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Volkswagen Umweltbericht 2001/2002 (deutsch) - Volkswagen AG

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<strong>Volkswagen</strong><br />

<strong>Umweltbericht</strong> <strong>2001</strong>/<strong>2002</strong><br />

Mobilität und Nachhaltigkeit


1<br />

2<br />

3<br />

4<br />

5<br />

6<br />

7<br />

8<br />

I n h a l t<br />

E d i to r i a l<br />

E i n l e i t u n g<br />

G e l e i t w o r t e<br />

Auf einen Blick<br />

N a c h h a l t i g keit &<br />

gesellschaftliche Ve r a n t wo rt u n g<br />

H e ra u s fo rd e r u n g e n<br />

C h a ra k t e r i s t i ka<br />

G e s ch ä f t s s t ra t e g i e n<br />

We r t s ch ö p f u n g<br />

W i r t s ch a f t l i che Da t e n<br />

G e s e l l s ch a f t l i che Ko m p e t e n z<br />

Co r p o rate Social Re s p o n s i b i l i t y<br />

Ko o p e rative Ko n fl i k t b e w ä l t i g u n g<br />

U n t e r n e h m e n s b e w e r t u n g e n<br />

U mweltpolitik & -management<br />

U m w e l t p o l i t i k<br />

K l i m a s chutz und Kra f t s to ff v e r b ra u ch<br />

S a ch b i l a n z<br />

U m w e l t ko s t e n<br />

Ö ko - Au d i t<br />

M i ta r b e i t e r<br />

U m w e l t g e s ch i ch t e<br />

Ziele und Maßnahmen<br />

Pr o d u k t e<br />

Pro d u k t p o l i t i k<br />

F S I<br />

U n s e re Modelle<br />

E r fahrung mit dem Lupo 3L T D I<br />

Forschung & Entwicklung<br />

K ra f t s to ff s t ra t e g i e<br />

Au to und Umwelt<br />

Umweltmanagement in der T E<br />

Das Ein-Liter- Au to<br />

Vernetzte Mobilität<br />

E l e k t ro h y b r i d fa h r z e u g e<br />

Recycling<br />

Produktion & St a n d o rt e<br />

Weltweites Netzwerk<br />

L o g i s t i k<br />

L i e fe ra n t e n<br />

Internationales Material-Daten-System<br />

S tandorte und Re p o r ta g e n<br />

Umweltdaten<br />

Pa rtner & Pr o j e k t e<br />

U m w e l t s chutz im Ku n d e n s e r v i c e<br />

Porträt Au tohaus Stipsch i t z<br />

Umsetzung der A l ta u to - R i ch t l i n i e<br />

M o b i l i t ä t s p ro je k t e<br />

V C D - Au to - U m w e l t l i s t e<br />

E c o To p Te n - Pro je k t<br />

Pa r t n e r s chaft mit dem NABU<br />

Global Reporting Initiative<br />

Pro jekt „Nachhaltige Mobilität“<br />

Fa h r- und Spartipps<br />

A bs c h l u ss & Anhang<br />

Rü ck b l i ck <strong>Umweltbericht</strong> 19 9 9 / 20 0 0<br />

De r U m w e l t b e r i cht wird geprüft<br />

Te s ta t<br />

G l o s sa r<br />

Ko n ta k t e<br />

2<br />

3<br />

4<br />

6<br />

7<br />

8<br />

1 0<br />

1 1<br />

1 2<br />

1 3<br />

1 5<br />

1 6<br />

18<br />

20<br />

21<br />

2 2<br />

2 4<br />

2 6<br />

2 8<br />

2 9<br />

30<br />

3 3<br />

3 4<br />

37<br />

3 8<br />

4 0<br />

4 4<br />

5 0<br />

5 1<br />

5 2<br />

5 8<br />

6 2<br />

6 3<br />

6 4<br />

6 6<br />

6 8<br />

69<br />

70<br />

7 1<br />

73<br />

74<br />

7 6<br />

9 0<br />

97<br />

9 8<br />

9 9<br />

1 0 1<br />

1 0 2<br />

1 05<br />

1 0 6<br />

1 07<br />

1 0 8<br />

1 0 9<br />

1 1 0<br />

1 1 1<br />

1 1 2<br />

1 14<br />

1 1 5<br />

1 1 6<br />

1 19<br />

Die Kra f t st o ff st ra t e g i e<br />

Wa s s e r s to ff wird sich e r einmal in Zukunft die meisten Au tos antre i b e n .<br />

Bis dahin sind Erdgas, Synthesesprit und Tre i b s to ffe aus nach w a chsenden<br />

Ro h s to ffen die Alternativen zu Benzin und Diesel.<br />

S. 52<br />

S. 76<br />

O rt st e r m i n<br />

Vo l k s w a g e n - M i ta r b e i t e r sind ideenre i ch und erfinderisch, wenn es um<br />

Ve rantwortung für M e n s ch und Umwelt an ihrem Standort geht. Da s<br />

re i cht vom Wa s s e r s p a ren bis zum T h ea t e r s t ü ck .<br />

Pa rtner & Pr o j e k t e


S. 30<br />

Gemeinsam sind wir stark<br />

S. 97<br />

Einsatz für zukünftige Generationen<br />

Nachhaltigkeit & gesellschaftliche Verantwortung<br />

Vorbeugen ist besser als heilen<br />

Die Auszubildenden bei <strong>Volkswagen</strong> lernen den Schutz der Umwelt<br />

mit seinen zahlreichen Facetten kennen. Der Klimaschutz ist<br />

die größte umweltrelevante Aufgabe der Zukunft.<br />

Produktion & Standorte<br />

<strong>Volkswagen</strong> ist nicht nur Partner für seine<br />

Kunden, sondern auch für seine Servicebetriebe.<br />

Dazu kommen zahlreiche Engagements<br />

für Umwelt und Nachhaltigkeit auf<br />

nationaler wie internationaler Ebene.<br />

Forschung & Entwicklung<br />

S. 40<br />

Die heutigen Bedürfnisse befriedigen,<br />

ohne späteren Generationen die<br />

Chancen zur Entwicklung zu nehmen.<br />

Das ist für <strong>Volkswagen</strong> die Herausforderung,<br />

verantwortungsbewusst<br />

unternehmerisch zu handeln.<br />

S. 15<br />

Umweltpolitik & -management<br />

FSI<br />

Produkte<br />

Ein Kürzel für die Zukunft. Weniger Verbrauch und<br />

weniger Emissionen. Dank Benzindirekteinspritzung ist<br />

der Ottomotor ein Stück umweltfreundlicher geworden.<br />

0<br />

1


Editorial<br />

Liebe Leserin, lieber Leser,<br />

unser <strong>Umweltbericht</strong> trägt erstmals einen Untertitel:<br />

Mobilität und Nachhaltigkeit. Dafür gibt es gute Gründe.<br />

Die Umweltschutzdiskussion wird immer häufiger um<br />

andere Aspekte der Nachhaltigkeit von Unternehmen<br />

erweitert – zu einer Gesamtbetrachtung der ökologischen,<br />

wirtschaftlichen und sozialen Dimension unternehmerischen<br />

Handelns. Die Diskussion darüber, was<br />

ein Nachhaltigkeitsbericht enthalten soll, ist jedoch<br />

noch offen. Aus diesem Grund sind wir am Dialog über<br />

sinnvolle Leitplanken und Indikatoren einer Nachhaltigkeitsberichterstattung<br />

sowohl auf nationaler wie<br />

internationaler Ebene aktiv beteiligt und beabsichtigen,<br />

in zwei Jahren einen Nachhaltigkeitsbericht vorzulegen,<br />

der Ihren und unseren hohen Ansprüchen gerecht wird.<br />

Das Spannungsverhältnis von Nachhaltigkeit und<br />

Mobilität hat für uns zentrale Bedeutung. Mit der Fotolinie<br />

„Mensch und Mobilität“ wollen wir darauf aufmerksam<br />

machen, dass Mobilität in einer zusammenrückenden<br />

und zunehmend dichter bevölkerten Welt oft<br />

ein existenziell wichtiger Wert ist. Sie umweltgerecht<br />

ermöglichen zu können fordert unsere ganze Kreativität.<br />

Mobilität ist aber auch unser tägliches Geschäft, und<br />

deshalb gibt der Bericht vor allem darüber Auskunft,<br />

welche Anstrengungen wir in den letzten beiden Jahren<br />

unternommen haben und welche Ziele wir verfolgen,<br />

um weitere Fortschritte zu erreichen. Dabei spielt die<br />

FSI-Technik eine zentrale Rolle auch in diesem Bericht.<br />

Aber natürlich interessieren sich unsere Leser nicht nur<br />

für Spitzenleistungen, sondern auch für die Umweltauswirkungen<br />

aller Modelle. Mit der lückenlosen Darstellung<br />

unserer Fahrzeuge wurde unser erster <strong>Umweltbericht</strong><br />

zum Vorbild in der <strong>Umweltbericht</strong>erstattung unserer<br />

Branche. Nun hat uns die Informationstechnik überholt.<br />

Im Internet können wir Sie unter<br />

www.volkswagen-umwelt.de<br />

aktueller, kontinuierlicher und schneller informieren.<br />

Im <strong>Umweltbericht</strong> verweisen wir an den entsprechenden<br />

Stellen darauf und beschränken uns im Text mehr auf<br />

grundsätzliche Darstellungen. Damit haben wir mehr<br />

Raum für eine Strategiediskussion über die<br />

langfristige Entwicklung der individuellen<br />

Mobilität, für die das Auto steht, gewonnen.<br />

Deshalb ist die Antriebs- und Kraftstoffstrategie<br />

von <strong>Volkswagen</strong> ein weiteres Schwerpunktthema<br />

dieses Berichts.<br />

Im Zuge der Globalisierung hat sich die Zahl<br />

der <strong>Volkswagen</strong>-Standorte weiter erhöht. Wir<br />

stellen Ihnen darum exemplarisch vier Standorte<br />

aus drei Kontinenten ausführlicher als<br />

gewohnt vor und verweisen für eine detailliertere<br />

Darstellung aller anderen Standorte auf<br />

unsere Website<br />

www.volkswagen-umwelt.de/vor-ort<br />

Unser <strong>Umweltbericht</strong> ist weiterhin eine Einladung<br />

zum Dialog über Mobilität, von dem wir –<br />

und hoffentlich auch Sie – in den vergangenen<br />

Jahren profitiert haben.<br />

Ein Dankeschön möchte ich dem engagierten<br />

Redaktionsteam aussprechen sowie allen<br />

kompetenten Kolleginnen und Kollegen, die<br />

mit ihren Informationen den Grundstein für<br />

diesen Bericht gelegt haben.<br />

Viel Spaß damit!<br />

Dr. Horst Minte<br />

Umwelt, Produkt und Verkehr


Einleitung<br />

1


Geleitworte<br />

Nachhaltiger Unternehmenserfolg und<br />

Nachhaltige Mobilität<br />

<strong>Volkswagen</strong> verfolgt eine langfristig orientierte Unternehmenspolitik.<br />

Die Sicherung der Rentabilität und die<br />

Erhöhung des Wertes unserer Produkte tragen dabei<br />

ebenso zu unserem Erfolg bei wie die Entwicklung<br />

flexibler Arbeitszeitmodelle und verbrauchsarmer Fahrzeuge.<br />

Die Tradition von <strong>Volkswagen</strong> sowie das Umfeld<br />

prägen dabei einen volkswagenspezifischen Weg der<br />

nachhaltigen Unternehmensführung. Der Lupo 3L TDI<br />

und die Vier-Tage-Woche stehen für diesen Weg. Gegenwärtig<br />

sind die FSI-Technik und das Projekt „5000x5000“<br />

wichtige Meilensteine.<br />

Zukünftig wird <strong>Volkswagen</strong> auch Modelle der Oberklasse<br />

auf den Markt bringen. Dieses ist eine konsequente Erweiterung<br />

der Modellpalette. Auch in diesen Segmenten<br />

möchten wir die Technologieführerschaft, die wir in den<br />

anderen Fahrzeugklassen besitzen, unter Beweis stellen.<br />

In den letzten Jahren haben wir unser Angebot an verbrauchsarmen<br />

und wirtschaftlichen Fahrzeugen erweitert.<br />

Der Drei-Liter-Lupo, seit 1999 auf dem Markt, ist<br />

unsere Formel 1 in diesem Segment. Er führt bereits im<br />

dritten Jahr hintereinander die Auto-Umweltliste des<br />

Verkehrsclubs Deutschland an. Unsere Ziele gehen<br />

jedoch noch weiter. An der Spitze steht das Ein-Liter-<br />

Auto, das wir zurzeit entwickeln und das neue Maßstäbe<br />

setzen wird.<br />

Nachhaltige Mobilität macht <strong>Volkswagen</strong> jedoch nicht<br />

nur an einzelnen Fahrzeugen fest. An dem TDI-Motor,<br />

der zurzeit unsere sparsamste Technik ist, wird dies<br />

besonders deutlich. Die Erhöhung des Dieselanteils<br />

in der <strong>Volkswagen</strong>-Flotte auf über 40 Prozent leistet<br />

auf lange Sicht einen quantifizierbaren Beitrag zum<br />

Klimaschutz. Bei den Ottomotoren setzen wir ebenfalls<br />

konsequent auf die Direkteinspritzung.<br />

In den kommenden Jahren werden wir unser<br />

Angebot an Fahrzeugen mit Motoren der FSI-<br />

Technik deutlich erweitern. So wollen wir den<br />

Flottenverbrauch weiter reduzieren und die<br />

gemeinsame Zusage der Automobilindustrie<br />

erfüllen, bis 2008 den CO2-Ausstoß je Kilometer<br />

auf 140 Gramm zu senken. Bis sich<br />

alternative Antriebsformen wie die Brennstoffzelle<br />

durchsetzen werden, benötigen wir<br />

konsequente Übergangsstrategien. Mit der<br />

Kraftstoffstrategie bereitet sich <strong>Volkswagen</strong><br />

auf diese Zeitspanne vor. Sie umfasst eine<br />

Effizienzerhöhung der Motoren, die Einbeziehung<br />

alternativer Energiequellen zur Kraftstoffherstellung<br />

und die Entwicklung von<br />

CO2-neutralen Pfaden zum Fahrzeugbetrieb.<br />

FSI und Kraftstoffstrategie werden langfristig<br />

den Erfolg von <strong>Volkswagen</strong> sichern, so wie der<br />

bei <strong>Volkswagen</strong> vor 25 Jahren in den Markt<br />

eingeführte Dieselmotor.<br />

Für den Erfolg an der Börse sind häufig jedoch<br />

kurzfristigere Faktoren entscheidend. Wie die<br />

Entwicklung an den internationalen Finanzmärkten<br />

zeigt, müssen nachhaltiger Unternehmenserfolg<br />

und Shareholder Value jedoch<br />

nicht im Widerspruch zueinander stehen.<br />

Indizes wie der Dow Jones Sustainability World<br />

Index (DJSI World) der New Yorker Börse oder<br />

der FTSE4Good der Londoner Börse, die Unternehmen<br />

nach Kriterien der Nachhaltigkeit<br />

bewerten, beginnen sich durchzusetzen. Wir<br />

empfinden es als Bestätigung unserer Unternehmensstrategie,<br />

dass <strong>Volkswagen</strong> in beide<br />

Indizes aufgenommen wurde.<br />

Wolfsburg, im Dezember <strong>2001</strong><br />

Dr. techn. h. c. Dipl.-Ing. ETH Ferdinand Piëch<br />

Vorsitzender des Vorstands


Begriffe, die sehr häufig in der öffentlichen Diskussion<br />

verwendet werden, drohen ihren Aussagewert zu verlieren.<br />

Leider geht es dem Begriff der „Nachhaltigkeit“<br />

nicht besser. Ohne ein klares Begriffsverständnis wird<br />

„Nachhaltigkeit“ zu einem Synonym für „Dauerhaftigkeit“<br />

oder „Nachdrücklichkeit“. Beides entspricht jedoch<br />

nicht der ursprünglichen Bedeutung des Begriffes. Ausgehend<br />

vom Umweltgipfel in Rio de Janeiro von 1992,<br />

sollte der Begriff „Nachhaltigkeit“ für ein Gestaltungsprinzip<br />

gesellschaftlicher Entwicklung stehen. Dieses<br />

Gestaltungsprinzip fordert, den zukünftigen Generationen<br />

mindestens gleichwertige Entwicklungsgrundlagen<br />

zu überlassen bzw. zu hinterlassen. Dieses Gestaltungsprinzip<br />

bezieht sich ausdrücklich auf die Gestaltung<br />

von Ökologie, Ökonomie und der sozialen Lebensverhältnisse.<br />

Es ist ein großer Fortschritt, darauf aufmerksam<br />

gemacht zu haben, dass diese drei Dimensionen<br />

nur integriert und nicht isoliert voneinander gestaltet<br />

werden können.<br />

Der Gesamtbetriebsrat fühlt sich natürlich in besonderer<br />

Weise der sozialen Dimension von Nachhaltigkeit verpflichtet<br />

und hat zentrale Strategien, Vereinbarungen<br />

und Projekte aus diesem Blickwinkel auf den Weg<br />

gebracht. Hierzu seien nur folgende herausragende<br />

Beispiele genannt:<br />

Mit der Einführung der so genannten Vier-Tage-<br />

Woche sind 1994 in einer akuten Beschäftigungskrise<br />

Massenentlassungen und damit die Auflösung von<br />

Beschäftigungsverhältnissen verhindert worden. Stattdessen<br />

konnten auch für zukünftige Generationen<br />

Beschäftigungskapazitäten gesichert werden.<br />

Mit dem Zeitwertpapier, der Altersteilzeit, der Einstellung<br />

und Übernahme von Auszubildenden ist bei<br />

<strong>Volkswagen</strong> ein Generationen übergreifendes System<br />

der Beschäftigungsentwicklung entstanden, das einem<br />

Generationenvertrag entspricht.<br />

Soziale Verantwortung fordert<br />

Nachhaltigkeit<br />

Geleitworte Einleitung<br />

Mit der Aktion „Eine Stunde für die<br />

Zukunft“ betont der Gesamtbetriebsrat die<br />

globale soziale Verantwortung von transnationalen<br />

Konzernen auch über die eigenen<br />

Firmengrenzen hinaus und stellt hierbei<br />

heraus, dass eine Trennung der Überlebensinteressen<br />

von Menschen nach Weltregionen<br />

überholt ist.<br />

Das Gestaltungsprinzip der Verhinderung<br />

von Standortschließungen und Massenentlassungen<br />

im weltweiten <strong>Volkswagen</strong>-Konzern<br />

folgt der Maßgabe einer global ungeteilten<br />

und unteilbaren sozialen Verantwortung.<br />

An den vier genannten Beispielen wird deutlich,<br />

dass Nachhaltigkeit als Maßgabe für<br />

soziale Verantwortung stark auf die Herstellung<br />

von Gleichgewichten abzielt. Gleich<br />

gewichtet werden soziale Verpflichtung und<br />

ökonomische Leistungsfähigkeit, die Teilhabeinteressen<br />

der Generationen sowie die<br />

Entwicklungsansprüche der Standorte in den<br />

unterschiedlichen Weltregionen. Ressourcenvernichtung<br />

oder gar -zerstörung werden<br />

somit vermieden, erweiterte Entwicklungsmöglichkeiten<br />

werden hierdurch erschließbar.<br />

Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung<br />

verhalten sich aus diesem Grund wie ein<br />

Gestaltungsprinzip zu einer Zielsetzung.<br />

Beide bedingen einander und lassen aus einer<br />

Forderung reale Verhältnisse entstehen. In<br />

diesem Sinne werden wir weiterarbeiten.<br />

Klaus Volkert<br />

Vorsitzender des Gesamt- und<br />

Konzernbetriebsrats<br />

1<br />

4<br />

5


6<br />

7<br />

Auf einen Blick<br />

Die Marken <strong>Volkswagen</strong>-Pkw und -Nutzfahrzeuge in Zahlen<br />

<strong>Volkswagen</strong>-Pkw<br />

2000<br />

1999<br />

+/- (in Prozent)<br />

<strong>Volkswagen</strong>-Nutzfahrzeuge<br />

2000<br />

1999<br />

+/- (in Prozent)<br />

Benzin-DI*<br />

Benzin<br />

Alternative Antriebe<br />

Diesel-DI*<br />

Diesel<br />

*DI = Direkteinspritzung.<br />

Belegschaft<br />

Tsd. (Stand<br />

31.12.)<br />

100 %<br />

125,6 992<br />

12.923 122,7<br />

80 %<br />

60 %<br />

40 %<br />

20 %<br />

17.756 + 2,3<br />

18,0<br />

17,5<br />

+ 2,8<br />

Antriebsentwicklung von 1995 bis 2015<br />

Zukünftige Marktanteile<br />

Quelle: RWTH Aachen<br />

Produktion<br />

Tsd.<br />

Fahrzeuge<br />

*Ohne außerordentliche Aufwendungen/Altauto-Richtlinie.<br />

Quelle: VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong><br />

1.999<br />

1.981<br />

+ 0,9<br />

247<br />

238<br />

+ 3,7<br />

Absatz<br />

Tsd.<br />

Fahrzeuge<br />

2.396<br />

2.382<br />

+ 0,6<br />

289<br />

284<br />

+ 1,5<br />

Minderung der CO 2-Emissionen durch sinkenden Flottenverbrauch<br />

ACEA-CO2-Zusage<br />

ACEA-Istzustand<br />

<strong>Volkswagen</strong><br />

%<br />

0<br />

-10<br />

-20<br />

-30<br />

-40<br />

1995<br />

2000 2005 2010<br />

Beitrag von <strong>Volkswagen</strong> zur Erfüllung der ACEA-CO 2-Zusage<br />

(0 % entspricht CO 2-Emissionen auf Basis des Flottenverbrauchs 1995)<br />

Quelle: VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong><br />

1995 2000 2005 2010 2015<br />

Umsatz<br />

Mio. ¤<br />

46.544<br />

43.546<br />

+ 6,9<br />

4.562<br />

4.348<br />

+ 4,9<br />

Ergebnis vor<br />

Steuern*<br />

Mio. ¤<br />

1.671<br />

1.348<br />

+ 24,0<br />

258<br />

249<br />

+ 3,5<br />

Stand Öko-Audit (EMAS)<br />

Erstzertifizierung<br />

Standorte<br />

VW Emden<br />

VW Zwickau/Mosel<br />

VW Braunschweig<br />

VWK Wolfsburg<br />

VW Salzgitter<br />

VW Wolfsburg<br />

VW Navarra<br />

VW Kassel<br />

VWK Kassel<br />

VW Chemnitz<br />

VWN Hannover<br />

Erstzertifizierung<br />

geplant:<br />

VW Brüssel<br />

VW Poznan<br />

Rezertifizierung<br />

durchgeführt:<br />

VW Emden<br />

VW Zwickau/Mosel<br />

VW Braunschweig<br />

VW Salzgitter<br />

VWK Wolfsburg<br />

VW Navarra<br />

VW Wolfsburg<br />

Rezertifizierung<br />

geplant:<br />

VW Kassel<br />

VWK Kassel<br />

VW Chemnitz<br />

VW Zwickau/Mosel<br />

Quelle: VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong><br />

Datum<br />

09/95<br />

03/96<br />

06/96<br />

07/96<br />

12/96<br />

12/97<br />

12/97<br />

11/98<br />

11/98<br />

07/99<br />

03/01<br />

04/02<br />

03/03<br />

09/98<br />

09/01<br />

05/99<br />

06/99<br />

11/99<br />

11/99<br />

11/00<br />

01/01<br />

12/01<br />

12/01<br />

04/02<br />

04/02


Nachhaltigkeit &<br />

gesellschaftliche Verantwortung<br />

5<br />

6<br />

2


Nachhaltigkeit – Herausforderung<br />

unternehmerischen Handelns<br />

Seit dem Bericht der Brundtland-Kommission von 1987<br />

und der UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung in<br />

Rio de Janeiro im Jahr 1992 ist Nachhaltige Entwicklung<br />

zu einem globalen politischen Leitbild geworden. So<br />

vielfältig der Begriff der Nachhaltigkeit bereits Eingang<br />

in die politische Diskussion gefunden hat, so offen ist<br />

indessen seine Bedeutung geblieben. Für die Integration<br />

dieses Leitbildes in ein Unternehmen ist daher eine<br />

konkrete Bestimmung des Begriffs Nachhaltige Entwicklung<br />

erforderlich.<br />

Der von der Brundtland-Kommission geprägte Begriff der<br />

Nachhaltigkeit zielt insbesondere auf die Gerechtigkeit<br />

zwischen den Generationen ab. Nachhaltigkeit wird verstanden<br />

als die Befriedigung der Bedürfnisse gegenwärtiger<br />

Generationen, ohne das dadurch die Entwicklungschancen<br />

zukünftiger Generationen und deren Möglichkeiten,<br />

ihre eigenen Bedürfnisse zu erfüllen, eingeschränkt<br />

werden. <strong>Volkswagen</strong> interpretiert dies als Aufforderung,<br />

eine langfristig orientierte Unternehmenspolitik zu<br />

betreiben, die sich nicht nur ökonomischen, sondern<br />

zugleich auch ökologischen und sozialen Herausforderungen<br />

stellt. In dieser Hinsicht gehört Nachhaltige Entwicklung<br />

zu den neuen politischen Herausforderungen für<br />

Unternehmen. Dabei unterliegt das Unternehmen nicht<br />

nur gesetzlichen Rahmenbedingungen, sondern ist auch<br />

Herausforderungen durch neue politische Prozesse<br />

Unternehmen, NGOs, Beschäftigte,<br />

Investoren, Verbraucher<br />

Internationale Organisationen,<br />

Verbände<br />

EU, Nationalstaaten<br />

Quelle: VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong><br />

Selbstverantwortung<br />

c<br />

d<br />

Richtlinien,<br />

Selbstverpflichtungen<br />

c<br />

d<br />

c<br />

d<br />

c<br />

d<br />

Gesetzliche<br />

Rahmenbedingungen<br />

selbstverantwortlicher Akteur und Partner von<br />

Institutionen und Organisationen bei der<br />

Gestaltung einer Nachhaltigen Entwicklung.<br />

Für <strong>Volkswagen</strong> umfasst Nachhaltigkeit<br />

insgesamt drei zentrale Elemente:<br />

• dauerhafte Balance des ökonomischen,<br />

ökologischen und sozialen Systems und das<br />

Streben nach einem langfristigen Ausgleich<br />

divergierender Interessen<br />

• Verantwortung für das eigene Handeln auf<br />

regionaler, nationaler und globaler Ebene<br />

• transparente Kommunikation und faire<br />

Kooperation<br />

Nachhaltigkeit bedeutet vernetztes Denken<br />

Die Nachhaltige Entwicklung ist ein Prozess<br />

aller gesellschaftlichen Gruppen, von Bürgern<br />

und Staat, Unternehmen und Kunden, Verbänden<br />

und Parteien. Nachhaltigkeit bedeutet,<br />

die eigenen Interessen nicht mehr isoliert,<br />

sondern vor dem Hintergrund ökonomischer,<br />

ökologischer und sozialer Aspekte zu bewerten.<br />

Anforderungen gesellschaftlicher<br />

Anspruchsgruppen<br />

Marktanforderungen<br />

Forderungen auf<br />

staatlicher Ebene


Insbesondere von Unternehmen wird erwartet, dass sie<br />

eine aktive Rolle übernehmen. Ökonomisch betrachtet<br />

sind Unternehmen und ihre Mitarbeiter Schöpfer gesellschaftlichen<br />

Wohlstands. Technologisch gesehen sind sie<br />

Förderer des Fortschritts. Zur Produktion von Gütern<br />

und Dienstleistungen nehmen sie natürliche Ressourcen<br />

in Anspruch. Zugleich schaffen und sichern sie Arbeitsplätze<br />

und soziale Sicherheit und eröffnen ihren Mitarbeitern<br />

Möglichkeiten für die individuelle Entfaltung.<br />

Ökologisch gesehen beanspruchen Unternehmen die<br />

Belastungsfähigkeit der Biosphäre. Damit sind Unternehmen<br />

ökonomische, ökologische, technologische und<br />

soziale Akteure, die zu einer Nachhaltigen Entwicklung<br />

beitragen können.<br />

<strong>Volkswagen</strong> ist als Corporate Citizen ein Teil der Gesellschaft.<br />

Als global agierendes Unternehmen werden wir<br />

in verschiedenen Ländern und Kulturkreisen mit unterschiedlichen<br />

gesellschaftlichen Rahmenbedingungen<br />

und Erwartungen konfrontiert und beteiligen uns dort<br />

World Summit on Sustainable Development <strong>2002</strong> „Rio plus zehn“<br />

Zehn Jahre nach dem so genannten „Erdgipfel von Rio“, der Konferenz<br />

der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung 1992 in<br />

Rio de Janeiro, wird die internationale Staatengemeinschaft im<br />

September <strong>2002</strong> in Johannesburg auf dem World Summit on Sustainable<br />

Development (WSSD) hinsichtlich der Beschlüsse und Ergebnisse<br />

von Rio Bilanz ziehen. Vordringliche Aufgabe des Treffens<br />

ist es, der globalen Umweltpolitik und dem Streben nach einer<br />

Nachhaltigen Entwicklung neue Anstöße zu geben. Nicht nur Regierungen,<br />

sondern auch Wirtschaftsunternehmen werden Rechenschaft<br />

ablegen, welchen Beitrag sie innerhalb der letzten zehn Jahre geleistet<br />

haben, um die Armut zu bekämpfen, die Ressourcen der Erde sparsamer<br />

einzusetzen und das Leben so zu gestalten, dass künftige<br />

Generationen eine lebenswerte Welt vorfinden.<br />

Bei der Konferenz in Rio de Janeiro war <strong>Volkswagen</strong> u. a. durch seinen<br />

Vorstandsvorsitzenden Dr. Carl Hahn vertreten. Im Vorfeld der<br />

Nachfolgekonferenz ziehen Unternehmensleitung und Standorte<br />

Bilanz. Gleichzeitig werden, vor allem an den Fertigungsstätten in<br />

den industriellen Schwellenländern, neue Initiativen gestartet. Die<br />

Beteiligung an Arbeitskreisen für eine lokale Agenda 21 dient an<br />

zahlreichen Standorten dazu, mit Behörden und Bevölkerung an<br />

Maßnahmen zur Zukunftssicherung dieser Standorte zu arbeiten.<br />

Herausforderungen Nachhaltigkeit & Verantwortung<br />

an der gesellschaftlichen Entwicklung. Durch<br />

die aktive Teilnahme an der UN-Konferenz für<br />

Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio de<br />

Janeiro und als Gründungsmitglied des World<br />

Business Council for Sustainable Development<br />

(WBCSD) haben wir uns frühzeitig mit dem<br />

Thema Nachhaltigkeit und seinen Herausforderungen<br />

für Unternehmen auseinander gesetzt.<br />

<strong>Volkswagen</strong> betrachtet das Konzept der<br />

Nachhaltigkeit nicht nur vor dem Hintergrund<br />

ethischer Erwartungen der Gesellschaft an<br />

Unternehmen, sondern auch als wesentlichen<br />

Beitrag zur Sicherung und Steigerung der globalen<br />

Wettbewerbsfähigkeit des gesamten<br />

Konzerns. Ökonomischer Erfolg wird zunehmend<br />

auch durch die langfristige Integration<br />

von ökologischen und sozialen Zielen erreicht.<br />

Im Rahmen des Engagements im „Mobility-Forum“ des<br />

Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP)<br />

erarbeitet <strong>Volkswagen</strong> gemeinsam mit weiteren internationalen<br />

Automobilherstellern für das WSSD in<br />

Johannesburg eine Bestandsaufnahme der seit der Konferenz<br />

von Rio umgesetzten Aktivitäten und plant weitere<br />

Initiativen. Darüber hinaus analysiert <strong>Volkswagen</strong> gemeinsam<br />

mit anderen <strong>deutsch</strong>en Unternehmen, Ministerien,<br />

Verbänden und gesellschaftlichen Gruppen in<br />

der „Rio-plus-zehn-Transparenz-Initiative“ der <strong>deutsch</strong>en<br />

Bundesregierung, welchen Beitrag die Auslandsinvestitionen<br />

der <strong>deutsch</strong>en Wirtschaft zu einer Verbesserung<br />

der Lebensbedingungen in den Entwicklungs- und<br />

Schwellenländern leisten. Diese Untersuchung soll<br />

gleichzeitig einen Lernprozess in Gang setzen, dessen<br />

Ergebnis im Rahmen der Konferenz in Südafrika kommuniziert<br />

wird.<br />

www.johannesburgsummit.org<br />

2<br />

8<br />

9


Charakteristika nachhaltiger<br />

Unternehmensentwicklung<br />

Nachhaltigkeit verstehen wir als einen kontinuierlichen<br />

Lernprozess, der sich durch folgende Charakteristika<br />

kennzeichnen lässt.<br />

Evolution: Die Nachhaltige Entwicklung eines Unternehmens<br />

knüpft an die Tradition, die Kultur und das Umfeld<br />

des jeweiligen Unternehmens an. Dies führt zu einem<br />

unternehmensspezifischen Weg der Nachhaltigkeit.<br />

Zentrale Ansatzpunkte für <strong>Volkswagen</strong> sind sowohl die<br />

kooperative Konfliktbewältigung und die betriebliche<br />

Mitbestimmung der Mitarbeiter als auch die starke regionale<br />

Verwurzelung und der aus Nachkriegserfahrungen<br />

resultierende sparsame Umgang mit knappen Ressourcen.<br />

Integration: Statt einer isolierten Optimierung der ökonomischen,<br />

sozialen und ökologischen Aspekte des<br />

Unternehmens wird eine integrierte Betrachtung angestrebt.<br />

Beispielhaft hierfür ist das Projekt „AutoVision“<br />

Strategische Beiträge zur Nachhaltigen Entwicklung bei <strong>Volkswagen</strong><br />

Innovative Umweltpolitik<br />

• Konzernweite Umweltziele<br />

• Umweltmanagementsysteme<br />

• Ökologische<br />

Produktinnovationen<br />

• Transparente<br />

Umweltkommunikation<br />

• Externe Kooperationen<br />

Integration<br />

Ökologie<br />

Steigerung des<br />

Unternehmenswertes<br />

Ökonomie<br />

Soziales<br />

Langfristige Unternehmenssicherung<br />

• Modulstrategie im Fahrzeugbau<br />

• Effiziente Motorentechnologie<br />

• Leichtbau<br />

• Mobilitätsdienstleistungen<br />

Wirtschaftsförderung<br />

• Innovations-Campus<br />

• Wettbewerb promotion<br />

• Zuliefereransiedlung<br />

Flexibilisierung der Arbeit<br />

• Vier-Tage-Woche<br />

• Zeit-Wertpapier<br />

• Pensionsfonds<br />

• Qualifizierung<br />

• Personal-Service-Agentur<br />

• Projekt „5000 x 5000“<br />

(siehe Seite 17). Hier wird das Ziel einer Halbierung<br />

der Arbeitslosenzahl am Standort Wolfsburg<br />

durch ökonomische Maßnahmen zur<br />

Förderung von Unternehmensgründungen<br />

und technischen Innovationen auch mit<br />

einem ökologischen Anspruch kombiniert.<br />

Kommunikation: Gesellschaftliche Akteure<br />

müssen sich über ihre jeweiligen Beiträge zu<br />

einer Nachhaltigen Entwicklung der Gesellschaft<br />

verständigen. Dies setzt Kommunikations-,<br />

Lern- und Kooperationsbereitschaft<br />

voraus. <strong>Umweltbericht</strong>e, Umwelterklärungen<br />

und Sachbilanzen zeigen, dass für <strong>Volkswagen</strong><br />

eine transparente Kommunikation selbstverständlich<br />

ist. In verschiedenen externen Foren<br />

engagiert sich <strong>Volkswagen</strong> zu Themen der Nachhaltigkeit:<br />

Zusammen mit dem WBCSD sind<br />

wir insbesondere an dem Projekt „Sustainable<br />

Mobility“ (siehe Seite 109) beteiligt. Auch im<br />

Synergien<br />

Quelle: VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong>


„Mobility Forum“ des Umweltprogramms der UN (UNEP)<br />

ist <strong>Volkswagen</strong> engagiert. Im Rahmen von CSR Europe<br />

kooperieren wir mit anderen europäischen Firmen bezüglich<br />

der sozialen Verantwortung von Unternehmen.<br />

<strong>Volkswagen</strong> ist Gründungsmitglied des econsense-<br />

Forums „Nachhaltige Entwicklung“ des Bundesverbandes<br />

der Deutschen Industrie (BDI). Kooperationen zum<br />

Thema Umweltschutz unterhält <strong>Volkswagen</strong> u. a. mit dem<br />

Freiburger Öko-Institut (siehe Seite 106) und dem Naturschutzbund<br />

Deutschland (NABU) (siehe Seite 107).<br />

www.volkswagen-umwelt.de/wissen/kooperationen-projekte<br />

Innovation: Die ganzheitliche Sichtweise der Nachhaltigkeit<br />

führt zu einem permanenten kritischen Hinterfragen<br />

des bisher Erreichten und eröffnet damit Innovationspotenziale.<br />

Ergebnisse dieses Denkens sind beispielsweise<br />

die „atmende Fabrik“ (siehe Seite 17), das Zeit-<br />

Wertpapier (siehe Seite 17) und das erste Drei-Liter-Auto<br />

(siehe Seite 50).<br />

Geschäftsstrategien und Nachhaltigkeit<br />

Strategien zur langfristigen Erfolgssicherung müssen<br />

sich sowohl auf technische und marktliche Entwicklungen<br />

als auch auf Herausforderungen von Gesellschaft und<br />

Umwelt beziehen. Unter dem Leitbild der Nachhaltigkeit<br />

und seiner ökologischen, ökonomischen und sozialen<br />

Dimension kann auf strategische Ansätze und Leistungen<br />

in vielen Unternehmensbereichen von <strong>Volkswagen</strong><br />

zurückgegriffen werden, die alle einen Beitrag zu einem<br />

nachhaltig wirtschaftenden Unternehmen und seiner<br />

Rolle in einer nachhaltig orientierten Gesellschaft leisten.<br />

Diese gilt es aber in die Entwicklung einer Nachhaltigkeitsstrategie<br />

auch zu integrieren.<br />

Die Grundsätze, die uns bei der Integration leiten, wurden<br />

in diesem Kapitel bereits dargestellt. Die Ökologie steht<br />

im Zentrum dieses Berichts, ihr sind die folgenden Kapitel<br />

gewidmet. Es ist deshalb weiterhin der <strong>Volkswagen</strong>-<br />

<strong>Umweltbericht</strong>. Im Kapitel Nachhaltigkeit wollen wir<br />

Ihnen aber noch einen Ausblick auf die ökonomische<br />

und soziale Dimension bei <strong>Volkswagen</strong> geben. In der<br />

ökonomischen Säule der Nachhaltigkeit stehen aktuell<br />

vor allem die Marken- und Produktstrategie, die Modulstrategie<br />

und die Kraftstoffstrategie im Blickpunkt.<br />

Charakteristika/Geschäftsstrategien Nachhaltigkeit & Verantwortung<br />

Marken- und Produktstrategie<br />

Mit der Mehrmarkenstrategie und der Produktentwicklungsstrategie<br />

erweitert <strong>Volkswagen</strong><br />

kontinuierlich seine Angebotspalette durch<br />

technologisch hochwertige Produktleistungen<br />

einschließlich ökologisch hocheffizienter und<br />

wirtschaftlicher Fahrzeuge und trägt sowohl<br />

zur Erhöhung des Markenwertes als auch zur<br />

Erschließung der Markt- und Ertragspotenziale<br />

bei.<br />

Modulstrategie<br />

Bei der Modulstrategie handelt es sich um ein<br />

Produktentwicklungs- und Produktionskonzept,<br />

bei dem mehrere ausgewählte Module<br />

als Teile in mehreren Modellklassen eingesetzt<br />

werden. Aus den Synergiepotenzialen resultieren<br />

u. a. Einsparungen bei Entwicklung und<br />

Einkauf. Das Modulkonzept ist auch Ausdruck<br />

eines standortübergreifenden integrierten<br />

Entwicklungsprozesses, der ein vergleichbares<br />

technologisches Niveau bei allen Beteiligten<br />

erfordert und deshalb einen starken Impuls für<br />

Technologietransfers darstellt.<br />

Kraftstoffstrategie<br />

Mit seiner Kraftstoffstrategie bereitet sich<br />

<strong>Volkswagen</strong> auf ein langfristig zu erwartende<br />

Verknappung konventioneller Energiereserven<br />

vor. Dabei handelt es sich um eine Übergangsstrategie,<br />

da die weitere Entwicklung<br />

von Antriebstechnologien nicht von heute auf<br />

morgen erfolgt. Die Kraftstoffstrategie umfasst<br />

dabei die drei Felder der konsequenten Erhöhung<br />

der Effizienz der Antriebsaggregate, der<br />

Einbeziehung alternativer Energiequellen in<br />

die Kraftstoffherstellung und der Entwicklung<br />

von CO2-neutralen Wegen des Fahrzeugbetriebs.<br />

Die Einführung der FSI-Technik ist nur<br />

ein Baustein der umfassenden Strategie (siehe<br />

Seite 52).<br />

2<br />

10<br />

11


Wertschöpfung und Nachhaltige Wertsteigerung<br />

<strong>Volkswagen</strong> weist seit Jahren in seinem Geschäftsbericht<br />

die Wertschöpfung des Konzerns aus. Die Einführung<br />

der Wertschöpfungsrechnung war ein wichtiger Entwicklungsschritt<br />

im Rahmen der betriebswirtschaftlichen<br />

Rechnungslegung, da sie es ermöglicht, neben den Aktionären<br />

als Shareholdern wichtige Stakeholder wie die<br />

Mitarbeiter und den Staat, im Ergebnisausweis darzustellen.<br />

Damit kann die Transparenz in der sozialen<br />

Dimension deutlich verbessert werden, die ökologische<br />

Dimension wird von der Wertschöpfungsrechnung aber<br />

noch nicht erfasst.<br />

Wertschöpfungsrechnung der VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong><br />

2000 1999 Veränderung<br />

im Vergleich<br />

zum Vorjahr<br />

43.447<br />

3.612<br />

37.980<br />

9.079<br />

40.094<br />

3.063<br />

34.711<br />

8.446<br />

Die Wertschöpfung ist Ausdruck für den Beitrag<br />

an Gütern und Dienstleistungen, den ein Unternehmen<br />

aus eigener Kraft der Gesellschaft<br />

zur Verfügung stellt. Auf der Entstehungsseite<br />

wird das Marktergebnis, die Umsatzerlöse, von<br />

der für ein Unternehmen wichtigsten Stakeholdergruppe,<br />

den Kunden, bestimmt. Der<br />

damit erzielte Ertrag verteilt sich auf die verschiedenen<br />

weiteren Anspruchsgruppen des<br />

Unternehmens wie Mitarbeiter, Aktionäre,<br />

den Staat oder Kreditgeber. Eine nachhaltige<br />

+ 3.353<br />

+ 549<br />

+ 3.269<br />

+ 633<br />

Veränderung<br />

im Vergleich<br />

zum Vorjahr<br />

Entstehung In Mio. ¤ In Mio. ¤ In Mio. ¤ In Prozent<br />

Umsatzerlöse<br />

+ sonstige Erträge<br />

– Vorleistungen<br />

Wertschöpfung<br />

2000 2000 1999<br />

507<br />

6.608<br />

1.278<br />

369<br />

317<br />

9.079<br />

5,6<br />

72,8<br />

14,1<br />

4,0<br />

3,5<br />

100,0<br />

327<br />

6.327<br />

1.283<br />

184<br />

325<br />

8.446<br />

1999<br />

+ 8,4<br />

+ 17,9<br />

+ 9,4<br />

+ 7,5<br />

3,9<br />

74,9<br />

15,2<br />

2,2<br />

3,8<br />

100,0<br />

Veränderung<br />

im Vergleich<br />

zum Vorjahr<br />

+ 180<br />

+ 281<br />

- 5<br />

+ 185<br />

- 8<br />

+ 633<br />

Veränderung<br />

im Vergleich<br />

zum Vorjahr<br />

Verteilung in Mio. ¤ in Prozent in Mio. ¤ in Prozent in Mio. ¤ in Prozent<br />

An Aktionäre (Dividende)<br />

An Mitarbeiter<br />

(Löhne, Gehälter, Soziales)<br />

An den Staat<br />

(Steuern, Abgaben)<br />

An Kreditgeber<br />

(Zinsaufwand)<br />

An das Unternehmen<br />

(Rücklagen)<br />

Wertschöpfung<br />

Quelle: VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong><br />

+ 54,8<br />

+ 4,4<br />

- 0,4<br />

+ 100,2<br />

- 2,3<br />

+ 7,5


Wertschöpfung bemüht sich dabei um eine angemessene<br />

Berücksichtigung der Beiträge der unterschiedlichen<br />

Interessengruppen.<br />

Die Wertschöpfungsrechnung der VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong> als<br />

Teil der Wertschöpfungsrechnung des Konzerns weist<br />

etwa neun Milliarden Euro aus. Die Verteilungsseite<br />

macht deutlich, dass die Mitarbeiter wesentlich an der<br />

Wertschöpfung beteiligt sind und entsprechend mit 72,8<br />

Prozent den höchsten Anteil haben. Die Leistungen an<br />

den Staat über Steuern und Abgaben sind innerhalb der<br />

Automobilindustrie ebenfalls hoch. Sie repräsentieren<br />

den Teil der Leistungen an die Gesellschaft, über deren<br />

Verwendung nicht das Unternehmen – beispielsweise<br />

über Sponsoringaktivitäten –, sondern die gewählten<br />

Repräsentanten der Bürger an den internationalen Standorten<br />

des Unternehmens entscheiden. Aufgrund des<br />

guten Geschäftsverlaufs und des gestiegenen Jahresüberschusses<br />

konnte die Dividende, die an die Aktionäre<br />

ausgeschüttet wird, deutlich erhöht werden. Die hohen<br />

Rücklagen repräsentieren die Aktivitäten des Unternehmens,<br />

zur langfristigen Zukunftssicherung die Substanz<br />

des Unternehmens zu stärken.<br />

Die Wertschöpfung kann weder einseitig an der Umsatzrentabilität<br />

noch an der Dividende orientiert sein. Nachhaltig<br />

wirtschaftlicher Erfolg ist langfristig orientiert. Er<br />

stützt sich auf die Qualität und hohe Rate der Investitionen<br />

in Mitarbeiter, Prozesse und Anlagen, also in das<br />

Kapital der Unternehmung. In einer transparenten marktwirtschaftlichen<br />

Gesellschaft gehört dazu auch das Vertrauen<br />

der Kunden, der Öffentlichkeit und der staatlichen<br />

Institutionen der Länder, in denen das Unternehmen<br />

agiert.<br />

Wertschöpfung/Wirtschaftliche Daten<br />

Nachhaltigkeit & Verantwortung<br />

In diesem Sinne arbeitet <strong>Volkswagen</strong> für eine<br />

nachhaltige Wertsteigerung. Shareholder Value,<br />

Stakeholder Value und Workholder Value<br />

schließen sich dabei nicht aus, sondern sind<br />

Teil einer wertorientierten Unternehmensführung,<br />

die den Beitrag der unterschiedlichen<br />

Anspruchsgruppen des Unternehmens angemessen<br />

berücksichtigt und honoriert.<br />

Wirtschaftliche Daten und Fakten der<br />

Marke <strong>Volkswagen</strong><br />

<strong>Volkswagen</strong> ist – gemessen an der Zahl der hergestellten<br />

und verkauften Fahrzeuge – der größte<br />

europäische Automobilhersteller. Obwohl<br />

bereits 1938 gegründet, nahm das Unternehmen<br />

erst nach dem Zweiten Weltkrieg die<br />

Produktion des ersten <strong>Volkswagen</strong>s auf, der<br />

später als „Käfer“ Automobilgeschichte geschrieben<br />

hat. Seit 1950 gehören auch Transporter<br />

zum <strong>Volkswagen</strong>-Produktprogramm.<br />

Die Modellpalette hat sich in über 60 Jahren<br />

Firmengeschichte sowohl bei den Nutzfahrzeugen<br />

(Transporter, Caravelle, Multivan, LT)<br />

als auch bei den Pkw (Lupo, Polo, Golf, Bora,<br />

New Beetle, Passat und Sharan) stark erweitert.<br />

<strong>Volkswagen</strong> verfügt neben dem Stammwerk in<br />

Wolfsburg und zahlreichen Standorten in<br />

Europa über Produktions- und Montagestandorte<br />

weltweit, u. a. in Brasilien, Mexiko,<br />

Südafrika und China.<br />

2<br />

12<br />

13


Die Marken <strong>Volkswagen</strong>-Pkw und -Nutzfahrzeuge in Zahlen<br />

<strong>Volkswagen</strong>-Pkw<br />

2000<br />

1999<br />

+/- (in Prozent)<br />

<strong>Volkswagen</strong>-Nutzfahrzeuge<br />

2000<br />

1999<br />

+/- (in Prozent)<br />

Region Nordamerika<br />

2000<br />

1999<br />

+/- (in Prozent)<br />

Region Südamerika/Afrika<br />

2000<br />

1999<br />

+/- (in Prozent)<br />

Region Asien/Pazifik<br />

2000<br />

1999<br />

+/- (in Prozent)<br />

Belegschaft<br />

Tsd. (Stand<br />

31.12.)<br />

125,6<br />

122,7<br />

+ 2,3<br />

18,0<br />

17,5<br />

+ 2,8<br />

Belegschaft<br />

Tsd. (Stand<br />

31.12.)<br />

18,0 992<br />

12.923 17,5<br />

17.756 + 2,8<br />

36,8<br />

37,3<br />

- 1,3<br />

17,0<br />

15,9<br />

+ 6,7<br />

Produktion<br />

Tsd.<br />

Fahrzeuge<br />

*Ohne außerordentliche Aufwendungen/Altauto-Richtlinie.<br />

1.999<br />

1.981<br />

+ 0,9<br />

247<br />

238<br />

+ 3,7<br />

Produktion<br />

Tsd.<br />

Fahrzeuge<br />

426<br />

410<br />

+ 3,8<br />

628<br />

523<br />

+ 20,1<br />

332<br />

314<br />

+ 5,8<br />

*Einschließlich Finanzdienstleistungen ergab sich ein positives Ergebnis.<br />

x: Veränderung um mehr als 100<br />

Quelle: VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong><br />

Absatz<br />

Tsd.<br />

Fahrzeuge<br />

2.396<br />

2.382<br />

+ 0,6<br />

289<br />

284<br />

+ 1,5<br />

Absatz<br />

Tsd.<br />

Fahrzeuge<br />

728<br />

649<br />

+ 12,2<br />

643<br />

552<br />

+ 16,5<br />

394<br />

367<br />

+ 7,5<br />

Umsatz<br />

Mio. ¤<br />

Umsatz<br />

Mio. ¤<br />

46.544<br />

43.546<br />

+ 6,9<br />

4.562<br />

4.348<br />

+ 4,9<br />

15.459<br />

11.561<br />

+ 33,7<br />

7.029<br />

5.088<br />

+ 38,1<br />

4.297<br />

3.139<br />

+ 36,9<br />

Ergebnis vor<br />

Steuern*<br />

Mio. ¤<br />

1.671<br />

1.348<br />

+ 24,0<br />

258<br />

249<br />

+ 3,5<br />

Ergebnis vor<br />

Steuern<br />

Mio. ¤<br />

684<br />

372<br />

+ 83,9<br />

- 4*<br />

- 363<br />

x<br />

320<br />

243<br />

+ 31,6


Gesellschaftliche Kompetenz –<br />

ein Erfolgsfaktor für <strong>Volkswagen</strong><br />

Wie von kaum einem anderen Unternehmen in Deutschland<br />

wird von <strong>Volkswagen</strong> die Übernahme gesellschaftlicher<br />

Verantwortung erwartet. Nach einer repräsentativen<br />

Umfrage des IMAS-Instituts München aus dem<br />

Jahr <strong>2001</strong> besitzt <strong>Volkswagen</strong> in der <strong>deutsch</strong>en Bevölkerung<br />

ein sehr gutes Sozialimage. Dieses Ansehen ist Anerkennung<br />

und Herausforderung zugleich, die sozialen<br />

Leistungen des Konzerns in einem zunehmend wettbewerbsintensiveren<br />

globalen Umfeld zu sichern und durch<br />

innovative Lösungen und Projekte fortzuentwickeln. Die<br />

gesellschaftliche Verantwortung ist für <strong>Volkswagen</strong><br />

Quelle von Kompetenz und Faktor erfolgreicher unternehmerischer<br />

Tätigkeit.<br />

Unsere Mitarbeiter tragen die wirtschaftliche Entwicklung<br />

des Unternehmens. Die soziale Absicherung der<br />

Mitarbeiter und ihrer Familien ist daher nicht nur moralische<br />

Verpflichtung, sondern auch im eigenen unternehmerischen<br />

Interesse. Ein gutes Betriebsklima ist<br />

Voraussetzung für Motivation und Engagement der<br />

Mitarbeiter. Deshalb sind die Persönlichkeitsrechte und<br />

die Würde der Mitarbeiter – unabhängig von Geschlecht,<br />

Religion, Nationalität und Hautfarbe – zentrale Werte<br />

der Unternehmenskultur. Sie sind zudem in der Betriebsvereinbarung<br />

„Partnerschaftliches Verhalten am<br />

Arbeitsplatz“ verankert.<br />

Mitarbeiter zeigen Initiative: Straßenkindern eine Zukunft geben<br />

„Eine Stunde für die Zukunft“ heißt eine Initiative<br />

des <strong>Volkswagen</strong>-Gesamt- und Konzernbetriebsrats<br />

zugunsten von Straßenkindern, die seit 1999 über<br />

zwei Millionen Euro an Spenden erbracht hat. Ziel<br />

der Initiative ist die langfristige Unterstützung örtlicher<br />

Projektträger an den Standorten von <strong>Volkswagen</strong><br />

in Brasilien, Südafrika, Mexiko und Deutschland.<br />

An dieser Initiative haben sich in einer breiten<br />

Bewegung neben dem Unternehmen auch Lieferanten<br />

und Kunden-Clubs von <strong>Volkswagen</strong> beteiligt.<br />

www.volkswagen-umwelt.de/magazin<br />

Wirtschaftliche Daten/Gesellschaftliche Kompetenz Nachhaltigkeit & Verantwortung<br />

Als globales Unternehmen ist <strong>Volkswagen</strong> an<br />

verschiedenen internationalen Standorten mit<br />

zum Teil unterschiedlichen kulturellen und<br />

politischen Gegebenheiten tätig. Wir verstehen<br />

uns als Partner der Regionen dieser Standorte<br />

und beteiligen uns mit verschiedenen Projekten<br />

an der Gestaltung der sozialen Rahmenbedingungen<br />

vor Ort.<br />

Sich als Teil einer Gesellschaft zu verstehen<br />

bedeutet auch, Institutionen und Organisationen<br />

zu fördern, die im kulturellen Bereich<br />

tätig sind oder sich z.B. für sozial Benachteiligte<br />

engagieren. Seit dem Jahr 2000 hat <strong>Volkswagen</strong><br />

seine bisherigen Förderaktivitäten im<br />

Bereich der bildenden Kunst/Kultur in der<br />

„<strong>Volkswagen</strong> art foundation“ zusammengefasst.<br />

Wichtige Sponsoringprojekte der vergangenen<br />

Jahre waren u.a. die Förderung der „dokumenta<br />

X“ (1997) in Kassel und die der Europäischen<br />

Kulturhauptstadt Weimar (1999). Seit<br />

1997 widmet sich die „<strong>Volkswagen</strong> Sound<br />

Foundation“ der Förderung von Rock- und<br />

Pop-Nachwuchsmusikern. Ziel ist es, jungen<br />

Talenten eine Starthilfe für ihre Karriere zu<br />

geben.<br />

2<br />

14<br />

15


CSR – die soziale Dimension der Nachhaltigkeit<br />

Die gesellschaftlichen Leistungen eines Unternehmens<br />

werden in der internationalen Fachdiskussion zunehmend<br />

unter dem Begriff „Corporate Social Responsibility“<br />

(CSR) zusammengefasst. In die weite Definition des Begriffs<br />

CSR wird nicht nur die soziale, sondern auch die<br />

ökonomische und ökologische Verantwortung eines<br />

Unternehmens miteinbezogen. Damit tritt CSR in Konkurrenz<br />

zum mittlerweile etablierten Begriff der Nachhaltigen<br />

Entwicklung.<br />

<strong>Volkswagen</strong> versteht unter CSR ausschließlich die soziale<br />

Dimension der Nachhaltigen Entwicklung. Sie umfasst<br />

die Bereitschaft des Unternehmens, seine Fähigkeiten<br />

in innovative Lösungen sozialer Probleme innerhalb<br />

und außerhalb des Unternehmens einzubringen und<br />

hierdurch den unternehmerischen Erfolg zu steigern. In<br />

diesem Sinne ist „Corporate Social Responsibility“ weit<br />

mehr als soziale Wohltat, sondern ein konzeptioneller<br />

Ansatz. Die soziale Kompetenz von <strong>Volkswagen</strong> kommt<br />

in einer Reihe von Projekten zum Ausdruck.<br />

www.volkswagen-umwelt.de/wissen/nachhaltigkeit-soziales<br />

Seit 1995 engagiert sich <strong>Volkswagen</strong> in der europäischen<br />

Wirtschaftsinitiative „CSR Europe“ – vormals „European<br />

Business Network for Social Cohesion“ (EBNSC). Ziel<br />

von CSR Europe ist es, Unternehmen auf ihrem Weg zu<br />

höherer Profitabilität, nachhaltigem Wachstum und<br />

„Die soziale Verantwortung ist<br />

ein wesentlicher Wert, den die<br />

europäische Gesellschaft in eine<br />

Globalisierung einbringt, die sich<br />

in allererster Linie nur unter ökonomischen<br />

Kriterien definiert.“<br />

sozialem Fortschritt zu unterstützen. In einer<br />

erstmalig in Europa durchgeführten Bestandsaufnahme<br />

sozialverantwortlicher Unternehmensaktivitäten<br />

haben unabhängige Forschungsinstitute<br />

im Auftrag von CSR Europe<br />

untersucht, welche Beiträge 46 Unternehmen<br />

zur Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit<br />

von Arbeitslosen und Berufsanfängern leisten<br />

(„Employability“), wie sie Unternehmensgründungen<br />

fördern („Entrepreneurship“), auf<br />

welche Art sie auf dynamischen Märkten ihre<br />

Anpassungsfähigkeit beweisen („Adaptability“)<br />

und welche Maßnahmen sie zur Förderung der<br />

beruflichen Chancengleichheit von Männern<br />

und Frauen leisten („Equal Opportunities“).<br />

<strong>Volkswagen</strong> hat bei dieser Bewertung sozialverantwortlicher<br />

Leistungen gut abgeschnitten.<br />

Mit verschiedenen sozialen Innovationen hat<br />

<strong>Volkswagen</strong> in der Öffentlichkeit Aufmerksamkeit<br />

erzielt. Eine davon ist das Konzept der<br />

„atmenden Fabrik“. Aufgrund schwankender<br />

Marktentwicklungen in der Automobilindustrie<br />

sind die Auslastungsgrade des Unternehmens<br />

nicht immer gleich. <strong>Volkswagen</strong> reagiert<br />

schnell und flexibel auf diese Schwankungen,<br />

Dr. Peter Hartz,<br />

Vorstandsmitglied Personal<br />

der VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong>


und zwar mit Hilfe eines Arbeitszeitmodells, das es<br />

ermöglicht, die Beschäftigung – ausgehend von einer<br />

Vier-Tage-Woche – an die Marktentwicklung anzupassen,<br />

ohne das permanent Mitarbeiter eingestellt oder entlassen<br />

werden müssen. Hierdurch wird nicht nur Beschäftigung<br />

und das Wissenskapital der Mitarbeiter dauerhaft<br />

gesichert, sondern es werden z. B. auch die mit einer<br />

nur kurzfristig orientierten Unternehmenspolitik verbundenen<br />

Transaktionskosten gespart.<br />

Für die Zukunft vorsorgen<br />

Das Konzept der „atmenden Fabrik“ hat <strong>Volkswagen</strong><br />

auch auf die Lebensarbeitszeit seiner Mitarbeiter übertragen.<br />

Das entsprechende Instrument heißt „Zeit-Wertpapier“.<br />

Während ihrer Tätigkeit können die Mitarbeiter<br />

freiwillig ein langfristiges Zeitguthaben ansparen, um<br />

ihre persönliche Lebensarbeitszeit individuell zu flexibilisieren.<br />

Im Gegensatz zu konventionellen Zeitkonten<br />

können sowohl Mehrarbeit als auch Anteile des Bruttoeinkommens<br />

eingebracht und verzinslich angelegt werden.<br />

Steuern und Abgaben werden erst bei der späteren Nutzung<br />

der Zeit-Werte fällig. Das angesparte Guthaben<br />

wird in Spezialfonds auf dem Kapitalmarkt angelegt, und<br />

durch professionelles Fondsmanagement sollen höchstmögliche<br />

Vermögenszuwächse erwirtschaftet werden.<br />

Dieses angesparte und verzinste „Zeitkapital“ wird<br />

grundsätzlich für ein frühzeitiges Ausscheiden aus dem<br />

Erwerbsleben oder subsidiär für eine Erhöhung der<br />

betrieblichen Altersversorgung genutzt.<br />

Großunternehmen sind häufig die zentralen Träger<br />

wirtschaftlicher Entwicklung einer Region. Sie haben<br />

damit auch eine regionalpolitische Verantwortung. Die<br />

herausragende Bedeutung von <strong>Volkswagen</strong> für die Stadt<br />

Wolfsburg hat uns zu einem besonderen Schritt bewogen.<br />

Gemeinsam mit der Stadt Wolfsburg hat sich <strong>Volkswagen</strong><br />

das Ziel gesetzt, ein sich selbst verstärkendes Unternehmensumfeld<br />

in der Region zu schaffen und damit die<br />

Arbeitslosenzahl zu halbieren. Seit dem Start des Projekts<br />

„AutoVision“ im Jahr 1998 konnten 3.700 Arbeitsplätze<br />

neu geschaffen werden. Das Projekt umfasst die<br />

Förderung von Unternehmensgründungen, die Ansiedlung<br />

von Lieferanten, die Qualifizierung von Arbeitssuchenden<br />

und die Entwicklung der Innenstadt von Wolfsburg.<br />

Zentrales Element der Förderung von Unterneh-<br />

Corporate Social Responsibility Nachhaltigkeit & Verantwortung<br />

mensgründungen ist der „InnovationsCampus“,<br />

in dem Unternehmensgründern Räume,<br />

Beratung und Serviceleistungen zur Verfügung<br />

gestellt werden. Durch den überregionalen<br />

Gründerwettbewerb „promotion“ können sich<br />

Experten mit einer herausragenden Geschäftsidee<br />

zum Thema Mobilität finanziell fördern<br />

lassen. Zugleich unterstützt <strong>Volkswagen</strong> die<br />

Ansiedlung insbesondere von Automobilzulieferern.<br />

Die Maßnahmen dieser gezielten Lieferantenansiedlung<br />

umfassen ebenfalls die<br />

Bereitstellung von Flächen und Gebäuden<br />

sowie das Angebot von Serviceleistungen. Um<br />

Arbeitssuchende und neu entstehende Arbeitsplätze<br />

zusammenzuführen, bietet eine mit<br />

dem Projekt „AutoVision“ entstandene Personal-Service-Agentur<br />

Dienstleistungen wie<br />

Zeitarbeits- und Personalvermittlung, Qualifizierung<br />

und Personalberatung an. Das Konzept<br />

der „AutoVision“ soll auch auf die <strong>deutsch</strong>en<br />

Standorte Kassel und Emden übertragen<br />

werden.<br />

Arbeitsplätze schaffen<br />

Etwa 3.500 Arbeitslose können durch das<br />

Projekt „5000x5000“ in Wolfsburg eingestellt<br />

werden. Für die Produktion einer neuen Großraumlimousine<br />

unter dem Dach der neu gegründeten<br />

Auto 5000 GmbH wurde ein neues<br />

Arbeitsmodell entwickelt. Durch dieses Modell<br />

wird es möglich, dass die Produktion am Standort<br />

Wolfsburg erfolgen kann. Weitere 1.500 Arbeitslose<br />

werden eingestellt, wenn in Hannover<br />

eine positive Produktentscheidung für den<br />

Microbus getroffen wird. Das Modell sieht als<br />

Eckpunkte ein Programmentgelt vor, nach<br />

dem die Arbeitszeit flexibel ist und das Arbeitszeitende<br />

von der Erfüllung des Produktionsprogramms<br />

abhängt. Die wertschöpfende<br />

regelmäßige Arbeitszeit beträgt 35 Stunden pro<br />

Woche im Jahresdurchschnitt. Pro Woche ist<br />

eine individuelle Qualifizierung der Beschäftigten<br />

von durchschnittlich drei Stunden vereinbart,<br />

die zur Hälfte als Qualifizierungszeit<br />

vergütet wird. Das Monatsentgelt beträgt<br />

2<br />

16<br />

17


4.500 Mark zuzüglich eines Mindestbonus von 500 Mark<br />

monatlich. Zusätzlich wird eine Ergebnisbeteiligung<br />

gezahlt. Damit trägt das Projekt „5000x5000“ sowohl zur<br />

Sicherung des Standortes Deutschland als auch zur<br />

Reduzierung der Arbeitslosigkeit bei.<br />

Kooperative Konfliktbewältigung und soziale<br />

Absicherung<br />

Ausgehend von der <strong>deutsch</strong>en und europäischen Tradition<br />

<strong>Volkswagen</strong>s, sind die persönliche Entwicklung,<br />

soziale Absicherung und Teilhabe der Mitarbeiter an<br />

Unternehmensentscheidungen wichtige Elemente der<br />

Personalpolitik von <strong>Volkswagen</strong>.<br />

Die Mitarbeiter von <strong>Volkswagen</strong> sind nach <strong>deutsch</strong>er<br />

Gesetzgebung (Betriebsverfassungsgesetz) über den<br />

Aufsichtsrat des Unternehmens und die Betriebsräte der<br />

jeweiligen Standorte und Tochterunternehmen in die<br />

Entscheidungsprozesse des Unternehmens einbezogen.<br />

Dies ist Ausdruck innerbetrieblicher Demokratie und<br />

kooperativer Konfliktbewältigung bei <strong>Volkswagen</strong>. Im<br />

Aufsichtsrat von <strong>Volkswagen</strong> haben die Vertreter der<br />

Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite jeweils dieselbe<br />

Mitgliederzahl. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates – ein<br />

Vertreter der Arbeitgeberseite – besitzt jedoch ein doppeltes<br />

Stimmrecht, so dass auch im Fall einer Stimmengleichheit<br />

Entscheidungen möglich sind. Der Betriebsrat<br />

wird durch die Belegschaft alle vier Jahre gewählt.<br />

Aufgabe des Betriebsrates ist es, über die Einhaltung<br />

von Gesetzen und Verordnungen, Tarifverträgen und<br />

Betriebsvereinbarungen zu wachen. Er hat ferner Mitbestimmungs-,<br />

Mitwirkungs- und Widerspruchsrechte.<br />

Die Praxis der Arbeitnehmerbeteiligung bei <strong>Volkswagen</strong><br />

zeigt, dass eine verantwortungsbewusste Mitbestimmung<br />

der Mitarbeiter einen wesentlichen unternehmerischen<br />

Erfolgsfaktor darstellt.<br />

Pionier mit Weltbetriebsrat<br />

Mit der Gründung des europäischen <strong>Volkswagen</strong>-<br />

Konzernbetriebsrates im Jahr 1990 ist <strong>Volkswagen</strong> eines<br />

der ersten weltweit operierenden Unternehmen, die<br />

über einen länderübergreifenden Betriebsrat verfügen.<br />

Mittlerweile sind auch die Gesellschaften und Standorte<br />

des Konzerns in Staaten Mittel- und Osteuropas, die noch<br />

nicht Mitglied der Europäischen Union sind,<br />

als vollwertige Mitglieder in das Gremium integriert.<br />

Als erstes Unternehmen der Automobilindustrie<br />

hat <strong>Volkswagen</strong> 1999 einen Weltkonzernbetriebsrat<br />

gebildet, in dem auch die<br />

außereuropäischen Gesellschaften und Standorte<br />

vertreten sind. Zentrale Zielsetzung ist<br />

die Sicherstellung des globalen Dialogs der<br />

Mitarbeitervertretungen untereinander und<br />

mit dem Unternehmen.<br />

Sozialverträgliches Verhalten<br />

Vereinbarungen zwischen Betriebsrat und<br />

Unternehmensleitung sind Ergebnis dieser<br />

Zusammenarbeit: Beispielhaft hierfür sind<br />

die Vereinbarungen zum Umweltschutz (siehe<br />

Seite 22), zur Frauenförderung und zum partnerschaftlichen<br />

Verhalten am Arbeitsplatz.<br />

Das Ziel der Betriebsvereinbarung zur Frauenförderung<br />

von 1989 ist es, den Anteil von Frauen<br />

im Unternehmen zu erhöhen und Frauen<br />

auch für Führungspositionen zu qualifizieren.<br />

Die Betriebsvereinbarung zum partnerschaftlichen<br />

Verhalten am Arbeitsplatz von 1996 verdeutlicht,<br />

dass sexuelle Belästigung, Mobbing<br />

oder andere Diskriminierungen aufgrund von<br />

Geschlecht, Rasse oder Religion bei <strong>Volkswagen</strong><br />

nicht toleriert werden. Eine Erklärung zu<br />

den sozialen Standards bei <strong>Volkswagen</strong>, die<br />

bis Ende <strong>2001</strong> entwickelt wird, soll die sozialen<br />

Rechte und Arbeitsbeziehungen in umfassender<br />

Weise für den Konzern regeln.<br />

Die soziale Absicherung der Mitarbeiter hat in<br />

der europäischen Politik einen hohen Stellenwert<br />

und unterliegt in umfangreichem Maße<br />

gesetzlicher Regulierung. Sie ist zentraler Bestandteil<br />

dessen, was unter dem Begriff der<br />

„Sozialen Marktwirtschaft“ verstanden wird.<br />

<strong>Volkswagen</strong> versteht sich insofern als europäisches<br />

Unternehmen. In Deutschland, dem<br />

Zentrum der weltweiten Aktivitäten, umfasst<br />

die gesetzlich geregelte soziale Absicherung<br />

der Mitarbeiter folgende Leistungen:


• Die Krankenversicherung: Sie gewährt den Versicherten<br />

insbesondere Leistungen wie ärztliche Behandlung,<br />

Heilmittel, Krankenhauspflege und Krankengeld.<br />

• Die Pflegeversicherung: Sie sichert Leistungen für den<br />

Versicherten im Fall der Pflegebedürftigkeit.<br />

• Die Rentenversicherung: Sie gewährt, neben Renten bei<br />

Invalidität und Erreichen der Altersgrenze der Mitarbeiter<br />

auch medizinische oder berufsfördernde<br />

Leistungen wie Rehabilitation.<br />

• Die betriebliche Unfallversicherung: Sie bietet Schutz<br />

bei Arbeitsunfällen.<br />

• Die Arbeitslosenversicherung: Sie leistet im Falle der<br />

Arbeitslosigkeit des Versicherten finanzielle Unterstützung<br />

für einen Zeitraum von mindestens vier und<br />

maximal 24 Monaten, um dem Versicherten einen<br />

Übergang in ein neues Beschäftigungsverhältnis zu<br />

ermöglichen.<br />

Die Beiträge für die gesetzliche Kranken-, Pflege-,<br />

Renten- und Arbeitslosenversicherung werden je zur<br />

Hälfte von Arbeitgeber und Arbeitnehmer aufgebracht.<br />

Bei der freiwilligen betrieblichen Altersvorsorge geht<br />

<strong>Volkswagen</strong> neue Wege. Seit mehr als 50 Jahren gewähren<br />

wir unseren Mitarbeitern freiwillige Sozialleistungen in<br />

Form einer Betriebsrente. Im Jahr 2000 wurden für die<br />

Betriebsunfälle bei der VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong><br />

Anzahl der Betriebsunfälle<br />

(<strong>deutsch</strong>e Werke)<br />

Quelle: VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong><br />

1.200<br />

900<br />

600<br />

300<br />

1997 1998 1999 2000<br />

Kooperative Konfliktbewältigung Nachhaltigkeit & Verantwortung<br />

betriebliche Altersversorgung 10,6 Prozent der<br />

Personalkosten aufgewendet. Im Jahr <strong>2001</strong><br />

wurde die zusätzliche Altersversorgung auf<br />

einen betriebsinternen Pensionsfonds umgestellt.<br />

Durch die Finanzierung über den<br />

Kapitalmarkt sind nur noch ein Prozent der<br />

Lohnsumme jährlich für die Sicherung der<br />

Betriebsrenten erforderlich. Alle jährlich erzielten<br />

Überschüsse aus der Kapitalanlage<br />

erhöhen direkt den Kapitalstock und damit<br />

die Betriebsrente der Mitarbeiter.<br />

Für den Gesundheitsschutz und die Gesundheitsförderung<br />

wurden im Herbst 1998 erstmalig<br />

für alle Standorte im Konzern einheitliche<br />

Mindeststandards und Handlungsanleitungen<br />

verabschiedet. Der durchschnittliche<br />

Gesundheitsstand der Mitarbeiter in den produzierenden<br />

Werken der VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong> lag<br />

im Jahr 2000 bei 95,9 Prozent. Die langjährigen<br />

Anstrengungen des Arbeitsschutzes trugen<br />

dazu bei, dass im Jahr 2000 die Zahl der Betriebsunfälle<br />

auf insgesamt 724 zurückgegangen<br />

ist.<br />

2<br />

18<br />

19


20<br />

21<br />

Nachhaltige Unternehmensbewertungen<br />

Dass nachhaltige Unternehmenspolitik einen ertragsorientierten<br />

Kern hat, macht auch die zunehmende<br />

Bedeutung dieses Aspekts auf den internationalen<br />

Finanzmärkten deutlich.<br />

Neben ökonomischen Aspekten gewinnen ökologische<br />

und soziale Gesichtspunkte weltweit an Bedeutung bei<br />

der Bewertung von Unternehmen. Diese Entwicklung<br />

hat <strong>Volkswagen</strong> bereits frühzeitig erkannt und durch die<br />

Teilnahme an verschiedenen Unternehmensbewertungen<br />

gefördert. Für die Unternehmen sind die Bewertungen<br />

auf den nachhaltig operierenden Finanzmärkten –<br />

neben anderen Stakeholderbewertungen – ein wichtiger<br />

externer Maßstab für das bisher Erreichte und das<br />

begründete Vertrauen in ihre Kompetenz zur nachhaltigen<br />

Zukunftsbewältigung.<br />

<strong>Volkswagen</strong> ist seit dem Start des Dow Jones Sustainability<br />

World Index (DJSI World) im Jahr 1999 sowie des<br />

europäischen Dow Jones Stoxx Sustainability Index im<br />

Jahr <strong>2001</strong> in beiden vertreten. Seit dem Jahr 2000 wird<br />

<strong>Volkswagen</strong> als führendes Unternehmen in der Automobilbranche<br />

von der Züricher Rating-Agentur „SAM<br />

Sustainability Group“ bewertet. Der DJSI ist der weltweit<br />

erste globale Index, der die Performance von Unternehmen<br />

abbildet, die die Kriterien von SAM erfüllen.<br />

Beurteilt werden hier z.B. Technologieführerschaft,<br />

Sozial- und Umweltverträglichkeit sowie Produktivität.<br />

Anhand der umfassenden Analyse und des<br />

Vergleichs des DJSI mit dem konventionellen<br />

Dow Jones Index wird der Erfolg unternehmerischer<br />

Nachhaltigkeit erstmals sichtbar.<br />

www.volkswagen-umwelt.de/wissen/nachhaltigkeit-soziales<br />

Seit <strong>2001</strong> ist <strong>Volkswagen</strong> auch in dem am Börsenplatz<br />

London entwickelten bedeutenden<br />

Index FTSE4Good vertreten. In diesen Index<br />

werden Unternehmen aufgenommen, die in<br />

besonderem Maße den Kriterien Nachhaltiges<br />

Wirtschaften in Bezug auf die Umwelt, Einhaltung<br />

von Menschenrechten, Berücksichtigung<br />

sozialer Belange und gute Stakeholderbeziehungen<br />

gerecht werden. Die <strong>Volkswagen</strong>-<br />

Aktie ist in vielen ethischen und nachhaltigkeitsorientierten<br />

Fonds und damit in einem<br />

wachsenden Marktsegment vertreten.<br />

Im Jahr 2000 wurde das bislang beste Ergebnis<br />

in der Unternehmensgeschichte erzielt. In<br />

Verbindung mit den hervorragenden Nachhaltigkeitsbewertungen<br />

ist das für <strong>Volkswagen</strong><br />

ein Indikator dafür, dass der Shareholder<br />

Value keinen Gegensatz zu dem Stakeholder-<br />

Value-Gedanken darstellt, sondern vielmehr<br />

eine sinnvolle Ergänzung ist.<br />

Kontakt:<br />

VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong><br />

Umwelt, Verkehr und Arbeitsschutz<br />

Rudolf Stobbe<br />

Brieffach 1896<br />

38436 Wolfsburg<br />

Telefon (05361) 9-23248<br />

VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong><br />

Reinhold Kopp<br />

Leiter Regierungsbeziehungen<br />

Brieffach 1882<br />

38436 Wolfsburg<br />

Telefon (05361) 9-78622


Umweltpolitik & -management<br />

5<br />

6<br />

3


<strong>Volkswagen</strong>-Umweltmanagementsystem<br />

STEP* Umweltmarkenausschuss (UMA)<br />

Vorstand Forschung und Entwicklung<br />

Umweltpolitik und -management<br />

der Marke <strong>Volkswagen</strong><br />

Leiter Forschung, Umwelt und Verkehr<br />

Umweltmanagementbeauftragter<br />

der Marke<br />

<strong>Volkswagen</strong><br />

Umweltmanagementbeauftragter<br />

Produkt<br />

Umweltmanagementbeauftragter<br />

Produktion<br />

Umweltmanagementbeauftragter<br />

Vertrieb<br />

Umwelttechnik<br />

Fahrzeugrecycling<br />

Umweltprojektverfolgung<br />

Umwelt, Produkt<br />

und Verkehr<br />

Lupo Polo Golf New<br />

Beetle<br />

Umweltpprojektverfolgung<br />

Umweltbeauftragte der Werke<br />

Verkehr Umweltbilanzen<br />

Umwelt, Verkehr<br />

und Arbeitsschutz<br />

Nachhaltigkeitsstrategie<br />

Passat Weitere<br />

Modelle<br />

Wolfsburg Emden Hannover Mosel Pamplona Weitere<br />

Standorte<br />

Umweltpprojektverfolgung<br />

Umwelt- und Verbraucherschutz<br />

Vertriebszentren Einzelhandel Importeure<br />

*STEP, die Strategic Task Force for Environmental Protection, ist ein konzernweites Gremium zur Abstimmung der Umweltpolitik zwischen den<br />

einzelnen Gesellschaften der <strong>Volkswagen</strong>-Gruppe.<br />

Quelle: VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong><br />

Umweltplanung Arbeitsumwelt


<strong>Volkswagen</strong> hat 1995 seine bis dahin gültigen Umweltleitlinien<br />

durch eine Umweltpolitik ersetzt. Ihre Umsetzung<br />

kann nur in einem kontinuierlichen Dialog mit den<br />

Mitarbeitern und ihren Vertretern gewährleistet werden.<br />

Für die praktische Umsetzung unserer Umweltpolitik<br />

wurde zwischen Unternehmen und Gesamtbetriebsrat<br />

eine Betriebsvereinbarung Umweltschutz geschlossen.<br />

Präambel zur <strong>Volkswagen</strong>-Umweltpolitik<br />

1<br />

2<br />

3<br />

Zur langfristigen Sicherung des Unternehmens<br />

und zur Steigerung seiner<br />

Wettbewerbsfähigkeit erforscht und<br />

entwickelt <strong>Volkswagen</strong> ökologisch<br />

effiziente Produkte, Prozesse und<br />

Konzepte für individuelle Mobilität.<br />

4<br />

Das Umweltmanagement von <strong>Volkswagen</strong><br />

stellt auf der Grundlage der Umweltpolitik<br />

sicher, dass gemeinsam mit<br />

Zulieferunternehmen, Dienstleistern,<br />

Handelspartnern und Verwertungsunternehmen<br />

die Umweltverträglichkeit<br />

seiner Automobile und Fertigungsstandorte<br />

einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess<br />

unterworfen ist.<br />

5<br />

Umweltpolitik Umweltpolitik & -management<br />

Das heute intensiv diskutierte Thema „Nachhaltigkeit“<br />

baut auf der Konzernumweltpolitik<br />

auf. Zurzeit diskutieren wir, wie an die besonderen<br />

Kompetenzen und Erfahrungen von<br />

<strong>Volkswagen</strong> in den Bereichen Arbeit und<br />

soziale Verantwortung noch besser angeknüpft<br />

werden kann. Dies ist für uns ein spannender<br />

Prozess.<br />

<strong>Volkswagen</strong> entwickelt, produziert und vertreibt weltweit Automobile zur Sicherstellung individueller Mobilität. Das Unternehmen<br />

trägt Verantwortung für die kontinuierliche Verbesserung der Umweltverträglichkeit seiner Produkte und die Verringerung<br />

der Beanspruchung der natürlichen Ressourcen unter Berücksichtigung wirtschaftlicher Gesichtspunkte. Es macht<br />

daher umwelteffiziente und fortschrittliche Technologien weltweit verfügbar und bringt sie über den gesamten Lebenszyklus<br />

seiner Produkte zur Anwendung. Es ist an allen Standorten Partner für Gesellschaft und Politik bei der Ausgestaltung einer<br />

sozial und ökologisch Nachhaltigen Entwicklung.<br />

Grundsätze<br />

Es ist das erklärte Ziel von <strong>Volkswagen</strong>,<br />

bei all seinen Aktivitäten die Einwirkungen<br />

auf die Umwelt so gering wie möglich<br />

zu halten und mit den eigenen<br />

Möglichkeiten an der Lösung der regionalen<br />

und globalen Umweltprobleme<br />

mitzuwirken.<br />

Es ist das Ziel von <strong>Volkswagen</strong>, hochwertige<br />

Automobile anzubieten, die den<br />

Ansprüchen seiner Kunden an Umweltverträglichkeit,<br />

Wirtschaftlichkeit,<br />

Sicherheit, Qualität und Komfort in<br />

gleicher Weise gerecht werden.<br />

Der Vorstand von <strong>Volkswagen</strong> überprüft<br />

regelmäßig die Einhaltung der Umweltpolitik<br />

und –ziele sowie die Funktionsfähigkeit<br />

des Umweltmanagementsystems.<br />

Dies schließt die Bewertung der<br />

erfassten umweltrelevanten Daten ein.<br />

6<br />

Die offene und klare Information sowie<br />

der Dialog mit Kunden, Händlern und<br />

der Öffentlichkeit, sind für <strong>Volkswagen</strong><br />

selbstverständlich. Die Zusammenarbeit<br />

mit Politik und Behörden beruht<br />

auf einer handlungsorientierten und<br />

vertrauensvollen Grundhaltung und<br />

bezieht die Notfallvorsorge an den einzelnen<br />

Produktionsstandorten mit ein.<br />

7<br />

Alle Mitarbeiter von <strong>Volkswagen</strong> werden<br />

entsprechend ihren Aufgaben im Umweltschutz<br />

informiert, qualifiziert und<br />

motiviert. Sie sind zur Umsetzung<br />

dieser Grundsätze sowie zur Erfüllung<br />

der gesetzlichen und behördlichen Auflagen<br />

im Rahmen ihrer jeweiligen<br />

Aufgabenstellung verpflichtet.<br />

Kontakt:<br />

VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong><br />

Umwelt, Verkehr und Arbeitsschutz<br />

Rudolf Stobbe<br />

Brieffach 1896<br />

38436 Wolfsburg<br />

Telefon (05361) 9-23248<br />

3<br />

22<br />

23


Klimaschutz und Kraftstoffverbrauch<br />

Das klimapolitische Ziel der Staatengemeinschaft<br />

besteht in der weltweiten Reduzierung der anthropogenen,<br />

also menschlich verursachten Treibhausgasemissionen.<br />

Im Dezember 1997 wurde auf der Klimakonferenz<br />

der Vereinten Nationen in Kyoto beschlossen, die<br />

Emissionen der sechs Treibhausgase<br />

• Kohlendioxid (CO2) • Methan<br />

• Distickstoffmonoxid (Lachgas)<br />

• vollhalogenierte Fluorkohlenwasserstoffe (FCKW)<br />

• teilhalogenierte FCKW<br />

• Schwefelhexafluorid<br />

im Zeitraum 2008 bis 2012 gegenüber dem Ausstoß des<br />

Jahres 1990 um mindestens fünf Prozent zu reduzieren.<br />

Die Europäische Union hat sich auf mindestens acht<br />

Prozent und Deutschland sich auf 21 Prozent festgelegt.<br />

Nach dem Treffen der Vertragsstaatenparteien im Juli<br />

<strong>2001</strong> in Bonn wurde die Ratifizierung des so genannten<br />

Kyoto-Protokolls wahrscheinlicher.<br />

Als bedeutendstes Klimagas gilt CO2, dessen globale<br />

vom Menschen verursachte Emissionen zu etwa zwölf<br />

Prozent aus dem Straßenverkehr bzw. zu 5,5 Prozent aus<br />

dem Pkw-Verkehr stammen. Durch den weltweit beständig<br />

wachsenden Mobilitätsbedarf wird dieser Anteil<br />

in Zukunft vermutlich weiter steigen. In den Industrieländern<br />

resultiert dieser Anstieg vor allem aus der<br />

Trennung von Wohn- und Arbeitsbereich, dem Wunsch<br />

nach dem Haus im Grünen sowie vermehrten Freizeitaktivitäten.<br />

In den industriellen Schwellenländern<br />

dagegen ist es vornehmlich der steigende Wohlstand,<br />

der immer mehr Menschen zu Pkw-Besitzern werden<br />

lässt. Diese Entwicklungen zeigen, dass das Auto in<br />

Zukunft unverzichtbarer Bestandteil des weltweiten<br />

Verkehrssystems bleiben wird. Aus diesem Grund ist die<br />

Minderung des Kraftstoffverbrauchs – und damit die<br />

CO2-Reduktion – eines der Hauptziele in der Automobilentwicklung,<br />

was sich insbesondere in der Antriebsund<br />

Kraftstoffstrategie von <strong>Volkswagen</strong> manifestiert<br />

(siehe Seite 52).<br />

Zukünftige Fahrzeug- und Antriebskonzepte<br />

leben im Spannungsfeld von ökologischen<br />

und ökonomischen Notwendigkeiten. So<br />

müssen technologische Innovationen ihre<br />

Umweltfreundlichkeit, ihr Kosten-Nutzen-<br />

Verhältnis und ihren Gebrauchswert nachweisen.<br />

Dabei wird immer deutlicher, dass<br />

erkennbar gegenläufige Forderungen die<br />

Entwicklungsprozesse beeinflussen. Wichtige<br />

Auslegungskriterien sind die Erfüllung der<br />

Kundenwünsche nach umfangreicher Serienausstattung,<br />

hohem Komfort – wie z.B. ergonomische<br />

Innenraummaße, hoher Abrollkomfort<br />

und gute Innenraumakustik –, gefälligem<br />

Design und hohen Fahrleistungen. Auf der<br />

anderen Seite sind die Erfüllung der erhöhten<br />

aktiven und passiven Sicherheitsstandards<br />

und eine weitere Verbesserung der Umweltverträglichkeit<br />

durch verschärfte Abgasnormen<br />

und die Einführung eines Recyclingsystems<br />

bestimmende Auslegungsparameter<br />

bei der Motor- und Fahrzeugentwicklung. Die<br />

Lösung dieses Zielkonfliktes kann nur durch<br />

ein ausgewogenes Konzept zwischen einzelkostenerhöhenden<br />

Reduzierungsmaßnahmen<br />

und erfahrbaren Kostenvorteilen durch<br />

günstigen Verbrauch sowie anspruchsvollen<br />

Fahrleistungen erfolgen.<br />

1993 hat die <strong>deutsch</strong>e Automobilindustrie<br />

zugesagt, bis zum Jahr 2005 den Verbrauch<br />

ihrer Neufahrzeugflotte um 25 Prozent,<br />

bezogen auf das Jahr 1990, abzusenken.<br />

Auf europäischer Ebene hat der Automobilverband<br />

ACEA 1995 ebenfalls eine Zusage<br />

gemacht, bis zum Jahr 2008 den durchschnittlichen<br />

CO2-Ausstoß der Neufahrzeuge auf<br />

140g/km zu reduzieren. Dieses entspricht<br />

ebenfalls einer 25-prozentigen Minderung.


Diese Zusage ergänzt die des VDA. Die bisherige<br />

Entwicklung des CO2-Flottenverbrauchs zeigt, dass<br />

<strong>Volkswagen</strong> seinen Flottenverbrauch von 1995 bis 2000<br />

um etwa zwölf Prozent gesenkt hat. Neben motor- und<br />

fahrzeugtechnischen Verbesserungen hat auch der in<br />

den letzten Jahren gestiegene Dieselanteil zu diesem<br />

positiven Bild beigetragen. Aus Sicht des heutigen Entwicklungsstandes<br />

lassen sich vier Grundbausteine<br />

definieren, mit denen die sehr ehrgeizigen Verbrauchsbzw.<br />

CO2-Ziele erreicht werden können.<br />

Bausteine zur Entwicklung<br />

verbrauchsarmer Fahrzeuge<br />

1<br />

Verbesserung<br />

der Verbrennung<br />

2<br />

3 4<br />

Leichtbau Reduzierung der<br />

Reibung Reibung und des<br />

Luftwiderstandes<br />

Luftwiederstandes<br />

Quelle: VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong><br />

Getriebemaßnahmen<br />

Minderung der CO 2-Emissionen durch sinkenden Flottenverbrauch<br />

ACEA-CO2-Zusage<br />

ACEA-Istzustand<br />

<strong>Volkswagen</strong><br />

%<br />

0<br />

-10<br />

-20<br />

-30<br />

-40<br />

1995<br />

Beitrag von <strong>Volkswagen</strong> zur Erfüllung der ACEA-CO 2-Zusage<br />

(0 % entspricht den CO 2-Emissionen auf Basis des Flottenverbrauchs 1995)<br />

Quelle: VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong><br />

Klimaschutz und Kraftstoffverbrauch Umweltpolitik & -management<br />

Der Lupo 3L TDI und der Lupo FSI stellen<br />

die ersten Großserienfahrzeuge dar, bei denen<br />

durch Bündelung unterschiedlicher technischer<br />

Maßnahmen ein Verbrauch von drei<br />

Litern bzw. fünf Litern auf 100 Kilometern<br />

erreicht wurde. Gleichzeitig wurden – erstmalig<br />

für ein dieselbetriebenes Fahrzeug – die<br />

Abgasemissionsstandards der ab 2005 gültigen<br />

Euro-4-Gesetzgebung unterschritten.<br />

Die Übertragung dieser innovativen Technologien<br />

auf die anderen Fahrzeugklassen ist<br />

nun Aufgabe der <strong>Volkswagen</strong>-Entwicklungsingenieure.<br />

Dazu bedarf es bei jedem Fahrzeug<br />

einer individuellen Bündelung vielfältiger<br />

fahrzeug- und motortechnischer Maßnahmen,<br />

um die verbrauchserhöhenden Einflüsse zu<br />

kompensieren. Die Technologien mit Direkteinspritzung<br />

werden dabei eine Schlüsselfunktion<br />

zur Erfüllung der Zusagen für die<br />

Jahre 2005 und 2008 einnehmen. Ihr effizienter<br />

Einsatz setzt jedoch schwefelfreie Kraftstoffe<br />

voraus.<br />

2000 2005 2010<br />

3<br />

24<br />

25


Der Lebenslauf<br />

Sachbilanz von Fahrzeugen<br />

Seit der Veröffentlichung der ersten Sachbilanz eines<br />

ganzen Fahrzeugs im Jahr 1996 (Golf A3) hat <strong>Volkswagen</strong><br />

drei weitere Sachbilanzen erstellt: für den Lupo 3L TDI,<br />

den Golf A4 mit Ottomotor (55 kW) und den Golf A4 mit<br />

TDI-Dieselmotor (66 kW).<br />

www.volkswagen-umwelt.de/wissen/umweltmanagement<br />

Das Erstellen solcher Bilanzen ist bei <strong>Volkswagen</strong> mittlerweile<br />

zur Routine geworden. Von der ersten bis zur<br />

vierten Bilanzierung konnte der nötige Aufwand auf<br />

weniger als die Hälfte reduziert werden. Das zeigt den<br />

auch auf diesem Gebiet funktionierenden „technischen<br />

Fortschritt“. Die Datensammlung wird immer vollständiger,<br />

und auch die Systematik, mit der anhand der Entwicklungsstücklisten<br />

das Zahlenmaterial für die Fahrzeugherstellung<br />

gesammelt wird, hat sich bewährt. Das<br />

Programm zur Auswertung der vielen Daten lässt heute<br />

kaum noch Wünsche offen.<br />

Was ist eine Sachbilanz?<br />

Sachbilanzen als erster Teil einer Ökobilanz erfassen die umweltrelevanten<br />

Daten von Produkten, Produktionsprozessen und<br />

Dienstleistungen über ihren gesamten Lebensweg. Dieser beginnt<br />

beim Abbau der Rohstoffe, und geht bis hin zum fertigen Produkt<br />

inklusive seiner Verpackung. Die Sachbilanz nennt den Gesamtbedarf<br />

an Rohstoffen und führt Daten zu deren Aufarbeitung einschließlich<br />

der benötigten Energiemenge und der Emissionen in<br />

Luft und Wasser auf. Bei Konsumgütern setzt sich der Lebensweg<br />

dann über den Handel, und den Konsumenten bis hin zur Entsorgung<br />

bzw. zum Recycling des gebrauchten Produkts fort.<br />

Sämtliche Transportvorgänge werden ebenfalls analysiert.<br />

Sachbilanzen werden nach den international gültigen ISO-<br />

Normen 14040/41 erstellt.<br />

Wozu eine Sachbilanz?<br />

Sachbilanzen liefern dem Umweltmanagement wichtige Details,<br />

mit deren Hilfe die Umwelteigenschaften eines Produktes über<br />

den gesamten Lebensweg verbessert werden können.<br />

Aufgrund unserer genauen Kenntnis der<br />

einzelnen Herstellungsphasen eines Pkw gilt<br />

deren Bilanzierung als der weitaus komplizierteste<br />

Teil der Sachbilanz. Die Herstellung<br />

von Werkstoffen, die mit einer großen Datenmenge<br />

für Stähle, Kunststoffe, Leichtmetalle<br />

usw. bilanziert wird, hat eine größere Umweltrelevanz<br />

als ihre Umformung und Bearbeitung<br />

zu einem Auto.<br />

Dagegen ist eine Sachbilanz für die Nutzungsphase<br />

(Fahren, Tanken, Service) vergleichsweise<br />

einfach zu erstellen. Bei <strong>Volkswagen</strong><br />

wird eine Fahrweise vorausgesetzt, die sich<br />

am gesetzlich vorgeschriebenen Neuen Europäischen<br />

Fahrzyklus (NEFZ) für Verbrauchsund<br />

Emissionsmessungen orientiert. Für<br />

diesen Fahrzyklus liegen alle erforderlichen<br />

Messwerte vor. Die Bilanz zeigt deutlich, dass<br />

– mit Ausnahme der Stickoxide im Dieselabgas<br />

– die Abgasemissionen von Kohlenwasserstoffen,<br />

Schwefeloxiden und Partikeln nur<br />

noch einen kleinen Anteil an der jeweiligen<br />

Gesamtemission ausmachen. Der größte Teil<br />

besteht massenmäßig aus Kohlendioxid (CO2).


Ein Vergleich aller bisher bilanzierten Fahrzeuge ist<br />

relativ schwierig, weil das Modell Lupo in eine andere<br />

Fahrzeugklasse gehört als der Golf. Am ähnlichsten sind<br />

die beiden Golf- A4-Bilanzen für Otto- und Dieselmotoren.<br />

Der Vergleich zeigt, dass über den ganzen Lebenszyklus<br />

das Fahrzeug mit TDI-Dieselmotor drei Tonnen<br />

CO2 weniger emittiert als der gleiche Golf mit Ottomotor.<br />

Zusätzlich entstehen bei der Herstellung und Verteilung<br />

von Benzin für den Golf 40 Kilogramm mehr<br />

Kohlenwasserstoffemissionen als bei der Herstellung<br />

und Verteilung von Dieselkraftstoff. Diesen Vorteilen<br />

des Dieselantriebes stehen jedoch höhere NOx- und<br />

Partikelemissionen gegenüber.<br />

Bilanzierte Fahrzeuge<br />

Nutzung, Verwertung<br />

Benzin- und Dieselherstellung<br />

Pkw-Herstellung<br />

Herstellung der<br />

Werkstoffe<br />

%<br />

100<br />

90<br />

80<br />

70<br />

60<br />

50<br />

40<br />

30<br />

20<br />

10<br />

Primärenergie<br />

545 GJ<br />

Stahl<br />

722 kg<br />

Kunststoff<br />

253 kg<br />

Leichtmetall<br />

132 kg<br />

Säulen von links nach rechts: Golf A3 (Ottomotor), Golf A4 (Ottomotor), Golf A4 TDI, Lupo 3L TDI<br />

(100 % entsprechen jeweils den unten angegebenen Werten)<br />

PM: Partikelmasse<br />

NM VOC: Non Methane Organic Compounds (u. a. Propan, Butan und Benzol)<br />

Quelle: VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong><br />

Sachbilanz Umweltpolitik & -management<br />

Das Verfahren zur Bilanzierung der Herstellungsphase<br />

der Fahrzeuge ist zu aufwendig,<br />

um es für jedes Modell durchzuführen.<br />

Deshalb soll in Zukunft das bereits bestehende<br />

internationale Material-Daten-System IMDS<br />

für Pkw (siehe Seite 74) um zusätzliche Umweltdaten<br />

erweitert werden. Damit wird dann<br />

die Erfassung der Daten für die Phase „Pkw-<br />

Herstellung“ optimiert.<br />

CO 2<br />

36 t<br />

NM VOC<br />

162 kg<br />

SO 2<br />

34 kg<br />

NO x<br />

77 kg<br />

PM<br />

15 kg<br />

3<br />

26<br />

27


Weniger ist mehr<br />

Innovativer Umweltschutz spart Kosten<br />

Die nachgeschalteten Maßnahmen im Umweltschutz,<br />

die so genannten End-of-Pipe-Technologien, die auch<br />

finanziell eindeutig abzugrenzen sind, werden immer<br />

mehr durch integrierte Maßnahmen ersetzt. Diese integrierten<br />

Maßnahmen sorgen dafür, dass Umwelbelastungen<br />

schon an ihrem Entstehungsort so gering wie möglich<br />

gehalten werden. Damit wird es jedoch auch zunehmend<br />

schwieriger, Umweltkosten in der Bilanz auszuweisen.<br />

Die veröffentlichten Kosten haben dadurch nur einen<br />

begrenzten und weiter sinkenden Aussagewert in Bezug<br />

auf die Umweltleistung von <strong>Volkswagen</strong>.<br />

Investitionen im Umweltschutz<br />

<strong>Volkswagen</strong> hat im Jahr 2000 27,1 Millionen Euro in<br />

Umweltschutzeinrichtungen investiert. Ein Beispiel für<br />

integrierten Umweltschutz:<br />

In der mechanischen Fertigung des Werkes Wolfsburg<br />

wird ein Teil der derzeit eingesetzten Anlagen durch<br />

Trockenbearbeitungsmaschinen ersetzt. Dadurch fallen<br />

die bisher zusätzlichen kostenintensiven Anlagen und<br />

erforderlichen Flächen, wie z.B. Kühlschmiermittelaufbereitungsanlagen,<br />

Spänezentrifugen und Öl-Wasser-<br />

Separatoren, weg. Durch den Einsatz der integrierten<br />

Umweltschutzmaßnahmen wird in Zukunft eine nahezu<br />

wasserfreie mechanische Fertigung möglich sein.<br />

Außerdem werden durch die Substitution kühlschmiermittelbelasteter<br />

Maschinen und Bauteile mitarbeiterfreundliche<br />

Arbeitsplätze geschaffen.<br />

Betriebskosten im Umweltschutz<br />

Im Jahr 2000 wurde die Einführung eines neuen Kennzahlensystems<br />

zur Erfassung der Umweltschutzbetriebskosten<br />

an den sechs <strong>deutsch</strong>en Standorten der<br />

Investitionen und Betriebskosten im Umweltschutz<br />

Investitionen<br />

Betriebskosten<br />

1998 1999 2000<br />

34<br />

86<br />

Angaben in Millionen Euro; <strong>deutsch</strong>e Standorte<br />

(ohne die Werke Zwickau/Mosel und Chemnitz)<br />

Quelle: VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong><br />

42<br />

150<br />

VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong> abgeschlossen. Mit diesem<br />

Kennzahlensystem wird der prozentuale Anteil<br />

der Umweltschutzkosten an den Gesamtbetriebskosten<br />

eines Bereiches oder einer Kostenstelle<br />

erfasst. Bei Struktur- oder Prozessänderungen<br />

werden die Kennzahlen flexibel angepasst.<br />

Für das Jahr 2000 wurden 190,3 Millionen<br />

Euro ermittelt. Der deutliche Anstieg der<br />

ermittelten Kosten resultiert überwiegend aus<br />

der wesentlich genaueren Erfassungsmethode.<br />

Mit Hilfe des neues Kennzahlensystems<br />

können die Kosten mit erheblich weniger<br />

Aufwand ermittelt werden als in der Vergangenheit.<br />

Es wurde <strong>2001</strong> auch an den europäischen<br />

Standorten von <strong>Volkswagen</strong> eingeführt.<br />

Produktbezogene Umweltkosten<br />

Im Rahmen eines langfristig angelegten Forschungsprojekts<br />

zur Erfassung produktbezogener<br />

Umweltkosten haben wir zwei Pilotstudien<br />

durchgeführt. In den Studien wurden<br />

die betrieblichen Umweltkosten, die Reststoffkosten<br />

sowie die außerbetrieblichen Recyclingkosten<br />

für einen Kunststoffkraftstoffbehälter<br />

und für eine lackierte Karosserie analysiert.<br />

Aufgrund des hohen Aufwands, den die<br />

Erstellung einer separaten Umweltkostenrechnung<br />

erfordert, prüfen wir derzeit andere<br />

Methoden, Umweltkosteninformationen<br />

strategisch sinnvoll in bestehende Systeme zu<br />

integrieren.<br />

27<br />

190


Mit Erfolg bestanden<br />

Auditierung des Umweltmanagements<br />

Der Aufbau von Umweltmanagementsystemen ist an<br />

den meisten Standorten bereits abgeschlossen. Ihre<br />

Grundlage ist in Europa vor allem das „Environmental<br />

Management and Audit Scheme (EMAS)“ der Europäischen<br />

Union. In Ländern außerhalb der Europäischen<br />

Union bildet die in wesentlichen Punkten zur EMAS<br />

äquivalente Norm ISO 14001 die Basis. Zu einer erfolgreichen<br />

Erstzertifizierung konnte im Jahr 2000 den<br />

Fabriken in Hannover, Polkowice (Polen), Uitenhage<br />

(Südafrika), Córdoba (Argentinien) und Puebla (Mexiko)<br />

gratuliert werden.<br />

Einige Werke, die sich zurzeit in der Umstrukturierung<br />

befinden oder neue Produktionen aufbauen, sind noch<br />

nicht ganz am Ziel, werden aber bald folgen. Unsere<br />

Aktivitäten konzentrieren sich auf die Werke in Taubaté<br />

(Brasilien), Changchun (China), Martin (Slowakei) und<br />

Brüssel (Belgien).<br />

www.volkswagen-umwelt.de/vor-ort<br />

Regelmäßig führt Fachpersonal unternehmensinterne<br />

Audits durch, um die Effektivität und die Funktionsfähigkeit<br />

der Umweltmanagementsysteme zu prüfen.<br />

Aktuell wurden keine gravierenden Abweichungen festgestellt,<br />

aber das Management erhielt zahlreiche Hinweise<br />

auf Verbesserungspotenziale in technischer,<br />

organisatorischer und finanzieller Hinsicht. Besonders<br />

betroffen sind davon die Energie- und Ressourceneinsparung<br />

sowie der Schutz des Bodens und des Grundwassers.<br />

Umweltkosten/Öko-Audit Umweltpolitik & -management<br />

Neben Schulungen in Wolfsburg und Beratungsgesprächen<br />

an den anderen Standorten<br />

werden auch so genannte internationale<br />

Audits durchgeführt, um die Standorte beim<br />

Aufbau der Umweltmanagementsysteme zu<br />

unterstützen. Diese Audits gibt es seit 1999,<br />

als Umweltschutzfachleute von <strong>Volkswagen</strong><br />

Argentina, <strong>Volkswagen</strong> do Brasil, AutoEuropa<br />

(Portugal) und aus der <strong>deutsch</strong>en Konzernzentrale<br />

die Umweltsituation am Standort<br />

Anchieta (Brasilien) überprüften. Darüber<br />

hinaus werden aber auch immer wieder<br />

Kollegen aus allen Teilen des Konzerns in<br />

Audits an <strong>deutsch</strong>en Standorten eingebunden.<br />

Inzwischen sind diese Verfahren eingespielt<br />

und ermöglichen allen Beteiligten<br />

Vorteile:<br />

• Es kommt zu einem fachlichen Austausch<br />

im Sinne eines Know-how-Transfers.<br />

• Es wird ein hohes, international einheitliches<br />

Niveau der Auditierungen sichergestellt.<br />

• Die persönlichen Kontakte zwischen den<br />

Umweltschutzfachleuten der verschiedenen<br />

Werke von unterschiedlichen Kontinenten<br />

werden vertieft.<br />

• Die Kollegen vor Ort werden bei einer<br />

anstehenden externen Umweltzertifizierung<br />

unterstützt.<br />

Die zukünftigen Aufgaben bestehen darin,<br />

diese Umweltmanagementsysteme nach der<br />

mindestens einmaligen Zertifizierung jedes<br />

Standortes in Deutschland weltweit an allen<br />

Standorten zu etablieren und aufrechtzuerhalten.<br />

3<br />

28<br />

29


Alle für einen<br />

<strong>Volkswagen</strong>-Mitarbeiter engagieren sich für die Umwelt<br />

An dieser Stelle informieren wir Sie über die Fortführung von Programmen und Initiativen, die wir bereits<br />

im <strong>Umweltbericht</strong> 1999/2000 vorgestellt haben, und berichten über neue Projekte.<br />

Programm zur Personalentwicklung und Umweltkommunikation<br />

Personalentwicklung Initiativen/Projekte Information/Motivation<br />

Führungskräfteseminare:<br />

Seit 1997 wurden bei der Marke <strong>Volkswagen</strong><br />

(Inland) in 13 Seminaren 205<br />

Führungs- und Führungsnachwuchskräfte<br />

– von insgesamt 943 Managementvertretern<br />

(Marke <strong>Volkswagen</strong><br />

Inland) – in Halbtagesseminaren<br />

ausgebildet.<br />

Meisterschulungen:<br />

Qualifizierung von 733 von 2.021<br />

Meistern der VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong> in<br />

zweitägigen Seminaren.<br />

Sachkundige für Umweltschutz:<br />

Ausbildung von 549 Teilnehmern der<br />

VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong> zu Sachkundigen<br />

für Umweltschutz in 37 Seminaren seit<br />

1990. Alle Teilnehmer haben Multiplikatorfunktion<br />

als Meister, Sachbearbeiter<br />

oder Unterabteilungsleiter.<br />

Recyclinggerechtes Konstruieren:<br />

13 Veranstaltungen mit 128<br />

Teilnehmern<br />

Öko-Center wird<br />

Umwelt Service Center (USC):<br />

Das USC ist Zentrum für theoretischen<br />

Unterricht und Ausgangsstation für<br />

die vielen Umweltservice-Arbeiten der<br />

Auszubildenden im Werk Wolfsburg.<br />

Durchschnittlich lernen 20 bis 24 Azubis<br />

im Center, pro Jahr etwa 510 (gewerblich-technisch<br />

oder kaufmännisch).<br />

Zum Beispiel:<br />

Recyclinginitiative (siehe Seite 31)<br />

Wettbewerb „interner Umweltpreis“<br />

(siehe Seite 32)<br />

Umwelt Service Center<br />

Mitarbeiterzeitung „Autogramm“<br />

<strong>Umweltbericht</strong><br />

Umwelterklärungen<br />

Umweltbrief<br />

Environment Newsletter<br />

Plakataktionen<br />

Betriebsversammlungen<br />

Tag der offenen Tür<br />

„Grüne“ Werkstour<br />

Intranet<br />

Internet<br />

Vorschlagswesen<br />

„Grüne Werksrallye“ für Auszubildende<br />

Lärmmessungen in der Produktion: (v. l.) Patrik During, Sandra Hackel, Fabian Haufe,<br />

Klaus Krolik (Ausbilder USC), Christian Camehl, Jens Klinner.


Projekte der Mitarbeiter<br />

Recyclinginitiative „Der Umwelt zuliebe“<br />

Eine Mitarbeiterinitiative wird zur<br />

Institution<br />

(wir berichteten 1997 und 1999)<br />

Fortschritte und Ziele<br />

Die Initiative sammelt seit 1994 Verpackungsmaterial<br />

wie z.B. Kunststoffkappen, Folien<br />

und Kartonagen in der Produktion, um sie an<br />

die Lieferanten gegen Bezahlung zurückzusenden<br />

oder an Recyclingunternehmen zu verkaufen.<br />

Das Projekt beschäftigt Mitarbeiter, die<br />

aufgrund ihres Alters oder gesundheitlicher<br />

Einschränkungen nicht mehr an der Produktionslinie<br />

einsetzbar sind. „Wir entlasten<br />

damit die Umwelt und schaffen und sichern<br />

unter wirtschaftlichen Aspekten Arbeitsplätze<br />

für Ältere und Schwerbehinderte“, so Norbert<br />

Loeper, Initiator des Projekts.<br />

Recyclinggerechtes Konstruieren<br />

Unsere Konstrukteure lernen im Seminar „Recyclinggerechtes<br />

Konstruieren“ den Einfluss kennen, den ihre<br />

Entscheidungen bei der Entwicklung neuer Fahrzeuge<br />

auf eine funktionierende Altautoaufbereitung bzw. den<br />

Recyclingprozess und seine Wirtschaftlichkeit nehmen.<br />

Grundlage dafür sind die gesetzlichen Rahmenbedingungen<br />

für das Automobilrecycling, das Recycling von Werkstoffen<br />

aus Altfahrzeugen, Ziel und Grundprinzipien<br />

Mitarbeiter Umweltpolitik & -management<br />

Resultate 2000<br />

Kostensenkung durch Verkauf von wiederverwertbaren<br />

Verpackungen oder Materialeinsparungen<br />

Kunststoff 0,72 Mio. Euro<br />

Kartonagen 0,36 Mio. Euro<br />

Nopaschaum 0,12 Mio. Euro<br />

Gesamt 1,2 Mio. Euro<br />

Vermeiden von Abfall<br />

Kartonagen 219.110 kg<br />

Kunststoff 117.814 kg<br />

Nopaschaum 37.447 kg<br />

Gesamt 374.369 kg<br />

Einsparungen pro Fahrzeug<br />

1996: 0,09 Euro<br />

1997: 0,14 Euro<br />

1998: 1,23 Euro<br />

1999: 2,33 Euro<br />

2000: 1,96 Euro<br />

<strong>2001</strong>: 2,46 Euro (1. Quartal)<br />

des recyclinggerechten Konstruierens und<br />

Demontagestudien als Hilfsmittel für den<br />

Konstruktionsprozess.<br />

Bei bisher 13 Veranstaltungen mit insgesamt<br />

128 Teilnehmern, die in Zusammenarbeit mit<br />

der <strong>Volkswagen</strong> Coaching GmbH stattfanden,<br />

war die Resonanz durchgehend positiv. Ziel ist<br />

es, langfristig ca. 1.000 Ingenieure zu schulen.<br />

3<br />

30<br />

31


„Der Umweltschutz<br />

bei <strong>Volkswagen</strong> hängt<br />

ganz wesentlich vom<br />

Einsatzwillen unserer<br />

Mitarbeiter ab. Viele<br />

von ihnen zeigen ein<br />

Engagement für den Schutz der<br />

Umwelt, das weit über ihren dienstlichen<br />

Auftrag hinausgeht. Bei der<br />

Schaffung des Umweltpreises ging es<br />

darum, dies von der Unternehmensseite<br />

deutlich zu machen.“<br />

Rudolf Stobbe,<br />

Umweltmanagementbeauftragter<br />

der Marke <strong>Volkswagen</strong><br />

<strong>Volkswagen</strong>-Umweltpreis <strong>2001</strong>: (v. l.) Uwe Bartels, Herbert Engel, Frank Ludewig,<br />

Wolfgang Feder, Uwe Hentschel, Oliver Frey, Rudolf Stobbe<br />

Erster interner Umweltpreis von <strong>Volkswagen</strong><br />

„Mit dem Umweltpreis unterstreichen wir<br />

unsere gemeinsame Verpflichtung gegenüber<br />

den Prinzipien der Nachhaltigkeit. Ökologie,<br />

Ökonomie und soziale Verantwortung müssen<br />

ein Gleichgewicht darstellen, um die Zukunftssicherung<br />

für die kommenden Generationen<br />

zu gewährleisten. Hierzu ist der Umweltpreis<br />

ein Baustein der Anerkennung und Motivation,<br />

der dokumentiert, dass Nachhaltigkeit auch<br />

eine alltägliche Herausforderung für jeden<br />

einzelnen ist.“ So begründeten Uwe Bartels,<br />

Mitglied des Gesamtbetriebsrats der VOLKS-<br />

W<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong>, und Rudolf Stobbe, Umwelt,<br />

Verkehr und Arbeitsschutz, die Einführung<br />

des Umweltpreises.<br />

Drei Initiativen wurden bisher ausgezeichnet:<br />

Mitarbeiter im Werk Braunschweig konnten<br />

den Farbverbrauch der Lackieranlagen für<br />

Bremsscheiben reduzieren, im Werk Emden<br />

wurde der Streusalzeinsatz im Winter optimiert,<br />

und das Team der Werkzeughärterei im Werk<br />

Wolfsburg minderte den Einsatz des Salzbadhärteverfahrens<br />

drastisch zugunsten einer<br />

Gas-Wärme-Behandlung. In Zukunft soll der<br />

Preis regelmäßig alle zwei Jahre vergeben<br />

werden.


„Wasser, Boden und Luft“<br />

Das Projekt Umweltgeschichte<br />

In den fünfziger Jahren fiel im <strong>Volkswagen</strong>-Werk in<br />

Wolfsburg ein Produktionsrekord nach dem anderen.<br />

Die große Nachfrage nach dem „Käfer“, Träger und Symbol<br />

des bundes<strong>deutsch</strong>en Wirtschaftswunders, riss nicht<br />

ab. Auf dem zwischen Mittellandkanal und Aller gelegenen<br />

Werksgelände wurden die Fertigungskapazitäten<br />

deshalb ständig erweitert. Diese stürmische Entwicklung<br />

wirkte sich nachhaltig auf die Interaktionen der<br />

Produktionsstätte mit ihrer Umwelt aus. In verschiedenen<br />

Bereichen des Unternehmens setzten kontinuierliche<br />

Lernprozesse ein. Die Ingenieure der Versorgungsbetriebe<br />

mussten komplexe Zusammenhänge durchdringen,<br />

um die ersten Modernisierungen in der Fertigungstechnik<br />

mit der sensiblen Wasserkreislaufwirtschaft des<br />

Betriebes in Einklang zu bringen. Der bereits in dieser<br />

frühen Phase wahrnehmbare Wandel im Umgang mit<br />

Wasser, Abfall und Emissionen spiegelte im weiteren<br />

Verlauf aber auch übergeordnete Entwicklungslinien<br />

wider. So führte der allgemeine Rohstoffpreisverfall in<br />

den sechziger Jahren zum Abbau von bewährten innerbetrieblichen<br />

Wiederverwertungsverfahren, die sich<br />

wirtschaftlich nicht mehr lohnten. Die weltweite Ölkrise<br />

und die Entstehung der bundes<strong>deutsch</strong>en Umweltgesetzgebung<br />

forcierten in den siebziger Jahren eine<br />

Neuorientierung des bislang betriebenen Umgangs des<br />

Unternehmens mit Energie und Emissionen. Das sich<br />

Mitarbeiter/Umweltgeschichte Umweltpolitik & -management<br />

1958 geht bei <strong>Volkswagen</strong> die erste Müllverbrennungsanlage<br />

in Betrieb<br />

gleichzeitig herausbildende moderne<br />

Umweltbewusstsein wiederum veränderte<br />

interne Unternehmensstrukturen und zog die<br />

Institutionalisierung des betrieblichen Umweltschutzes<br />

bei <strong>Volkswagen</strong> nach sich.<br />

Im Jahr 2000 beauftragte <strong>Volkswagen</strong> einen<br />

Historiker damit, in enger Zusammenarbeit<br />

mit dem Unternehmensarchiv die frühen<br />

umweltrelevanten Wechselwirkungen des<br />

Stammwerks in Wolfsburg zu untersuchen.<br />

Die Veröffentlichung „Wasser, Boden und Luft.<br />

Beiträge zur Umweltgeschichte des <strong>Volkswagen</strong>-Werks<br />

Wolfsburg“ von Malte Schumacher<br />

erscheint Anfang <strong>2002</strong> in der Schriftenreihe<br />

Historische Notate des Unternehmensarchivs.<br />

Kontakt:<br />

VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong><br />

Kommunikation, Unternehmensarchiv<br />

Brieffach 1974<br />

38436 Wolfsburg<br />

Telefon: (05361) 9-25667<br />

Fax: (05361) 9-76957<br />

E-Mail: unternehmensarchiv@volkswagen.de<br />

Produktionsausweitungen<br />

in der Radkappenverchromung<br />

steigerten 1956 die<br />

Abwassermenge<br />

3<br />

32<br />

33


Ziele und Maßnahmen<br />

Der <strong>Volkswagen</strong>-<strong>Umweltbericht</strong> 1999/2000 führte 39 übergeordnete<br />

Unternehmensziele und Maßnahmen auf und<br />

verwies auf die zahlreichen detaillierten Ziele und<br />

Einzelmaßnahmen, die in den validierten Umwelterklärungen<br />

der Standorte aufgelistet und verfolgt werden.<br />

Von den 39 Zielen gelten 24 als erreicht.<br />

Neue und fortlaufende Ziele<br />

Nachhaltigkeit und gesellschaftliche<br />

Verantwortung<br />

• Entwicklung von Szenarien nachhaltiger<br />

Mobilität<br />

• Aktive Beteiligung an internationalen<br />

Nachhaltigkeitsinitiativen<br />

• Teilnahme am WSSD-Prozess (World<br />

Summit on Sustainable Development<br />

<strong>2002</strong>, Johannesburg)<br />

• Ausbau der Dialoge und Kooperationen<br />

mit Stakeholdern<br />

• Kontinuierliche Präsenz in den<br />

führenden Nachhaltigkeits-Indizes<br />

weltweit<br />

• Weiterentwicklung nachhaltigkeitsorientierter<br />

Managementsysteme und<br />

-instrumente<br />

• Standortbezogene Projekte zur Reduzierung<br />

der Arbeitslosigkeit<br />

• Weitere Entwicklung innovativer Instrumente<br />

zur Altersvorsorge<br />

• Wahrung des hohen Qualitätsstandards<br />

in der Umwelt- und Nachhaltigkeitsberichterstattung<br />

• Entwicklung einer international geltenden<br />

Erklärung zu den sozialen Standards<br />

Umweltmanagement<br />

• Zertifizierung der Werke Bratislava,<br />

Martin, Taubate und Changchun nach<br />

ISO 14001, des Werks Brüssel nach EMAS<br />

und ISO 14001<br />

• Optimierung der systematischen Erfassung<br />

und Dokumentation umweltrelevanter<br />

Daten der außereuropäischen Standorte<br />

• Ausbau des internationalen Netzwerks<br />

der Umweltschutzmitarbeiter von <strong>Volkswagen</strong><br />

und Ausbau des Intranets auf den<br />

Gebieten des Umwelt- und Arbeitsschutzes<br />

• Weiterer Ausbau des Internetauftritts<br />

auf dem Gebiet des Umweltschutzes<br />

• Aufbau eines Internetinformationssystems<br />

zu Nachhaltigkeitsthemen<br />

• Weiterführung der Sachbilanzierung<br />

von Fahrzeugen und Komponenten<br />

• Zielgruppenorientierter Ausbau der<br />

Bildungsaktivitäten für Mitarbeiter von<br />

<strong>Volkswagen</strong> und für unsere Partner (z.B.<br />

Erweiterung des Workshopangebots<br />

„Priorität A“ für die Zulieferer)<br />

• Ausweitung des Konzepts „AutoVision“<br />

auf weitere Standorte<br />

• Implementierung des internationalen<br />

Material-Daten-Systems IMDS der Automobilindustrie<br />

in die internen Abläufe<br />

• Erprobung neuer Technologien im Schallschutz:<br />

GPS-Datenerfassung und 3-D-<br />

Schallpläne<br />

Beschaffung und Fertigung<br />

• Umweltbezogene Weiterentwicklung der<br />

Testierungsverfahren (auch im Rahmen<br />

von modellhaften Vorhaben mit Hochschulen<br />

und Lieferanten)<br />

• Entwicklung „geruchsarmer Bindersysteme“<br />

in der Sandgussgießerei Hannover<br />

bis <strong>2002</strong><br />

• Weiterentwicklung der solaren Abwassertechnik<br />

• Weiterentwicklung emissionsarmer<br />

Lackierung an <strong>deutsch</strong>en und internationalen<br />

Standorten<br />

• Modifizierung und Einführung des<br />

Katasters zum Umgang mit wassergefährdenden<br />

Stoffen auf der Grundlage<br />

der <strong>Volkswagen</strong>-Standards für ausländische<br />

Werke<br />

• Maßnahmen zur Reduzierung des Trinkwasserverbrauchs<br />

in den Werken<br />

• Einführung von Transpondersystemen<br />

zur Optimierung der Abfalllogistik<br />

Produkt, Forschung und Entwicklung<br />

• In Deutschland wird <strong>Volkswagen</strong> seinen<br />

Beitrag zur Erfüllung der freiwilligen<br />

Zusage des VDA leisten und den Kraftstoffverbrauch<br />

der neu in den Verkehr<br />

gebrachten Fahrzeugflotte zwischen 1990<br />

und 2005 um 25 Prozent senken.<br />

• In Europa leistet <strong>Volkswagen</strong> seinen Beitrag<br />

zur Erfüllung der Vereinbarung des<br />

europäischen Herstellerverbands ACEA<br />

mit der Europäischen Kommission, den<br />

CO2-Ausstoß der Neuwagenflotte bis zum<br />

Jahr 2008 auf 140 g/km im Durchschnitt<br />

zu senken.<br />

• <strong>Volkswagen</strong> strebt auch bei seinen Dieselfahrzeugen<br />

die vorzeitige Erfüllung der<br />

Euro-4-Abgasnorm an<br />

In der nachfolgenden Liste finden Sie unsere<br />

aktuellen Ziele zum Umweltschutz und zur<br />

Entwicklung des Nachhaltigkeitskonzepts<br />

sowie den Status der im letzten Bericht<br />

aufgeführten Ziele.<br />

• <strong>Volkswagen</strong> wird Prototypen mit alternativen<br />

Antrieben vorstellen.<br />

• Bis 2005 wird <strong>Volkswagen</strong> in allen Ottomotorfamilien<br />

FSI-Technik anbieten.<br />

• <strong>Volkswagen</strong> setzt sich weiterhin aktiv für<br />

die schnelle Einführung schwefelfreier<br />

Kraftstoffe (Schwefelgehalt < 10 ppm) ein.<br />

• <strong>Volkswagen</strong> hat seit 1980 den Partikelausstoß<br />

bei Dieselfahrzeugen um mehr<br />

als 90 Prozent reduziert. Mit der Einführung<br />

der Abgasnorm Euro 4 wird der Wert<br />

nochmals um 50 Prozent gesenkt.<br />

• Entwicklung und Anpassung neuer Fügetechniken,<br />

insbesondere auch wärmearmer<br />

Fügeverfahren für eine umweltgerechte<br />

Montagetechnik<br />

• Unterschreitung der gesetzlich vorgeschriebenen<br />

Außengeräuschgrenzwerte<br />

bei neu entwickelten Fahrzeugen um<br />

mindestens 1 dB (A)<br />

Vermarktung und Recycling<br />

• Forschungsprogramm INVENT (intelligenter<br />

Verkehr und nutzergerechte Technik)<br />

zur Erhöhung der Effizienz und<br />

Sicherheit im Straßenverkehr<br />

• Die systematische operative Einführung<br />

des <strong>Volkswagen</strong>-Anrufbussystems wird<br />

weiter vorangetrieben.<br />

• Entwicklung neuer Einsatzkonzepte und<br />

technischer Systemkomponenten des<br />

Projekts „Mietermobil“<br />

• Wir streben die Steigerung der Verwertbarkeit<br />

von neuen Fahrzeugen auf<br />

95 Prozent bereits für das Jahr 2005 an.<br />

• Aufbau eines eigenen Demontagezentrums<br />

• Entwicklung neuer Werkzeugkonzepte<br />

zur effizienteren Demontage<br />

• Aufbau eines Softwaretools zur virtuellen<br />

Verwertung von Altfahrzeugen<br />

• Kontinuierlicher Ausbau des Verwerternetzes<br />

für das Altautorecycling in<br />

Deutschland auf ca. 200 Betriebe<br />

• Unterstützung der europäischen Importeure<br />

bei der nationalen Umsetzung der<br />

Altauto-Richtlinie


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Laufend<br />

Laufend<br />

Entwicklung der entsprechenden Kommunikationsplattform<br />

abgeschlossen<br />

Einsatz des Teams 1999 und 2000 in Brasilien und Spanien;<br />

Verabschiedung und Einführung von elf internationalen<br />

Umweltstandards im Frühjahr 2000<br />

Schulung/Erfahrungsaustausch der internationalen Mitarbeiter<br />

in <strong>Umweltbericht</strong>erstattung und Kommunikation;<br />

Aufbau von internationalen Umweltpatenschaften<br />

www.volkswagen-umwelt.de und Intranet-Umweltsite<br />

ausgebaut<br />

Sachbilanz Golf A4 (Ottomotor, 55 kW) und TDI (66 kW)<br />

vorgestellt<br />

Ausgebaut (siehe Seite 30)<br />

Seit 1998 konnten im Raum Wolfsburg 3.700 Arbeitsplätze<br />

neu geschaffen werden.<br />

System wurde ausgebaut.<br />

Schallpläne für alle inländischen Standorte wurden<br />

erstellt. Abstimmung mit den Behörden über<br />

Lärmkontingente ist erfolgt.<br />

Laufend<br />

Laufend<br />

Ziele und Maßnahmen Umweltpolitik & -management<br />

Status der im <strong>Umweltbericht</strong> 1999/2000 ausgewiesenen Ziele<br />

Altes Ziel aus dem <strong>Umweltbericht</strong> 1999/2000 Status<br />

Kommentar<br />

Umweltmanagement<br />

Weitere Optimierung des Umweltmanagements und seiner Verankerung<br />

in den internen Geschäftsprozessen<br />

Weiterführung der EMAS-Zertifizierung bzw. Rezertifizierung<br />

aller europäischen Standorte und der Zertifizierung der außereuropäischen<br />

Standorte nach ISO 14001<br />

Einsatz eines internationalen Umweltinformationssystems zur<br />

Sammlung, Kommunikation und Steuerung von Daten<br />

Aufbau eines internationalen Auditierungsteams zur Förderung<br />

einheitlicher Umweltmanagementstandards im Konzern<br />

Fortführen der internationalen <strong>Umweltbericht</strong>erstattung und<br />

verstärkte integrierte Umweltkommunikation nach außen und<br />

innen<br />

Ausbau der <strong>Umweltbericht</strong>erstattung im konzernweiten Intranet<br />

und weltweiten Internet<br />

Weiterführung der Sachbilanzierung von Fahrzeugen und<br />

Komponenten, Erstellung einer Sachbilanz für den Golf<br />

Ausbau der Bildungsaktivitäten für Mitarbeiter von <strong>Volkswagen</strong><br />

sowie unserer Partner<br />

Fortführung des Projekts „AutoVision“ mit dem Ziel, die Arbeitslosenzahl<br />

in der Region Wolfsburg zu halbieren<br />

Rationalisierung der Ersatzstoffprüfung durch EDV-gestützte<br />

Materialbewertungs- und -vergleichssysteme<br />

Im Rahmen einer zukunftsorientierten schalltechnischen<br />

Planung werden die Lärmemissionen von <strong>Volkswagen</strong>-<br />

Fabrikanlagen weiter begrenzt.<br />

Produkt, Forschung und Entwicklung<br />

In Deutschland wird <strong>Volkswagen</strong> seinen Beitrag zur Erfüllung<br />

der freiwilligen Zusage des VDA leisten und den Kraftstoffverbrauch<br />

der neu in den Verkehr gebrachten Fahrzeugflotte<br />

zwischen 1990 und 2005 um 25 Prozent senken.<br />

In Europa leistet <strong>Volkswagen</strong> seinen Beitrag zur Erfüllung der<br />

Vereinbarung des europäischen Herstellerverbands ACEA mit der<br />

Europäischen Kommission, den CO2-Ausstoß der Neuwagenflotte<br />

bis zum Jahr 2008 auf 140 g/km im Durchschnitt zu senken.<br />

<strong>Volkswagen</strong> wird eine wachsende Zahl von Prototypen mit<br />

Brennstoffzellen-Antrieb bauen und vorstellen.<br />

Die Mehrzahl der Pkw mit Ottomotor wird die Euro-4-<br />

Abgasnorm erfüllen.<br />

Auf dem Gebiet der Benzindirekteinspritzermotoren bringen<br />

wir Fahrzeuge mit FSI-Technik auf den Markt.<br />

<strong>Volkswagen</strong> setzt sich weiterhin aktiv für die schnelle Einführung<br />

schwefelfreier Kraftstoffe (Schwefelgehalt < 10 ppm) ein.<br />

<strong>Volkswagen</strong> hat seit 1980 den Partikelausstoß bei Dieselfahrzeugen<br />

um mehr als 90 Prozent reduziert. Bis zum Jahr 2005<br />

(Einführung der Abgasnorm Euro 4) wird der Wert nochmals<br />

um 50 Prozent gesenkt.<br />

Zur weiteren Gewichtseinsparung: Entwicklung von Magnesiumlegierungen<br />

mit breitem Einsatzgebiet; Ermittlung der<br />

Parameter für eine optimierte Kreislauffähigkeit des Werkstoffs<br />

Magnesium<br />

Unterschreitung der gesetzlich vorgeschriebenen Außengeräuschgrenzwerte<br />

bei neu entwickelten Fahrzeugen um mindestens<br />

1 dB (A)<br />

+ Ziel erreicht o In Arbeit, fortlaufend – Nicht erreicht<br />

Präsentation des Bora HyMotion im November 2000<br />

Erfüllt (siehe Auflistung der Modelle mit allen<br />

Motorisierungen im Internet)<br />

Lupo FSI, Golf FSI, Polo FSI: 2. Jahreshälfte <strong>2001</strong><br />

Kooperation mit Shell zur Einführung von Shell Optimax<br />

Abgasstrategie bei Dieselmotoren (siehe Seite 59)<br />

Weitere Getriebegehäuse sind in Magnesium konstruiert<br />

worden und sind in Produktion. Kriechbeständige Magnesiumlegierung<br />

ist entwickelt und befindet sich in Materialeinführung.<br />

Inhouse-Recycling in Kassel.<br />

Erfüllt<br />

3<br />

34<br />

35


36<br />

37<br />

Altes Ziel aus dem <strong>Umweltbericht</strong> 1999/2000 Status<br />

Kommentar<br />

Beschaffung und Fertigung<br />

Untersuchen und Einführen von fortschrittlichen<br />

Fertigungsverfahren, z.B. Trockenbearbeitung und Minimalmengen-Sintertechnik<br />

in der mechanischen Fertigung<br />

Untersuchen alternativer Abwasserreinigungsverfahren, bei<br />

denen die Solartechnologie eingesetzt werden soll<br />

Anpassung der Lackiertechnologien an den internationalen<br />

Standorten im Rahmen von Modernisierungsmaßnahmen an<br />

den <strong>deutsch</strong>en Standard<br />

Aufbau eines Katasters zur Optimierung von wassergefährdenden<br />

Stoffen<br />

Abschluss der Sanierungsmaßnahmen für die ehemalige<br />

Schlammdeponie im Werk Wolfsburg und für die Betriebsdeponie<br />

im Werk Emden<br />

Aufbau von dezentralen Wasserkreisläufen in der<br />

Produktion zur Schonung von Ressourcen<br />

Erarbeiten eines übergreifenden Abfallwirtschaftskonzepts<br />

zur Reduzierung von Abfallmengen gemäß dem Ansatz des<br />

Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes<br />

Umstellung des internatinales Material-Daten-Systems auf<br />

elektronische Datenübertragung bis 2000. Den Geschäftspartnern<br />

wird eine papierlose, komfortable Übertragung der<br />

Werkstoffdaten über das Internet ermöglicht.<br />

3. Umweltsymposium für Zulieferer mit Vergabe der<br />

Umweltpreise an innovative Zulieferer im Jahr <strong>2001</strong><br />

Vermarktung und Recycling<br />

Neu- und Weiterentwicklung von Simulationswerkzeugen<br />

zur Nachbildung des Straßenverkehrs mit dem Ziel,<br />

Verkehrsabläufe und Emissionen zu optimieren<br />

Vorstellung der im Projekt MOTIV erarbeiteten Konzepte zu<br />

aktuellen Parkinformationen, intermodalen Verkehrsinformationen<br />

sowie einer Vernetzung von Informationsquellen<br />

durch das MOTIV-Konsortium Mitte 2000<br />

Das <strong>Volkswagen</strong>-Systemangebot Anrufbus hat nach umfangreichen<br />

Erprobungen Marktreife erlangt; der nächste Schritt<br />

ist die systematische operative Einführung dieses innovativen<br />

Bausteins der intermodalen Mobilitätskette von Tür zu Tür.<br />

Wir streben die Steigerung der Verwertbarkeit von neuen<br />

Fahrzeugen auf 95 Prozent bereits für das Jahr 2005 an.<br />

Erstellung von Demontagestudien für alle Fahrzeuge ab<br />

Baujahr 1995, um die recyclinggerechte Konstruktion ständig<br />

zu verbessern<br />

Schließen des Recyclingkreislaufs für Bremsflüssigkeit mit<br />

Prüfung des Einsatzes als First Fill<br />

Kontinuierliche Erweiterung des Rücknahmespektrums der<br />

Werkstattentsorgung<br />

Erstellung von Demontageinformationen für<br />

Altautoverwerter (IDIS) in den Ländern der EU<br />

Aufbau eines flächendeckenden Netzes zur Altautoannahme<br />

und -verwertung<br />

Entwicklung von Konzepten zur Erhöhung des Altfahrzeugstroms,<br />

der über die Annahmestellen unserer Handelsorganisationen<br />

in die Verwertung gelangt<br />

+ Ziel erreicht o In Arbeit, fortlaufend – Nicht erreicht<br />

o<br />

o<br />

o<br />

+<br />

+ o<br />

+ o<br />

+<br />

+<br />

–<br />

+<br />

+<br />

+<br />

o<br />

+<br />

+<br />

+<br />

+<br />

o<br />

o<br />

Laufend<br />

In Zusammenarbeit mit dem Institut für Solarforschung<br />

wurde eine Anlage errichtet, die zunächst in Wolfsburg<br />

und dann in einem zweiten Schritt in Brasilien erprobt<br />

wurde.<br />

Weltweite Standards für <strong>Volkswagen</strong> verabschiedet<br />

Die Entwicklung eines EDV-gestützten Katasters ist<br />

abgeschlossen.<br />

Die Sanierung in Wolfsburg ist abgeschlossen, in Emden läuft<br />

die erste Sanierungsphase.<br />

Mehrere dezentrale Kreislaufsysteme zum Recycling von<br />

ölhaltigem Waschwasser aus der mechanischen Fertigung<br />

und in den Lackierereien im Werk Wolfsburg wurden<br />

geschaffen. Daneben wurde die Speicherung und Nutzung<br />

von Regenwasser im Werk Polkowice realisiert.<br />

Abfallkonzepte (z.B. für Lackiererei, mechanische Fertigung,<br />

Kunststoffteilefertigung) wurden erstellt.<br />

Einführung des internationalen Material-Daten-Systems<br />

IMDS (siehe Seite 74)<br />

In den Jahren 2000 und <strong>2001</strong> Konzentration auf Zulieferer-<br />

Workshops in Kleingruppen<br />

Für die Analyse verkehrlicher Fragestellungen wurden<br />

leistungsfähige Simulationswerkzeuge für den Straßenverkehr<br />

entwickelt. Mit Hilfe dieser Programme werden innovative<br />

Lösungen zur Verbesserung von Verkehrsabläufen<br />

entwickelt und hinsichtlich Potenzial und Machbarkeit<br />

bewertet.<br />

Ist erfolgt.<br />

Laufend<br />

Erste Pilotvorhaben wurden Ende <strong>2001</strong> begonnen.<br />

Demontagestudien wurden für alle Modelle ab Baujahr 1985<br />

erstellt und werden nun halbjährlich für aktuelle Modelle<br />

ergänzt.<br />

Ab 01.07.<strong>2001</strong> wird die vom Handel zurückgenommene<br />

Bremsflüssigkeit bei einem Vertragspartner wieder<br />

aufbereitet und dem Hersteller weitergegeben, der daraus<br />

Bremsflüssigkeit hoher Qualität erzeugt.<br />

Seit dem 1.Quartal 2000 werden zusätzlich zehn weitere Verpackungsabfallfraktionen<br />

kostenlos vom Händler zurückgenommen.<br />

IDIS wird in acht Sprachen für alle Mitgliedstaaten angeboten<br />

und kostenlos an alle zertifizierten Verwerter der EU-<br />

Staaten verteilt.<br />

Es besteht ein Rücknahmenetz von 1.600 Händlern, es gibt<br />

ca. 40 zertifizierte Verwerter aus dem Call-Parts-System<br />

Laufend


Produkte<br />

5<br />

6<br />

4


Vorneweg statt nur dabei<br />

Produktpolitik und Innovationen für den<br />

Umweltschutz<br />

Attraktive und innovative Produkte sind der<br />

Schlüssel zum Erfolg im Automobilgeschäft.<br />

Gleichermaßen spiegeln innovative Produkte<br />

wider, wie stark sich ein Hersteller im Umweltbereich<br />

engagiert. Dies liegt daran, dass das<br />

Auto auf seinem Weg von der Wiege – der Rohstoffgewinnung<br />

– bis zur Bahre, also der Entsorgung,<br />

mit vielen umweltrelevanten Energieund<br />

Stoffströmen verbunden ist. Man könnte<br />

sogar von der Wiege bis zur Wiege sagen, denn<br />

der weit überwiegende Anteil jedes Altfahrzeugs<br />

wird recycelt und damit wieder zum<br />

Rohstoff oder Energieträger für neue Produkte.<br />

Schauen wir doch einmal gemeinsam an, wie<br />

die innovative Produktpolitik von <strong>Volkswagen</strong><br />

ökologischen Standards gerecht wird. Von<br />

Beginn an setzt <strong>Volkswagen</strong> bei der Entwicklung<br />

seiner Fahrzeuge auf umweltgerechte<br />

Innovationen: Die Umweltleistung soll im<br />

gesamten Produktlebenszyklus kontinuierlich<br />

verbessert werden. Eigens erstellte Sachbilanzen<br />

zeigen uns, durch welche Maßnahmen<br />

und an welchen Stellen beim Fahrzeug<br />

wir die Umwelt bestmöglich entlasten können.<br />

Leichtbau I: Lupo 3L TDI,<br />

Alu-Hilfsrahmen mit geschmiedeten<br />

Querlenkern aus Aluminium<br />

Schließlich ist es viel einfacher und effektiver, die Umwelt<br />

gleich von Anfang an zu schützen, anstatt nachträglich<br />

aufwendig die entstandenen Belastungen wieder<br />

herauszufiltern.<br />

Doch nun der Reihe nach: Das Autoleben beginnt mit<br />

der Rohstoff- und Werkstoffgewinnung. <strong>Volkswagen</strong><br />

achtet bei der Auswahl der Ausgangsstoffe auf Umweltverträglichkeit<br />

und bindet dabei seine Lieferanten stark<br />

mit ein. Im Falle des Leichtbauwerkstoffes Magnesium<br />

ist <strong>Volkswagen</strong> sogar an der Rohstoffgewinnung beteiligt.<br />

Unsere Automobile werden in unseren Werken weltweit<br />

auf Basis von Umweltmanagementsystemen produziert,<br />

die zumeist nach EG-Öko-Audit oder ISO 14001 geprüft<br />

sind. Dadurch sind wir in der Lage, die produktionsbedingten<br />

Umweltbelastungen kontinuierlich zu verringern.<br />

Sachbilanzen dokumentieren: Die Nutzungsphase<br />

hat – insbesondere beim Energieverbrauch – einen<br />

zentralen Einfluss auf die Umweltverträglichkeit des<br />

Autos. Das hat zwei zentrale Konsequenzen: Einerseits<br />

ist <strong>Volkswagen</strong> als Hersteller gefordert, mit Hilfe<br />

Leichtbau II: Lupo 3L TDI,<br />

Rohkarosse


Primärenergiebedarf Golf A4, 1,4 Liter, 55 kW,<br />

Ottomotor, Verbrauch 6,55 Liter/100 Kilometer<br />

Nutzungsphase<br />

Benzin- und Ölherstellung<br />

Werkstoffherstellung<br />

Pkw-Herstellung<br />

Quelle: VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong><br />

Nutzungsphase<br />

Benzin- und Ölherstellung<br />

Werkstoffherstellung<br />

Pkw-Herstellung<br />

7,7 %<br />

8,2 %<br />

10,8 %<br />

12,6 %<br />

8,4 %<br />

9,2 %<br />

73,1 %<br />

Primärenergiebedarf Golf A4, 1,9 Liter, 66 kW, TDI,<br />

Dieselmotor, Verbrauch 4,95 Liter/100 Kilometer<br />

Quelle: VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong><br />

70,0 %<br />

Leichtbau III: Lupo 3L TDI,<br />

Lenkrad aus Magnesium<br />

Produktpolitik<br />

technischer Innovationen (z.B. den Motorentechniken<br />

TDI und FSI oder unserer Leichtbauweise)<br />

mitzuhelfen, den Benzinverbrauch<br />

zu senken. Andererseits soll der Fahrer diese<br />

technischen Potenziale auch nutzen, denn<br />

CO2- oder Lärmemissionen werden erheblich<br />

von seinem Fahrstil beeinflusst. Wir unterstützen<br />

ihn dabei: Neben Informationen im<br />

Bordbuch bieten wir SparSicherheitsTrainings<br />

an (siehe Seite 110). Auch zu Ihrem Vorteil:<br />

Denn neben der Umwelt profitiert besonders<br />

Ihr Geldbeutel davon.<br />

Auch wenn es wehtut: Irgendwann ist ein<br />

Autoleben beendet. Sie geben das Fahrzeug<br />

bei einer der etwa 1.600 autorisierten Annahmestellen<br />

zurück, und es wird einem zertifizierten<br />

Altautoverwerter übergeben. Dort<br />

wird es demontiert, und die Materialien und<br />

Bauteile werden einem ökologisch sinnvollen<br />

Recyclingprozess zugeführt. Ihr altes Auto<br />

findet dann größtenteils den Weg zurück in<br />

den Wirtschaftskreislauf und wird als Bauteil,<br />

Werkstoff oder Energielieferant wieder<br />

Bestandteil von neuen Produkten.<br />

Kontakt:<br />

VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong><br />

Umweltschutzbeauftragter Produkt<br />

Dieter Pundt<br />

Brieffach 1768/0<br />

38436 Wolfsburg<br />

Telefon (05361)9-76800<br />

Produkte<br />

4<br />

38<br />

39


Vorneweg statt nur dabei Produkte


SI<br />

Buchstabenkürzel haben die Autowelt schon<br />

Aus Freude am Sparen<br />

immer geprägt. Das berühmteste heißt sicherlich<br />

GTI und wurde vor 25 Jahren mit dem gleichna-<br />

migen Golf von <strong>Volkswagen</strong> weltbekannt. Doch<br />

die Zeiten haben sich geändert und mit ihnen die<br />

Ansprüche an die Automobiltechnik. Heute sind<br />

Spritverbrauch und Abgaswerte wichtig. Und<br />

deshalb wird ein neues Kürzel von <strong>Volkswagen</strong><br />

die Autowelt prägen. FSI heißt es. Drei Buchsta-<br />

ben für eine sparsame und schadstoffarme<br />

Motorentechnik, die Maßstäbe setzt.<br />

Frankfurt, Internationale Automobilausstellung, im<br />

September 1999. Auf dem <strong>Volkswagen</strong>-Stand steht ein<br />

silberner Lupo mit einer unscheinbaren Typenbezeichnung<br />

auf der Heckklappe. Doch die Technik unter seiner<br />

Motorhaube hat es in sich und markiert den Beginn<br />

einer umweltfreundlicheren Automobilzukunft. <strong>Volkswagen</strong><br />

präsentierte damals als erster europäischer Autohersteller<br />

ein Fahrzeug mit Benzindirekteinspritzer und<br />

einer völlig neu entwickelten Abgasnachbehandlungstechnologie<br />

zur Unterschreitung der Abgasnorm Euro 4.<br />

Bis 2005, davon ist Dr. Ferdinand Piëch, Vorstandsvorsitzender<br />

der VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong>, überzeugt, wird die<br />

meistverbreitete Benzinmotorentechnik FSI heißen:<br />

„Bis zum Jahr 2005 wird <strong>Volkswagen</strong> seinen Kunden in<br />

allen Motorfamilien die FSI-Technik anbieten.“<br />

Die Meilensteine auf<br />

dem Weg zum FSI<br />

• 18 Monate dauerte die<br />

Vorentwicklung<br />

Vorneweg statt nur dabei Produkte<br />

Die Zukunft des Benzinmotors heißt Direkteinspritzung<br />

• 30 Monate brauchte es bis zur<br />

Serienreife<br />

• 110 Patente wurden angemeldet<br />

• 250 Prototypen waren weltweit<br />

unterwegs<br />

• 450 Motoren trieben Versuchsfahrzeuge<br />

an oder wurden im Labor<br />

getestet<br />

• 75.000 Stunden liefen die Motoren<br />

auf den Entwicklungsprüfständen<br />

• 12.000.000 Fahrzeugerprobungskilometer<br />

ließen dem Zufall keine<br />

Chance<br />

Motoren mit Direkteinspritzung sind zwar<br />

nicht neu, genauer gesagt wurden sie bereits<br />

in den frühen fünfziger Jahren entwickelt,<br />

aber heute müssen Motoren wesentlich strengere<br />

Abgasvorschriften einhalten. Und das<br />

ist <strong>Volkswagen</strong> mit der FSI-Technik besser gelungen,<br />

als es die Anforderungen erwarten<br />

lassen konnten. FSI steht für Fuel Stratified<br />

Injection, was so viel wie geschichtete Benzineinspritzung<br />

bedeutet.<br />

4<br />

0<br />

3


Als Wegbereiter einer neuen Generation besonders sparsamer<br />

und schadstoffarmer Benzinmotoren verbraucht<br />

der Lupo mit FSI-Motor (1,4 l, 77 kW) durchschnittlich<br />

4,9 Liter Kraftstoff auf 100 Kilometern. Das entspricht<br />

einem Einsparpotenzial von bis zu 30 Prozent gegenüber<br />

konventionellen Benzinern der gleichen Leistungsklasse,<br />

wovon etwa die Hälfte auf die neue Motorentechnik zurückzuführen<br />

ist. Außerdem hält der FSI bereits jetzt<br />

den derzeit strengsten Emissionsgrenzwert ein, der ab<br />

2005 gilt (Euro-4-Norm).<br />

In einer Umfrage der <strong>deutsch</strong>en Zeitschrift „auto motor<br />

und sport“ im Herbst 2000 wurde <strong>Volkswagen</strong> das größte<br />

Know-how aller Autohersteller auf dem Sektor umweltfreundliche<br />

Produkte attestiert. Immerhin 48 Prozent<br />

der über 127.000 Befragten sahen die Wolfsburger Marke<br />

an der Spitze. Das liegt auch daran, dass das Unternehmen<br />

bereits seit vielen Jahren die Entwicklung<br />

und Verbreitung umweltfreundlicher<br />

Technologien immer wieder<br />

selbst vorantreibt. <strong>Volkswagen</strong><br />

hat sich freiwillig dazu verpflichtet,<br />

den durchschnittlichenKraftstoffverbrauch<br />

seiner<br />

Modellflotte zwischen<br />

1990 und 2005 um 25 Prozent<br />

zu senken. Als einer der<br />

wenigen Hersteller<br />

haben wir es bis<br />

heute geschafft, ein<br />

Ottomotorenprogramm<br />

für Pkw anzubieten,<br />

das nahezu<br />

komplett die Euro-4-<br />

Norm erfüllt. „Dennoch<br />

war ein weiterer Technologieschub<br />

notwendig“, so Dr. Karl-Heinz Neumann,<br />

ehemaliger Leiter der <strong>Volkswagen</strong>-Aggregate-Entwicklung,<br />

„um die Hürde der 25-prozentigen Verbrauchsreduzierung<br />

bis 2005 zu nehmen.“<br />

TDI als Vorbild<br />

Bei der Dieseltechnologie setzten <strong>Volkswagen</strong>-Ingenieure<br />

mit dem TDI-Motor bereits vor Jahren Maßstäbe,<br />

sowohl beim Verbrauch als auch bei den Emissionen.<br />

Dieses Ziel war den Technikern auch für den Benzinmotor<br />

ein Ansporn. Besonders große Verbrauchsunter-<br />

1,4-Liter-Motor, Lupo FSI<br />

schiede zum Dieselmotor ergeben sich beim<br />

Benziner insbesondere im so genannten Teillastbetrieb,<br />

also dem Bereich, in dem der<br />

Motor für mittlere Geschwindigkeiten nur<br />

relativ wenig Leistung erzeugen muss. In<br />

diesem Betriebsbereich wird der Ottomotor<br />

im Gegensatz zum Dieselmotor über die<br />

Drosselklappe stark gedrosselt, d.h., seine<br />

„Atmung“ wird deutlich erschwert. Das Problem,<br />

bei Teillast so wenig Sprit wie nötig zu verbrauchen,<br />

lösten die Entwickler – und das ist<br />

das wirklich Revolutionäre an der FSI-Technik –<br />

mit direkter Einspritzung<br />

des Kraftstoffes<br />

in den Verbren-<br />

nungsraum und<br />

einem hohen<br />

Luftüberschuss.<br />

Eine<br />

verbrauchssteigernde<br />

Drosselung des<br />

Motors zur Regulierung<br />

der Motorleistung kann<br />

damit weitestgehend vermieden<br />

werden.<br />

„Der Schlüssel zur Erreichung<br />

großer Verbrauchseinsparungen<br />

bei gleichzeitiger<br />

Anhebung der<br />

Leistung und des Drehmoments<br />

unserer FSI-Motoren<br />

ist das völlig neue Verbrennungskonzept<br />

mit direkter Einspritzung des Kraftstoffs in<br />

den Brennraum. Es musste uns gelingen, den<br />

pro Arbeitshub eingespritzten Kraftstoff in<br />

wenigen Tausendstelsekunden mit der eingeströmten<br />

Luft zu mischen und als zündfähiges<br />

Gemisch zur Zündkerze zu transportieren.<br />

Dies konnte nur durch eine umfangreiche Neu-


Vorneweg statt nur dabei Produkte<br />

FS<br />

geometrie und der Form des Einspritzstrahls erreicht „Das FSI-Verbrennungskonzept mit Tumble<br />

werden“, erklärt Dr. Rudolf Krebs, Leiter der Vorentwick- ermöglicht einerseits den entdrosselten Belung<br />

von Ottomotoren.<br />

trieb mit hohem Luftüberschuss und fördert<br />

andererseits eine im Zentrum des Brenn-<br />

Als Herzstück der neuen Technik wählten die Volksraums ablaufende ,isolierte‘ Verbrennung, die<br />

wagen-Entwickler einen alten Bekannten. Die Basis der Wärmeverluste vermindert. Beide Effekte<br />

Neuentwicklung ist das 1,4-Liter-Triebwerk mit vier addieren sich und führen zu der hohen Ver-<br />

Ventilen pro Zylinder. Doch damit hören die technischen brauchseinsparung“, beschreibt Dr. Krebs das<br />

Gemeinsamkeiten aber auch fast schon auf. Insbeson- neue Verfahren.<br />

dere der Zylinderkopf, die Kolben sowie Ansaug- und<br />

Abgassystem mussten für dieses Motorenkonzept voll- Die Einspritzung des Kraftstoffs erfolgt über<br />

ständig überarbeitet werden. Den hohen Innovations- ein Common-Rail-System mit einem Druck<br />

grad dieses Motors dokumentieren nicht weniger als 110 von 100 bar. Zur weiteren Optimierung des Wir-<br />

neue Schutzrechte, die die Entwickler für den FSI<br />

kungsgrades besitzt das Triebwerk plasmabe-<br />

beantragt haben.<br />

Dieser Motor ist übrigens auch in den Baureihen Polo<br />

und Golf zu finden. Das erleichtert zukünftig den problemlosen<br />

Einsatz der FSI-Technik in höheren Fahrzeug-<br />

0<br />

klassen.<br />

7<br />

Die Entscheidung für die FSI-Technik machten sich die<br />

Entwickler nicht leicht. So belegen umfangreiche Studien<br />

und Messungen, dass die Direkteinspritzung als Einzelmaßnahme<br />

bei Benzinern das größte Potenzial zur Verbrauchs-<br />

und Emissionsreduzierung bietet. Andere<br />

Brennverfahren<br />

Alternativen, wie variable Ventilsteuerung oder variables<br />

Verdichtungsverhältnis, homogener Magerbetrieb oder<br />

Zylinderabschaltung, brachten nicht die gewünschten<br />

Erfolge.<br />

Direkte Einspritzung in den Brennraum<br />

Der FSI-Motor ist in Wirkungsgrad und Effizienz so gut<br />

wie kein anderes Aggregat seiner Art. Die Technologie<br />

reduziert bei geringer Motorleistung den Kraftstoffzufluss,<br />

ohne dem Motor gleich die Luft abzudrehen. Bei<br />

hoher Geschwindigkeit und höheren Drehzahlen fährt<br />

der FSI mit einem homogenen Kraftstoff-Luft-Gemisch,<br />

das mit dem eines herkömmlichen Benzinmotors vergleichbar<br />

ist, allerdings mit besserem Wirkungsgrad.<br />

Eine der Innovationen des FSI-Motors ist der Tumble-<br />

Effekt, eine durch einen zweigeteilten Einlasskanal<br />

erzeugte Walzenbewegung der angesaugten Luft. Durch<br />

diesen Effekt wird im Magerbetrieb der eingespritzte<br />

Treibstoff zielgerichtet zur Zündkerze geleitet.<br />

Schichtladebetrieb Homogenbetrieb<br />

Hauptbetriebsarten des FSI-Motors<br />

schichtete Zylinderlaufbahnen, die die Reibungsverluste<br />

reduzieren. Ein weiterer Vorteil<br />

der Direkteinspritzung sind die fehlenden<br />

Kraftstoffanlagerungen an den Saugrohrinnenwänden.<br />

Das bewirkt, dass der Motor spontaner<br />

reagiert und ein besseres Kaltstartverhalten<br />

zeigt. Alle diese Vorteile haben sich<br />

aber erst durch viele kleine Einzeloptimierungen<br />

herauskristallisiert. „Die Position der Einspritzdüse,<br />

die Gestaltung des Brennraums,


I<br />

die Auslegung des Ansaugsystems, die komplexe Rege-<br />

Lupo FSI, Abgassystem<br />

lung von Einspritzung, Zündung und Abgasrückführung“,<br />

nennt Dr. Krebs einige Schlüsselbereiche. „Wir haben<br />

hunderte Varianten ausgearbeitet, bis wir die ideale<br />

Lösung gefunden haben.“<br />

Neuer Sensor für sauberes Abgas<br />

Die Benzindirekteinspritzung in Verbindung mit einer<br />

in Teilbereichen völlig neuen Methode der Abgasreinigung<br />

garantiert unter Umweltgesichtspunkten erhebliche<br />

Fortschritte. Problematisch waren bei Direkteinspritzern<br />

bisher die Stickoxide (NOx). Das als Vorläufersubstanz<br />

für das Reizgas Ozon bekannt gewordene Gas wird<br />

in der mageren, besonders sparsamen Betriebsphase<br />

aller Benzindirekteinspritzer vermehrt produziert. <strong>Volkswagen</strong><br />

hat deshalb einen zusätzlichen NOx-Speicherkat entwickelt, der zusammen mit einer hocheffizienten<br />

Abgasrückführung die NOx-Emissionen unterdrückt.<br />

Herzstück des Systems ist ein weltweit erstmals eingesetzter<br />

Sensor, der den NOx-Haushalt im Katalysator<br />

überwacht. Sind seine Speicherkapazitäten erschöpft,<br />

sendet der Sensor ein Signal an das Motormanagement,<br />

das kurzzeitig das Benzin-Luft-Gemisch anfettet. Durch<br />

diese schnelle Umschaltung können die gespeicherten<br />

Stickoxide zu harmlosem Stickstoff umgewandelt werden.<br />

Diese Funktionen laufen im Motor völlig automatisch<br />

ab, ohne dass der Fahrer hiervon etwas bemerkt. „Dieser<br />

Sensor ist ein ‚keramischer Finger‘, den man sich wie<br />

ein kleines chemisches Labor vorstellen muss, in dem<br />

alle Daten ständig überprüft werden“, erklärt Dr. Krebs,<br />

um die Funktion deutlich zu machen. „Für den größten<br />

Aufwand sorgte die Software zur Steuerung dieses<br />

Prozesses, die wir selbst entwickelten.“<br />

Leicht nachvollziehbar ist, dass die Konfiguration dieses<br />

Netzwerks eine äußerst komplexe Aufgabe darstellt.<br />

„Während der Entwicklungszeit ist nichts so alt wie die<br />

Software von gestern“, sagt der Produktmanager Peter<br />

Bohne. „Zu den besonderen Herausforderungen gehörte<br />

es, während der Erprobung alle Autos, die unterwegs auf<br />

Testfahrt waren, auf einem einheitlichen Hard- und<br />

Softwarestand zu halten.“ Für den FSI gab es insgesamt<br />

450 Motoren, die während der Entwicklungszeit<br />

in Versuchsautos oder auf Prüfständen<br />

zusammen insgesamt zwölf Millionen Kilometer<br />

fuhren.<br />

Weniger Verbrauch durch<br />

schwefelfreies Benzin<br />

Problematisch im heutigen Entwicklungsstadium<br />

von FSI-Motoren bleibt der im Kraftstoff<br />

enthaltene Schwefel, der die Aktivität des<br />

NOx-Speicherkatalysators zunehmend reduziert.<br />

Durch Temperaturen von über 650 Grad<br />

Celsius kann diese Vergiftung des Katalysators<br />

rückgängig gemacht werden. Bei reinen Stadtverkehrsfahrten<br />

wird dieses Temperaturniveau<br />

allerdings nicht erreicht; hier würde<br />

Schwefel im Kraftstoff zum Problem werden.<br />

Dank des erstmals eingesetzten NOx-Sensors kann der Grad der Schwefelvergiftung im<br />

Speicherkatalysator aber exakt bestimmt und<br />

eine gezielte Entschwefelung über den Regenerationsbetrieb<br />

des Motors eingeleitet<br />

werden. Der mit diesem Reinigungsprozess<br />

verbundene Mehrverbrauch wird gering<br />

gehalten.<br />

Die FSI-Motoren von <strong>Volkswagen</strong> wurden<br />

zwar so entwickelt, dass alle heute an den<br />

Tankstellen angebotenen Kraftstoffe mit 95<br />

oder 98 Oktan verwendet werden können. Um<br />

allerdings das volle Potenzial des Direkteinspritzers<br />

erschließen zu können, sollte der FSI<br />

mit schwefelfreien Benzinsorten betankt<br />

werden. Diese Kraftstoffe bewirken im Übrigen<br />

auch eine sofortige Verbesserung der Abgasemissionen<br />

konventioneller Motoren mit<br />

Saugrohreinspritzung. <strong>Volkswagen</strong> hat bei der<br />

Motorenentwicklung von Anfang an die Kooperation<br />

mit einem Kraftstoffhersteller gesucht.<br />

Die Deutsche Shell <strong>AG</strong> hat in Zusammenarbeit<br />

mit <strong>Volkswagen</strong> Shell Optimax entwickelt.<br />

Diese Spritsorte gehört zu einer neuen Kraftstoffgeneration,<br />

die als Wegbereiter für die<br />

Motoreneinspritz- und Abgastechnologie von<br />

morgen gilt. <strong>Volkswagen</strong> ist davon überzeugt,<br />

dass sich diese Kraftstoffqualität wegen ihrer<br />

vielen positiven Eigenschaften auch bei allen<br />

anderen Anbietern schnell durchsetzen wird.<br />

www.volkswagen.de/FSI


Mit gutem Beispiel vorangehen<br />

Produktinnovationen bei unseren Modellen<br />

Traditionell hat <strong>Volkswagen</strong> in seinen <strong>Umweltbericht</strong>en<br />

alle Modelle der Fahrzeugpalette ausführlich vorgestellt.<br />

Dazu gehörten die Daten zu Motorleistung, Verbrauch<br />

und Emissionen, aber auch Informationen über Werkstoffe,<br />

Recyclingfähigkeit und technische Innovationen.<br />

Eine Befragung der Leser des letzten Berichts hat jedoch<br />

ergeben, dass die Mehrzahl nur eine beispielhafte Darstellung<br />

der Umwelteigenschaften wünscht. Diesem<br />

Anliegen sind wir gefolgt.<br />

Trotzdem müssen Sie nicht auf die aktuellen technischen<br />

Daten und die Informationen zu den Umwelteigenschaften<br />

aller Modelle verzichten. Wir veröffentlichen<br />

sie im Internet unter:<br />

www.volkswagen-umwelt.de/modelle<br />

Für die Konzeption des vorliegenden <strong>Umweltbericht</strong>s<br />

war die Überlegung, wie die umweltrelevanten Faktoren<br />

unserer Modelle beschrieben werden sollen, außerordentlich<br />

wichtig. Wir haben uns dafür entschieden,<br />

anstelle der gesamten Modellpalette die Innovationen<br />

und die technologischen Fortschritte für umweltverträglichere<br />

Automobile in unseren Fahrzeugen vorzustellen.<br />

Anhand von zwei Modellen, dem neuen Polo und<br />

unserem Volumenmodell, dem Golf, stellen wir unsere<br />

Umweltaktivitäten ausführlicher dar.<br />

Wir berichten weiterhin über eine Vielzahl von Details,<br />

die heute in jedem <strong>Volkswagen</strong> selbstverständlich sind,<br />

über deren Wirkung die Öffentlichkeit aber wenig oder<br />

noch gar nichts erfahren hat. Sehr häufig tragen diese<br />

Details mit dazu bei, dass <strong>Volkswagen</strong> weltweit eine<br />

Führungsrolle bei der Entwicklung von Fahrzeugen mit<br />

niedrigen Verbrauchs- und Emissionswerten einnimmt.<br />

Egal, ob es sich um das erste Drei-Liter-Serienauto der<br />

Welt, die Direkteinspritzer-Technologie, erdgasbetriebene<br />

Fahrzeuge oder behindertengerechte Mobilität<br />

handelt: <strong>Volkswagen</strong> hat Innovationen auf den Markt<br />

gebracht, auf deren Einführung einige Mitbewerber<br />

noch hinarbeiten.<br />

Der Lupo<br />

Konsequenter Leichtbau, ein sparsamer<br />

Dieselmotor und eine günstige Aerodynamik<br />

haben den Lupo 3L TDI zum ersten Serienauto<br />

der Welt mit einem Durchschnittsverbrauch<br />

von unter drei Litern gemacht (siehe Seite 50).<br />

Und der Lupo FSI ist der erste <strong>Volkswagen</strong> mit<br />

Benzindirekteinspritzermotor. Diese zukunftsweisende<br />

Technik ermöglicht ein Spritsparpotenzial<br />

von bis zu 30 Prozent gegenüber<br />

konventionellen Benzinern der gleichen Leistungsklasse.


Der Polo<br />

Total zielgerichtet<br />

<strong>Volkswagen</strong> hat auf der Internationalen<br />

Automobilausstellung <strong>2001</strong> in Frankfurt<br />

den Polo der vierten Generation vorgestellt.<br />

Mit diesem Modell bringen wir<br />

zum ersten Mal ein Serienfahrzeug mit<br />

einer Unterbodenverkleidung aus Kunststoff<br />

und integriertem Bodenspoiler auf<br />

den Markt. Aus umweltpolitischer Sicht<br />

lässt sich am Beispiel des Unterbodens<br />

die Erreichung von drei der sieben Umweltziele<br />

der Technischen Entwicklung<br />

(siehe Seite 62) dokumentieren.<br />

Die Zielsetzung in Bezug auf das Material<br />

wurde durch eine Reduzierung des Werkstoffs<br />

Polyvinylchlorid (PVC) im Unterboden<br />

erfüllt. Mit vollständig recycelba-<br />

Der<br />

ren Kunststoffschalen sind die Richtlinien<br />

Polo<br />

für Altfahrzeuge und damit Umweltziel<br />

Drei erreicht worden. Der Einsatz der<br />

Bodenverkleidung mit Diffusor reduziert<br />

den Luftwiderstand im Bodenbereich,<br />

spart Gewicht und vermindert den<br />

Heckauftrieb während der Fahrt. Diese<br />

drei Faktoren tragen zu einem geringeren<br />

Kraftstoffverbrauch und damit zur<br />

Erfüllung des vierten Umweltziels bei.<br />

Doch auch die verbleibenden vier Umweltziele<br />

wurden bei der Konstruktion<br />

des neuen Polo berücksichtigt. Das angewandte<br />

Laserschweißverfahren und eine<br />

Spezialbeschichtung anstelle von PVC-<br />

Nahtabdichtungen dokumentieren eine<br />

umweltschonendere Fertigung. Die<br />

Motoren erfüllen in den Benzinversionen<br />

die Euro-4-Abgasnorm und als Turbodiesel<br />

die D4-Norm. Die Verlängerung<br />

der Ölwechsel- und Wartungsintervalle<br />

auf zwei Jahre bzw. von 15.000 auf 30.000<br />

Kilometer bei Ottomotoren sowie von<br />

15.000 auf 50.000 Kilometer bei Dieseltriebwerken<br />

ist ein aktiver Beitrag zur<br />

Verminderung der Boden- und Wasserbelastungen.<br />

Die höhere Verwindungssteifigkeit<br />

der Karosserie führt zu weniger<br />

Schwingungen des Blechs und damit zu<br />

weniger Lärm während des Fahrens.<br />

Besondere Aufmerksamkeit wurde bei der<br />

Entwicklung des Polo dem vierten Umweltziel,<br />

der Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs<br />

gewidmet. So kommen beispielsweise<br />

neue Drei-Zylinder-Motoren<br />

sowohl bei den Diesel- als auch bei Benzineraggregaten<br />

und ein weiterentwickeltes<br />

FSI-Triebwerk zum Einsatz. Außerdem<br />

sorgen eine elektrohydraulische Lenkung,<br />

eine selbstabschaltende Heckscheibenheizung<br />

und der Gewichtsvorteil eines<br />

Pannensets anstelle eines Reserverades<br />

für einen geringeren Spritverbrauch.<br />

Dazu trägt auch der konsequent umgesetzte<br />

Leichtbau bei. Durch den Einsatz<br />

von Magnesium bei Getriebegehäusen<br />

und Lenkradskelett, von Aluminium bei<br />

Bremskraftverstärkern, Drehmoment-<br />

Unsere Modelle Produkte<br />

stütze, Wärmeabschirmblech am Tank,<br />

Pendelstütze und Motorträgern, von<br />

Tailored Blank bei Längsträgern, Tunnel,<br />

Boden und Türinnenblechen, durch 68<br />

Prozent höherfeste Stähle im Rohbau-<br />

Oberbau und durch konstruktiven Leichtbau,<br />

wie z.B. hohle Stoßdämpferkolbenstangen,<br />

Tieflochbohrungen an Antriebswellen<br />

und die Triebwellen beim Getriebetyp<br />

MQ 200 konnten die durch zusätzliche<br />

Sicherheits-, Steifigkeits- und<br />

Komfortpakete hervorgerufenen Gewichtserhöhungen<br />

wesentlich reduziert werden.<br />

Und nicht zuletzt sorgen auch rollwiderstandsoptimierte<br />

Reifen für einen günstigeren<br />

Kraftstoffverbrauch.<br />

Der Polo und die 7 Umweltziele der Technischen<br />

Entwicklung auf einen Blick<br />

Material:<br />

weniger PVC im Unterbodenschutz<br />

Fertigungsverfahren:<br />

Laserschweißtechnik<br />

Recycling:<br />

vollständig wiederverwertbare<br />

Kunststoffschalen im Unterboden<br />

Verbrauch:<br />

geringerer Luftwiderstand durch integrierten<br />

Bodenspoiler, neue Motoren<br />

Abgasnorm:<br />

alle Ottomotoren erreichen die Euro-4-<br />

Norm, TDI-Motoren die D4-Norm<br />

Boden-/Wasserbelastung:<br />

verlängerte Ölwechsel- und<br />

Wartungsintervalle<br />

Akustik:<br />

höhere Karosseriesteifigkeit


Der Golf<br />

Doppelte Energieversorgung<br />

Bereits seit 1993 verkauft <strong>Volkswagen</strong><br />

erdgasbetriebene Fahrzeuge. Die Umrüstung<br />

erfolgte allerdings bisher ausschließlich<br />

durch externe Firmen. Rund<br />

50 Prozent der in Deutschland zugelassenen<br />

Erdgasfahrzeuge tragen das <strong>Volkswagen</strong>-Emblem.<br />

Mit dem Modell Golf<br />

Variant 2,0 BiFuel bietet <strong>Volkswagen</strong><br />

erstmals ein selbst gefertigtes Erdgasfahrzeug<br />

an, das sowohl in der Herstellung<br />

als auch in der Qualität den anderen<br />

<strong>Volkswagen</strong>-Modellen entspricht.<br />

Der Golf<br />

Erdgasbetrieb<br />

Zyklus<br />

Stadt<br />

Überlandverkehr<br />

Gesamt<br />

Benzinbetrieb<br />

Zyklus<br />

Stadt<br />

Überlandverkehr<br />

Gesamt<br />

Quelle: VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong><br />

Der Erdgas-Golf basiert auf einem bivalenten<br />

Antriebskonzept, bei dem das<br />

Fahrzeug wahlweise mit Benzin oder<br />

Erdgas betrieben werden kann. Besondere<br />

Innovationen sind das elektronische<br />

Motormanagement, das die volle E-Gas-<br />

Sicherheit in beiden Betriebsarten<br />

gewährleistet, ein sequenzielles Multi-<br />

Point-Einblassystem, das die Einhaltung<br />

der vorgeschriebenen Abgaswerte<br />

garantiert, und die Erdgastanks aus<br />

kohlefaserverstärktem Kunstharz<br />

(CFK) in der Reserveradmulde, die ein<br />

Fassungsvermögen von 86 Litern besitzen<br />

und bei gleicher Festigkeit wesentlich<br />

leichter als Stahltanks sind. Die<br />

Tankabsperrventile vereinigen in einem<br />

Bauteil sowohl die manuelle als auch<br />

die elektromagnetische Absperrung, die<br />

Schmelzlotsicherung und den Durchflussmengenbegrenzer.<br />

CO 2-Emission Volumenverbrauch Massenverbrauch<br />

224,4 g/km<br />

117,5 g/km<br />

156,8 g/km<br />

CO 2-Emission Volumenverbrauch<br />

269 g/km<br />

146 g/km<br />

192 g/km<br />

12,55 m 3 /100 km<br />

6,56 m 3 /100 km<br />

8,77 m 3 /100 km<br />

11,20 l /100 km<br />

6,10 l/100 km<br />

8,00 l/100 km<br />

Die Verbrauchswerte des Golf liegen im<br />

Benzinbetrieb bei etwa acht Liter<br />

Superkraftstoff und im Erdgasbetrieb<br />

bei 5,73 Kilogramm Gas auf 100 Kilometern.<br />

Der CO 2-Ausstoß im Erdgasbetrieb<br />

beträgt etwa 18 Prozent weniger<br />

als beim Benzinbetrieb (siehe Tabelle).<br />

<strong>Volkswagen</strong> will mit diesen Vorteilen<br />

dazu beitragen, dass der Bestand von<br />

ungefähr 10.000 Erdgasfahrzeugen in<br />

Deutschland künftig stark zunimmt.<br />

Die Zahl der Erdgastankstellen im<br />

Bundesgebiet soll bis Ende <strong>2002</strong> von<br />

derzeit 220 auf über 300 steigen.<br />

8,21 kg/100 km<br />

4,29 kg/100 km<br />

5,73 kg/100 km


Der Bora<br />

<strong>Volkswagen</strong> hat den Dieselmotor weiterentwickelt und<br />

bietet, neben dem Lupo 3L TDI, der als erstes Dieselfahrzeug<br />

die Euro-4-Abgasnorm erfüllt, zwei weitere Dieselmodelle<br />

mit diesem Standard an. Der TDI-Motor mit 74 kW<br />

und Schaltgetriebe, der in Golf und Bora eingesetzt wird,<br />

hält ebenfalls den Abgasgrenzwert ein, der ab 2005<br />

gesetzlich vorgeschrieben ist. Erreicht wird dies durch<br />

eine neue Generation von Einspritzdüsen mit verbesserten<br />

Lochgeometrien, die den Kraftstoff noch feiner<br />

zerstäuben. Zusätzlich wurden die Kolben und Ventile<br />

modifiziert. Verglichen mit dem Euro-3-Abgasstandard<br />

werden damit, je nach Schadstoffkomponente, die<br />

gesetzlich limitierten Abgasemissionen um 17 bis 50<br />

Prozent reduziert.<br />

Der New Beetle<br />

Logisch und wirkungsvoll: Alle Benzinmotoren des New<br />

Beetle zeichnen sich durch einen niedrigen Durchschnittsverbrauch<br />

und einen geringen Schadstoffausstoss aus.<br />

Mit Ausnahme des 85-kW-Motors mit Automatikgetriebe<br />

(Euro 3) erfüllen die Motoren die Euro-4-Norm.<br />

Ein Beispiel für unsere Umweltinnovationen ist die<br />

Unsere Modelle Produkte<br />

elektrische Gasbetätigung bei den Dieselmodellen.<br />

Sie optimiert das Drehmoment des<br />

Motors, steigert dadurch die Fahrsicherheit<br />

und senkt die Verbrauchs- und Emissionswerte.<br />

4<br />

46<br />

47


Der Passat<br />

Ein als Mehrausstattung angebotenes Schiebe-Ausstell-<br />

Dach mit Solarkollektoren bewirkt im Passat eine<br />

Temperaturabsenkung im Innenraum um bis zu 20 Grad<br />

Celsius. Dafür ist ein mit Solarstrom angetriebenes Gebläse<br />

der Klimaanlage verantwortlich. Beim Einsteigen<br />

erwartet die Autoinsassen dann ein deutlich angenehmeres<br />

Klima, das der Verkehrssicherheit dient. Durch das<br />

Der Sharan<br />

Mit dem LongLife-Service setzt <strong>Volkswagen</strong> auch beim<br />

Sharan eine Wartungstechnologie ein, die die Verkehrsund<br />

Betriebssicherheit der Fahrzeuge sicherstellt und<br />

den Aufwand für unsere Kunden minimiert. Eine variable<br />

Serviceintervallanzeige im Fahrzeug erinnert automatisch<br />

an einen bevorstehenden Servicetermin. Zwischen<br />

zwei Inspektionen sollte maximal eine Zeitspanne von<br />

24 Monaten oder bei Fahrzeugen mit Ottomotor eine<br />

Fahrleistung von maximal 30.000 bzw. mit Dieselmotor<br />

50.000 Kilometern liegen. Das Besondere am LongLife-<br />

Service ist, dass die individuellen Einsatzbedingungen<br />

des Fahrzeugs und der persönliche Fahrstil bei der<br />

Solardach kann die Klimaanlage oder Climatronic<br />

noch schneller mit weniger Energie die<br />

gewünschte Temperatur erreichen. Autofahren<br />

bedeutet auch, Verantwortung zu übernehmen.<br />

Für die Umwelt, für andere Verkehrsteilnehmer,<br />

aber auch für sich selbst und die<br />

Insassen des eigenen Fahrzeugs.<br />

Schiebe-Ausstell-Dach mit<br />

Solarkollektoren<br />

Ermittlung der Serviceintervalle berücksichtigt<br />

werden. Das trifft allerdings nicht für die TDI-<br />

Pumpe-Düse-Motoren zu. Für diese erfolgt<br />

eine Inspektion pro Jahr. Bei einer Fahrleistung<br />

von mehr als 15.000 Kilometern jährlich<br />

ist zwischenzeitlich ein Ölwechsel durchzuführen.<br />

Mit dem Einsatz der LongLife-<br />

Technologie in allen Fahrzeugen des <strong>Volkswagen</strong>-Konzerns<br />

können, im Vergleich zu herkömmlichen<br />

Wartungen, jährlich 2,4<br />

Millionen Liter Öl eingespart werden.


Caravelle, Multivan, Transporter und LT<br />

Alle Serienfahrzeuge der Marke <strong>Volkswagen</strong>-Nutzfahrzeuge<br />

sind für eine Vielzahl von Transportaufgaben<br />

bereits bedarfsgerecht ausgestattet. Individuelle Ansprüche<br />

erfordern jedoch von Fall zu Fall spezifische<br />

Änderungen und Ausstattungsergänzungen. Diese<br />

werden im Service-Center im Werk Hannover, einer<br />

„Fabrik in der Fabrik“, den Kundenwünschen angepasst.<br />

So ist beispielsweise eine Auf- oder Umrüstung der<br />

Modelle Transporter und LT zu behindertengerechten<br />

Fahrzeugen problemlos möglich.<br />

Unsere Modelle Produkte<br />

4<br />

48<br />

49


50<br />

51<br />

Es kommt nicht auf die Größe an<br />

Zwei Jahre Erfahrung mit dem Lupo 3L TDI<br />

Seit 1999 ist der Lupo 3L TDI auf dem Markt. Er ist das<br />

erste Serienauto mit einem Durchschnittsverbrauch von<br />

drei Litern und damit ein echter Weltrekordler. Seine<br />

Eigenschaften haben nicht nur die Fachpresse überzeugt,<br />

sondern auch viele Skeptiker der Umweltverbände.<br />

So urteilte die Umweltorganisation Greenpeace, dass<br />

die „Ingenieure und Techniker von <strong>Volkswagen</strong> einen<br />

sehr guten Job gemacht haben“, auch wenn es aus ihrer<br />

Sicht noch Kritikpunkte gibt. Und in der alljährlich<br />

erscheinenden Auto-Umweltliste des Verkehrsclubs<br />

Deutschland (VCD) nimmt der Drei-Liter-Lupo seit drei<br />

Jahren in Serie den ersten Platz ein. Im Rahmen des vom<br />

Bundesforschungsministerium geförderten Kooperationsprojektes<br />

„EcoTopTen“ mit dem Freiburger Öko-<br />

Institut wurde der Drei-Liter-Lupo auch als Vorreiter im<br />

Bedürfnisfeld Mobilität ausgewählt. Dieser Lupo findet<br />

zudem über den Automobilmarkt hinaus Beachtung.<br />

Mittlerweile wird teilweise sogar die Umweltverträglichkeit<br />

öffentlicher Verkehrsmittel am Drei-Liter-Auto<br />

gemessen.<br />

Doch welche Meinung haben unsere Kunden? Die<br />

Antwort auf diese Frage ist auch von uns mit Spannung<br />

erwartet worden, da der Lupo der Größe nach zwar ein<br />

Kleinwagen ist, aber sonst in keine Schublade passt.<br />

Seine technologischen Innovationen und sein Preis<br />

lassen keinen direkten Vergleich mit anderen Vertretern<br />

der Kleinwagenklasse zu. Zu den Zahlen: Bis Juni <strong>2001</strong><br />

wurden insgesamt rund 16.000 Fahrzeuge an Kunden<br />

ausgeliefert. Dieses übertraf unsere Erwartungen. Es<br />

war eine Bestätigung dafür, dass wir keine „Spardose für<br />

Mit dem Lupo in 80 Tagen um die Welt: 2,7 l auf 100 Kilometern<br />

Ökofundamentalisten“ entwickelt haben,<br />

sondern ein sicheres und modern aussehendes<br />

High-Tech-Fahrzeug für den alltäglichen<br />

Gebrauch. Es hat sich weiterhin gezeigt, dass<br />

Kunden auch bei einem Drei-Liter-Auto nicht<br />

auf Annehmlichkeiten wie Klimaanlage und<br />

Servolenkung verzichten möchten. Gerd<br />

Lottsiepen vom VCD bringt es auf den Punkt:<br />

„Die Ansprüche am Lenkrad wachsen. Der<br />

Autofahrer legt immer mehr Wert auf Komfort<br />

und passive Sicherheit.“<br />

Zugegeben, der Marktanteil des Lupo 3L TDI<br />

ist nicht sehr groß. Der höhere Anschaffungspreis<br />

sowie die Fahrzeuggröße begrenzen<br />

erwartungsgemäß den Markterfolg. So ist der<br />

hohe Kaufpreis auch der größte Kritikpunkt<br />

von Kunden und Öffentlichkeit. Umweltinnovationen<br />

zum Nulltarif wären allen am liebsten,<br />

sie haben aber nun einmal ihren Preis. Es<br />

lohnt aber ein genauer Blick über den reinen<br />

Kaufpreis hinaus: Wenn der Innovationsgrad<br />

des Fahrzeugs und die niedrigen Unterhaltskosten<br />

bei Verbrauch und Steuer in Relation<br />

zum Kaufpreis gesetzt werden, dann erweist<br />

sich der Lupo 3L TDI in vielen Fällen als ökologisch<br />

und ökonomisch attraktive Wahl. Das<br />

Fahrerlebnis kommt noch hinzu. Viele Erfahrungsberichte<br />

haben es uns gezeigt: Der Lupo<br />

3L TDI ist ein besonderes Auto, das „erlebt<br />

werden muss“. Zwar ist eine Gewöhnung<br />

erforderlich, dann hat aber bei vielen Fahrern<br />

eine regelrechte Begeisterung eingesetzt.<br />

Diese Reaktion freut uns natürlich, bestätigt<br />

sie uns doch darin, dass Umweltschutz Spaß<br />

machen darf und soll.


Forschung & Entwicklung<br />

5<br />

6<br />

5


Kraftstoffstrategie<br />

Verbrauch und Emissionen in der Zukunft<br />

In den vergangenen 25 Jahren spielte bei der Entwicklung<br />

von Motoren die Reduktion der Abgasschadstoffe<br />

die entscheidende Rolle. Mittlerweile liegt das Hauptaugenmerk<br />

auf der Reduzierung der CO2-Emissionen (siehe Seite 58).<br />

Die Verknappung der globalen Erdölvorkommen innerhalb<br />

der nächsten 20 Jahre wird in Verbindung mit dem<br />

ansteigenden Weltenergieverbrauch der Entwicklung<br />

hocheffizienter Antriebe die höchste Priorität verleihen.<br />

Eine Revolution der herkömmlichen Antriebstechnologie,<br />

des Verbrennungsmotors und seiner dazugehörigen<br />

Kraftstoffe ist nicht zu erwarten, Veränderungen können<br />

jedoch nur schrittweise stattfinden. Es bedarf daher<br />

einer sinnvollen Übergangsstrategie. Nur so kann individuelle<br />

Mobilität bei kalkulierbaren Risiken und vertretbaren<br />

Kosten auch weiterhin möglich sein.<br />

Diese Strategie umfasst drei Bereiche:<br />

• die konsequente Erhöhung der Effizienz der<br />

bestehenden Antriebsaggregate<br />

• die Einbeziehung alternativer Energiequellen zur<br />

Kraftstoffherstellung<br />

• die Entwicklung eines CO2-neutralen Fahrzeugbetriebs<br />

Antriebsstrategien<br />

<strong>Volkswagen</strong> strebt durch eine konsequente Optimierung<br />

der konventionellen Antriebe (Benzin- und Dieselmotor)<br />

in Verbindung mit entsprechenden Kraftstoffqualitäten<br />

eine Kraftstoffverbrauchsreduzierung um bis zu 40 Prozent<br />

gegenüber heutigen Fahrzeugen an. Dies stellt aus<br />

heutiger Sicht die Grenze des technisch Machbaren dar.<br />

Auch die Senkung der Abgasemissionen wird weiter<br />

vorangetrieben. Letzteres wird nach der bereits erfolgten<br />

Einführung der Abgasstufe Euro 3 und der zukünftigen<br />

Euro-4-Norm zur nachhaltigen Unterschreitung anerkannter<br />

Luftqualitätsgrenzwerte führen (siehe Seite 58).<br />

Innovative Antriebskonzepte<br />

Der Antrieb mit dem zurzeit geringsten CO2- Ausstoß ist der Dieselmotor mit Direkteinspritzung.<br />

<strong>Volkswagen</strong> betrachtet dessen<br />

Optimierung bezüglich Kraftstoffverbrauch<br />

und Abgasemissionen als Entwicklungsschwerpunkt.<br />

Bis 2005 werden wir auch den<br />

Benzinmotor mit Direkteinspritzung in allen<br />

Fahrzeugklassen etablieren. Beide Maßnahmen<br />

sind ein deutlicher Beitrag zur Verbrauchs-<br />

und CO2-Reduzierung. Durch die<br />

Direkteinspritzung nähern sich die Brennverfahren<br />

des Otto- und des Dieselmotors<br />

weiter an. So ist es nur folgerichtig, über die<br />

Entwicklung eines neuen, kombinierten Brennverfahrens<br />

nachzudenken, das die wesentlichen<br />

Vorteile beider miteinander kombiniert.<br />

CCS – Combined Combustion System – heißt<br />

die Neuentwicklung.<br />

Vision der Brennverfahrensentwicklung<br />

Saugrohreinspritzung<br />

Ottomotor<br />

b<br />

Combined combustion system<br />

Direkteinspritzung,<br />

wandgeführt<br />

Wirbelkammer b Direkteinspritzung<br />

Quelle: VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong><br />

Dieselmotor<br />

b<br />

b<br />

Direkteinspritzung,<br />

strahlgeführt<br />

b<br />

Direkteinspritzung,<br />

selbstzündend<br />

Teilhomogenisiert,<br />

fremdgezündet<br />

b<br />

Hochdruckeinspritzung<br />

Weitere Kraftstoffeinsparungen sind mit der<br />

intelligenten Nutzung und Steuerung bereits<br />

bestehender Antriebssysteme möglich. Im realen<br />

Fahrbetrieb und besonders im innerstädtischen<br />

Verkehr ergeben sich häufige Stillstand-


zeiten sowie Schub- und Verzögerungsphasen. In diesen<br />

Fahrsituationen wird dem Motor keine Antriebsleistung<br />

abverlangt. Der Zeitanteil dieser Phasen liegt im typischen<br />

innerstädtischen Verkehr bei etwa 45 Prozent der<br />

Gesamtbetriebsdauer. Konsequenterweise sollte der<br />

Motor in diesen Phasen automatisch abgeschaltet werden.<br />

Ein solch kraftstoffsparendes System wird bei <strong>Volkswagen</strong><br />

Schwungrad-Starter-Generator (SSG) genannt. Die<br />

Vorstufe eines solchen Systems ist bereits im Lupo 3L<br />

TDI und Lupo FSI im Einsatz.<br />

Sparsame Automatik<br />

Motoren, die häufiger in Bereichen höherer Wirkungsgrade<br />

betrieben werden, ermöglichen ein weiteres<br />

Einsparpotenzial. Automatisierte Schaltgetriebe (ASG)<br />

oder stufenlose Automatikgetriebe (CVT - Continuous<br />

Variable Transmission) stellen dafür eine komfortable<br />

und preiswerte technische Lösung dar. Kraftstoffverschwendung<br />

durch zu spätes Schalten des Fahrers kann<br />

so vermieden werden.<br />

In unseren Modellen Lupo 3L TDI und Lupo FSI werden<br />

diese innovativen Technologien bereits serienmäßig<br />

eingesetzt. Neben einem hocheffizienten Diesel- bzw.<br />

Antriebskonzepte: Antriebs-Wirkungsgrade in Prozent (im NEFZ)<br />

Betrachtungszeitraum 2005 – 2010<br />

Verbrennungsmotor, min.<br />

Verbrennungsmotor, max.<br />

Brennstoffzelle, min.<br />

Brennstoffzelle, max.<br />

Unterer Wert: Minimalabschätzung<br />

Oberer Wert: Maximalabschätzung<br />

40<br />

35<br />

30<br />

25<br />

20<br />

15<br />

10<br />

5<br />

Benzin Diesel Erdgas/<br />

CNG<br />

Erdgas/<br />

LNG<br />

Kraftstoffstrategie Forschung & Entwicklung<br />

Ottomotor besteht der Antriebsstrang aus<br />

einem automatisierten Handschaltgetriebe<br />

mit einer Start-Stop-Funktion.<br />

Brennstoffzelle und andere alternative<br />

Antriebe<br />

Den höchsten Wirkungsgrad eines Einzelaggregats<br />

zum Fahrzeugantrieb hat aus heutiger<br />

Sicht die mit Wasserstoff betriebene Brennstoffzelle.<br />

Andere untersuchte Alternativen<br />

zum Verbrennungsmotor (Gasturbine, Stirlingmotor,<br />

Elektromotor mit Batteriebetrieb)<br />

haben sich nicht durchsetzen können.<br />

Die nachstehende Abbildung zeigt auf Basis<br />

des NEFZ (Neuer Europäischer Fahrzyklus)<br />

einen Vergleich verschiedener Antriebskonzepte<br />

für ein typisches Fahrzeug der Kompaktklasse.<br />

Es werden Annahmen zur weiteren<br />

Entwicklung der Technologien sowohl für Fahrzeuge<br />

mit Verbrennungsmotor als auch für<br />

Fahrzeuge mit Brennstoffzelle für den Zeitraum<br />

2005 bis 2010 dargestellt.<br />

Methanol<br />

CGH2 LH2 SynFuel<br />

Otto<br />

CNG: komprimiertes Erdgas<br />

LNG: Flüssiggas<br />

CGH2: Wasserstoff als Druckgas<br />

LH2: flüssiger Wasserstoff<br />

Quelle: Verkehrswirtschaftliche Energiestrategie<br />

SynFuel<br />

Diesel<br />

5<br />

52<br />

53


Eine langfristig aussichtsreiche Option, die CO2-Emis sionen zu senken, bietet die Brennstoffzellentechnologie,<br />

allerdings nur, wenn der Wasserstoff unter Nutzung<br />

regenerativer Primärenergiequellen hergestellt wird.<br />

Die gesamte Energiekette darf den globalen CO2-Gehalt der Atmosphäre nicht erhöhen. Denn die Nutzung<br />

fossiler Primärenergie zur stationären Wasserstoffgewinnung<br />

führt, im Vergleich zu heutigen Antriebskonzepten<br />

bei der Brennstoffzelle, eher zu höheren CO2- Emissionen und ist somit kontraproduktiv.<br />

Auch bezüglich der lokalen Schadstoffemissionen ist die<br />

Direkt-Wasserstoff-Brennstoffzelle vorbildlich. Im Abgas<br />

befindet sich als Hauptprozessprodukt lediglich Wasserdampf.<br />

Stickoxidemissionen können aufgrund der<br />

niedrigen Prozesstemperaturen nicht entstehen. Wasserdampf<br />

hat zwar ein Potenzial als Klimagas, hier handelt<br />

es sich aber um bodennahe Emissionen, die sich sehr<br />

+<br />

–<br />

Wasserstoff<br />

BEI REGENERATIVER ERZEUGUNG<br />

• Nachhaltige Umweltverträglichkeit<br />

• CO2-freie Anwendung in der gesamten Energiekette<br />

• Unerschöpfliche Ressource<br />

ABER: DREI KRITISCHE BARRIEREN<br />

• Speichermedium für mobilen Einsatz fehlt<br />

• Infrastruktur nicht vorhanden<br />

• Nachhaltige Erzeugung mittels regenerativer Energie<br />

zu wettbewerbsfähigen Kosten noch nicht möglich<br />

b LANGFRISTIGE LÖSUNG<br />

schnell niederschlagen. Bei regenerativer<br />

Wasserstofferzeugung wird zudem der Wassergehalt<br />

insgesamt nicht erhöht, sondern das<br />

Wasser in einem mengenneutralen Kreislauf<br />

geführt.<br />

In einem Brennstoffzellensystem kommen<br />

zahlreiche Katalysatoren zum Einsatz. Eine<br />

der Hauptentwicklungsaufgaben ist es, die<br />

eingesetzten Mengen an Platin, Rhodium und<br />

Palladium deutlich zu reduzieren, um die<br />

Gesamtkosten zu senken. Die Katalysatormaterialien<br />

werden im Betrieb jedoch nicht verbraucht<br />

oder abgenutzt, sondern bleiben<br />

vollständig im System erhalten. Aufgrund der<br />

niedrigen Prozesstemperaturen von etwa 80<br />

Grad Celsius ist auch ein Katalysatorabrieb<br />

nicht zu beobachten.<br />

Serienreife nicht vor 2020<br />

Den Vorteilen des Wasserstoffantriebs stehen<br />

noch drei technologische und ökonomische<br />

Barrieren gegenüber. Das Speichermedium<br />

für den mobilen Einsatz fehlt, Wasserstoff<br />

kann in der benötigten Menge noch nicht<br />

regenerativ erzeugt werden, und die Infrastruktur<br />

zur Versorgung mit Wasserstoff ist noch<br />

nicht vorhanden. Aus unserer Sicht werden<br />

diese Probleme für eine breite Anwendung in<br />

Serienfahrzeugen frühestens ab 2020 gelöst<br />

sein. Einige <strong>Volkswagen</strong>-Prototypen und<br />

-Demonstrationsfahrzeuge mit Brennstoffzellentechnologie<br />

wie der Bora HyMotion<br />

sind allerdings schon eine Weile im Einsatz.<br />

Bora HyMotion<br />

Mit dem Bora HyMotion hat <strong>Volkswagen</strong> in<br />

den USA sein erstes „zero emission vehicle“<br />

vorgestellt. Der lautlose Elektroantrieb mit<br />

Brennstoffzelle ermöglicht eine höhere Effizienz<br />

als klassische Verbrennungsmotoren und leistet<br />

75 kW. Der Tank des Prototyps, der bei der<br />

Eröffnung der „California Fuel Cell Partnership“<br />

im November 2000 enthüllt wurde, fasst<br />

50 Liter flüssigen Wasserstoff und ermöglicht<br />

eine Reichweite von 350 Kilometern.


SynFuel – SunFuel<br />

Die Eigenschaften eines Kraftstoffs spielen eine entscheidende<br />

Rolle bei der Reduzierung von Verbrauch<br />

und Abgasemissionen. Mit synthetischen, schwefel- und<br />

aromatenfreien Diesel- und Benzinkraftstoffen lassen<br />

sich nicht nur wesentlich geringere Rohemissionen<br />

erreichen, sondern darüber hinaus wird auch die Wirksamkeit<br />

der Abgasnachbehandlung erheblich gesteigert.<br />

In Zukunft wird Erdgas als Basisenergie zur Herstellung<br />

flüssiger Kraftstoffe Verwendung finden. In einem ersten<br />

Verfahrensschritt wird Synthesegas gewonnen. Daraus<br />

lassen sich anschließend Kraftstoffe wie Methanol und<br />

Reinwasserstoff, vor allem aber konventionelle Kraftstoffe<br />

herstellen. Der Oberbegriff für solche Kraftstoffe<br />

ist SynFuels. Dieselkraftstoff aus Synthesegas hat eine<br />

besonders hohe Qualität und beinhaltet keinen Schwefelund<br />

Aromatenanteil. Außerdem werden NOx- und<br />

Partikelemissionen reduziert. Neben Dieselkraftstoff<br />

kann auch synthetisches Rohbenzin erzeugt werden,<br />

das u.a. einen idealen Kraftstoff für einen Brennstoffzellenantrieb<br />

mit Kraftstoffreformer darstellt. Die Gas-to-<br />

Wege zu CO 2-neutralen Kraftstoffen (SunFuels)<br />

Biomasse<br />

d<br />

Kraftstoffsynthese Konversion,<br />

Reinigung<br />

(Brennstoffzellen)<br />

CO 2 aus<br />

Kraftwerksabgasen<br />

Synthesegas (H 2, CO 2, CO)<br />

H 2 aus regenerativen<br />

Quellen<br />

d d<br />

d d<br />

Benzin Diesel<br />

Quelle: VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong><br />

d d<br />

d<br />

Verdichtung,<br />

Verflüssigung<br />

d<br />

H 2-Kraftstoff<br />

a<br />

Kraftstoffstrategie Forschung & Entwicklung<br />

<strong>Volkswagen</strong>-Szenario zur Kraftstoffentwicklung<br />

KRAFTSTOFFEVOLUTION<br />

Diesel/Benzin<br />

aus Rohöl<br />

SynFuel<br />

aus Erdgas<br />

Quelle: VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong><br />

SunFuel<br />

aus Biomasse<br />

Wasserstoff aus<br />

erneuerbaren<br />

Energien<br />

Liquid(GTL)-Technologie ist beim heutigen<br />

Rohölpreisniveau in vielen Fällen bereits<br />

wirtschaftlich.<br />

Für den Autofahrer wird sich durch die Einführung<br />

synthetischer Kraftstoffe nichts ändern.<br />

Die Nutzungseigenschaften und die Infrastruktur<br />

bleiben erhalten.<br />

Über die Zwischenstufe Synthesegas können<br />

natürlich auch andere Basisenergieträger<br />

genutzt werden, ohne dass die Qualität und<br />

die spezifischen Merkmale des Endprodukts<br />

beeinflusst werden. Wird Synthesegas nicht<br />

aus fossiler Primärenergie hergestellt, sondern<br />

auf Basis regenerativer Energie (z.B. Biomasse),<br />

dann neutralisieren sich die CO2-Emissionen des Fahrzeugbetriebs durch die Einbindung<br />

des CO2 beim Wachstum der Biomasse. In<br />

einem solchen System werden die CO2-Emis sionen wie in der Natur in einem Kreislauf<br />

geführt. Die treibende Kraft in diesem Kreislauf<br />

ist die Sonne. Aus diesem Grund bezeichnet<br />

<strong>Volkswagen</strong> diesen synthetischen Kraftstoff<br />

als SunFuel.<br />

5<br />

54<br />

55


Langfristig könnte, wenn kostengünstiger regenerativ<br />

erzeugter Wasserstoff zur Verfügung stünde, Synthesegas<br />

beispielsweise aus dem Rauchgas von Kraftwerken<br />

gewonnen werden. Damit erzeugte synthetische Kraftstoffe<br />

können auch als CO2-neutral eingestuft werden.<br />

Die Verwendung von regenerativ erzeugtem Wasserstoff<br />

in der Energiewirtschaft ist nicht zwangsläufig mit seiner<br />

direkten Verwendung im mobilen Fahrzeug verbunden.<br />

Der Hauptvorteil dieser Umwandlung in einen flüssigen<br />

Kohlenwasserstoff liegt darin, dass die heutige Kraftstoffinfrastruktur<br />

erhalten bleibt und alle im Betrieb<br />

befindlichen Fahrzeuge ihren Beitrag zur CO2-Einspa rung leisten können.<br />

Am Ende dieses Evolutionspfades könnte dann der Betrieb<br />

eines Fahrzeugs mit reinem, regenerativ erzeugtem<br />

Wasserstoff stehen. Die mit dem Einsatz von regenerativ<br />

erzeugtem Wasserstoff einhergehende CO2-Einsparung ist dabei weniger dem Wasserstoff selbst als vielmehr<br />

Revolution auf Rädern<br />

„Langsam stoßen wir an die<br />

Grenzen der Kraftstoffe. Der Sprit<br />

von der Tankstelle ist für noch<br />

raffiniertere Motoren zu wenig<br />

homogen, enthält zu viel Schwefel<br />

und aromatische Kohlenwasserstoffe.<br />

Viel einfacher ist es, spezielle<br />

Motoren und synthetische<br />

Kraftstoffe mit berauschender<br />

Zündwilligkeit parallel zu entwickeln.<br />

SynFuels sind in chemi-<br />

schen Anlagen nicht nur aus billigem<br />

Erdgas oder Schweröl herzustellen,<br />

sondern auch aus<br />

Biomasse wie Stroh, Gartenabfällen<br />

oder Holz.“<br />

Quelle: GEO, Nr. 9,<br />

September <strong>2001</strong><br />

seiner regenerativen Herstellung zuzuschreiben.<br />

Aber auch mit anderen regenerativ erzeugten<br />

Kraftstoffen wie SunFuel kann die<br />

gleiche Wirkung erzielt werden.<br />

Gemeinsam Ideen entwickeln<br />

Die technologische Entwicklung auf dem<br />

mobilen Antriebs- und Kraftstoffsektor kann<br />

aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Zusammenhänge<br />

nur evolutionär erfolgen. Änderungen<br />

bestehender Technologien und insbesondere<br />

der Energieversorgungsstrukturen können<br />

nur auf einer breiten Evaluierungsbasis erfolgen,<br />

damit Fehlentwicklungen ausgeschlossen<br />

werden. Hierzu ist ein Konsens auf der<br />

Ebene der europäischen Industrie zwingend<br />

erforderlich. Im Interesse des Mobilitätsbedürfnisses<br />

unserer Kunden sind Alleingänge<br />

einzelner Staaten zum Scheitern verurteilt.<br />

Dr. Ulrich Eichhorn,<br />

Leiter Forschung,<br />

Umwelt und Verkehr


Zukünftige Antriebs- und Kraftstoffentwicklung<br />

CO 2-Emissionen<br />

Benzin, Diesel<br />

Quelle: VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong><br />

FSI, optimierter<br />

Otto u. Diesel<br />

Heute<br />

Synthesegas (H 2, CO, CO 2)<br />

Mineralöl Erdgas Biomasse<br />

Solar-H2 CO2 aus<br />

Kreislauf<br />

H 2-Motor,<br />

H 2-BZ (Flotte)<br />

SynFuel,<br />

Diesel, Benzin<br />

BZ mit Benzinreformer<br />

Motor mit Hybridbrennverfahren<br />

5 Jahre 10 Jahre 15 Jahre 20 Jahre<br />

Die <strong>Volkswagen</strong>-Strategie stellt einen geschlossenen<br />

Ansatz mit einem Zeithorizont bis 2030 dar. Sie versteht<br />

sich damit auch als Entscheidungshilfe für die Politik,<br />

um geeignete Rahmenbedingungen zu schaffen, ohne<br />

die Volkswirtschaft zu überfordern. Die vorangegangenen<br />

Ausführungen führen zu dem oben abgebildeten<br />

• Innovative Antriebskonzepte mit<br />

optimierten direkteinspritzenden<br />

Motoren, automatisierten Getrieben<br />

und intelligenter Nutzung des Antriebsstrangs<br />

• Serienmäßiger Einsatz von Brennstoffzellenantrieben<br />

mit Benzinreformer<br />

nicht vor 2015<br />

• Serienmäßiger Einsatz von Brennstoffzellenantrieben<br />

mit an Bord<br />

gespeichertem Wasserstoff nach 2020<br />

Spezielle SynFuels-<br />

Übergang zu SunFuel<br />

Wasserstoff-<br />

Kraftstoff<br />

H 2-<br />

Brennstoffzelle<br />

25 Jahre<br />

30 Jahre<br />

Wesentliche Elemente der Antriebs- und Kraftstoffstrategie von <strong>Volkswagen</strong><br />

• Die heutigen flüssigen Kraftstoffe auf<br />

fossiler Basis (Benzin, Diesel) werden<br />

für die Anwendung in innovativen<br />

Verbrennungsmotoren und Brennstoffzellen<br />

optimiert, um unter<br />

Heranziehung von Erdgas, Gas-to-<br />

Liquid(GTL)-Technologie und SynFuel,<br />

ab ca. 2005 optimale Emissionen<br />

und Gesamtenergieverbräuche zu<br />

erzielen.<br />

Kraftstoffstrategie Forschung & Entwicklung<br />

Szenario: Es zeigt die Entwicklung zukünftiger<br />

Antriebe, der dazugehörigen Kraftstoffe und<br />

die daraus resultierende qualitative Entwicklung<br />

der spezifischen CO2-Emissionen. Kontakt:<br />

VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong><br />

Forschung, Umwelt und Verkehr<br />

Dr. Ulrich Eichhorn<br />

Brieffach 1775/0<br />

38436 Wolfsburg<br />

Telefon: (05361) 9-26670<br />

• Zunehmende Substitution fossiler<br />

Energieträger durch CO 2-neutrale<br />

Energieträger, insbesondere Biomasse<br />

und SunFuel, ab ca. 2010<br />

• Regenerativ erzeugter<br />

Wasserstoff nach 2020<br />

5<br />

56<br />

57


Auto und Umwelt<br />

Die Entwicklung der Pkw-Abgasemissionen<br />

Entwicklung der Pkw-Abgasgesetzgebung in der Europäischen<br />

Union (für HC-, NO x - und Partikelemissionen)<br />

HC + NOx<br />

(Ottomotor)<br />

HC + NOx<br />

(Direkteinspritzer,<br />

Dieselmotor)<br />

Partikel<br />

(Direkteinspritzer,<br />

Dieselmotor)<br />

Vorzeitige Erfüllung der Norm Euro 4<br />

Seit 1970 wurden in Europa Gesetze zur Begrenzung der<br />

Emissionen von Kohlenmonoxid (CO), später auch von<br />

Gesamtkohlenwasserstoffen (HC), Stickstoffoxiden<br />

(NOx) und Partikeln (Dieselmotorfahrzeuge) im Pkw-<br />

Abgas eingeführt, um die Auswirkungen des Autofahrens<br />

auf Mensch und Umwelt zu minimieren. Die seit<br />

1992 geltenden Grenzwerte der Euro-1-Norm konnten<br />

bei benzinbetriebenen Pkw nur mit Hilfe des Dreiwegekatalysators<br />

eingehalten werden. Im Vergleich zur Euro-<br />

1-Norm werden ab 2005 die für alle Neuwagen geltenden<br />

Abgasstandards (Euro-4-Norm) um weitere 90 Prozent<br />

abgesenkt. Bereits jetzt, vier Jahre vor dem gesetzlich<br />

vorgeschriebenen Termin, wird die strenge Euro-4-Norm<br />

vom größten Teil unserer Fahrzeuge erfüllt.<br />

CO [kt/10]<br />

CO 2 [kt/100]<br />

HC [kt]<br />

NO x [kt]<br />

Partikel [kt x 10]*<br />

Fahrleistung [Mrd. km]<br />

*Diesel.<br />

HC + NOx [g/km] Partikel [g/km]<br />

kt/a<br />

1.400<br />

1.200<br />

1.000<br />

800<br />

600<br />

400<br />

200<br />

2,8 0,28<br />

2,4<br />

2,0<br />

1,6<br />

1,2<br />

0,8<br />

0,4<br />

Euro 1<br />

(1992)<br />

Euro 2<br />

(1996)<br />

Euro 3<br />

(2000)<br />

Entwicklung der Pkw-Emissionen in Deutschland bis 2020<br />

1980 1985 1990 1995 2000 2005 2010<br />

Euro 4<br />

(2005)<br />

Ab Euro 3: Änderung des Fahrzyklus<br />

Dieselmotor: neben dem weiterhin bestehenden Summengrenzwert für HC und NO x ein zusätzliches Limit für NO x<br />

Ottomotor: separate Limits für HC und NO x (kein Summengrenzwert mehr)<br />

Quelle: Europäische Union<br />

Quelle: IFEU<br />

Emissionsentwicklung in Deutschland<br />

Das Potenzial der Emissionsminderungen<br />

durch die Einführung innovativer Technologien<br />

wird erst mit der Zeit durch die Erneuerung<br />

des Fahrzeugbestands auf der Straße<br />

sichtbar. In der Grafik ist die bereits realisierte<br />

und bis 2020 erwartete Entwicklung der<br />

Pkw-Emissionen in Deutschland dargestellt.<br />

Bezogen auf 1990 wurden bis heute die<br />

Emissionen von Kohlenmonoxid um 71 Prozent,<br />

von Kohlenwasserstoffen um 88 Prozent,<br />

von Stickstoffoxiden um 70 Prozent und von<br />

Rußpartikeln um 25 Prozent gesenkt. Die<br />

Einführung des Abgasstandards Euro 4 und<br />

von verbrauchsarmen Fahrzeugen führt ab<br />

2005 zu weiteren Absenkungen der gesetzlich<br />

2015 2020<br />

Mrd. km/a<br />

800<br />

700<br />

600<br />

500<br />

400<br />

300<br />

200<br />

100<br />

0,24<br />

0,20<br />

0,16<br />

0,12<br />

0,08<br />

0,04


limitierten Abgaskomponenten und zu einer Entkopplung<br />

der CO2-Emissionen von dem noch immer<br />

wachsenden Markt mit steigenden Fahrleistungen.<br />

Emissionen und Kraftstoffqualität<br />

Anders als die Einführung neuer Fahrzeugtechnologien<br />

wirkt sich die Einführung verbesserter Kraftstoffe sofort<br />

aus. Sobald verbesserte Kraftstoffqualitäten flächendeckend<br />

verfügbar sind, ist eine Veränderung der Emissionssituation<br />

unmittelbar zu erkennen. So beträgt der<br />

maximale Benzolgehalt in Normal- und Superbenzin<br />

seit dem 1. Januar 2000 nur noch ein statt wie bisher fünf<br />

Volumenprozent. Diese Maßnahme hat wesentlich dazu<br />

beigetragen, den Benzolgrenzwerten bestehender und<br />

zukünftiger gesetzlicher Luftqualitätsrichtlinien Rechnung<br />

zu tragen. Die Grafik unten zeigt die Entwicklung<br />

Partikelgrößenverteilung für verschiedene Konzepte<br />

Gemessen mit ELPI** im NEFZ***<br />

Partikelanzahl x 10 12 (km -1 )<br />

Fahrzeug 1 (Euro 1 )<br />

Fahrzeug 2 (Euro 2)<br />

Fahrzeug 3 (Euro 3)<br />

Fahrzeug 4 (Euro 4)<br />

**ELPI: elektrischer Niederdruckimpaktor.<br />

***NEFZ: Neuer Europäischer Fahrzyklus.<br />

Quelle: VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong><br />

Jahresmittelwerte der Benzolimmissionskonzentration<br />

an Verkehrsmessstellen in Niedersachsen<br />

Hannover,<br />

Göttinger Straße<br />

Braunschweig,<br />

Bohlweg<br />

Grenzwert der Richtlinie<br />

2000/69/EG, der bis<br />

zum 1. Januar 2010<br />

einzuhalten ist<br />

µg/m 3<br />

Quelle: Niedersächsisches Landesamt für Ökologie<br />

5<br />

4<br />

3<br />

2<br />

1<br />

0<br />

20<br />

15<br />

10<br />

5<br />

-78 %<br />

10<br />

100 1000<br />

Aerodynamischer Partikeldurchmesser<br />

1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996<br />

Auto und Umwelt Forschung & Entwicklung<br />

der Jahresmittelwerte von Benzolimmissionen<br />

an verkehrsnahen Messstellen. Deutlich<br />

erkennbar ist die abnehmende Tendenz, insbesondere<br />

infolge der Umstellung auf benzolarme<br />

Kraftstoffe für Ottomotoren.<br />

Abgasstrategie bei Dieselmotoren<br />

Die Diskussionen über Rußpartikel im Abgas<br />

von Dieselmotoren hält trotz aller technischer<br />

Fortschritte an. Dabei geht es vor allem um<br />

Größe, Anzahl und Oberfläche der Partikel.<br />

Wissenschaftliche Studien unabhängiger<br />

Institute* belegen jedoch, dass die Optimierung<br />

der Verbrennungstechnik mittels Hochdruck-Direkteinspritzung<br />

nicht zu kleineren<br />

Partikeln führt, sondern enorme Fortschritte<br />

in der weiteren Verminderung der Partikelanzahl<br />

gebracht hat (siehe Grafik links).<br />

*Fraunhofer-Institut für Toxikologie und Aerosolforschung,<br />

Hannover: Partikelanzahlstudie im Auftrag von<br />

auto motor und sport, 1998.<br />

FEV Motorentechnik, Aachen; Universität Duisburg:<br />

ACEA report on small particle emissions from<br />

passenger cars, 1999.<br />

1997 1998<br />

1999 2000<br />

5<br />

58<br />

59


Zukünftige Dieselkonzepte beschäftigen sich insbesondere<br />

mit der weiteren Absenkung von Stickoxiden (NOx) und Partikeln. Hierbei ist es die Philosophie der VOLKS-<br />

W<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong>, Emissionen von vornherein zu vermeiden,<br />

statt sie nachträglich aufwendig zu reduzieren. Für<br />

Motoren, bei denen sich trotz einer verbesserten Verbrennung<br />

und trotz Einsatz eines Oxidationskatalysators<br />

immer noch keine befriedigenden Ergebnisse erzielen<br />

lassen, müssen zusätzliche Abgasnachbehandlungsmaßnahmen<br />

getroffen werden. Dies betrifft in erster Linie<br />

größere und schwerere Fahrzeuge – besonders dann,<br />

wenn sie mit automatischen Getrieben ausgerüstet sind.<br />

Sie sollen mit einem neuartigen Partikelfilter und einem<br />

Abgasnachbehandlungssystem für Stickoxide ausgerüstet<br />

werden. Beides wird Bestandteil einer intelligenten,<br />

vom Motormanagement gesteuerten Abgasnachbehandlung<br />

sein. Die Partikelfilterung an sich ist nicht das<br />

Kernproblem, aber es muss die Filterregeneration unter<br />

allen Betriebsbedingungen sichergestellt werden.<br />

Aufgrund der effektiven Arbeitsweise des Dieselmotors<br />

werden die für eine Oxidation der Partikel notwendigen<br />

Abgastemperaturen erst bei höheren Geschwindigkeiten<br />

erreicht. Bei Betriebstemperaturen die niedriger als 300<br />

Grad Celsius sind, kommt es im Filter zu einer Rußanhäufung.<br />

Bei Überschreiten bestimmter Schwellenwerte<br />

und energetisch günstigen Randbedingungen setzt im<br />

Partikelfilter die Regeneration ein; beim <strong>Volkswagen</strong>-<br />

System oxidieren die Stickstoffdioxide (NO2) die<br />

Rußpartikel zu CO2. Euro-4-Abgasminderungsstrategie für Dieselfahrzeuge von <strong>Volkswagen</strong><br />

Schwefelfreier Kraftstoff<br />

+ NOx-Speicherkatalysator Schwefelfreier Kraftstoff<br />

+ Partikelfilter<br />

4V-Motor<br />

2V-Motor + innermotorische<br />

Maßnahmen inkl.<br />

Oxidationskatalysator<br />

<strong>AG</strong>: Automatikgetriebe<br />

HS: Handschaltgetriebe<br />

2V: Zweiventilkopf<br />

4V: Vierventilkopf<br />

Quelle: VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong><br />

Fahrzeugmasse<br />

<strong>AG</strong><br />

HS<br />

<strong>AG</strong><br />

HS<br />

D1<br />

Passat<br />

Golf<br />

Da das <strong>Volkswagen</strong>-Filtersystem kontinuierlich<br />

arbeitet, werden Temperaturspitzen<br />

vermieden, was eine geringe Bauteilbeanspruchung<br />

und einen hohen Filterwirkungsgrad<br />

über die gesamte Fahrzeuglebensdauer<br />

gewährleistet.<br />

Aus Sicht des jetzigen Entwicklungsstandes<br />

lassen sich fünf Bausteine definieren, mit<br />

denen der Dieselmotor auf dem Weg zu<br />

sauberstem Abgas vorankommt:<br />

• die weitere Optimierung der Verbrennung<br />

• die verbesserte Wirksamkeit des Oxidationskatalysators<br />

• die Verfügbarkeit neuer, „schwefelfreier“<br />

Kraftstoffe (S < 10 ppm)<br />

• die Anwendung eines zusätzlichen<br />

Partikelfilters<br />

• eine wirksame Stickoxidnachbehandlung<br />

Ressourcenschonung – Übergangsstrategie<br />

Ingesamt ist zu erwarten, dass spätestens ab<br />

dem Jahr 2010 die Luftqualität durch Einführung<br />

emissionsarmer Fahrzeuge so weit<br />

verbessert sein wird, dass die Verkehrsemissionen<br />

an Wichtigkeit verlieren werden. An ihre<br />

Stelle wird die Minimierung der Treibhausgasemissionen<br />

und des Primärenergieverbrauchs<br />

treten.<br />

75 100 150<br />

Leistung [kW]


Damit der Individualverkehr auch langfristig mit Kraftstoff<br />

versorgt werden kann, müssen die erforderlichen<br />

Rohstoffe möglichst sparsam und effizient eingesetzt<br />

werden. In einer Prognose der Rheinisch-Westfälischen<br />

Technischen Hochschule (RWTH) in Aachen über die<br />

zukünftige Entwicklung der Antriebskonzepte (siehe<br />

Grafik Antriebsentwicklung 1995-2015) wird deutlich,<br />

dass auch in 20 Jahren die konventionellen Antriebe<br />

mit Verbrennungsmotor (Ottomotor, Dieselmotor) den<br />

Markt noch dominieren werden. Aber gleichzeitig wird<br />

der Anteil alternativer Antriebskonzepte ab 2010<br />

zunehmen. Das größte Potenzial zukünftiger Antriebskonzepte<br />

verspricht langfristig der Wasserstoff-<br />

Brennstoffzellen-Antrieb (siehe Seite 53).<br />

Änderung der Themenfelder<br />

Umweltbezogene Fahrzeugentwicklung<br />

Wichtigkeit<br />

Abgasemissionen<br />

CO, NOx , HC,<br />

Partikelmasse<br />

Treibhausgase, CO2<br />

Primärenergie<br />

Quelle: VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong><br />

Antriebsentwicklung von 1995 bis 2015<br />

Zukünftige Marktanteile<br />

Benzin-DI*<br />

Benzin<br />

Alternative Antriebe<br />

Diesel-DI*<br />

Diesel<br />

*DI = Direkteinspritzung.<br />

Quelle: RWTH Aachen<br />

1990 1995 2000 2005 2010 2015 2020 2025<br />

100 %<br />

80 %<br />

60 %<br />

40 %<br />

20 %<br />

1995 2000 2005 2010 2015<br />

Auto und Umwelt Forschung & Entwicklung<br />

In der Übergangszeit bis zum Erreichen des<br />

Wasserstoffzeitalters werden die Kraftstoffeigenschaften<br />

eine entscheidende Rolle spielen.<br />

So nehmen Art und Güte von Kraftstoffen<br />

heute und in Zukunft eine Schlüsselrolle für<br />

die Umweltverträglichkeit des motorisierten<br />

Verkehrs ein. Entsprechend dem Leitbild der<br />

Nachhaltigen Entwicklung muss es langfristig<br />

möglich werden, Kraftstoffe regenerativ bereitzustellen.<br />

Bis zur Erreichung dieses Ziels wird<br />

noch erhebliche Zeit vergehen, weshalb von<br />

<strong>Volkswagen</strong> eine Übergangsstrategie entwickelt<br />

wurde (siehe Seite 52).<br />

5<br />

60<br />

61


Umweltmanagement in der Technischen Entwicklung<br />

Nur wenn Umweltschutz bereits in der Frühphase einer<br />

Produktentwicklung selbstverständlich ist, kann der<br />

hohe Anspruch – formuliert in der Präambel der Umweltpolitik<br />

– eingehalten werden. Deutliche Zeichen setzt<br />

die Technische Entwicklung (TE) in Wolfsburg durch<br />

eine weitere erfolgreiche Rezertifizierung nach DIN EN<br />

ISO 14001 im April <strong>2001</strong> und unterstreicht damit die<br />

internationale Vorreiterrolle von <strong>Volkswagen</strong>. Das Öko-<br />

Audit bezieht sich allein auf die standortbezogenen<br />

Umweltbelange der Produktion, wohingegen das TE-<br />

Zertifikat sich auf die „umweltgerechte Entwicklung von<br />

Kraftfahrzeugen der Marke <strong>Volkswagen</strong>“ – also auf das<br />

hergestellte Produkt selbst – bezieht. Die Notwendigkeit<br />

dazu lässt sich mittels der bisher im Hause erstellten<br />

Sachbilanzen belegen, laut denen beispielsweise beim<br />

Energieverbrauch über die Gesamtlebensdauer eines<br />

Fahrzeugs die Nutzungsphase beim Golf A4 einen Anteil<br />

von 73 Prozent bzw. beim Drei-Liter-Auto einen Anteil<br />

von 67 Prozent ausmacht. Erzielte Fortschritte bei der<br />

Senkung des Energieverbrauchs zeigt der Vergleich mit<br />

dem Golf A3, dort beträgt der Anteil 80 Prozent (siehe<br />

Seite 26). <strong>Volkswagen</strong> war der erste Automobilhersteller,<br />

Präambel der Umweltpolitik<br />

„Das Unternehmen trägt Verantwortung für die kontinuierliche Verbesserung der Umweltverträglichkeit seiner<br />

Produkte sowie für die Verringerung der Beanspruchung der natürlichen Ressourcen.“<br />

1 4<br />

Material<br />

• Einsatz von umweltgerechten<br />

Materialien<br />

• Minimierung der Verwendung<br />

von Gefahr- und Schadstoffen<br />

• Minimierung der Innenraumemissionen<br />

inklusive Geruch<br />

2<br />

Fertigungsverfahren<br />

• Anwendung umweltgerechter<br />

Fertigungsverfahren nach dem<br />

Grundsatz der Verhältnismäßigkeit<br />

3<br />

Recycling<br />

• Erreichung und Übererfüllung<br />

der Richtlinien zur Altautoverwertung<br />

Kraftstoffverbrauch<br />

inklusive CO2 • Erfüllung und Unterschreitung<br />

der Verbrauchs- und CO2-Vor gaben gemäß freiwilliger Selbstverpflichtung<br />

• Besetzen der Verbrauchsleader-<br />

Position in jeder Fahrzeugklasse<br />

5<br />

Abgas<br />

• Erfüllung und Unterschreitung<br />

schärfster Abgasvorschriften zur<br />

Verringerung der Schadstoffemissionen<br />

der die DIN EN ISO 14001 bereits zu einem<br />

Zeitpunkt angewendet hat, als die Norm noch<br />

im Entwurfszustand war. Anfang <strong>2001</strong> wurden<br />

außerdem die sieben Umweltziele der TE überarbeitet<br />

und verabschiedet. Sie sind im Vergleich<br />

zu den 1996 erstmals verabschiedeten<br />

sieben Zielen in ihrer Formulierung an die<br />

veränderten Gesetze und Selbstverpflichtungserklärungen<br />

angepasst worden. So sind<br />

sie in vielen Bereichen präzisiert worden und<br />

gehen, sowohl Material und Akustik als auch<br />

Fahrzeugemissionen sowie Gefahr- und<br />

Schadstoffe betreffend, über die gesetzlichen<br />

Auflagen hinaus. Die Umweltziele sind Instrumente<br />

des Umweltmanagements der TE und<br />

liegen den Umweltlastenheften zugrunde.<br />

Das Umweltmanagement dient dazu, die Umweltziele<br />

umzusetzen. Die Umweltziele der<br />

TE sind übergeordnete Ziele, die projektspezifischen<br />

Unterziele werden in gesonderten<br />

Umweltlastenheften für die jeweiligen Fahrzeuge<br />

aufgestellt und abgearbeitet.<br />

6<br />

Boden-/Wasserbelastung<br />

• Verbesserung der Dichtigkeit in<br />

der Nutzungsphase und<br />

Erhöhung der Trockenlegungsrate<br />

im Recyclingprozess<br />

7<br />

Akustik<br />

• Erfüllung und Unterschreitung<br />

der Akustikvorschriften<br />

• Erreichung bestmöglicher<br />

Außengeräuschwerte in der<br />

Nutzungsphase<br />

• Erreichung bestmöglicher<br />

Innengeräuschwerte


„Formel 1“<br />

Das Ein-Liter-Auto wird<br />

den Maßstab setzen<br />

Mit dem Lupo 3L TDI setzt <strong>Volkswagen</strong><br />

heute den Maßstab für<br />

Ökoeffizienz – technisch und für<br />

den Kunden auf dem Automobilmarkt.<br />

Noch vor seiner Markteinführung<br />

wurde mit der Forschung<br />

am Zwei-Liter-Auto begonnen.<br />

Doch dieses Projekt ist<br />

mittlerweile eingestellt worden.<br />

Wir haben die technologische<br />

Herausforderung des Ein-Liter-<br />

Autos aufgegriffen und wollen<br />

mit diesem zweisitzigen Fahrzeug<br />

mit Dieselmotor einen weiteren<br />

Maßstab für Ökoeffizienz setzen.<br />

Die AUTO-ZEITUNG sprach auf dem Pariser Autosalon mit <strong>Volkswagen</strong>-Chef Dr. Ferdinand Piëch<br />

über das Ein-Liter-Auto, die Modellpolitik von <strong>Volkswagen</strong>, die Entscheidung für 16 statt<br />

18 Zylinder und weitere neue Motorenentwicklungen.<br />

Redaktion: Herr Dr. Piëch, seit kurzem<br />

geistert das Ein-Liter-Auto durch die<br />

Schlagzeilen. Erzählen Sie uns Näheres<br />

dazu?<br />

Dr. Piëch: „Gesagt habe ich schon vor<br />

Jahren, dass wir ein Drei-, ein Zwei- und<br />

ein Ein-Liter-Auto bauen werden. Den<br />

Drei-Liter-Lupo können Sie bereits kaufen,<br />

am Zwei-Liter-Auto arbeiten wir nicht<br />

mehr – das war ein knapper Viersitzer<br />

und ästhetisch nicht so ansprechend. Vom<br />

Ein-Liter-Auto habe ich nur gesagt, dass<br />

Quelle: AUTO-ZEITUNG, Nr. 22, Oktober 2000<br />

ich es in meiner Amtszeit noch fahren<br />

werde. Ob andere auch damit fahren,<br />

weiß ich nicht.“<br />

Redaktion: Wie wird dieses Sparwunder<br />

aussehen?<br />

Dr. Piëch: „Es hat vier Räder, zwei Sitze,<br />

einen Dieselmotor und ist halb so schwer<br />

wie ein Drei-Liter-Lupo.“<br />

Redaktion: Ein Zweisitzer, extrem klein<br />

und leicht – so etwas gibt es doch schon<br />

von einem Mitbewerber.<br />

Umweltmanagement in der TE/Das Ein-Liter-Auto Forschung & Entwicklung<br />

„Ich werde das Ein-Liter-Auto bauen“<br />

<strong>Volkswagen</strong>-Chef Dr. Ferdinand Piëch im stern-Gespräch<br />

über die aktuelle Benzinpreis-Krise, den Absatzrückgang in<br />

der Branche und seine Pläne. Seit sieben Jahren steht<br />

Dr. Ferdinand Piëch an der Spitze von <strong>Volkswagen</strong>. Der gelernte<br />

Ingenieur hat den Wolfsburger Autoriesen seither stark<br />

verändert: Unter seiner Leitung wurde nicht nur eine große<br />

Modelloffensive gestartet. Piëch richtete den Autokonzern<br />

auch neu aus: <strong>Volkswagen</strong> baute als Erster das Drei-Liter-<br />

Auto und brachte es auf den Markt. Jetzt will er, so verriet er<br />

dem stern, sogar das Ein-Liter-Auto bauen.<br />

Quelle: stern, Nr. 39, September 2000<br />

Das neue Bild der Marke!<br />

<strong>Volkswagen</strong>-Chef Dr. Ferdinand Piëch im Gespräch<br />

Redaktion: Im Raum steht das Zauberwort<br />

Ein-Liter-Auto.<br />

Wie geht es ihm?<br />

Dr. Piëch: „Ich hoffe immer noch, in diesem<br />

Jahr einen Prototyp zu fahren. Die Chancen<br />

sind hoch.“<br />

Redaktion: Wir wissen mittlerweile, dass<br />

es ein Zweisitzer sein wird, Fahrer und<br />

Beifahrer hintereinander. Sollen wir uns<br />

da eine Art Kabinenroller vorstellen?<br />

Dr. Piëch: „Aber wirklich nicht. Gehen Sie<br />

einmal ruhig davon aus, dass es ein in<br />

Sachen Fahrsicherheit und Crashverhalten<br />

absolut vollwertiges Fahrzeug sein wird.<br />

Sein TDI-Motor wird einen zukünftigen<br />

Entwicklungsstand vorwegnehmen, und<br />

Dr. Piëch: „Ich denke lieber an das Auto-<br />

Union-Weltrekordauto. Unser Ein-Liter-<br />

Auto wird einen cw-Wert haben, wie es<br />

ihn noch nie gegeben hat.“<br />

Redaktion: Das können wir uns nur bei<br />

hintereinander angeordneten Sitzen<br />

vorstellen.<br />

Dr. Piëch: „Ich kann Ihrer Vorstellung<br />

nicht widersprechen.“<br />

Redaktion: Welche Rolle wird das von<br />

<strong>Volkswagen</strong> angekündigte Ein-Liter-Auto<br />

spielen?<br />

Dr. Martin Winterkorn: „Es wird eine<br />

große Rolle spielen. Einerseits als<br />

Technologieträger, aber ebenso in einer<br />

möglichen Serienfertigung. Wenn Sie das<br />

Auto sehen und fahren, haben Sie in<br />

erster Linie das Gefühl, ein Spaßauto zu<br />

lenken, geprägt vom niedrigen Schwer-<br />

Quelle: <strong>Volkswagen</strong>-Magazin, Nr. 2, Juli <strong>2001</strong><br />

die Bauweise mit Carbon und Magnesium<br />

wird einen neuen Maßstab setzen.“<br />

Redaktion: Das klingt teuer. Wie teuer?<br />

Dr. Piëch: „Nach dem heutigen Stand der<br />

Herstellungskosten kämen wir wohl in<br />

eine Kalkulation zwischen 40.000 und<br />

50.000 Mark Kaufpreis, aber wir streben<br />

einen deutlich günstigeren Preis an.<br />

Was bleibt, ist aber immer noch die Frage,<br />

ob der Markt Fahrzeuge annimmt, die<br />

besonders sparsam, aber auch relativ<br />

teuer sind.“<br />

Redaktion: Lassen sich da aus den<br />

Erfahrungen mit dem Drei-Liter-Lupo<br />

schon gewisse Hochrechnungen<br />

anstellen?<br />

punkt, von der Sitzanordnung, vom guten<br />

cw-Wert. Wir müssen im Laufe des<br />

nächsten Jahres entscheiden, ob wir es<br />

bauen oder nicht. Und ich gehe davon<br />

aus, dass wir es machen, allein der<br />

Technologie wegen.“<br />

„... Nicht vergessen dürfen wir das Thema<br />

Leichtbau und neue Werkstoffe,<br />

Magnesium, Aluminium, Titan. Denn je<br />

kleiner die Masse ist, desto weniger<br />

stern: Ist etwa das Ein-Liter-Auto<br />

in Sicht?<br />

Dr. Piëch: „Ich bin sicher, dass ich es in<br />

meiner Amtszeit noch fahren werde.“<br />

stern: Dann jubelt die Börse, und<br />

der Kurs der VW-Aktie würde sich<br />

endlich nach oben bewegen.<br />

Dr. Piëch: „Wahrscheinlich.“<br />

Die Geschwindigkeit des Fortschritts<br />

Dr. Piëch: „[...] Ja, es gibt einen Trend zur<br />

Akzeptanz solcher Autos.“<br />

Redaktion: Davon müsste das Ein-Liter-<br />

Auto ja besonders profitieren, denn da<br />

käme ja noch der Prestige-Effekt eines<br />

außergewöhnlichen, intelligenten<br />

Designs dazu.<br />

Dr. Piëch: „Ja, es wird ein außergewöhnliches<br />

Design sein, und es wird Leute<br />

geben, die so ein Auto unbedingt haben<br />

wollen. Ob diese Zahl für eine wirtschaftliche<br />

Produktion ausreicht, ist eine andere<br />

Frage. Wir werden die Antwort nie kennen,<br />

wenn wir uns nicht an solche Projekte<br />

herantrauen.“<br />

Quelle: <strong>Volkswagen</strong>-Magazin, Nr. 1, April <strong>2001</strong><br />

Über die Chancen des Ein-Liter-Autos<br />

Interview mit Dr. Martin Winterkorn, Vorstandsmitglied Forschung und Entwicklung der VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong><br />

Energie brauche ich, um sie zu bewegen.<br />

[...] Ich bin überzeugt – und daran arbeiten<br />

wir sehr intensiv –, dass sowohl mit<br />

Kunststoffen als auch mit Metallen noch<br />

einiges an Gewicht zu holen ist. Deshalb<br />

reizt es mich auch, das Ein-Liter-Auto zu<br />

realisieren. Weil man für so ein Projekt<br />

Kohlefaser- und Titanwerkstoffe einsetzen<br />

muss, weil wir über neue Legierungselemente<br />

wie z.B. Lithium nachdenken.“<br />

5<br />

62<br />

63


Schöne neue Welt<br />

Vernetzte Mobilität auf vier Rädern<br />

Kennen Sie ein Auto, das kommunizieren kann, das die<br />

heimische Kaffeemaschine von unterwegs abschalten<br />

kann oder Sie alarmiert, wenn sich ein Dieb an ihm zu<br />

schaffen macht? Oder ein Auto, das Videobilder vom<br />

Hauseingang auf einen Monitor im Armaturenbrett übertragen<br />

kann, das Ihnen den nächsten freien Parkplatz<br />

anzeigt und somit kraftstoffintensiven Parksuchverkehr<br />

vermeidet, die optimale Stauumfahrung ausweist und<br />

auf diesem Weg Sprit sparen hilft? Das alles klingt ein<br />

wenig nach „Schöne neue Welt“. Doch mit dem „netconnect-Passat“,<br />

einer Studie von <strong>Volkswagen</strong>, ist das<br />

heute schon Realität. Das „intelligente“ Auto ist Teil des<br />

Projekts „Innovationszentrum intelligentes Haus“<br />

(InHaus) des Fraunhofer-Instituts IMS (Institut für mikroelektronische<br />

Schaltungen und Systeme) in Duisburg.<br />

Die Interaktion findet auf kurze Distanz (im Haus und<br />

in dessen unmittelbarer Umgebung) über Bluetooth,<br />

ein drahtloses Datenübertragungsverfahren, statt. Mit<br />

Anwendungen der Telematik<br />

Mittelfristige Anwendungen<br />

Lagesensor:<br />

Information darüber, ob das<br />

Auto abgeschleppt, angefahren<br />

oder gestohlen wird<br />

Tankinformationen:<br />

Errechnen der Reichweite,<br />

Navigation zur nächsten<br />

Tankstelle<br />

Fernbedienung:<br />

Lüftung, Standheizung<br />

Langfristige Anwendungen<br />

Parkplatznavigation:<br />

Informationen über Veranstaltungen<br />

und freie<br />

Parkplätze<br />

Fernsensorik:<br />

Meldung über fahrzeugnahe<br />

Fußgänger, Warnung vor<br />

plötzlich auftauchenden<br />

Hindernissen<br />

Einkäufe:<br />

InHaus erinnert ans<br />

Einkaufen, vergleicht Preise,<br />

informiert über Sonderangebote<br />

und leitet zum<br />

geeigneten Supermarkt<br />

Bluetooth können beispielsweise MP3-<br />

Musikdateien aus dem Internet in den<br />

Bordcomputer geladen werden.<br />

Über große Entfernungen werden die Daten<br />

zwischen Auto und Haus mittels Mobilfunktechnologie<br />

ausgetauscht (SMS, GPRS),<br />

wodurch sich auch problemlos das Internet<br />

nutzen lässt.<br />

Intelligente Häuser sollen sich aufgrund ihrer<br />

hoch entwickelten Haustechnik als Beitrag zur<br />

effizienten Nutzung von Energie und anderen<br />

Ressourcen erweisen. Im Projekt „InHaus“ will<br />

<strong>Volkswagen</strong> untersuchen, wie sich das Automobil<br />

sinnvoll in zukünftige Wohnwelten<br />

integrieren lässt. So lässt sich beispielsweise<br />

die Temperatur für das gesamte Hauses vom<br />

Auto aus regeln. Die Akzeptanz derartiger<br />

Wohnkonzepte wird in dem Maß zunehmen,<br />

in dem vernetztes Wohnen zum vernetzten<br />

Lifestyle wird, der alle Bereiche des Lebens, so<br />

auch das Auto, miteinander verbindet und zu<br />

Komfortgewinn und Effizienzsteigerung führt.<br />

Neben der Kommunikation zwischen Fahrzeug<br />

und Haus bietet netconnect weiteren<br />

Komfort und ferngesteuerte Sicherheit. So<br />

kann der Fahrer z.B. bei Dunkelheit eine<br />

„Rundumbeleuchtung“ einschalten, bevor er<br />

sich dem Wagen nähert, oder die am heimischen<br />

Computer geplante Fahrtroute auf das<br />

Navigationssystem des Autos übertragen.


Vernetzte Mobilität Forschung & Entwicklung<br />

Das Herzstück der Anlage ist ein Car-Computer, der die In einem weiteren Projekt, „World on Wheels“<br />

gesamte Kommunikation zwischen Haus und Fahrzeug (WOW), kommt auch die Unterhaltung für die<br />

und im Auto steuert. Alle Daten werden über ein ins Fahrgäste im Fond nicht zu kurz. Ein Modell-<br />

Handschuhfach integriertes Keyboard eingegeben. Die versuch mit der neuen Datenübertragungs-<br />

Steuereinheit ist ein tragbarer Handcomputer, der so technik Digital Video Broadcasting Terrestrial<br />

genannte Personal Digital Assistent (PDA), der als<br />

(DVB-T), an dem <strong>Volkswagen</strong> beteiligt ist,<br />

Fernbedienung und Monitor für alle Computerfunktio- ermöglicht nicht nur ungestörten Fernsehempnen<br />

dient. Mit dem PDA kann der Fahrer telefonieren, er fang. Mit DVB-T lässt sich sogar das persön-<br />

dient als Fernsteuerung für die Musikanlage daheim liche Wunschprogramm im Auto abrufen.<br />

oder als Bildschirm. www.volkswagen-umwelt.de/wissen/technik-innovation<br />

5<br />

64<br />

65


Das Beste aus zwei Welten<br />

Elektrohybridfahrzeuge<br />

Zurzeit wird in der <strong>Volkswagen</strong>-Konzernforschung ein<br />

neues Hybridfahrzeug entwickelt, das ohne die Nutzung<br />

von Strom aus der Steckdose deutlich weniger Kraftstoff<br />

verbraucht als ein vergleichbares konventionelles<br />

Fahrzeug.<br />

In der Vergangenheit entwickelte Hybridfahrzeuge<br />

wiesen mehrere Nachteile auf: hohes Gewicht, hohe<br />

Kosten, eingeschränkte Fahrleistungen, geringer<br />

Fahrkomfort und komplizierte Bedienung. Diese<br />

Nachteile konnten durch die Vorteile des geringen<br />

Kraftstoffverbrauchs und der besseren Abgasqualität<br />

nicht aufgewogen werden.<br />

Auslegungskriterien für den Elektromotor in Abhängigkeit<br />

von den integrierten Funktionen eines Parallelhybridantriebs<br />

Funktionen Leistung<br />

Elektroantrieb < 40 kW<br />

Leistungsaddition 30–40 kW<br />

Bremsenergie-Rückgewinnung 20–30 kW<br />

Drehmomentaddition für Beschleunigung 10–20 kW<br />

Start-Stopp-Funktion für Verbrennungsmotor 5–10 kW<br />

Bordnetzverbraucher 4–6 kW<br />

In einem Parallelhybridantrieb wird die Leistung des Elektromotors von seinen<br />

Funktionen bestimmt. Wenn beispielsweise nur Drehmomentunterstützung zur<br />

Verbesserung der Beschleunigung das Ziel ist, kann dies durch einen Elektromotor mit<br />

10–20 kW erreicht werden. Wenn rein elektrisches Fahren möglich sein soll, ist<br />

hingegen eine Elektromotorleistung von 30–50 kW erforderlich. Die geforderten<br />

Leistungen bestimmen auch die Größe der Batterie. Alle aufgeführten Funktionen sind<br />

integraler Bestandteil eines Hybridantriebs.<br />

Quelle: VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong><br />

Im Rahmen eines europäisch geförderten<br />

Forschungsvorhabens wird zurzeit ein<br />

Hybridfahrzeug mit folgenden Vorteilen<br />

entwickelt:<br />

• autarker Hybridantrieb (keine Batterieladung<br />

aus dem Netz)<br />

• Fahrleistungen mit konventionellem<br />

Fahrzeug vergleichbar<br />

• guter Fahrkomfort<br />

• deutlich geringerer Kraftstoffverbrauch<br />

als bei einem konventionellen Fahrzeug<br />

• alle Komfortausstattungen verfügbar<br />

(Servolenkung, Klimaanlage usw.)<br />

• uneingeschränkte aktive und passive<br />

Fahrzeugsicherheit<br />

• uneingeschränkte Fahrzeuglebensdauer<br />

(insbesondere Batterielebensdauer)


Paralleler Hybridantriebsstrang<br />

(schematische Darstellung eines Automobils)<br />

Batterie<br />

Quelle: VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong><br />

Getriebe<br />

Leistungselektronik<br />

Kupplungen<br />

Elektromotor<br />

Kupplungen<br />

Verbrennungsmotor<br />

Wie funktioniert der Parallelhybridantrieb?<br />

Werden Brems- und Schubenergie genutzt?<br />

Laufen beide Antriebe gleichzeitig, oder wird umgeschaltet?<br />

Elektrohybridfahrzeuge Forschung & Entwicklung<br />

Zentraler Entwicklungsschwerpunkt ist ein<br />

neuer Antriebsstrang, auf den optimalen<br />

Wirkungsgrad aller Komponenten ausgelegt<br />

wird. Unter allen möglichen Hybridalternativen<br />

bietet der Parallelantrieb das höchste<br />

Potenzial. Ein TDI-Motor wird kombiniert mit<br />

einem automatisierten Schaltgetriebe und<br />

einem integrierten Drehstrom-Scheibenläufermotor.<br />

Als Energiespeicher wird eine neue<br />

Batterietechnologie verwendet.<br />

Der Parallelhybridantrieb ist eine Kombination aus Verbrennungsmotor und Elektromaschine,<br />

die, durch eine Steuerelektronik geregelt, je nach Fahrprofil folgende Funktionalitäten abdeckt:<br />

• Antrieb des Fahrzeugs durch den Verbrennungsmotor (Kraftfluss Motor–Getriebe–Rad)<br />

• Antrieb durch Elektromotor (Kraftfluss Elektromaschine–Getriebe–Rad)<br />

• Drehmomentaddition beider Maschinen zur besseren Beschleunigung<br />

• Lastpunktanhebung des Verbrennungsmotors durch Abrufen einer generatorischen Leistung,<br />

um den Verbrennungsmotor im optimalen Wirkungsgrad zu betreiben<br />

• Betrieb der Elektromaschine als Generator beim Bremsen, um Energie in die Batterie zurückzuspeisen<br />

• Starten des Verbrennungsmotors durch die Elektromaschine (Entfall des Anlassers, Start-Stopp-<br />

Funktion, Entfall des Leerlaufverbrauchs)<br />

Wird die elektrische Energie durch den Verbrennungsmotor erzeugt?<br />

Da der Rotor der Elektromaschine, der das Schwungrad ersetzt, sich immer dann dreht, wenn die<br />

Verbrennungsmaschine im Einsatz ist, kann in diesem Fall die Elektromaschine als Generator<br />

betrieben werden. Dies geschieht aber immer unter Berücksichtigung des Wirkungsgrades (s.o.).<br />

Bei jedem Bremsvorgang speist die Elektromaschine Energie in die Batterie. Die Steuerelektronik regelt<br />

den Hybridantrieb so, dass abhängig von den Fahr- bzw. Bremsanforderungen des Fahrers die aus<br />

Verbrauchssicht optimale Maschine im Einsatz ist.<br />

5<br />

66<br />

67


68<br />

69<br />

Vom Familienauto zum „End of Life Vehicle“<br />

Recyclingstrategie und Altautoproblematik<br />

Jährlich werden in der Europäischen Union etwa zehn<br />

Millionen Tonnen Altautos entsorgt. Durch die im<br />

September 2000 durch das EU-Parlament beschlossene<br />

Regelung zur umweltgerechten Verwertung von Altfahrzeugen<br />

wird ein gesetzlicher Rahmen zur Entsorgung<br />

vorgegeben. <strong>Volkswagen</strong> setzt sich bereits seit 1990<br />

intensiv mit dem Thema Altfahrzeugverwertung auseinander.<br />

Dazu werden Demontagestudien an allen<br />

Fahrzeugtypen durchgeführt. Die dabei gewonnenen<br />

Daten werden analysiert und fließen kontinuierlich in<br />

die Neuentwicklungen ein. Ziel ist es, die heute in<br />

Deutschland erreichte Recyclingquote von etwa 80 Gewichtsprozent<br />

der Fahrzeuge weiter zu erhöhen. Das<br />

bisherige Ergebnis kann sich sehen lassen. Produkte<br />

von <strong>Volkswagen</strong> sind nicht nur während ihrer Gebrauchsphase,<br />

sondern auch noch als „End of Life Vehicle“ (ELV)<br />

begehrte Wirtschaftsgüter. Deshalb wird nach unserer<br />

Ansicht auch in Zukunft die Verwertung von Altfahrzeugen<br />

ein wichtiger Wettbewerbsfaktor sein.Um die Vielfalt<br />

der aus dem Recyclingprozess erwachsenden Aufgaben<br />

bewältigen zu können, hat <strong>Volkswagen</strong> einen markenübergreifenden<br />

„Lenkungsausschuss Recycling“ eingerichtet.<br />

Dieser Ausschuss ist für den Aufbau eines Rücknahmenetzes,<br />

für Materialkreisläufe und alternative<br />

Demontage-, Separations- und Verwertungstechnologien<br />

verantwortlich. Ein weiterer Kreis von Umweltfachleuten,<br />

das „Materialcontrolling-Team“, beschäftigt sich<br />

mit den ab 2003 geltenden Materialverboten. In diesem<br />

Gesetzliche Rahmenbedingungen<br />

<strong>2002</strong>:<br />

2003:<br />

2005:<br />

2006:<br />

2007:<br />

2015:<br />

Kostenlose Rücknahme aller ab 1. Juli <strong>2002</strong><br />

zugelassenen Fahrzeuge<br />

Schwermetallverbot ab 1. Juli 2003<br />

(Hg, Cr(VI), Cd, Pb)<br />

Keine Typengenehmigung ohne den<br />

Nachweis einer 95-prozentigen<br />

Wiederverwertbarkeit<br />

85-prozentige Verwertungsquote für alle<br />

Bestandsfahrzeuge ( ≥ 80% werkstofflich,<br />

< 5% energetisch)<br />

Kostenlose Rücknahme aller<br />

Bestandsfahrzeuge<br />

95-prozentige Verwertungsquote für alle<br />

Bestandsfahrzeuge ( ≥ 85% werkstofflich,<br />

< 10% energetisch)<br />

Quelle: EU-Altauto-Richtlinie 2000, 53<br />

Team werden Ersatzstoffe für Cadmium, Quecksilber,<br />

Blei und Chrom(VI) untersucht und<br />

deren Zulassung zur Verwendung in <strong>Volkswagen</strong>-Fahrzeugen<br />

nach den strengen internen<br />

Sicherheits-, Qualitäts- und Umweltstandards<br />

veranlasst. Diese Ergebnisse sind auch für<br />

Zulieferer und Verwertungsbetriebe nutzbar.<br />

Schredderanlage mit Hauptprodukt Stahlschrott<br />

In Zusammenarbeit mit der <strong>deutsch</strong>en Automobilindustrie<br />

und einigen europäischen<br />

Herstellern wurde das internationale Material-<br />

Daten-System IMDS aufgebaut (siehe Seite 74).<br />

In dieses System werden von den Lieferanten<br />

die bauteilerelevanten Materialdaten eingegeben<br />

und den Herstellern zur Verfügung<br />

gestellt. Den Verwertungsunternehmen bietet<br />

<strong>Volkswagen</strong> europaweit Demontageinformationen.<br />

Das Demontageinformationssystem<br />

IDIS (International Dismantling Information<br />

System) liefert auf einer CD-ROM Daten über<br />

alle Fahrzeuge ab dem Baujahr 1985. Als<br />

Ergänzung zu den elektronischen Informationsquellen<br />

werden gemeinsam Workshops<br />

durchgeführt. So können alle Beteiligten –<br />

Konstrukteure, Zulieferer und Verwertungsunternehmen<br />

– durch eine partnerschaftliche<br />

Zusammenarbeit Produktverantwortung<br />

übernehmen.<br />

Kontakt:<br />

VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong><br />

Fahrzeugnutzung, Fahrzeugrecycling<br />

Dr. Hartmut Heinrich<br />

Brieffach 1774/2<br />

38436 Wolfsburg<br />

Telefon (05361) 9-76040


Produktion & Standorte<br />

5<br />

6<br />

6


Weltweites Netzwerk<br />

Umweltschutz an den Produktionsstandorten<br />

Afrika, Amerika, Asien und Europa – <strong>Volkswagen</strong> baut<br />

Autos auf vier Kontinenten. Manche Werke sind schon<br />

fast 50 Jahre alt, und viele unserer Standorte liegen in<br />

industriellen Schwellenländern. Auch die gesetzlichen<br />

Rahmenbedingungen sind von Land zu Land unterschiedlich.<br />

Das bedeutet, dass es beim Umweltschutz keine Einheitslösung<br />

für alle Standorte geben kann. Unsere Strategie<br />

heißt daher: so viel Spitzentechnologie wie möglich<br />

so schnell wie möglich in allen unseren Werken einsetzen.<br />

der ausländischen Kollegen nicht mehr individuell,<br />

sondern in Gruppen durchgeführt. Im<br />

Mai <strong>2001</strong> wurden die ersten sechs Mitarbeiter<br />

aus Brasilien und Argentinien zusammen geschult.<br />

Die Unterrichtssprache war Englisch,<br />

damit auch Kollegen ohne Kenntnisse der<br />

<strong>deutsch</strong>en Sprache an der Schulung teilnehmen<br />

konnten. Schwerpunkt der Schulung<br />

war das Kennenlernen innovativer Umweltschutztechnologien<br />

für den gesamten Produktkreislauf.<br />

Als wichtigen Schritt auf dem Weg zu einem<br />

modernen, unternehmensweiten Umweltmanagement<br />

hat <strong>Volkswagen</strong> im Frühjahr 2000<br />

einheitliche Umweltstandards für den gesamten<br />

Konzern beschlossen. Diese Standards betreffen<br />

den Umweltschutz in der Produktion<br />

und dienen allen Standorten als Richtlinien.<br />

Erfahrungsaustausch mit südamerikanischen Kollegen: (v. l.)<br />

Weltweite Umweltstandards für die<br />

Produktionsstandorte von <strong>Volkswagen</strong><br />

Marcelo Perpétuo, Ivo Braga, Márcio Lima, Eduardo Ferreirós,<br />

Dr. Christiane von Finckenstein, Alfredo Martone, Alfredo Hauszler 1. Schadstoffentfrachtung in der Vorbehandlung<br />

der Lackiererei<br />

Globale Verantwortung bedingt auch die durchgängige 2. Begrenzung der Lösemittelemissionen von<br />

Einführung hoher Umweltstandards. Das erfordert<br />

Karosserielackieranlagen<br />

insbesondere an den Standorten außerhalb Europas<br />

3. Ressourcenschonende Maßnahmen in der<br />

einen hohen Beratungsaufwand. Diese Erkenntnis war<br />

Vorbehandlung der Lackiererei<br />

einer der Auslöser für die Benennung so genannter<br />

4. Einsatz lösemittelfreier Konservierungs-<br />

Paten für die Werke in Brasilien, Argentinien, Mexiko,<br />

materialien<br />

Südafrika und China. Diese Paten – Fachleute der zentra- 5. PCB-Freiheit bei Transformatoren<br />

len Umweltschutzabteilung in Wolfsburg – sind die An-<br />

und Großkondensatoren<br />

sprechpartner der Werke in den genannten Ländern und 6. Einsatz umweltfreundlicher Kältemittel<br />

pflegen regelmäßige Kontakte zu den dortigen Kollegen<br />

in Kälte-/Klimaanlagen<br />

im Umweltschutz. Die meisten Paten haben Kenntnisse 7. Präventiver Grundwasser- und Bodenschutz<br />

der jeweiligen Landessprache und koordinieren ver-<br />

8. Einrichtung einer Trennkanalisation<br />

schiedene Beratungs- und Planungsprojekte vor Ort.<br />

für Regen- und Schmutzwasser<br />

9. Sanierung der Schmutzwasserkanalisation<br />

Wichtig ist allerdings auch, dass die ausländischen<br />

10. Bevorzugung schienengebundener Transporte<br />

Mitarbeiter einen regelmäßigen Erfahrungsaustausch<br />

gegenüber dem Transport auf der Straße<br />

nicht nur mit ihren <strong>deutsch</strong>en Kollegen, sondern auch 11. Einsatz von Mehrwegverpackungen und<br />

untereinander pflegen. Deshalb werden die Schulungen<br />

Mehrwegtransportsystemen


Leichter, stärker, besser<br />

Transportlogistik bei <strong>Volkswagen</strong><br />

Logistik ist, vor allem im Zusammenhang mit dem Thema<br />

Umweltschutz, immer stärker ins Blickfeld der Öffentlichkeit<br />

geraten. Die Gesamtheit der Material-, Energieund<br />

Produktflüsse in einem Betrieb, seine Versorgung<br />

mit neuen Gütern und seine Einbindung in die allgemeinen<br />

Transportwege haben nicht zuletzt durch<br />

Just-in-time-Produktion und das Gewicht und Material<br />

von Transportbehältern eine besondere Bedeutung im<br />

Sinne der Nachhaltigkeit erhalten.<br />

Was bedeutet das für <strong>Volkswagen</strong>? Fast 4.000 Zulieferer<br />

sind ständig im Einsatz, um allein die europäischen<br />

Werke mit Material zu versorgen. Just in time werden<br />

die Arbeiter an den Montagebändern mit den Einzelteilen<br />

beliefert. Aber nicht nur die pünktliche Anlieferung stellt<br />

eine logistische Herausforderung dar, sondern auch der<br />

Transport. 5,5 Millionen Universaltransportbehälter aus<br />

Kunststoff und Metall sind für die Versorgung der Werke<br />

im Einsatz. Davon werden einige gerade beim Zulieferer<br />

gefüllt, während andere mit dem Lkw unterwegs sind<br />

und der Rest an den Bändern der Werke steht.<br />

Dr. Petra Spiekermann und Reinhard Tänzer inspizieren den neuen<br />

recycelbaren Leicht-Großladungsträger aus Kunststoff<br />

Weltweites Netzwerk/Logistik Produktion & Standorte<br />

Die Koordination dieser Behälter stellt an die<br />

30 Mitarbeiter des Behältermanagements<br />

große Anforderungen. Das Team sorgt dafür,<br />

dass immer genug leere Behälter für die Lieferanten<br />

zur Verfügung stehen. Zurzeit werden<br />

42 verschiedene Arten von Transportbehältern<br />

eingesetzt. Mittelfristig möchten wir die<br />

Zahl auf 20 reduzieren. Um die Bereitstellung<br />

der Kästen ökologisch und wirtschaftlich zu<br />

gestalten, werden sie vom Behältermanagement<br />

nach dem Quelle-Senke-Prinzip (Leergut<br />

wird frachtstreckenoptimiert aus den Leergutquellen<br />

zuerst zu den nahe liegenden Leergutbedarfsorten<br />

gebracht) gesteuert.<br />

6<br />

70<br />

71


Praktizierter Umweltschutz auf dem Logistiksektor ist<br />

für <strong>Volkswagen</strong> ebenso die Optimierung der Transportrouten,<br />

die überflüssige Fahrten vermeiden hilft, wie<br />

die Entwicklung neuer Transportbehälter, bei der<br />

sowohl Wirtschaftlichkeit als auch Recyclingfähigkeit<br />

ausschlaggebend sind. Dabei wurde ein neuer „Leicht-<br />

Großladungsträger“ mit der Bezeichnung 114-888 entwickelt.<br />

Er besteht aus Kunststoff, kann auf ein Fünftel<br />

seiner Größe gefaltet und mit maximal 250 Kilogramm<br />

belastet werden. Außerdem ist er zusammengeklappt<br />

Transportvolumen 2000<br />

Materialeingang (t/a)<br />

Zwischenwerksverkehr<br />

(t/a)<br />

Fahrzeuge<br />

Materialausgang (t/a)<br />

(Ersatzteile, CKD usw.)<br />

5.063.600<br />

6.213.000<br />

2.855.600<br />

3.277.100<br />

3.400.000<br />

4.366.100<br />

2.382.000<br />

2.675.100<br />

Gesamt <strong>Volkswagen</strong>-Transport<br />

Quelle: VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong><br />

1 2 3 4 5 6<br />

Frachtvolumen 2000<br />

Prognose Frachtvolumen<br />

für das Jahr 2005<br />

Kleinladungsträger aus neuen Materialien mit<br />

geringerem Gewicht<br />

etwa halb so groß wie seine metallenen Kollegen<br />

und wiegt nur 39 Kilogramm. Damit wird<br />

das Handling einfacher, und die Ladekapazität<br />

der Lkw wird besser ausgenutzt. Am Ende<br />

ihrer „Dienstzeit“ können die Behälter recycelt<br />

werden. Bis Ende <strong>2002</strong> sollen 200.000 dieser<br />

„Leicht-Großladungsträger“ an alle Standorte<br />

ausgeliefert werden.<br />

Aber auch die Kleinladungsträger (VDA-KLT)<br />

haben wir durch eine veränderte Konstruktion,<br />

den Einsatz neuer Materialien und ein<br />

geringeres Gewicht verbessert. Das Ergebnis<br />

ist das RL-VDA, das so genannte Redesign für<br />

ein leichtes VDA-Behältersystem. Im Auftrag<br />

von <strong>Volkswagen</strong> wurde dazu ein Konzept entwickelt,<br />

wie sich die über 2,6 Millionen VDA-<br />

KLT für die Herstellung der RL-Behälter<br />

recyceln lassen. Deren ein- statt doppelwandige<br />

Konstruktion und der glatte statt verrippte<br />

Boden vergrößerten das Innenvolumen<br />

gegenüber dem VDA-KLT der ersten Generation<br />

um etwa 30 Prozent. Durch diesen Innenvolumengewinn<br />

von 19.270 Kubikmetern können<br />

912 Lkw-Fahrten pro Jahr eingespart werden.


Der Umwelt verpflichtet<br />

<strong>Volkswagen</strong> und seine Lieferanten<br />

<strong>Volkswagen</strong> garantiert im Rahmen seiner Umweltpolitik,<br />

dass sowohl die verschiedenen Bereiche und Abteilungen<br />

des Unternehmens als auch unsere externen Partner<br />

ihren Beitrag leisten, damit wir unsere Umweltziele<br />

erreichen. Alle Partner, sowohl Lieferanten und Dienstleister<br />

als auch Handelspartner und Entsorger, sind in<br />

die Umweltpolitik integriert. Um neue Erkenntnisse aus<br />

der Praxis und Umweltvorgaben von <strong>Volkswagen</strong> auch<br />

innerhalb der Lieferantenkette in die zweite, dritte und<br />

die folgenden Ebenen, das heißt von den direkten bis<br />

zu den indirekten Zulieferern, weiterzugeben, wird das<br />

Thema Umwelt zwischen den Partnern in allen Facetten<br />

kommuniziert bzw. diskutiert.<br />

Weiterbildung der Lieferanten<br />

<strong>Volkswagen</strong> veranstaltet gemeinsam mit der <strong>Volkswagen</strong><br />

Coaching GmbH eine Vielzahl von Workshops zu den<br />

jeweils aktuellen Umweltthemen für unsere Lieferanten.<br />

Damit wollen wir die Konsequenzen, die sich durch die<br />

schnelle gesetzliche Entwicklung für unsere Geschäftsvorgänge<br />

ergeben, allen unseren Partnern vermitteln.<br />

Im Herbst <strong>2001</strong> fand unter dem Motto „Priorität A –<br />

Partner für die Umwelt“ die 75. Veranstaltung seit der<br />

Einführung der Workshops<br />

im November 1997 statt.<br />

Themen seit 1997<br />

• Umweltpolitik, Umweltmanagement<br />

• Einführung des EG-Öko-Audit-Verfahrens<br />

in die Praxis<br />

• Materialdaten – Verantwortung der<br />

Lieferanten<br />

• Automobilrecycling<br />

• Durchführung von Sachbilanzen<br />

• Einführung in das internationale<br />

Material-Daten-System IMDS<br />

Sowohl der Gesetzgeber als auch die Öffentlichkeit und<br />

unsere Kunden stellen immer höhere Ansprüche an die<br />

Qualität unserer Umweltkommunikation. Wenn man an<br />

die Chemikalien- und Rücknahmegesetzgebung sowie<br />

an die künftige „integrierte Produktpolitik“ (IPP) denkt,<br />

so sind die vorhandenen Organisations- und Datensysteme<br />

überfordert. Denn die Gesetzgebung mit ihrer<br />

uneinheitlichen Nomenklatur für die unterschiedlichen<br />

Branchen ist nicht so angelegt, dass ein Stoff durchgän-<br />

Logistik/Lieferanten Produktion & Standorte<br />

gig von seiner Freigabe bis zur Abfallgesetzgebung<br />

mit vertretbarem EDV-Aufwand verwaltbar<br />

ist.<br />

Durch Verbote und Deklarationspflichten,<br />

aber auch im Rahmen eines am Lebenszyklus<br />

orientierten Umweltmanagements, ist vom<br />

Automobilhersteller über die gesamte Lieferantenkette<br />

hinweg eine immer größere Menge<br />

an Stoffen zu dokumentieren. Da dieser Dokumentationsbedarf<br />

in der Zukunft noch weiter<br />

steigen wird, hat sich <strong>Volkswagen</strong> an dem<br />

internationalen Material-Daten-System IMDS<br />

beteiligt. Das System ermöglicht einen wirtschaftlichen<br />

Transport und die Speicherung<br />

von Materialdaten entlang der Zuliefererkette.<br />

Es steht allen Lieferanten für die Datenkommunikation<br />

kostenlos zur Verfügung. In weiteren<br />

Ausbaustufen können auch künftige Umweltanforderungen<br />

berücksichtigt werden.<br />

Mehr Informationen zu IMDS finden Sie auf<br />

Seite 74.<br />

Mit dem Datensystem Electronic Supplier Link<br />

und einer <strong>Volkswagen</strong> Internet-Umweltkommunikationsplattform<br />

bestehen zudem zwei<br />

weitere moderne Kommunikationsmittel, die<br />

für den Transfer von Umweltschutzanforderungen<br />

an unsere Geschäftspartner genutzt<br />

werden.Darüber hinaus informieren sich<br />

unsere Geschäftspartner durch den Austausch<br />

von <strong>Umweltbericht</strong>en, Umweltzertifikaten<br />

und Mitteilungen über sonstige Umweltaktivitäten<br />

und Innovationen. Besondere Aktivitäten<br />

der Lieferanten zur Verbesserung der<br />

Umweltverträglichkeit der Automobile werden<br />

von <strong>Volkswagen</strong> auch in Zukunft mit einem<br />

Umweltpreis öffentlich ausgezeichnet.<br />

Recycling-Demonstrationsfahrzeug (RDF): Dr. Ferdinand Piëch (zweiter<br />

v. r.), Vorstandsvorsitzender der VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong>, und Dr. Martin<br />

Winterkorn, Vorstandsmitglied Forschung und Entwicklung der<br />

VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong>, im Gespräch mit Lieferanten über neue Möglichkeiten<br />

beim Automobilrecycling<br />

6<br />

72<br />

73


Ein Werkzeug für die Umwelt<br />

Das internationale Material-Daten-System IMDS<br />

Die Automobilindustrie betreibt großen organisatorischen<br />

Aufwand, um die bestehenden Umweltauflagen<br />

erfüllen zu können. Infolge der Gesetzgebung sind viele<br />

Kataloge, Normen und Datenbanken für Werkstoffe,<br />

Gefahrstoffe, Gefahrgüter und Abfälle entstanden. Diese<br />

Datenbanken sind auf die unterschiedlichen Fachgebiete<br />

und Branchen des Automobilbaus beschränkt. Der technische<br />

Stand, der Inhalt und die Strukturen der Datenbanken<br />

sind recht verschieden. Daher ist es mit ihnen<br />

nicht möglich, die Werkstoffdaten für ein Automobil so<br />

genau zu beschreiben, wie es die Altauto-Richtlinie der<br />

Europäischen Union (EU) von der Automobilindustrie<br />

fordert. Aus diesem Grund hat der Verband der Automobilindustrie<br />

beschlossen, eine internetbasierte Datenbank<br />

zu erstellen, die eine Werkstoffbeschreibung unterschiedlicher<br />

Produkte entlang der Lieferantenkette<br />

erlaubt.<br />

Das internetbasierte System liefert den Autoproduzenten<br />

und ihren Partnern Informationen darüber, aus welchen<br />

Materialien sich die meist zugelieferten Einzelteile eines<br />

Wagens zusammensetzen. Denn bei Grenzwerten von<br />

zwei Gramm eines Stoffes pro Fahrzeug, beispielsweise<br />

Chrom(VI), ist es erforderlich, dass auch detaillierte<br />

IMDS-Startseiten<br />

Werkstoffinformationen über zugekaufte<br />

Bauteile den Automobilherstellern übermittelt<br />

werden. Nur dann lässt sich die gewünschte<br />

Werkstoffbilanz erzielen. <strong>Volkswagen</strong> war an<br />

der Entwicklung des Projekts „internationales<br />

Material-Daten-System IMDS“ intensiv beteiligt.<br />

IMDS ist ein elektronisches System zum<br />

Transportieren und Speichern von Materialdaten.<br />

Betreiber ist das Informationstechnologieunternehmen<br />

EDS, das auch für die<br />

Sicherheit der Datenbank verantwortlich ist.<br />

IMDS ermöglicht jedem Teilnehmer eine individuelle<br />

Speicherung seiner Materialdaten,<br />

die er, einer Teilbezeichnung zugeordnet, bei<br />

einer Bemusterung an seine Kunden weitergeben<br />

kann. Jeder Kunde kann seinerseits die<br />

empfangenen Materialdaten seinem entsprechenden<br />

Produkt zuordnen und beispielsweise<br />

an einen Automobilhersteller weitersenden.


Materialeingang im Güterverkehrszentrum Wolfsburg<br />

Die Werkstoffbeschreibung eines Produkts kann unter<br />

seinem Handelsnamen gespeichert und von allen Teilnehmern<br />

des IMDS abgerufen werden. Diese Funktion<br />

ist vor allem für Rohstoffe und Normteile gedacht und<br />

wird von sehr vielen IMDS-Teilnehmern genutzt. Der<br />

zunehmende Umfang der Datenbank macht es wesentlich<br />

leichter, komplexe Materialbeschreibungen zu<br />

erstellen.<br />

IMDS wird den Lieferanten seit April 2000 kostenlos zur<br />

Verfügung gestellt. Es wird bereits intensiv genutzt und<br />

mit Daten gespeist. Zur Unterstützung unserer Lieferanten<br />

wird das System mit unterschiedlichen Zugriffsrechten<br />

und Schnittstellen versehen.<br />

Einer Weiterentwicklung des Umweltschutzes, beispielsweise<br />

durch die Integrierten Produktpolitik (IPP), setzt<br />

die Datenbankstruktur keine Grenzen. Beschränkungen<br />

kommen vielmehr durch den Gesetzgeber zustande, der<br />

in verschiedenen Gesetzen keine einheitliche Dokumen-<br />

Auszug aus einem Materialdatenblatt<br />

Internationales Material-Daten-System Produktion & Standorte<br />

tierung von Stoffen vornimmt. So existiert für<br />

einen bestimmten Stoff nach der Chemikaliengesetzgebung<br />

eine andere Registrierung als<br />

beispielsweise nach dem Abfallrecht.<br />

Die im „Grünbuch zur integrierten Produktpolitik“<br />

der EU beschriebene Art und Weise,<br />

das IMDS zu nutzen, ist technisch nicht möglich,<br />

da nur Besitzer von Stücklisten ihr Produkt<br />

den beschriebenen Werkstoffen zuordnen<br />

können. Im IMDS sieht jeder Teilnehmer<br />

nur die Informationen, die sein Partner ihm<br />

zugesteht. Unter anderen Bedingungen wäre<br />

kein Wettbewerber bereit, dieses System zu<br />

akzeptieren und damit zu arbeiten. Wie alle<br />

Teilnehmer des IMDS sind auch die Automobilhersteller<br />

Lieferanten umfangreicher<br />

Bauteile sowie ganzer Fahrzeuge, für die<br />

Materialdaten ins IMDS eingespeist werden<br />

müssen.<br />

6<br />

74<br />

75


Unsere Standorte<br />

Kein <strong>Volkswagen</strong>-Standort ist wie der andere, deshalb<br />

soll in diesem <strong>Umweltbericht</strong> jeder einzelne Standort<br />

vorgestellt werden. Allerdings kann nur auf vier Fertigungsstätten<br />

in Form einer Reportage näher eingegangen<br />

werden. Alle anderen Werke präsentieren sich durch ein<br />

Beispiel, das stellvertretend für ihre Umweltschutzaktivitäten<br />

steht. Bewusst wurde hierbei nicht nur die technische<br />

Seite betrachtet. Vielmehr werden auch Aktivitäten<br />

dargestellt, die ein besonderes Maß an Mitarbeiterbeteiligung<br />

zeigen oder über den Umweltschutz hinaus<br />

einen Beitrag in Richtung der Nachhaltigen Entwicklung<br />

leisten. Eine ausführliche Darstellung aller unserer<br />

Standorte ist im Internet zu finden:<br />

www.volkswagen-umwelt.de/vor-ort<br />

Deutschland<br />

Werk Wolfsburg<br />

Im August <strong>2001</strong> hat <strong>Volkswagen</strong> ein Team von Mitarbeitern<br />

des Werkes Wolfsburg als einen von drei Preisträgern<br />

mit dem ersten internen Umweltpreis ausgezeichnet.<br />

In der Werkzeughärterei ersetzt jetzt eine Gas-<br />

Wärme-Behandlung das Salzbadhärteverfahren. Damit<br />

werden beispielsweise Stahlzahnräder gegen Verschleiß<br />

geschützt. Heute entfällt die unterirdische Ablagerung<br />

von rund 20 Tonnen Altsalzen pro Jahr, genauso wie der<br />

Kauf von zehn Tonnen Neusalzen pro Jahr. Das schont<br />

die Umwelt und spart beim Einkauf sowie bei der späteren<br />

Entsorgung viel Geld. Außerdem hat die Maßnahme<br />

die Sicherheit am Arbeitsplatz verbessert.<br />

Werk Braunschweig<br />

Die Mitarbeiter sind aktiv an Umweltschutzmaßnahmen<br />

im Werk beteiligt. Für die neuen Auszubildenden<br />

wird eigens eine „Umweltrallye“ ausgetragen. Die Stationen<br />

der Betriebserkundung sind alle umweltrelevanten<br />

Bereiche des Werks. Auf diese Weise werden jedes Jahr<br />

über 150 Auszubildende zu neuen „Umweltfachleuten“<br />

geschult. Im Werk Braunschweig stellen etwa 6.600 Mitarbeiter<br />

Fahrzeugkomponenten und Kunststoffteile<br />

sowie Maschinen und Werkzeuge für die Produktion her.<br />

Werk Chemnitz<br />

Wesentliche umweltrelevante Errungenschaften des<br />

Werks Chemnitz sind die Be- und Entlüftungsanlage der<br />

Regenwassersammelbecken im Werk Kassel<br />

neuen Logistikhalle und das überarbeitete<br />

wärmetechnische Konzept der Fertigungshalle.<br />

Durch eine konsequente Abwärmenutzung<br />

kann nun auf den Bau einer Heiztrasse in der<br />

Logistikhalle verzichtet werden. Zusätzlich<br />

wird der Niederschlag von den Dachflächen<br />

in die Regenwassersammelanlage weitergeleitet.<br />

Rund 600 Beschäftigte montieren in<br />

Chemnitz Motoren.<br />

Werk Zwickau/Mosel<br />

Rund 1.200 Golf- und Passat-Modelle werden<br />

täglich von den 6.000 Beschäftigten der <strong>Volkswagen</strong><br />

Sachsen GmbH, Fahrzeugfertigung<br />

Zwickau/Mosel, produziert. Der Standort des<br />

Werks ist seit Herbst 2000 Mitglied der „Umweltallianz<br />

Sachsen“, einer Initiative der<br />

sächsischen Staatsregierung und der sächsischen<br />

Wirtschaft für einen<br />

effizienteren und zukunftsweisenden<br />

Umweltschutz.<br />

Die Initiative hat das Ziel,<br />

alle beteiligten Unternehmen<br />

von Regulierungen<br />

zu entlasten und ihre<br />

Eigenverantwortung zu<br />

stärken. Mit der Teilnahme<br />

verpflichten sich die<br />

Unternehmen zur eigenverantwortlichenWeiterentwicklung<br />

des betrieblichen Umweltschutzes<br />

und zur Schaffung dafür geeigneter<br />

Voraussetzungen und Instrumentarien wie<br />

freiwillige Umweltbetriebsprüfungen und<br />

Umweltmanagementsysteme.<br />

Werk Kassel<br />

Das Werk am Standort Baunatal zeichnet sich<br />

durch den besonders umweltschonenden<br />

Umgang mit Wasser aus. Um Grundwasser zu<br />

sparen, wird vermehrt Regenwasser gesammelt<br />

und wieder verwendet. Zusätzlich wird<br />

der Wassereinsatz in der Produktion ständig


Mitarbeiter des Umweltteams im Werk Emden<br />

optimiert. So konnte der Grundwasserverbrauch von<br />

1,5 Millionen Kubikmetern im Jahr 1990/91 innerhalb<br />

von zehn Jahren um ein Drittel gesenkt werden. Am<br />

Standort Baunatal werden neben Gieß- und Pressteilen<br />

sowie Abgasanlagen hauptsächlich Getriebe hergestellt.<br />

Werk Emden<br />

Durch den Einsatz eines Umweltteams werden wieder<br />

verwendbare Verpackungsteile und Schutzkappen der<br />

Produktionseinzelteile sortiert und an die Zulieferer<br />

zurückgeschickt. Bisher kamen Pappen und Kunststoffe<br />

zum Gewerbeabfall. Das Team setzt sich aus Mitarbeitern<br />

zusammen, die aufgrund ihres Alters oder gesundheitlicher<br />

Einschränkungen in der Fertigung nicht mehr<br />

eingesetzt werden können. Weit über 10.000 Mitarbeiter<br />

produzieren im Werk Emden das Modell Passat.<br />

Werk Salzgitter<br />

Im Oktober 2000 führte das Werk unter dem Motto<br />

„Ressourcenschonung – ein sparsamer Motor aus einer<br />

sparsamen Fabrik“ den zweiten Umwelttag durch. Es<br />

wurde über vier Themenschwerpunkte informiert:<br />

Energie, Abfall, Lärm und Gewässerschutz. Die konkrete<br />

Umsetzung des Mottos konnte anhand des gesenkten<br />

Energieverbrauchs, einer Reduzierung des Restmülls,<br />

verminderter Geräuschemissionen und Neuerungen<br />

beim Wassermanagement (Modernisierung der Kühlmittelfilteranlagen,<br />

Wiedereinsatz von Kondensat bei<br />

der Kreislaufführung von Öl-Wasser-Emulsionen)<br />

Standorte und Reportagen Produktion & Standorte<br />

dargestellt werden. In Salzgitter werden<br />

neben diversen Antriebsaggregaten auch die<br />

Motoren des Lupo 3L TDI hergestellt.<br />

Umwelttag in Salzgitter<br />

<strong>Volkswagen</strong> Kraftwerk GmbH<br />

Die <strong>Volkswagen</strong> Kraftwerk GmbH garantiert<br />

den Werken in Wolfsburg, Kassel, Hannover,<br />

Emden und Tschechien eine effiziente Energieversorgung.<br />

Die Vorbildlichkeit und der innovative<br />

Charakter der Anlagen in puncto Umweltschutz<br />

werden durch deren erfolgreicher<br />

Teilnahme am EG-Öko-Audit an den Standorten<br />

Wolfsburg, Kassel und Emden deutlich. So versorgt<br />

ein ressourcenschonendes Kraftwerk mit<br />

Kraft-Wärme-Kopplung die Produktion in<br />

Wolfsburg mit Energie und die Stadt mit Strom<br />

und Wärme. Die Autostadt wird durch eine<br />

Kraft-Wärme-Kälte-Kopplungsanlage mit<br />

Kälte versorgt.<br />

Kraftwerk Wolfsburg<br />

6<br />

76<br />

77


Gespräche über den Werkszaun<br />

Nachbarschaftsdialog bei <strong>Volkswagen</strong> Nutzfahrzeuge<br />

Eine Reportage von Andrea Packulat<br />

Donnerstagabend, 17.30 Uhr, im Kunden-Center von<br />

<strong>Volkswagen</strong> Nutzfahrzeuge (VWN) in Hannover. Dort,<br />

wo sonst Kunden auf ihre neuen Autos warten, treffen<br />

sich an diesem Abend Menschen, die in unmittelbarer<br />

Nähe der Fertigungsstätte dieser Fahrzeuge wohnen. Sie<br />

sind die Nachbarn von VWN im Norden der Stadt. In<br />

dem Werk mit seinen 15.000 Mitarbeitern wird auf Basis<br />

der Baureihen T4 und LT eine breite Palette von Nutzund<br />

Sonderfahrzeugen gebaut.<br />

Seit 1998 treffen sich die Anwohner des Werks und<br />

die Verantwortlichen von VWN zweimal im Jahr zum<br />

Nachbarschaftsdialog, um über Probleme, die sich aus<br />

der räumlichen Nähe von Produzieren und Wohnen<br />

ergeben, zu sprechen und Lösungen zu suchen. Dieses<br />

Mal kommen so viele Anwohner, dass alle Plätze besetzt<br />

sind. Manche von ihnen wollen sich nur informieren,<br />

andere diskutieren, wieder andere treten vehement<br />

für Verbesserungen ein. Und die Mitarbeiter von VWN,<br />

unter ihnen zahlreiche Führungskräfte sowie der<br />

Markenvorstand Produktherstellung, Joseph Lefave,<br />

erläutern ausführlich, welche Maßnahmen seit dem<br />

jüngsten Treffen umgesetzt worden sind.<br />

Ein Nachbar ergreift das Wort: „Ich wohne<br />

gegenüber der Gießerei, sitze quasi direkt<br />

unter dem Schornstein. Vor kurzem hat es<br />

neben der Gießerei ordentlich gestaubt. Ich<br />

wüsste gern mal, was das war.“ Dirk Stielau,<br />

Mitarbeiter im Umweltschutz und verantwortlich<br />

für den Bereich Umweltkommunikation,<br />

notiert sich den Vorfall und verspricht,<br />

der Sache nachzugehen, um dem Nachbarn<br />

die Ursache umgehend mitteilen zu können.<br />

Nach einem Beitrag mit Informationen zur<br />

erfolgreich bestandenen Öko-Audit-Prüfung<br />

hakt eine Nachbarin nach: „Das Öko-Audit<br />

scheint in erster Linie auf der Kontrolle von<br />

Unterlagen und auf Gesprächen zu basieren.


Joseph Lefave, Markenvorstand<br />

Produktherstellung VWN<br />

Überzeugen sich die Prüfer denn auch vor Ort vom<br />

Zustand des Betriebs?“ Lefave nickt: „Die Gutachter<br />

überprüfen nicht nur Dokumente, sie vergewissern sich<br />

auch in den Fertigungsbereichen, ob gesetzliche Bestimmungen<br />

eingehalten und Mitarbeiter in den Öko-<br />

Audit-Prozess mit einbezogen werden.“ Das stimmt die<br />

Nachbarin zufrieden.<br />

„Wir haben diesen Nachbarschaftsdialog begonnen,<br />

weil wir mögliche Beschwerden der Nachbarschaft ernst<br />

nehmen“, sagt Stielau. „Durch den regelmäßigen Austausch<br />

wissen wir im Werk frühzeitig über mögliche<br />

Probleme Bescheid, können schnell reagieren und an<br />

Lösungen arbeiten.“ Nach wie vor hat VWN eine „Hotline“<br />

geschaltet, unter der die Bürger besondere Vorkommnisse<br />

melden können.<br />

„Wir haben diesen Nachbarschaftsdialog<br />

begonnen, weil wir mögliche Beschwerden der<br />

Nachbarschaft ernst nehmen“<br />

„Gerüche kann man nicht immer sofort beseitigen“, gibt<br />

Stielau zu bedenken. Dennoch waren die Beschwerden<br />

von Nachbarn Anstoß dafür, an langfristigen Lösungen<br />

zu arbeiten. Ziel eines umfangreichen Gießereiprojekts<br />

ist daher die deutliche Verbesserung der Gesamtsituation.<br />

Hierbei geht es um eine Reduzierung der Geruchsbeeinträchtigungen<br />

in der nur einen Steinwurf entfernten<br />

Nachbarschaft. So wurde von VWN gemeinsam mit<br />

einem renommierten Hersteller von Kernbindemitteln<br />

sowie dem Darmstädter Öko-Institut, der Wolfsburger<br />

Konzern-Umweltplanung und anderen Firmen ein<br />

Forschungsprogramm ins Leben gerufen. Ein wesentlicher<br />

Schwerpunkt des Forschungsprojektes ist die<br />

Entwicklung geruchs- und schadstoffarmer Bindersysteme<br />

für Sandformteile. „Dass wir das Öko-Institut<br />

konsultiert haben, ist übrigens auch auf eine Anregung<br />

aus der Nachbarschaft zurückzuführen“, betont Stielau.<br />

Ferner wird in der Gießerei ein neues Hallenabluftsystem<br />

installiert, das nicht nur helfen soll, die Geruchs-<br />

Standorte und Reportagen<br />

Produktion & Standorte<br />

beeinträchtigung in der Nachbarschaft zu verringern,<br />

sondern auch zur Verbesserung<br />

der Situation an den Arbeitsplätzen beiträgt.<br />

Dirk Stielau, VWN-Umweltkommunikation<br />

Dieser Nachbarschaftsdialog hatte noch andere<br />

positive Effekte: Beispielsweise hatten<br />

sich einige Anwohner über den nächtlichen<br />

Gabelstaplerverkehr beschwert. Daraufhin<br />

wurde ein Lärmschutzwall gebaut. Beim<br />

Neubau einer Halle wurden dann die Transportwege<br />

so geplant, dass die Gabelstapler<br />

überwiegend in der Halle rangieren.<br />

Auch wenn VWN in vielen Fällen nicht umgehend<br />

Abhilfe leisten kann, so kommt dem<br />

Nachbarschaftsdialog dennoch eine außerordentliche<br />

Bedeutung zu. Durch den regelmäßigen<br />

Informationsaustausch mit der<br />

Nachbarschaft kann VWN Anregungen der<br />

Anwohner frühzeitig in neue Planungen mit<br />

einbeziehen. „Das beste Beispiel hierfür sind<br />

die Aktivitäten in der Gießerei. Das ist für<br />

mich produktionsintegrierter Umweltschutz<br />

im klassischen Sinn“, erklärt Stielau.<br />

Andrea Packulat, 31,<br />

arbeitet als freie Journalistin und lebt in<br />

Hannover.<br />

6<br />

78<br />

79


Europa<br />

Werk Pamplona<br />

Auf dem Werksgelände in Arazuri (Navarra) befindet sich<br />

der „Parque Polo“. Dieser Verkehrspark bietet Schülern<br />

aus der Umgebung und den Kindern der Mitarbeiter<br />

unserer Lieferanten im Alter von acht bis 14 Jahren eine<br />

praxisnahe Verkehrserziehung. Bisher haben über 8.500<br />

Kinder und Jugendliche an dem Gemeinschaftsprojekt<br />

der Stiftung <strong>Volkswagen</strong> Navarra und der Sparkasse Caja<br />

Navarra teilgenommen. Die etwa 5.400 Mitarbeiter des<br />

spanischen <strong>Volkswagen</strong>-Werks Pamplona montieren<br />

Motoren und Fahrzeuge.<br />

Werk Palmela<br />

Das Werk, rund zehn Kilometer von Palmela im Süden<br />

Portugals entfernt, hat einen kostenlosen Mitarbeiterfahrdienst<br />

eingerichtet. Von etwa 60 Prozent der Belegschaft<br />

wird der kostenlose Bustransfer mit 30 verschiedenen<br />

Routen genutzt. Durch das gesunkene Verkehrsaufkommen<br />

wurden die Verbindungsstraßen merklich<br />

entlastet. Im Werk Palmela fertigen 4.000 Mitarbeiter<br />

Fahrzeuge für <strong>Volkswagen</strong> und Ford.<br />

Der Mitarbeiterfahrdienst in Palmela (Portugal)<br />

Der Verkehrspark „Parque Polo“ in Pamplona (Spanien)<br />

Werk Brüssel<br />

Zu den betrieblichen Umweltschutzmaßnahmen<br />

zählen beispielsweise die Ultrafilterung<br />

des Spülwassers, die Abwasserbehandlungsanlage<br />

und das Abfallrecyclingprogramm. Das<br />

Werk wurde für sein Umweltmanagementsystem<br />

mit zwei Sternen als „öko-dynamisches<br />

Unternehmen“ ausgezeichnet. Dieses Audit


ist speziell für die Region Brüssel ins Leben gerufen<br />

worden. Am Rande der belgischen Hauptstadt werden<br />

die Modelle Golf und Lupo hergestellt.<br />

Werk Poznan<br />

Durch eine moderne Anlage in der Gießerei kann Quarzsand,<br />

der als Gussform dient, zu rund 60 Prozent wieder<br />

verwendet werden. Ohne diese Anlage müsste der Sand<br />

im Ausland gereinigt werden. So nutzt man nicht nur<br />

die Vorzüge des Recyclings, sondern vermeidet darüber<br />

hinaus auch die Umweltbelastungen, die durch den<br />

Transport des Sandes entstehen. Im polnischen Werk<br />

Poznan stellen rund 2.500 Mitarbeiter Nutzfahrzeuge her.<br />

Werk Bratislava<br />

Die Gesellschaft <strong>Volkswagen</strong> Slovakia engagiert sich für<br />

Naturschutzprojekte am Werksstandort. Als Mitglied<br />

der Assoziation der Industrie und des Naturschutzes<br />

(APOP) pflanzte <strong>Volkswagen</strong> Slovakia bisher 3.000<br />

Bäume und Sträucher. Außerdem wurde die Renaturierung<br />

eines Baches in der Werksumgebung und eines<br />

Standorte und Reportagen<br />

Produktion & Standorte<br />

Sees in der Stadt unterstützt. Am Rande der<br />

slowakischen Stadt Bratislava werden die<br />

Modelle Golf, Polo und – exklusiv im Konzern –<br />

4-Motion-Derivate des Bora und Golf hergestellt.<br />

Zukünftig soll das Modell Colorado<br />

hinzukommen. 2003 soll ein Umweltmanagement<br />

nach der Norm ISO 14001 eingeführt<br />

werden.<br />

Werk Martin<br />

Im Mai 2000 begann <strong>Volkswagen</strong> Slovakia mit<br />

der Produktion von Fahrzeugkomponenten<br />

im Werk Martin. Aus einer Kooperation der<br />

Werke Bratislava, Braunschweig und Kassel<br />

stammt die Produktionstechnologie. Die Erhöhung<br />

der Recyclingquote und die Senkung<br />

der Abwassermenge stehen im Vordergrund<br />

der umweltrelevanten Maßnahmen. <strong>2002</strong> soll<br />

ein Umweltmanagement nach der Norm ISO<br />

14001 eingeführt werden. Bisher sind ca. 600<br />

Mitarbeiter beschäftigt, weitere Einstellungen<br />

sind geplant.<br />

6<br />

80<br />

81


Von Fischen und Motoren<br />

Betriebsökologie bei <strong>Volkswagen</strong> Motor Polska<br />

Eine Reportage von Eugeniusz Pudlis<br />

Nur ein kurzer Blick in einen kleinen, offenen Raum –<br />

und ich reibe mir die Augen ... Rundherum in der großen<br />

Werkshalle sehe ich geschäftiges Treiben. Überall<br />

stehen neue Motoren auf dem Prüfstand. „Hot Test“<br />

nennt sich das. Und mittendrin in diesem kleinen Raum,<br />

wie eine Oase: ein Aquarium. In kristallklarem Wasser<br />

schwimmen da, so als würde sie nichts aus der Ruhe<br />

bringen, Exoten wie Amazonas-Cichliden, Guppys,<br />

Diskus- und Neonfische.<br />

„Dieses Aquarium“, sagt ein blauweiß uniformierter<br />

Arbeiter, „hat unser Objekt-Manager Marian Kurek aufgestellt.“<br />

Kurek begeistert sich für Ökologie. Diese Vorliebe<br />

teilt er mit seinem Chef, Professor Dr. Burkhard<br />

Welkener, dem Sprecher der Geschäftsführung von<br />

<strong>Volkswagen</strong> Motor Polska in Polkowice.<br />

„Haben Sie jemals eine Fabrik gesehen, in der die Umweltpolitik<br />

des Unternehmens an fast jedem einzelnen<br />

Arbeitsplatz verwirklicht ist?“ Und wie zum Beweis für<br />

diese Worte weist mich der Arbeiter auf die „Green<br />

Card“ hin, die in Kureks Büro an der Wand hängt. Darin<br />

präsentiert das Werk seine gesamte Ökophilosophie:<br />

„Die Gleichberechtigung von Ökonomie, Ökologie und<br />

Gesellschaft ist für unser Werk von besonderer Bedeutung.<br />

Als Produktionsstätte sind wir davon überzeugt,<br />

dass wir die natürlichen Voraussetzungen der menschlichen<br />

Existenz achten und zu einer Steigerung des<br />

Lebensstandards beitragen müssen. Für uns selbst und<br />

für zukünftige Generationen.“<br />

Dass diese Aussage nicht nur eine Floskel ist,<br />

lässt sich überall im Werk erkennen. „Die<br />

Hallenböden beispielsweise sind aus kunststoffüberzogenem,<br />

wasserdichtem Beton“,<br />

erklärt mir der Umweltbeauftragte Dariusz<br />

Bralewski und deutet auf den schneeweißen<br />

Untergrund. „Auf diesem Boden kann man<br />

jeden einzelnen Öltropfen sehen.“ Außerdem<br />

stehen alle Öl- und Emulsionsbehälter auf<br />

flachen Stahlwannen, und im Notfall lösen<br />

Messgeräte sofort Alarm aus. „Jedes Leck<br />

haben wir sofort unter Kontrolle“, versichert<br />

Bralewski.<br />

Wasser wie Gold<br />

Wasser scheint in Polkowice so kostbar wie<br />

Gold zu sein. Die Waschgänge zwischen den<br />

einzelnen Fertigungsstufen werden in einer<br />

geschlossenen Maschine durchgeführt. Eine<br />

spezielle Keramikmembran filtert grundwassergefährdende<br />

Stoffe heraus und lässt nur<br />

Wasser und Waschmittel hindurch, die mehrere<br />

Male wieder verwendet werden können.<br />

Und auch bei der Nockenwellenreinigung<br />

wird Wasser gespart. Statt in einer Standard-<br />

Nasswaschstation werden die Nockenwellen<br />

ohne Einsatz von wässrigen Medien gereinigt.<br />

Bei diesem Verfahren wird das Bauteil durch<br />

Druckluftbeaufschlagung „trockengeblasen“.<br />

Das abgeschiedene Kühlschmiermittel (Öl)<br />

und Verschmutzungen werden abgesaugt,<br />

über Anschwemmfilter gereinigt und in den<br />

Kühlschmiermittelkreislauf zurückgeführt.


Draußen, im südlichen Teil des Werks, gibt es ein Regenwasserrückhaltebecken<br />

für fast 5.000 Kubikmeter Wasser.<br />

Das ist neu in dieser Region, obwohl sie unter Wassermangel<br />

leidet. In dem Becken wird Regenwasser von<br />

den Dächern, Straßen und Höfen des gesamten Werks<br />

gesammelt. „Das Wasser wird hauptsächlich für sanitäre<br />

Zwecke verwendet und versorgt auch unsere Grünanlage“,<br />

erzählt mir Bralewski. Außerdem dient das Wasserreservoir<br />

dem Bedarf der Feuerwehr und ist bereits ein<br />

neues Zuhause von Karauschen und Fröschen. Und die<br />

Umgebung soll bald von Störchen besiedelt werden.<br />

Gute Luft – wenig Abfall<br />

Die Rückkehr vom baumgesäumten Vorplatz des Betriebs<br />

in die Fabrikhalle bringt die nächste angenehme Überraschung.<br />

Die Luft drinnen ist fast genauso frisch wie die<br />

draußen – ohne Klimaanlage. „Wer braucht eine Klimaanlage“,<br />

fragt mich mein Werksführer rhetorisch, „wenn<br />

im südlichen Teil des Betriebs Jalousievorrichtungen,<br />

die für Schatten sorgen, angebracht sind und im<br />

gesamten Gebäude ein geschicktes Ventilationssystem<br />

installiert ist? Darüber hinaus kann das Abluft- und<br />

Luftzirkulationssystem durch einen Wärmetauscher<br />

einen Raum mit 65.000 Kubikmeter Volumen innerhalb<br />

einer Stunde erwärmen. Nur einige Messräume und<br />

Büros sind mit Klimaanlagen ausgestattet.“<br />

Überall auf dem Werksgelände stehen elegante, vierfarbige<br />

Abfallbehälter – für Glas, Papier, Plastik und<br />

Restmüll. Jeder der Angestellten trennt hier seinen Müll.<br />

Das tun sie freiwillig, denn die 30 Behälter stehen alle in<br />

unmittelbarer Reichweite. „Wir haben die industrielle<br />

Abfallbeseitigung inklusive Sonderabfallentsorgung<br />

einem Spezialunternehmen anvertraut“, sagt Bralewski<br />

Standorte und Reportagen<br />

Produktion & Standorte<br />

weiter, „Emulsionen und Schlämme aus der<br />

Metallbearbeitung werden an Erdölraffinerien<br />

zur stofflichen und thermischen Verwertung<br />

abgegeben. Aluminium- und Stahlspäne<br />

gehen als Wertabfall zum Einschmelzen in<br />

Aluminium- oder Stahlwerke.“<br />

ISO 14001 und die Herausforderungen des<br />

21. Jahrhunderts<br />

Wie überzeugt man seine Kunden, dass in<br />

einem Werk umweltfreundlich produziert wird?<br />

Am besten mit einem international anerkannten<br />

ISO-14001-Zertifikat. Das Werk in Polkowice<br />

hat schon sehr früh entschieden, sich dieser<br />

anspruchsvollen Überprüfung zu unterziehen.<br />

Bereits ein Jahr nach Produktionsbeginn, im<br />

September 2000, erschienen die Prüfer von<br />

der Deutschen Gesellschaft für Qualität (DQS)<br />

auf dem Werksgelände. „Wir haben ein Zertifikat<br />

erhalten. Darin kann jeder nachlesen,<br />

dass unser Werk ein integriertes System für<br />

Qualitäts- und Umweltmanagement besitzt“,<br />

sagt Bralewski stolz.<br />

Doch auch in Zukunft bleibt die „Aufgabe<br />

Umweltschutz“ bestehen. Abfallvermeidung,<br />

Reduzierung der Abwasserbelastung und<br />

Minderung des Lärmpegels im Werk von 80<br />

auf 79 dB (A) sind die Ziele. Außerdem will<br />

man den Energieverbrauch je produziertes<br />

Teil kontinuierlich senken. Auch für den Umweltschutz<br />

gilt der Leitsatz der Mitarbeiter<br />

von <strong>Volkswagen</strong> Motor Polska: „Ausgerüstet<br />

mit den modernsten Technologien, ist unsere<br />

Fabrik den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts<br />

auf jeden Fall gewachsen.“<br />

Das Werk von <strong>Volkswagen</strong> Motor Polska<br />

Sp. Z o.o. in Polkowice liegt ca. 400 Kilometer<br />

südwestlich von Warschau. 800 Mitarbeiter<br />

produzieren im Jahr <strong>2001</strong> etwa 500.000 Pumpe-<br />

Düse-Dieselmotoren. Im Jahr 2000 stand der<br />

Betrieb nach Angaben der Tageszeitung<br />

„Rzeczpospolita“ auf Rang 24 der 500 umsatzstärksten<br />

Fabriken Polens.<br />

Eugeniusz Pudlis, 54, ist Reporter und<br />

Kolumnist der Waldfachzeitschrift „Echa<br />

Lesne“. 1999 erhielt er den „polnischen<br />

Pulitzer-Preis“ in der Kategorie Umwelt.<br />

6<br />

82<br />

83


Auch in den Köpfen hat sich etwas geändert<br />

Umwelttechnik und Umwelterziehung bei <strong>Volkswagen</strong> do Brazil<br />

Eine Reportage von Jacqueline B. Ramos<br />

130 Kilometer von São Paulo entfernt liegt das <strong>Volkswagen</strong>-Werk<br />

Taubaté. Etwa zehn Millionen US-Dollar<br />

sind in den letzten zwei Jahren in soziale und ökologische<br />

Verbesserungen innerhalb und außerhalb der<br />

Fabrik geflossen. „Abgesehen von allen Investitionen,<br />

die wir in Bezug auf Technologien gemacht haben, sind<br />

die Verbundenheit und die konsequente Verhaltensänderung<br />

der Belegschaft zu ungefähr 80 Prozent für den<br />

Wandel und die Weiterentwicklung des Werks verantwortlich.<br />

Diese Kombination macht das Werk zum<br />

fortschrittlichsten Brasiliens, was das Umweltmanagement<br />

betrifft“, erklärt Marcelo Perpétuo, verantwortlich<br />

für Werktechnik und Instandhaltung im Werk Taubaté.<br />

Was Perpétuo meint, kann ich im Gespräch mit ihm in<br />

seinem Büro spüren. Während er mir die Ergebnisse<br />

seiner Arbeit erläutert, gibt ihm sein Sekretär ein Zeichen.<br />

Das Environmental-Management-System(EMS)-Team<br />

wird langsam unruhig. Die Mitarbeiter warten, eine<br />

Technikbesprechung steht auf dem Terminplan. Mit<br />

einem zufriedenen Lächeln sagt Perpétuo dazu: „Es ist<br />

klar, dass diese Fachleute arbeiten, weil sie es wollen –<br />

nicht, weil sie es müssen. Ihnen ist bewusst, wie wichtig<br />

es ist, die Umwelt zu erhalten. Für sie selbst, ihre Kinder,<br />

ihre Familie, ja, für jeden – und das macht einen großen<br />

Unterschied in den praktischen Ergebnissen.“<br />

Bis Oktober <strong>2001</strong> sollen alle umwelttechnischen Kontrollmethoden<br />

standardisiert sein, und ein EMS soll in die<br />

Firmenkultur eingebunden werden. Neun Ausschüsse<br />

mit Mitarbeitern aus allen Abteilungen erstellen dazu<br />

einen Aktionsplan. Perpétuo besteht darauf,<br />

die Philosophie des Werks weiter zu erklären:<br />

„Das Wichtigste ist für uns nicht die Zertifizierung<br />

selbst. Uns geht es um die Vorteile für<br />

unsere Mitarbeiter und die Menschen in der<br />

Nachbarschaft. Die Verbesserung der Lebensqualität<br />

ist unser großes Ziel. Wir möchten<br />

nicht nur ein Zertifikat an der Wand hängen<br />

haben.“<br />

Umwelterziehung: ein wichtiger Schritt zur<br />

Nachhaltigen Entwicklung<br />

Die Planungs- und Strukturierungsstufen<br />

des EMS enthalten zwei Teilen. Zum einen aus<br />

der technischen Ausbildung. Hier werden die<br />

Mitarbeiter in umweltverträgliche Abläufe<br />

eingeführt. Zum anderen aus der Umwelterziehung<br />

der 8.500 Angestellten. Um eine Sensibilisierung<br />

zu erreichen, werden Theaterdarbietungen,<br />

Videos und pädagogisches Schriftmaterial<br />

eingesetzt. Perpétuo ist überzeugt,<br />

dass der erfolg des EMS auf diesen beiden<br />

Teile beruht. „Durch diese Arbeit tragen 8.500<br />

Multiplikatoren die Umweltgrundsätze über<br />

die Werksgrenze hinaus. So können wir – wenn<br />

wir die Familienangehörigen der Angestellten<br />

mitzählen – rund 32.000 Menschen ansprechen“,<br />

so Perpétuo begeistert. „Und glücklicherweise<br />

haben wir die Unterstützung aller Mitarbeiter.<br />

Sie fühlen sich allesamt verpflichtet<br />

und sind an der Verbesserung der Umweltsituation<br />

in der Fabrik sehr interessiert.“


Recycling gegen Hunger<br />

Schon seit acht Jahren engagieren sich die <strong>Volkswagen</strong>-<br />

Mitarbeiter in Taubaté in der Wohltätigkeitsaktion:<br />

„Against Hunger and for Life“ – gegen Hunger und für<br />

das Leben. Der Ausschuss betreut zurzeit 300 arme<br />

Familien in vier Städten in der Umgebung. Diese Aktion<br />

wird durch Recycling von Aluminiumdosen und Druckerpatronen<br />

finanziert. Früher wurden die Dosen und die<br />

Patronen achtlos in den Müll geworfen. Wenn man<br />

heute durch das Werk läuft, kann man den Einsatz der<br />

Belegschaft überprüfen. Überall stehen Sammelkörbe für<br />

die Büchsen herum. Bis zum frühen Nachmittag sind die<br />

Behälter ziemlich voll. „Auch die Gemeinde arbeitet<br />

mit“, berichtet Perpétuo. „Denn in den Körben liegen<br />

auch Bierdosen. Da im Werk Alkoholverbot herrscht,<br />

kann man davon ausgehen, dass die Bierbüchsen von<br />

außerhalb kommen. Und das zeigt, dass die Menschen<br />

in der Nachbarschaft unsere Idee auch begriffen haben<br />

und sich der Umweltphilosophie verpflichtet fühlen.“<br />

Die Recyclingkampagne unterstützt auch das Projekt<br />

„Education for Work“ – Vorbereitung auf die Arbeit. 50<br />

Teenager werden auf das Berufsleben vorbereitet.<br />

„Einige der Mädchen und Jungen werden sogar bei<br />

<strong>Volkswagen</strong> zu arbeiten anfangen. Aber unsere Intention<br />

bei diesem Projekt ist es, die bedürftigen jungen<br />

Menschen auf das Leben vorzubereiten“, sagt Ricardo<br />

Julio, Mitglied des EMS-Kommunikationskomitees.<br />

Neue Technik in der Lackiererei<br />

Um die Schadstoffemissionen zu senken, wurde in den<br />

letzten Jahren moderne Technologie angeschafft. So<br />

wurden zwei neue Systeme in der Lackiererei installiert.<br />

Die Luftwaschanlagen der Lackierkabinen wurden durch<br />

neue Modelle ersetzt. Nun werden rund 98 Prozent der<br />

Partikel, die in der Grund- und Decklackierung entstehen,<br />

zurückgehalten.<br />

„Früher haben die Leute den Lackgeruch<br />

ertragen, ohne sich zu beklagen …“<br />

Das Highlight der Lackiererei ist eine regenerative<br />

Abluftreinigungsanlage, die modernste Anlage dieser<br />

Art in Brasilien. Der 80 Tonnen schwere Koloss verbrennt<br />

die flüchtigen organischen Verbindungen, die<br />

während der Trocknung des Lackes entstehen. Die<br />

8.500 Mitarbeiter – 6.500 direkte und 2.000 indirekte<br />

Angestellte arbeiten im Werk Taubaté. Produziert<br />

werden die Modelle Gol und Parati, etwa 950 Autos<br />

pro Tag.<br />

Standorte und Reportagen<br />

Produktion & Standorte<br />

Energie wird rückgewonnen, so dass rund 97<br />

Prozent der Abwärme genutzt werden können.<br />

„Früher haben die Leute den Lackgeruch<br />

ertragen, ohne sich zu beklagen. Wenn die<br />

Anwohner aber heute einmal etwas riechen,<br />

beschweren sie sich sofort. Die Sensoren des<br />

Verbrennungsofens sind heute die Nasen<br />

der Anwohner“, scherzt Perpétuo.<br />

Nachhaltige Produktion<br />

Das Jahr 2000 war im Werk Taubaté dem<br />

Energiesparen gewidmet. „Wir haben Investitionen<br />

im Bereich Energiesparen getätigt,<br />

bevor die Stromkrise über das Land kam. Das<br />

ist ein Beweis dafür, dass wir kontinuierlich<br />

versuchen, präventive Methoden zu entwickeln“,<br />

sagt Perpétuo. Das gesamte Energieerzeugungssystem<br />

des Standorts ist von<br />

Dieselkraftstoff auf Erdgas umgestellt worden.<br />

Elektrische Geräte sind, wo möglich, ersetzt<br />

worden. Das Ergebnis: Der Schadstoffausstoß<br />

und der spezifische Stromverbrauch (bezogen<br />

auf die produzierten Fahrzeuge und Komponenten)<br />

wurden deutlich reduziert. Nun muss<br />

Wasser gespart werden, eine 70-prozentige<br />

Recyclingrate soll erreicht werden. „Wir haben<br />

eine Wasseraufbereitungsanlage, in der das<br />

gesamte in der Autoproduktion benutzte Wasser<br />

nach einer speziellen chemischen Behandlung<br />

in die Flüsse und Seen zurückgeleitet wird“,<br />

sagt Perpétuo. „Aber eine unserer Herausforderungen<br />

ist es, die beste Technologie zu<br />

finden, die, die es erlaubt, unser Wasser wieder<br />

zu verwenden – denn jeder weiß, dass Wasser<br />

eine natürliche Ressource ist, die in naher<br />

Zukunft knapp werden wird.“<br />

Marcelo Perpétuo möchte die Umwelt durch<br />

eine zweifache Strategie schützen: Investitionen<br />

und Sensibilisierung. In einem Land wie<br />

Brasilien, in dem viele Unternehmen und Einwohner<br />

dem Thema Umweltschutz noch<br />

passiv gegenüberstehen, werden Initiativen<br />

wie die in Taubaté zukünftig hoffentlich vermehrt<br />

ins Leben gerufen werden.<br />

Jacqueline Barbosa Ramos, 27, ist spezialisiert<br />

auf Umweltthemen. Zurzeit schreibt<br />

sie für die „Calepino Web Publishers“ in Rio<br />

de Janeiro.<br />

6<br />

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85


Mittelamerika<br />

Werk Puebla<br />

Moderne Technik macht in dem Werk im mexikanischen<br />

Puebla eine stärkere Nutzung von Brauchwasser aus<br />

einer Lagune möglich. Der Trinkwassereinsatz konnte<br />

so um ein Viertel reduziert werden. Durch eine Umkehrosmoseanlage<br />

gereinigt, kann das Lagunenwasser auch<br />

in der Lackiererei eingesetzt werden. Rund 16.000 Mitarbeiter<br />

produzieren die Modelle Golf Cabrio, Jetta, Sedan<br />

und New Beetle.<br />

Südamerika<br />

Werk Pacheco<br />

Im zweiten Halbjahr 1995 wurde mit dem Recycling von<br />

Industrieabfällen begonnen. Die Wiederverwertung betrifft<br />

Stoffe aus dem Bereich Logistik und aus der Lackiererei.<br />

Der Recyclingprozess wird von Behörden der<br />

Provinz Buenos Aires (Argentinien) kontrolliert. Ein Teil<br />

des bis Ende 2000 wiedergewonnenen Materials wurde<br />

verkauft, um Kosten zu decken. Ein anderer Teil wurde<br />

einer karitativen Einrichtung übergeben, die Möbelstücke<br />

für Schulen und Haushalte mit geringem Einkommen<br />

produziert. Gereinigte Lösemittel wurden anfangs<br />

verkauft und werden seit 1997 vom Werk selbst wieder<br />

verwendet. In Pacheco sind 2.400 Mitarbeiter beschäftigt.<br />

Wasserreinigung im Werk Puebla (Mexiko)<br />

Wasserreinigung im Werk Puebla (Mexiko)<br />

Werk Córdoba<br />

Im Oktober 2000 wurde das Umweltmanagement<br />

im argentinischen Werk Córdoba nach<br />

ISO 14001 zertifiziert. Außerdem wurden fast<br />

300 neue Bäume auf dem Werksgelände gepflanzt.<br />

Jedes Jahr werden einheimische<br />

Baumarten im Werk gepflanzt, und jeder<br />

Baumbesitzer verpflichtet sich, „seinen“ Baum<br />

zu pflegen. Grundschulklassen, die zu Umweltveranstaltungen<br />

ins Werk geladen werden,<br />

bekommen einen Baum für ihre Schule geschenkt.<br />

In Córdoba werden Getriebe, Motoren-<br />

und Fahrzeugkomponenten gefertigt.<br />

Werk São Carlos<br />

Das brasilianische Motorenwerk São Carlos<br />

erhielt 1997, als erster <strong>Volkswagen</strong>-Standort<br />

überhaupt, ein nach ISO 14001 zertifiziertes<br />

Umweltmanagementsystem. Das Werk fördert<br />

den „Parque Ecologico de São Carlos“, der<br />

speziell Tieren der brasilianischen Cerrado-<br />

Steppe neuen Lebensraum bietet. Dazu gehört<br />

auch das Projekt „Lobo Guará“. Der vom Aussterben<br />

bedrohte Guará-Wolf ist die meistgeförderte<br />

Spezies.


Fertigung im Werk Uitenhage (Südafrika)<br />

Werk Resende<br />

Ende <strong>2001</strong> wird das brasilianische Werk nach der Norm<br />

ISO 14001 zertifiziert sein. Eine interne Umweltkommission<br />

veranstaltete dazu ein aufwendiges Schulungsprogramm<br />

für alle Mitarbeiter. Informiert wurde über das<br />

Umweltmanagement, über Details zu ISO 14001 und<br />

über das Abfall- und Entsorgungsprogramm. Es gibt im<br />

Werk eine Abfallsortierung, der Gebrauch wieder aufladbarer<br />

Batterien ist üblich, und die Wartungs- und<br />

Reinigungsprozesse wurden optimiert. In Resende<br />

werden Lkw und Busse hergestellt.<br />

Werk Curitiba<br />

Das vordringlichste Ziel auf dem Gebiet der Umweltaktivitäten<br />

ist für den erst im Jahr 1999 gegründeten<br />

Standort Curitiba in Brasilien das Zertifikat nach ISO<br />

14001. Boden, Grundwasser und Oberflächenwasser<br />

werden regelmäßig analysiert, um die Einhaltung der<br />

Grenzwerte sicherzustellen. Im Jahr <strong>2001</strong> wurde ein<br />

Abfallmanagement eingeführt, um die Verwertungsquote<br />

systematisch zu erhöhen. Außerdem wurde eine<br />

Dienstleistungsfirma mit der Überwachung der Fauna<br />

in der Umgebung der Fabrik beauftragt. Im Werk<br />

Curitiba in São José dos Pinhais werden die Modelle<br />

Golf und Audi A3 hergestellt.<br />

Wasserprobe im Werk Curitiba (Brasilien)<br />

Standorte und Reportagen<br />

Produktion & Standorte<br />

Werk Anchieta<br />

Seit der Gründung des brasilianischen Werks<br />

im Jahr 1957 wird konsequent auf den Schutz<br />

der Umwelt geachtet. Seit kurzem ist die<br />

Dekontaminierung der ehemaligen Galvanikanlage<br />

abgeschlossen. Gefährliche Stoffe<br />

wurden neutralisiert und wieder verwendbare<br />

Materialien recycelt. Außerdem kann nach<br />

einer Modifizierung der Härteanlage auf umweltschädliche<br />

Härtesalze verzichtet werden.<br />

In Anchieta produzieren 18.200 Mitarbeiter<br />

Fahrzeuge und Motoren.<br />

Afrika<br />

Werk Uitenhage<br />

Beim Aufbau des Umweltmanagementsystems<br />

spielten Sensibilisierung und Information der<br />

Mitarbeiter eine herausragende Rolle. Dazu<br />

wurden Schulungen, Broschüren, Plakataktionen<br />

und auch Schauspiel eingesetzt. Das Werk<br />

in Südafrika wurde im Juli 2000 nach ISO 14001<br />

zertifiziert. Die umweltrelevanten Schwerpunkte<br />

liegen bei der Abwasserreinigung und<br />

dem Recycling. Darüber hinaus werden soziale<br />

Einrichtungen, wie Waisenhäuser für Straßenkinder,<br />

unterstützt. 5.400 Beschäftigte fertigen<br />

die Modelle Golf und Transporter T3 sowie<br />

Komponenten für den gesamten Konzern.<br />

Asien<br />

Werk Changchun<br />

In Changchun im Nordosten Chinas entstand<br />

1991 mit der FAW-<strong>Volkswagen</strong> Automotive<br />

Company ein chinesisch-<strong>deutsch</strong>es Automobil-Jointventure.<br />

Das Unternehmen hat<br />

eine Tageskapazität von etwa 600 Fahrzeugen<br />

sowie 1.080 Motoren und 720 Getrieben. Der<br />

aktuelle Schwerpunkt im Umweltschutz ist<br />

die Zertifizierung nach ISO 14001, die voraussichtlich<br />

im September <strong>2002</strong> abgeschlossen<br />

sein wird.<br />

6<br />

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87


Der Mensch lebt nicht vom Auto allein<br />

Shanghai <strong>Volkswagen</strong> setzt auf moderne Umwelttechnik<br />

Eine Reportage von Huo Yongzhe<br />

Der erste Eindruck ist Staunen. Da stehen ja Zehntausende<br />

von Autos auf dem Werksparkplatz. Nichts Außergewöhnliches,<br />

meinen Sie? Doch, schon. Denn wir sind<br />

in einem Land mit einem Bruttosozialprodukt von gerade<br />

einmal 720 Euro pro Einwohner. In dem Fahrräder das<br />

Straßenbild dominieren und nach wie vor das Transportmittel<br />

Nummer eins sind. Aber hier ist alles ganz<br />

anders. Willkommen bei Shanghai <strong>Volkswagen</strong>.<br />

„Bei uns in Anting gibt es mehr<br />

Autos als Fahrräder …“<br />

„Bei uns in Anting gibt es mehr Autos als Fahrräder“,<br />

charakterisiert Fan Zhengyuan seine Heimatstadt vor<br />

den Toren von Chinas führender Wirtschaftsmetropole.<br />

Bei Shanghai <strong>Volkswagen</strong> (SVW) bekommt jeder Mitarbeiter<br />

einen Kredit, damit er sich wenigstens einen Santana<br />

leisten kann. Fan ist Chauffeur bei <strong>Volkswagen</strong> und hat<br />

mich vom Flughafen abgeholt. „Die Autos bringen uns<br />

eine Menge Annehmlichkeiten“, lächelt Fan.<br />

Drei Stufen für die Umwelt<br />

Auch der zweite Eindruck ist Staunen. Bäume und<br />

Blumen auf einem Werksgelände ist man von staatlichen<br />

Fabriken in China nicht gewohnt. Shanghai<br />

<strong>Volkswagen</strong> unternimmt bereits seit Jahren Maßnahmen<br />

zum Umweltschutz, um die Belastung der Umwelt<br />

durch das schnelle Wirtschaftswachstum so<br />

gering wie möglich zu halten. „Wir haben ein<br />

dreistufiges Kontrollsystem aufgebaut, für das<br />

die Geschäftsführung verantwortlich ist“,<br />

erläutert Reinhard Katzer, Leiter der Planung,<br />

das betriebsinterne Umweltmanagement.<br />

Zunächst muss jeder neue Mitarbeiter erst<br />

einmal an einem Umweltseminar teilnehmen.<br />

Außerdem wurde eine Taskforce gebildet, die<br />

die Umweltschutzbemühungen überwacht. Sie<br />

ist dem Management gegenüber direkt verantwortlich.<br />

„Und in jeder Abteilunggibt es einen


Verantwortlichen für Umweltschutz“, sagt Zhang<br />

Zhengxiang. Er ist Mitglied der ISO-14000-Arbeitsgruppe.<br />

„1997 wurde unser Umweltmanagementsystem nach der<br />

Norm ISO 14001 zertifiziert, und seitdem wird eine<br />

jährliche Auditierung durchgeführt. Mittlerweile<br />

investieren wir etwa 50 Millionen Yuan (ca. 6,7 Millionen<br />

Euro) pro Jahr in den Umweltschutz. So haben wir<br />

unter anderem FCKW aus Fabrik und Produkten verbannt,<br />

die Lackiererei auf bleifreie KTL und chromfreie Passivierung<br />

umgestellt, Wärmerückgewinnungs- und Abluftreinigungsanlagen<br />

installiert sowie eine moderne Steuerungszentrale<br />

für die Abwassertechnik eingerichtet.“<br />

„Nach Einführung der Umweltschutzmaßnahmen<br />

durch SVW kehrten auch die Fische zurück“<br />

Nach einer Vorreinigung wird das Abwasser – etwa sechs<br />

Millionen Kubikmeter pro Jahr für alle fünf Werke von<br />

SVW – in die städtische Kläranlage geleitet.<br />

„Nach Einführung der Umweltschutzmaßnahmen<br />

durch SVW kehrten auch die Fische zurück“, lobt Herr<br />

Shi. Der langjährige Mitarbeiter erinnert sich, dass in<br />

dem Fluss, der durch die kleine Industriestadt Anting<br />

fließt, fast keine Fische mehr schwammen. Mit Umbau<br />

des Fahrzeugwerks 1, das vor 16 Jahren von der Shanghai<br />

Tractor and Automobile Corporation in die Shanghai<br />

<strong>Volkswagen</strong> Ltd. eingebracht wurde, wird dort neben<br />

modernster Fertigungstechnologie auch der europäische<br />

Umweltstandard integriert. So wird z. B. die neue<br />

Lackiererei auf den Einsatz von Wasserlacktechnik<br />

vorbereitet, um mit Verfügbarkeit von Wasserlacken auf<br />

dem chinesischen Markt auf diese umweltfreundliche<br />

Technologie umsteigen zu können. In dieser Fertigungsstätte<br />

wird seit Januar <strong>2002</strong> der neue Polo produziert.<br />

Steuervorteil für Euro 2<br />

Auch Dr. Andreas Bastian, im Büro Peking der <strong>Volkswagen</strong><br />

Group China verantwortlich für die Bereiche Technologie<br />

und Umweltschutz, ist zuversichtlich: „Die chinesische<br />

Regierung ist sich der Wichtigkeit des Umweltschutzes<br />

durchaus bewusst. Im Rahmen einer breit angelegten<br />

Offensive zur Verbesserung der Luftqualität werden<br />

Fahrzeuge, die die Euro-2-Abgasnorm erfüllen, steuer-<br />

Standorte und Reportagen<br />

Produktion & Standorte<br />

lich gefördert, und ab 2004 soll diese Abgasnorm<br />

landesweit gelten. Ziel ist es, im Jahr<br />

2010 mit den westlichen Industrienationen<br />

gleichzuziehen.“ Diese ehrgeizigen Ziele<br />

unterstützt Shanghai <strong>Volkswagen</strong> mit Rat und<br />

Tat. So erfüllt die gesamte Modellpalette von<br />

SVW bereits heute mindestens die Euro-2-Abgasnorm,<br />

zurzeit laufen aber auch schon<br />

Fahrzeuge mit der Euro-4-Norm bei SVW an.<br />

Saubere Autos aus sauberen Fabriken<br />

SVW verpflichtet sich, die herkömmlichen<br />

Umweltschutzmaßnahmen von Grund auf zu<br />

ändern, und setzt nicht mehr auf „End-of-<br />

Pipe-Lösungen“. Die Ursachen von Abfall<br />

und Verschmutzung werden direkt an ihrem<br />

Ursprung bekämpft. „Geschätzte drei Millionen<br />

Yuan sparen wir jährlich allein durch<br />

Recycling innerhalb unserer Produktionsprozesse<br />

ein“, erzählt Thomas Knott, Leiter der<br />

Produktentwicklung.<br />

Auch zum Thema Nachhaltigkeit leistet<br />

Shanghai <strong>Volkswagen</strong> einen kleinen Beitrag:<br />

Das in Asien heiß diskutierte Thema Abholzung<br />

von Wäldern für Einmal-Essstäbchen wurde<br />

aufgegriffen. In allen Kantinen von SVW<br />

werden nur noch „Mehrweg-Stäbchen“ verwendet.<br />

Neben der Schonung von Ressourcen<br />

und der Vermeidung von Abfall stellt diese<br />

Maßnahme eine finanzielle Einsparung von<br />

jährlich 700.000 Yuan (ca. 92.000 Euro) dar.<br />

Saubere Autos aus sauberen Fabriken – mit<br />

dieser Philosophie will Shanghai <strong>Volkswagen</strong><br />

dazu beitragen, dass der Siegeszug des Pkw in<br />

China nicht auf Kosten der Umwelt und der<br />

Gesundheit der Bevölkerung und damit zu<br />

Lasten künftiger Generationen stattfindet.<br />

Huo Yongzhe, 27, ist seit drei Jahren<br />

Wirtschaftsredakteur bei der Zeitung<br />

„China Daily“ und lebt in Peking.<br />

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Offenes Geheimnis<br />

Umweltdaten der Marke <strong>Volkswagen</strong><br />

Was verbirgt sich eigentlich hinter den Begriffen verbrauchsarme<br />

Antriebstechnik, Leichtbaumaterialien<br />

und intelligente Elektronik eines innovativen Produktes<br />

wie der Lupo 3L TDI? Der gemeinsame Nenner bei allen<br />

lautet: komplexe Fertigungstechnologien. Ein Fahrzeug<br />

kann anhand klarer Parameter wie Schadstoffausstoß,<br />

Fahrgeräusch oder Kraftstoffverbrauch beurteilt werden.<br />

Fertigungsstandorte lassen sich nicht nach diesem<br />

einfachen Notenprinzip einordnen. Die Medien- und<br />

Finanzwelt, die Versicherungsbranche und auch Gutachter<br />

und Beratungsinstitute haben ein Interesse an<br />

objektiven Informationen, um Benchmarkingstudien,<br />

Risikoermittlungen und Rankings durchführen zu<br />

können. Nicht zuletzt wollen sich die betroffenen Unternehmen<br />

an aussagekräftigen Steuerungsgrößen orientieren.<br />

Nur mit deren Hilfe lassen sich effektive Umweltschutzaktivitäten<br />

entwickeln.<br />

Mit welchen Bewertungsinstrumenten lässt sich aber<br />

überprüfen, ob die Umwelt optimal geschützt wird?<br />

Eine Möglichkeit besteht darin, Umweltleistungskennzahlen<br />

zu bewerten. <strong>Volkswagen</strong> hat sich gegen diese<br />

Methode entschieden: Es ist zweifelhaft, ob die mit ihr<br />

Verfahrensanweisungen<br />

23-KEFUW-01 – Durchführung von Umweltbetriebsprüfungen<br />

23-KEFUW-02 – Koordination der Umweltschutzbeauftragten<br />

erhaltenen Ergebnisse aussagekräftig genug<br />

sind. Andere Ansätze, das zeigt die Erfahrung,<br />

liefern bessere Ergebnisse, wie im Folgenden<br />

ausgeführt wird.<br />

An welchen Maßstäben orientiert<br />

sich <strong>Volkswagen</strong>?<br />

Da ist zunächst die Umweltpolitik des Unternehmens.<br />

Hinter ihr stehen sowohl das<br />

Management als auch die Mitarbeiter. Dies<br />

ist eine wichtige Voraussetzung für ein erfolgreiches<br />

Umweltmanagement. Aus der Umweltpolitik<br />

leiten sich interne Verfahrensanweisungen<br />

sowie Normen und Rahmenbedingungen<br />

für Zulieferer ab. Dies sind wichtige<br />

Elemente, wenn der Umweltschutz kontinuierlich<br />

verbessert werden soll.<br />

Auf diesem Wege hat <strong>Volkswagen</strong> als weltweit<br />

agierendes Unternehmen Umweltstandards<br />

für alle Standorte eingeführt. Nicht zuletzt<br />

orientiert sich <strong>Volkswagen</strong> an den neuesten<br />

Technologie- und Prozessentwicklungen.<br />

23-KEFUW-03 – Erstellung von Berichten zum fertigungsbezogenen Umweltschutz<br />

23-KEFUW-04 – Planen von Umweltschutzinvestitionen<br />

23-KEFUW-05 – Bildung und Verwaltung von Rückstellungen für Umweltrisiken<br />

23-KEFUW-06 – Ablauf von Planungsvorhaben in der Umweltplanung<br />

23-KEFUW-07 – Durchführung von Altlastensanierungs- und Altlastensicherungsmaßnahmen<br />

23-KEFUW-08 – Durchführung von Genehmigungsverfahren im Umweltschutz<br />

23-KEFUW-09 – Leitlinien zur Erstellung der Umwelterklärung<br />

23-KEFUW-10 – Ermittlung von Input-/Output-Daten für die Erstellung einer Umwelterklärung<br />

…<br />

…<br />

Auszug aus dem Register der internen Verfahrensanweisungen


Auf diesem Gebiet gewinnt die Planung von Fertigungstechnologien<br />

nach dem in Europa eingeführten Begriff<br />

„beste verfügbare Technik“ an Bedeutung.<br />

Welche Steuerungsinstrumente stehen <strong>Volkswagen</strong><br />

zur Verfügung?<br />

Im Rahmen der Durchführung von Öko-Audits – als<br />

einem wichtigen Baustein des Umweltmanagements –<br />

sind in der Vergangenheit konkrete Maßnahmen eingeleitet<br />

worden, um die Umweltsituation in Zusammenarbeit<br />

mit den verantwortlichen Betreibern umweltrelevanter<br />

Anlagen zu verbessern. Die Kommunikation<br />

zwischen Umweltschutzbeauftragten, den Mitarbeitern<br />

der Fertigung und dem Management hat sich als sehr<br />

effektiv erwiesen und garantiert den notwendigen<br />

Wissenstransfer.<br />

Zur Verbesserung des Informationsaustausches im<br />

Umweltschutz finden regelmäßige Arbeitstreffen auf<br />

Fachebene statt. Der kontinuierliche Erfahrungsaustausch<br />

der Umweltschutzbeauftragten aus den Werken<br />

ermöglicht es, innerhalb des Unternehmens gemeinsam,<br />

strategisch und wohl abgestimmt vorzugehen. Die<br />

getroffenen Entscheidungen werden durch Managementreviews<br />

im Vorstand abgesichert.<br />

Umweltprogramm und -ziele des Öko-Audits 2000<br />

Ziel<br />

Verbesserung der Grundlage<br />

umweltrelevanter Daten<br />

Verbesserung der<br />

Umweltschutztechnik<br />

Werk Wolfsburg,<br />

Auszug aus dem Umweltprogramm 2000<br />

Umweltdaten Produktion & Standorte<br />

Welche Kontrollinstrumente benutzt<br />

<strong>Volkswagen</strong>?<br />

Natürlich dienen die internen Audits auch<br />

als Kontrolle. Ihre Ergebnisse werden regelmäßig<br />

ausgewertet und daraus Maßnahmen<br />

entwickelt, die wiederum in den Steuerungsprozess<br />

einfließen. Ein weiteres Kontrollinstrument<br />

ist die Bewertung von Lieferanten<br />

unter ökologischen Aspekten. Zusätzlich wird<br />

die Herstellungskette des Produktes bilanziert.<br />

Dies ermöglicht den Einblick in die<br />

Zusammensetzung der Materialien, die einerseits<br />

in der Fertigung verarbeitet, andererseits<br />

durch das Altfahrzeugrecycling wieder<br />

getrennt werden müssen.<br />

Maßnahmen Termin<br />

Erweiterung der EDV-Datenbank LIMS (Laborinformationssystem),<br />

Erhöhung des Füllgrades an Daten<br />

Einführung der zweiten Ausbaustufe des Datenverarbeitungsprogramms<br />

für die Abfallwirtschaft<br />

Aufbau eines Altlastenexpertensystems<br />

Verbesserung der Datengrundlage zur Beurteilung von Lieferteilen<br />

Quantitative und qualitative Aufnahme der Emissionen nicht genehmigungsbedürftiger<br />

umweltrelevanter Anlagen<br />

Immissionsuntersuchung im Umfeld des Werks<br />

Neubau einer zusätzlichen Schlussfiltration in der Biologie West, zur<br />

Reduzierung des CSB-Gehalts von 160 auf 128 mg/l<br />

<strong>2002</strong><br />

<strong>2001</strong><br />

<strong>2002</strong><br />

<strong>2002</strong><br />

2003<br />

2003<br />

<strong>2002</strong><br />

6<br />

90<br />

91


Weiterhin wird der Umweltschutz auch dadurch kontinuierlich<br />

verbessert, dass auf Grundlage der bestehenden<br />

Umweltpolitik die Elemente Steuerung und Kontrolle<br />

sowie deren Zusammenspiel ständig optimiert werden.<br />

<strong>Volkswagen</strong> setzt auch hier die Maßstäbe für die Beurteilung<br />

der Umweltleistung seiner Standorte. Viele<br />

Consultingunternehmen unterstützen inzwischen diese<br />

Vorgehensweise durch entsprechende Inhalte in ihren<br />

Fragebogen.<br />

Warum ermittelt <strong>Volkswagen</strong> umweltrelevante Daten?<br />

<strong>Volkswagen</strong> ermittelt einen betriebswirtschaftlich vertretbaren<br />

Umfang an Umweltdaten aus den Standorten<br />

gemäß internen Definitionen und Begriffsbestimmungen.<br />

Die Daten werden in Umwelterklärungen, Umweltund<br />

Geschäftsberichten veröffentlicht. Behörden und<br />

Landesämter benötigen sie im Rahmen des Umweltstatistik-<br />

und Umweltinformationsgesetzes. Des Weiteren<br />

dient die Ermittlung von Umweltdaten als Kontrollinstrument<br />

für Emissionen in Luft, Wasser und Boden.<br />

Aufgrund der Zunahme der globalen Auswirkungen von<br />

menschlichen Eingriffen in die Umwelt ist die internationale<br />

Abstimmung von Maßnahmen und Standardisierungen<br />

auf dem Gebiet des Umweltschutzes erforderlich.<br />

So bemüht sich beispielsweise der World Business Council<br />

Werk Palmela, Portugal, Paulo Baptista (Umweltschutzbeauftragter).<br />

Blick in die Leitzentrale der Lackiererei, wo umweltrelevante Daten<br />

erfasst werden.<br />

SAM Research<br />

Corporate Sustainability Assessment Questionnaire <strong>2001</strong><br />

Auto Manufacturers<br />

Environmental charters<br />

Does your company have worldwide minimum environmental<br />

standards that apply to all facilities and<br />

subsidiaries?<br />

Has your company signed environmental charters,<br />

or is it committed to the principles of sustainability<br />

councils/coalitions?<br />

Environmental management system<br />

The implementation of an Environmental<br />

Management System is<br />

• completed for units generating ..........% of total revenues<br />

This management system is certified according to:<br />

• ISO 14'001<br />

•EMAS<br />

Environmental performance<br />

Does your company evaluate the environmental<br />

performance of its products (life cycle assessment,<br />

ecobalance)?<br />

Environmental reporting<br />

Does your company publicly provide information on its<br />

environmental activities?<br />

Auszug aus einem typischen Umweltfragebogen<br />

for Sustainable Development (WBCSD) gemeinsam<br />

mit dem World Ressources Institute<br />

(WRI), ein globales Treibhausgasinventar<br />

(Greenhouse Gas Inventory) zu entwickeln. An<br />

dieser Forschung beteiligt sich <strong>Volkswagen</strong> im<br />

Rahmen eines Road-Tests, insbesondere vor<br />

dem Hintergrund, dass möglicherweise CO2- Emissionsmärkte (Carbon Trading Markets)<br />

eingeführt werden könnten.<br />

Alle diese Maßnahmen zielen darauf ab, die<br />

aktuelle Umweltsituation möglichst genau zu<br />

beschreiben. Länder- und Staatengemeinschaften<br />

sind so in der Lage, politische Vereinbarungen<br />

zum Umweltschutz zu treffen.<br />

Wir arbeiten daran, die Erfassung und Dokumentation<br />

von Umweltdaten auf unsere globalen<br />

Standorte auszuweiten. Daher wurde die<br />

Kommunikation mit den Werken in Südamerika,<br />

Südafrika, Mexiko und China intensiviert.


Unser Ziel ist es, die internationalen Standorte der<br />

Marke <strong>Volkswagen</strong> in den Informationsprozess zu<br />

integrieren. Die folgenden Schaubilder zeigen ausgewählte<br />

Umweltdaten der <strong>deutsch</strong>en und europäischen<br />

Frischwasser- und Abwassermengen (Deutschland)<br />

Frischwassermenge<br />

Abwassermenge<br />

m 3 /a in Tausend<br />

Quelle: VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong><br />

Frischwassermenge<br />

Abwassermenge<br />

12.000<br />

8.000<br />

4.000<br />

m 3 /a in Tausend<br />

16.000<br />

12.000<br />

8.000<br />

4.000<br />

1998 1999 2000<br />

Frischwasser- und Abwassermengen (Europa)<br />

Quelle: VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong><br />

1998 1999 2000<br />

Umweltdaten<br />

Produktion & Standorte<br />

<strong>Volkswagen</strong>-Standorte im Zeitverlauf. Ziel<br />

dieser Darstellung ist es, Trends zu ermitteln<br />

und nicht Einzeldaten zu interpretieren, da<br />

diese mit Unsicherheiten behaftet sind.<br />

Zu den Diagrammen Frisch- und Abwassermengen<br />

ist folgendes anzumerken:<br />

• Mit zunehmenden Produktionszahlen ist<br />

ein Anstieg der In- und Outputmengen<br />

verbunden.<br />

• Seit 1996 erfolgt die Ermittlung der Frischwassermengen<br />

auf Basis von Trinkwasser,<br />

Brunnenwasser und genutztem Regenwasser.<br />

Die Abwassermengen werden durch Abflussmessungen<br />

ermittelt. Die Menge der Verdunstung<br />

ist in der Bilanz nicht enthalten.<br />

Demzufolge kann anhand der dargestellten<br />

Mengen keine Bilanzierung erfolgen.<br />

• Die Zunahme der Differenz zwischen<br />

Frisch- und Abwassermenge der <strong>deutsch</strong>en<br />

Werke ist im Wesentlichen auf den Standort<br />

Wolfsburg zurückzuführen. Dort hat sich<br />

durch einen Schaden im Frischwasserversorgungssystem<br />

und durch die messtechnisch<br />

nicht erfasste Ableitung eines Starkregens<br />

allein im Jahr 2000 eine Differenz<br />

von ca. 1 Million Kubikmetern ergeben. Für<br />

das relativ hohe Abwasseraufkommen im<br />

Jahr 1998 war ebenfalls ein außergewöhnlich<br />

hoher Niederschlag verantwortlich. Dieser<br />

wurde aber im Gegensatz zum Jahr 2000<br />

gemessen.<br />

6<br />

92<br />

93


Gewerbeabfälle (Deutschland)<br />

Gewerbeabfall zur Verwertung<br />

Gewerbeabfall zur Beseitigung<br />

Gesamtmenge Gewerbeabfall<br />

Gewerbeabfall zur Verwertung<br />

Gewerbeabfall zur Beseitigung<br />

Gesamtmenge Gewerbeabfall<br />

Sonderabfall zur Verwertung<br />

Sonderabfall zur Beseitigung<br />

Gesamtmenge Sonderabfall<br />

t/a in Tausend<br />

Quelle: VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong><br />

Gewerbeabfälle (Europa)<br />

t/a in Tausend<br />

Quelle: VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong><br />

100<br />

Sonderabfälle (Deutschland)<br />

80<br />

60<br />

40<br />

20<br />

t/a in Tausend<br />

Quelle: VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong><br />

80<br />

60<br />

40<br />

20<br />

80<br />

60<br />

40<br />

20<br />

1998 1999 2000<br />

1998 1999 2000<br />

1998 1999 2000<br />

Aufgrund unterschiedlicher internationaler<br />

Definitionen von Abfallarten und Abgrenzungen<br />

von Begrifflichkeiten wie z. B. „Verwertung/Beseitigung“<br />

oder „Produkt/Abfall“ hat<br />

<strong>Volkswagen</strong> zur statistischen Vereinheitlichung<br />

der Daten 1998 eigene, weltweit im<br />

Konzern gültige Begriffe eingeführt.<br />

Diese eigenen Definitionen orientieren sich<br />

weitgehend an <strong>deutsch</strong>en und europäischen<br />

Standards, machten jedoch eigene hier verwendete<br />

Begrifflichkeiten wie „Gewerbe- und<br />

Sonderabfälle“ erforderlich, wobei der Begriff<br />

„Sonderabfall“ für die höhere Umweltrelevanz<br />

dieser Abfallgruppe steht.<br />

Um die Abfallstatistiken der Produktion von<br />

Standorten korrekt wiederzugeben, hat sich<br />

<strong>Volkswagen</strong> dazu entschieden, die Abfälle, die<br />

im Rahmen von Bauaktivitäten entstehen,<br />

herauszunehmen. Es handelt sich um sporadisch<br />

anfallende Abfälle, wie z.B. Bauschutt<br />

und Bodenaushub.


Sonderabfälle (Europa)<br />

Sonderabfall zur Verwertung<br />

Sonderabfall zur Beseitigung<br />

Gesamtmenge Sonderabfall<br />

t/a in Tausend<br />

Quelle: VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong><br />

CO 2 aus eigener<br />

Energieerzeugung<br />

CO 2 aus eigener<br />

Energieerzeugung<br />

100<br />

80<br />

60<br />

40<br />

20<br />

t/a in Tausend<br />

300<br />

200<br />

100<br />

t/a in Tausend<br />

500<br />

400<br />

300<br />

200<br />

100<br />

1998 1999 2000<br />

CO 2-Emissionen aus eigener Energieerzeugung<br />

(Deutschland)<br />

Quelle: VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong><br />

1998 1999 2000<br />

CO 2-Emissionen aus eigener Energieerzeugung<br />

(Europa)<br />

Quelle: VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong><br />

1998 1999 2000<br />

Umweltdaten<br />

Produktion & Standorte<br />

Die auffällige Steigerung der Sonderabfallmengen<br />

für Europa von 1999 bis 2000 ist insbesondere<br />

auf die Berücksichtigung von in<br />

den Vorjahren 1998 und 1999 noch nicht erfassten<br />

Standorten (z.B. Palmela) sowie auf<br />

Produktionssteigerungen und die Erhöhung<br />

der Produktionstiefe in den Auslandswerken<br />

zurückzuführen.<br />

Kohlendioxid(CO2)-Emissionen entstehen<br />

durch Verbrennungsprozesse am Standort und<br />

indirekt durch externen Bezug von Elektroenergie<br />

und Fernwärme. Die durch Fremdenergie<br />

freigesetzten CO2-Emissionen können je<br />

nach Versorgungsstruktur des Standortes<br />

einen erheblichen Anteil der CO2-Gesamt emissionen ausmachen. Sie betragen beispielsweise<br />

etwa 75 Prozent der gesamten CO2- Emissionen des Standortes Zwickau/Mosel.<br />

Bei der Ermittlung der gesamten CO2-Emis sionen wurde der in Deutschland gültige<br />

Energiemix zugrunde gelegt. In den Diagrammen<br />

werden nur die CO2-Emissionen dargestellt,<br />

die durch direkt am Standort verursachte<br />

Verbrennungsprozesse entstanden sind.<br />

6<br />

94<br />

95


96<br />

97<br />

Energienutzung (Deutschland)<br />

Gesamtenergie<br />

Davon Eigenerzeugung<br />

MWh/a in Tausend<br />

Quelle: VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong><br />

8.000<br />

6.000<br />

4.000<br />

2.000<br />

1998 1999 2000<br />

Die eingesetzten Energieträger sind im Wesentlichen<br />

Erdgas zur Produktion sowie Erdgas zur Erzeugung von<br />

technischer Wärme und Raumwärme, Kraftstoffe für die<br />

Produktion und Elektroenergie. Der Fremdbezug von<br />

Energie aus externen Kraftwerken macht einen großen<br />

Teil der Gesamtenergiemenge aus.<br />

Energienutzung (Europa)<br />

Gesamtenergie<br />

Davon Eigenerzeugung<br />

MWh/a in Tausend<br />

Quelle: VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong><br />

Organische Stoffe–VOC (Deutschland) Organische Stoffe–VOC (Europa)<br />

Organische Stoffe–VOC<br />

(Volatile Organic Compounds)<br />

t/a in Tausend<br />

6<br />

4<br />

2<br />

1998 1999 2000<br />

Die Entwicklung der VOC-Emissionen in Europa verläuft<br />

im Wesentlichen analog zu den produzierten Fahrzeugen.<br />

Bei den lösemittelarmen Basislacken beträgt<br />

der durchschnittliche Lösemittelanteil etwa 15 Prozent.<br />

Der tatsächliche Lösemittelanteil variiert je nach<br />

Farbwahl.<br />

Organische Stoffe–VOC<br />

(Volatile Organic Compounds)<br />

Quelle: VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong> Quelle: VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong><br />

8.000<br />

6.000<br />

4.000<br />

2.000<br />

t/a in Tausend<br />

Kontakt:<br />

VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong><br />

Umweltplanung Produktion/Standorte<br />

Günter Sager<br />

Brieffach 1897<br />

38436 Wolfsburg<br />

Telefon (05361) 9-28066<br />

12<br />

8<br />

4<br />

1998 1999 2000<br />

1998 1999 2000


Partner & Projekte<br />

5<br />

6<br />

7


Mit Brief und Siegel<br />

Umweltschutz im Kundenservice<br />

<strong>Volkswagen</strong> liegt der Umweltschutz bei seinen Autohändlern<br />

genauso am Herzen wie der in der Produktion.<br />

Die Kunden des Unternehmens sollen nicht nur vom<br />

Service der Autohäuser überzeugt sein, sondern sich<br />

auch darauf verlassen können, dass der Umweltschutz<br />

in alle Arbeitsprozesse mit einbezogen ist. Diese Bestrebungen<br />

gelten nicht nur in Deutschland. So hat <strong>Volkswagen</strong><br />

einen internationalen Standard erarbeitet, auf<br />

dessen Grundlage regelmäßig Umweltschutzbelange im<br />

weltweiten Einzelhandel geprüft und Anleitungen zur<br />

Verbesserung gegeben werden. Dieser Standard ist fest<br />

in das Qualitätsmanagementsystem des Konzerns<br />

integriert.<br />

Natürlich profitieren die Autohändler weiterhin von dem<br />

bewährten Projekt „VW/Audi Beratungsservice Umweltschutz“<br />

und arbeiten mit dem dreibändigen Umwelthandbuch.<br />

Dieser Service ist eine Leistung, die im<br />

Auftrag von <strong>Volkswagen</strong> von den Firmen DEKRA, LUEG<br />

Umweltschutz und TÜV vor Ort durchgeführt wird. Die<br />

Händler werden ausführlich zu Themen des betrieblichen<br />

Umweltschutzes beraten und bekommen so fachkundige<br />

Hilfe bei der Umsetzung der Umweltgesetzgebung.<br />

Seinen Kunden gegenüber kann ein Betrieb sein besonderes<br />

Umweltengagement durch eine Urkunde und ein<br />

Umweltsiegel demonstrieren. Wer alltägliche Hilfe und<br />

Tipps zum Umweltschutz sucht, findet sie im Handbuch<br />

„Umweltschutz und Entsorgungspraxis im Service-<br />

Betrieb“, das über die gesamte Bandbreite dieser ThemenbereicheAuskunft<br />

gibt.<br />

Kontakt:<br />

VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong><br />

Kundendienst Produkttechnik<br />

Manfred Fischer<br />

Brieffach 1947<br />

38436 Wolfsburg<br />

Telefon (05361) 9-28063<br />

Abfallfraktionen der kostenlosen<br />

Rücknahme durch <strong>Volkswagen</strong><br />

Airbag/Gurtstraffer<br />

Altreifen<br />

Batterien<br />

Bremsflüssigkeit<br />

Kühlerschutzmittel<br />

Kunststoffmischfraktion I<br />

Kraftstoffbehälter<br />

Radzierblenden<br />

Kühlerschutzgitter<br />

Schloss- und Montageträger<br />

Luftfilter<br />

Öl- und Kraftstofffilter<br />

Radhausschalen<br />

Stoßfänger<br />

Stoßdämpfer<br />

Verbundglas<br />

Verpackungen<br />

Holz, nicht verunreinigt<br />

Kunststoffgebinde, restentleert<br />

Metallgebinde, restentleert<br />

Pappe, Papier, Kartonagen<br />

PE-Folien<br />

Schaumstoff<br />

Styropor<br />

Spraydosen<br />

(Stand 07/<strong>2001</strong>)


Wir stehen zu unserem Wort<br />

Im Rahmen des Projektes „Werkstattentsorgung“, also<br />

der kostenlosen Rücknahme von Abfällen aus den Servicebetrieben,<br />

hat <strong>Volkswagen</strong> das Spektrum der zurückgenommenen<br />

Abfallfraktionen um zehn Verpackungsmaterialien<br />

erweitert. Nach Kühlerschutzmitteln wurde<br />

im Juli <strong>2001</strong> mit Bremsflüssigkeiten auch der zweite<br />

Recyclingkreislauf für Flüssigkeiten geschlossen: Jeder<br />

zurückgenommene Liter Bremsflüssigkeit wird aufbereitet<br />

und in einem zweiten Schritt vom Hersteller zu<br />

neuer Bremsflüssigkeit hoher Qualität verarbeitet. Das<br />

schont Ressourcen und vermeidet unnötige Abfallentsorgung.<br />

Robert Stipschitz<br />

Redaktion:<br />

Herr Stipschitz, wieso haben Sie<br />

sich zur Teilnahme am Öko-Audit<br />

entschlossen?<br />

Robert Stipschitz:<br />

„Der Gedanke war folgender:<br />

<strong>Volkswagen</strong> baut die umweltfreundlichsten<br />

Autos, und die<br />

Stipschitz GmbH will ein dazu<br />

passender Händler sein.“<br />

Umweltschutz im Kundenservice/Porträt Autohaus Stippschitz Partner & Projekte<br />

Das österreichische Autohaus Robert Stipschitz GmbH wurde im Jahr 2000 als erster<br />

Autohändler in Europa nach dem EG-Öko-Audit und ISO 14001 zertifiziert.<br />

Redaktion:<br />

Welche Vorteile haben sich für Ihr<br />

Unternehmen ergeben?<br />

Robert Stipschitz:<br />

„Vor allem Ersparnisse. Wir verbrauchen<br />

weniger Strom, weniger<br />

Wasser und weniger Lacke. Und<br />

wir haben die Energiekosten durch<br />

eine Solaranlage gesenkt. Mit der<br />

Anlage wird das Wasser geheizt.<br />

Nicht zu vergessen ist der große<br />

Imagegewinn in der Öffentlichkeit.“<br />

Aufbereitung von Kühlerschutzmittel und<br />

Bremsflüssigkeit bei der Firma NTL<br />

„Wir wollen ein umweltfreundlicher Händler sein“<br />

Redaktion:<br />

Wie hat Ihre Konkurrenz auf den<br />

Imagegewinn reagiert?<br />

Robert Stipschitz:<br />

„Ich habe von anderen Händlern<br />

sehr viele Anfragen bekommen,<br />

was wir alles für das Öko-Audit<br />

gemacht haben. Aber auch aus<br />

Wolfsburg kommen von Zeit zu<br />

Zeit Vertreter zu mir, um sich zu<br />

informieren.“<br />

7<br />

98<br />

99


Die Robert Stipschitz GmbH in Kürze<br />

• Standort südlich von Wien<br />

• 1961 von Robert Stipschitz gegründet<br />

• 160 Mitarbeiter<br />

• Erfolgreiche Begutachtung nach EMAS-<br />

Verordnung 1836/93/EWG und Zertifizierungsaudit<br />

nach ISO 14001<br />

(März 2000)<br />

Energiesparmaßnahmen<br />

• Abschaltung von 80% der Stromversorgung<br />

der Betriebsanlage um 19.00 Uhr<br />

• Temperaturregelung des Hochdruckreinigers<br />

(max. 55Grad Celsius)<br />

• Einbau einer Solaranlage für die<br />

Warmwasserversorgung des Hochdruckreinigers,<br />

die Warmwasseraufbereitung<br />

und einen Teil der Heizung<br />

• Optimierte Koordination der<br />

Lackieraufträge<br />

• Außenlichtgesteuerte Beleuchtung<br />

• Einbau von Bewegungsmeldern in<br />

wenig frequentierten Räumlichkeiten<br />

Redaktion:<br />

Nach drei Jahren wird Ihr Betrieb<br />

wieder überprüft. Welche Ziele<br />

wollen Sie bis dahin erreichen?<br />

Robert Stipschitz:<br />

„Wir wollen weiter Kosten und<br />

Emissionen reduzieren. Es gibt ein<br />

Paket mit verschiedenen Maßnahmen,<br />

die wir umsetzen werden.“<br />

• Reduktion des Spitzenlärmpegels um<br />

3 dB (A)<br />

• Reduktion der Lösemittelemission von<br />

1999 bis 2000 um 24%<br />

• Reduktion des Wasserverbrauchs pro<br />

Kfz von 0,218 Kubikmeter (1998) auf<br />

0,162 Kubikmeter (2000)<br />

• Reduktion des Gasverbrauchs für die<br />

Heizung im Zeitraum von 1999 bis<br />

2000 um 11% je Quadratmeter beheizter<br />

Fläche und um 5% pro durchgesetztes<br />

Fahrzeug in der Lackiererei<br />

• Reduktion des Gasverbrauchs pro<br />

durchgesetztes Fahrzeug um 30% von<br />

311 kWh (1997) auf 214 kWh (2000)<br />

• Reduktion des Gasverbrauchs pro<br />

lackiertes Fahrzeug um 26% von<br />

198 kWh (1998) auf 145 kWh (2000)<br />

• Seit 1998 entlasten wir die Umwelt um<br />

jährlich 50 Tonnen CO2 • Reduktion des gefährlichen Abfalls pro<br />

durchgesetztes Kfz von 1,7 Kilogramm<br />

(1998) auf 1,26 Kilogramm (2000)<br />

www.stipschitz.at<br />

Redaktion:<br />

Wie sieht Sparen durch Umweltschutz<br />

aus?<br />

Robert Stipschitz:<br />

„Viele Einsparungen kommen<br />

durch eine bessere Organisation.<br />

Wir haben nun Umweltschutzbeauftragte<br />

im Betrieb. Jeder ist<br />

für einen Bereich zuständig, und<br />

es werden laufend Verbesserungsvorschläge<br />

umgesetzt. Die Personalkosten<br />

sind dadurch nicht<br />

gestiegen.“<br />

Redaktion:<br />

Aber es sind doch Kosten auf Sie<br />

zugekommen?<br />

Robert Stipschitz:<br />

„Sicher, aber bis heute haben sich<br />

die Investitionen schon zu 55 Prozent<br />

amortisiert. Wir sparen jedes<br />

Jahr etwa 35.000 bis 70.000 Euro.“


Stabiler Kreislauf<br />

Die Umsetzung der Altauto-Richtlinie<br />

Aus der nationalen Umsetzung der EU-Altauto-Richtlinie<br />

in Deutschland ergibt sich für den Vertrieb die<br />

Aufgabe, ein flächendeckendes Rücknahme- und Verwerternetz<br />

aufbauen zu müssen. Nur dadurch wird es<br />

dem Letztbesitzer eines Wagens ermöglicht, sein Altfahrzeug<br />

bequem und kostenlos zurückgeben zu<br />

können.<br />

Derzeit verfügt <strong>Volkswagen</strong> in Deutschland über etwa<br />

1.600 autorisierte Annahmestellen. Darüber hinaus<br />

besteht durch die vertragliche Zusammenarbeit mit der<br />

Callparts System GmbH Zugang zu einem Netz von<br />

rund 40 zertifizierten Altautoverwertern. Gemeinsam<br />

mit dieser Gesellschaft soll dieses Netz auf 200 bis 250<br />

Vertragsverwerter erweitert werden. Bei ihnen werden<br />

die abgegebenen Altfahrzeuge entsprechend den Vorgaben<br />

des Gesetzgebers und des <strong>Volkswagen</strong>-Konzerns<br />

demontiert und die Materialien und Bauteile dem<br />

Recyclingprozess zugeführt. In den anderen EU-Staaten<br />

unterstützt die VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong> die Importeure beim<br />

Aufbau analoger Rücknahme- und Verwertungssysteme.<br />

Trockenlegung von Altfahrzeugen bei MAS Fahrzeugrecycling GmbH<br />

Porträt Autohaus Stipschitz/Umsetzung der Altauto-Richtlinie Partner & Projekte<br />

Ausbau von Gebrauchtteilen: Demontagelinie der Firma<br />

MAS Fahrzeugrecycling GmbH<br />

7<br />

100<br />

101


Mobile Intelligenz<br />

Das Forschungsprojekt INVENT<br />

Die Anforderungen an die Leistungsfähigkeit unseres<br />

Verkehrssystems sind in den letzten Jahren unaufhaltsam<br />

gestiegen und werden nach allen uns heute vorliegenden<br />

Prognosen auch langfristig weitere große Anstrengungen<br />

erfordern. Den dominierenden Anteil des Straßenverkehrs<br />

am Gesamtverkehr wird man auch in Zukunft trotz<br />

aller Bemühungen um Alternativen nicht wesentlich<br />

zurückführen können. Trotz zahlreicher Verbesserungsmaßnahmen<br />

in der Vergangenheit – beispielhaft seien<br />

hier nur die Forschungsprogramme PROMETHEUS und<br />

MOTIV genannt – gibt es noch immer viele Probleme des<br />

Straßenverkehrs, die dringend gelöst werden müssen.<br />

Nach einer Analyse des Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs<br />

(ADAC) sind zu 33 Prozent Unfälle, zu 31 Prozent<br />

Baustellen und zu 32 Prozent ein zu hohes Verkehrsaufkommen<br />

die Ursachen für Staus auf <strong>deutsch</strong>en Autobahnen.<br />

Den volkswirtschaftlichen Schaden bezifferte<br />

der ADAC im Herbst 1999 auf etwa 250 Millionen Euro<br />

täglich.<br />

Die im Juni <strong>2001</strong> von der Industrie und dem Bundesministerium<br />

für Bildung und Forschung (BMBF) gestartete<br />

Forschungsinitiative INVENT („Intelligenter Verkehr und<br />

nutzergerechte Technik“) will aus diesem Grund nun<br />

die „Intelligenz“ in Einzelfahrzeugen dazu nutzen, um<br />

den Verkehr der Zukunft sicherer und effizienter zu gestalten.<br />

Diese Ziele sind in Übereinstimmung mit dem<br />

vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im<br />

März 2000 vorgestellten Programm „Mobilität und Verkehr“<br />

formuliert. „Intelligente Fahrzeuge“ sollen Bestandteil<br />

eines intelligenten Verkehrsnetzes werden. Dieses<br />

soll vor und während der Fahrt durch Systeme mit<br />

durchgängiger Information über alle relevanten Verkehrsarten<br />

und darauf basierenden selbstorganisierenden<br />

Leit- und Steuerungsstrategien ermöglicht werden.<br />

Zukünftige Fahrzeuge werden leicht bedienbar sein,<br />

sich an die Leistungsfähigkeit des Nutzers anpassen<br />

und diesen bei seiner Fahraufgabe unterstützen und<br />

entlasten und damit die Verkehrssicherheit erhöhen.<br />

<strong>Volkswagen</strong> ist INVENT-Partner<br />

Wir arbeiten in der Forschungsinitiative<br />

INVENT mit anderen Automobilherstellern,<br />

Lieferanten, Elektronik- und IT-Firmen sowie<br />

vielen Universitäten und Forschungsinstituten<br />

zusammen. Das Gesamtbudget von rund 80<br />

Millionen Euro zeigt das Gewicht dieser Anstrengungen.<br />

Das BMBF fördert die Forschungsinitiative<br />

INVENT, die auf vier Jahre Laufzeit<br />

angelegt ist.<br />

INVENT gliedert sich in drei Projekte:<br />

• Fahrerassistenz, aktive Sicherheit (FAS)<br />

• Verkehrsmanagement 2010 (VM 2010)<br />

• Verkehrsmanagement in Transport<br />

und Logistik (VMTL)<br />

Im Projekt FAS untersuchen Forscher, wie<br />

Unfälle durch neue Systeme zur Erhöhung der<br />

aktiven Fahrzeugsicherheit vermieden werden<br />

können. Weitere Teilprojekte von FAS sind<br />

Stauassistenz, vorausschauende aktive Sicherheit,<br />

Fahrumgebungserfassung, Fahrerverhalten,<br />

die Interaktion zwischen Mensch und<br />

Maschine, verkehrliche Wirkungen sowie<br />

Recht und Akzeptanz.<br />

Ziel von VM 2010 ist es, die Leistungsfähigkeit<br />

des Verkehrs zu erhöhen, wobei die besonderen<br />

Aspekte des Gütertransportes in VMTL<br />

behandelt werden. VM 2010 beschäftigt sich<br />

dabei mit den Teilgebieten Verkehrsleistungsassistenz<br />

und Netzausgleich.


Auf dem Weg zu intelligenten Fahrerassistenzsystemen<br />

Ein Fahrzeug sicher zu führen, setzt den Zugang zu zahlreichen<br />

Informationen voraus. Diese betreffen aber<br />

nicht nur das eigene Fahrzeug, sondern auch Objekte<br />

und Hindernisse in der nahen und fernen Umgebung<br />

sowie die Straße und den Fahrer selbst. Assistenzsysteme<br />

helfen dem Fahrer auf vielfältige Weise beim sicheren<br />

Führen und Stabilisieren des Fahrzeugs. Die bekanntesten<br />

Beispiele hierfür sind das Navigationssystem und<br />

das Antiblockiersystem (ABS). Bisher am Markt erhältliche<br />

Systeme nutzen dabei überwiegend Informationen<br />

über das eigene Fahrzeug. Künftige Systeme benötigen<br />

jedoch zusätzliche Informationen, z.B. über das Verhalten<br />

anderer Verkehrsteilnehmer und über den Straßenverlauf,<br />

also eine Fahrumgebungserfassung.<br />

Vernetzte Kommunikation<br />

Neue und höherwertige Assistenzsysteme können nicht<br />

nur zur Erhöhung der Sicherheit, sondern auch zur Steigerung<br />

der Verkehrsleistung beitragen. Für die Entwick-<br />

Fahrumgebungserfassung für Fahrerassistenzsysteme<br />

Kollisionswarnung<br />

Fahrspurerkennung<br />

Spurwechselassistent<br />

Quelle: VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong><br />

Laserscanner,<br />

links<br />

Radar<br />

Fernbereich<br />

Kamera<br />

Radar<br />

Nahbereich<br />

Radar<br />

Nahbereich<br />

Laserscanner,<br />

hinten<br />

Schematische Darstellung<br />

der Sensorbereiche<br />

Laserscanner,<br />

rechts<br />

Automatische<br />

Distanzregelung<br />

Mobilitätsprojekte Partner & Projekte<br />

lung solcher Systeme sind jedoch intelligent<br />

verknüpfte Informationen aus dem Umfeld<br />

des Fahrzeugs und deren Interpretation<br />

erforderlich. <strong>Volkswagen</strong> beschäftigt sich im<br />

Rahmen von INVENT beispielsweise mit der<br />

ganzheitlichen Abbildung des Fahrzeugumfeldes.<br />

Dazu werden Informationen, die zu<br />

einem ganz bestimmten Zeitpunkt durch<br />

unterschiedliche Sensorsysteme mittels Radar,<br />

Laser, Videobildverarbeitung bzw. Ultraschall<br />

erfasst werden, miteinander vernetzt und ausgewertet.<br />

Die zusätzliche Einbeziehung von<br />

Modellwissen über verkehrlich relevante Objekte<br />

und Situationen lässt so ein synthetisches<br />

Abbild der Fahrumgebung entstehen. Dieses<br />

Bild wird von übergeordneten Fahrerassistenzsystemen<br />

bewertet und erlaubt die Ableitung<br />

spezifischer Auslöse- und Reaktionsstrategien<br />

wie beispielsweise Bremsen oder Lenkbewegungen.<br />

Verkehrszeichenerkennung<br />

Tote-Winkel-<br />

Erkennung<br />

7<br />

102<br />

103


Die Fahrumgebungserfassung und -interpretation<br />

bilden die Grundlage für intelligente Assistenzsysteme.<br />

Die Ergebnisse aus Forschung und Entwicklung werden<br />

unmittelbar in den beiden INVENT-Applikationsprojekten<br />

„Stauassistent“ (STA) und „Vorausschauende Aktive<br />

Sicherheit“ (VAS) genutzt und fließen sowohl in eine<br />

adaptive Abstands- und Geschwindigkeitsregelung als<br />

auch z.B. in so genannte Kreuzungsassistenzsysteme ein.<br />

Letztere warnen den Fahrer beim Abbiegen an unübersichtlichen<br />

Straßenkreuzungen vor Gegen- bzw. Querverkehr.<br />

Durch Fahrumgebungserfassung wird es künftig möglich<br />

sein, auch Informationen aus dem Umfeld eines sich<br />

bewegenden Fahrzeugs zu erhalten und diese in intelligenten<br />

Fahrerassistenzsystemen zur weiteren Erhöhung<br />

von Sicherheit, Komfort und Umweltverträglichkeit<br />

umzusetzen.<br />

Fahrerassistenz ermöglicht Verkehrsassistenz<br />

Eine Möglichkeit, die Leistungsfähigkeit des Straßenverkehrs<br />

zu erhöhen und den Verkehr effizienter abzuwickeln,<br />

besteht darin, das individuelle Fahr- und Verkehrsverhalten<br />

optimal an die jeweilige Umgebungssituation<br />

anzupassen. Der Fahrer sollte dazu von einem<br />

so genannten Verkehrsassistenzsystem unterstützt<br />

werden. Dieses System erfasst vor und während der<br />

Fahrt alle wichtigen Informationen – auch außerhalb<br />

des unmittelbaren Umfelds des Autos – und wertet sie<br />

unter verkehrlichen Gesichtspunkten aus.<br />

Mit den Informationen über das eigene und die umgebenden<br />

Fahrzeuge kann dann eine optimale individuelle<br />

Fahrstrategie entwickelt werden. So könnten beispielsweise<br />

vor einer Autobahnauffahrt ausreichend große<br />

Lücken im dichten Verkehr vorbereitet werden, damit<br />

der einfahrende Verkehr ohne Staubildung<br />

zufließen kann. Ein anderes Beispiel ist die<br />

Dämpfung des Stop-and-go-Verkehrs, indem<br />

der umgebende Verkehr so beeinflusst wird,<br />

dass ein Stau gar nicht erst entsteht. Homogener<br />

Verkehrsfluss und vermiedene Staus<br />

bedeuten zugleich eine Reduzierung von<br />

Kraftstoffverbrauch und Emissionen. Auf diese<br />

Weise leisten Verkehrsassistenzsysteme einen<br />

positiven Beitrag zum Umweltschutz.<br />

Gezielter Austausch von Daten<br />

Damit das Verkehrsassistenzsystem funktioniert,<br />

müssen die Fahrzeuge neben der eigenen<br />

Position und Geschwindigkeit auch Daten<br />

anderer Fahrzeuge erfassen. Der Fahrer kann so<br />

schneller reagieren und sein Verhalten sowohl<br />

an die lokale als auch an die allgemeine Verkehrssituation<br />

anpassen. Technische Voraussetzungen<br />

hierfür sind eine weiterentwickelte<br />

Fahrumgebungserfassung, eine genaue Ortung,<br />

digitalisierte Straßenkarten mit möglichst<br />

vielen Merkmalen und eine Kommunikation<br />

der Fahrzeuge und ihrer Systeme untereinander.<br />

Diese wichtigen Informationen können<br />

dann als individuelle und kollektive Empfehlungen<br />

oder Warnungen ausgetauscht werden.<br />

<strong>Volkswagen</strong> untersucht seit Sommer <strong>2001</strong> im<br />

INVENT-Teilprojekt Verkehrsleistungsassistenz<br />

die Grundlagen, Strategien und Auswirkungen<br />

derartiger Systeme. Die Ergebnisse werden<br />

dazu beitragen, dass es auch in Zukunft sichere,<br />

komfortable und umweltverträgliche Automobilität<br />

geben wird – nicht zuletzt zum Schutz<br />

der Umwelt.<br />

Kontakt:<br />

VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong><br />

Verkehr<br />

Axel Riemann<br />

Brieffach 1774/1<br />

38436 Wolfsburg<br />

Telefon (05361) 9-26314


Der Tabellenführer<br />

Die VCD-Auto-Umweltliste<br />

Ein niedriger Verbrauch und der geringe Ausstoß an<br />

klimaschädlichem Kohlendioxid (CO2) brachte den<br />

Lupo 3L TDI an die Spitze der Auto-Umweltliste des Verkehrsclubs<br />

Deutschland (VCD). Das Bewertungsschema<br />

des VCD basiert auf einem Gutachten des Instituts für<br />

Energie- und Umweltforschung (IFEU) von 1997. Diese<br />

Beurteilung bezieht auch die Klimaauswirkungen,<br />

die gesundheitlichen Belastungen der Menschen durch<br />

Lärm und Abgase und die Schädigung der Natur mit ein.<br />

Die Top Ten der VCD-Auto-Umweltliste <strong>2001</strong>/<strong>2002</strong><br />

Punkte*<br />

1. Audi A2 1.2 TDI 3L 7,87<br />

VW Lupo 3L TDI 7,87<br />

3. Toyota Yaris 1.0 linea eco 7,71<br />

4. Daihatsu Cuore GL 3t. 7,51<br />

Toyota Prius (Hybridantrieb) 7,51<br />

6. Daihatsu Sirion CX 1.0 7,43<br />

7. Suzuki Swift 1.0 7,20<br />

8. Toyota Yaris 1.0 linea terra 7,16<br />

9. Opel Corsa 1.0 12V 7,04<br />

10. Daihatsu Move Pur 6,99<br />

*Die Bewertung der Pkw und der Hersteller reicht von 0 (sehr schlecht)<br />

bis 10 Punkte (sehr gut).<br />

Quelle: VCD<br />

„Ein aktuelles Fahrzeug mit dem Prädikat<br />

„umweltgerecht“ setzt sich aus einer<br />

Summe unterschiedlichster Elemente zusammen:<br />

Von einer hocheffizienten und<br />

leistungsfähigen Antriebstechnologie über<br />

niedrige Geräuschemissionen und innovativem<br />

Leichtbau bis hin zur Auswahl<br />

umweltverträglicher Materialien und<br />

Prozess-Hilfsstoffe. Der <strong>Volkswagen</strong>-Konzern<br />

hat mit den Technologieträgern Lupo 3L<br />

TDI und Audi A2 Öko seine Kompetenz auf<br />

diesem Gebiet eindrucksvoll unter Beweis<br />

gestellt. Diese beiden Fahrzeuge zeigen<br />

auch, dass die weitere Absenkung des<br />

Flottenverbrauchs und damit der CO 2 -<br />

Emissionen nur mit einer globalen Steigerung<br />

des Dieselanteils erreichbar ist.<br />

Partner & Projekte<br />

Eine Aufnahme in die Auto-Umweltliste setzt<br />

voraus, dass die Fahrzeuge in Serie produziert<br />

werden und ihre Verbrauchs- und Emissionsdaten<br />

vergleichbar sind (Schadstoff- und<br />

Lärmwerte werden dem Kraftfahrt-Bundesamt<br />

gemeldet). Aus diesem Grund werden hier<br />

auch keine Elektrofahrzeuge bewertet, sondern<br />

diese werden einem Vergleich von Kfz<br />

mit alternativen Antrieben unterzogen. Nach<br />

Einschätzung des VCD bleibt auf absehbare<br />

Zeit die weitere Optimierung herkömmlicher<br />

Antriebe die vordringliche Aufgabe.<br />

www.verkehrsclub-<strong>deutsch</strong>land.de<br />

Herstellerbewertung:<br />

Umweltengagement –<br />

die besten fünf<br />

Der Dieselmotor wird seine Führungsposition<br />

als sparsame Antriebsquelle behalten,<br />

jedoch erwarten wir dank unserer neuen<br />

FSI-Technologie eine Verbrauchs-Annäherung<br />

zwischen Diesel- und Ottomotor.<br />

Die Einführung alternativer Antriebstechnologien<br />

wie z. B. der Brennstoffzelle sehen<br />

wir aufgrund der zahlreichen, ungelösten<br />

Technologiebarrieren – wie z. B. der<br />

nachhaltigen Erzeugung, der Speicherung<br />

und Verteilung von Wasserstoff -<br />

kurzfristig nicht.“<br />

Mobilitätsprojekte/VCD-Auto-Umweltliste<br />

Punkte*<br />

1. Audi 8,5<br />

2. <strong>Volkswagen</strong> 8,2<br />

3. Ford 7,9<br />

MCC (smart) 7,9<br />

5. BMW 7,5<br />

Dr. Martin Winterkorn,<br />

Vorstandsmitglied<br />

Forschung und Entwicklung<br />

der VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong><br />

7<br />

104<br />

105


Neue Wege bei Vermarktung und Kommunikation<br />

Das EcoTopTen-Projekt<br />

Das vom Bundesforschungsministerium geförderte und<br />

vom Freiburger Öko-Institut geleitete Projekt „EcoTop-<br />

Ten“ zielt auf durchgreifende Umweltentlastungen in<br />

den zehn wichtigsten Bedürfnisfeldern in Deutschland<br />

(u.a. Ernährung, Wohnen, Mobilität). Diese Umweltentlastungen<br />

können nur erreicht werden, wenn jeweils<br />

umweltverträgliche Produkte angeboten und nachgefragt<br />

werden. Ökologische Produkte werden allerdings<br />

nicht allein deshalb besser verkauft als konventionelle,<br />

weil sie umweltverträglicher sind. Teilweise haben<br />

Ökoprodukte sogar einen Imagenachteil beim Kunden,<br />

da Umweltschutz lange Jahre mit Verzicht, Zukunftsangst<br />

und „Zeigefingerpädagogik“ assoziiert wurde.<br />

Da aber Ökoprodukte ohne Kundenakzeptanz auch die<br />

Umwelt nicht entlasten, besteht das zentrale Projektziel<br />

darin, Produkte so zu gestalten und zu vermarkten, dass<br />

sie im Markt erfolgreich sind. Die Kernbotschaft lautet,<br />

dass so genannte EcoTopTen-Produkte nicht nur ökologisch,<br />

sondern auch qualitativ hochwertig, attraktiv und<br />

bezahlbar sind. Hierzu werden im Rahmen der geplanten<br />

Kampagne des Öko-Instituts und der verschiedenen<br />

Kooperationspartner aus Wirtschaft, Verbraucherorganisationen<br />

und Umweltverbänden auch neue Konzepte<br />

in den Bereichen Kommunikation und Marketing<br />

entwickelt.<br />

<strong>Volkswagen</strong> beteiligt sich an dem Projekt im<br />

Bedürfnisfeld Mobilität mit dem Lupo 3L TDI.<br />

Wir sind der Meinung, dass Umweltschutz<br />

nichts mit Verzicht und Einschränkung zu tun<br />

haben muss. Dies hat die Entwicklung und<br />

Vermarktung des Drei-Liter-Lupos, der bereits<br />

seit Mitte 1999 in Deutschland erhältlich ist,<br />

ganz wesentlich mit geprägt. Deshalb haben<br />

wir dieses Fahrzeug auch nicht als „Ökoauto“<br />

positioniert. Vielmehr bieten wir ein vollwertiges<br />

Fahrzeug an: Ebenso wie die Umweltverträglichkeit<br />

sind auch die Sicherheit und der<br />

Komfort sowie die Fahrleistungen und das<br />

Design auf höchstem Niveau realisiert worden.<br />

Die Erfahrungen aus dem Marketing für den<br />

Lupo 3L TDI bringt <strong>Volkswagen</strong> in das Gemeinschaftsprojekt<br />

ein und erhofft sich außerdem<br />

neue Erkenntnisse im Projektverbund.<br />

www.oeko.de<br />

Dr. Rainer Grießhammer vom<br />

Öko-Institut (am Steuer des<br />

Drei-Liter-Lupo) sowie Rudolf<br />

Stobbe (Leiter Umwelt,<br />

Verkehr und Arbeitsschutz<br />

der VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong>) im<br />

Automobilforum Berlin im<br />

November 2000, wo das<br />

Projekt erstmals der Öffentlichkeit<br />

vorgestellt wurde.


Der Natur verbunden<br />

Kooperation von <strong>Volkswagen</strong> und dem<br />

Naturschutzbund Deutschland<br />

<strong>Volkswagen</strong> und der Naturschutzbund Deutschland e.V.<br />

(NABU) haben eine Kooperationsvereinbarung getroffen,<br />

die eine Zusammenarbeit bestärken und das gegenseitige<br />

Verständnis fördern soll. Der Sinn der Partnerschaft<br />

besteht darin, in gemeinsamen Projekten Beiträge für<br />

eine nachhaltige Entwicklung zu leisten. Beide Kooperationspartner<br />

wollen offen und wenn nötig auch kontrovers<br />

Positionen und Argumente austauschen und<br />

gezielt Innovationen für die Umwelt fördern.<br />

Die in ihrer Art beispiellose Vereinbarung wird von <strong>Volkswagen</strong><br />

und dem NABU als Ausdruck der gemeinsamen<br />

Verantwortung für eine zukunftsfähige und generationengerechte<br />

Entwicklung in Deutschland verstanden.<br />

Die Projekte sind in den Themenbereichen „Arbeit und<br />

Umwelt“ und „Nachhaltige Mobilität“ angesiedelt. So<br />

ließ <strong>Volkswagen</strong> beispielsweise im März <strong>2001</strong> einen von<br />

der Künstlerin Elvira Bach gestalteten Drei-Liter-Lupo<br />

zugunsten der NABU-Stiftung „Nationales Naturerbe“<br />

versteigern.<br />

Übergabe eines Lupo 3L TDI an den NABU: (v.l.)<br />

Christoph Heinrich, Petra Wassmann, Gerd Billen, Reinhold Kopp,<br />

Renate Mentzel, Bernd Pieper<br />

EcoTopTen-Projekt/Partnerschaft mit dem NABU Partner & Projekte<br />

Der NABU ist mit über 360.000 Mitgliedern<br />

eine der angesehensten und bekanntesten<br />

Umwelt- und Naturschutzorganisationen in<br />

Deutschland. Seinem Engagement ist es u.a.<br />

zu verdanken, dass viele Lebensräume bedrohter<br />

Tier- und Pflanzenarten erhalten<br />

wurden.<br />

www.nabu.de<br />

Kontakt:<br />

VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong><br />

Reinhold Kopp<br />

Leiter Regierungsbeziehungen<br />

Brieffach 1882<br />

38436 Wolfsburg<br />

Telefon (05361) 9-78622<br />

7<br />

106<br />

107


Nachhaltiges Leitsystem<br />

Global Reporting Initiative<br />

Die Global Reporting Initiative (GRI) wurde 1997 in<br />

Boston (USA) gegründet. Ihr Ziel ist die Entwicklung<br />

eines weltweit akzeptierten Rahmens für die Erstellung<br />

und Nutzung von Nachhaltigkeitsberichten von Unternehmen.<br />

An der GRI sind Unternehmen, NGOs, Berater,<br />

Wirtschaftsprüfer, Verbände und andere Anspruchsgruppen<br />

beteiligt. Durch die Initiative sollen sowohl Standards<br />

in der Berichterstattung als auch allgemein gültige und<br />

branchenspezifische Kennzahlen entwickelt werden. Seit<br />

2000 gibt es eine überarbeitete zweite Version des Leitfadens,<br />

durch die Nachhaltigkeitsberichte unterschiedlicher<br />

Branchen miteinander verglichen werden<br />

können.<br />

<strong>Volkswagen</strong> beteiligt sich an dem Dialog, denn aus<br />

unserer Sicht bietet der GRI-Ansatz einen wichtigen<br />

Beitrag zur Kommunikation der ökologischen und sozialen<br />

Unternehmensaspekte im Sinne einer „Citizenship-Kommunikation“.<br />

Nachhaltigkeitsreporting kann Transparenz<br />

als notwendiges Pendant zur wirtschaftlichen Globalisierung<br />

schaffen.<br />

Im vorliegenden <strong>Umweltbericht</strong> haben wir<br />

uns an den grundlegenden Prinzipien des<br />

Leitfadens für Nachhaltigkeitsberichte orientiert.<br />

Damit wollen wir unterstreichen, dass<br />

wir unseren Bericht als Teil der gesellschaftlichen<br />

Aufgabe zur Schaffung von Transparenz<br />

im Sinne einer Nachhaltigen Entwicklung verstehen.<br />

Allerdings sind wir bei der Auswahl<br />

unserer Indikatoren dem Leitfaden nicht immer<br />

gefolgt, da die dort genannten nach unserem<br />

Verständnis nicht durchgehend die Qualität<br />

der Berichterstattung erhöhen. Kritisch sind<br />

an der GRI aus unserer Sicht die geringe Berücksichtigung<br />

der gesellschaftlichen Diskussion<br />

in Europa sowie eine zu starre Berichtsstruktur.<br />

Wir sind zuversichtlich, dass der<br />

weitere Dialog unter Einschluss von Stakeholdern,<br />

Instituten und Rating-Organisationen,<br />

wie SustainAbility, IÖW, Öko-Institut und<br />

imug, ein von der Mehrheit akzeptiertes<br />

Ergebnis finden wird.<br />

www.globalreporting.org


Unternehmen Zukunft<br />

<strong>Volkswagen</strong> als Partner des<br />

Projekts Nachhaltige Mobilität<br />

Mobilität schafft Wohlstand, Arbeitsplätze, Zugang zu<br />

kultureller Vielfalt und ermöglicht den Aufbau von Beziehungen.<br />

Die Nachfrage nach Mobilität steigt überproportional<br />

mit dem Durchschnittseinkommen einer<br />

Bevölkerung. Diese Entwicklung stellt für die Automobilindustrie<br />

sowohl in industrialisierten Ländern als<br />

auch in Entwicklungs- und Schwellenländern eine<br />

große Herausforderung dar.<br />

Das Projekt „Nachhaltige Mobilität“ des World Business<br />

Council for Sustainable Development (WBCSD), zu<br />

dessen Gründungsmitgliedern <strong>Volkswagen</strong> gehört, stellt<br />

sich dieser Aufgabe. Es leitet einen unternehmerischen<br />

und gesellschaftlichen Such-, Lern- und Umsetzungsprozess<br />

ein. Das Ziel ist eine langfristige Gewährleistung<br />

und Integration ökonomischer, ökologischer und sozialer<br />

Aspekte der Mobilität.<br />

Das Projekt soll dazu beitragen, gesellschaftliche Forderungen<br />

nach Mobilität mit der notwendigen Sicherung<br />

der Nachhaltigkeit von Mobilität in Einklang zu bringen.<br />

Die beteiligten Unternehmen haben sich zum Ziel gesetzt,<br />

eine Vision bzw. Szenarien zur Nachhaltigen Mobilität<br />

für das Jahr 2030 zu entwickeln. Gleichzeitig sollen<br />

konkrete Schritte zu ihrer Umsetzung erarbeitet<br />

werden.<br />

Um einen möglichst breiten und belastbaren Konsens<br />

über den Weg zur Nachhaltigen Mobilität zu erreichen,<br />

wurden seit November 2000 Stakeholderdialoge der<br />

Mitglieder mit Vertretern von Regierungen, Wissenschaft<br />

und Verbänden durchgeführt. Darüber hinaus wird das<br />

Projekt von „Associated Partners“ aus Regierungen,<br />

internationalen Behörden, Wissenschaft und Verbänden<br />

inhaltlich unterstützt.<br />

Global Reporting Initiative/Projekt „Nachhaltige Mobilität“ Partner & Projekte<br />

Die Arbeit der Initiative unterteilt sich in drei<br />

Schritte:<br />

• Erstellen eines Berichts „Mobilität <strong>2001</strong>“<br />

durch das Massachusetts Institute of<br />

Technology (MIT), der die gegenwärtige<br />

Mobilitätssituation darstellt (liegt seit<br />

Oktober <strong>2001</strong> vor)<br />

• Erarbeitung einer „Scoping“-Studie, um die<br />

Schwerpunktthemen auf dem Weg zur<br />

Nachhaltigen Mobilität festzulegen<br />

• Entwicklung der Vision „Nachhaltige<br />

Mobilität 2030“<br />

www.wbcsd.org<br />

Teilnehmer des Projekts<br />

„Nachhaltige Mobilität“<br />

BP<br />

DaimlerChrysler<br />

Ford<br />

General Motors<br />

Honda<br />

Michelin<br />

Nissan<br />

Norsk Hydro<br />

Renault<br />

Shell<br />

Toyota<br />

<strong>Volkswagen</strong><br />

Stand 02/<strong>2002</strong><br />

7<br />

108<br />

109


110<br />

111<br />

Umweltschutz leicht gemacht<br />

Vernünftig fahren – Verbrauch senken<br />

Starten Sie Ihren Wagen erst, wenn Sie bereit sind loszufahren.<br />

Frühes Hochschalten ist bei modernen Motoren<br />

bereits unter 2.000 U/min möglich. Immer den nächsthöheren<br />

Gang wählen. Überflüssige Brems- und Beschleunigungsvorgänge<br />

vermeiden. Bei längerem Ampelhalt<br />

und geschlossenen Bahnschranken den Motor abstellen.<br />

Elektrische Verbraucher wie Licht, Lüftung oder Heckscheibenheizung<br />

nur so lange wie nötig einschalten. Auf<br />

unnötigen Ballast verzichten. Dachträger, Skiboxen,<br />

Kotflügelverbreiterungen usw. erhöhen das Gewicht,<br />

den Luftwiderstand und den Verbrauch. 20 Kilogramm<br />

Gewicht erhöhen den Verbrauch um 0,2 Liter pro 100<br />

Kilometer. Das tut auch ein zu niedriger Reifenluftdruck.<br />

Höherer Verschleiß und Rollwiderstand sind die Folge.<br />

Die angegebenen Werte können problemlos um 0,2 bar<br />

überschritten werden.<br />

Wählen Sie Leichtlaufreifen, denn der Verbrauch bei<br />

Reifen mit hohem bzw. niedrigem Rollwiderstand kann<br />

sich um bis zu sechs Prozent unterscheiden. Lassen Sie<br />

Ihr Fahrzeug regelmäßig warten: Alte Zündkerzen, verschmutzte<br />

Luft- und Ölfilter oder eine falsch eingestellte<br />

Zündanlage kann den Verbrauch um bis zu zehn Prozent<br />

erhöhen. Leichtlauföle verringern die Reibung der<br />

beweglichen Teile des Motors. Im Stadtverkehr bringt<br />

das bis zu sechs Prozent Spritersparnis. Kurzstrecken<br />

vermeiden: Ein Mittelklassewagen verbraucht auf den<br />

ersten vier Kilometern direkt nach dem Start rund 30 bis<br />

40 Liter Kraftstoff auf 100 Kilometern. Jeder Kaltstart<br />

steigert den Durchschnittsverbrauch und die Umweltbelastung<br />

erheblich.<br />

Umweltschonende Autowäsche<br />

Mit jeder Autowäsche gelangen Reinigungsmittel, Reste<br />

von Autowachs, Öl, Teer und Benzin ins Abwasser. Wir<br />

raten deswegen, auf häufiges Waschen, gerade in Trockenzeiten,<br />

zu verzichten. Nach Schneefall ist es sinnvoll, das<br />

Streusalz abzuwaschen, da Salz das Metall rosten lässt.<br />

Bei starker Beanspruchung durch Streusalze sollte eine<br />

Unterbodenwäsche hinzukommen. Gerade die nicht<br />

sichtbaren Stellen am Fahrzeug, wie Kotflügel oder Unterboden,<br />

bieten zahlreiche Angriffsflächen für Rost.<br />

Die Autowäsche per Hand schädigt die Umwelt<br />

am stärksten und ist vielerorts bereits untersagt:<br />

Sie verbraucht zwar wenig Energie, dafür<br />

aber mehr Wasser, und die im Abwasser enthaltenen<br />

Chemikalien fließen ungeklärt in die<br />

Kanalisation. Dabei ist nicht sicher, dass das<br />

Wasser tatsächlich in der Kläranlage landet: Ablaufsysteme<br />

für Oberflächenwasser sind häufig<br />

nicht an Kläranlagen angeschlossen. Die einzig<br />

umweltschonende Art der Autowäsche ist in<br />

Waschstraßen möglich, die mit dem Blauen<br />

Engel ausgezeichnet sind. Diese Anlagen fangen<br />

die Schadstoffe auf und verwenden das gereinigte<br />

Waschwasser so lange wieder, bis ein bestimmter<br />

Schmutzgehalt erreicht ist. Dadurch<br />

werden pro Autowäsche nur zehn bis 50 Liter<br />

Trinkwasser verbraucht. Günstig ist es, nach<br />

einem Regenguss in die Waschanlage zu fahren,<br />

weil der Schmutz dann bereits aufgeweicht ist.<br />

Lösemittelfreie Hartwachse auf Wasserbasis<br />

sind aus ökologischer Sicht besser als Konservierer<br />

und Waschwachse.<br />

www.volkswagen-umwelt.de/praxis<br />

Fahrertraining<br />

Die Verkehrssicherheit verbessern und zum<br />

Umweltschutz beitragen: Das ist das Ziel des<br />

SparSicherheitsTrainings, das <strong>Volkswagen</strong> seit<br />

1996 anbietet. Wer wirtschaftlich fährt, sorgt<br />

für die eigene Sicherheit und die anderer und<br />

schont zudem die Umwelt. Die branchenweit<br />

einzigartige Kombination aus Fahrsicherheit<br />

und Ökonomie wurde bereits über 40.000 Teilnehmern<br />

in Theorie und Praxis vermittelt. In<br />

Basis- bzw. Intensivkursen wird das Fahrverhalten<br />

in Extremfällen und Alltagssituationen<br />

analysiert und verbessert. Die Trainings werden<br />

mit werkseigenen Serienfahrzeugen, ausgestattet<br />

mit Multimedia-Equipment, auf etwa<br />

50 Verkehrstrainingsplätzen in Deutschland<br />

veranstaltet. Zielgruppe sind neben Berufskraftfahrern<br />

vor allem die Fahranfänger. Für<br />

eine exakte Erfolgskontrolle zeichnet eine<br />

Videokamera das Verhalten der Fahrer auf.<br />

Und das Einsparpotenzial durch eine ökonomische<br />

Fahrweise liegt bei durchschnittlich<br />

etwa 30 Prozent.<br />

www.sparsicherheitstraining.de


Abschluss & Anhang<br />

5<br />

6<br />

8


And the winner is ...<br />

Rückblick auf den <strong>Umweltbericht</strong> 1999/2000<br />

<strong>Volkswagen</strong> übernimmt als Global Player mit Produktionsstätten<br />

auf allen Kontinenten eine besondere gesellschaftliche<br />

Verantwortung. Deshalb geben wir Rechenschaft<br />

über Ziele, Maßnahmen und Entwicklungen auf<br />

dem Sektor Umweltschutz. Seit 1995 veröffentlichen wir<br />

alle zwei Jahre einen <strong>Umweltbericht</strong>. Für Rudolf Stobbe,<br />

Umweltmanagementbeauftragter von <strong>Volkswagen</strong>, hat<br />

dieser mittlerweile den Stellenwert eines Geschäftsberichts<br />

für den Umweltschutz. Wir wollen damit, trotz der<br />

zum Teil komplexen Sachverhalte, anschaulich, transparent<br />

und verständlich berichten. Gleichzeitig haben<br />

wir ein effektives Instrument für den Dialog mit allen<br />

Anspruchsgruppen geschaffen: für unsere Kunden, die<br />

interessierte Öffentlichkeit, die Medien und Verbände,<br />

Umweltorganisationen und die Politik. Aber auch für<br />

unsere Mitarbeiter, Händler und Lieferanten.<br />

Kommunikation kennt keine Grenzen<br />

Ob <strong>Umweltbericht</strong>, Rapport sur l’environnement oder<br />

Environmental Report, das internationale Interesse an<br />

unserem Bericht ist groß. Der <strong>Umweltbericht</strong> 1999/2000<br />

wurde deshalb in sechs Sprachen mit einer Gesamtauflage<br />

von 137.000 Exemplaren veröffentlicht.<br />

Der <strong>Volkswagen</strong>-<strong>Umweltbericht</strong> 1999/2000<br />

Sprache Auflage<br />

Deutsch 80.000<br />

Japanisch 28.000<br />

Englisch 10.000<br />

Französisch 10.000<br />

Chinesisch 5.500<br />

Italienisch 3.500<br />

Insgesamt 137.000<br />

Die Zukunft im Internet<br />

Mit Erscheinen der gedruckten Ausgaben<br />

wurde im Dezember 1999 auch die <strong>Volkswagen</strong>-Umwelthomepage<br />

aktualisiert. Deutlich<br />

verbesserte Responsemöglichkeiten durch<br />

Links und Kontaktadressen zeigten den Trend<br />

auf, welcher Wert dem Umweltreporting<br />

künftig zukommt. Monatlich etwa 1.000 onlinebestellte<br />

<strong>Umweltbericht</strong>e sind dafür mitverantwortlich,<br />

dass unsere Kommunikation von<br />

Umweltthemen im Internet künftig eine<br />

immer bedeutendere Rolle spielen wird. Unter<br />

www.volkswagen-umwelt.de<br />

können interessierte Internetbenutzer regelmäßig<br />

aktualisierte Informationen rund um<br />

das Thema Umweltschutz bei <strong>Volkswagen</strong><br />

erhalten.<br />

Unabhängiges Urteil<br />

Wir haben die Reaktionen von Umweltorganisationen<br />

und NGOs, Behörden und Politik,<br />

aus Wissenschaft und Forschung, von Lieferanten,<br />

Mitarbeitern, Banken und Händlern<br />

untersuchen lassen. Das Institut für Markt –<br />

Umwelt – Gesellschaft (imug) hat rund 2.700<br />

Leser angeschrieben. Zusätzlich wurden<br />

Interviews mit Experten für <strong>Umweltbericht</strong>erstattung<br />

geführt. Das Ergebnis macht deutlich,<br />

dass berufliche Interessen bei der Nutzung des<br />

<strong>Umweltbericht</strong>s im Vordergrund stehen. Die<br />

Nutzungsintensität ist dabei relativ hoch. Der<br />

<strong>Umweltbericht</strong> erreicht im Urteil der Zielgruppen<br />

hinsichtlich formaler und inhaltlicher<br />

Kriterien ein Ergebnis mit der Gesamtnote<br />

2,0. Im Detail wurden die Gestaltung, die<br />

Themenvielfalt und die verständlichen Texte<br />

gelobt. Verbesserungspotenzial wurde bei<br />

fehlenden Vergleichsmaßstäben und einem<br />

zu wenig selbstkritischen Umgang mit Problembereichen<br />

aufgezeigt. Selbstverständlich<br />

haben wir uns bemüht, den Ergebnissen<br />

sämtlicher Untersuchungen im vorliegenden<br />

Bericht Rechnung zu tragen.


Internationale Anerkennung<br />

Die Einschätzung der Leser spiegelte sich auch in verschiedenen<br />

Umweltrankings wider. So belegte unser<br />

Report im Juli 2000 in der Rangliste des <strong>deutsch</strong>en Wirtschaftmagazins<br />

Capital, die das Institut für ökologische<br />

Wirtschaftsforschung (IÖW) und der Unternehmerverband<br />

future e.V. von 150 <strong>deutsch</strong>en Unternehmen<br />

erstellt haben, den dritten Platz. Innerhalb der Automobilbranche<br />

wurde er als bester Bericht gewertet.<br />

www.ranking-umweltberichte.de<br />

Auch das Ergebnis einer internationalen Vergleichsstudie<br />

zum Thema Nachhaltigkeitsberichterstattung, die<br />

von der britischen SustainAbility Ltd. im Auftrag des<br />

Umweltprogramms der Vereinten Nationen durchgeführt<br />

und im November 2000 vorgestellt wurde, bestätigte<br />

die Position von <strong>Volkswagen</strong>. Die Studie „The<br />

global reporters – the first international benchmark<br />

survey of corporate sustainability reporting“ ist ein<br />

weltweiter Vergleich von Unternehmen, die Nachhaltig-<br />

Deutscher Umwelt-Reporting-Award Goldener Pfeiler<br />

Der <strong>Umweltbericht</strong> 1999/2000 hat den zweiten von 65 Plätzen beim<br />

Deutschen Umwelt-Reporting-Award 2000 der <strong>deutsch</strong>en Wirtschaftsprüfungskammer<br />

(WPK) erreicht. Innerhalb der Automobilbranche<br />

wurde der Bericht als bester ausgezeichnet. Als Begründung<br />

wurden die außergewöhnliche Verständlichkeit der Darstellung,<br />

die weitestgehende Vollständigkeit der zu behandelnden<br />

Themen, die Klarheit in der Darstellung der umweltpolitischen<br />

Aktivitäten des Konzerns sowie die Lesefreundlichkeit angeführt.<br />

Die Bewertungskriterien lassen sich in Vollständigkeit, Glaubwürdigkeit<br />

und Kommunikation unterteilen. Ziel des Wettbewerbs ist<br />

es, die aussagekräftigste und innovativste Darstellung des Umweltmanagements<br />

eines Unternehmens auszuzeichnen und<br />

durch einheitliche Bewertungskriterien die Vergleichbarkeit der<br />

<strong>Umweltbericht</strong>erstattung zu verbessern.<br />

Rückblick <strong>Umweltbericht</strong> 1999/2000 Abschluss & Anhang<br />

keitsberichte veröffentlichen. <strong>Volkswagen</strong><br />

erreichte den zehnten Platz und ist damit<br />

bestes <strong>deutsch</strong>es Unternehmen im Vergleich.<br />

In der Gesamtbewertung der Automobilindustrie<br />

erreichte unser Bericht mit 95 Punkten<br />

den Spitzenplatz.<br />

Die Autoren der Studie bilanzierten, dass sich<br />

die Dominanz von <strong>Volkswagen</strong> in der Automobilbranche<br />

durch fast alle untersuchten Berichtsfelder<br />

(Management, Economic, Social<br />

& Ethical, Environmental, Multidimensional)<br />

zieht. Obwohl der Schwerpunkt des Reports<br />

auf dem Thema Umweltschutz liegt, wurde<br />

<strong>Volkswagen</strong> ein starkes Bewusstsein für die<br />

Auswirkungen des Unternehmens im sozialen<br />

und finanziellen Sektor, verbunden mit einer<br />

systematischen Berichterstattung über strategische<br />

Geschäftsentscheidungen, attestiert.<br />

www.sustainability.com<br />

Der <strong>Umweltbericht</strong> 1999/2000 wurde von der Deutschen<br />

Public-Relations-Gesellschaft e.V. (DPRG) im Juni 2000<br />

mit einer lobenden Erwähnung ausgezeichnet. Mit der<br />

Belobigung wurde die hohe kommunikative Qualität des<br />

aktuellen Berichts hervorgehoben. Der Vorgängerreport<br />

von 1997 hatte den „Goldenen Pfeiler 1999“ erhalten. Die<br />

DPRG zeichnet jedes Jahr strategisch angelegte und exzellent<br />

umgesetzte Public-Relations-Arbeit von Unternehmen,<br />

Organisationen, Institutionen, der öffentlichen<br />

Hand und ihrer Berater und Agenturen aus.<br />

www.dprg.de/branch/wett/wett_2.htm<br />

8<br />

112<br />

113


Vollständig, nachvollziehbar und richtig<br />

Was die externe Überprüfung für den<br />

<strong>Umweltbericht</strong> bedeutet<br />

Woher weiß der Leser eigentlich, dass die Angaben in<br />

diesem <strong>Umweltbericht</strong> den Tatsachen entsprechen?<br />

Und wie kann er sich sicher sein, dass nicht nur einseitig<br />

berichtet wird? Die Antwort heißt Zertifizierung – oder<br />

richtiger: externe Überprüfung und Bescheinigung. Das<br />

hat bei <strong>Volkswagen</strong> bereits Tradition. Vielleicht haben<br />

Sie sich bei unserem letzten <strong>Umweltbericht</strong> gefragt,<br />

wofür die Bescheinigung eigentlich vergeben wurde?<br />

Was passiert eigentlich bei einer externen Überprüfung?<br />

Ziel einer externen Überprüfung ist es, die Glaubwürdigkeit<br />

der <strong>Umweltbericht</strong>erstattung insgesamt zu erhöhen.<br />

Hierzu gibt es seit 1999 einen eigenen Standard, die<br />

„Grundsätze ordnungsmäßiger Durchführung von<br />

<strong>Umweltbericht</strong>sprüfungen“ (IDW PS 820) des Instituts<br />

der Wirtschaftsprüfer.<br />

Der Wirtschaftsprüfer Rüdiger Tüscher, der Umweltgutachter<br />

Dr. Michael Fahrbach und ihre Kollegen Tobias J.<br />

Petrovic und Ralf Pfitzner von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft<br />

KPMG Deutsche Treuhand-Gesellschaft <strong>AG</strong><br />

wurden von <strong>Volkswagen</strong> beauftragt, die Richtigkeit, Vollständigkeit<br />

und angemessene Darstellung der Inhalte<br />

des vorliegenden <strong>Umweltbericht</strong>s zu überprüfen. Herzstück<br />

der Arbeit ist die Aufnahme und Prüfung des Systems<br />

zur Erhebung und Verarbeitung der Informationen für<br />

die <strong>Umweltbericht</strong>erstattung, um Güte und Zuverlässigkeit<br />

der Informationen zu beurteilen. Die Arbeit basiert<br />

darüber hinaus auf der Einsicht in Akten und Daten, die<br />

<strong>Volkswagen</strong> in den vergangenen zwei Jahren neu erhoben<br />

bzw. fortgeschrieben hat.<br />

Die Experten von KPMG treffen sich am ersten Tag der<br />

Prüfung im Wolfsburger Werk mit Rudolf Stobbe, Leiter<br />

Umwelt, Verkehr und Arbeitsschutz, und Dr. Horst Minte,<br />

Leiter Umwelt, Produkt und Verkehr, sowie mit Dr. Ulrich<br />

Menzel und Martin Gebhardt vom Redaktionsteam des<br />

<strong>Umweltbericht</strong>s. In einem Einführungsgespräch werden<br />

sowohl Fragen der Prüfer zu den Inhalten des Berichts<br />

beantwortet als auch Gesprächstermine für die Datenprüfung<br />

vereinbart.<br />

Das zentrale Thema Nachhaltigkeit führt die<br />

Prüfer mit Reinhold Kopp, Leiter Regierungsbeziehungen,<br />

Dr. Ariane Reinhart, Zentrales<br />

Personalwesen und Labour Relations, sowie<br />

Dr. Kristian Ehinger, Rechtswesen, Stellvertretender<br />

Chef-Syndikus, zusammen. Ziel dieses<br />

Gespräches ist es, den aktuellen Sachstand<br />

der Entwicklung einer Nachhaltigkeitsstrategie<br />

von <strong>Volkswagen</strong> zu erfahren und die im Bericht<br />

gemachten Angaben zu prüfen.<br />

Danach geht die Arbeit aber erst richtig los. In<br />

zahlreichen Einzelprüfungen werden in Wolfsburg,<br />

wo die zentrale Forschung und Entwicklung<br />

angesiedelt ist und die Daten der weltweiten<br />

Standorte zusammengefasst werden,<br />

die wesentlichen umweltrelevanten Daten und<br />

Fakten mit den Angaben im Bericht verglichen.<br />

Stellen sich dabei Fehler heraus, wird korrigiert<br />

und nochmals gegengecheckt. Um alle<br />

Aussagen zu prüfen, werden umfangreiche<br />

Dokumentenprüfungen vorgenommen und<br />

persönliche Gespräche in den Fachabteilungen<br />

geführt. So z.B. mit Udo Westfal, Leiter der<br />

Typprüfung, mit Dr. Rudolf Krebs, Leiter der<br />

Vorentwicklung Ottomotoren, und mit Werner<br />

Widuckel vom Gesamtbetriebsrat. Aber auch<br />

Akteneinsicht können die Gutachter verlangen,<br />

wie etwa beim Leiter der Konzernforschung.<br />

Am Ende der Vor-Ort-Arbeit jedenfalls müssen<br />

die Angaben des <strong>Umweltbericht</strong>s vollständig<br />

und nachvollziehbar und muss ihre Richtigkeit<br />

verifiziert sein. Dann erst erhält der Report die<br />

Bescheinigung.<br />

Dr. Ariane Reinhart, Dr. Kristian Ehinger<br />

beim Prüfungsgespräch


Bescheinigung<br />

Mit Schreiben vom 23. August <strong>2001</strong> wurde die KPMG Deutsche Treuhand-Gesellschaft<br />

Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft<br />

von der VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong> Wolfsburg, beauftragt, den <strong>Umweltbericht</strong><br />

<strong>2001</strong>/<strong>2002</strong> der Marke <strong>Volkswagen</strong> zu prüfen.<br />

Verantwortlichkeiten<br />

Aufstellung und Inhalt des <strong>Umweltbericht</strong>s liegen in der Verantwortung<br />

der gesetzlichen Vertreter der VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong>. Es ist unsere<br />

Aufgabe, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung<br />

eine Beurteilung des <strong>Umweltbericht</strong>s durchzuführen.<br />

Prüfungsgegenstand<br />

Wir haben den <strong>Umweltbericht</strong> <strong>2001</strong>/<strong>2002</strong> in der Druckfassung der<br />

ersten Auflage vom Dezember <strong>2001</strong> geprüft. Die Inhalte unserer<br />

Prüfung waren:<br />

• Prüfung der Angaben im <strong>Umweltbericht</strong> auf ordnungsgemäße<br />

Ermittlung, zutreffende Wiedergabe, Verständlichkeit,<br />

Plausibilität, Relevanz und Aktualität<br />

• Prüfung des <strong>Umweltbericht</strong>s auf Vollständigkeit und Angemessenheit<br />

der Darstellung der wesentlichen Auswirkungen der<br />

Tätigkeiten des Unternehmens auf die Umwelt, die Anspruchsgruppen<br />

und die Gesellschaft<br />

• Beurteilung und Würdigung der Gesamtaussage des <strong>Umweltbericht</strong>s<br />

Die Prüfung der Vollständigkeit und Angemessenheit der Angaben<br />

zu den Standorten war aufgrund des von <strong>Volkswagen</strong> gewählten<br />

Ansatzes, einen beispielhaften Ausschnitt aus den Standortaktivitäten<br />

im <strong>Umweltbericht</strong> zu zeigen, nicht Gegenstand unserer<br />

Prüfung, zumal viele Standorte einem Umweltmanagementsystem<br />

nach EMAS bzw. ISO 14001 unterliegen. Die in dem Bericht hierzu<br />

gemachten Angaben wurden lediglich auf Richtigkeit, Verständlichkeit<br />

und ordnungsgemäße Ermittlung geprüft.<br />

Art und Umfang der Prüfungsdurchführung<br />

Bei der Durchführung der Prüfung haben wir den IDW-Prüfungsstandard<br />

„Grundsätze ordnungsmäßiger Durchführung von <strong>Umweltbericht</strong>sprüfungen<br />

(IDW PS 820)“ beachtet. Aufbauend auf den<br />

Erfahrungen und Ergebnissen vergangener <strong>Umweltbericht</strong>sprüfungen,<br />

unseren Erkenntnissen aus der Aufnahme und Prüfung des<br />

Systems zur Erfassung, Aufbereitung und Verarbeitung von Informationen<br />

und Daten für den <strong>Umweltbericht</strong> der VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong><br />

sowie ersten Plausibilitätsbeurteilungen des <strong>Umweltbericht</strong>s, haben<br />

wir kritische Prüfungsgebiete identifiziert, eine Prüfungsstrategie<br />

entwickelt und das Prüfungsprogramm für die Detailprüfung auf<br />

der Basis von Stichproben erstellt. Die Detailprüfung umfasste hierbei<br />

neben Plausibilitätsbeurteilungen auch Nachweis- bzw. Dokumentenprüfungen<br />

sowie Interviews mit Mitarbeitern der<br />

VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong>.<br />

Prüfungsergebnisse<br />

Unsere Prüfung ergab, dass die im <strong>Umweltbericht</strong> gemachten<br />

Angaben zutreffend sind und nicht im Widerspruch zu sonstigen<br />

Auskünften und Nachweisen stehen. Nach unserer Überzeugung<br />

stellt der <strong>Umweltbericht</strong> der VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong> unter dem Gesichtspunkt<br />

der Wesentlichkeit die Auswirkungen der Marke <strong>Volkswagen</strong><br />

auf die Umwelt über den Produktlebenszyklus von der Entwicklung<br />

Der <strong>Umweltbericht</strong> wird geprüft/Testat Abschluss & Anhang<br />

über die Produktion, die Nutzung bis zur Entsorgung für<br />

das Geschäftsjahr 2000 bis zum Beginn des neuen Fahrzeugmodelljahrs<br />

im Sommer <strong>2001</strong> vollständig und angemessen<br />

dar. Im Kapitel „Nachhaltigkeit und gesellschaftliche<br />

Verantwortung“ des <strong>Umweltbericht</strong>s werden zahlreiche<br />

Aktivitäten und Initiativen dargestellt, die die Auswirkungen<br />

der Marke <strong>Volkswagen</strong> auf Anspruchsgruppen und die<br />

Gesellschaft zum Gegenstand haben. Die dort gemachten<br />

Angaben sind zutreffend und geben den aktuellen Stand<br />

der Entwicklung und Implementierung einer Nachhaltigkeitsstrategie<br />

von <strong>Volkswagen</strong> wieder. Einige Umweltaspekte<br />

sind trotz des weltweiten Geltungsbereichs des Berichts<br />

unter regionaler Sichtweise dargestellt und können bezüglich<br />

der dort getroffenen Aussagen nicht ohne weiteres auf<br />

andere Regionen übertragen werden.<br />

Empfehlungen<br />

Unsere Empfehlungen aus der Bescheinigung des <strong>Umweltbericht</strong>s<br />

1999/2000 sind von der VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong> weitgehend<br />

umgesetzt worden.Die seit dem <strong>Umweltbericht</strong><br />

1999/2000 durchgeführten Aktivitäten zur Entwicklung und<br />

Implementierung einer konsistenten und abgestimmten<br />

Nachhaltigkeitsstrategie mit definierten Handlungsfeldern<br />

sollten fortgesetzt werden. Aufgrund der zu erwartenden<br />

Anforderungen an die Nachhaltigkeitsberichterstattung<br />

empfehlen wir die Einführung eines weltweiten Informationssystems<br />

unter Einbeziehung nicht umweltbezogener<br />

Indikatoren und Kennzahlen. Die Nachhaltigkeitsstrategie<br />

sollte auch die Zuliefererkette berücksichtigen.<br />

Des Weiteren empfehlen wir, die Umweltdaten auch der<br />

außereuropäischen Standorte in das Umweltinformationssystem<br />

zu integrieren und das System kontinuierlich<br />

weiterzuentwickeln. Begrüßenswert ist die Schaffung von<br />

weltweit Umweltstandards für die Automobilfertigung<br />

von <strong>Volkswagen</strong>. In den nachfolgenden <strong>Umweltbericht</strong>en<br />

sollte über den Fortschritt der Umsetzung berichtet<br />

werden.<br />

Ferner empfehlen wir, den <strong>Umweltbericht</strong> der Marke<br />

<strong>Volkswagen</strong> auf den Konzern VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong> auszudehnen.<br />

KPMG Deutsche Treuhand-Gesellschaft<br />

Aktiengesellschaft<br />

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft<br />

Barbarossaplatz 1 a<br />

50674 Köln<br />

Köln, den 15. Oktober <strong>2001</strong><br />

Rüdiger Tüscher Dr. Michael Fahrbach<br />

Wirtschaftsprüfer Umweltgutachter<br />

8<br />

114<br />

115


Glossar<br />

Hier finden Sie die Erläuterungen<br />

zu zentralen Begriffen des<br />

Berichts. Ausführliche Erklärungen<br />

und zusätzliche Stichworte,<br />

die ständig aktualisiert werden,<br />

finden Sie im Internet:<br />

www.volkswagen-umwelt.de/glossar<br />

Bluetooth<br />

Globaler, offener Funkübertragungsstandard,<br />

der das freie<br />

ISM-Frequenzband bei 2,4 GHz<br />

nutzt. Bandbreite 1 MBit; Nutzdatenrate<br />

max. 768 KBit; Reichweite<br />

30–100 Meter.<br />

CCS<br />

Combined Combustion System:<br />

Brennverfahren, das die Vorteile<br />

beider Antriebsarten (Otto- und<br />

Dieselmotor) miteinander<br />

kombiniert<br />

CGH 2<br />

Wasserstoff als Druckgas<br />

CNG<br />

Compressed Natural Gas:<br />

komprimiertes Erdgas, besteht<br />

zu 75–98 Prozent aus Methan<br />

CSR<br />

Corporate Social Responsibility:<br />

bezeichnet die gesellschaftliche<br />

Verantwortung von Unternehmen,<br />

die ökonomische, ökologische<br />

und soziale Aspekte einbezieht.<br />

Direkteinspritzung<br />

Einspritzen des Kraftstoffs direkt<br />

in den Brennraum (im Gegensatz<br />

zur Saugrohreinspritzung)<br />

Direkteinspritzung, wandgeführt:<br />

Der Strahl trifft auf die Kolbenmulde<br />

(Brennraumwand), Vorteil:<br />

stabile Gemischaufbereitung.<br />

Dieses Verfahren wird beim Ottomotor<br />

eingesetzt.<br />

Direkteinspritzung, strahlgeführt:<br />

Die eingespritzte Gemischwolke<br />

wird gezündet, bevor sie auf den<br />

Kolben treffen kann. Dieses Verfahren<br />

wird beim Ottomotor eingesetzt.<br />

Direkteinspritzung, selbstzündend:<br />

ohne Fremdzündung<br />

(Zündkerze oder Glühstift).<br />

Dieselmotoren sind selbstzündend.<br />

TDI = selbstzündender<br />

Direkteinspritzer.<br />

Drehmomentaddition<br />

Ein Hybridfahrzeug kann entweder<br />

nur mit dem Verbrennungsmotor,<br />

nur mit dem Elektromotor<br />

oder durch beide Motoren gleichzeitig<br />

angetrieben werden. Zur<br />

Verbesserung der Beschleunigung<br />

wird das Drehmoment beider<br />

Motoren gleichzeitig genutzt.<br />

Drehstrom-Scheibenläufermotor<br />

Elektromotoren haben üblicherweise<br />

eine zylindrische Bauform.<br />

Im Hybridantrieb ist die Baulänge<br />

stark begrenzt, da der Elektromotor<br />

zwischen Verbrennungsmotor<br />

und Getriebe passen muss. Die<br />

Bauform ähnelt hier einer<br />

Scheibe, also großer Durchmesser<br />

bei kleiner Baulänge.<br />

Drosselklappe<br />

Klappe im Vergaser oder im Ansaugkanal<br />

der Einspritzanlage,<br />

die der Regulierung der vom<br />

Motor angesaugten Luft dient;<br />

wird beim Auto vom Gaspedal<br />

gesteuert<br />

DVB-T<br />

Digital Video Broadcasting<br />

Terrestrial: die terrestrische<br />

(durch die Luft) Übertragung<br />

von digitalem Fernsehen. Bisher<br />

wurden digitales Radio und Fernsehen<br />

über Satellit übertragen<br />

und dann durch Kabel zum<br />

Endkunden weitergeleitet. Mit<br />

DVB-T findet nun auch die letzte<br />

Übertragung terrestrisch statt –<br />

mittels auf der Erde stehender<br />

Sendemasten. Dank der hohen<br />

Übertragungsrate von 10–30<br />

MBit/s kann eine enorme Zahl<br />

an Programmen ausgestrahlt<br />

werden. Damit lassen sich die aus<br />

der Frequenzbegrenzung beim<br />

analogen Fernsehen resultierenden<br />

Kapazitätsprobleme bestens<br />

lösen. Außerdem sind Bild- und<br />

Tonqualität bei DVB-T absolut<br />

erstklassig.<br />

GPRS<br />

General Packet Radio Service:<br />

Der Datenübertragungsstandard<br />

GPRS ermöglicht theoretisch<br />

Übertragungsgeschwindigkeiten<br />

bis zu 128 KBit/s, in der Praxis<br />

allerdings wird man sich zunächst<br />

auf 28 KBit/s (D2, Viag)<br />

bzw. 40–50 KBit/s (D1, E-Plus)


eschränken. GPRS ist ein paketvermittelndes<br />

Verfahren. Die<br />

Daten werden in kleinen Paketen<br />

immer dann übertragen, wenn<br />

Netzkapazitäten frei sind. Damit<br />

wird das Netz nicht zusätzlich<br />

belastet, jedoch bedeutet dies<br />

auch, dass bei einem ausgelasteten<br />

Netz nur sehr wenige Datenpakete<br />

versendet werden können.<br />

Grünbuch<br />

Die von der Europäischen Kommission<br />

veröffentlichten Grünbücher<br />

sollen auf europäischer<br />

Ebene eine Debatte über grundlegende<br />

politische Ziele in bestimmten<br />

Bereichen (z.B. Sozialpolitik,<br />

einheitliche Währung,<br />

Fernmeldewesen, Altautorecycling)<br />

in Gang setzen. Die durch<br />

ein Grünbuch eingeleiteten<br />

Beratungen und Abstimmungen<br />

können die Veröffentlichung<br />

eines Weißbuchs zur Folge haben,<br />

in dem konkrete Maßnahmen für<br />

ein gemeinschaftliches Vorgehen<br />

vorgeschlagen werden.<br />

Homogener Magerbetrieb<br />

Motorbetrieb mit gleichmäßig<br />

durchgemischtem Kraftstoff-<br />

Luft-Gemisch bei Luftüberschuss<br />

ISM<br />

Bezeichnet Einrichtungen und<br />

Betriebsmittel, die Energie im<br />

Funkfrequenzbereich für industrielle,<br />

wissenschaftliche und<br />

medizinische Zwecke erzeugen<br />

und benutzen. (ISM ist abgeleitet<br />

vom engl.: industrial, scientific,<br />

medical).<br />

Kraftfluss<br />

Hier wird die Richtung beschrieben,<br />

in der sich die Antriebsleistung<br />

im Fahrzeug von der Erzeugung<br />

bis zur Straße fortsetzt,<br />

also vom Verbrennungsmotor<br />

(oder Elektromotor) über das<br />

Getriebe zu den Rädern.<br />

Lastpunktanhebung<br />

Bei normaler Fahrweise wird der<br />

Verbrennungsmotor oft mit geringer<br />

Leistung betrieben (z.B.<br />

bei geringer konstanter Geschwindigkeit),<br />

bei der der Wirkungsgrad<br />

jedes Verbrennungsmotors relativ<br />

schlecht ist. Wenn man in diesen<br />

Phasen den Elektromotor als Generator<br />

betreibt, kann man die<br />

spezifische Belastung und damit<br />

den Wirkungsgrad des Verbrennungsmotors<br />

anheben. Da die<br />

erzeugte Energie in der Batterie<br />

gespeichert wird, muss man allerdings<br />

die gesamte Wirkungsgradkette<br />

beachten.<br />

LH 2<br />

Flüssiger Wasserstoff<br />

LNG<br />

Flüssiggas, Propan/Butan-<br />

Gemisch<br />

MOTIV<br />

Mobilität und Transport im intermodalen<br />

Verkehr. Das nationale<br />

Verbundforschungsprogramm<br />

(1996–2000) besteht aus zwei Teilprogrammen:<br />

„Sichere Straße“<br />

(Entwicklung von neuen Fahrerassistenzprogrammen<br />

zur<br />

Glossar Abschluss & Anhang<br />

Erhöhung der Verkehrssicherheit)<br />

und „Mobilität in Ballungsräumen“<br />

(Vorbereitung der<br />

Realisierung gemischter<br />

Transportketten). Dazu soll ein<br />

Mobilitäts- und Transport-Datenverbund<br />

aufgebaut werden.<br />

Multipoint Einblassystem<br />

Luftunterstützte Einspritzung<br />

(= Einblassystem). Multipoint:<br />

Jeder Zylinder hat eine separate<br />

Kraftstoffeinspritzung.<br />

NGO<br />

Non-governmental Organization,<br />

Nichtregierungsorganisation<br />

PDA<br />

Der persönliche digitale Assistent<br />

ist ein Taschencomputer (weitere<br />

Bezeichnungen: Palmtop, Handheld),<br />

der mit einem standardisierten<br />

Betriebssystem, wie z.B.:<br />

WIN CE, Pocket Linux, Palm OS,<br />

Epoc, läuft.<br />

PROMETHEUS<br />

Von der <strong>deutsch</strong>en Automobilindustrie<br />

initiiertes Verkehrsprogramm<br />

(1986–1994), zu 50 Prozent<br />

national gefördert vom Bundesministerium<br />

für Bildung, Wissenschaft,<br />

Forschung und Technologie<br />

(BMFT), in dem Konzepte<br />

und Lösungen erarbeitet wurden,<br />

die den Verkehr in Europa mit<br />

Hilfe elektronischer Hochtechnologie<br />

(Ansatzpunkt Fahrzeugführung)<br />

sicherer, wirtschaftlicher,<br />

umweltfreundlicher und<br />

komfortabler machen sollen<br />

8<br />

116<br />

117


Saugrohr<br />

Kanal mit rundem Querschnitt<br />

zwischen Drosselklappe und<br />

Zylinderkopf<br />

Saugrohreinspritzung<br />

Der Kraftstoff wird in das Saugrohr<br />

vor das Einlassventil (im<br />

Gegensatz zur Direkteinspritzung<br />

in den Brennraum) eingespritzt<br />

Schwefelfreier Kraftstoff<br />

< 10 ppm (= Teilchen pro Million)<br />

Schwefelgehalt<br />

Shareholder Value<br />

Managementprinzip, das den<br />

Nutzen für die Aktionäre (Shareholder)<br />

verfolgt. Der Anteilseigner<br />

profitiert im Idealfall von einer<br />

hohen Dividende und steigenden<br />

Kursen. Der Shareholder Value<br />

kann auch als Marktwert des<br />

Eigenkapitals bezeichnet werden.<br />

SMS<br />

Short Message Service:<br />

Der Kurznachrichtenservice ist<br />

die Möglichkeit, Kurznachrichten<br />

zwischen Handys auszutauschen.<br />

Die Nachricht kann aus Wörtern,<br />

Zahlen oder einer alphanumerischen<br />

Kombination bestehen.<br />

Stakeholder Value<br />

Managementprinzip, das sich um<br />

die Berücksichtigung der Interessen<br />

gesellschaftlicher Anspruchsgruppen<br />

(Stakeholder) bemüht.<br />

Der aus der Befriedigung dieser<br />

Ansprüche abgeleitete Wert ist<br />

der Stakeholder Value.<br />

Teilhomogenisiert,<br />

fremdgezündet<br />

Nur ein Teil des Kraftstoff-Luft-<br />

Gemisches im Brennraum ist gut<br />

durchgemischt, der restliche Teil<br />

weniger und enthält meistens<br />

einen Luftüberschuss. Fremdzündung:<br />

eine Zündkerze (oder<br />

ein Glühstift) wird benötigt.<br />

Teillastbetrieb<br />

Der Motor läuft nicht bis zur<br />

äußersten Leistungsgrenze, oder<br />

das Gaspedal ist nur teilweise<br />

getreten; Volllast = voll durchgetretenes<br />

Gaspedal<br />

TDI-Pumpe-Düse-System<br />

Pumpe-Düse-System, Direkteinspritzsystem:<br />

Eine Pumpe-Düse-<br />

Einheit an jedem Zylinder produziert<br />

Einspritzdrücke von über<br />

2.000 bar. So werden eine saubere<br />

Verbrennung und ein hoher Wirkungsgrad<br />

erreicht.<br />

UNEP<br />

United Nations Environmental<br />

Programme. Umweltprogramm<br />

der Vereinten Nationen; seit 1998<br />

unter Leitung des früheren<br />

<strong>deutsch</strong>en Umweltministers<br />

Klaus Töpfer<br />

Weißbuch<br />

Siehe Grünbuch<br />

Wirbelkammer<br />

Nebenkammer des Zylinderkopfs<br />

beim klassischen Pkw-Dieselmotor,<br />

in die die angesaugte Luft<br />

durch den Kolben gepresst und<br />

dabei stark erhitzt wird. Eine<br />

Düse spritzt feinsten Dieselnebel<br />

in die Kammer, das Gemisch entzündet<br />

sich selbst in der komprimierten<br />

Luft.<br />

WOW<br />

World on Wheels, <strong>Volkswagen</strong>-<br />

Forschungsprojekt in Zusammenarbeit<br />

mit dem Modellversuch<br />

DVB-T Nord<strong>deutsch</strong>land<br />

(technische Leitung: Institut für<br />

Nachrichtentechnik). <strong>Volkswagen</strong><br />

demonstrierte im Rahmen der<br />

EXPO 2000 in fünf Fahrzeugen<br />

des Typs Business Caravelle das<br />

Verfahren DVB-T, einen Übertragungsstandard,<br />

der den Empfang<br />

digitaler Datendienste und TV-<br />

Programme auch im mobilen<br />

Bereich ermöglicht.<br />

Workholder Value<br />

Managementprinzip, das die<br />

Berücksichtigung der Interessen<br />

der Beschäftigten (Workholder)<br />

im Rahmen eines übergreifenden<br />

Managementsystems verfolgt.<br />

Zum Workholder Value<br />

gehören u.a. die Sicherung der<br />

Beschäftigung, eine angemessene<br />

Bezahlung und betriebliche<br />

Sozialleistungen.


Kontakte<br />

Allgemeine Fragen zum Umweltschutz<br />

und zum <strong>Umweltbericht</strong><br />

richten Sie bitte an:<br />

VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong><br />

Umweltkommunikation und<br />

Berichterstattung<br />

Dr. Ulrich Menzel<br />

Brieffach 1774/3<br />

38436 Wolfsburg<br />

Telefon (05361) 9-72804<br />

Telefax (05361) 9-72960<br />

E-Mail: ulrich.menzel@volkswagen.de<br />

Fachfragen beantworten Ihnen:<br />

VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong><br />

Forschung, Umwelt und Verkehr<br />

Dr. Ulrich Eichhorn<br />

Brieffach 1775/0<br />

38436 Wolfsburg<br />

Telefon (05361) 9-26670<br />

VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong><br />

Umwelt, Verkehr und<br />

Arbeitsschutz<br />

Rudolf Stobbe<br />

Brieffach 1896<br />

38436 Wolfsburg<br />

Telefon (05361) 9-23248<br />

VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong><br />

Umwelt, Produkt und Verkehr<br />

Dr. Horst Minte<br />

Brieffach 1774/3<br />

38436 Wolfsburg<br />

Telefon (05361) 9-78428<br />

VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong><br />

Umweltplanung<br />

Produktion/Standorte<br />

Günter Sager<br />

Brieffach 1897<br />

38436 Wolfsburg<br />

Telefon (05361) 9-28066<br />

VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong><br />

Arbeitsumwelt<br />

Jörg Nothdurft<br />

Brieffach 1426<br />

38436 Wolfsburg<br />

Telefon (05361) 9-25991<br />

VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong><br />

Fahrzeugnutzung,<br />

Fahrzeugrecycling<br />

Dr. Hartmut Heinrich<br />

Brieffach 1774/2<br />

38436 Wolfsburg<br />

Telefon (05361) 9-76040<br />

VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong><br />

Verkehr<br />

Axel Riemann<br />

Brieffach 1774/1<br />

38436 Wolfsburg<br />

Telefon (05361) 9-26314<br />

VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong><br />

Energiewandlung<br />

Dr. Wolfgang Steiger<br />

Brieffach 1778<br />

38436 Wolfsburg<br />

Telefon (05361) 9-28592<br />

VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong><br />

Umwelt-Beschaffung<br />

Wolfgang Gädicke<br />

Brieffach 1774/3<br />

38436 Wolfsburg<br />

Telefon (05361) 9-23807<br />

VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong><br />

Umweltschutzbeauftragter<br />

Produkt<br />

Dieter Pundt<br />

Brieffach 1768/0<br />

38436 Wolfsburg<br />

Telefon (05361) 9-76800<br />

Glossar/Kontakte<br />

Abschluss & Anhang<br />

VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong><br />

Kundendienst Produkttechnik<br />

Manfred Fischer<br />

Brieffach 1947<br />

38436 Wolfsburg<br />

Telefon (05361) 9-28063<br />

VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong><br />

Regierungsbeziehungen<br />

Reinhold Kopp<br />

Brieffach 1882<br />

38436 Wolfsburg<br />

Telefon (05361) 9-78622<br />

VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong><br />

Regierungsbeziehungen,<br />

Technik und Wissenschaft<br />

Dr. Hans-Jürgen Schäfer<br />

Brieffach 1882<br />

38436 Wolfsburg<br />

Telefon (05361) 9-72859<br />

VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong><br />

Kommunikation<br />

Harthmuth Hoffmann,<br />

Brieffach 1971<br />

38436 Wolfsburg<br />

Telefon (05361) 9-28699<br />

Fragen zum Umweltschutz der<br />

einzelnen Werke beantworten<br />

Ihnen die jeweiligen Umweltschutzbeauftragten<br />

(siehe Umwelterklärungen<br />

der Werke).<br />

Weitere Informationen finden<br />

Sie im Internet unter:<br />

www.volkswagen-umwelt.de<br />

E-Mail: umwelt@volkswagen.de<br />

8<br />

118<br />

119


Gerne senden wir Ihnen folgende Informationsmaterialien<br />

als Broschüre zu (bitte ankreuzen):<br />

Gerne senden wir Ihnen folgende Informationsmaterialien<br />

als Broschüre zu (bitte ankreuzen):<br />

<strong>Umweltbericht</strong><br />

<strong>Umweltbericht</strong> <strong>2001</strong>/<strong>2002</strong> (<strong>deutsch</strong>)<br />

<strong>Umweltbericht</strong> <strong>2001</strong>/<strong>2002</strong> (englisch)<br />

<strong>Umweltbericht</strong><br />

<strong>Umweltbericht</strong> <strong>2001</strong>/<strong>2002</strong> (<strong>deutsch</strong>)<br />

<strong>Umweltbericht</strong> <strong>2001</strong>/<strong>2002</strong> (englisch)<br />

Bestellung von<br />

Bestellung von<br />

Umwelterklärungen<br />

Umwelterklärung Werk Braunschweig<br />

Umwelterklärung Werk Chemnitz<br />

Umwelterklärung Werk Emden<br />

Umwelterklärung Werk Kassel<br />

Umwelterklärung Werk Zwickau/Mosel<br />

Umwelterklärung Werk Salzgitter<br />

Umwelterklärung Werk Wolfsburg<br />

Informationsmaterialien<br />

Umwelterklärungen<br />

Umwelterklärung Werk Braunschweig<br />

Umwelterklärung Werk Chemnitz<br />

Umwelterklärung Werk Emden<br />

Umwelterklärung Werk Kassel<br />

Umwelterklärung Werk Zwickau/Mosel<br />

Umwelterklärung Werk Salzgitter<br />

Umwelterklärung Werk Wolfsburg<br />

Informationsmaterialien<br />

zum Umweltschutz<br />

zum Umweltschutz<br />

Für den aktuellen Geschäftsbericht<br />

wenden Sie sich bitte an folgende Adresse:<br />

Für den aktuellen Geschäftsbericht<br />

wenden Sie sich bitte an folgende Adresse:<br />

VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong>, 38436 Wolfsburg<br />

VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong>, 38436 Wolfsburg<br />

2. korrigierte Auflage 02/<strong>2002</strong><br />

© Copyright <strong>2001</strong>: VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong>,<br />

Umwelt, Verkehr und Arbeitsschutz<br />

Konzeption/Redaktion:<br />

VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong><br />

crossrelations, Düsseldorf<br />

Grafik Konzeption/Gestaltung:<br />

nogala Werbeagentur, Dortmund<br />

Fotos:<br />

A.G.E.-Pearces (Mauritius, Frankfurt)<br />

A.G.E.-Stock (Mauritius, Frankfurt)<br />

P. Chesley (NGS, Washington)<br />

J. Freeman (Getty Images, München)<br />

B. Limberger (LOOK, München)<br />

P. Mozell (Stock Boston, Boston)<br />

D. Obertreis (Bilderberg, Hamburg)<br />

R. Olsenius (NGS, Washington)<br />

R. Weiß (Braunschweig)<br />

VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong>, Wolfsburg<br />

Lithografie:<br />

dpi… productions GmbH, Düsseldorf<br />

Druck:<br />

Druckerei Schlüter Vertriebsgesellschaft mbH,<br />

Schönebeck (Elbe)<br />

Alle Rechte bei der VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong>,<br />

Wolfsburg. Nachdruck und Bildrechte nur<br />

mit Genehmigung der VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong>.<br />

Die VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong> arbeitet ständig an<br />

der Weiterentwicklung aller Typen und<br />

Modelle. Bitte haben Sie Verständnis dafür,<br />

dass deshalb jederzeit Änderungen des<br />

Lieferumfangs, in Form, Ausstattung und<br />

Technik möglich sind. Aus den Angaben,<br />

Abbildungen und Beschreibungen dieses<br />

Berichts können daher keine Ansprüche<br />

hergeleitet werden.<br />

Art. Nr.: 115.1240.11.00


Land (nur bei Ausland)<br />

<strong>Volkswagen</strong> Distributionsservice<br />

Postfach 1450<br />

33762 Versmold<br />

Land (nur bei Ausland)<br />

<strong>Volkswagen</strong> Distributionsservice<br />

Postfach 1450<br />

33762 Versmold<br />

PLZ, Ort<br />

PLZ, Ort<br />

Straße, Nr.<br />

Straße, Nr.<br />

Vorname<br />

Vorname<br />

Name<br />

Name<br />

Bitte<br />

freimachen<br />

Bitte<br />

freimachen<br />

Absender<br />

Absender


VOLKSW<strong>AG</strong>EN <strong>AG</strong><br />

Umwelt, Verkehr und Arbeitsschutz<br />

Brieffach 1774<br />

38436 Wolfsburg<br />

Stand: Februar <strong>2002</strong><br />

Gedruckt auf chlorfrei gebleichtem Papier (TCF)<br />

Art.-Nr.: 115.1240.11.00