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BWS-MAGAZIN 01 I 12 - Behindertenwerk Spremberg

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B W S - M A G A Z I N 0 1 I 1 2<br />

Sinnesgarten<br />

B E S T Ä N D I G K E I T . W E R T S C H Ä T Z U N G . S O Z I A L E K O M P E T E N Z


BESTÄNDIGKEIT . WERTSCHÄTZUNG . SOZIALE KOMPETENZ<br />

WIR BIETEN PERSPEKTIVE!<br />

BERUFLICHE REHABILITATION FÜR MENSCHEN<br />

MIT PSYCHISCHER BEEINTRÄCHTIGUNG<br />

DAS ERWARTET SIE BEI UNS<br />

• Anerkennung<br />

• Wertschätzung<br />

• Soziale Kontakte<br />

Ihr Wiedereinstieg<br />

ins Arbeitsleben<br />

ist Ihnen wichtig? ...<br />

... Dann kommen Sie<br />

zu uns!<br />

„Wege entstehen dadurch,<br />

dass man sie geht“<br />

(Franz Kafka)<br />

Informationen und Beratung erhalten Sie<br />

in unserer Geschäftsstelle:<br />

Zentrum für Arbeits- und<br />

Berufsförderung (ZAB)<br />

Dianaweg 2 • 03130 <strong>Spremberg</strong><br />

Telefon: 03563 98 98 910<br />

03563 345-104<br />

Ansprechpartnerin: Djanin Penne<br />

<strong>BWS</strong> <strong>Behindertenwerk</strong> GmbH<br />

Telefon: 03563 342-171<br />

Telefax: 03563 342-199<br />

info@bws-spremberg.de<br />

www.bws-spremberg.de<br />

Sinnesgarten | <strong>01</strong> 2<strong>01</strong>2 Inhalt 3<br />

Editorial<br />

Liebe Leserinnen und Leser,<br />

der Sommer ist da, wir sind wieder aktiver und das <strong>BWS</strong> kommt richtig<br />

in Form.<br />

Wie leistungsstark wir sind, wollen wir Ihnen mit einigen Beiträgen<br />

im „Sinnesgarten“ deutlich machen, auch dass einige Pflänzchen gut<br />

angewachsen sind.<br />

Vielfältige Aktivitäten und neue fachliche Konzepte zeichnen das<br />

erste Halbjahr 2<strong>01</strong>2 aus.<br />

Vor einem Jahr habe ich Ihnen an dieser Stelle bereits angekündigt,<br />

dass wir die inhaltliche Arbeit unserer Berufsförderung anspruchsvoller<br />

gestalten werden. Dafür haben wir jetzt mit der Erweiterung des<br />

ZAB am Dianaweg und der begonnenen Umsetzung unseres Fachkonzeptes<br />

die Weichen gestellt.<br />

Zunehmend tragen wir unser Konzept – besonders auch eine Einrichtung<br />

für Blinde und Sehbehinderte zu sein – in die Öffentlichkeit.<br />

Dabei sind solche Aktivitäten, wie die Kooperation mit Schulen und<br />

Bildungsträgern zur Nutzung unseres Dunkelraumes, unsere Multiplikatorenarbeit,<br />

aber auch die Weitergabe praktischer Erfahrungen<br />

durch Betroffene selbst ganz wichtig.<br />

Ein herausragender Termin ist für uns dabei dieses Jahr die Teilnahme<br />

am VBS-Kongress Ende Juli in Chemnitz, an dem wir als <strong>BWS</strong> bei vielfältigen<br />

Workshops, Seminaren und Präsentationen unsere Arbeit<br />

darstellen und anderen Fachkräften vermitteln. Wir werden dazu in<br />

der nächsten Ausgabe berichten.<br />

Werkstätten für Behinderte werden auch künftig gebraucht, müssen<br />

sich aber dem Wettbewerb stellen und in ihren Angeboten und ihrer<br />

Struktur neu ausrichten.<br />

Eine Werkstatt kann ihren Auftrag gut und zukunftssicher erfüllen,<br />

wenn sie eine Vielzahl an Angeboten und Inklusionswegen bereithält.<br />

Unsere <strong>BWS</strong>-Werkstatt stellt sich immer wieder den neuen Anforderungen<br />

und Gegebenheiten.<br />

Für die Menschen, die den Weg nach außen nicht gehen können<br />

oder wollen, haben wir die Verantwortung und die Pflicht, wirtschaftlich<br />

gefragte Arbeit unter möglichst arbeitsmarktnahen Bedingungen<br />

anzubieten. Dies tun wir, indem wir im Wettbewerb agieren,<br />

unternehmerisch denken und handeln, mit Drang zur Innovation und<br />

getragen von der Idee der Inklusion.<br />

Damit erfüllen wir den gesetzlichen Auftrag, Menschen mit Behinderung,<br />

die auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt keine Chance haben,<br />

die Teilhabe am Arbeitsleben zu ermöglichen.<br />

Unsere Wohnstätten agieren stabil. Die MitarbeiterInnen leisten eine<br />

Vielzahl an Aktivitäten auch über ihr unmittelbares Umfeld hinaus.<br />

Sei es bei der nun schon traditionellen Teilnahme am Rennsteiglauf<br />

oder bei kreativen Arbeiten im Rahmen des Kunstprojektes.<br />

Einen Namen in <strong>Spremberg</strong> hat sich inzwischen auch unser jüngstes<br />

Kind, der ambulante Pflegedienst, gemacht. Die MitarbeiterInnen<br />

des ambulanten Pflegedienstes bringen die Erfahrungen, die wir<br />

schon über die Jahre in der stationären Pflege gesammelt haben, nun<br />

auch zum Wohle ihrer Patienten in diese Pflegeform in den beiden<br />

Unternehmen des <strong>BWS</strong> mit ein.<br />

Sommerzeit ist auch Urlaubszeit. Ich wünsche Ihnen erholsame<br />

Ferien. Kommen Sie gesund durch den Sommer.<br />

Ihr<br />

Olaf Taubenek<br />

Geschäftsführer<br />

04 NEUE GESICHTER<br />

06 WIR BIETEN PERSPEKTIVE<br />

13 DIE WELT MIT ANDEREN<br />

AUGEN SEHEN<br />

15 NEUE ERFAHRUNGEN<br />

SONSTIGE THEMEN:<br />

04 Für die Werkstatt auf Tour<br />

05 Goldmedaille beim Rennsteiglauf<br />

08 Zu Gast bei Familie Hagitte<br />

10 Arbeitsschutz im <strong>BWS</strong><br />

11 Sportlich aktiv trotz Handicap<br />

<strong>12</strong> Markt der Begegnungen<br />

14 Kreatives Gestalten<br />

16 Unser Tag in Kolkwitz<br />

17 Herzlichen Glückwunsch Herr Werdin<br />

18 Flugtag in Welzow<br />

19 Ausbildung zur Altenpflegerin<br />

20 Sportfest<br />

21 Landesberatungszentrum „Sehen“<br />

22 Pilates<br />

23 Wir sind für Sie da!<br />

Inhalt


4 Sinnesgarten | <strong>01</strong> 2<strong>01</strong>2<br />

Sinnesgarten | <strong>01</strong> 2<strong>01</strong>2 5<br />

„Neue Gesichter“ im <strong>BWS</strong><br />

Uns sollten Sie kennen!<br />

Swen Scholtka<br />

ist seit 21.11.2<strong>01</strong>1 im Bereich Technik als Handwerker vertretungsweise<br />

für einen langzeiterkrankten Kollegen<br />

tätig.<br />

Durch seine fachpraktischen Erfahrungen ist er auf handwerklichem<br />

Gebiet gemeinsam mit seinem Kollegen,<br />

Herrn Andreas Kautz, neben geplanten Instandhaltungsmaßnahmen<br />

auch der „Helfer in der Not“ für Reparaturaufträge.<br />

Außerdem erhalten unsere Werkstattbeschäftigten,<br />

die den Bereich Technik unterstützen, durch Herrn<br />

Scholtka fachliche Anleitung.<br />

Peter Werchosch<br />

ist seit <strong>01</strong>.<strong>01</strong>.2<strong>01</strong>2 als Fachkraft für Arbeits- und Berufsförderung<br />

im Berufsbildungsbereich in Forst beschäftigt.<br />

Mit seinen jahrelangen Erfahrungen als Lehrausbilder,<br />

komplettiert durch eine rehabilitationspädagogische Zusatzausbildung,<br />

wird Herr Werchosch unsere Werkstattbeschäftigten<br />

auf ihren späteren Einsatz im Arbeitsbereich<br />

vorbereiten und qualifizieren sowie Fähigkeiten und Fertigkeiten<br />

im sozialen und lebenspraktischen Bereich vermitteln<br />

und damit die Teilhabe am Arbeitsleben fördern.<br />

Im ersten Halbjahr konnten wir 13 neue Kolleginnen und Kollegen in unseren beiden Firmen begrüßen. Wir bitten<br />

um Verständnis, dass nicht alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in den letzten Monaten eingestellt wurden,<br />

vorgestellt werden.<br />

Auch an alle hier nicht vorgestellten Kolleginnen und Kollegen nochmals ein herzliches Willkommen in der <strong>BWS</strong> <strong>Behindertenwerk</strong><br />

GmbH bzw. im <strong>Behindertenwerk</strong> <strong>Spremberg</strong> e.V. - <strong>BWS</strong>.<br />

Für die Werkstatt auf Tour<br />

Mein Name ist Ralf Mattußek. Ich wohne hier<br />

in <strong>Spremberg</strong> und kann auf eine 25-jährige<br />

Erfahrung als Berufskraftfahrer zurückblicken.<br />

Die vielen tausende von Kilometern konnte ich dabei immer unfallfrei<br />

zurücklegen.<br />

Im <strong>BWS</strong> begann ich meine Tätigkeit im November 2<strong>01</strong>0. Im Gegensatz<br />

zum Leben auf der Autobahn empfinde ich nun die geregelte<br />

Arbeitszeit als sehr angenehm und familienfreundlich.<br />

Für unser Unternehmen bin ich im Werksverkehr unterwegs. Dazu<br />

zählt die Belieferung von produzierten Artikeln aus unserer Werkstatt<br />

zu den externen Kunden. Zu meinem Verantwortungsbereich<br />

gehört weiterhin eine korrekte Lagerhaltung und das Be- und Entladen<br />

von Logistikunternehmen mit unserem neuen Gabelstapler<br />

unter Beachtung sicherheitstechnischer Aspekte. Selbstverständlich<br />

bin ich auch gern bereit, bei Bedarf in der Werkstatt Unterstützung<br />

zu leisten, um einen reibungslosen Produktionsablauf zu gewährleisten.<br />

Da mir die Arbeit große Freude bereitet, freue ich<br />

mich auch weiterhin auf eine gute Zusammenarbeit mit meinen<br />

Kollegen in der <strong>BWS</strong>-Werkstatt.<br />

Ralf Mattußek<br />

Madleen Lange bringt eine Goldmedaille<br />

vom Rennsteiglauf mit<br />

<strong>Spremberg</strong>erin siegt in ihrer Leistungsgruppe<br />

<strong>Spremberg</strong>: Elf Teilnehmer aus dem <strong>Spremberg</strong>er <strong>Behindertenwerk</strong><br />

sind vor wenigen Wochen im Rahmen des 40. Rennsteiglaufes<br />

beim 13. Spezial-Cross-Lauf von geistig-behinderten Menschen<br />

an den Start gegangen. Sie waren im Alter zwischen 20 und 73 Jahren<br />

und mobil gut drauf.<br />

Am Rennsteiglauf 2<strong>01</strong>2 gingen insgesamt 382 Teilnehmer an den<br />

Start. Die Freude war riesengroß, als alle Teilnehmer aus <strong>Spremberg</strong><br />

mit einer Medaille von diesem sportlichen Event mit Volksfestcharakter<br />

zurückkehrten. Sie belegten in ihren Leistungsgruppen<br />

alle vordere Plätze. Zur erfolgreichsten Läuferin aus<br />

<strong>Spremberg</strong> gehörte Madleen Lange in der Leistungsgruppe 2/AK<br />

30end, die bereits zum zweiten Mal an diesem Cross-Lauf teilnahm.<br />

Die Marathon-Strecke betrug 3,7 Kilometer. Sie kam nach 24 Minuten<br />

und 58 Sekunden ins Ziel. „Im Vergleich zum Vorjahr habe ich<br />

mich verbessert, die Freude war groß. Im nächsten Jahr möchte ich<br />

natürlich dort wieder den Titel verteidigen“, so die 33-jährige<br />

Madleen Lange, die aus der <strong>Spremberg</strong>er Wohngruppe „Haus<br />

Schulhof“ kommt. Sie wurde auch zum Rennsteiglauf von Betreuerin<br />

Bärbel Schmöche begleitet. Die eine Goldmedaille in ihrer Altersklasse<br />

kann Madleen Lange nun mit Stolz tragen.<br />

Läuferin Madleen Lange (links) und Betreuerin<br />

Bärbel Schmöche (rechts) holten<br />

eine Goldmedaille beim Rennsteiglauf.<br />

Foto: mat1<br />

Individuelles Training hilft<br />

Bereits im Vorfeld gab es für die <strong>Spremberg</strong>er<br />

Teilnehmer individuelles Training.<br />

„Unter unseren Teilnehmern hatten wir<br />

auch drei Blinde mit dabei. Diese Teilnehmer<br />

wurden über die vorgeschriebene<br />

Strecke von uns drei Betreuern geführt. Es<br />

ging über Asphalt, Wiesenwege, Berg und<br />

Tal in Neuhaus am Rennweg“, erläutert<br />

Betreuerin Bärbel Schmöche die Besonderheiten.<br />

Insgesamt waren die <strong>Spremberg</strong>er<br />

zum dritten Mal bei diesem großen Event<br />

dabei.<br />

Lausitzer Rundschau<br />

<strong>Spremberg</strong>,18. Mai 2<strong>01</strong>2


6 Unser Thema<br />

Sinnesgarten | <strong>01</strong> 2<strong>01</strong>2<br />

Berufliche Rehabilitation für Menschen mit<br />

psychischen Beeinträchtigungen<br />

Immer mehr Menschen scheiden wegen psychischer Erkrankungen<br />

vorzeitig aus dem Erwerbsleben aus. Seit Beginn<br />

der 90er Jahre stieg der Anteil der Versicherten, die den beruflichen<br />

Anforderungen aufgrund von Depressionen und<br />

anderen Störungen nicht mehr gewachsen sind, um mehr<br />

als das Doppelte. Eine Erhebung der Deutschen Rentenversicherung<br />

zeigt, dass derzeit insgesamt ca. ein Drittel der<br />

Berufsunfähigen aufgrund von Nervenkrankheiten aus<br />

dem Arbeitsleben ausgeschieden sind.<br />

Somit sind laut statistischen Analysen der Rentenversicherer<br />

psychische Leiden die mit Abstand häufigste Ursache für<br />

eine Berufsunfähigkeit.<br />

Fachleute erwarten, dass bis zum Jahr 2020 Depressionen<br />

die zweithäufigste Ursache für Krankheit und Behinderung<br />

sein werden.<br />

Auch Werkstätten für behinderte Menschen suchen mittlerweile<br />

in Anbetracht des verstärkten Zuwachses von psychisch<br />

beeinträchtigten Menschen im Rahmen ihres dualen<br />

Auftrages nach geeigneten Konzepten zur Schaffung beruflicher<br />

Rehabilitations- und Arbeitsmöglichkeiten mit<br />

dem Ziel der Vermittlung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt.<br />

In der <strong>BWS</strong>-Werkstatt wurde im Oktober 2005 damit begonnen,<br />

für 15 psychisch beeinträchtigte Menschen, neue<br />

Ausbildungs- und Arbeitsplatzperspektiven zur Wiedereingliederung<br />

in das Arbeitsleben zu schaffen.<br />

Dies stellte uns fachlich vor ganz neue Herausforderungen,<br />

denn dieser Personenkreis unterscheidet sich erheblich von<br />

allen anderen Behinderungen in der Werkstatt und stellt an<br />

das Fachpersonal hohe spezifische Anforderungen auf der<br />

Ebene des Wissens über Symptomatiken, Krankheitsursachen<br />

und -verlauf sowie auf der Ebene des fachgerechten<br />

und kompetenten Umgangs mit diesen Menschen.<br />

Unsere Mitarbeiter sahen sich in dieser Herausforderung<br />

bestärkt, qualifizierten sich mit Hilfe von Fachliteratur, besuchten<br />

Fortbildungen und traten in engen Kontakt und Erfahrungsaustausch<br />

mit den Sozialpädagogen und Fachärzten<br />

der Tagesklinik des <strong>Spremberg</strong>er Krankenhauses.<br />

Zudem arbeiteten sie im Team zielstrebig, motiviert und<br />

stetig an der Umsetzung und Verbesserung der inhaltlichen<br />

und räumlichen Rahmenbedingungen, die anfangs im Wiesenweg<br />

58, in <strong>Spremberg</strong>, in unmittelbarer Nähe zum geistig<br />

behinderten Klientel, keinesfalls den Erwartungen aller<br />

Beteiligten entsprachen.<br />

In persönlichen Gesprächen und im Rahmen unserer jährlichen<br />

Kundenbefragungen wurde uns dann von diesem<br />

Klientel bescheinigt, dass unsere Arbeitsplätze längst nicht<br />

mehr attraktiv und räumlich viel zu beengt seien.<br />

Dies erforderte wiederum ein Umdenken und<br />

schnelles Handeln hinsichtlich der Schaffung<br />

neuer räumlicher Gegebenheiten, die jedoch mit<br />

Kapazitäten zu hinterlegen waren. In Anbetracht<br />

wachsender Zugangszahlen ist dies kein Hindernis<br />

für eine inhaltliche Neuorientierung zur<br />

Schaffung verbesserter Ausbildungsbedingungen<br />

für die Teilnehmer im Berufsbildungsbereich<br />

sowie Arbeitsbedingungen für das Klientel mit<br />

einer psychischen Beeinträchtigung.<br />

Durch die Geschäftsleitung wurde dann innerhalb<br />

der Stadt <strong>Spremberg</strong> nach geeigneten Immobilien<br />

zur Erweiterung unserer räumlichen Kapazitäten<br />

gesucht.<br />

Im ehemaligen Penny - Einkaufsmarkt, im Dianaweg<br />

2, in <strong>Spremberg</strong>, fand man schließlich einen<br />

geeigneten Standort zur Umsetzung unseres Vorhabens.<br />

Der Um- und Ausbau wurde wieder in enger Zusammenarbeit<br />

mit dem Ing.- und Architekturbüro<br />

Brückner realisiert und am 10.05.2007 wurde feierlich<br />

der Schlüssel für die künftige Nutzung des<br />

Gebäudes als Zentrum für Arbeits- und Berufsförderung<br />

(ZAB) übergeben.<br />

Lieber wäre uns natürlich damals schon gewesen,<br />

das Objekt im Dianaweg 2, ausschließlich nur für<br />

unsere psychisch beeinträchtigten Menschen vorzuhalten,<br />

doch letztendlich ist ein Projekt dieser<br />

Größenordnung auch immer eine Finanzierungsund<br />

Auslastungsfrage.<br />

Nichts desto trotz, arbeiteten wir im Rahmen unserer<br />

Möglichkeiten engagiert an der Unterstützung<br />

unseres Kliente zum Wiedereinstieg<br />

oder der Rückkehr ins Arbeitsleben. Unsere Fachkräfte<br />

vor Ort bemühen sich täglich, Angebote<br />

zur Stärkung sozialer und beruflicher Kompetenzen<br />

zu unterbreiten, stehen zudem in allen behördlichen<br />

Fragen beratend und unterstützend<br />

zur Seite und vermitteln jedem Einzelnen das Gefühl<br />

der Anerkennung, Achtung und Wertschätzung.<br />

Heute können wir einschätzen, dass sich unsere<br />

Bemühungen und die fachlich professionelle Arbeit<br />

unserer MitarbeiterInnen gelohnt haben,<br />

denn inzwischen unterstützen und begleiten wir<br />

bereits 40 Klienten bei ihrem Wiedereinstieg in<br />

das Arbeitsleben.<br />

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Sinnesgarten | <strong>01</strong> 2<strong>01</strong>2 Unser Thema 7<br />

Durch die stetige Erweiterung unseres Auftragsvolumens<br />

und den damit verbundenen Arbeitsplatzangeboten<br />

sowie der Anforderungen der<br />

Bundesagentur für Arbeit hinsichtlich der fachgerechten<br />

Umsetzung unseres neuen Fachkonzeptes<br />

für das Eingangsverfahren und den Berufsbildungsbereich,<br />

gab es in unserem Unternehmen<br />

abermals strategische Überlegungen, die berufliche<br />

Qualifikation auf ein höheres Niveau zu stellen.<br />

Daraus resultierend, wurde im Sommer 2<strong>01</strong>1,<br />

nochmals über die Planung und den Umbau angemieteter<br />

Räumlichkeiten im Dianaweg für den<br />

Berufsbildungsbereich entschieden.<br />

Diese Entscheidung fand nicht nur regen Zuspruch<br />

bei unseren Fachkräften, Ausbildungsteilnehmern<br />

sowie deren Angehörigen und Betreuern<br />

sondern letztendlich auch bei den zuständigen<br />

Ämtern, Arztpraxen und Institutionen.<br />

Kontrastreich und farblich aufeinander abgestimmt<br />

präsentierten wir zur Eröffnungsveranstaltung<br />

am 27.<strong>01</strong>.2<strong>01</strong>2 der breiten Öffentlichkeit<br />

unsere neuen Fachkabinette.<br />

Im Zuge dessen ist es uns auch gelungen, die<br />

Möglichkeiten zur beruflichen und sozialen Rehabilitation<br />

für unsere psychisch beeinträchtigten<br />

Menschen zu verbessern, denn auch im Dianaweg<br />

2 wurden die Räumlichkeiten unter Beachtung<br />

der Besonderheiten umgestaltet.<br />

An dieser Stelle gilt unser Dank unserem Mitarbeiter,<br />

Herrn Daniel Glaser, der zusammen mit<br />

den Werkstattbeschäftigten ein goldenes Händchen<br />

hatte und sowohl Trockenwände einzog,<br />

Regale aufbaute und die erforderlichen Malerarbeiten<br />

erledigte.<br />

Somit können wir nun den Erwartungen fachkompetent<br />

entsprechen und künftig die beruflichen<br />

Rehabilitationsmaßnahmen für dieses Klientel<br />

ausschließlich im ZAB – Dianaweg 2 anbieten.<br />

Unter geschützten Bedingungen können sie hier<br />

ihre Belastungsfähigkeit erproben, ihre Leistungsfähigkeit<br />

entwickeln, wiedergewinnen<br />

oder stabilisieren.<br />

Ein weiteres Ziel besteht darin, diesen Personenkreis<br />

durch angepasste Arbeit Anerkennung und<br />

soziale Absicherung zu verschaffen, ihrem Alltag<br />

Struktur zu geben und ihnen soziale Kontakte zu<br />

ermöglichen.<br />

„Wege entstehen dadurch, dass man sie geht“<br />

Wir sind froh, dass sich der lange Weg bis zur Verwirklichung<br />

unserer Pläne gelohnt hat und stolz<br />

auf das Erreichte.<br />

Unser Dank dafür gilt in erster Linie der Geschäftsleitung<br />

und den Vorstandsmitgliedern, die<br />

unser Vorhaben mitgetragen und in der fachlichen<br />

Umsetzung eine Neuausrichtung und Verbesserung<br />

unseres <strong>BWS</strong> - Bildungssystemes sehen.<br />

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Ramona Debowski


8 Sinnesgarten | <strong>01</strong> 2<strong>01</strong>2<br />

Sinnesgarten | <strong>01</strong> 2<strong>01</strong>2<br />

Zu Gast bei Familie Dr. Hagitte<br />

Vor einigen Jahren feierten Sandy und Andreas Walther von<br />

der Stationär Betreuten Wohngruppe „Haus Trattendorf“<br />

ihre Hochzeit. Unter den Hochzeitsgästen waren natürlich<br />

auch die Familienangehörigen. Sie lernten unsere Wohneinrichtung<br />

kennen und hatten großen Respekt vor unserer<br />

täglichen Arbeit mit den behinderten Menschen. Da sich<br />

die Familie sehr im sozialen Bereich engagiert, folgten wir<br />

im Jahr 2<strong>01</strong>0 erstmals einer Einladung nach Bischofsheim.<br />

In diesem Jahr verbrachten wir zum wiederholten Mal im<br />

April ein paar schöne Tage bei der gastfreundlichen Familie.<br />

Das Örtchen Bischofsheim an der Rhön liegt in Franken<br />

und ist ein Wander- und Winterparadies und bietet Naturliebhabern<br />

Ausblicke, wie sie sonst nur selten zu erleben<br />

sind. Am 23. April wurden wir am Nachmittag bereits mit<br />

Kaffee und Kuchen herzlich empfangen. Mit Blumen und<br />

dem Kochbuch vom <strong>BWS</strong> bedankten wir uns für die Einladung.<br />

Nach der Kaffeerunde bezogen wir unser Quartier<br />

im Haus. Wir fanden alle auf unseren Kopfkissen ein süßes<br />

Willkommensgeschenk. Leider spielte das Wetter nicht so<br />

mit, wie wir es uns eigentlich verdient hätten. Aber wir<br />

machten das Beste daraus und planten dementsprechend<br />

unsere Ausflüge. So fuhren wir am ersten Tag nach Fulda<br />

und besuchten dort den Dom und die historische Innenstadt.<br />

Am Nachmittag ging es zur nahe gelegenen Wasserkuppe,<br />

deutschlandweit bekannt als „Berg der Flieger“. Die<br />

Rhön zählt übrigens zu den führenden Flugsportgebieten<br />

in Deutschland. Nach einem ereignisreichen Tag wurden<br />

wir am Abend mit einer selbstgemachten Gemüselasagne<br />

kulinarisch verwöhnt. In gemütlicher Runde planten wir die<br />

nächsten Ausflüge, hierbei wurden wir von unserer Gastfamilie<br />

zeitweise begleitet und somit stets gut beraten.<br />

Das nächste Ausflugsziel sollte der Kreuzberg<br />

sein. Als Wallfahrtsort weist er eine jahrhundertealte<br />

Tradition auf, die ihn den Beinamen „Heiliger<br />

Berg der Franken“ einbrachte. Der Kreuzberg<br />

zählt zu den beliebtesten Ausflugszielen in der<br />

Rhön. Wir benötigten gute 90 Minuten für den<br />

Aufstieg von 928 Metern. Oben angekommen,<br />

war der mühsame Aufstieg bei einem sensationellen<br />

Ausblick und einem von Mönchen selbstgebrautem<br />

Schwarzbier und leckerem Essen<br />

schnell vergessen. Den letzten Tag gingen wir<br />

etwas ruhiger an und fuhren nach Bad Neustadt.<br />

Wir besichtigten die alte Stadtmauer und die örtliche<br />

Kirche, die besonders für Herrn Mahr interessant<br />

war. Am Nachmittag gingen wir noch auf<br />

Shoppingtour. Alle fanden für die Lieben zu<br />

Hause ein kleines Mitbringsel. Zum Abschluss<br />

schleckten wir noch ein Eis und besuchten am<br />

Abend den Chinesen für das Abschiedsessen. Natürlich<br />

hatten wir unsere Gastfamilie mit dabei.<br />

Viel zu schnell waren die schönen Tage vorbei,<br />

und wir mussten am Freitag wieder den Heimweg<br />

antreten. Wir möchten uns bei der Familie Hagitte<br />

recht, recht herzlich für die schönen Urlaubstage<br />

und die tolle Gastfreundlichkeit bedanken<br />

und freuen uns schon auf ein Wiedersehen.<br />

Heike Mader<br />

Faschingsimpressionen<br />

9


10 Sinnesgarten | <strong>01</strong> 2<strong>01</strong>2<br />

Sinnesgarten | <strong>01</strong> 2<strong>01</strong>2<br />

11<br />

ARBEITSSCHUTZ<br />

wird im <strong>Behindertenwerk</strong> groß geschrieben<br />

Seit nunmehr 5 Jahren betreut das Ingenieurbüro<br />

G. Schlodder das gesamte <strong>BWS</strong> in Arbeitsschutzbelangen.<br />

Das sind 260 Mitarbeiter in der Verwaltung, der<br />

Werkstatt für Behinderte mit 8 Betriebsstätten, in<br />

6 dezentralen Wohnstätten, dem Pflegeheim und<br />

mehreren Objekten der Frühförderung, des Ambulanten<br />

Pflegedienstes und dem Betreuten<br />

Wohnen. Mit den ganz spezifischen Anforderungen,<br />

die sich bei der Assistenz, Betreuung, Förderung,<br />

Ausbildung, Arbeit und der Pflege von über<br />

900 behinderten Menschen ergeben.<br />

Ihm zur Seite stehen interne Arbeitsschutzbeauftragte<br />

in den verschiedenen Bereichen.<br />

Über die Jahre hat sich eine sehr konstruktive Zusammenarbeit<br />

ergeben. Das schlägt sich auch in<br />

der gegenseitigen Akzeptanz und der geringen<br />

Zahl an Unfällen nieder.<br />

Das gesamte Management wird im <strong>BWS</strong> elektronisch<br />

in QUAM – Organisationsinformationssystem<br />

gepflegt.<br />

Q – Qualitätsmanagement<br />

U – Umweltmanagement<br />

A – Arbeitssicherheit<br />

M – Managementregularien<br />

Seitens der Geschäftsleitung wird dem Wohl der<br />

MitarbeiterInnen und unserer zu betreuenden<br />

Personen großer Wert beigemessen.<br />

Das Ingenieurbüro ist bereits seit 1993 als Dienstleister<br />

für Firmen und öffentliche Auftraggeber<br />

in Sachen Arbeitsschutz, Gesundheitsschutz,<br />

Brandschutz und Sicherheit von Betriebsmitteln<br />

aktiv.<br />

Ziel der gesamten Tätigkeit ist es, den Firmen und<br />

Unternehmungen bei der Gewährleistung von Sicherheit<br />

und Gesundheitsschutz für die Beschäftigten<br />

während der Arbeit zu unterstützen.<br />

Ein besonderer Schwerpunkt in der Tätigkeit vom<br />

Ingenieurbüro ist die Unterstützung von Führungskräften<br />

im Unternehmen bei der Erfüllung<br />

der gesetzlichen Vorgaben zu Umweltschutz, Sicherheit<br />

und Brandschutz. Je nach Firma wird<br />

sogar ein betriebliches Management zum Arbeitsschutz<br />

aufgebaut und gepflegt.<br />

Durch die praxisbezogene Arbeit und das große Erfahrungspotential<br />

ist für die betreuten Firmen ein Maximum<br />

an Nutzen gewährleistet.<br />

Diese Tätigkeit ist auch eng verbunden mit der Zusammenarbeit<br />

mit Ämtern, Berufsgenossenschaften und Organisationen<br />

zur techn. Sicherheit und zum Arbeitsschutz.<br />

Zur Gewährleistung der Qualität der Betreuung verfügt das<br />

Ingenieurbüro Schlodder über die entsprechende messtechn.<br />

Ausstattung, wie z.B. Geräte zur Lärmmessung, Beleuchtungsmessung,<br />

Schließkraftmessung und Isolationsmessung.<br />

Das Ingenieurbüro ist Mitglied im Verband der deutschen<br />

Sicherheitsingenieure und Herr Schlodder arbeitet in dessen<br />

Bezirksgruppenleitung mit.<br />

Wolfgang Looke<br />

Herr Schlodder bei praktischen Übungen mit Werkstattbeschäftigten<br />

Sportlich aktiv trotz Handicap<br />

„Sportlich aktiv im Leben“ heißt es für uns seit September<br />

2<strong>01</strong>0. Wir sind Bewohner des „Hauses Schulhof“, die in<br />

ihrer Freizeit das Fitnessstudio „Medic 2000“ in <strong>Spremberg</strong><br />

besuchen. Unser Hauptaugenmerk beim Sport liegt darin,<br />

unseren Körper fit zu halten und soziale Kontakte zu nicht<br />

behinderten Menschen zu knüpfen. Speziell für uns wurden<br />

Sportprogramme entwickelt, die auf jeden einzelnen abgestimmt<br />

sind und somit unsere Kondition, Ausdauer und<br />

Kraft stärken sollen. Wir trainieren am Crosstrainer, an<br />

Liege- und Standfahrräder, am Laufband, am Roudergerät<br />

und am Crank-Bike. Diese Geräte sollen hauptsächlich unsere<br />

Ausdauer und Kondition stärken. Eine Steigerung der<br />

einzelnen Programme wird individuell abgestimmt, je nach<br />

persönlichem Trainingserfolg. So schaffen beispielsweise einige<br />

von uns 5 km am Laufband oder 9,5 km auf dem Liegefahrrad<br />

in 20 Minuten. Diese Übungen sind für uns wichtig,<br />

da wir uns so auch auf den Rennsteiglauf vorbereiten. Da<br />

jeder einen individuellen Fitnessplan hat, wird auch bei einigen<br />

Kraft und Ausdauer im Wechsel trainiert. Das heißt,<br />

wir machen Kreis- und Zirkeltraining an Kraftsportgeräten<br />

und anschließend wieder an<br />

Geräten, die die Ausdauer, die Kondition,<br />

den Bewegungsapparat sowie das Herz-<br />

Kreislaufsystem stärken. Ein sehr intensives<br />

Training bietet das Crank-Bike. Das Crank-Bike dient<br />

zum Oberkörper- und Ausdauertraining. Speziell wird der<br />

Nacken, die Schulter, der vordere und hintere Bizeps sowie<br />

die Arme und Brust durch Rotationsbewegungen trainiert.<br />

Es wird keine Muskelmasse aufgebaut, sondern in erster<br />

Linie das Gewebe gestraft. Unser Highlight an manchen<br />

Trainingstagen ist das Indoor Cycling. Das Indoor Cycling ist<br />

ein Cardiotraining nach Musik auf Indoor Bikes, welches in<br />

der Gruppe ausgeführt wird. Es ist ein Ganzkörpertraining<br />

welches insbesondere die Kraft, Ausdauer<br />

und Kondition stärkt. Beim Indoor Cycling<br />

erinnert schon die Optik sehr stark an ein Fahrrad<br />

und um es in Bewegung zu setzen, muss man die<br />

Schwungmasse in Bewegung bringen. Diese liegt<br />

im Schnitt bei 18 kg. Für uns heißt das, dass man<br />

ordentlich in die Pedale treten muss. Beim Indoor<br />

Cycling wird die Gruppe animiert, sich in einem<br />

ordentlichen Tempo zu bewegen. Dabei wechselt<br />

man zwischen einer sitzenden Position und einer<br />

stehenden Position. Dieser Wechsel ergibt ein<br />

sehr anstrengendes Workout, welches uns großen<br />

Spaß macht.<br />

Wir möchten uns in diesem Sinne ganz herzlich<br />

bei unserem Trainer Gorden Schulz und dem Inhaber<br />

des „Medic 2000“ Herrn Nowothnik für die<br />

gute Zusammenarbeit und fachliche Beratung bedanken.<br />

Cindy Glaser


<strong>12</strong> Sinnesgarten | <strong>01</strong> 2<strong>01</strong>2<br />

Sinnesgarten | <strong>01</strong> 2<strong>01</strong>2 13<br />

Markt der Begegnungen<br />

auf dem Louis Braille<br />

Festival 2<strong>01</strong>2<br />

Auf Einladung von Joachim Haar nahm eine<br />

kleine Delegation des <strong>BWS</strong> am größten Treffen<br />

der Blinden und Sehbehinderten in Europa teil.<br />

Vom 1. bis 3. Juni 2<strong>01</strong>2 haben über 3.500 Teilnehmer<br />

– Blinde und Sehbehinderte gemeinsam mit<br />

ihren Familien, Freunden und Bekannten – drei<br />

fröhliche Tage beim Louis Braille Festival der Begegnung<br />

in Berlin verbracht. Am 2. Juni waren<br />

Diana und Gert Heinicke als Partner des BSVB<br />

dabei und vertraten insbesondere das Pflegeheim<br />

für blinde und sehbehinderte Seniorinnen und<br />

Senioren und die überregionalen Frühförderstellen<br />

für sinnesbehinderte Kinder.<br />

Überrascht von den vielen Gästen an unserem<br />

Brandenburger Stand waren wir schon, aber offenbar<br />

hatten die Spreewaldgurken eine besondere<br />

anziehende Wirkung. So war es auch nicht<br />

verwunderlich, dass die Prospekte der barrierefreien<br />

Urlaubs- und Tagungsstätte, „Fiedermannhof“<br />

in Burg, ganz schnell weg waren.<br />

Gespräche mit Renate Reymann, der Präsidentin<br />

des deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes,<br />

mit Politikern des Bundes wie der Länder<br />

und mit blinden und sehbehinderten Menschen<br />

aus ganz Deutschland haben uns den guten<br />

Klang der Namen „<strong>BWS</strong>“ und „<strong>Spremberg</strong>“ verdeutlicht.<br />

Schön war auch zu sehen, dass viele Kolleginnen<br />

und Kollegen aus unseren Partnereinrichtungen<br />

wie aus Würzburg oder Chemnitz sehr nachhaltig<br />

die Nähe zur Blindenselbsthilfe nutzen um in Zeiten<br />

der Inklusionsdiskussion das Wertvolle der<br />

Hilfen und Einrichtungen aufzuzeigen.<br />

Diana und Dr. Gert Heinicke<br />

Unser gemeinsamer Stand<br />

Joachim Haar (re) im Gespräch mit der Präsidentin des DBSV<br />

Renate Reymann (mi) ...<br />

... und an der Drehorgel<br />

Die Welt mit anderen Augen sehen.<br />

Von diesem Titel ausgehend möchte die Autismus- Multiplikatorengruppe<br />

einen Einblick in ihre Arbeit unter der Leitung<br />

von Frau Nickel (GB H2) geben.<br />

Im Oktober 2<strong>01</strong>0 wurde die Multiplikatorengruppe ins<br />

Leben gerufen. Zum heutigen Zeitpunkt arbeiten sieben<br />

MitarbeiterInnen aus verschiedenen Wohngruppen und Bereichen,<br />

die Erfahrungen mit dem Krankheitsbild „Autistische<br />

Spektrumsstörungen“ haben, in dieser Multiplikatorengruppe<br />

zusammen. (C. Nickel, S. Unger, I. Herzog,<br />

J. Penne, J. Coumont, St. Götze, R. Kaiser). Das Ziel besteht<br />

darin, in Kommunikation mit anderen Wohnstätten des<br />

<strong>BWS</strong> zu treten, um neue Handlungsalternativen im Umgang<br />

mit diesem komplexen Krankheitsbild zu gewinnen<br />

und umzusetzen.<br />

Frau Nickel, die eine Basisqualifikation als Fachberaterin für<br />

Autismus beim Paritätischen Bildungswerk in Potsdam absolvierte,<br />

gab uns in theoretischen Blöcken einen Einstieg<br />

über lerntheoretische Modelle, Wahrnehmungsverarbeitungsstörungen,<br />

verhaltenstherapeutische Ansätze nach<br />

Lovaas, ABA-Therapie und TEACCH, um so den Kenntnisstand<br />

aller Mitarbeiter auf ein Niveau zu bringen. Als nächstes<br />

stand das Kennenlernen des Klientel in den verschieden<br />

Wohnformen an, damit wir so einen Überblick über die<br />

Lebensumstände der Bewohner gewinnen konnten. In den<br />

Wohnstätten des <strong>BWS</strong> leben sechs Bewohner mit autistischer<br />

Spektrumsstörung. Nach Auswertung dieser Besuche<br />

wurden Strategien über die Umsetzung von theoretischen<br />

Modellen in den einzelnen Wohnformen besprochen und<br />

umgesetzt. In der Wohnstätte „Stadthaus“ erfolgte mit unserer<br />

Koordinatorin eine Fallbesprechung über die Krisenintervention<br />

eines Bewohners.<br />

Um über die Anfänge unserer Arbeit zu sprechen und um<br />

eine Einführung zum Thema Autismus zu geben, führten<br />

Frau Nickel und Frau Herzog in Zusammenarbeit beim jährlichen<br />

<strong>BWS</strong>-Curriculum 2<strong>01</strong>2 eine Präsentation über dieses<br />

Krankheitsbild und über Förderansätze sowie Trainingsmethoden<br />

im Alltag durch. Somit haben wir unsere Arbeit<br />

transparent dargelegt, welche letztendlich auch für die Öffentlichkeit<br />

im Internet veranschaulicht wurde. Hier präsentiert<br />

das <strong>BWS</strong> unter der Rubrik „Ergänzende Leistungen“<br />

die Arbeit und das Leistungsspektrum unserer Autismus-<br />

Multiplikatorengruppe in den verschiedenen Wohnformen<br />

und der Werkstatt.<br />

Zusätzlich steht Frau Nickel als Beraterin für diagnostische<br />

Verfahren in Zusammenarbeit mit dem<br />

Autismuszentrum Dresden, als auch bei ärztlichen<br />

Visiten mit Neurologen zur Verfügung. Ziel unserer<br />

Arbeit ist es, die Lebensqualität unserer autistischen<br />

Bewohner zu erhöhen und einen dauerhaften<br />

und verlässlichen Lebensrahmen in einer<br />

entwicklungsfördernden Atmosphäre zu schaffen.<br />

Dabei ist es Voraussetzung, dass wir unsere<br />

Kenntnisse über das Krankheitsbild in Seminaren<br />

und Fortbildungen vertiefen und unseren Wissenstand<br />

in internen Schulungen der Multiplikatorengruppe<br />

repräsentieren und abdecken.<br />

Unser Ziel ist es, im Austausch mit anderen Wohnstätten<br />

in Kontakt zu treten, um somit unsere Erfahrungen<br />

zu erweitern und neuen Input für unsere<br />

tägliche Arbeit zu erhalten. Nur durch eine<br />

vielseitige Bandbreite von Fachwissen können wir<br />

uns besser in die Welt unserer Bewohner hineinversetzen<br />

und Interaktions- und Kommuni- kationsmethoden<br />

entwickeln, die unseren Bewohnern<br />

helfen, sich Anderen zu öffnen und in<br />

Kontakt mit der Außenwelt zu treten.<br />

Corina Nickel


14<br />

Vorstellung der Multiplikatorengruppe<br />

Kreatives Gestalten<br />

Alle Menschen haben die Anlage, schöpferisch tätig zu<br />

sein. Nur merken es die meisten nie.<br />

(Truman Capote, US-amerikanischer Schriftsteller,<br />

1924-1984)<br />

Menschen mit einem Handicap haben kreatives Potential<br />

und Freude an Kreativität! Dies sollte entdeckt und gefördert<br />

werden! Das kreative Gestalten braucht einen konkreten,<br />

praktischen Ansatz, diesen im Betreuungsalltag einzubringen,<br />

Raum und Möglichkeiten, Ideen und Vorstellungen<br />

zu entwickeln, fällt nicht jedem Mitarbeiter leicht. „Es fehlt<br />

einfach an Zeit“ sagen die einen oder „mir fallen einfach<br />

keine Dinge ein, die ich den Bewohnern anbieten kann“,<br />

sagen die anderen. Zudem gibt es viele Dinge zu beachten:<br />

für die Arbeit mit behinderten Menschen im Kreativbereich<br />

gibt es weniger Literatur, es muss also häufig improvisiert<br />

werden. Ideen müssen abgewandelt werden, damit sie umsetzbar<br />

bleiben, das heißt in verständliche und nachvollziehbare<br />

Schritte. Nicht jeder kann ein Malwerkzeug festhalten,<br />

nicht jedem sind Fachbegriffe bekannt. Deshalb<br />

sollten kreative Techniken leicht erlernbar und schnell einsetzbar<br />

sein und natürlich Erfolg garantieren. Schließlich ist<br />

für eine gelingende kreative Gestaltung auch wichtig, dass<br />

der Mitarbeiter selbst Freude an der Technik hat. Man sollte<br />

eine Technik also beherrschen, sie erproben und anregend<br />

anleiten.<br />

Seit dem 15.04.2<strong>01</strong>1 besteht die Gruppe Kreatives<br />

Gestalten, die sich genau mit diesen Dingen auseinandersetzt.<br />

Aktuell erarbeiten wir in der<br />

Gruppe kreative Techniken wie Gestaltung mit<br />

Mosaiksteinen und Papierschöpfen, um diese<br />

Techniken zu beherrschen und weiterzuentwikkeln.<br />

Es wird ein Handbuch/Katalog erarbeitet<br />

wo diese Techniken aufgeführt sind. In den Multiplikatorentreffen<br />

werden die Techniken ausprobiert,<br />

Erfahrungen ausgetauscht und die einfache<br />

Umsetzung mit dem behinderten Menschen bedacht.<br />

Die Techniken werden schrittweise fotografiert<br />

und mit einfachen, verständlichen Worten<br />

erklärt. Weitere Vorhaben sind die Organisation<br />

des Oktoberfestes und eine Exkursion in<br />

unser Zentrum für Arbeits- und Berufsförderung,<br />

um Anregungen zu finden für alternative Beschäftigungsmöglichkeiten<br />

in der internen Tagesstruktur<br />

der Wohnstätte. Höhepunkt ist die Mitarbeit<br />

unserer Bewohner im Kunstprojekt<br />

„Grenzenlos kreativ“.<br />

Marlen Glaubitz<br />

Sinnesgarten | <strong>01</strong> 2<strong>01</strong>2<br />

Sinnesgarten | <strong>01</strong> 2<strong>01</strong>2 15<br />

Neue Erfahrungen in der Zusammenarbeit<br />

mit Hochschulen und Universitäten<br />

Mehr als zwanzig Jahre besteht die Frühförderung für sinnesbehinderte<br />

Kinder im <strong>BWS</strong>. Über viele Jahre ging der Aufbau dieser<br />

inzwischen großen überregionalen Frühförderstelle für sinnesbehinderterte<br />

Kinder. In den ersten Jahren haben wir jede nur denkbare<br />

Hilfe aus Würzburg erhalten.<br />

In den letzten mehr als zehn Jahren beteiligen wir uns aktiv am Austausch<br />

der Ergebnisse der Förderung der Kinder auf Fachtagungen<br />

und -Kongressen und sind deutschlandweit bekannt geworden.<br />

Seit dem vergangenen Jahr gibt es aber Neues – wir beteiligen uns<br />

aktiv am Lehrbetrieb für den fachlichen Nachwuchs an Hochschulen<br />

und Universitäten. Nach der Humboldt-Universität zu Berlin 2<strong>01</strong>0<br />

waren Katrin Binnenhei und Dr. Gert Heinicke als Gastdozenten an<br />

der Universität Leipzig und an den Bavaria-Kliniken Kreischa.<br />

Frank Neumann und Dr. Gert Heinicke waren Gutachter und Betreuer<br />

von Bachelorarbeiten an der Hochschule für Gesundheit in<br />

Gera. Christiane Schulz schrieb Ihre Bachelorarbeit auf der Grundlage,<br />

der in den letzten 8 Jahren erarbeiteten empirischen Analysen<br />

zur Förderung von extrem kleinen Frühgeborenen mit Sehschädigungen.<br />

Eine neue Bachelorarbeit (Berlin) ist in Vorbereitung.<br />

Peggy Lehmann und Dr. Gert Heinicke hielten<br />

einen wissenschaftlichen Vortrag am<br />

Rhönklinikum Frankfurt (Oder).<br />

Unseren Standpunkt zur Betreuung von Studierenden<br />

an Hochschulen und Universitäten<br />

haben wir korrigiert. Seit nunmehr zwei<br />

Jahren führen wir verstärkt Praktika durch.<br />

Unserer Frühförderinnen und Frühförderer<br />

sind willkommene Mentoren von Pädagogikstudenten<br />

aus Zittau, Dresden, Berlin,<br />

Gera und anderen Hochschulen.<br />

Aus Graz (Schweiz) liegt zurzeit eine Anfrage<br />

vor, an einem Forschungsprojekt der<br />

pädagogischen Hochschule zur ICF-CY teilzunehmen,<br />

den wir zur Zeit aus Kapazitätsgründen<br />

leider zurückstellen müssen.<br />

Dr. Gert Heinicke


16<br />

Unser Tag in Kolkwitz<br />

Durch die AWO – Altenpflegeschule in Kolkwitz<br />

wurden unsere Bewohner zu einem Osterprojekt<br />

eingeladen. Dieser Einladung kamen wir gern<br />

nach. Wir waren gespannt, was sich hinter dem<br />

Osterprojekt verbirgt. Beim Weihnachtsprojekt<br />

waren wir schon zweimal Gast.<br />

Also organisierten wir zwei Autos, um nach Kolkwitz<br />

zu fahren. Die Bewohner wurden vor der<br />

Fahrt immer wieder darüber informiert, weil sie<br />

ungern bereit sind, unvorbereitet eine Unternehmung<br />

zu starten. Etwas schwierig gestaltete sich<br />

für uns die „Motivation“ der Senioren, da wir als<br />

Mitarbeiter auch nicht wussten, was uns in Kolkwitz<br />

erwartet. Aber dass es schön wird, das wussten<br />

wir.<br />

Am Tag des Ausfluges fuhren wir dann die ungewohnt<br />

lange Strecke mit unseren Senioren. Aber<br />

sie waren wirklich geduldig. Und die Geduld<br />

wurde belohnt, wie die Bilder beweisen. Auch<br />

dieser Tag war eine gelungene Veranstaltung.<br />

Die gemeinsame Gestaltung von Ostereiern, das<br />

Basteln und Raten, und auch die „Kräuterecke“<br />

blieben allen lange in der Erinnerung.<br />

Und auf der Rückfahrt nutzten wir die Gelegenheit,<br />

um noch eine kleine Stadtrundfahrt anzuschließen.<br />

Sinnesgarten | <strong>01</strong> 2<strong>01</strong>2<br />

Sinnesgarten | <strong>01</strong> 2<strong>01</strong>2 17<br />

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag<br />

Herr Pfarrer Johann-Jakob Werdin<br />

Unser Pfarrer der Evangelischen Michaelkirchengemeinde,<br />

Herr Werdin, feierte am 18. Mai seinen<br />

60. Geburtstag. Anlass für uns, ihm beim gemeinsamen<br />

Gottesdienst in unserer Einrichtung<br />

mit einer gemütlichen Kaffeerunde und selbst gebackenen<br />

Kuchen zu überraschen. Die Überraschung<br />

gelang. Die einzelnen Wohneinrichtungen<br />

überbrachten ihre Glückwünsche und<br />

bedankten sich für die liebevolle Begleitung und<br />

Verbundenheit in all den Jahren.<br />

Klaudia Grams<br />

Alle guten Wünsche, Gesundheit, Freude, Wohlergehen,<br />

Sonnenschein, Humor, Zufriedenheit, Glück, ein<br />

gutes langes Leben, Liebe, Elan, Güte, Geduld, Ausdauer,<br />

Frieden, Sicherheit, Kraft, gute Gedanken<br />

und Taten ..... und alles was Sie sich selbst wünschen.


18<br />

2. Flugtag für Menschen mit Behinderung<br />

auf dem Flugplatz Welzow<br />

Am 16. Juni 2<strong>01</strong>2 hatte der Förder- und Fliegerverein Verkehrslandeplatz<br />

<strong>Spremberg</strong> – Welzow e.V. zum zweiten<br />

Mal, in Zusammenarbeit mit der Frühförderung des <strong>Behindertenwerk</strong><br />

<strong>Spremberg</strong> e.V. – <strong>BWS</strong>, der Wohnstätten der<br />

<strong>BWS</strong> <strong>Behindertenwerk</strong> GmbH aus <strong>Spremberg</strong> und der<br />

Spree-Neiße Flugschule aus Drewitz, einen Flugtag für<br />

Menschen mit Behinderung ermöglicht.<br />

Der Flugtag war zum wiederholten Male ein großer Erfolg<br />

und bereitete allen Beteiligten große Freude. Den 50 großen<br />

und kleinen Gästen vom <strong>BWS</strong>, wurden neben Schnupperflügen<br />

über das Lausitzer Seenland auch Rundfahrten<br />

mit der Freiwilligen Feuerwehr Welzow sowie eine Versorgung<br />

mit Kaffee und Kuchen im Cafe Concorde angeboten.<br />

Dank der Wanderreitstation aus Proschim, konnte den Kindern<br />

und Bewohnern des <strong>BWS</strong> ein weiteres Highlight ermöglicht<br />

werden, einmal ihre Umgebung vom Rücken eines<br />

Pferdes aus zu erleben. Der Modelflugclub Senftenberg/<br />

Welzow e.V. unterstützte uns mit einem Fesselflugmodell.<br />

Hier durften die Teilnehmer des Flugtages auch einmal<br />

selbst ein Modellflugzeug steuern.<br />

Beim gemeinsamen Grillen am Nachmittag klang dann dieser<br />

Tag in gemütlicher Runde aus.<br />

Wir bedanken uns recht herzlich bei den Sponsoren, die<br />

den Bewohnern der Wohnstätten des <strong>BWS</strong> und den Kindern<br />

der Frühförderung dieses Erlebnis durch ihre finanziellen<br />

Zuwendungen ermöglicht haben. Besten Dank dafür<br />

an:<br />

Total Deutschland GmbH, Duisburg<br />

Städtische Werke <strong>Spremberg</strong> (Lausitz) GmbH, <strong>Spremberg</strong><br />

Sparkasse Spree-Neiße<br />

Vollmann (Sachsen) GmbH & Co. KG, Welzow<br />

Planungsbüro re-plan, Erfurt<br />

Sinnesgarten | <strong>01</strong> 2<strong>01</strong>2<br />

Hamburger Rieger GmbH & Co. KG, Papierfabrik<br />

<strong>Spremberg</strong><br />

Planungsbüro Kucher, <strong>Spremberg</strong><br />

Pension & Gasthaus „Alte Hütte“, Welzow<br />

Eta AG, <strong>Spremberg</strong><br />

Hotel „Zum Gutshof“, Neupetershain<br />

RUB Datenverarbeitung GmbH, <strong>Spremberg</strong><br />

Hildebrandt & Bartsch GmbH & Co. KG<br />

Fineline Factory Tattoostudio, Lauchhammer<br />

envia M, Cottbus<br />

Buchan Elektric, Altdöbern<br />

Weiterhin möchten wir uns recht herzlich bedanken<br />

bei dem Team der Spree-Neiße Flugschule aus<br />

Drewitz, Herrn Holger Vöhl aus Cottbus und<br />

Herrn René Wiesner aus Lauchhammer, der Freiwilligen<br />

Feuerwehr aus Welzow, der Wanderreitstation<br />

aus Proschim, dem Modellflugclub Senftenberg/Welzow<br />

e.V. sowie bei allen anderen<br />

freiwilligen Helfern, die uns vor Ort tatkräftig unterstützten<br />

und dafür sorgten, dass dieser Tag für<br />

alle unvergesslich in positiver Erinnerung bleibt.<br />

Und auch unsere freiwilligen, tatkräftigen Kuchenbäcker<br />

wollen wir erwähnen, die uns mit<br />

einer leckeren Kuchenspende unterstützten.<br />

Familie Rainer Schmidt aus Welzow<br />

Familie Werner Schäfer aus Welzow<br />

Familie Daniela Maibaum aus Welzow<br />

Familie Uwe Döring aus Welzow<br />

Familie Frank-Peter Bär aus Riegel<br />

Herrn René Wiesner aus Lauchhammer<br />

Herrn Jörg Schmieding aus Finsterwalde<br />

Herrn Holger Lippert aus Neupetershain<br />

Wir hoffen auch im nächsten Jahr wieder solch<br />

einen Flugtag auf die Beine stellen zu können.<br />

Jana Döring<br />

Vorstandsmitglied des Förder- und Fliegervereins<br />

Sinnesgarten | <strong>01</strong> 2<strong>01</strong>2 19<br />

Ausbildung zur Altenpflegerin<br />

Berufsbegleitend<br />

Ich, Kerstin Sibber, arbeite seit Januar 2<strong>01</strong>1 im ambulanten<br />

Pflegedienst des <strong>Behindertenwerk</strong> <strong>Spremberg</strong> e.V. - <strong>BWS</strong>.<br />

Im September 2<strong>01</strong>1 habe ich eine Ausbildung zur examinierten<br />

Altenpflegerin begonnen.<br />

Auch wenn es manchmal nicht so einfach ist, alles unter<br />

einen Hut zu bringen, so gibt doch jeder Tag in der Praxis<br />

neue Eindrücke für einen Beruf mit Zukunft.<br />

Das alles „unter einen Hut zu bringen“ sind meine Familie<br />

mit drei Mädchen zwischen fünf und elf Jahren und Ehemann,<br />

meine Arbeitsstelle im ambulanten Pflegedienst und<br />

die theoretische Ausbildung in Görlitz, die wöchentlich zwei<br />

Tage in Anspruch nimmt.<br />

Neben meinem Ehemann, steht mir die Oma unserer Kinder<br />

stets zur Seite, wenn ich Hilfe benötige. Im ambulanten Pflegedienst<br />

unterstützen mich unser qualifizierter Praxisanleiter,<br />

Benjamin Paulo und natürlich unsere kompetenten und<br />

fachlich ausgebildeten Pflegekräfte.<br />

Eigentlich hatte ich nie die Absicht einen Pflegeberuf<br />

auszuüben. Doch Angehörige mit langjähriger<br />

Berufserfahrung haben mir diesen Beruf<br />

schmackhaft gemacht.<br />

Darauf hin fasste ich den Entschluss mich beruflich<br />

weiterzuentwickeln, wobei mir der Arbeitgeber<br />

unterstützend zur Seite steht, z.B. bei der Schichtplanung.<br />

Der Vorteil dieser berufsbegleitenden Ausbildung<br />

ist für mich der zeitnahe Wechsel zwischen Theorie<br />

und Praxis. Dadurch ist es mir möglich, mein erlerntes<br />

Wissen schnell in der Praxis anzuwenden.<br />

2<strong>01</strong>5 möchte ich den Abschluß als Altenpflegerin<br />

haben.<br />

Die Arbeit macht mir viel Spaß. Man kommt ständig<br />

mit Menschen in Kontakt, kann sich mit ihnen<br />

austauschen und erfährt Dankbarkeit für die Unterstützung,<br />

auch manchmal nur für ein paar aufmunternde<br />

Worte.<br />

Kerstin Sibber


20<br />

17.<br />

In bewährter Weise fand auch in diesem Jahr am<br />

09.06.2<strong>01</strong>2 auf der Sportanlage des Sportvereins<br />

Blau-Weiß 07 <strong>Spremberg</strong> e.V. unser nunmehr 17.<br />

Sportfest statt.<br />

Erneut waren unserer Einladung ca. 250 Teilnehmer<br />

aus 10 Werkstätten und Behinderteneinrichtungen,<br />

nicht nur aus der Region, sondern u.a.<br />

auch aus Würzburg, Fürstenwalde, Wünsdorf und<br />

Szprotawa (Polen) gefolgt.<br />

Für sie Alle ist das Sportfest in <strong>Spremberg</strong> immer<br />

ein ganz besonderer Höhepunkt.<br />

Bei der Ankunft der Teilnehmer herrschte bereits<br />

große Aufregung, denn inzwischen kennt man<br />

den Ablauf und weiß, dass pünktlich um 10.00<br />

Uhr der Einmarsch in die Sportstätte erfolgt. Und<br />

so reihten sich sowohl die Sportler als auch alle<br />

Gäste hinter dem Spielmannzug aus Bluno ein,<br />

welcher dann die Sportbegeisterten musikalisch<br />

in die Sportstätte begleitete.<br />

Dieses sportliche Freizeitangebot für Menschen<br />

mit Behinderungen hat sich inzwischen in der<br />

Stadt <strong>Spremberg</strong> und im Landkreis Spree-Neiße<br />

einen Namen gemacht, denn sowohl bei Vertretern<br />

der Stadt <strong>Spremberg</strong>, als auch für die Behindertenbeauftragte<br />

des LK Spree-Neiße, Monika<br />

Wagschal, ist dies jedes Jahr ein fester Termin.<br />

Hinzu kommt noch, dass unser Bürgermeister, Dr.<br />

Klaus-Peter Schulze, bei jedem Sportfest bereit<br />

war, als Schirmherr zu fungieren. In diesem Jahr<br />

gab die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt,<br />

Christina Bieder, den Startschuss zur Eröffnung<br />

mit dem Flug zahlreicher Brieftauben von Herrn<br />

Pultermann.<br />

Bevor jedoch die Wettkämpfe begannen, wurde<br />

erst einmal zu einer leichten Erwärmung aufgerufen.<br />

Die Popgymnastik gehört ebenso zu unserem<br />

Sportfest, wie die flotten Rhythmen der „Euro<br />

90“ Diskothek von Matthias Schulz. Er übernahm<br />

auch wieder professionell die Aufgabe des Stadionsprechers.<br />

Bei der Auswahl der Sportarten wurde auch an<br />

unsere Blinden und Sehbehinderten Sportler<br />

sowie an die Rollstuhlfahrer gedacht, die in<br />

jedem Jahr mit vertreten sind.<br />

Unsere Fußballbegeisterten kamen in diesem Jahr<br />

ebenfalls wieder auf ihre Kosten, denn es wurde<br />

heiß um die drei Pokale gekämpft.<br />

Sportfest für Menschen<br />

mit Behinderungen<br />

Sport treiben und sich aktiv an der frischen Luft zu bewegen,<br />

macht natürlich auch hungrig und durstig und so<br />

standen in bewährter Weise die Mitarbeiter der Dussmann<br />

AG, unter der Leitung von Carina Wandelt, bereit.<br />

Neben Grillspezialitäten zum Mittag waren auch Kaffee<br />

und Kuchen im Angebot.<br />

Um 13.00 Uhr begann ein musikalisches Unterhaltungsprogramm<br />

mit dem Gesangsduo „Ines und Tom“, was<br />

innerhalb kürzester Zeit für eine ausgelassene Stimmung<br />

sorgte.<br />

Gegen 14.00 Uhr warteten alle Teilnehmer bereits ungeduldig<br />

auf die Siegerehrung, welche vom Vorstandsvorsitzenden,<br />

Hartmut Höhna und den Mitgliedern des Vorstandes,<br />

Hans-Werner Dobberstein und Jens Warnken,<br />

sowie unserem Geschäftsführer, Olaf Taubenek, vorgenommen<br />

wurde. Begeisterung herrschte, als die Sieger<br />

aufgerufen und mit Urkunden, Pokalen und Sachpreisen,<br />

welche uns Unternehmen freundlicherweise zur Verfügung<br />

stellten, geehrt wurden.<br />

Den Wanderpokal für die beste Teilnehmermannschaft<br />

konnten wieder die Sportler aus der Wünsdorfer Werkstatt<br />

für Behinderte mit nach Hause nehmen.<br />

Was wäre jedoch ein Sportfest ohne die vielen fleißigen<br />

freiwilligen Helfer. Dafür an dieser Stelle nochmals, auch<br />

im Namen des Geschäftsführers, ein ganz besonderer<br />

Dank!<br />

Wolfgang Looke<br />

Sinnesgarten | <strong>01</strong> 2<strong>01</strong>2<br />

Sinnesgarten | <strong>01</strong> 2<strong>01</strong>2 21<br />

Landesberatungszentrum<br />

„Sehen“ eröffnet<br />

Am Freitag, den 13. Januaur 2<strong>01</strong>2 eröffneten der Vorsitzende<br />

und der Geschäftsführer des Blinden- und Sehbehinderten-Verbandes<br />

Brandenburg e.V., Bodo Rinas und Joachim<br />

Haar, sowie der Geschäftsführer des <strong>Behindertenwerk</strong><br />

<strong>Spremberg</strong> e.V. – <strong>BWS</strong>, Olaf Taubenek, das neue Landesberatungszentrum<br />

„Sehen“ in Cottbus, Straße der Jugend<br />

114. Es ist das erste dieser Art in Deutschland und soll blinden<br />

und sehbehinderten Menschen von der Wiege bis ins<br />

hohe Alter mit Rat und Tat Unterstützung geben.<br />

Die Beratungen sind kostenlos und erfolgen immer Dienstag<br />

im Wechsel.<br />

An jedem 1. Dienstag im Monat wird Dr. Gert Heinicke, Leiter<br />

der überregionalen Frühförder- und Beratungsstelle des<br />

<strong>BWS</strong>, zu Möglichkeiten der Frühförderung aber auch zum<br />

Leistungsspektrum der Wohnstätten, der Werkstatt für behinderte<br />

Menschen und zum Pflegeheim für blinde und<br />

sehbehinderte Senioren des <strong>BWS</strong> beraten. Durch die <strong>BWS</strong>-<br />

Frühförderung werden über 200 blinde und sehbehinderte<br />

sowie hörbehinderte, taubblinde und mehrfach behinderte<br />

Kinder betreut.<br />

Wenn das Problem nicht im Auge sondern im Gehirn liegt,<br />

dann ist Katrin Binnenhei als Spezialistin der <strong>BWS</strong>-Frühförderung<br />

jeden 2. Dienstag die richtige Ansprechpartnerin.<br />

Das Kind sieht etwas, kann das Bild aber nicht verarbeiten.<br />

Diese Menschen haben im Leben große Schwierigkeiten,<br />

werden aber nicht als sehbehindert eingestuft. Frau Binnenhei<br />

hilft auch, wenn noch unklar ist, ob eine Seh- oder<br />

Wahrnehmungsstörung vorliegt.<br />

An jedem 3. Dienstag im Monat ist Anne Neigenfind zu erreichen.<br />

Sie ist Pädagogin und absolvierte eine spezielle<br />

Ausbildung als Rehabilitationslehrerin für blinde und sehbehinderte<br />

Menschen. Sie beantwortet Fragen und kennt<br />

die Probleme, die mit Orientierung und Mobilität sowie<br />

der Entwicklung lebenspraktischer Fertigkeiten nach Eintritt<br />

einer Sehbehinderung oder Blindheit auftreten. Sie erteilt<br />

Unterricht im Umgang mit dem Langstock. Diese Leistungen<br />

werden von den Krankenkassen bezahlt.<br />

Am 4. Dienstag ist Regina Haar für die Senioren<br />

da, die im hohen Alter das Augenlicht verlieren.<br />

Sie möchte mit den Senioren ins Gespräch kommen,<br />

Hilfsmittel ausprobieren, sie in die Blindenschrift<br />

einführen und bei notwendigen Anträgen<br />

helfen.<br />

Zu erreichen ist die Beratungsstelle in der Straße<br />

der Jugend 114, mit Fahrstuhl in der 4. Etage<br />

oder unter Telefon 0355 2 25 49.<br />

Wolfgang Looke


22<br />

Pilates – eine Trainingsmethode –<br />

Impressum<br />

Herausgeber<br />

<strong>BWS</strong> <strong>Behindertenwerk</strong> GmbH<br />

<strong>Behindertenwerk</strong> <strong>Spremberg</strong> e.V.-<strong>BWS</strong><br />

Wiesenweg 58 | 03130 <strong>Spremberg</strong><br />

info@bws-spremberg.de<br />

www.bws-spremberg.de<br />

Telefon 03563 342-180<br />

Telefax 03563 342-199<br />

Sinnesgarten | <strong>01</strong> 2<strong>01</strong>2<br />

Redaktionsleitung<br />

Olaf Taubenek<br />

Fotos<br />

Archiv <strong>BWS</strong>,<br />

Abdelkrim Brahimi<br />

Wolfgang Looke<br />

Layout & Druck<br />

DRUCKHAUS Wiesenweg<br />

Sinnesgarten | <strong>01</strong> 2<strong>01</strong>2 23<br />

Wir sind für Sie da!<br />

Ambulanter Pflegedienst des <strong>BWS</strong><br />

Das Team des ambulanten Pflegedienstes des <strong>Behindertenwerk</strong><br />

<strong>Spremberg</strong> e.V. - <strong>BWS</strong>, bestehend aus fünf MitarbeiterInnen und<br />

der Leiterin, gibt es seit Anfang 2<strong>01</strong>1.<br />

Als ausgebildete Pflegedienstleiterin leitet Frau Kienast die KollegInnen<br />

an. Das Team selbst besteht aus Krankenschwestern,<br />

Krankenpflegern, examinierten Altenpflegerinnen und Pflegehelfern.<br />

Beste Voraussetzungen für eine qualitativ hochwertige<br />

Arbeit.<br />

Wenn gleich der Beginn für uns in der ambulanten Pflege Neuland<br />

war, konnten wir doch auf die jahrelangen Erfahrungen in<br />

der stationären Pflege zurückgreifen.<br />

Wir pflegen und helfen dort, wo sich Menschen am wohlsten<br />

fühlen: In ihrem vertrauten zu Hause.<br />

Folgende Leistungen erbringen wir für unsere Patienten in<br />

<strong>Spremberg</strong>:<br />

- Häusliche Pflege nach Pflegeversicherungsgesetz (SGB XI)<br />

- Häusliche Krankenpflege und Haushaltshilfe (SGB V)<br />

- Vermittlung von Zusatzleistungen<br />

- Soziale Beratung<br />

- Hausnotruf<br />

- Betreuungsleistungen von Menschen mit Demenz<br />

Häusliche Pflege nach Pflegeversicherungsgesetz<br />

Menschen, die Pflege brauchen und nach dem Pflegeversicherungsgesetz<br />

als pflegebedürftig anerkannt sind, werden durch<br />

unsere gut ausgebildeten Pflegekräfte versorgt, damit sie in der<br />

vertrauten Umgebung bleiben können. Gemeinsam wird zunächst<br />

der persönliche Pflegebedarf geklärt. Mit den Pflegebedürftigen<br />

und ihren Angehörigen werden der Umfang der Leistungen<br />

und die zeitlichen Einsätze festgelegt. Die Pflegedienstleitung<br />

informiert darüber, welcher Anteil der Kosten von der<br />

Pflegekasse übernommen wird und welche Kosten zusätzlich<br />

privat anfallen.<br />

Sollten Sie bereits Pflegegeld erhalten,<br />

beraten wir Sie und Ihre Angehörigen in<br />

Fragen der Pflege und geben – wenn<br />

nötig – Hilfestellung. (Beratungsbesuche<br />

nach § 37 SGB XI)<br />

Häusliche Krankenpflege<br />

Bei Krankheit versorgt Sie<br />

unser qualifiziertes Personal<br />

zu Hause (Behandlungspflege<br />

und Grundpflege).<br />

Sie beinhaltet zum Beispiel<br />

die Medikamentengabe,<br />

den Wechsel von Verbänden, das Setzen von Spritzen<br />

oder andere vom Arzt verordnete, medizinisch<br />

notwendige Maßnahmen. Die Kosten können von<br />

der Krankenkasse übernommen werden, sofern der<br />

behandelnde Arzt eine entsprechende Verordnung<br />

ausgestellt und die Krankenkasse die Leistung genehmigt<br />

hat. Bei der Antragstellung sind wir gern<br />

behilflich.<br />

Vertretung für pflegende Angehörige<br />

Wenn pflegende Angehörige einmal Urlaub von<br />

der Pflege nehmen wollen, selbst erkrankt sind<br />

oder sie sich aus anderen Gründen für eine bestimmte<br />

Zeit nicht selbst kümmern können, übernehmen<br />

wir im Rahmen der Verhinderungspflege<br />

die Versorgung der Patienten. Die Pflegekasse<br />

übernimmt die Kosten für den Einsatz maximal für<br />

vier Wochen pro Jahr. Die Kosten dürfen einen Betrag<br />

von 1.550 Euro im Kalenderjahr nicht überschreiten.<br />

Vermittlung von Hilfsmitteln und Zusatzleistungen<br />

Wir vermitteln Ihnen bei Bedarf nützliche Hilfsmittel<br />

und andere Dienstleistungen die Ihnen das<br />

Leben erleichtern, wie z.B.<br />

- Pflegehilfsmittel durch das Sanitätshaus<br />

- Gehilfen und Rollstühle<br />

- Friseur und Fußpflege<br />

- Essen auf Rädern<br />

- Hausnotruf<br />

- Betreuungsangebote gemäß § 45b SGB XI<br />

Auf uns können sie sich verlassen.<br />

Kerstin Kienast


<strong>BWS</strong>-Werkstatt<br />

unsere Arbeitsbereiche<br />

Metallbau<br />

Druckerei<br />

Montagen<br />

Garten- & Landschaftspflege<br />

Wäscherei<br />

Gebäudereinigung<br />

Gastronomie<br />

(Fiedermannhof)<br />

<strong>BWS</strong> <strong>Behindertenwerk</strong> GmbH<br />

Wiesenweg 58, 03130 <strong>Spremberg</strong><br />

Tel. 03563 - 342 114<br />

www.bws-spremberg.de

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