit er mit seiner Mutterund deren neuem Ehemann in die USA gezogenist. Fast wie eine Tochter dagegen ist fürElfriede ihre Nichte Anna, die in der Nachbarschaftlebt und Elfriede in vielen Dingen zurSeite steht. Elfriede möchte, dass ihre NichteAnna einen Teil ihres Vermögens erbt.Ohne Testament wäre der Enkel Stefan dergesetzliche Erbe von Elfriede und würde als einzigerErbe erster Ordnung das gesamte Vermögenerben. Um ihre Nichte Anna zu bedenken,muss Elfriede also ein Testament verfassen.Beispiel 2:Hans und Traude sind seit vielen Jahrenglücklich verheiratet. Ihre Kinder sind aus demHaus und führen ein eigenes Leben. Mit zurFamilie gehört auch Paul, der Bruder von Hans,der nach einem schweren Motorradunfall berufsunfähigist und von einer kleinen Rentelebt. Hans und Traude unterstützen Paul regelmäßigund möchten sichergehen, dass auchnach ihrem Tod weiterhin für Paul gesorgt ist.Sie brauchen dann einTestament, wenn Sie IhrVermögen anders vererbenmöchten, als die gesetzlicheErbfolge es vorsieht.Ohne Testament wären nach dem Tod vonHans und Traude ihre Kinder die alleinigen gesetzlichenErben. Um auch Paul zu bedenken,brauchen Hans und Traude ein Testament.Beispiel 3:Sofia und Jonas planen zu heiraten. Die beidenleben schon seit einigen Jahren zusammenund haben sich gerade eine gemeinsameEigentumswohnung gekauft. Natürlich denkt9 |


niemand von ihnen ans Sterben. Sie gehen davonaus, dass im Falle eines tödlichen Unfallsdem überlebenden Partner automatisch allesgehört.Sofia und Jonas irren sich: Da die beidennicht verheiratet sind, wären ohne Testamentdie Eltern des verunglückten Partners die gesetzlichenAlleinerben. Um sich gegenseitig zubedenken, müssen sowohl Sofia als auch Jonasein eigenes Testament errichten oder einenErbvertrag schließen.Beispiel 4:Wilhelm ist während der Nachkriegszeitelternlos aufgewachsen und ein Leben langJunggeselle geblieben. Eine tiefe Freundschaftverbindet ihn noch aus Schulzeiten mit einemJesuitenpater, der seit über zwanzig Jahren inSimbabwe lebt und dort ein Waisenheim aufgebauthat. Wilhelm möchte, dass sein Vermögennach seinem Tod der Arbeit mit Waisenkindernzugute kommt.Grundsätzlich gilt: Es schadet nie, einTestament zu machen.Ein Testament schafft verbindliche Klarheitund kann so den überlebenden Verwandtenvieles erleichtern. Gerade wenn es um dasErbe eines nahestehenden Angehörigen geht,entstehen im Familienkreis leicht Empfindlichkeitenund Verletzungen. Sie können in IhremTestament Personen, Stiftungen oder Organisationennach Ihrem Wunsch bedenken. Zudemkönnen Sie in Ihrem Testament genau festlegen,welche Gegenstände Ihres Vermögens Siewem hinterlassen möchten. Wenn Sie zum BeispielIhre Taschenuhr schon zu Lebzeiten Ihremältesten Enkel versprochen haben, ist esempfehlenswert, dies auch in Ihr Testamentaufzunehmen. Denn Erbstreitigkeiten entstehenin der Regel dadurch, dass Verwandte glauben,ihnen sei etwas versprochen worden undjetzt würden sie von anderen um ihr gutesRecht gebracht. Nach dem Tod zählt jedoch keinVersprechen mehr, sondern allein ein gültigesTestament.Der Zweck eines TestamentsOhne Testament würde Wilhelms Vermögenan entfernte Verwandte oder an den Staat fallen,wenn keine Verwandten ausfindig zu machensind. Um das Projekt für Waisenkinder zuunterstützen, muss er ein Testament machen.| 10


Wie schreibe ich ein Testament?Beispiel-TestamenteSie brauchen nur dreiBedingungen zu erfüllen,um sofort ein gültigeseigenhändiges Testamentzu verfassen:1. Sie müssen Ihr Testament komplett vonHand schreiben. Ein mit einer Schreibmaschineoder per Computer erstelltes Testamentist ungültig.Beispiel-Testament 1:2. Sie müssen Ihr Testament eigenhändig unterschreiben,und zwar am besten mit Vor- undFamiliennamen. Ein nicht unterschriebenesTestament ist ungültig.3. Sie sollten in Ihrem Testament den Ort undvor allem das Datum angeben.Was aber soll jetzt genau in meinemTestament stehen?In der inhaltlichen Ausgestaltung und FormulierungIhres letzten Willens sind Sie vollkommenfrei. Sie sollten es jedoch so präziseund eindeutig wie möglich formulieren: Wensetzen Sie als Erben ein? Wem möchten Siezusätzlich etwas vermachen? Möchten Sie mitdem Erbe oder dem Vermächtnis bestimmteAuflagen verbinden?Wir haben für Sie vier Beispiel-Testamentezusammengestellt, die im Anschluss erklärtund durch Hinweise ergänzt werden.13 |


Beispiel-Testament 2:Mein TestamentIch, Elfriede Körner, geb. am 10.10.1929, setzedie Jesuitenmission, Königstr. 64, 90402 Nürnberg,als Alleinerbin ein. Die Jesuiten missionsoll folgende Auflagen erfüllen:1. Sie soll sich um meine Beerdigung kümmernund die Grabpflege übernehmen.2. Sie soll jedes Jahr an meinem Todestag eineMesse lesen lassen.3. Sie soll mit meinem Nachlass Frauenprojektein Asien fördern.Außerdem ordne ich folgendes Vermächtnisan: Meine Nachbarin Gertrud Kramer, wohnhaftin der Kramergasse 7, 50234 Köln, sollmeinen Schmuck erhalten.Köln, 23. Juli 2009 Elfriede KörnerBeispiel-Testament 3:Mein letzter WilleHiermit widerrufe ich alle früheren von mirgeschriebenen Testamente.Ich, Enzo Schmidt, geb. am 28.12.1965, setze zumeinen Erben ein:- meinen guten Freund Kuno Schulz, Glockengasse7, 36041 Fulda, zu einem Drittel, und- meine Schwester Johanna Schmidt, Haupt str.12, 60599 Frankfurt, zu zwei Dritteln. Solltemeine Schwester vor mir sterben, ver erbe ichdie zwei Drittel zu gleichen Teilen der DeutschenProvinz der Jesuiten, See str. 14, 80802München, für ihre Arbeit in Deutschland,und der Jesuitenmission, Königstr. 64, 90402Nürnberg, für ihre weltweite Arbeit.Ich ordne folgendes Vermächtnis an:Meinem Neffen Carlo Schmidt, Faberstrasse 3,80455 München, vermache ich meine Ferienwohnungauf Sylt zu Eigentum. Die Kosten derVermächtniserfüllung hat der Vermächtnisnehmerzu tragen.Zu meinem Testamentsvollstrecker bestimmeich meinen Rechtsanwalt Dr. Ferdinand Schneider,Cäcilienstr. 23, 80857 München, der fürdie damit verbundene Arbeit 10.000 Euro ausmeinem Vermögen erhalten soll.München, 01. August 2009 Enzo SchmidtBeispiel-Testament 4:Mein TestamentHiermit widerrufe ich alle früheren von mirgeschriebenen Testamente.Ich, Karl Friedrich Meyer, geb. am 03.07.1932,bestimme meine Tochter Mathilda Eugenia zumeiner Alleinerbin.Folgende Vermächtnisse sind aus meinem Erbezu erfüllen:1. Meine Kunst-Sammlung vermache ich derKunsthalle Emden.2. Mein Wertpapier-Depot bei der SparkasseEmden vermache ich als Zustiftung für dieFranz-Xaver-Stiftung der Jesuitenmission,Königstr. 64, 90402 Nürnberg.3. Meine silberne Taschenuhr, die mir schonmein Großvater schenkte, vermache ichmeinem Enkel Franz Leopold.4. Den Biedermeier Sekretär aus Nussbaum ver -mache ich meiner Großnichte Emilia Sophia.Emden, 27. Juli 2009 Karl Friedrich MeyerBeispiel-Testamente| 14


Hinweise und ErklärungenEinige Hinweise und Erklärungenzu den Beispiel-Testamenten:Berliner TestamentBeim Beispiel-Testament 1 handelt es sichum ein so genanntes Berliner Testament. Es istein gemeinschaftliches Ehegattentestament, indem sich die Ehepartner gegenseitig als Alleinerbeneinsetzen. Dadurch können Sie vermeiden,dass Ihre Kinder oder andere erbberechtigtePersonen sich bereits nach dem Tod desersten Ehepartners den ihnen zustehenden Erbteilauszahlen lassen und der überlebende Ehe -partner dafür z.B. das Haus verkaufen müsste.Gleichzeitig können Sie mit dem Berliner Testamentregeln, wie das Vermögen nach dem Todbeider Ehepartner verteilt werden soll. Diese Be -stimmungen sind für den überlebenden Gattenverpflichtend und können nicht nach dem Toddes Erstversterbenden geändert werden. Wennes Ihnen lieber ist, können Sie in einem solchenTestament aber auch verfügen, dass der überlebendeGatte ein neues Testament aufsetzen darf.Beachten Sie, dass ein gemeinschaftliches Testamentdie Unterschrift beider Ehegatten braucht.PflichtteilGrundsätzlich hat jedes gültige TestamentVorrang vor der gesetzlichen Erbfolge. BestimmtePersonen, z.B. Ihre Kinder und Ihr Ehegatte,haben jedoch einen gesetzlichen Anspruch aufden so genannten Pflichtteil. Selbst wenn Sie siein Ihrem Testament überhaupt nicht erwähnenoder ausdrücklich enterben, können sie ihrenPflichtteil einklagen. Der Pflichtteil beträgt dieHälfte des gesetzlichen Erbteils. Pflichtteilsberechtigtsind Ihr Ehepartner und Ihre Kinder,bzw. bei vorverstorbenen Kindern deren Abkömmlinge.Falls Sie keine Kinder oder Enkelhaben, sind Ihre Eltern pflichtteilsberechtigt.Weitere Verwandte, insbesondere Geschwister,sind nie pflichtteilsberechtigt.Erbe und VermächtnisWen immer Sie in Ihrem Testament als Erbenbestimmen, er oder sie wird im Falle IhresTodes Ihr Rechtsnachfolger. Der Erbe oder –bei mehreren Erben – die Erbengemeinschaftübernimmt mit Ihrem Nachlass alle Ihre Rechteund Pflichten, also neben Ihren Vermögensgegenständenauch offene Rechnungen undSchulden, Miet- und Leasingverträge, Hypotheken-und Darlehensverpflichtungen. Wenn denErben die Verbindlichkeiten höher erscheinenals das Vermögen, können sie die Erbschaft innerhalbeiner bestimmten Frist ausschlagen.Ihre Erben bzw. Ihr Testamentsvollstrecker sindauch dafür verantwortlich, dass die von Ihnengenannten Vermächtnisse erfüllt werden. EinVermächtnis ist die Zuwendung eines genaubestimmten Geldbetrages oder Wertgegenstandesaus Ihrem Nachlass.Auflagen und ZweckbestimmungenSie können Ihr Erbe und Ihre Vermächtnissemit bestimmten Auflagen oder Zweckbestimmungenverbinden. Im Beispiel-Testament 1enthält das Vermächtnis für die Jesuitenmissionz.B. die Zweckbestimmung, mit ihm einSchulprojekt in Afrika zu unterstützen. Im Beispiel-Testament2 sind mit dem Erbe mehrereAuflagen verbunden: die Übernahme der Beerdigungund Grabpflege, das Lesen jährlicherGedenkmessen und die Zweckbestimmung, mitdem Nachlass Frauenprojekte in Asien zu fördern.Denken Sie daran, Zweckbestimmungennicht zu eng zu fassen, damit Ihre Verfügungenauch dauerhaft in ferner Zukunft erfüllt werdenkönnen. Wenn Sie – wie in Beispiel-Testament 2– überlegen, die Jesuitenmission als Alleinerbineinzusetzen, empfehlen wir Ihnen, sich vorhermit uns in Verbindung zu setzen. Viele Testamentewerden erst Wochen oder Monate nachdem Sterbefall eröffnet, so dass es dann fürbestimmte Wünsche, die z.B. Ihre Beerdigung17 |


etreffen, schon zu spät ist. Deshalb ist es ratsam,solche Dinge außerhalb des Testamentsim Vorfeld zu besprechen und in einer separatenBestattungsanordnung zu regeln.WiderrufFalls Sie früher schon einmal ein Testamentverfasst haben, sollten Sie jedes neue Testamentwie in Beispiel-Testament 3 und 4 damit beginnen,dass Sie alle früheren von Ihnen geschriebenenTestamente widerrufen.Erbaufteilung und ErsatzerbeSie können Ihren Nachlass wie in Beispiel-Testament 3 auf verschiedene Erben aufteilen.Den jeweiligen Anteil, die Erbquote, sollten Sieimmer prozentual angeben (z.B. 25% oder einViertel). Ihr Vermögen wird sich im Laufe derJahre in absoluten Zahlen vermutlich ändern,die prozentualen Angaben bleiben jedoch immergültig. Denken Sie generell bei der AbfassungIhres Testamentes daran, dass die Verfügungenoft erst in vielen Jahren oder Jahrzehnten wirksamwerden. Deshalb bietet es sich manchmalan, wie in Beispiel-Testament 3 schon einen Ersatzerbenzu benennen, für den Fall, dass Ihrursprünglicher Erbe vor Ihnen stirbt.TestamentsvollstreckerWie in Beispiel-Testament 3 können Sie inIhrem Testament einen Testamentsvollstreckerbenennen. Besonders bei größeren Vermögen,bei komplizierten Erbangelegenheiten oder beieiner großen Erbengemeinschaft ist die Einsetzungeines Testamentsvollstreckers sinnvoll.Seine Aufgabe ist es, Ihren Nachlass zu verwaltenund zu verwerten, um die Verteilung an dieErben vornehmen zu können, Vermächtnissezu erfüllen und Streit zwischen den Erben zuverhindern oder zu schlichten. Sie können jedePerson Ihres Vertrauens zum Testamentsvollstreckerernennen, besonders eignen sich na-türlich Rechtsanwälte, Notare oder Steuerberater.Da eine Testamentsvollstreckung mit vielArbeit verbunden ist, sollten Sie die von Ihnengewählte Person vorher informieren und auchdie Frage eines angemessenen Honorars regeln.Wenn Sie niemanden kennen, der für diese Aufgabegeeignet ist, können Sie in Ihrem Testamentverfügen, dass das Nachlassgericht einengerichtlich bestellten Testamentsvollstrecker fürSie bestimmt. Dessen Honorar wird dann nachüblichen Sätzen aus Ihrem Nachlass gezahlt.Stiften durch TestamentWenn Sie wünschen, dass Ihr Vermögenauch nach Ihrem Tod beisammen bleibt unddie Erträge einem guten Zweck zufließen, könnenSie wie in Beispiel-Testament 4 in IhremTestament der Franz-Xaver-Stiftung eine Zustiftungvermachen. Die Franz-Xaver-Stiftungist eine Stiftung für die Jesuitenmission. IhrStiftungszweck ist die Förderung religiöser,mild tätiger und sozialer Zwecke durch die Unterstützungder weltweiten Missionsarbeit derJesuiten. Sie können testamentarisch entwedereine Zustiftung verfügen oder auch die Errichtungeiner eigenen Treuhänderischen Stiftungunter dem Dach der Franz-Xaver-Stiftung, diez.B. Ihren Namen oder den eines lieben Verstorbenentragen kann.Das notarielle TestamentBei den hier aufgeführten Beispiel-Testamentenhandelt es sich um eigenhändige, handschriftlichverfasste Testamente. Sie könnenjedoch auch ein notarielles Testament bei einemNotar beurkunden lassen. Der Notar oderdie Notarin berät Sie fachkundig und bringtIhre Wünsche eindeutig zu Papier. Ein notariellesTestament wird immer beim zuständigenAmtsgericht sicher aufbewahrt. Sie erhalten fürIhre Unterlagen eine Kopie des Testaments sowieeine Bestätigung über die Verwahrung beim| 18


Amtsgericht. Die Kosten für ein notarielles Testamentrichten sich nach dem geschätzten Wertdes zu vererbenden Vermögens. Bei einem Vermögenswertvon 100.000 Euro (500.000 Euro)betragen sie z.B. für ein Einzel-Testament 207Euro (807 Euro), für ein gemeinschaftlichesTestament 414 Euro (1.614 Euro), jeweils zuzüglichMehrwertsteuer. Darin enthalten ist diefachkundige Beratung. Hinzu kommt eine einmaligeVerwahrungsgebühr beim Amtsgericht,die ein Viertel der Notargebühr beträgt. Dasnotarielle Testament bietet im Vergleich zumprivatschriftlichen Testament erhebliche Vorteile.Man spart im Ergebnis mit einem notariellenTestament Kosten. Erben benötigen in derRegel keinen Erbschein und die Erbscheinkostensind meist wesentlich höher als die Beurkundungskostenbeim Notar.Wenn diese ErklärungenSie eher nur verwirren,orientieren Sie sich für eineinfaches Standardtestamentan den Beispiel-Testamenten.Bei komplizierteren Angelegenheitenraten wir Ihnen, einenRechtsanwalt oder einenNotar zu konsultieren.Der ErbvertragNeben dem Testament, in dem Sie einseitigIhren Nachlass ordnen, gibt es auch die Möglichkeit,vor einem Notar einen Erbvertrag zwischenzwei oder mehreren Parteien zu schließen. DerErb vertrag ist für alle Parteien bindend und kanneinseitig weder gelöst noch geändert werden.Ein Erbvertrag kann für Familienbetriebe, beikomplizierten Familienverhältnissen und zurAbsicherung von Partnern aus nichtehelichenLebensgemeinschaften sinnvoll sein. Auch bestimmteGegenleistungen – Ihre Nichte pflegtSie im Alter und erbt dafür Ihr Haus – lassensich durch einen Erbvertrag für alle Seiten verbindlichfestlegen.19 |


Wie ändere ich mein Testament?TESTAMENTS-ÄNDERUNGENIm Leben wandelt sich vieles:Vermögensverhältnisse, Lebensumstände, Freund schaften,Vorlieben. Wenn Sie das Gefühl haben, Ihr Testamentmüsste neuen Gegebenheiten besser Rech nung tragen,dann ändern Sie es lieber.Eigenhändiges TestamentIhr eigenhändiges, handschriftliches Testamentkönnen Sie jederzeit und so oft ändern,wie Sie wollen. Schreiben Sie einfach ein neuesTestament und vernichten Sie vorsichtshalberdas alte. Fachleute empfehlen, in demneuen Testament ausdrücklich alle früherenTestamente zu widerrufen. Fehlt ein solcherWiderrufs-Passus, hat das jedoch keinerlei Auswirkungenauf die Gültigkeit des neuen Testaments.Wenn Sie nur eine kleine Änderungvornehmen wollen, können Sie diese – mit Datumund Unterschrift versehen – auch direktin Ihr ursprüngliches Testament einfügen.Gemeinschaftliches TestamentEin gemeinschaftliches Testament kann nurvon beiden Ehepartnern gemeinsam geändertwerden. Wenn ein Ehegatte bereits gestorbenist, kann das gemeinschaftliche Testament inder Regel nicht mehr geändert werden.Notarielles TestamentFür den Widerruf eines notariellen Testamentsgilt grundsätzlich das Gleiche wie beim eigenhändigenTestament. Es kann jederzeit – auchdurch ein eigenhändiges Testament – geändertwerden. Darüber hinaus können Sie es aus derVerwahrung des Amtsgerichts zurück verlangen,wodurch es automatisch seine Gültigkeitverliert. Ein neues Testament können Sie danneigenhändig errichten oder wieder beim Notarbeurkunden lassen.ErbvertragUm einen Erbvertrag zu ändern oder aufzuheben,brauchen Sie die Einwilligung aller betroffenenParteien. Es kann im Erbvertrag aberauch ein einseitiges Rücktrittsrecht vereinbartwerden.Hinweis:Wenn nach Ihrem Tod mehrere Testamentegefunden werden, ist das mit dem jüngstenDatum versehene das gültige. Wir empfehlenIhnen jedoch dringend, alte Testamente immerzu vernichten und nur das aktuelle aufzubewahren.So vermeiden Sie von vornherein eventuelleUnklarheiten.21 |


Wohebe ich meinTestament auf?Werkümmert sich ummeinen Nachlass?Das beste Testament ist nutzlos, wenn esnach Ihrem Tod nicht gefunden wird. HebenSie es deshalb gemeinsam mit den persönlichenDokumenten auf, die im Sterbefall sofort benötigtwerden. Bei Verheirateten ist dies das Familienstammbuch,bei Ledigen die Geburtsurkunde;diese Dokumente braucht das Standesamtfür die Ausstellung der Sterbeurkunde. LassenSie Ihre nächsten Angehörigen oder eine Vertrauenspersonwissen, wo Sie Ihre persönlichenDokumente verwahren. Nach Ihrem Tod sinddiese gesetzlich verpflichtet, Ihr Testament unverzüglichbeim Nachlassgericht abzugeben.Zu jedem Nachlass gehören neben Vermögensgegenständenwie Bankguthaben, Wertpapiereoder Immobilien vor allem auch Dinge,die Sie durch Ihr Leben begleitet haben und mitvielen persönlichen Erinnerungen verbundensind: Möbelstücke, Bilder, Teppiche, Porzellan,Bücher, Pflanzen, Briefe, Kleidung, Wäsche,Schmuck und viele andere persönliche Gegenstände.Vor allem für Alleinstehende ohnenahe Angehörige ist eine ganz wichtige Frage:Was geschieht mit all diesen Dingen nach meinemTod? Wer kümmert sich um die Auflösungmeiner Wohnung oder meines Hauses?Testaments-AufbewahrungWichtig:Deponieren Sie Ihr Testament nur dann ineinem Bankschließfach, wenn Ihre nächstenAngehörigen oder eine Vertrauensperson perBankvollmacht Zugang zu Ihrem Schließfachhaben. Denn sonst stehen Ihre Erben nach IhremTod vor einem großen Problem: Sie könnennicht nachweisen, dass sie die Erben desSchließfachinhabers sind und deshalb wirdsich Ihre Bank weigern, das Schließfach zuöffnen. Generell ist ein Bankschließfach keinempfehlenswerter Ort zur Aufbewahrung IhresTestamentes.Unser Tipp:Sie können Ihr eigenhändiges Testamentgenauso wie ein notarielles Testament gegeneine einmalige Gebühr dem örtlichen Amtsgerichtzur Aufbewahrung übergeben. Dort liegtes garantiert sicher und kann weder in falscheHände geraten noch von jemandem mutwilligvernichtet werden. Das Gericht sorgt nach IhremTod für die Verständigung Ihrer Erben undVermächtnisnehmer.Ihr gesamter Nachlass geht an Ihre Erben.Wenn Sie keinen Testamentsvollstrecker eingesetzthaben, liegt es allein in der VerantwortungIhrer Erben, Ihren Haushalt aufzulösenund sich um die Aufteilung, den Verkauf oderdie Verschenkung Ihres Hausrates zu kümmern.Sollten Sie die Jesuitenmission als Erbin eingesetzthaben, wäre es für uns hilfreich, wennSie Ihrem Testament oder Ihren persönlichenDokumenten eine Liste beifügten, wer sich ausIhrem Verwandten- und Bekanntenkreis überErinnerungsstücke aus Ihrem Hausrat freuenwürde. Uns ist wichtig, bei einer Haushaltsauflösungdem Andenken des Verstorbenengerecht zu werden und dafür Sorge zu tragen,dass Ihre persönlichen Erinnerungen nichtverloren gehen.| 22


Wie viel Steuernmüssen meine Erben zahlen?Die Höhe der Erbschaftsteuernhängt von zwei Faktoren ab:Steuersätze1. Wie viel erbt Ihr Erbe oder Vermächtnisnehmer?2. In welchem Verwandtschaftsverhältnis stehtIhr Erbe oder Vermächtnisnehmer zu Ihnen?FreibeträgeErbschaftsteuern müssen erst gezahlt werden,wenn der Wert des Erbes oder Vermächtnissesfestgelegte Freibeträge überschreitet. SeitJanuar 2009 gelten folgende Freibeträge:Für Ehegatten undeingetragene Lebenspartner:Für Kinder und Kindervorverstorbener Kinder:Für Enkel:Für alle übrigen Personender Erbschaftsteuerklasse I:Für Personender Erbschaftsteuerklasse II:Für Personender Erbschaftsteuerklasse III:Stand: Januar 2012500.000 Euro400.000 Euro200.000 Euro100.000 Euro20.000 Euro20.000 EuroZur Erbschaftsteuerklasse I zählen: Ehegatten,Kinder, Stiefkinder, Enkel, Urenkel, Eltern,GroßelternWenn vom Erbe oder Vermächtnis die Freibeträgeabgezogen wurden, muss der Erbe oderVermächtnisnehmer für die verbleibende SummeErbschaftsteuern zahlen. Seit Januar 2010gelten folgende Steuersätze:Wert dessteuerpflichtigenErbes oderProzentsatz in derVermächtnisses Erbschaftsteuerklassebis einschließlich: I II III75.000 Euro 7% 15% 30%300.000 Euro 11% 20% 30%600.000 Euro 15% 25% 30%6.000.000 Euro 19% 30% 30%13.000.000 Euro 23% 35% 50%26.000.000 Euro 27% 40% 50%über 26.000.000 Euro 30% 43% 50%Stand: Januar 2012SteuerbefreiungGrundsätzlich von der Erbschaftsteuer befreitsind gemeinnützige Organisationen wiedie Jesuitenmission. Egal in welcher Höhe wirbedacht werden: Vermächtnisse und Erbschaftenan die Jesuitenmission kommen zu 100%unserer Arbeit für die Armen weltweit zugute.Die ErbschaftsteuerZur Erbschaftsteuerklasse II zählen: Geschwister,Nichten und Neffen, Stiefeltern,Schwiegereltern, Schwiegerkinder und geschiedeneEhepartnerZur Erbschaftsklasse III zählen: alle übrigenPersonen, z.B. andere Verwandte, nichtehelicheLebenspartner, Freunde und Bekannte| 24


Weltweit mit den Armen –das ist der Leitgedanke der Jesuitenmissionin Nürnberg. Unsere Aufgabeist es, weltweit die pastorale und sozialeArbeit von Jesuiten, Missionaren,Ordensschwestern und engagiertenLaien zu fördern. Über dasinternationale Hilfsnetz der Jesuitenfördern wir rund 600 Projekte inmehr als 50 Ländern in Lateinamerika,Afrika und Asien.


Wie kann ichdie Jesuitenmission bedenken?Ihre Hilfe für die ArmenDie Jesuitenmisison ist sehr aktiv in denBereichen Armutsbekämpfung, Schulbildung,Glaubensverkündigung, Gesundheitsarbeit undFlüchtlingshilfe. Wir können nur helfen, weilMenschen wie Sie uns dabei helfen. Das grundlegendePrinzip unserer Arbeit ist die solidarischeBegegnung von Mensch zu Mensch. DieJesuitenmission stärkt und begleitet Initiativenan der Basis, die den Armen direkt helfen undsie aktiv einbinden. Unsere Mission – unsereSendung – verstehen wir als Dienst am Glauben,Einsatz für Gerechtigkeit, Begegnung derKulturen, Dialog zwischen den Religionen.Wenn Sie überlegen, die Jesuitenmission inIhrem Testament zu bedenken, sind Sie unsvermutlich schon seit vielen Jahren als Wohltäterinoder Wohltäter verbunden und kennenunsere Arbeit. Für Ihre Unterstützung und IhreTreue möchten wir Ihnen von Herzen danken!Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten,die Jesuitenmission zu bedenken:• Sie können der Jesuitenmission eine bestimmteGeldsumme oder bestimmte Wertgegenständevermachen. Sie können festlegen,ob das Vermächtnis für ein bestimmtesProjekt, einen genau definierten Zweck oderganz allgemein für unsere Arbeit verwendetwerden soll. Bei nicht zweckbestimmten Vermächtnissenentscheidet der MissionsprokuratorPater Klaus Väthröder SJ gemeinsammit dem Beirat der Jesuitenmission, welcheProjekte am dringendsten Unterstützungbrauchen.Orden oder Hilfswerken, die Sie ebenfallsunterstützen möchten) eine Erbengemeinschaft.• Sie können die Jesuitenmission als Alleinerbineinsetzen. Dann liegen die Haushaltsauflösung,die Abwicklung Ihres Nachlassesund die Erfüllung der von Ihnen verfügtenVermächtnisse in unserer Verantwortung.Sie können mit dem Erbe bestimmte Auflagenverbinden, die z.B. Ihre Beerdigung, dieGrabpflege oder das Lesen von Messen zugewünschten Intentionen und Zeitpunktenbetreffen.In der Jesuitenmission habenwir den Brauch, verstorbeneFreunde, Wohltäter und Projektpartnerin ein besonderesGedenkbuch einzutragen, uman ihrem Todestag und beiallen Gottesdiensten ihrer imGebet zu gedenken.• Sie können der Jesuitenmission einen prozentualenAnteil Ihres Nachlasses vererben.Die Jesuitenmission bildet dann gemeinsammit Ihren anderen Erben (z.B. IhrenVerwandten, Ihrer Pfarrgemeinde, anderen27 |


Und wenn ich jetzt schon helfen will?Ihre Hilfe für die ArmenSelbstverständlich gibt es neben der testamentarischenVerfügung auch viele andereFormen, unsere Arbeit zu unterstützen. Zweimöchten wir Ihnen hier vorstellen:Bedingte Schenkung an dieJesuitenmissionSie überweisen der Jesuitenmission eine bestimmteSumme, die Sie ihr bedingt schenken.Die Jesuitenmission legt die Summe an und dieerzielten Zinsen fließen in die Unterstützungmissionarischer Anliegen und Projekte. SolltenSie aufgrund einer Notsituation oder Pflegebedürftigkeitspäter doch einmal auf diese Summeangewiesen sein, können Sie das angelegteKapital von der Jesuitenmission jederzeit zurückfordern.Wenn Sie es nicht zurückverlangen,fällt das Kapital mit Ihrem Tod endgültigan die Jesuitenmission.Stifter derFranz-Xaver-Stiftung werdenFranz Xaver (1506 – 1552) war der erste Missionardes Jesuitenordens. Nach ihm ist diegemeinnützige Stiftung der Jesuitenmissionbenannt. Mit einer Zustiftung zur Franz-Xaver-Stiftung helfen Sie dauerhaft und langfristig –nicht nur den jetzt lebenden Armen, sondernauch zukünftigen Generationen. Wenn Siedaran interessiert sind, Stifter zu werden oderunter dem Dach der Franz-Xaver-Stiftung eineeigene Treuhänderische Stiftung zu errichten,schicken wir Ihnen gerne unsere ausführlicheStiftungsbroschüre zu. Auch im Internetfinden Sie unter www.franz-xaver-stiftung.demehr Informationen.Wenn Sie zu den Menschengehören, die lieber schon zuLebzeiten auf einen größerenTeil ihres Vermögens für einenguten Zweck verzichten wollen,bietet sich die bedingte Schenkungoder eine Zustiftung an.Steuerliche Aspekte:Schenkungen zu Lebzeiten und Zustiftungenkönnen für Sie steuerliche Vorteile haben.Ihr Steuerberater kann Ihnen die für Sie zutreffendenSteuerersparnisse ausrechnen.29 |


Wen kann ichum Rat fragen?Pater Joe plaudertaus der PraxisDie Spezialisten für Erbrecht sind die Notare,die Sie fachkundig beraten und eine IhrenWünschen entsprechende rechtliche Gestaltungwählen. Daneben gibt es Fachanwälte fürErbrecht, bei denen Sie sich ebenfalls umfassendinformieren und beraten lassen können.In jedem Telefonbuch finden Sie Notare oderAnwälte in Ihrer Nähe.Wenn es Ihnen eher darum geht, mit jemandempersönlich und in Ruhe darüber zu sprechen,ob Sie ein Testament zugunsten der Jesuitenmissionaufsetzen wollen, oder wenn Ihnenbeim Lesen dieser Broschüre Fragen gekommenoder Dinge unklar geblieben sind, dann nimmtsich Pater Joe Übelmesser SJ gerne Zeit für Sie.Am besten vereinbaren Sie mit ihm telefonischüber unsere Sekretärin Frau Walter einenTermin: (0911) 2346-160.Pater Übelmesser hat schon so viele unsererWohltäterinnen und Wohltäter als Seelsorgerund Ratgeber begleitet, dass er aus einem reichenLebens- und Erfahrungsschatz schöpfenkann. Ein bisschen aus dem Nähkästchen plauderter auch schon hier für Sie zum Abschlussunserer Broschüre.Wenn es ganz praktisch wird, das heißt:wenn die oft recht mühsamen Überlegungenabgeschlossen sind und die Entscheidung gefälltist, wenn man dann zum Kugelschreibergreift, um sein Testament zu Papier zu bringen,dann ist eigentlich das Wichtigste schongeschehen. Von dem Vorher und Nachher willich in einigen kleinen Erzählungen berichten.Da war Frau Gertrud,80 Jahre alt, unverheiratet, ohne nähereVerwandtschaft, also im wörtlichen Sinne alleinstehend.Als ich sie an einem Nachmittagbesuchte, zeigte sie als erstes auf eine Schachtelim Bücherregal und meinte lakonisch: „Da istalles drin.“ Dann zeigte sie mir im Einzelnen,was da „alles drin war.“ Ihr Testament natürlich,dann ein Pack bereits mit Anschriftenversehener Briefumschläge. Noch nicht frankiert,„weil sich das Porto immer wieder ändert“,meinte Gertrud. Dafür hat sie bei jederPortoänderung ein neues Blatt mit den gängigenBriefmarken in die Schachtel gelegt. Auchdie Anzeige für die Zeitung war vorhanden, esmusste nur noch der Todestag und der Terminfür die Beerdigung eingefügt werden. Von derArt des Sarges bis zu den Liedern, die bei derBeerdigung einmal gespielt werden sollten, waralles bestens geregelt. Nach dieser Vorstellunghaben wir uns noch eine Stunde lang großartigund fröhlich unterhalten. Es war ein richtiglustiger Nachmittag. Und warum auch nicht?Gertrud hatte alles geregelt. Sie hatte ihr Hausauf das Beste bestellt.Ganz anders Agatha.Wir fuhren gerade gemütlich durch die FränkischeSchweiz, und zwar in einem Auto, dassie selber der Jesuitenmission gestiftet hatte.Die Erlebnisse mit Gertrud waren noch frischin meinem Gedächtnis und ich dachte, es seieine gute Gelegenheit, da anzuknüpfen. Auch| 30


Agatha war alleinstehend und so erzählte ichihr von Gertrud und ob denn auch sie, Agatha,schon alles ein wenig geregelt hätte. Ich unternahmdrei Anläufe, dann merkte ich an ihremGesichtsausdruck und an ihren ausweichendenWorten, dass sie davon nichts hören undschon gar nicht darüber sprechen wollte. Dabeiwollte ich ihr nur helfen, die Last ein wenigzu erleich tern, mit der man sich herum schlägt,bis man seine Angelegenheiten geregelt hat.Die Unterhaltung mit Agatha war weder vorhernoch nachher so lustig, wie mein Nachmittagbei Gertrud, die sich ganz bewusst von dieserLast befreit hatte.Franz X.war eben dabei, sein Testament zu machen.Er interessierte sich vor allem dafür, wie sicherer denn sein könne, dass sein Erbe sinnvollund vernünftig und vor allem auch in seinemSinne verwendet würde. Da konnte ich ihn beruhigen.Zunächst einmal kann einer, der seinTestament macht, noch selber bestimmen, fürwelche Zwecke sein Erbe verwendet werdensoll. (Im Falle der Jesuitenmission als Erbe wärendas Zwecke wie: Priesterausbildung, Kindererziehung,Aidshilfe, Brunnenbau, Kirchenbauund viele andere Anliegen, wie sie jeden Tagauf den Schreibtisch des Missionsprokuratorsflattern.) Die Absicht des Erblassers ist auf jedenFall zu erfüllen und gilt als heilig. Aber auchwenn Herr Franz X. sich die Sache einfachermachen möchte, und die Entscheidung demErben überlässt, wird genauso gewissenhaft damitumgegangen. (In der Jesuitenmission z.B.kann der Prokurator allein keine größeren Beträgevergeben, ohne die Entscheidung seinesBeirats, der aus drei Laien und zwei weiterenJesuiten besteht.) Und auch in den Regionen,wohin die Gaben weitergeleitet werden, habenwir eigene Strukturen der Kontrolle. Ich hoffe,dass ich Franz X. überzeugen konnte.Mariahat uns einen Teil ihres Barvermögens unddazu eine Eigentumswohnung vererbt. Soweitso gut. Es sah so aus, als brauchten wir das Erbenur noch in Besitz zu nehmen. Neben der Jesuitenmissionwar auch ihre Heimatpfarreibedacht, so dass wir eine Erbengemeinschaftbildeten. In zwei Minuten waren wir uns einig.Aber Maria hatte nicht nur ein Testament gemacht,sondern „zur Vorsicht“ noch ein zweites,und zwar am gleichen Tage. Das zweite solltelediglich eine Kopie des ersten werden, aberdann ist ihr wohl eine bessere Formulierungeingefallen und wem sie noch eine Kleinigkeitvermachen könnte. Und schon war die Schwierigkeitgeboren. Zwei Testamente am selben Tag?Welches gilt nun? Natürlich das jüngste. Es giltschließlich immer das jüngste Testament. Aberwelches ist das jüngste, wenn beide am selbenTag unter demselben Datum geschrieben wurden?Die Sache liegt bei den Rechtsanwältenund es geht weder vorwärts noch rückwärts,und das schon seit fast zwei Jahren.Hans M.war zeit seines Lebens ein großer Wohltäterder Jesuitenmission. Und auch sein Vermögenwollte er der Jesuitenmission hinterlassen. Alsich ihn besuchte, sprachen wir davon, wie dasganz einfach und sinnvoll geschehen könne.Zuletzt schlug ich vor, er möge sich doch gleichan Ort und Stelle hinsetzen und die drei, vierZeilen niederschreiben, die es brauchte, umseinen letzten Willen zum Ausdruck zu bringen.Er könne ja jederzeit später die Sache inetwas schönerer Schrift verfassen, wenn nötigzu einem Notar gehen, oder auch alles ganzanders machen, als wir es besprochen hatten.Er zögerte und tat es dann nicht. Ob ich ihnzu sehr gedrängt hatte? Ich weiß es nicht. Abereines weiß ich: Er hat es nicht getan bis zu seinemTod und Vater Staat freut sich.31 |


Heinrichwar ein etwas ängstlicher älterer Herr. Deshalbriet ich ihm, die Sache hundertprozentigund mit einem Notar abzuschließen und dasTestament dann beim Amtsgericht zu hinterlegen.Das geschah auch. Doch dann kamendie Bedenken: „Jetzt kann ich nichts mehr ändern!“Er wollte natürlich gar nichts ändern,aber er wollte die Freiheit haben, es zu tun. Dakonnte ich ihn nun wirklich beruhigen. Es giltimmer das jüngste Testament. Das überrolltauch eines, das beim Amtsgericht hinterlegt ist.Onkel Maxhatte nicht nur ein großes Haus, sondern inseinem Hause gab es auch viele schöne, undwertvolle Gegenstände. Als die Jesuitenmissiondavon erfuhr, dass sie zur Alleinerbin bestimmtwar, wusste man dort nicht sehr viel überden Erblasser – und noch weniger über seineFreunde und Bekannten oder auch die weitereVerwandtschaft. Vermutlich hatte Onkel Maxeinigen seiner Freunde und Bekannten (oderanderen Personen, denen er sich verpflichtetfühlte) den einen oder anderen Gegenstandaus seinem Hause zugedacht und vielleicht sogarversprochen. Aber es war kein schriftlicherHinweis aufzufinden. Eine kleine Liste, wer waserhalten soll (am besten dem Testament beigefügt),würde dem Erben helfen, alles richtigund dem Wunsch des Verstorbenen gemäß zuvergeben und auch eventuell verletzte Gefühlezu vermeiden.Sicherer geht es nicht,dachte sich Herr Walter und legte ein zweitesExemplar seines Testamentes in sein Bankschließfach.Damit sei die Sache sicher vorjeglicher Manipulation. Als die Jesuitenmissiondas Erbe (dank des ersten Exemplars seinesTestaments) antreten wollte, wollte das Amtsgerichterst das zweite Exemplar des Testamentessehen. Aber der Schlüssel zum Bankschließfachwar nicht zu finden. Und um das Fach aufzubrechen,brauchte man einen Erbschein, undder konnte erst ausgestellt werden nach Vorlagedes zweiten Testamentes im Schließfach.Und da biss sich sozusagen „die Katze in denSchwanz“. Kurzum, es dauerte mehrere Monate,bis die Sache dann doch zu aller Zufriedenheitgelöst werden konnte. Ich ließ michim Anschluss an diese Geschichte von einemFachmann beraten. Und der sagte mir, dass dieHinterlegung eines Testamentes beim Amtsgerichtnoch sicherer und viel besser sei als imSchließfach einer Bank.N.N.Auch das gibt es leider, dass jemand seineeigenen Kinder von jeglicher Erbschaft ausschließenwill. Seit Jahren ist die Familie totalverkracht und nun will der Erblasser den Krachnoch über den Tod hinaus ausdehnen. Oh, dassind alles gute Christen! Aber Versöhnung istnicht in Sicht. Wenn ich ein Kind von N.N.wäre, würde ich ein solches Testament auf jedenFall anfechten. Die Jesuitenmission hatbisher nie wegen einer Erbschaft einen Rechtsstreitmit direkten Angehörigen angefangen.Und ganz egal, wie die Sache ausgeht, es bleibtin jedem Fall ein Makel, ein dunkler Fleck zurückam Gedächtnis von N.N. Muss das sein?Ein Mann hatte drei Söhne.Und er hinterließ jedem von ihnen ein Viertelseines Vermögens. Sie haben richtig mitgezählt.Es blieb ein Viertel übrig. Das hat ereiner Missionsgesellschaft hinterlassen für dieArmen der Welt. Wenn wir annehmen, waswir im Glauben bekennen, dass die Armen diebevorzugten Brüder und Schwestern Jesu sind,dann hat er das letzte Viertel seines Vermögensseinem „vierten Sohn“, Jesus hinterlassen. Ichbin sicher, dass keiner zu kurz gekommen ist.RATSCHLÄGE AUS DER PRAXIS| 32


Diese und viele andere Erlebnisseähnlicher Art haben mich immermehr darin bestärkt, den Leutenzu sagen: man kann ein Testamentnicht früh genug machen. Es erleichtertdas Gemüt und wirkt unterUmständen besser als eine Schlaftablette.Wer sein Haus bestellt hat,der kann ruhiger in die Zukunft blickenund selbst der Tod hat einenseiner vielen Stacheln verloren.Joe Übelmesser SJ


Ihre Ansprechpartnerin der Jesuitenmission• Den Bereich „Erbschaften, Vermächtnisseund Nachlässe“ in der Jesuitenmission betreut:Pater Joe Übelmesser SJTelefon (0911) 23 46-160prokur@jesuitenmission.de• Wenn Sie mehr Informationen zur Franz-Xaver-Stiftung haben möchten, schickenwir Ihnen gerne kostenlos unsere Stiftungsbroschürezu. Wenn Sie interessiert sind,Stifter der Franz-Xaver-Stiftung zu werdenoder die Jesuitenmission durch eine bedingteSchenkung zu unterstützen, dann ist IhrAnsprechpartner:Pater Klaus Väthröder SJTelefon (0911) 23 46-160prokur@jesuitenmission.de• Fragen zur Arbeit der Jesuitenmission beantwortetIhnen der Missionsprokurator PaterKlaus Väthröder SJ oder – je nach Themengebiet– ein anderes Teammitglied der Jesuitenmission.Ihre erste Ansprechpartnerin istunsere Sekretärin:Frau Barbara WalterTelefon (0911) 23 46-160walter@jesuitenmission.deJesuitenmissionKönigstraße 6490402 Nürnbergwww.jesuitenmission.deSpendenkonto 5 115 582Liga Bank, BLZ 750 903 00Alle Bilder in dieser Broschüre zeigenMenschen in Regionen und Projekten,die wir unterstützen.Ein Großteil der Fotos stammt von der FotografinAngela Hellmuth, die als Freiwilligefür den Jesuitenflüchtlingsdienst (JRS) inOstafrika gearbeitet und fotografiert hat:Titelfoto: In einer Schule für rückkehrendeFlüchtlinge in Kajo Keji im Südsudan, Seite 8:Beratung und Hilfe für Flüchtlingsfamilien inNairobi in Kenia, Seite 11: Lebensmittelverteilungan Notleidende in Nairobi in Kenia,Seite 12: In einer Schule für rückkehrendeFlüchtlinge in Kitgum in Uganda, Seite 25: FrischesBrot aus einem kleinen Bäckereiprojekt inYei im Südsudan, Seite 28: Glaubensgesprächvor einer Wellblechkirche in Nairobi in KeniaDie restlichen Fotos sind auf Projektreisenvon Pater Klaus Väthröder SJ und unsererMitarbeiterin für ÖffentlichkeitsarbeitJudith Behnen entstanden:Seite 2: Eine Großmutter mit Enkelin in Yogyakartain Indonesien (Behnen), Seite 15:Eine Frau beim Gemüseschneiden in Kalimpongin Indien (Behnen), Seite 16: Ein kleinesDalit-Mädchen im Dorf Mulgunchi in Indien(Väthröder SJ), Seite 20: Drei Waisenjungen imKinderdorf Makumbi in Simbabwe (Behnen),Seite 23: Schule in dem Flüchtlingslager SiteOne in Thailand (Väthröder SJ), Seite 35: Kindaus einem afrokolumbianischen Dorf am FlussRaposo (JRS Kolumbien)| 34


Die gesetzliche ErbfolgeCHECKLISTE FÜR IHRE UNTERLAGENWenn Sie kein Testament verfassen, regeltdas Gesetz für Sie die Erbfolge. Hier könnenSie sich einen Überblick verschaffen, wer Ihregesetzlichen Erben sind. Beachten Sie die Erklärungenzur gesetzlichen Erbfolge auf denSeiten 6 und 7 dieser Broschüre und tragen Siedie Namen Ihrer Angehörigen ein, die von Gesetzeswegen erbberechtigt sind:ELTERNWenn dies so in Ihrem Sinne ist, brauchenSie nichts weiter zu tun.Wenn Sie Ihr Erbe anders aufteilen wollen,brauchen Sie ein Testament.GROSSELTERNTANTEN / ONKELEHEGATTEICH = ERBLASSERGESCHWISTERCOUSINS /COUSINENEhegattenhaben eineSonderstellungKINDERNICHTEN / NEFFENErben dritterOrdnungENKELErben zweiterOrdnungErben ersterOrdnung


Das TestamentWenn Sie sich entschieden haben, einTestament zu schreiben, sollten Sie andiese Punkte denken:Erstellen Sie eine Liste mit einem ungefährenÜberblick über Ihre Vermögenswerte undVerbindlichkeiten. So können Sie auf einenBlick sehen, was an Geldvermögen, Immobilienund anderen Sachwerten Sie überhaupttestamentarisch verteilen können.Notieren Sie sich, welche gesetzlichen Erben,weiteren Angehörige, Freunde odergemeinnützige Organisationen Sie in IhremTestament bedenken möchten.Überlegen Sie genau, wen aus diesem KreisSie zu Ihrem Erben oder Ihrer Erbengemeinschaftund damit zu Ihrem Rechtsnachfolgerbestimmen möchten (vgl. Erklä rung„Erbe und Vermächtnis“ auf Seite 17).ver sehen Sie es mit Ort und Datum und unterschreiben Sie es mit Ihrem vollen Namen(vgl. Beispiel-Testamente auf den Seiten 13und 14).Informieren Sie Ihre nächsten Angehörigenoder eine andere Vertrauensperson überden Aufbewahrungsort Ihres Testamentes(vgl. Seite 22).Wenn Sie lieber ein notarielles Testamentbeurkunden lassen wollen, vereinbaren Sieeinen Termin mit einem Notar oder einerNotarin (vgl. Erklärung „Das notarielle Testament“auf Seite 18).Listen Sie alle Vermächtnisse auf, die Siein Ihrem Testament anordnen wollen. Miteinem Vermächtnis erteilen Sie dem Vermächtnisnehmereinen Anspruch auf einenvon Ihnen genau festgelegten Betrag oderWertgegenstand. Die Vermächtnisse müssenIhre Erben oder Ihr Testamentsvollstreckererfüllen.Überlegen Sie, ob Sie mit Ihren nächsten Angehörigenoder einer anderen Vertrauenspersonvorab über Ihre Vorstellungen derTestamentsgestaltung sprechen möchten.Bestimmen und informieren Sie gegebenenfallseinen Testamentsvollstrecker (vgl. Er klä -rung „Testamentsvollstrecker“ auf Seite 18).Vereinbaren Sie gegebenenfalls einen Terminfür eine Rechtsberatung mit einem Notaroder einer Notarin bzw. einer Fachan wäl -tin oder einem Fachanwalt für Erbrecht.Wenn Sie alle Fragen geklärt haben, schreibenSie Ihr Testament vollständig von Hand,


Wichtige Informationen für den TodesfallDie folgende Übersicht kann Ihren Hinterbliebenen helfen, sich schnell zurecht zufinden. Zeigen Sie Ihren nächsten Angehörigen oder einer anderen Vertrauensperson,wo Sie diese Übersicht aufbewahren und überlassen Sie ihnen am besten eine Kopie.Mein Name:CHECKLISTE FÜR IHRE UNTERLAGENIm Falle meines Todes sind sofort telefonisch zu benachrichtigen:Name:Telefon:Name:Telefon:Name:Telefon:Name:Telefon:Name:Telefon:Bitte folgenden Priester benachrichtigen:Mein Hausarzt ist:Einen Schlüssel zu meiner Wohnung hat:Die im Todesfall wichtigsten Dokumente:GeburtsurkundeHeiratsurkundeLebensversicherungspoliceSterbeversicherungspolicebefinden sich:Vollmachten (z.B. Bankvollmacht / Vollmacht für den Todesfall) habe ich erteilt an:Die Bestattung habe ich geregelt mit dem Bestattungsinstitut:regelt für mich:


Wichtige Informationen für den TodesfallEine Liste mit Namen und Anschriften aller, die eine Todesanzeige erhalten sollen, befindet sich:Als Friedhof habe ich vorgesehen:Die Beerdigung soll halten:Weitere Wünsche für meine Beerdigung:Mein Testament befindet sich:Konten, Wertpapierdepots, Schließfächer habe ich bei folgenden Banken:Meine Unterlagen zu Finanzen, Steuern und Rente befinden sich:Eine Übersicht über zu kündigendeVersicherungen Verträge Mitgliedschaften Abonnementsbefindet sich:Woran noch gedacht werden muss:


ImpressumHerausgeber: P. Klaus Väthröder SJText und Redaktion: Judith BehnenGestaltung: Arno DietscheDruck auf FSC-Papier: EOS St. OttilienStand: Januar 2012Fachliche Beratung: Rechtsanwalt Dr. Eckhard HöckelmannFachanwalt für Erbrecht und zertifizierter Testaments -vollstrecker, Osnabrück, www.HBP-net.deNotar Holger Brückner, Schloßplatz 4a, 91217 Hersbruckwww.notare-hersbruck.de


JesuitenmissionKönigstraße 6490402 NürnbergTelefon (0911) 23 46-160Fax (0911) 23 46-161Spendenkonto 5 115 582Liga Bank, BLZ 750 903 00Mail:prokur@jesuitenmission.deInternet:www.jesuitenmission.de

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