e-Fortbildungsverordnung Geprüfter Tourismusfachwirt

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e-Fortbildungsverordnung Geprüfter Tourismusfachwirt

4. eine mindestens fünfjährige Berufspraxisnachweist.(2) Die Berufspraxis nach Absatz 1 muss inhaltlichwesentliche Bezüge zu den in § 1 Absatz2 genannten Aufgaben haben.(3) Abweichend von Absatz 1 kann zur Prüfungauch zugelassen werden, wer durch Vorlagevon Zeugnissen oder auf andere Weise glaubhaftmacht, Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten(berufliche Handlungsfähigkeit) erworben zuhaben, die die Zulassung zur Prüfung rechtfertigen.§ 3Gliederung und Durchführung der Prüfung(1) Die Prüfung ist schriftlich und mündlichdurchzuführen.(2) Die Prüfung bezieht sich auf die folgendensechs Handlungsbereiche:1. Unternehmensführung und -entwicklung,2. Betriebswirtschaftliche Bewertung undSteuerung von Geschäftsprozessen,3. Personalführung und -entwicklung,4. Gestaltung des Marketingprozesses,5. Qualitäts- und Projektmanagement,6. Leistungserstellung im Tourismus.(3) Die schriftliche Prüfung wird in den imAbsatz 2 genannten Handlungsbereichen auf derGrundlage einer betrieblichen Situationsbeschreibungmit zwei aufeinander abgestimmten,gleichgewichtig daraus abgeleiteten Aufgabenstellungendurchgeführt, wobei insgesamt allesechs Handlungsbereiche thematisiert werden.Die gesamte Bearbeitungsdauer soll 600 Minutennicht unterschreiten und 630 Minuten nicht überschreiten.Die Punktebewertung für das Ergebnisder schriftlichen Prüfungsleistung ist aus denbeiden schriftlichen Teilergebnissen gleichgewichtigzu bilden.(4) Nach bestandener schriftlicher Prüfungwird die mündliche Prüfung durchgeführt. Diesegliedert sich in Präsentation und Fachgespräch.Die Präsentation geht mit einem Drittel in dieBewertung der mündlichen Prüfung ein.(5) Anhand der Präsentation soll nachgewiesenwerden, dass eine komplexe Problemstellungder betrieblichen Praxis erfasst, dargestellt,beurteilt und gelöst werden kann. Die Themenstellungmuss sich auf einen frei wählbarenHandlungsbereich nach Absatz 2 und dem Handlungsbereich„Personalführung und -entwicklung“beziehen. In der Präsentation soll die Präsentationszeitdabei 10 Minuten nicht überschreiten.(6) Das Thema der Präsentation wird vondem Prüfungsteilnehmer oder der Prüfungsteilnehmeringewählt und mit einer Kurzbeschreibungdem Prüfungsausschuss bei der erstenschriftlichen Prüfungsleistung eingereicht.(7) Im Fachgespräch soll ausgehend von derPräsentation nachgewiesen werden, dass auchin den weiteren in Absatz 2 aufgeführten Handlungsbereichender Tourismuswirtschaft Wissenangewendet und Lösungen vorgeschlagen werdenkönnen. Das Fachgespräch soll nicht längerals 20 Minuten dauern.§ 4Inhalt der Prüfung(1) Im Handlungsbereich „Unternehmensführungund -entwicklung“ soll die Fähigkeit nachgewiesenwerden, Geschäftsprozesse mithilfedes Qualitätsmanagements zu analysieren undmitzugestalten sowie Teilprozesse zu steuern.Unternehmensziele und -strategien sollen unterBeachtung wirtschaftlicher und rechtlicher Rahmenbedingungensowie der Aspekte der Qualitätsoptimierungund Nachhaltigkeit umgesetzt,evaluiert und kommuniziert werden. VertriebsorientierteStrategien zur Stärkung der Marktpositionsind unter Anwendung des Projektmanagementszu entwickeln und umzusetzen. Hierfürsollen unternehmerische Entscheidungen vorbereitetwerden. Dabei soll die Fähigkeit nachgewiesenwerden, Marktentwicklungen zu identifizierenund sich auf verändernde Markterfordernisseeinzustellen sowie den Wandel im Unternehmenmitzugestalten und zu fördern. In diesemRahmen können folgende Qualifikationsinhaltegeprüft werden:1. Analysieren des eigenen betriebswirtschaftlichenAufgabenbereichs und Entwicklungvon Vorschlägen zur Umsetzungunternehmerischer Entscheidungen,2. Umsetzen betrieblicher Ziele und Strategiensowie Entwickeln und Evaluieren vondaraus abgeleiteten Teilzielen,3. Beurteilen von Trendsignalen und Marktentwicklungensowie Erarbeiten von darausresultierenden Handlungsempfehlungen,4. Einordnen globaler wirtschaftlicher Zusammenhängeund Beurteilen der Auswirkungenauf die betrieblichen Angebote,5. Gestalten und Optimieren der Arbeitsprozesseund -abläufe unter wirtschaftlichenGesichtspunkten.(2) Im Handlungsbereich „BetriebswirtschaftlicheBewertung und Steuerung von Geschäftsprozessen“soll die Fähigkeit nachgewiesen werden,das Controlling als Dokumentations-, Infor-2


mations- und Kontrollinstrument zur Optimierungbetriebswirtschaftlicher Abläufe und Prozesse zunutzen. Dabei sollen rechtliche Rahmenbedingungen,insbesondere branchenrelevante steuerrechtlicheRegelungen, berücksichtigt werden.Weiter ist nachzuweisen, dass die Wirtschaftlichkeitvon Leistungserstellungsprozessen analysiertund bewertet sowie steuerungsrelevanteDaten ermittelt und interpretiert werden können.Zudem soll die Fähigkeit nachgewiesen werden,Konzepte zur Vorbereitung von FinanzierungsundInvestitionsentscheidungen zu entwickeln. Indiesem Rahmen können folgende Qualifikationsinhaltegeprüft werden:1. Beurteilen von Jahresabschlüssen zurEinschätzung der Unternehmenssituation,2. Interpretieren von betrieblichen Kennzahlenhinsichtlich der Verbesserung vonLeistungserstellungsprozessen,3. Einsetzen von betrieblichen Steuerungsinstrumenten,4. Entwickeln von Konzepten zur Vorbereitungvon Finanzierungs- und Investitionsentscheidungen,5. Aufstellen, Überwachen und Anpassenvon Budgets.(3) Im Handlungsbereich „Personalführungund -entwicklung“ soll die Fähigkeit nachgewiesenwerden, den Personalbedarf zu ermitteln,Personal zu gewinnen, den Personaleinsatz zuplanen. Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung und-entwicklung sollen entsprechend den betrieblichenErfordernissen umgesetzt werden. Personalentwicklungsoll unter Berücksichtigung vonindividuellen Qualifizierungs- und Fördermaßnahmengeplant, durchgeführt und bewertet werden.Dabei soll gezeigt werden, dass Mitarbeiterim Sinne der Unternehmensziele unter Berücksichtigungrechtlicher Rahmenbedingungen angeleitetund motiviert werden. Des Weiteren sollenKommunikationsprozesse wertschätzendgestaltet werden und in Konfliktfällen soll lösungsorientiertgehandelt werden. Bei den Personalführungsmaßnahmensind die arbeits-, haftungs-und tarifrechtlichen Vorschriften zu beachten.Die betriebliche Ausbildung soll geplant unddurchgeführt werden. In diesem Rahmen könnenfolgende Qualifikationsinhalte geprüft werden:1. Gewinnen, Auswählen und Einsetzen vonPersonal,2. Anleiten, Fördern und Motivieren von Mitarbeitern,3. Beurteilen von Mitarbeiterentwicklungspotenzialensowie Empfehlen von individuellenEntwicklungszielen,4. Verantwortungsvolles Umgehen mit Mitarbeiternund Empfehlen von Personalbindungsmaßnahmen,5. Anwenden von Methoden der Kommunikation,der Motivationsförderung und desKonfliktmanagements,6. Planen und Durchführen der Ausbildung.(4) Im Handlungsbereich „Gestaltung desMarketingprozesses" soll die Fähigkeit nachgewiesenwerden, auf Grundlage der Informationender Marktforschung Marketingziele unter Berücksichtigungdes Unternehmensleitbildes, rechtlicherRahmenbedingungen und der Marktsituationfestzulegen. Für die Zielerreichung sollen Marketingstrategienals mittel- bis langfristige Verhaltenspläneund daraus Marketingkonzepte entwickeltund realisiert werden. Hierfür sollen Marketingmaßnahmenabgeleitet und unter Nutzunggeeigneter Instrumente umgesetzt werden. DerErfolg der Maßnahmen soll überprüft und bewertetwerden. Daraus resultierend sollen Korrekturmaßnahmeneingeleitet werden. In diesemRahmen können folgende Qualifikationsinhaltegeprüft werden:1. Nutzen relevanter Methoden der Marktforschungzur Fundierung von Marketingentscheidungen,2. Entwickeln von Marketingzielen und -strategien zur Verbesserung der Wettbewerbsposition,3. Umsetzen von zielgruppenspezifischenMarketingmaßnahmen unter Nutzung geeigneterInstrumente zur Erreichung derMarketingziele4. Nachbereiten der Maßnahmen, Bewertendes Ergebnisses und Einleiten von Veränderungsprozessenzur Optimierung derDienstleitung.(5) Im Handlungsbereich „Qualitäts- undProjektmanagement“ soll die Fähigkeit nachgewiesenwerden, unter Berücksichtigung von Konzeptenund Prinzipien des QualitätsmanagementsMaßnahmen der Qualitätssicherung umzusetzenund weiterzuentwickeln. Dabei sollenQualitätsmanagementprozesse gesteuert, kontrolliertund optimiert sowie das Qualitätsbewusstseinder Mitarbeiter gefördert werden. Projektesollen geleitet und Projektteams zusammengestelltwerden. Dabei sind Prinzipien undMethoden des Projektmanagements umzusetzensowie Moderations- und Präsentationstechnikeneinzusetzen. In diesem Rahmen können folgendeQualifikationsinhalte geprüft werden:1. Planen und Festlegen von Qualitätszielen,2. Anwenden von Qualitätsmanagementmethodenund -techniken,3. Planen und Steuern von qualitätssicherndenund -verbessernden Maßnahmen,4. Planen, Durchführen, Kontrollieren undEvaluieren von unternehmens- und kundenbezogenenProjekten.3


(6) Im Handlungsbereich „Leistungserstellungim Tourismus“ soll die Fähigkeit nachgewiesenwerden, touristische Leistungen kunden- undmarktgerecht zu erstellen. Dabei sind die spezifischenAufgaben und Tätigkeiten der beteiligtenUnternehmen, Organisationen, Institutionen undPersonen zu berücksichtigen sowie Kooperationenzu gestalten und zu nutzen. Bei der touristischenLeistungserstellung sind die betriebswirtschaftlichenund rechtlichen Anforderungen derBeteiligten sowie die politischen Rahmenbedingungenzu berücksichtigen. In diesem Rahmenkönnen folgende Qualifikationsinhalte geprüftwerden:1. Gestalten der Beziehungen mit unterschiedlichentouristischen Dienstleisternzur Optimierung des Angebotes,2. Berücksichtigen von Märkten, Marktstrukturenund Kundenbedürfnissen bei derLeistungserstellung,3. Entwickeln und Anbieten von touristischenProdukten,4. Planen und Umsetzen von Veranstaltungenund Events unter Berücksichtigungspezifischer Rahmenbedingungen.§ 5Anrechnung anderer PrüfungsleistungenDer Prüfungsteilnehmer oder die Prüfungsteilnehmerinist auf Antrag von der Ablegungeinzelner Prüfungsbestandteile durch die zuständigeStelle zu befreien, wenn eine andere vergleichbarePrüfung vor einer öffentlichen oderstaatlich anerkannten Bildungseinrichtung odervor einem staatlichen Prüfungsausschuss erfolgreichabgelegt wurde, und die Anmeldung zurFortbildungsprüfung innerhalb von fünf Jahrennach der Bekanntgabe des Bestehens der anderenPrüfung erfolgt.§ 6Bewerten der Prüfungsleistungenund Bestehen der Prüfung(1) Wurde in der schriftlichen Prüfungsleistungeine mindestens ausreichende Leistungerbracht, ist die schriftliche Prüfungsleistungbestanden. Wurde in der mündlichen Prüfungsleistunginsgesamt mindestens eine ausreichendeLeistung erbracht, ist die mündliche Prüfungsleistungbestanden. Die Prüfung ist bestanden,wenn sowohl in der mündlichen als auch in derschriftlichen Prüfungsleistung mindestens ausreichendeLeistungen erbracht wurden.(2) Die schriftliche und die mündliche Prüfungsind jeweils nach Punkten gesondert zu bewerten.Die Gesamtnote ergibt sich aus dem arithmetischenMittel der beiden Punktebewertungenund ist gesondert auszuweisen.(3) Über das Bestehen der Prüfung ist einZeugnis nach der Anlage 1 und der Anlage 2auszustellen. Im Falle der Freistellung gemäß § 5sind Ort und Datum der anderweitig abgelegtenPrüfung sowie die Bezeichnung des Prüfungsgremiumsanzugeben.§ 7Wiederholung der Prüfung(1) Eine Prüfung, die nicht bestanden ist,kann zweimal wiederholt werden.(2) Wer auf Antrag an einer Wiederholungsprüfungteilnimmt und sich innerhalb von zweiJahren dazu anmeldet, ist von der schriftlichenPrüfung zu befreien, wenn die dort in einer vorangegangenenPrüfung erbrachte Leistung mindestensausreichend ist. Der Antrag kann sichauch darauf richten, die bestandene Prüfungsleistungeinmal zu wiederholen. In diesem Fallgilt in diesem Fall das Ergebnis der letzten Prüfung.§ 8AusbildereignungWer die Prüfung zum Geprüften Tourismusfachwirt/zurGeprüften Tourismusfachwirtin nachdieser Verordnung bestanden hat, ist vom schriftlichenTeil der Prüfung der nach dem Berufsbildungsgesetzerlassenen Ausbilder-Eignungsverordnung befreit.§ 9Übergangsvorschriften(1) Begonnene Prüfungsverfahren zum Tourismusfachwirt(IHK)/zur Tourismusfachwirtin(IHK) können bis zum 31. Dezember 2015 nachden bisherigen Vorschriften zu Ende geführt werden.Im Übrigen kann bei der Anmeldung zurPrüfung bis zum Ablauf des 30. Juni 2014 dieAnwendung der bisherigen Vorschriften beantragtwerden.(2) Die zuständige Stelle kann auf Antragdes Prüfungsteilnehmers oder der Prüfungsteilnehmerindie Wiederholungsprüfung nach dieserVerordnung durchführen.§ 10InkrafttretenDiese Verordnung tritt am 1. Juli 2012 in Kraft.Bonn, den 2012Die Bundesministerin fürBildung und Forschung4


MusterAnlage 1(zu § 7 Absatz 4)(Bezeichnung der zuständigen Stelle)Zeugnisüber die Prüfung zum anerkannten FortbildungsabschlussGeprüfter Tourismusfachwirt /Geprüfte TourismusfachwirtinHerr / Fraugeboren amhat amindie Prüfung zum anerkannten FortbildungsabschlussGeprüfte Tourismusfachwirt / Geprüfte Tourismusfachwirtinnach der Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Fortbildungsabschluss Geprüfter Tourismusfachwirtund Geprüfte Tourismusfachwirtin vom xxxx 2011 (BGBl. I Nr. xx, S. xxx ff.)bestanden.DatumUnterschrift(en)(Siegel der zuständigen Stelle)1


MusterAnlage 2(zu § 7 Absatz 4)Herr / Frau(Bezeichnung der zuständigen Stelle)Zeugnisüber die Prüfung zum anerkannten FortbildungsabschlussGeprüfter Tourismusfachwirt / Geprüfte Tourismusfachwirtingeboren amhat amindie Prüfung zum anerkannten FortbildungsabschlussGeprüfter Tourismusfachwirt / Geprüfte Tourismusfachwirtnach der Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Fortbildungsabschluss Geprüfter Tourismusfachwirtund Geprüfte Tourismusfachwirtin vom … (BGBl. I S. …..) mit folgenden Ergebnissenbestanden:Punkte 1Note1. Schriftliche Prüfung in den Handlungsbereichen ……… ……….Unternehmensführung und -entwicklungBetriebswirtschaftliche Bewertung und Steuerung von GeschäftsprozessenPersonalführung und -entwicklungGestaltung des MarketingprozessesQualitäts- und ProjektmanagementLeistungserstellung im Tourismus2. Mündliche Prüfung ……… ………Präsentation und FachgesprächGesamtnote ……… ………(Im Fall des § 5: „Der Prüfungsteilnehmer / Die Prüfungsteilnehmerin wurde nach § 5 im Hinblick auf die am ..................... in ..............................vor ................................ abgelegte Prüfung von der Prüfung .............................. freigestellt.“)DatumUnterschrift(en)(Siegel der zuständigen Stelle)1 Den Bewertungen liegt folgender Punkteschlüssel zu Grunde: ……………………………………………………….6

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