Wahlprogramm 2009-2014 - SPD Ortsverein Hürth

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Wahlprogramm 2009-2014 - SPD Ortsverein Hürth

ImpressumWahlprogramm der SPD Hürth 2009 bis 2014Herausgegeben von: HürthSPDV.i.S.d.P.: Günter Reiners,Bruchstraße 29, 50353 HürthDruck: Schönbrunn, Hürth-GleuelNachdruck, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung der HürthSPDInformationen über die Hürther SPD im Internet:www.huerthspd.dewww.spd-hermuelheim.dewww.spd-efferen.dewww.gleuelspd.dewww.nrwspd.dewww.jusos-rhein-erft.de


Foto: HürthSPD6| Wahlprogramm 2009 bis 2014


Foto: HürthSPD8| Wahlprogramm 2009 bis 2014


1. ABSCHNITT:DAS SOLIDARISCHE HÜRTH1.1 Kinder und Jugend:Chancengleichheit für alle1.1.1 Qualität von Anfang an:Für die Kleinsten nur das BesteDie HürthSPD sorgt für bessere Rahmenbedingungen in der Kinderbetreuung:durch bedarfsorientierte Öffnungszeiten der Einrichtungen, durchmehr Plätze für unter 3-Jährige und integrative Betreuungsplätze. Wirstreben Beitragsfreiheit für die Betreuung und das Mittagessen an.Die HürthSPD kämpft gegen Vernachlässigung und Verwahrlosung: durchPräventionsangebote, durch Frühwarnsysteme und frühe Hilfen für Familien,durch bedarfsorientierte Jugendsozialarbeit.Die HürthSPD fordert eine Weiterentwicklung des Lokalen Bündnissesfür Familien unter Einbeziehung von Unternehmen und sozialen Organisationen,um Rahmenbedingungen für Eltern auch im Job zu verbessern.Ausgangslage:Kein Kind darf aus sozialen Gründen benachteiligt werden! DiesenAnforderungen stellen wir uns auch in Zeiten sich verändernder gesetzlicherund finanzieller Rahmenbedingungen des Landes sowie des Bundes.Wir haben in Hürth ein Präventionsangebot mit frühen Hilfen und einemFrühwarnsystem für Familien initiiert. Jede Familie wird nach der Geburteines Kindes besucht und den Eltern wird ein Babybegrüßungspaketüberreicht.Unsere Ziele:Kein Kind darf vergessen werden. Wir werden die Prävention (d. h. dieVorbeugung, die Vorsorge) weiter ausbauen und eine lückenlose Präven-Wahlprogramm 2009 bis 2014 | 9


1. ABSCHNITT: DAS SOLIDARISCHE HÜRTHtionskette schaffen, die Kinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahrbegleitet. Dies bedeutet den Aufbau eines umfassenden Netzwerkes vonbedarfsgerechten, vorsorgenden Angeboten von der Geburt bis zum Erwachsenwerden.In Hürth sollen integrative und barrierefreie Betreuungsplätze sowieweitere Betreuungsplätze für unter 3-Jährige eingerichtet werden.Dabei sollen die Plätze langfristig beitragsfrei zur Verfügung stehen, ineinem ersten Schritt im letzten Kindergartenjahr. Hier sind Bund undLand in der Finanzierungspflicht. Das halten wir für wichtiger als eineErhöhung des Kindergelds. Ausbildung und Qualifizierung der durch dieStadt Hürth vermittelten Tagesmütter werden wir sichern.Das auf unsere Initiative hin eingeleitete Dialogverfahren „Familienundkinderfreundliche Stadt“ muss kontinuierlich fortgesetzt werden.Es hat u. a. zum Ziel, frühzeitig die Wünsche und Interessen von Kindernund Jugendlichen in Planungen zu berücksichtigen, beispielsweisebei der Gestaltung von Kinderspielplätzen durch Schulklassen (wie zumBeispiel schon. an der Kölnstraße oder hinter der „Ahl Schull“ geschehen).Außerdem müssen auch die Öffnungszeiten der Kindertagesstättenan die Bedürfnisse berufstätiger Eltern noch besser angepasst werden.Zusätzlich zu den bereits bestehenden fünf Familienzentren, die vorallem sozial benachteiligte Eltern in die Förderung der Kinder einbeziehen,sollen bedarfsgerecht und stadtteilbezogen weitere Einrichtungengeschaffen werden. Wir wollen mit der Sprachförderung bei Kindernfrühzeitig und gezielt beginnen. Jedes Kind muss bei der EinschulungDeutsch sprechen können.Als Weiterentwicklung des von uns initiierten Lokalen Bündnisses fürFamilien werden wir die Verwaltung beauftragen, gemeinsam mit sozialenOrganisationen und Unternehmen in Hürth ein Netzwerk einrichten,um familienfreundliche Ideen und Initiativen zu entwickeln. Wir wollenerreichen, dass sich für die Unternehmen durch familienfreundliche Personalpolitik(zum Beispiel Betriebskindergärten oder familienfreundlicheArbeitszeitmodelle) Wettbewerbsvorteile bieten.10| Wahlprogramm 2009 bis 2014


1. ABSCHNITT: DAS SOLIDARISCHE HÜRTHFür uns haben ortsnahe Spielplätze – den Bedürfnissen der jeweiligenAltersgruppen angepasst – eine hohe Priorität. Auf die Einhaltung guterStandards bei der Pflege und Unterhaltung von Spielplätzen werden wirim Interesse unserer Kinder weiterhin achten.1.1.2 Durchstarten ins Leben:Über die Schule in den JobDie HürthSPD schafft Rahmenbedingungen, in denen Unterricht zu optimalemLernerfolg und guten Schulabschlüssen führen kann.Die HürthSPD strebt den quantitativenund qualitativen Ausbaudes Ganztagsbetriebs an allenHürther Schulen und ebenso dasbeitragsfreie Mittagessen an.Foto: HürthSPDDie HürthSPD will, dass alle Kindermit besonderem Förderbedarf,die unter Beachtung qualitativerStandards in den Regelbetrieb zuintegrieren sind, auch integriertwerden, wenn die Eltern dieswünschen.Die HürthSPD will, dass unsere Kinder, Jugendlichen und Erwachsenenein lebendiges und leistungsfähiges Bildungs- und Qualifizierungsangebotvor Ort vorfinden.Ausgangslage:Durch die Einführung der Offenen Ganztagsgrundschule (OGS) vermischensich innere und äußere Schulangelegenheiten immer stärker. Wirhaben als erste Kommune im Rhein-Erft-Kreis an allen Grundschulen dieOffene Ganztagsgrundschule eingeführt, verbunden mit großen Investitionen.Die Bodelschwinghschule und die Grundschulen in Efferenerhalten Erweiterungsbauten, um den steigenden Schülerzahlen und demumfangreichen Ganztagsbetrieb gerecht zu werden. Die Grundschule inWahlprogramm 2009 bis 2014 | 11


1. ABSCHNITT: DAS SOLIDARISCHE HÜRTHWir werden für das Schulzentrum an der Sudetenstraße, für das Ernst-Mach-Gymnasium (EMG) 2009/2010 und mittelfristig für die Realschuleebenfalls Mensen errichten. Wir wollen die Schulen dabei noch attraktivermachen und zusätzliche Aufenthalts- und Lernmöglichkeitenschaffen. Den Erfordernissen, die sich aus dem beginnenden Ganztagsunterrichtan den Gymnasien, an der Hauptschule Hermülheim undperspektivisch an der Realschule ergeben, werden wir Rechnung tragen.Unser Ziel ist es, zu einer echten Ganztagsschule zu kommen. Deshalbbetreiben wir den Ausbau des Angebots und die ständige qualitativeVerbesserung der Arbeit in der OGS. Sport, Hausaufgabenhilfe, speziellerNachhilfeunterricht, Heranführung an Kunst, Kultur und Natur aber auchHochbegabtenförderung sind dabei als wichtige Stichworte zu nennen.Wir wissen wie wichtig auch die Vermittlung von Regelmäßigkeitenist und halten deshalb an den verbindlichen Öffnungszeiten und demverbindlichen Mittagessen fest. Wir orientieren uns an den pädagogischenKonzepten, welche die Schulen mit den OGS verbinden.Jedes Kind muss eine warme, gesunde Mahlzeit am Tag erhaltenkönnen. Dies gilt für die Schulen und genauso auch für die Kitas. Hierfürhaben wir bei den unteren Einkommensschichten mit einer Ermäßigungbegonnen. Kein Kind darf aus finanziellen Gründen ohne Mahlzeit bleiben.Viele Kinder mit Beeinträchtigungen, die Förderschulen besuchen,können in den Regelbetrieb integriert werden. Wir fördern den gemeinsamenUnterricht, weil wir wissen, dass sowohl die beeinträchtigtenKinder als auch ihre Mitschüler davon profitieren. Zum Beispielverbessert sich das Sozialverhalten ganz enorm. Die Aktivitäten an derBodelschwinghschule, an der Clementinenschule und an der Carl-Orff-Schule begrüßen wir ausdrücklich. Die Integration muss unter qualitativenStandards erfolgen. Beispielsweise müssen die baulichen Voraussetzungenund die ausreichende Ausstattung mit sonderpädagogischenKräften gegeben sein. Gleichzeitig müssen wir auch sicherstellen, dassder Übergang auf eine weiterführende Regelschule bis hin zum Schulabschlussmöglich ist. Der Elternwille muss bei der Wahl der Schulformstärkere Berücksichtigung finden.Wahlprogramm 2009 bis 2014 | 13


1. ABSCHNITT: DAS SOLIDARISCHE HÜRTHWir betrachten es als eine Aufgabe der Schulen, ihre Schülerinnen undSchüler auf das Berufsleben bzw. die weiteren Ausbildungsmöglichkeitenvorzubereiten. Hierbei ist eine enge Kooperation mit Betrieben– auch im Rahmen der Ausbildungsplatzbörse –, Behörden, Fachhochschulenmit Angeboten zur Ausbildungsvorbereitung wie der Rhein-Erft-Akademie und Universitäten auch weiterhin wichtig. Wir unterstützen dievon Bürgermeister Walther Boecker betriebene hohe Ausbildungsquoteder Stadtverwaltung.Hürth ist Mitglied im Zweckverband „Volkshochschule Rhein-Erft“.Wir unterstützen den Ausbau der auf Landesebene geschlossenen Bildungspartnerschaftzwischen Schulen und Volkshochschulen zum Erwerbvon IT-Kenntnissen und zur Stärkung der Sozial- und Wirtschaftskompetenzder Schülerinnen und Schüler.Wir unterstützen die Schulen auch zukünftig, indem wir freiwillig dieAufgabe der Schulsozialarbeit übernehmen, weil wir meinen, dass eswichtig ist, hier Fachpersonal einzusetzen, um besondere Problemstellungenadäquat lösen zu können. Notwendig ist die Einbindung der Schulpflegschaftenund die Förderung der Elternarbeit.1.1.3 Bloß keine Langeweile:Freizeit, Spiel und Spaß für junge MenschenWir wollen Jugendliche aktiv an der Jugendpolitik beteiligen, z. B.durch die Kinder- und Jugendkonferenz. Wir richten nach dem Vorbildder Jugendparlamente auf Landes- und Bundesebene einen „Jugend-Stadtrat“ ein, in dem Jugendliche ihre Vorstellungen und Ideen erarbeitenund beschließen.Wir wollen die städtischen Jugendeinrichtungen in Hürth weiterentwickelnund zusätzliche Treffpunkte bei Bedarf ortsnah schaffen.Kindern und Jugendlichen aus benachteiligten Familien gilt hierbei unserbesonderes Augenmerk. Weitere Jugendsozialarbeiter sollen bei Bedarfin der mobilen Jugendarbeit eingesetzt werden. Dabei sind zielgruppenspezifischeMerkmale zu beachten. Die offene Jugendarbeit freierTräger unterstützen wir.14| Wahlprogramm 2009 bis 2014


1. ABSCHNITT: DAS SOLIDARISCHE HÜRTH1.2 Barrierefreiheit und gleicheLebenschancen für alleDie HürthSPD setzt sich für Barrierefreiheit in unserer Stadt ein: imInteresse der Senioren, Behinderten, jungen Familien und vieler weitererBevölkerungsgruppen.Die HürthSPD setzt sich dafür ein, dass für alle Menschen in Hürth gleicheLebenschancen gegeben sind.Ausgangslage:Wir setzen uns für eine seniorenfreundliche und behindertengerechteGestaltung unserer Stadt ein. Hier sind entsprechende Initiativen (BarrierefreiesBerrenrath) bereits auf den Weg gebracht und werden weiterhinvon uns positiv begleitet. Auf diesem Weg hilft uns die engagierte Arbeitdes Senioren- und Behindertenbeirats.Unsere Ziele:Wir wollen erreichen, dassalle öffentlichen Gebäudegeeignete barrierefreieZugänge haben. Dazugehören auch möglichstkurze Entfernungen zurErledigung erforderlicherBesorgungen. Wir unterstützenBestrebungen,für ältere und behinderteMenschen Formen desbetreuten Wohnens zuverwirklichen, zum Beispielin Mehrgenerationenhäusern.Ein LeitbildHürth 2020 wird alsübergreifende Konzeptionerarbeitet.Foto: HürthSPDWahlprogramm 2009 bis 2014 | 15


1. ABSCHNITT: DAS SOLIDARISCHE HÜRTH1.3 MigrantenDie HürthSPD versteht dieZuwanderung in unsere Stadtals Bereicherung der kulturellenVielfalt und unterstütztdie Arbeit der Migrantenvertretungenvor Ort.Foto: HürthSPDAusgangslage:Hürth ist eine weltoffeneund tolerante Stadt. Zuwanderungund Integrationverstehen wir als eineSelbstverständlichkeit undBereicherung. Um bessereBeteiligungsmöglichkeitenfür Migranten zu erreichen,sind wir erfolgreich dafüreingetreten, dass 2009 einIntegrationsrat gewählt werdenkann.Unsere Ziele:Wir wollen, dass Integration noch stärker als bisher als Querschnittsaufgabebetrachtet wird und sich städtische Angebote im sozialen, kulturellen,sportlichen und gesundheitlichen Bereich gezielt an der Integrationausrichten. Die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben für alle Migrantenist unser Ziel.Wir unterstützen die Forderung nach kommunalem Wahlrecht für alleausländischen Mitbürger.Wir halten es für wichtig, mehr Menschen mit Migrationshintergrundals bisher in der Stadtverwaltung zu beschäftigen.16| Wahlprogramm 2009 bis 2014


1. ABSCHNITT: DAS SOLIDARISCHE HÜRTH1.4 Gemeinsam aktiv sein1.4.1 Für jeden was dabei: Kultur in HürthDie HürthSPD erhält ein umfassendes und vielfältiges Kulturangebot alsöffentliche Aufgabe aufrecht.Die HürthSPD setzt sich dafür ein, dass Kinder und Jugendliche gezielt anKultur herangeführt werden.Die HürthSPD möchte das kulturelle Erbe unserer Stadt bewahren undsetzt deshalb auf Denkmalschutz und ähnliche Strategien.Ausgangslage:Die Sicherung eines umfassenden und vielfältigen Kulturangebotes isteine öffentliche Aufgabe. Kommerzielle Angebote sind notwendig undhäufig von guter Qualität. Sie ersetzen den öffentlichen Auftrag jedochnicht. Zum vielfältigen kulturellen Angebot in Hürth gehören unter anderemdas gute Programm des Bürgerhauses, die Jazznacht, Rock am Teich,die Literaturnacht im Löhrerhof, die Erinnerungsarbeit an die Opfer desNationalsozialismus, freie Theatergruppen und -projekte und „Hürth – International“.Mit dem Erftkreiszyklus des Hürther Musikseminars hat einregionaler kultureller Leuchtturm seinen Sitz in Hürth. Die organisatorischeNeustrukturierung der städtischen Kulturabteilung hat sich bewährt.Wir begleiten die Arbeit des städtischen Kulturamtes positiv. Die StadtHürth besitzt mit dem Bürgerhaus und dem Löhrerhof zwei hervorragendeOrte für zentrale Veranstaltungen.Wir begrüßen das inder städtischen Musikschuleentwickelte Leitbild. Es definiertdie Ziele, die wir durchdie Aufrechterhaltung diesesAngebotes anstreben. Der laufendeZertifizierungsprozessträgt dazu bei, das hohe Niveauder Arbeit auch dauerhafthalten und im Wettbewerb mitprivaten Anbietern bestehenFoto: HürthSPDWahlprogramm 2009 bis 2014 | 17


1. ABSCHNITT: DAS SOLIDARISCHE HÜRTHzu können. Die Auswahl steht stellvertretend für das hohe Engagement,das Stadt, Vereine, Verbände, Schulen und Einzelpersonen für die Kulturzeigen. Unstrittig gehört kulturelle Infrastruktur zu den Standortfaktorenbei Ansiedlungsentscheidungen von Unternehmen.Unsere Ziele:Wir wollen den Anspruch „Kultur für alle“ einlösen. Veränderungender Gesellschaft sollen sich deshalb auch in der Kulturlandschaft niederschlagen.Kulturelle Angebote erhöhen das Verständnis für Menschenunterschiedlicher Prägung, fördern Kommunikation und bilden Vertrauen.Kultur soll dabei auch als Brücke zwischen den Generationen wirksamwerden.Kulturelle Bildung ist Bestandteil der Allgemeinbildung. BesondersKinder müssen gezielt an Kunst und Kultur herangeführt werden undangeleitet werden, diese zu erleben und als eine Möglichkeit, selbergestaltend aktiv zu werden, zu begreifen. Der Drang zur Kultur ist injedem Kind vorhanden. Er muss nur geweckt werden. Kulturelle Bildungist eine Querschnittsaufgabe. Jugendamt, Schulamt und Kulturamt teilensich dieses Thema. Wir erwarten eine enge Kooperation der Fachbereicheund eine direkte Steuerung dieser Aufgabe durch den zuständigenDezernenten.Für den „Kulturstandort“ Hürth ist u. a. die Nähe zu Köln von besondererBedeutung, aber auch die zu anderen Kommunen, wie Brühl. Wir strebeneine engere Abstimmung in der regionalen Kulturarbeit an.Denkmäler sind Zeugnisse der geschichtlichen Entwicklung. Weil wirdem Denkmalschutz eine hohe Bedeutung beimessen, haben wir den Personaleinsatzder Verwaltung für diesen Bereich erhöht. Pflege und Erhaltder Denkmäler in städtischem Besitz sind eine Selbstverständlichkeit.Die Prüfung und Aufnahme zusätzlicher Objekte in die Denkmalliste istein fortlaufender Prozess. Die Arbeit der ehrenamtlichen Denkmalpflegerliefert wertvolle Unterstützung für die Verwaltung. Wir wollen bei derGrundstücksvermarktung darauf hinwirken, bei potentiellen Käufern Interessefür eine Nutzung möglicherweise vorhandener und im Grundsatzerhaltenswerter alter Bausubstanz zu wecken. Es gibt zahlreiche Beispiele18| Wahlprogramm 2009 bis 2014


1. ABSCHNITT: DAS SOLIDARISCHE HÜRTHfür die Nutzung z. B. alter Gewerbebetriebe durch Gastronomie, Kreativwirtschaftetc. Kreisverkehre sind eine weitere Möglichkeit, Kunst undKultur im öffentlichen Raum sichtbar zu machen.Wir halten an der Vergabe des Kulturpreises im Zweijahresrhythmusfest. Eine Politisierung der Jury lehnen wir ab. Wir wollen, dass die Jurymit Hürther Kulturschaffenden besetzt wird, die außerhalb des Politikbetriebsstehen.Wichtige Träger der Kultur- und Brauchtumspflege in den einzelnenStadtteilen sind die Dorf- und Ortsgemeinschaften und die in ihnenorganisierten Vereine. Der Erhalt von Räumlichkeiten, die in den Stadtteilenfür die Durchführung von Veranstaltungen zur Verfügung stehen,ist für eine erfolgreiche Arbeit zwingend. Hier können beispielhaft dasehemalige Haus Hülsenbusch in Fischenich und die Festhalle in Gleuelgenannt werden.1.4.2 Hürth bleibt fit: Sport für alleDie HürthSPD wird auch zukünftig für eine gute Sportinfrastruktursorgen, die im Rahmen der Allianz für den Sport beitragsfrei durch dieVereine genutzt werden kann.Die HürthSPD stelltdurch das Bäderkonzeptsicher, dass „DeBütt“ ein Familienbadbleibt und dass dieLehrschwimmbeckenerhalten bleiben.Foto: HürthSPDDie HürthSPD unterstütztdas ehrenamtlicheEngagement derim Sportsektor tätigenMenschen und denEinsatz der Vereineim Rahmen der OGS.Wahlprogramm 2009 bis 2014 | 19


1. ABSCHNITT: DAS SOLIDARISCHE HÜRTHAusgangslage:Der Sport hat in Hürth eine wichtigesoziale und gesellschaftlicheFunktion. Er hat eine dauerhaftintegrative Wirkung überethnische, soziale und demographischeGrenzen hinweg. Sportbietet für Kinder und Jugendlichevielfältige und unverzichtbareMöglichkeiten zur Persönlichkeitsentwicklung.Durch unsereEntscheidung, das Schwimmbad„De Bütt“ zu modernisieren,bleibt es weiterhin unser Familienbad.Der Bau von Kunstrasenplätzenfür den BC Efferen undden BC Stotzheim belegt beispielhaft, dass wir für die bedarfsorientierteErneuerung und den Ausbau der Sportstätten stehen.Foto: HürthSPDUnsere Ziele:Die HürthSPD will, dass jedes Kind und jeder Jugendliche seine sportlichenund motorischen Fähigkeiten entdecken, erfahren und entfaltenkann. Jedes Kind sollte schwimmen können. Die beiden Lehrschwimmbeckenin Efferen und Fischenich bleiben erhalten.Wir unterstützen die Allianz für den Sport, weil wir in Hürth eine gutesportliche Infrastruktur und die beitragsfreie Nutzung der Sportanlagenbeibehalten wollen. Die Sportanlagen werden wir bedarfsweiseerneuern und ergänzen, um den sich ändernden Ansprüchen gerecht zuwerden.Sport lebt von ehrenamtlichem Engagement. Deshalb unterstützen wirdie Arbeit des Stadtsportverbandes als Dachorganisation der HürtherSportvereine.20| Wahlprogramm 2009 bis 2014


1. ABSCHNITT: DAS SOLIDARISCHE HÜRTH1.5 Kein Fußbreit den Faschisten:Rechtsextremismus bekämpfenDie HürthSPD will, dass Hürth weltoffen und tolerant bleibt.Die HürthSPD schafft ein Umfeld, in dem Rechtsradikale keine Chancehaben.Ausgangslage:Rechtspopulistische oder rechtsradikale Agitation jeder Art hat in Hürthnichts verloren. Hürth hat ein positives Image als weltoffene und toleranteStadt. Dies trägt maßgeblich dazu bei, dass junge Familien gerne inunsere Stadt ziehenund Firmen Investitionentätigen,die Arbeitsplätzeschaffen undSteuereinnahmengenerieren. RechtsradikaleUmtriebegreifen dieses Imagean. Sie schaden soallen Hürtherinnenund Hürthern.Der Kampf gegenRechts ist einegesamtgesellschaftlicheAufgabe.Wir stellen uns mitunserer Veranstaltungsreihe„Vergessenverboten!“aktiv gegen solcheTendenzen und sagenallen anderen indiesem ThemenfeldEngagierten unsereWahlprogramm 2009 bis 2014 | 21


1. ABSCHNITT: DAS SOLIDARISCHE HÜRTHFoto: HürthSPDvolle Unterstützung zu. Besonders beeindruckt hat uns der Einsatz derbeiden Gymnasien mit den Projekten „Stolpersteine“ und „Schule ohneRassismus – Schule mit Courage“.Unsere Ziele:Mit unserer Schwerpunktsetzung in den Bereichen Schule und Jugendschaffen wir ein Umfeld, in dem es Rechten schwer fällt, Fuß zu fassen.Die Kinder und Jugendlichen in Hürth haben besseres zu tun, als auf rechteDemagogen hereinzufallen. Hierzu tragen auch die zahlreichen Vereineund Verbände mit ihrer Jugendarbeit bei.Wir sorgen in Hürth für Beratungsangebote und Ansprechpartner fürSchulen, Vereine und Einzelpersonen in der Präventivarbeit, um negativeEntwicklungen im Keim ersticken zu können, möglicherweise in Kooperationmit anderen Kommunen.22| Wahlprogramm 2009 bis 2014


2. ABSCHNITT:DAS INNOVATIVE HÜRTH2.1 Mit Verantwortung die Zukunftgestalten: Stadtentwicklung undWirtschaft2.1.1 Die richtigen Schwerpunkte setzen:StadtentwicklungDie HürthSPD erhält die Lebensqualität in den Stadtteilen und strebt einelebendige Gestaltung des Zentrums an.Die HürthSPD beachtet soziale und ökologische Belange bei der Stadtentwicklung.Es gilt: Innenentwicklung vor Außenentwicklung!Ausgangslage:Die Stadt Hürth bietet mit ihrendurch Geschichte, Siedlungsentwicklungund Brauchtumgeprägten Ortsteilen ein vielschichtigesWohn-, Arbeits- undFreizeitangebot. Hier kann jedereine Heimat finden, sich mitseinem direkten Wohnumfeldidentifizieren und gleichzeitigdie Vorteile der Stadt als Ganzeserleben. In den letzten Jahrenstand in den Stadtteilen dieVerwirklichung zahlreicher Projekteim Vordergrund, so zumBeispiel die Entwicklung desJakob-Esser-Platzes in Gleuel,die Verlagerung des Sportplatzesin Stotzheim sowie die Erschließungzahlreicher kleinerer undFoto: HürthSPDWahlprogramm 2009 bis 2014 | 23


2. ABSCHNITT: DAS INNOVATIVE HÜRTHgrößerer Baugebiete. Das Zentrum von Hürth ist mit der Modernisierungdes Einkaufszentrums, dem Hürther Bogen, der Wohnbebauung auf derTheresienhöhe und besonders mit der verkehrlichen Anbindung an dieLuxemburger Straße gestärkt worden. Die Ansiedlung eines Baumarktsund die Entwicklung eines Fachmarktzentrums haben diese Entwicklungbegleitet. Die stadtgestalterische Begleitung solcher Projekte durch einberatendes Gremium ist sinnvoll. Wir haben deshalb die Einrichtung einesGestaltungsforums für die ganze Stadt Hürth beschlossen. Stadtentwicklungmuss in sich aufeinander abgestimmt sein und darf sich nicht nur inder Summe von Einzelfallbetrachtungen erschöpfen.Unsere Ziele:Für die kommenden Jahre werden wir zahlreiche Maßnahmen weiterbetreiben, um die einzelnen Stadtteile weiterhin attraktiv zu gestalten,wie z. B. die Neugestaltung des Platzes An der Alten Synagoge aufgrundder Ergebnisse der Bürgerwerkstatt für Alt-Hürth und die FolgenutzungFoto: HürthSPD24| Wahlprogramm 2009 bis 2014


2. ABSCHNITT: DAS INNOVATIVE HÜRTHdes Schwimmbades am Brabanter Platz. Zur Entwicklung von Kalscheurenhaben wir die Verwaltung beauftragt, Entwicklungsmöglichkeitendes Ortsteils aufzuzeigen, und die Einrichtung einer Bürgerwerkstattbeschlossen, um den Einwohnern eine Beteiligung zu ermöglichen. InEfferen kommt der zukünftigen Gestaltung der Kaulardstraße eine hoheBedeutung zu. Durch eine qualitativ hochwertige Bebauung entlangder Luxemburger Straße kann Hürth deutlich an Attraktivität gewinnen.Durch die Wohnbebauung entlang des Hürther Bogens sowie die Bebauungder Fläche zwischen Theresienhöhe und Kreuzstraße und besondersentlang der Theresienhöhe gegenüber dem Kino wurde bereits eine Belebungdes Zentrums erreicht. Unser Ziel ist es, die noch zur Verfügungstehenden Flächen an der Kreuzung Friedrich-Ebert-Straße / Hürther Bogensowie das Rathausumfeld und perspektivisch die weiteren Flächenentlang der Theresienhöhe zur Frechener Straße hin zu entwickeln. Fürdiese Flächen soll ein städtebaulicher Wettbewerb durchgeführt werden.Unser Wohnbauflächenkonzept sorgt für eine geordnete Entwicklungder Stadtteile. So werden in den nächsten Jahren Schwerpunkte in Fischenichund Gleuel gesetzt. Bei der Ausweisung von neuen Baugebieten inden Stadtteilen werden wir verstärkt auf eine ortsnahe Versorgung mitKindergarten- und Grundschulplätzen achten. Die Entwicklung vonInnenblockbereichen und Baulücken bevorzugen wir vor der Ausweisungvon Baugebieten in Außenbereichen. Die HürthSPD setzt sich dafürein, dass auch Bezieher von Kleineinkommen gutes Wohneigentumerwerben können, aber auch für den Erhalt und den Neubau von bezahlbarenMietwohnungen.Das Einzelhandelskonzept ist die Grundlage dafür, die Nahversorgung inden Stadtteilen sicherzustellen..Wir streben den Erhalt erhaltenswerter Bauensembles im Stadtbild an.Dabei setzen wir auf freiwillige Kooperationsbereitschaft bei Bauherrenund Eigentümern. Gegebenenfalls sind empfehlende Richtlinien zu entwickeln.Nur in besonderen Fällen greifen wir zu verpflichtenden Festsetzungen,die über die normalen Vorgaben des Baurechts hinausgehen.Wahlprogramm 2009 bis 2014 | 25


2. ABSCHNITT: DAS INNOVATIVE HÜRTH2.1.2 Standortvorteile nutzen - Arbeitsplätzesichern - nachhaltige WirtschaftsförderungDie HürthSPD wird sich weiterhin für Rahmenbedingungen einsetzen,die die wirtschaftlich gute Basis Hürths noch weiter stärken. Dazu zähleneine verlässliche Gewerbesteuerpolitik, Planungssicherheit für die Unternehmen,eine funktionierende Infrastruktur und die Weiterentwicklungsog. weicher Standortfaktoren.Die HürthSPD setzt weiter auf die Industriezweige Chemie und Energieund auf eine starke Medienbranche. Darüber hinaus sollen neue Investorengewonnen werden, um zukunftsfähige Branchen anzusiedeln. Wasserstofftechnologieund die Entwicklung von Brennstoffzellensystemenspielen dabei eine tragende Rolle.Die HürthSPD richtet ihre Politik darauf aus, dass der Mittelstand unddas Handwerk sich auch in Zukunft in Hürth positiv entwickeln können.Neben der Standortpflege genießt die Neuansiedlung von HandwerksundDienstleistungsbetrieben im Gewerbegebiet Kalscheuren und im zuerweiternden Gewerbegebiet Gleuel oberste Priorität.Die HürthSPD sieht die Sicherung bestehender und die Schaffung neuersozialversicherungspflichtiger Arbeitsplätze als wichtigstes Ziel ihrerkommunalen Wirtschaftsförderungspolitik an.Ausgangslage:Hürth ist ein attraktiver Wirtschaftsstandort. Wir haben in den letztenJahren mit einer stabilen Gewerbesteuerpolitik, einer vorausschauendenGewerbeflächenpolitik und den Investitionen in sog. weiche Standortfaktorenwie Wohnen, gute Ausstattung unserer Schulen, Ausbau der Ganztagsbetreuungund ein attraktives Freizeit- und Kulturangebot unserenBeitrag hierfür geleistet. Dazu kommt der erfolgreiche Strukturwandel aufdem Knapsacker Hügel und die positive Entwicklung des GewerbegebietesNord-Ost mit seinen zahlreichen Medienbetrieben. Die IndustriezweigeChemie und Energie mit ca. 2.300 sowie eine starke Medienbranchemit ca. 3.500 Arbeitsplätzen sind die tragenden Pfeiler unserer wirtschaftlichenEntwicklung. Insgesamt gibt es im Stadtgebiet rund 19.50026| Wahlprogramm 2009 bis 2014


2. ABSCHNITT: DAS INNOVATIVE HÜRTHsozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze bei rund 18.500 Beschäftigtenmit Wohnsitz in Hürth. Dies beweist die wirtschaftliche Stärke Hürths.Unsere Ziele:Um auch weiterhin für Unternehmen und ihre Beschäftigten attraktivzu sein, werden wir uns weiter für ein investitionsfreundliches Klimaeinsetzen. Der Hebesatz der Gewerbesteuer liegt seit 1995 unverändertbei 420 Punkten. Wir geben den Unternehmen die notwendige Planungssicherheit.Eine funktionierende Infrastruktursetzt voraus, dass das Zentrummit Hürth-Park und dem HürtherBogen sich positiv weiterentwickeltund dass gleichzeitigdie örtlichen Strukturen vonHandel und Dienstleistungennicht verloren gehen. Wir werdenuns weiter für ein attraktivesGeschäftsleben in den Ortsteileneinsetzen.Foto: HürthSPDDurch Standortpflege und die Ansiedlunginnovativer Unternehmen,beispielsweise auch mit derHilfe von St@rtHürth, wollen wirdafür sorgen, dass der StandortKnapsack innovativ bleibt. Wirsetzen dabei auf zukunftsfähigeBranchen, z. B. zur Anwendungder Wasserstofftechnologie undzur Entwicklung von Brennstoffzellensystemen.Die zahlreichen mittelständischenUnternehmen, viele davonim Gewerbegebiet Nord-OstWahlprogramm 2009 bis 2014 | 27


2. ABSCHNITT: DAS INNOVATIVE HÜRTHund in Gleuel, sorgenfür eine gesundeWirtschaftsstruktur.Neben der Standortpflegedieser Unternehmen,vor allemaus den BereichenDienstleistungen,Kommunikationstechnik,Elektronik undLogistik, verfügen wirmit dem GewerbegebietKalscheuren unddem zu erweiterndenGewerbegebiet Gleuelmit Erschließung überdie Frechener Straßeüber ausreichend zusätzliche Gewerbeflächen, damit sich bereits ansässigeUnternehmen erweitern und neue angesiedelt werden können.Foto: HürthSPDWichtigstes Ziel unserer kommunalen Wirtschaftspolitik ist die Sicherungbestehender und die Schaffung neuer sozialversicherungspflichtigerArbeitsplätze. Wir sehen in qualifizierten Arbeitnehmerinnen undArbeitnehmern einen wesentlichen Vorteil für den WirtschaftsstandortHürth. Dabei wollen wir, dass die Menschen gute Arbeit haben, von dersie menschenwürdig leben können.Wir wissen, wie wichtig berufliche (Fort-)Bildung ist. Deshalb werdenwir uns auch weiterhin im Rahmen unserer Möglichkeiten für die verschiedenenEinrichtungen einsetzen, die in Hürth in diesem Bereichaktiv sind. Hier sind z. B. das Goldenberg-Berufskolleg, die VHS, dieRhein-Erft-Akademie, das Alexandra-Klausen-Berufskolleg der Lebenshilfeund die Medienschule Rhein-Erft zu nennen.28| Wahlprogramm 2009 bis 2014


2. ABSCHNITT: DAS INNOVATIVE HÜRTH2.2 Klimawandel vor Ort bekämpfen2.2.1 Innovativ in Hürth:Unsere StadtwerkeDie HürthSPD will, dass die Stadtwerke auch in Zukunft verlässlicherPartner für die Bürgerinnen und Bürger, für das örtliche Handwerk unddas lokale Gewerbe bleiben.Die HürthSPD setzt sich dafür ein, dass die Stadtwerke ein Motor technischerInnovationen bleiben.Die HürthSPD unterstützt die Stadtwerke Hürth in ihrem Bemühen,Kooperationen mit öffentlichen und privaten Dritten einzugehen, die sichfür die Bürgerinnen und Bürger und die örtliche Wirtschaft rechnen. EinePrivatisierung der Stadtwerke lehnen wir entschieden ab.Die HürthSPD setzt sich für zukunftsweisende Energiepolitik ein: für denweiteren Ausbau des Fernwärmenetzes, durch energieeffiziente Baustandards,durch innovative Technologien wie Wasserstoff, Solar und Geothermie.Ausgangslage:Die Stadtwerke sindeiner der größtenArbeitgeber undAusbildungsbetriebein Hürth. Die umweltfreundlicheund imVergleich zu anderenEnergieträgern besonderskostengünstigeFernwärmeversorgungaus Kraft-Wärme-KoppelunginHürth wurde weiterausgebaut. ErheblicheMittel wurdenFoto: HürthSPDWahlprogramm 2009 bis 2014 | 29


2. ABSCHNITT: DAS INNOVATIVE HÜRTHin die technische Infrastruktur wie Straßen- und Entwässerungssystemeinvestiert. Die Stadtwerke haben bewiesen, dass sie wirtschaftlich unddamit letztendlich kostengünstig arbeiten können, und haben dadurch denstädtischen Haushalt erheblich entlastet.Unsere Ziele:Die Existenz eigener Stadtwerke ist ein positiver Standortfaktor. Wirwollen in Hürth weiterhin selbst die kommunalwirtschaftlichen undinfrastrukturellen Entwicklungslinien bestimmen und Herr im eigenenHause sein. Deshalb werden wir sicherstellen, dass unsere Stadtwerke finanziellso ausgestattet werden, dass sie die von ihnen wahrzunehmendenAufgaben, wie z. B. die Wasserversorgung, auf einer soliden finanziellenBasis erfüllen können. Die Stadtwerke sollen sich am Wohl der Bürgerorientieren und nicht nach Profitmaximierung streben.Wir werden unsere Stadtwerke in ihrem Streben nach Einsatz neuer umweltfreundlicherund zukunftsträchtiger Technologien unterstützen.Konkret bedeutet dies: Der Wasserstoff der hiesigen chemischen Industriesoll für die Fernwärme und den Stadtbus nutzbar gemacht werden.Das Geothermieprojekt der Stadtwerke für die Wärmeversorgung undStromerzeugung ist weiter zu verfolgen. Die Möglichkeiten des Bauesund des Betriebs eines eigenen Kraftwerks in Knapsack zur Sicherstellungder Fernwärmeversorgung ist ernsthaft zu prüfen, um unabhängigervon großen Energieversorgern zu werden.Das Stromnetz soll in eigener Regie bewirtschaftet werden. Die Fernwärmeist dort, wo wirtschaftlich vertretbar, weiter auszubauen. Diesgilt insbesondere für Efferen, die Nachverdichtung in Alt-Hürth und dieweitere Erschließung der Blumensiedlung, des Neubaugebiets in Fischenichund der Gewerbegebiete. Die Entsorgungsinfrastruktur wieKanalnetz, Kläranlage und auch die Müllabfuhr werden weiterhin von denStadtwerken betrieben und den technischen Standards entsprechendausgebaut.30| Wahlprogramm 2009 bis 2014


2. ABSCHNITT: DAS INNOVATIVE HÜRTH2.2.2 Mobil vor Ort:ÖPNV, Radfahren und mit dem AutoDie HürthSPD will die Orte vom Verkehr entlasten: durch notwendigeUmgehungsstraßen, durch bedarfsorientierten ÖPNV, durch ein Radverkehrskonzept,durch Tempo 30 und durch Verkehrsberuhigungsmaßnahmen.Die HürthSPD sorgt für den Erhalt des Stadtbusses: Taktdichte, Angebot,Qualität und Serviceleistungen bleiben erhalten und werden nach Möglichkeitund Bedarf weiter ausgebaut. Das gilt auch für das Schülerticketund den AST-Verkehr.Die HürthSPD will das Stadtbahnangebot in Hürth verbessern: durcheinen dichteren Takt auf der bestehenden Strecke und, wenn finanziellmöglich, durch die Anbindung des Zentrums.Ausgangslage:Das auf unsere Initiative hin eingeführte Stadtbussystem mit jährlich 3,5Millionen Fahrgästen bei steigender Tendenz, der integrierte Schülerverkehr,die Stadtbahnlinie 18 und das AST-System ermöglichen allen Bevöl-Foto: HürthSPDWahlprogramm 2009 bis 2014 | 31


2. ABSCHNITT: DAS INNOVATIVE HÜRTHkerungskreisen eine hohe Mobilität. Über den Haltepunkt in Kalscheurenist Hürth direkt an das Netz der Deutschen Bahn angeschlossen.Unsere Ziele:Bei der geplanten innovativen Ersetzung der in die Jahre gekommenenBusse sollen neue Busse mit Wasserstofftechnik bzw. anderer alternativerAntriebstechnik beschafft werden. Den jetzigen Standard in Bezugauf Taktdichte, Angebot, Qualität und Serviceleistungen werden wirbeibehalten und nach Möglichkeit noch verbessern. Zusätzliche Gebietewerden wir nach Bedarf anschließen.Die Verlängerung der Linie 18 in Richtung EKZ ist eine sinnvolleErgänzung des Angebots im ÖPNV. Diese hängt aber von der finanziellenMachbarkeit in Bezug auf Streckenführung und Betrieb ab. WeitereTaktverdichtungen auf der bestehenden Strecke streben wir an.Wir wollen den Verkehr in den Stadtteilen reduzieren und senken damitdie Lärmbelastung in den Wohngebieten. Wir behalten die bestehendenTempo-30-Zonen bei. Wir setzen uns auch weiterhin für die Realisierungder Ortsumgehung Hermülheim (B265n) ein. Die Durchgangs- undSchleichverkehre auf den Ortsstraßen müssen reduziert werden. Diesergibt sich aus rechtlichen und moralischen Verpflichtungen gegenüberden durch Lärm und Feinstaub beeinträchtigten direkten Anliegern. Diesbegreifen wir als ein ständiges Ziel der Verkehrspolitik. Wir werden unsweiterhin für die Umsetzung der Ortsumgehung Alt-Hürth (K25n)- Weiterführung der Frechener Straße von der Industriestraße bis zurLuxemburger Straße - einsetzen. Bei diesen zusätzlichen Straßenbauprojektensetzen wir uns für den bestmöglichen Lärmschutz ein.In den nächsten Jahren wird die Umsetzung des Radverkehrskonzeptesein wichtiger Baustein unserer Arbeit sein. Wir wollen eine fahrradfreundlicheStadt sein.32| Wahlprogramm 2009 bis 2014


2. ABSCHNITT: DAS INNOVATIVE HÜRTH2.2.3 Umweltschutz:Wir erhalten unsere LebensgrundlageDie HürthSPD setzt sich bei ihrer Arbeit für Luft- und Wasserqualität,Lärmschutz und maßvollen Flächenverbrauch ein.Ausgangslage:Das Thema Umwelt hat in den letzten Jahren eine zentrale Bedeutung imBewusstsein der Bürger erhalten. Mit einem umfangreichen Maßnahmenpaket,das von einer festgelegten Mindestgröße für Baumscheiben bis hinzum Ausbau des Fernwärmenetzes reicht, stellen wir uns auf kommunalerEbene dem Klimawandel.Unsere Ziele:Wir werden – im Sinne einer Vorbildfunktion – bei städtischen Gebäudendie Nutzung regenerativer Energiequellen verstärkt in diePlanungen einbeziehen. Jeder Bauwillige soll durch eine durchdachteEnergiekonzeption eine deutliche Reduzierung der Betriebskostenerlangen können. Solargerechte Gebäudeausrichtung und Maßnahmen desEnergiesparens und des ökologischen Bauens in Bebauungsplänen warenFoto: HürthSPDWahlprogramm 2009 bis 2014 | 33


2. ABSCHNITT: DAS INNOVATIVE HÜRTHund sind unser Anliegen. Ausdrücklich streben wir die Errichtung vonNiedrigenergie-Häusern an.Wir setzen uns für den Erhalt und den Ausbau von Grünflächen ein.Bäume im Straßenbild, Begrünung von Hausfassaden und Dächern sowieBiotopvernetzungen tragen zur deutlichen Verbesserung des Kleinklimasbei. Das Grüne Band entlang der K2 als ein wichtiges Agenda-Projekt inHürth unterstützen wir. Wir sorgen dafür, dass das Ausmaß versiegelterFlächen in Hürth in vertretbarem Umfang bleibt.2.3 Hier läuft alles zusammen:Die StadtverwaltungDie HürthSPD sorgt für bürgerfreundliche und zielorientierte Leistungender Stadtverwaltung.Die HürthSPD erhält durch verantwortungsbewussten Umgang mit denFinanzen die nachhaltige Handlungsfähigkeit der Stadt.Die HürthSPD platziert die Stärken Hürths im regionalen Wettbewerbund strebt eine engere Kooperation mit den umliegenden Kommunen zumNutzen aller an.Ausgangslage:Nach der letzten Kommunalwahl haben wir als wieder stärkste Fraktionim Rat unsere zuvor festgelegten Ziele umgesetzt und erledigt: Einsparungeiner Dezernentenstelle, Einsparung eines dritten stellvertretendenBürgermeisters, Reduzierung der Ausschüsse von elf auf neun, Abkehrder von CDU und FDP seit 1999 eingeschlagenen parteipolitischenEinflussnahme bei wichtigen Personalentscheidungen durch Rückübertragungder Kompetenzen bei wichtigen Personalentscheidungen auf denBürgermeister und den Vorstand der Stadtwerke, keine Erhöhung derGewerbesteuer, Sicherung der Substanz des kommunalen Vermögens.34| Wahlprogramm 2009 bis 2014


2. ABSCHNITT: DAS INNOVATIVE HÜRTHUnsere Ziele:Die Modernisierung der Stadtverwaltung und Motivation derBeschäftigten, z. B. durch Weiterbildungsangebote, ist ein ständigerProzess, damit die Stadtverwaltung ihre Aufgaben bürgerorientiert, aufgabengerecht,effizient und zielorientiert wahrnimmt und für Zukunftsaufgabengut aufgestellt ist. Zusätzlich halten wir die Einrichtung einesControllings in der Stadtverwaltung für zwingend erforderlich. Dies auchvor dem Hintergrund, dass mit dem Neuen Kommunalen Finanzmanagement(NKF) nunmehr verstärkt betriebswirtschaftliche Instrumente auchin der Stadtverwaltung Einzug halten.Wir Sozialdemokratenhalten die von der CDU/FDP-Landesregierungvorgenommene einschneidendeKürzung derMitbestimmungsrechte derPersonalvertretung für völligfalsch. Deshalb soll einWeg gefunden werden, dieMitbestimmung der Beschäftigtenauf Basis einerfreiwilligen Vereinbarungwieder auszuweiten.Foto: HürthSPDFrauen und Männermüssen in der Verwaltunggleiche Chancenhaben. Heute sind bereitssechs Amtsleitungen mitFrauen und zehn mit Männernbesetzt. Eine familienfreundlicheArbeitsweltzeichnet sich durcheinen vertretbaren Anteilan Teilzeitarbeitsplätzenaus. Diesen wollen wirgewährleisten. Wir wollenWahlprogramm 2009 bis 2014 | 35


2. ABSCHNITT: DAS INNOVATIVE HÜRTHprüfen, ob und wie bei entsprechendem Bedarf eine flexible Kinderbetreuungfür die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Rathauses undgegebenenfalls des Einkaufszentrums gestaltet werden kann.In einer vernetzten Welt werden die Kommunen in Zukunft viele Aufgabenbesser und effizienter gemeinsam lösen können (siehe GemeinsameBehördennummer D 115). Wir werden daher die Verwaltung ermuntern,weitere Sparpotenziale durch Zusammenarbeit mit anderen Kommunen zunutzen, wie zum Beispiel bei der Beschaffung von Anlagen, Geräten undFahrzeugen oder bei der Erbringung von Dienstleistungen. Auch Projekte,die mehrere Städte in der Region betreffen, wie zum Beispiel die Verlagerungdes Großmarktes in Köln, müssen besser abgestimmt werden.Wir werden sicherstellen, dass die Hürther Feuerwehr weiterhin zu denam besten ausgerüsteten und ausgebildeten Feuerwehren im Kreisgehört. Kürzungen bei notwendigen Investitionen wird es mit uns nichtgeben. Die beabsichtigte Gründung einer „Bambini-Feuerwehr“ wird vonuns begrüßt und unterstützt. Bald zu klären ist, ob die Wache in Hermülheimsaniert und ausgebaut oder an anderer Stelle komplett neu errichtetwerden soll.Die Finanzlage der Stadt Hürth hängt wesentlich von der wirtschaftlichenKonjunktur und der Wertschöpfung der Hürther Unternehmen ab. Wirstreben an, das strukturelle Defizit weiter zu senken und Nettoneuverschuldungenzu vermeiden. Die Möglichkeiten, auf der EinnahmeseiteEinfluss zu nehmen, sind begrenzt. Die Veräußerung von städtischenBeteiligungen und anderem Vermögen um jeden Preis zur finanziellenSanierung der Stadtkasse lehnen wir ab. Als Voraussetzung für einesolide und verlässliche Haushaltsführung ist es erforderlich, dass Kreis,Land und Bund ihren Beitrag dazu leisten, die finanzielle Handlungsfähigkeitder Städte zu erhalten, und nicht immer wieder durch neueVorgaben ohne entsprechende Finanzierung den Handlungsspielraumder Stadt einschränken. Wir werden darauf achten, dass die künftigenGenerationen nur in dem Umfang belastet werden, der auch dem für siegeschaffenen Nutzungsmöglichkeiten entspricht.36| Wahlprogramm 2009 bis 2014


2. ABSCHNITT: DAS INNOVATIVE HÜRTHFoto: HürthSPDKompetent und bürgernah. Walther Boecker muss Bürgermeister bleiben!Wahlprogramm 2009 bis 2014 | 37


3. ABSCHNITT: IHRE KANDIDATENHans-Peter BerfWahlbezirk 01:Stotzheim/SielsdorfMichael KleofaszWahlbezirk 02:Alstädten-Burbach I /Hermülheim ISabine FaßbenderWahlbezirk 03:Alstädten-Burbach IIBert ReinhardtWahlbezirk 04:Gleuel ICarol FuchsWahlbezirk 05:Gleuel IISilvia LemmerWahlbezirk 06:Gleuel III/ Berrenrath IManfred SchmitzWahlbezirk 07:BerrenrathKarl-Heinz AußemWahlbezirk 08:Alt-Hürth I / KnapsackPeter Ch. NeuWahlbezirk 09:Alt-Hürth IIGünter ReinersWahlbezirk 10:Alt-Hürth IIIKlaus LennartzWahlbezirk 11:Hermülheim II38| Wahlprogramm 2009 bis 2014


3. ABSCHNITT: IHRE KANDIDATENEvelyn ButzWahlbezirk 12:Hermülheim IIIDavid BoventerWahlbezirk 13:Hermülheim IVRudolf KarolusWahlbezirk 14:Hermülheim V /KalscheurenMargit ReisewitzWahlbezirk 15:Hermülheim VIGabriele FrechenWahlbezirk 16:Efferen IBrigitte SturmWahlbezirk 17:Efferen IIStephan RennerWahlbezirk 18:Efferen IIIGerald WolterWahlbezirk 19:Efferen IVPeter BergerWahlbezirk 20:KendenichPatrick HansenWahlbezirk 21:Fischenich IGoran PrzevskiWahlbezirk 22:Fischenich IIWahlprogramm 2009 bis 2014 | 39

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