Download PDF - Ergin Finanzberatung

ergin.ag

Download PDF - Ergin Finanzberatung

Kapitalmarktperspektiven • Aktuelles aus der Fondsbranche • Fundamentales• Herausgeber: ERGIN Finanzberatung Luisenstr. 7, 80333 München, Tel 089 54 50 59 60, Fax 089 54 50 59 62• Informationsblatt für Kunden • 3. Jahrgang • Ausgabe Nr. 3 • November 98 • erscheint quartalsweiseAbwärtstrend ist gestopptDie Optimisten kehren zurückBis Anfang Oktober überlagerten dieUnsicherheiten über die weitere Entwicklungin Asien und Rußland die Weltaktienmärkteund führten zu heftigen Turbulenzen.Befürchtungen über die Gewinn- undKonjunkturentwicklung verunsicherten dieAnleger. Zu den alten Problemen (Asien,Rußland, Südamerika) gesellten sich einweiterer Unsicherheitsfaktor, dieSchwierigkeiten um den Hedge-Fonds LongTerm Capital Management. Dies brachteweltweit besonders die Kurse der Bankaktienund anderer Finanzinstitutionen unter Druck.Die Korrektur begann in USA am Freitag,den 17. Juli und darauf folgenden Montaghat auch die europäischen Börsen gefaßt.Für die USA markierten die Tiefstkurse vomMonatsende August. Der Korrektur vonHöchstkursen bei Dow Jones war um ca.20 %, während es in Deutschland undEuropa bis Anfang Oktober zu weiterenschweren Kurseinbrüchen kam, die z.B. denDax um ca. 38 % unter das Niveau von EndeJuli drückten. Seit den letzten Tiefskursenhaben sich bis Anfang November Dow Jonesca. um % und Dax ca. um erholt.In Europa drückten die folgenden Faktorenzusätzlich auf die Kurse: größereKurssteigerungen als in den USA in denersten 7 Monaten des Jahres, eine höhereMarktbewertung gegenüber den USA, einehöhe Gewichtung der Bankaktien inAktienindizes und möglicherweise derAusgang der Bundestagswahl.Nicht zuletzt hat wahrscheinlich dieÄußerung von Herrn Tietmeyer nach derZinssenkung durch die amerikanischeNotenbank, daß er für Europa keineNotwendigkeit für Zinssenkungen sieht, zuden europäischen Kursrückgängen bisAnfang Oktober beigetragen. Seitdemsteigen die Kurse wieder fast auf allenMärkten. Es ist um so wichtiger, in dieserPhase auf die Märkte und Branchen zuschauen, die sich nach dieser emotionalenBörsenphase wider durchsetzen werden.Wie geht es weiter ?• Keine Rezession in Europa und den USA.Weder Europa noch die USA steuern ineine Rezession.• Keine generellen Gewinneinbrüche.Gewinnenttäuschungen bei einzelnenUnternehmen werden nicht zu einemallgemeinen Gewinnrückgang führen.• Niedrige Inflation führt zu steigendenRealeinkommen der Konsumenten. Dieweiterhin sinkenden Inflationsratenerhöhen die reale Kaufkraft derKonsumenten und stabilisieren damit dieKonjunkturentwicklung.• Die weiter gesunkenen Rentenrenditenarbeiten für die Aktien. (4,17 % für 10-jährige Bundesanleihen, 4,71 % für 10-jährige US-Anleihen am 04.11.). Darausergibt sich aktuell für den DAX eineUnterbewertung von ca. 15 %, für US-Aktien von ca. 5 %.• Die internationale Notenbanken werdenallmählich aktiv. Eine Zinssenkung inJapan, USA, Kanada, Hongkong undGroßbritannien, Italien ist schon erfolgt.Die Zinssenkungsrunde wurde am 3.


November von Spanien, Portugal undSchweden fortgesetzt. Der neueFinanzminister Oscar Lafontain versuchtdie Bundesbank dazu bewegen, vor Endedes Jahres auch die Zinsen inDeutschland zu senken. Wahrscheinlichwerden die anderen europäischen Länderdie Zinsen noch in diesem Jahr senken.Die US-Notenbank hat einen ersten Schrittmit einer Senkung des Federal Funds Satzesvon 5,5 % auf 5,25 % vorgenommen.Inzwischen hat die US-Notenbank mit demzweiten Zinsschritt in diesem Jahr diedepressive Stimmung aus den Märktengenommen. Diesmal hatte Fed-Chef AlanGreenspan nach den Konsultationen mit denMitgliedern des Offenmarktausschusses eineSenkung des Diskontsatzes von 5 % auf43/4 % sowie des Tagesgeldsatzes von 5¼ %auf 5 % verfügt. Wir gehen davon aus, daßein weiteres Zinssenkungspotential vonmindestens 2 % in den nächsten 6 Monatenbesteht. In den USA liegen ca. 4,5 BillionenUS $ in Geldmarktfonds. Ein Teil diesesGeldes wird in den Rentenmarkt und denAktienmarkt fließen. Ein kleiner Hakenexistiert hier. Historisch hat die ersteZinssenkung meistens nicht bewirkt, diezweite häufig einen Anstoß gegeben, diedritte mit Sicherheit gewirkt. Wir werdendiesen 3. Schritt vor Weihnachten sehen.In Europa ist das Zinssenkungspotentialgeringer. Die Bundesbank wird sichwahrscheinlich nicht bewegen, aber dieLänder, deren Leitzinsen noch über dendeutschen liegen, werden diese bis zumJahresende auf den deutschen Satz (3,3 %)senken. Der erste Zinsschritt derEuropäischen Zentralbank, die am 1. Januar1999 ihre Arbeit aufnimmt, wird vermutlicheine Senkung sein.Unsere Prognose: Nachdem Jahresendrallyeerwarten wir eine Korrektur, da die Märktewieder über das Ziel geschossen haben. Daswird aber den positiven langfristigen Trendnicht beeinflussen. Wir bevorzugen weiterhindie Hauptmärkte. Europa soll im Depotübergewichtet werden. Die mutigen könnenin Japan die ersten Positionen aufbauen.Market Update von INVESCOEUROPA: Nachdem der STOXX-IndexAnfang Oktober seinen gesamtenJahresgewinn verlor, kam es kurz darauf zueinem Ausverkauf, in dessen Verlauf dieTiefstände von Oktober 1997 nahezugetestet wurden. Der Ausverkauf erfolgteunter hohen Umsätzen. Der Markt wardanach sowohl lang als auch kurzfristigüberverkauft. Zudem reflektierte daserreichte Niveau eine 50 % Korrektur desseit 1994 bestehenden Aufwärtstrend. Damitwurde ein signifikanter Boden gebildet. Dieanschließende Gegenbewegung führte untereiner wenig unterstützenden Umsatzentwicklungbisher an den ersten Widerstandum 360 Punkte. Der kurzfristige steileAbwärtstrend wurde nach obendurchbrochen. Ein Anstieg bis auf dasNiveau von 375 bis 400 Punkten istmittelfristig möglich. Allerdings ist kurzfristigmit einer Verschnaufpause zu rechnen.USA: Der Dow Jones Industrial Averageetablierte in den letzten Wochen eineninteressanten Doppelboden. Die Umsätze umdie Tiefpunkte lagen auf hohem Niveau, sodaß ein gewisser Ausverkauf stattgefundenhat. Bei der Ausbildung des zweiten Bodenskam es zu einer Trendumkehr. ImTagesverlauf wurde der bisherige Tiefpunktunterschritten, allerdings könnte der Indexam Tageshoch schließen. Von überverkauftenlang und kurzfristigen Niveausowie extremen Pessimismus unterstützt,konnte in der nachfolgenden Erholung mehr


als die Hälfte der seit Juli erlittenen Verlustewieder aufgeholt werden. Die Umsatzentwicklungwar unterstützend, dieMarktbreite neutral bis positiv. Allerdingsliegt auf dem Niveau um 8600 Punkte dernächste Widerstand. Ein Abgleiten bis aufdas Niveau um 8200 Punkte ist nichtabzuschließen.JAPAN: Nach erfolgtem Durchbruch desNikkei-Index durch die während der letztenfünf Jahre behauptete Unterstützung bei14000 Punkten kam es zu einem schnellenVerfall um weitere 1000 Punkte. Ausgehendvon der nun langfristig und kurzfristigüberverkauften Situation setzte eineErholung ein, welche den Index in die Nähedes nun als Widerstand fungierendenNiveaus von 14200 Punkten brachte. Zudemliegt zur Zeit die obere Begrenzung deskurzfristigen Abwärtstrends ebenfalls aufdiesen Niveau. Aus technischer Sicht kannnoch keine Entwarnung gegeben werden.WÄHRUNGSUNIONErste Stufe: Frühjahr 1998 / Januar 1999• 11 der 15 EU-Mitgliedsländer werden dieersten Teilnehmer an der EWU sein• Großbritannien, Dänemark, Schweden entschiedensich, zunächst nicht teilzunehmen• Griechenland erfüllt mit einem Haushaltsdefezitvon über 3 % des BIP nicht dieAufnahmekriterien• Der Aufbau der Europäischen Zentralbank(EZB) wird vorbereitet• Wim Duisenberg wird im Mai 1998 als ersterPräsident der EZB ernannt, allerdings erstnach einem Ringen zwischen Frankreich undHolland um den Posten• Beim EU-Gipfel im Mai 1998 werden die ab1.1.1999 geltenden Wechselkurse festgelegtZweite Stufe: Januar 1999 / Januar 2002• Im Januar 1999 werden die Wechselkurse deran der EWU teilnehmenden Länderunwiderruflich gesetzlich festgelegt• Die vom Europarat festgelegten Kurseumfassen sowohl die Teilnehmerländer alsauch diejenigen EU-Länder, die bislang nochnicht beigetreten sind• Der EURO wird in den Teilnehmerländer zumgesetzlichen Zahlungsmittel• Die EZB ist für die Festsetzung der Zinssätzeinnerhalb der EWU zuständig• Die nationalen Zentralbanken werden zuFilialen der EZB• Preisstabilität ist das Hauptziel der EZB• Die EZB und die nationalen Zentralbankenwerden Schwankungen der Wechselkursedurch Stützungskäufe ausgleichen sofern sienicht die Preisstabilität innerhalb des EURO-Gebietes bedrohen• Die EURO-Geldscheine und -Münzen werdenhergestellt, aber noch nicht in Umlaufgebracht• Der EURO wird hauptsächlich im Banken- undFinanzsektor verwendet• Aktien und Rentenpapiere können in EUROnotiert und gehandelt werden• Die nationalen Währungen bestehen parallelzum EURO weiter, verlieren jedoch nach undnach an BedeutungDritte Stufe / EWU: Januar / 30.06.2002• Die EWU wird für die Bevölkerung derTeilnehmerstaaten zur täglichen Realität


NE- und EDELMETALLEin LondonMG Base Metall Index: 122,11 î1 Feinunze Gold: 294,90 $ è1 Feinunze Silber: 328,99 p ê

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine