Volkswagen Umweltbericht 2001/2002 (deutsch) - Volkswagen AG

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Volkswagen Umweltbericht 2001/2002 (deutsch) - Volkswagen AG

Volkswagen

Umweltbericht 2001/2002

Mobilität und Nachhaltigkeit


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I n h a l t

E d i to r i a l

E i n l e i t u n g

G e l e i t w o r t e

Auf einen Blick

N a c h h a l t i g keit &

gesellschaftliche Ve r a n t wo rt u n g

H e ra u s fo rd e r u n g e n

C h a ra k t e r i s t i ka

G e s ch ä f t s s t ra t e g i e n

We r t s ch ö p f u n g

W i r t s ch a f t l i che Da t e n

G e s e l l s ch a f t l i che Ko m p e t e n z

Co r p o rate Social Re s p o n s i b i l i t y

Ko o p e rative Ko n fl i k t b e w ä l t i g u n g

U n t e r n e h m e n s b e w e r t u n g e n

U mweltpolitik & -management

U m w e l t p o l i t i k

K l i m a s chutz und Kra f t s to ff v e r b ra u ch

S a ch b i l a n z

U m w e l t ko s t e n

Ö ko - Au d i t

M i ta r b e i t e r

U m w e l t g e s ch i ch t e

Ziele und Maßnahmen

Pr o d u k t e

Pro d u k t p o l i t i k

F S I

U n s e re Modelle

E r fahrung mit dem Lupo 3L T D I

Forschung & Entwicklung

K ra f t s to ff s t ra t e g i e

Au to und Umwelt

Umweltmanagement in der T E

Das Ein-Liter- Au to

Vernetzte Mobilität

E l e k t ro h y b r i d fa h r z e u g e

Recycling

Produktion & St a n d o rt e

Weltweites Netzwerk

L o g i s t i k

L i e fe ra n t e n

Internationales Material-Daten-System

S tandorte und Re p o r ta g e n

Umweltdaten

Pa rtner & Pr o j e k t e

U m w e l t s chutz im Ku n d e n s e r v i c e

Porträt Au tohaus Stipsch i t z

Umsetzung der A l ta u to - R i ch t l i n i e

M o b i l i t ä t s p ro je k t e

V C D - Au to - U m w e l t l i s t e

E c o To p Te n - Pro je k t

Pa r t n e r s chaft mit dem NABU

Global Reporting Initiative

Pro jekt „Nachhaltige Mobilität“

Fa h r- und Spartipps

A bs c h l u ss & Anhang

Rü ck b l i ck Umweltbericht 19 9 9 / 20 0 0

De r U m w e l t b e r i cht wird geprüft

Te s ta t

G l o s sa r

Ko n ta k t e

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Die Kra f t st o ff st ra t e g i e

Wa s s e r s to ff wird sich e r einmal in Zukunft die meisten Au tos antre i b e n .

Bis dahin sind Erdgas, Synthesesprit und Tre i b s to ffe aus nach w a chsenden

Ro h s to ffen die Alternativen zu Benzin und Diesel.

S. 52

S. 76

O rt st e r m i n

Vo l k s w a g e n - M i ta r b e i t e r sind ideenre i ch und erfinderisch, wenn es um

Ve rantwortung für M e n s ch und Umwelt an ihrem Standort geht. Da s

re i cht vom Wa s s e r s p a ren bis zum T h ea t e r s t ü ck .

Pa rtner & Pr o j e k t e


S. 30

Gemeinsam sind wir stark

S. 97

Einsatz für zukünftige Generationen

Nachhaltigkeit & gesellschaftliche Verantwortung

Vorbeugen ist besser als heilen

Die Auszubildenden bei Volkswagen lernen den Schutz der Umwelt

mit seinen zahlreichen Facetten kennen. Der Klimaschutz ist

die größte umweltrelevante Aufgabe der Zukunft.

Produktion & Standorte

Volkswagen ist nicht nur Partner für seine

Kunden, sondern auch für seine Servicebetriebe.

Dazu kommen zahlreiche Engagements

für Umwelt und Nachhaltigkeit auf

nationaler wie internationaler Ebene.

Forschung & Entwicklung

S. 40

Die heutigen Bedürfnisse befriedigen,

ohne späteren Generationen die

Chancen zur Entwicklung zu nehmen.

Das ist für Volkswagen die Herausforderung,

verantwortungsbewusst

unternehmerisch zu handeln.

S. 15

Umweltpolitik & -management

FSI

Produkte

Ein Kürzel für die Zukunft. Weniger Verbrauch und

weniger Emissionen. Dank Benzindirekteinspritzung ist

der Ottomotor ein Stück umweltfreundlicher geworden.

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Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser,

unser Umweltbericht trägt erstmals einen Untertitel:

Mobilität und Nachhaltigkeit. Dafür gibt es gute Gründe.

Die Umweltschutzdiskussion wird immer häufiger um

andere Aspekte der Nachhaltigkeit von Unternehmen

erweitert – zu einer Gesamtbetrachtung der ökologischen,

wirtschaftlichen und sozialen Dimension unternehmerischen

Handelns. Die Diskussion darüber, was

ein Nachhaltigkeitsbericht enthalten soll, ist jedoch

noch offen. Aus diesem Grund sind wir am Dialog über

sinnvolle Leitplanken und Indikatoren einer Nachhaltigkeitsberichterstattung

sowohl auf nationaler wie

internationaler Ebene aktiv beteiligt und beabsichtigen,

in zwei Jahren einen Nachhaltigkeitsbericht vorzulegen,

der Ihren und unseren hohen Ansprüchen gerecht wird.

Das Spannungsverhältnis von Nachhaltigkeit und

Mobilität hat für uns zentrale Bedeutung. Mit der Fotolinie

„Mensch und Mobilität“ wollen wir darauf aufmerksam

machen, dass Mobilität in einer zusammenrückenden

und zunehmend dichter bevölkerten Welt oft

ein existenziell wichtiger Wert ist. Sie umweltgerecht

ermöglichen zu können fordert unsere ganze Kreativität.

Mobilität ist aber auch unser tägliches Geschäft, und

deshalb gibt der Bericht vor allem darüber Auskunft,

welche Anstrengungen wir in den letzten beiden Jahren

unternommen haben und welche Ziele wir verfolgen,

um weitere Fortschritte zu erreichen. Dabei spielt die

FSI-Technik eine zentrale Rolle auch in diesem Bericht.

Aber natürlich interessieren sich unsere Leser nicht nur

für Spitzenleistungen, sondern auch für die Umweltauswirkungen

aller Modelle. Mit der lückenlosen Darstellung

unserer Fahrzeuge wurde unser erster Umweltbericht

zum Vorbild in der Umweltberichterstattung unserer

Branche. Nun hat uns die Informationstechnik überholt.

Im Internet können wir Sie unter

www.volkswagen-umwelt.de

aktueller, kontinuierlicher und schneller informieren.

Im Umweltbericht verweisen wir an den entsprechenden

Stellen darauf und beschränken uns im Text mehr auf

grundsätzliche Darstellungen. Damit haben wir mehr

Raum für eine Strategiediskussion über die

langfristige Entwicklung der individuellen

Mobilität, für die das Auto steht, gewonnen.

Deshalb ist die Antriebs- und Kraftstoffstrategie

von Volkswagen ein weiteres Schwerpunktthema

dieses Berichts.

Im Zuge der Globalisierung hat sich die Zahl

der Volkswagen-Standorte weiter erhöht. Wir

stellen Ihnen darum exemplarisch vier Standorte

aus drei Kontinenten ausführlicher als

gewohnt vor und verweisen für eine detailliertere

Darstellung aller anderen Standorte auf

unsere Website

www.volkswagen-umwelt.de/vor-ort

Unser Umweltbericht ist weiterhin eine Einladung

zum Dialog über Mobilität, von dem wir –

und hoffentlich auch Sie – in den vergangenen

Jahren profitiert haben.

Ein Dankeschön möchte ich dem engagierten

Redaktionsteam aussprechen sowie allen

kompetenten Kolleginnen und Kollegen, die

mit ihren Informationen den Grundstein für

diesen Bericht gelegt haben.

Viel Spaß damit!

Dr. Horst Minte

Umwelt, Produkt und Verkehr


Einleitung

1


Geleitworte

Nachhaltiger Unternehmenserfolg und

Nachhaltige Mobilität

Volkswagen verfolgt eine langfristig orientierte Unternehmenspolitik.

Die Sicherung der Rentabilität und die

Erhöhung des Wertes unserer Produkte tragen dabei

ebenso zu unserem Erfolg bei wie die Entwicklung

flexibler Arbeitszeitmodelle und verbrauchsarmer Fahrzeuge.

Die Tradition von Volkswagen sowie das Umfeld

prägen dabei einen volkswagenspezifischen Weg der

nachhaltigen Unternehmensführung. Der Lupo 3L TDI

und die Vier-Tage-Woche stehen für diesen Weg. Gegenwärtig

sind die FSI-Technik und das Projekt „5000x5000“

wichtige Meilensteine.

Zukünftig wird Volkswagen auch Modelle der Oberklasse

auf den Markt bringen. Dieses ist eine konsequente Erweiterung

der Modellpalette. Auch in diesen Segmenten

möchten wir die Technologieführerschaft, die wir in den

anderen Fahrzeugklassen besitzen, unter Beweis stellen.

In den letzten Jahren haben wir unser Angebot an verbrauchsarmen

und wirtschaftlichen Fahrzeugen erweitert.

Der Drei-Liter-Lupo, seit 1999 auf dem Markt, ist

unsere Formel 1 in diesem Segment. Er führt bereits im

dritten Jahr hintereinander die Auto-Umweltliste des

Verkehrsclubs Deutschland an. Unsere Ziele gehen

jedoch noch weiter. An der Spitze steht das Ein-Liter-

Auto, das wir zurzeit entwickeln und das neue Maßstäbe

setzen wird.

Nachhaltige Mobilität macht Volkswagen jedoch nicht

nur an einzelnen Fahrzeugen fest. An dem TDI-Motor,

der zurzeit unsere sparsamste Technik ist, wird dies

besonders deutlich. Die Erhöhung des Dieselanteils

in der Volkswagen-Flotte auf über 40 Prozent leistet

auf lange Sicht einen quantifizierbaren Beitrag zum

Klimaschutz. Bei den Ottomotoren setzen wir ebenfalls

konsequent auf die Direkteinspritzung.

In den kommenden Jahren werden wir unser

Angebot an Fahrzeugen mit Motoren der FSI-

Technik deutlich erweitern. So wollen wir den

Flottenverbrauch weiter reduzieren und die

gemeinsame Zusage der Automobilindustrie

erfüllen, bis 2008 den CO2-Ausstoß je Kilometer

auf 140 Gramm zu senken. Bis sich

alternative Antriebsformen wie die Brennstoffzelle

durchsetzen werden, benötigen wir

konsequente Übergangsstrategien. Mit der

Kraftstoffstrategie bereitet sich Volkswagen

auf diese Zeitspanne vor. Sie umfasst eine

Effizienzerhöhung der Motoren, die Einbeziehung

alternativer Energiequellen zur Kraftstoffherstellung

und die Entwicklung von

CO2-neutralen Pfaden zum Fahrzeugbetrieb.

FSI und Kraftstoffstrategie werden langfristig

den Erfolg von Volkswagen sichern, so wie der

bei Volkswagen vor 25 Jahren in den Markt

eingeführte Dieselmotor.

Für den Erfolg an der Börse sind häufig jedoch

kurzfristigere Faktoren entscheidend. Wie die

Entwicklung an den internationalen Finanzmärkten

zeigt, müssen nachhaltiger Unternehmenserfolg

und Shareholder Value jedoch

nicht im Widerspruch zueinander stehen.

Indizes wie der Dow Jones Sustainability World

Index (DJSI World) der New Yorker Börse oder

der FTSE4Good der Londoner Börse, die Unternehmen

nach Kriterien der Nachhaltigkeit

bewerten, beginnen sich durchzusetzen. Wir

empfinden es als Bestätigung unserer Unternehmensstrategie,

dass Volkswagen in beide

Indizes aufgenommen wurde.

Wolfsburg, im Dezember 2001

Dr. techn. h. c. Dipl.-Ing. ETH Ferdinand Piëch

Vorsitzender des Vorstands


Begriffe, die sehr häufig in der öffentlichen Diskussion

verwendet werden, drohen ihren Aussagewert zu verlieren.

Leider geht es dem Begriff der „Nachhaltigkeit“

nicht besser. Ohne ein klares Begriffsverständnis wird

„Nachhaltigkeit“ zu einem Synonym für „Dauerhaftigkeit“

oder „Nachdrücklichkeit“. Beides entspricht jedoch

nicht der ursprünglichen Bedeutung des Begriffes. Ausgehend

vom Umweltgipfel in Rio de Janeiro von 1992,

sollte der Begriff „Nachhaltigkeit“ für ein Gestaltungsprinzip

gesellschaftlicher Entwicklung stehen. Dieses

Gestaltungsprinzip fordert, den zukünftigen Generationen

mindestens gleichwertige Entwicklungsgrundlagen

zu überlassen bzw. zu hinterlassen. Dieses Gestaltungsprinzip

bezieht sich ausdrücklich auf die Gestaltung

von Ökologie, Ökonomie und der sozialen Lebensverhältnisse.

Es ist ein großer Fortschritt, darauf aufmerksam

gemacht zu haben, dass diese drei Dimensionen

nur integriert und nicht isoliert voneinander gestaltet

werden können.

Der Gesamtbetriebsrat fühlt sich natürlich in besonderer

Weise der sozialen Dimension von Nachhaltigkeit verpflichtet

und hat zentrale Strategien, Vereinbarungen

und Projekte aus diesem Blickwinkel auf den Weg

gebracht. Hierzu seien nur folgende herausragende

Beispiele genannt:

Mit der Einführung der so genannten Vier-Tage-

Woche sind 1994 in einer akuten Beschäftigungskrise

Massenentlassungen und damit die Auflösung von

Beschäftigungsverhältnissen verhindert worden. Stattdessen

konnten auch für zukünftige Generationen

Beschäftigungskapazitäten gesichert werden.

Mit dem Zeitwertpapier, der Altersteilzeit, der Einstellung

und Übernahme von Auszubildenden ist bei

Volkswagen ein Generationen übergreifendes System

der Beschäftigungsentwicklung entstanden, das einem

Generationenvertrag entspricht.

Soziale Verantwortung fordert

Nachhaltigkeit

Geleitworte Einleitung

Mit der Aktion „Eine Stunde für die

Zukunft“ betont der Gesamtbetriebsrat die

globale soziale Verantwortung von transnationalen

Konzernen auch über die eigenen

Firmengrenzen hinaus und stellt hierbei

heraus, dass eine Trennung der Überlebensinteressen

von Menschen nach Weltregionen

überholt ist.

Das Gestaltungsprinzip der Verhinderung

von Standortschließungen und Massenentlassungen

im weltweiten Volkswagen-Konzern

folgt der Maßgabe einer global ungeteilten

und unteilbaren sozialen Verantwortung.

An den vier genannten Beispielen wird deutlich,

dass Nachhaltigkeit als Maßgabe für

soziale Verantwortung stark auf die Herstellung

von Gleichgewichten abzielt. Gleich

gewichtet werden soziale Verpflichtung und

ökonomische Leistungsfähigkeit, die Teilhabeinteressen

der Generationen sowie die

Entwicklungsansprüche der Standorte in den

unterschiedlichen Weltregionen. Ressourcenvernichtung

oder gar -zerstörung werden

somit vermieden, erweiterte Entwicklungsmöglichkeiten

werden hierdurch erschließbar.

Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung

verhalten sich aus diesem Grund wie ein

Gestaltungsprinzip zu einer Zielsetzung.

Beide bedingen einander und lassen aus einer

Forderung reale Verhältnisse entstehen. In

diesem Sinne werden wir weiterarbeiten.

Klaus Volkert

Vorsitzender des Gesamt- und

Konzernbetriebsrats

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Auf einen Blick

Die Marken Volkswagen-Pkw und -Nutzfahrzeuge in Zahlen

Volkswagen-Pkw

2000

1999

+/- (in Prozent)

Volkswagen-Nutzfahrzeuge

2000

1999

+/- (in Prozent)

Benzin-DI*

Benzin

Alternative Antriebe

Diesel-DI*

Diesel

*DI = Direkteinspritzung.

Belegschaft

Tsd. (Stand

31.12.)

100 %

125,6 992

12.923 122,7

80 %

60 %

40 %

20 %

17.756 + 2,3

18,0

17,5

+ 2,8

Antriebsentwicklung von 1995 bis 2015

Zukünftige Marktanteile

Quelle: RWTH Aachen

Produktion

Tsd.

Fahrzeuge

*Ohne außerordentliche Aufwendungen/Altauto-Richtlinie.

Quelle: VOLKSWAGEN AG

1.999

1.981

+ 0,9

247

238

+ 3,7

Absatz

Tsd.

Fahrzeuge

2.396

2.382

+ 0,6

289

284

+ 1,5

Minderung der CO 2-Emissionen durch sinkenden Flottenverbrauch

ACEA-CO2-Zusage

ACEA-Istzustand

Volkswagen

%

0

-10

-20

-30

-40

1995

2000 2005 2010

Beitrag von Volkswagen zur Erfüllung der ACEA-CO 2-Zusage

(0 % entspricht CO 2-Emissionen auf Basis des Flottenverbrauchs 1995)

Quelle: VOLKSWAGEN AG

1995 2000 2005 2010 2015

Umsatz

Mio. ¤

46.544

43.546

+ 6,9

4.562

4.348

+ 4,9

Ergebnis vor

Steuern*

Mio. ¤

1.671

1.348

+ 24,0

258

249

+ 3,5

Stand Öko-Audit (EMAS)

Erstzertifizierung

Standorte

VW Emden

VW Zwickau/Mosel

VW Braunschweig

VWK Wolfsburg

VW Salzgitter

VW Wolfsburg

VW Navarra

VW Kassel

VWK Kassel

VW Chemnitz

VWN Hannover

Erstzertifizierung

geplant:

VW Brüssel

VW Poznan

Rezertifizierung

durchgeführt:

VW Emden

VW Zwickau/Mosel

VW Braunschweig

VW Salzgitter

VWK Wolfsburg

VW Navarra

VW Wolfsburg

Rezertifizierung

geplant:

VW Kassel

VWK Kassel

VW Chemnitz

VW Zwickau/Mosel

Quelle: VOLKSWAGEN AG

Datum

09/95

03/96

06/96

07/96

12/96

12/97

12/97

11/98

11/98

07/99

03/01

04/02

03/03

09/98

09/01

05/99

06/99

11/99

11/99

11/00

01/01

12/01

12/01

04/02

04/02


Nachhaltigkeit &

gesellschaftliche Verantwortung

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2


Nachhaltigkeit – Herausforderung

unternehmerischen Handelns

Seit dem Bericht der Brundtland-Kommission von 1987

und der UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung in

Rio de Janeiro im Jahr 1992 ist Nachhaltige Entwicklung

zu einem globalen politischen Leitbild geworden. So

vielfältig der Begriff der Nachhaltigkeit bereits Eingang

in die politische Diskussion gefunden hat, so offen ist

indessen seine Bedeutung geblieben. Für die Integration

dieses Leitbildes in ein Unternehmen ist daher eine

konkrete Bestimmung des Begriffs Nachhaltige Entwicklung

erforderlich.

Der von der Brundtland-Kommission geprägte Begriff der

Nachhaltigkeit zielt insbesondere auf die Gerechtigkeit

zwischen den Generationen ab. Nachhaltigkeit wird verstanden

als die Befriedigung der Bedürfnisse gegenwärtiger

Generationen, ohne das dadurch die Entwicklungschancen

zukünftiger Generationen und deren Möglichkeiten,

ihre eigenen Bedürfnisse zu erfüllen, eingeschränkt

werden. Volkswagen interpretiert dies als Aufforderung,

eine langfristig orientierte Unternehmenspolitik zu

betreiben, die sich nicht nur ökonomischen, sondern

zugleich auch ökologischen und sozialen Herausforderungen

stellt. In dieser Hinsicht gehört Nachhaltige Entwicklung

zu den neuen politischen Herausforderungen für

Unternehmen. Dabei unterliegt das Unternehmen nicht

nur gesetzlichen Rahmenbedingungen, sondern ist auch

Herausforderungen durch neue politische Prozesse

Unternehmen, NGOs, Beschäftigte,

Investoren, Verbraucher

Internationale Organisationen,

Verbände

EU, Nationalstaaten

Quelle: VOLKSWAGEN AG

Selbstverantwortung

c

d

Richtlinien,

Selbstverpflichtungen

c

d

c

d

c

d

Gesetzliche

Rahmenbedingungen

selbstverantwortlicher Akteur und Partner von

Institutionen und Organisationen bei der

Gestaltung einer Nachhaltigen Entwicklung.

Für Volkswagen umfasst Nachhaltigkeit

insgesamt drei zentrale Elemente:

• dauerhafte Balance des ökonomischen,

ökologischen und sozialen Systems und das

Streben nach einem langfristigen Ausgleich

divergierender Interessen

• Verantwortung für das eigene Handeln auf

regionaler, nationaler und globaler Ebene

• transparente Kommunikation und faire

Kooperation

Nachhaltigkeit bedeutet vernetztes Denken

Die Nachhaltige Entwicklung ist ein Prozess

aller gesellschaftlichen Gruppen, von Bürgern

und Staat, Unternehmen und Kunden, Verbänden

und Parteien. Nachhaltigkeit bedeutet,

die eigenen Interessen nicht mehr isoliert,

sondern vor dem Hintergrund ökonomischer,

ökologischer und sozialer Aspekte zu bewerten.

Anforderungen gesellschaftlicher

Anspruchsgruppen

Marktanforderungen

Forderungen auf

staatlicher Ebene


Insbesondere von Unternehmen wird erwartet, dass sie

eine aktive Rolle übernehmen. Ökonomisch betrachtet

sind Unternehmen und ihre Mitarbeiter Schöpfer gesellschaftlichen

Wohlstands. Technologisch gesehen sind sie

Förderer des Fortschritts. Zur Produktion von Gütern

und Dienstleistungen nehmen sie natürliche Ressourcen

in Anspruch. Zugleich schaffen und sichern sie Arbeitsplätze

und soziale Sicherheit und eröffnen ihren Mitarbeitern

Möglichkeiten für die individuelle Entfaltung.

Ökologisch gesehen beanspruchen Unternehmen die

Belastungsfähigkeit der Biosphäre. Damit sind Unternehmen

ökonomische, ökologische, technologische und

soziale Akteure, die zu einer Nachhaltigen Entwicklung

beitragen können.

Volkswagen ist als Corporate Citizen ein Teil der Gesellschaft.

Als global agierendes Unternehmen werden wir

in verschiedenen Ländern und Kulturkreisen mit unterschiedlichen

gesellschaftlichen Rahmenbedingungen

und Erwartungen konfrontiert und beteiligen uns dort

World Summit on Sustainable Development 2002 „Rio plus zehn“

Zehn Jahre nach dem so genannten „Erdgipfel von Rio“, der Konferenz

der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung 1992 in

Rio de Janeiro, wird die internationale Staatengemeinschaft im

September 2002 in Johannesburg auf dem World Summit on Sustainable

Development (WSSD) hinsichtlich der Beschlüsse und Ergebnisse

von Rio Bilanz ziehen. Vordringliche Aufgabe des Treffens

ist es, der globalen Umweltpolitik und dem Streben nach einer

Nachhaltigen Entwicklung neue Anstöße zu geben. Nicht nur Regierungen,

sondern auch Wirtschaftsunternehmen werden Rechenschaft

ablegen, welchen Beitrag sie innerhalb der letzten zehn Jahre geleistet

haben, um die Armut zu bekämpfen, die Ressourcen der Erde sparsamer

einzusetzen und das Leben so zu gestalten, dass künftige

Generationen eine lebenswerte Welt vorfinden.

Bei der Konferenz in Rio de Janeiro war Volkswagen u. a. durch seinen

Vorstandsvorsitzenden Dr. Carl Hahn vertreten. Im Vorfeld der

Nachfolgekonferenz ziehen Unternehmensleitung und Standorte

Bilanz. Gleichzeitig werden, vor allem an den Fertigungsstätten in

den industriellen Schwellenländern, neue Initiativen gestartet. Die

Beteiligung an Arbeitskreisen für eine lokale Agenda 21 dient an

zahlreichen Standorten dazu, mit Behörden und Bevölkerung an

Maßnahmen zur Zukunftssicherung dieser Standorte zu arbeiten.

Herausforderungen Nachhaltigkeit & Verantwortung

an der gesellschaftlichen Entwicklung. Durch

die aktive Teilnahme an der UN-Konferenz für

Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio de

Janeiro und als Gründungsmitglied des World

Business Council for Sustainable Development

(WBCSD) haben wir uns frühzeitig mit dem

Thema Nachhaltigkeit und seinen Herausforderungen

für Unternehmen auseinander gesetzt.

Volkswagen betrachtet das Konzept der

Nachhaltigkeit nicht nur vor dem Hintergrund

ethischer Erwartungen der Gesellschaft an

Unternehmen, sondern auch als wesentlichen

Beitrag zur Sicherung und Steigerung der globalen

Wettbewerbsfähigkeit des gesamten

Konzerns. Ökonomischer Erfolg wird zunehmend

auch durch die langfristige Integration

von ökologischen und sozialen Zielen erreicht.

Im Rahmen des Engagements im „Mobility-Forum“ des

Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP)

erarbeitet Volkswagen gemeinsam mit weiteren internationalen

Automobilherstellern für das WSSD in

Johannesburg eine Bestandsaufnahme der seit der Konferenz

von Rio umgesetzten Aktivitäten und plant weitere

Initiativen. Darüber hinaus analysiert Volkswagen gemeinsam

mit anderen deutschen Unternehmen, Ministerien,

Verbänden und gesellschaftlichen Gruppen in

der „Rio-plus-zehn-Transparenz-Initiative“ der deutschen

Bundesregierung, welchen Beitrag die Auslandsinvestitionen

der deutschen Wirtschaft zu einer Verbesserung

der Lebensbedingungen in den Entwicklungs- und

Schwellenländern leisten. Diese Untersuchung soll

gleichzeitig einen Lernprozess in Gang setzen, dessen

Ergebnis im Rahmen der Konferenz in Südafrika kommuniziert

wird.

www.johannesburgsummit.org

2

8

9


Charakteristika nachhaltiger

Unternehmensentwicklung

Nachhaltigkeit verstehen wir als einen kontinuierlichen

Lernprozess, der sich durch folgende Charakteristika

kennzeichnen lässt.

Evolution: Die Nachhaltige Entwicklung eines Unternehmens

knüpft an die Tradition, die Kultur und das Umfeld

des jeweiligen Unternehmens an. Dies führt zu einem

unternehmensspezifischen Weg der Nachhaltigkeit.

Zentrale Ansatzpunkte für Volkswagen sind sowohl die

kooperative Konfliktbewältigung und die betriebliche

Mitbestimmung der Mitarbeiter als auch die starke regionale

Verwurzelung und der aus Nachkriegserfahrungen

resultierende sparsame Umgang mit knappen Ressourcen.

Integration: Statt einer isolierten Optimierung der ökonomischen,

sozialen und ökologischen Aspekte des

Unternehmens wird eine integrierte Betrachtung angestrebt.

Beispielhaft hierfür ist das Projekt „AutoVision“

Strategische Beiträge zur Nachhaltigen Entwicklung bei Volkswagen

Innovative Umweltpolitik

• Konzernweite Umweltziele

• Umweltmanagementsysteme

• Ökologische

Produktinnovationen

• Transparente

Umweltkommunikation

• Externe Kooperationen

Integration

Ökologie

Steigerung des

Unternehmenswertes

Ökonomie

Soziales

Langfristige Unternehmenssicherung

• Modulstrategie im Fahrzeugbau

• Effiziente Motorentechnologie

• Leichtbau

• Mobilitätsdienstleistungen

Wirtschaftsförderung

• Innovations-Campus

• Wettbewerb promotion

• Zuliefereransiedlung

Flexibilisierung der Arbeit

• Vier-Tage-Woche

• Zeit-Wertpapier

• Pensionsfonds

• Qualifizierung

• Personal-Service-Agentur

• Projekt „5000 x 5000“

(siehe Seite 17). Hier wird das Ziel einer Halbierung

der Arbeitslosenzahl am Standort Wolfsburg

durch ökonomische Maßnahmen zur

Förderung von Unternehmensgründungen

und technischen Innovationen auch mit

einem ökologischen Anspruch kombiniert.

Kommunikation: Gesellschaftliche Akteure

müssen sich über ihre jeweiligen Beiträge zu

einer Nachhaltigen Entwicklung der Gesellschaft

verständigen. Dies setzt Kommunikations-,

Lern- und Kooperationsbereitschaft

voraus. Umweltberichte, Umwelterklärungen

und Sachbilanzen zeigen, dass für Volkswagen

eine transparente Kommunikation selbstverständlich

ist. In verschiedenen externen Foren

engagiert sich Volkswagen zu Themen der Nachhaltigkeit:

Zusammen mit dem WBCSD sind

wir insbesondere an dem Projekt „Sustainable

Mobility“ (siehe Seite 109) beteiligt. Auch im

Synergien

Quelle: VOLKSWAGEN AG


„Mobility Forum“ des Umweltprogramms der UN (UNEP)

ist Volkswagen engagiert. Im Rahmen von CSR Europe

kooperieren wir mit anderen europäischen Firmen bezüglich

der sozialen Verantwortung von Unternehmen.

Volkswagen ist Gründungsmitglied des econsense-

Forums „Nachhaltige Entwicklung“ des Bundesverbandes

der Deutschen Industrie (BDI). Kooperationen zum

Thema Umweltschutz unterhält Volkswagen u. a. mit dem

Freiburger Öko-Institut (siehe Seite 106) und dem Naturschutzbund

Deutschland (NABU) (siehe Seite 107).

www.volkswagen-umwelt.de/wissen/kooperationen-projekte

Innovation: Die ganzheitliche Sichtweise der Nachhaltigkeit

führt zu einem permanenten kritischen Hinterfragen

des bisher Erreichten und eröffnet damit Innovationspotenziale.

Ergebnisse dieses Denkens sind beispielsweise

die „atmende Fabrik“ (siehe Seite 17), das Zeit-

Wertpapier (siehe Seite 17) und das erste Drei-Liter-Auto

(siehe Seite 50).

Geschäftsstrategien und Nachhaltigkeit

Strategien zur langfristigen Erfolgssicherung müssen

sich sowohl auf technische und marktliche Entwicklungen

als auch auf Herausforderungen von Gesellschaft und

Umwelt beziehen. Unter dem Leitbild der Nachhaltigkeit

und seiner ökologischen, ökonomischen und sozialen

Dimension kann auf strategische Ansätze und Leistungen

in vielen Unternehmensbereichen von Volkswagen

zurückgegriffen werden, die alle einen Beitrag zu einem

nachhaltig wirtschaftenden Unternehmen und seiner

Rolle in einer nachhaltig orientierten Gesellschaft leisten.

Diese gilt es aber in die Entwicklung einer Nachhaltigkeitsstrategie

auch zu integrieren.

Die Grundsätze, die uns bei der Integration leiten, wurden

in diesem Kapitel bereits dargestellt. Die Ökologie steht

im Zentrum dieses Berichts, ihr sind die folgenden Kapitel

gewidmet. Es ist deshalb weiterhin der Volkswagen-

Umweltbericht. Im Kapitel Nachhaltigkeit wollen wir

Ihnen aber noch einen Ausblick auf die ökonomische

und soziale Dimension bei Volkswagen geben. In der

ökonomischen Säule der Nachhaltigkeit stehen aktuell

vor allem die Marken- und Produktstrategie, die Modulstrategie

und die Kraftstoffstrategie im Blickpunkt.

Charakteristika/Geschäftsstrategien Nachhaltigkeit & Verantwortung

Marken- und Produktstrategie

Mit der Mehrmarkenstrategie und der Produktentwicklungsstrategie

erweitert Volkswagen

kontinuierlich seine Angebotspalette durch

technologisch hochwertige Produktleistungen

einschließlich ökologisch hocheffizienter und

wirtschaftlicher Fahrzeuge und trägt sowohl

zur Erhöhung des Markenwertes als auch zur

Erschließung der Markt- und Ertragspotenziale

bei.

Modulstrategie

Bei der Modulstrategie handelt es sich um ein

Produktentwicklungs- und Produktionskonzept,

bei dem mehrere ausgewählte Module

als Teile in mehreren Modellklassen eingesetzt

werden. Aus den Synergiepotenzialen resultieren

u. a. Einsparungen bei Entwicklung und

Einkauf. Das Modulkonzept ist auch Ausdruck

eines standortübergreifenden integrierten

Entwicklungsprozesses, der ein vergleichbares

technologisches Niveau bei allen Beteiligten

erfordert und deshalb einen starken Impuls für

Technologietransfers darstellt.

Kraftstoffstrategie

Mit seiner Kraftstoffstrategie bereitet sich

Volkswagen auf ein langfristig zu erwartende

Verknappung konventioneller Energiereserven

vor. Dabei handelt es sich um eine Übergangsstrategie,

da die weitere Entwicklung

von Antriebstechnologien nicht von heute auf

morgen erfolgt. Die Kraftstoffstrategie umfasst

dabei die drei Felder der konsequenten Erhöhung

der Effizienz der Antriebsaggregate, der

Einbeziehung alternativer Energiequellen in

die Kraftstoffherstellung und der Entwicklung

von CO2-neutralen Wegen des Fahrzeugbetriebs.

Die Einführung der FSI-Technik ist nur

ein Baustein der umfassenden Strategie (siehe

Seite 52).

2

10

11


Wertschöpfung und Nachhaltige Wertsteigerung

Volkswagen weist seit Jahren in seinem Geschäftsbericht

die Wertschöpfung des Konzerns aus. Die Einführung

der Wertschöpfungsrechnung war ein wichtiger Entwicklungsschritt

im Rahmen der betriebswirtschaftlichen

Rechnungslegung, da sie es ermöglicht, neben den Aktionären

als Shareholdern wichtige Stakeholder wie die

Mitarbeiter und den Staat, im Ergebnisausweis darzustellen.

Damit kann die Transparenz in der sozialen

Dimension deutlich verbessert werden, die ökologische

Dimension wird von der Wertschöpfungsrechnung aber

noch nicht erfasst.

Wertschöpfungsrechnung der VOLKSWAGEN AG

2000 1999 Veränderung

im Vergleich

zum Vorjahr

43.447

3.612

37.980

9.079

40.094

3.063

34.711

8.446

Die Wertschöpfung ist Ausdruck für den Beitrag

an Gütern und Dienstleistungen, den ein Unternehmen

aus eigener Kraft der Gesellschaft

zur Verfügung stellt. Auf der Entstehungsseite

wird das Marktergebnis, die Umsatzerlöse, von

der für ein Unternehmen wichtigsten Stakeholdergruppe,

den Kunden, bestimmt. Der

damit erzielte Ertrag verteilt sich auf die verschiedenen

weiteren Anspruchsgruppen des

Unternehmens wie Mitarbeiter, Aktionäre,

den Staat oder Kreditgeber. Eine nachhaltige

+ 3.353

+ 549

+ 3.269

+ 633

Veränderung

im Vergleich

zum Vorjahr

Entstehung In Mio. ¤ In Mio. ¤ In Mio. ¤ In Prozent

Umsatzerlöse

+ sonstige Erträge

– Vorleistungen

Wertschöpfung

2000 2000 1999

507

6.608

1.278

369

317

9.079

5,6

72,8

14,1

4,0

3,5

100,0

327

6.327

1.283

184

325

8.446

1999

+ 8,4

+ 17,9

+ 9,4

+ 7,5

3,9

74,9

15,2

2,2

3,8

100,0

Veränderung

im Vergleich

zum Vorjahr

+ 180

+ 281

- 5

+ 185

- 8

+ 633

Veränderung

im Vergleich

zum Vorjahr

Verteilung in Mio. ¤ in Prozent in Mio. ¤ in Prozent in Mio. ¤ in Prozent

An Aktionäre (Dividende)

An Mitarbeiter

(Löhne, Gehälter, Soziales)

An den Staat

(Steuern, Abgaben)

An Kreditgeber

(Zinsaufwand)

An das Unternehmen

(Rücklagen)

Wertschöpfung

Quelle: VOLKSWAGEN AG

+ 54,8

+ 4,4

- 0,4

+ 100,2

- 2,3

+ 7,5


Wertschöpfung bemüht sich dabei um eine angemessene

Berücksichtigung der Beiträge der unterschiedlichen

Interessengruppen.

Die Wertschöpfungsrechnung der VOLKSWAGEN AG als

Teil der Wertschöpfungsrechnung des Konzerns weist

etwa neun Milliarden Euro aus. Die Verteilungsseite

macht deutlich, dass die Mitarbeiter wesentlich an der

Wertschöpfung beteiligt sind und entsprechend mit 72,8

Prozent den höchsten Anteil haben. Die Leistungen an

den Staat über Steuern und Abgaben sind innerhalb der

Automobilindustrie ebenfalls hoch. Sie repräsentieren

den Teil der Leistungen an die Gesellschaft, über deren

Verwendung nicht das Unternehmen – beispielsweise

über Sponsoringaktivitäten –, sondern die gewählten

Repräsentanten der Bürger an den internationalen Standorten

des Unternehmens entscheiden. Aufgrund des

guten Geschäftsverlaufs und des gestiegenen Jahresüberschusses

konnte die Dividende, die an die Aktionäre

ausgeschüttet wird, deutlich erhöht werden. Die hohen

Rücklagen repräsentieren die Aktivitäten des Unternehmens,

zur langfristigen Zukunftssicherung die Substanz

des Unternehmens zu stärken.

Die Wertschöpfung kann weder einseitig an der Umsatzrentabilität

noch an der Dividende orientiert sein. Nachhaltig

wirtschaftlicher Erfolg ist langfristig orientiert. Er

stützt sich auf die Qualität und hohe Rate der Investitionen

in Mitarbeiter, Prozesse und Anlagen, also in das

Kapital der Unternehmung. In einer transparenten marktwirtschaftlichen

Gesellschaft gehört dazu auch das Vertrauen

der Kunden, der Öffentlichkeit und der staatlichen

Institutionen der Länder, in denen das Unternehmen

agiert.

Wertschöpfung/Wirtschaftliche Daten

Nachhaltigkeit & Verantwortung

In diesem Sinne arbeitet Volkswagen für eine

nachhaltige Wertsteigerung. Shareholder Value,

Stakeholder Value und Workholder Value

schließen sich dabei nicht aus, sondern sind

Teil einer wertorientierten Unternehmensführung,

die den Beitrag der unterschiedlichen

Anspruchsgruppen des Unternehmens angemessen

berücksichtigt und honoriert.

Wirtschaftliche Daten und Fakten der

Marke Volkswagen

Volkswagen ist – gemessen an der Zahl der hergestellten

und verkauften Fahrzeuge – der größte

europäische Automobilhersteller. Obwohl

bereits 1938 gegründet, nahm das Unternehmen

erst nach dem Zweiten Weltkrieg die

Produktion des ersten Volkswagens auf, der

später als „Käfer“ Automobilgeschichte geschrieben

hat. Seit 1950 gehören auch Transporter

zum Volkswagen-Produktprogramm.

Die Modellpalette hat sich in über 60 Jahren

Firmengeschichte sowohl bei den Nutzfahrzeugen

(Transporter, Caravelle, Multivan, LT)

als auch bei den Pkw (Lupo, Polo, Golf, Bora,

New Beetle, Passat und Sharan) stark erweitert.

Volkswagen verfügt neben dem Stammwerk in

Wolfsburg und zahlreichen Standorten in

Europa über Produktions- und Montagestandorte

weltweit, u. a. in Brasilien, Mexiko,

Südafrika und China.

2

12

13


Die Marken Volkswagen-Pkw und -Nutzfahrzeuge in Zahlen

Volkswagen-Pkw

2000

1999

+/- (in Prozent)

Volkswagen-Nutzfahrzeuge

2000

1999

+/- (in Prozent)

Region Nordamerika

2000

1999

+/- (in Prozent)

Region Südamerika/Afrika

2000

1999

+/- (in Prozent)

Region Asien/Pazifik

2000

1999

+/- (in Prozent)

Belegschaft

Tsd. (Stand

31.12.)

125,6

122,7

+ 2,3

18,0

17,5

+ 2,8

Belegschaft

Tsd. (Stand

31.12.)

18,0 992

12.923 17,5

17.756 + 2,8

36,8

37,3

- 1,3

17,0

15,9

+ 6,7

Produktion

Tsd.

Fahrzeuge

*Ohne außerordentliche Aufwendungen/Altauto-Richtlinie.

1.999

1.981

+ 0,9

247

238

+ 3,7

Produktion

Tsd.

Fahrzeuge

426

410

+ 3,8

628

523

+ 20,1

332

314

+ 5,8

*Einschließlich Finanzdienstleistungen ergab sich ein positives Ergebnis.

x: Veränderung um mehr als 100

Quelle: VOLKSWAGEN AG

Absatz

Tsd.

Fahrzeuge

2.396

2.382

+ 0,6

289

284

+ 1,5

Absatz

Tsd.

Fahrzeuge

728

649

+ 12,2

643

552

+ 16,5

394

367

+ 7,5

Umsatz

Mio. ¤

Umsatz

Mio. ¤

46.544

43.546

+ 6,9

4.562

4.348

+ 4,9

15.459

11.561

+ 33,7

7.029

5.088

+ 38,1

4.297

3.139

+ 36,9

Ergebnis vor

Steuern*

Mio. ¤

1.671

1.348

+ 24,0

258

249

+ 3,5

Ergebnis vor

Steuern

Mio. ¤

684

372

+ 83,9

- 4*

- 363

x

320

243

+ 31,6


Gesellschaftliche Kompetenz –

ein Erfolgsfaktor für Volkswagen

Wie von kaum einem anderen Unternehmen in Deutschland

wird von Volkswagen die Übernahme gesellschaftlicher

Verantwortung erwartet. Nach einer repräsentativen

Umfrage des IMAS-Instituts München aus dem

Jahr 2001 besitzt Volkswagen in der deutschen Bevölkerung

ein sehr gutes Sozialimage. Dieses Ansehen ist Anerkennung

und Herausforderung zugleich, die sozialen

Leistungen des Konzerns in einem zunehmend wettbewerbsintensiveren

globalen Umfeld zu sichern und durch

innovative Lösungen und Projekte fortzuentwickeln. Die

gesellschaftliche Verantwortung ist für Volkswagen

Quelle von Kompetenz und Faktor erfolgreicher unternehmerischer

Tätigkeit.

Unsere Mitarbeiter tragen die wirtschaftliche Entwicklung

des Unternehmens. Die soziale Absicherung der

Mitarbeiter und ihrer Familien ist daher nicht nur moralische

Verpflichtung, sondern auch im eigenen unternehmerischen

Interesse. Ein gutes Betriebsklima ist

Voraussetzung für Motivation und Engagement der

Mitarbeiter. Deshalb sind die Persönlichkeitsrechte und

die Würde der Mitarbeiter – unabhängig von Geschlecht,

Religion, Nationalität und Hautfarbe – zentrale Werte

der Unternehmenskultur. Sie sind zudem in der Betriebsvereinbarung

„Partnerschaftliches Verhalten am

Arbeitsplatz“ verankert.

Mitarbeiter zeigen Initiative: Straßenkindern eine Zukunft geben

„Eine Stunde für die Zukunft“ heißt eine Initiative

des Volkswagen-Gesamt- und Konzernbetriebsrats

zugunsten von Straßenkindern, die seit 1999 über

zwei Millionen Euro an Spenden erbracht hat. Ziel

der Initiative ist die langfristige Unterstützung örtlicher

Projektträger an den Standorten von Volkswagen

in Brasilien, Südafrika, Mexiko und Deutschland.

An dieser Initiative haben sich in einer breiten

Bewegung neben dem Unternehmen auch Lieferanten

und Kunden-Clubs von Volkswagen beteiligt.

www.volkswagen-umwelt.de/magazin

Wirtschaftliche Daten/Gesellschaftliche Kompetenz Nachhaltigkeit & Verantwortung

Als globales Unternehmen ist Volkswagen an

verschiedenen internationalen Standorten mit

zum Teil unterschiedlichen kulturellen und

politischen Gegebenheiten tätig. Wir verstehen

uns als Partner der Regionen dieser Standorte

und beteiligen uns mit verschiedenen Projekten

an der Gestaltung der sozialen Rahmenbedingungen

vor Ort.

Sich als Teil einer Gesellschaft zu verstehen

bedeutet auch, Institutionen und Organisationen

zu fördern, die im kulturellen Bereich

tätig sind oder sich z.B. für sozial Benachteiligte

engagieren. Seit dem Jahr 2000 hat Volkswagen

seine bisherigen Förderaktivitäten im

Bereich der bildenden Kunst/Kultur in der

Volkswagen art foundation“ zusammengefasst.

Wichtige Sponsoringprojekte der vergangenen

Jahre waren u.a. die Förderung der „dokumenta

X“ (1997) in Kassel und die der Europäischen

Kulturhauptstadt Weimar (1999). Seit

1997 widmet sich die „Volkswagen Sound

Foundation“ der Förderung von Rock- und

Pop-Nachwuchsmusikern. Ziel ist es, jungen

Talenten eine Starthilfe für ihre Karriere zu

geben.

2

14

15


CSR – die soziale Dimension der Nachhaltigkeit

Die gesellschaftlichen Leistungen eines Unternehmens

werden in der internationalen Fachdiskussion zunehmend

unter dem Begriff „Corporate Social Responsibility“

(CSR) zusammengefasst. In die weite Definition des Begriffs

CSR wird nicht nur die soziale, sondern auch die

ökonomische und ökologische Verantwortung eines

Unternehmens miteinbezogen. Damit tritt CSR in Konkurrenz

zum mittlerweile etablierten Begriff der Nachhaltigen

Entwicklung.

Volkswagen versteht unter CSR ausschließlich die soziale

Dimension der Nachhaltigen Entwicklung. Sie umfasst

die Bereitschaft des Unternehmens, seine Fähigkeiten

in innovative Lösungen sozialer Probleme innerhalb

und außerhalb des Unternehmens einzubringen und

hierdurch den unternehmerischen Erfolg zu steigern. In

diesem Sinne ist „Corporate Social Responsibility“ weit

mehr als soziale Wohltat, sondern ein konzeptioneller

Ansatz. Die soziale Kompetenz von Volkswagen kommt

in einer Reihe von Projekten zum Ausdruck.

www.volkswagen-umwelt.de/wissen/nachhaltigkeit-soziales

Seit 1995 engagiert sich Volkswagen in der europäischen

Wirtschaftsinitiative „CSR Europe“ – vormals „European

Business Network for Social Cohesion“ (EBNSC). Ziel

von CSR Europe ist es, Unternehmen auf ihrem Weg zu

höherer Profitabilität, nachhaltigem Wachstum und

„Die soziale Verantwortung ist

ein wesentlicher Wert, den die

europäische Gesellschaft in eine

Globalisierung einbringt, die sich

in allererster Linie nur unter ökonomischen

Kriterien definiert.“

sozialem Fortschritt zu unterstützen. In einer

erstmalig in Europa durchgeführten Bestandsaufnahme

sozialverantwortlicher Unternehmensaktivitäten

haben unabhängige Forschungsinstitute

im Auftrag von CSR Europe

untersucht, welche Beiträge 46 Unternehmen

zur Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit

von Arbeitslosen und Berufsanfängern leisten

(„Employability“), wie sie Unternehmensgründungen

fördern („Entrepreneurship“), auf

welche Art sie auf dynamischen Märkten ihre

Anpassungsfähigkeit beweisen („Adaptability“)

und welche Maßnahmen sie zur Förderung der

beruflichen Chancengleichheit von Männern

und Frauen leisten („Equal Opportunities“).

Volkswagen hat bei dieser Bewertung sozialverantwortlicher

Leistungen gut abgeschnitten.

Mit verschiedenen sozialen Innovationen hat

Volkswagen in der Öffentlichkeit Aufmerksamkeit

erzielt. Eine davon ist das Konzept der

„atmenden Fabrik“. Aufgrund schwankender

Marktentwicklungen in der Automobilindustrie

sind die Auslastungsgrade des Unternehmens

nicht immer gleich. Volkswagen reagiert

schnell und flexibel auf diese Schwankungen,

Dr. Peter Hartz,

Vorstandsmitglied Personal

der VOLKSWAGEN AG


und zwar mit Hilfe eines Arbeitszeitmodells, das es

ermöglicht, die Beschäftigung – ausgehend von einer

Vier-Tage-Woche – an die Marktentwicklung anzupassen,

ohne das permanent Mitarbeiter eingestellt oder entlassen

werden müssen. Hierdurch wird nicht nur Beschäftigung

und das Wissenskapital der Mitarbeiter dauerhaft

gesichert, sondern es werden z. B. auch die mit einer

nur kurzfristig orientierten Unternehmenspolitik verbundenen

Transaktionskosten gespart.

Für die Zukunft vorsorgen

Das Konzept der „atmenden Fabrik“ hat Volkswagen

auch auf die Lebensarbeitszeit seiner Mitarbeiter übertragen.

Das entsprechende Instrument heißt „Zeit-Wertpapier“.

Während ihrer Tätigkeit können die Mitarbeiter

freiwillig ein langfristiges Zeitguthaben ansparen, um

ihre persönliche Lebensarbeitszeit individuell zu flexibilisieren.

Im Gegensatz zu konventionellen Zeitkonten

können sowohl Mehrarbeit als auch Anteile des Bruttoeinkommens

eingebracht und verzinslich angelegt werden.

Steuern und Abgaben werden erst bei der späteren Nutzung

der Zeit-Werte fällig. Das angesparte Guthaben

wird in Spezialfonds auf dem Kapitalmarkt angelegt, und

durch professionelles Fondsmanagement sollen höchstmögliche

Vermögenszuwächse erwirtschaftet werden.

Dieses angesparte und verzinste „Zeitkapital“ wird

grundsätzlich für ein frühzeitiges Ausscheiden aus dem

Erwerbsleben oder subsidiär für eine Erhöhung der

betrieblichen Altersversorgung genutzt.

Großunternehmen sind häufig die zentralen Träger

wirtschaftlicher Entwicklung einer Region. Sie haben

damit auch eine regionalpolitische Verantwortung. Die

herausragende Bedeutung von Volkswagen für die Stadt

Wolfsburg hat uns zu einem besonderen Schritt bewogen.

Gemeinsam mit der Stadt Wolfsburg hat sich Volkswagen

das Ziel gesetzt, ein sich selbst verstärkendes Unternehmensumfeld

in der Region zu schaffen und damit die

Arbeitslosenzahl zu halbieren. Seit dem Start des Projekts

„AutoVision“ im Jahr 1998 konnten 3.700 Arbeitsplätze

neu geschaffen werden. Das Projekt umfasst die

Förderung von Unternehmensgründungen, die Ansiedlung

von Lieferanten, die Qualifizierung von Arbeitssuchenden

und die Entwicklung der Innenstadt von Wolfsburg.

Zentrales Element der Förderung von Unterneh-

Corporate Social Responsibility Nachhaltigkeit & Verantwortung

mensgründungen ist der „InnovationsCampus“,

in dem Unternehmensgründern Räume,

Beratung und Serviceleistungen zur Verfügung

gestellt werden. Durch den überregionalen

Gründerwettbewerb „promotion“ können sich

Experten mit einer herausragenden Geschäftsidee

zum Thema Mobilität finanziell fördern

lassen. Zugleich unterstützt Volkswagen die

Ansiedlung insbesondere von Automobilzulieferern.

Die Maßnahmen dieser gezielten Lieferantenansiedlung

umfassen ebenfalls die

Bereitstellung von Flächen und Gebäuden

sowie das Angebot von Serviceleistungen. Um

Arbeitssuchende und neu entstehende Arbeitsplätze

zusammenzuführen, bietet eine mit

dem Projekt „AutoVision“ entstandene Personal-Service-Agentur

Dienstleistungen wie

Zeitarbeits- und Personalvermittlung, Qualifizierung

und Personalberatung an. Das Konzept

der „AutoVision“ soll auch auf die deutschen

Standorte Kassel und Emden übertragen

werden.

Arbeitsplätze schaffen

Etwa 3.500 Arbeitslose können durch das

Projekt „5000x5000“ in Wolfsburg eingestellt

werden. Für die Produktion einer neuen Großraumlimousine

unter dem Dach der neu gegründeten

Auto 5000 GmbH wurde ein neues

Arbeitsmodell entwickelt. Durch dieses Modell

wird es möglich, dass die Produktion am Standort

Wolfsburg erfolgen kann. Weitere 1.500 Arbeitslose

werden eingestellt, wenn in Hannover

eine positive Produktentscheidung für den

Microbus getroffen wird. Das Modell sieht als

Eckpunkte ein Programmentgelt vor, nach

dem die Arbeitszeit flexibel ist und das Arbeitszeitende

von der Erfüllung des Produktionsprogramms

abhängt. Die wertschöpfende

regelmäßige Arbeitszeit beträgt 35 Stunden pro

Woche im Jahresdurchschnitt. Pro Woche ist

eine individuelle Qualifizierung der Beschäftigten

von durchschnittlich drei Stunden vereinbart,

die zur Hälfte als Qualifizierungszeit

vergütet wird. Das Monatsentgelt beträgt

2

16

17


4.500 Mark zuzüglich eines Mindestbonus von 500 Mark

monatlich. Zusätzlich wird eine Ergebnisbeteiligung

gezahlt. Damit trägt das Projekt „5000x5000“ sowohl zur

Sicherung des Standortes Deutschland als auch zur

Reduzierung der Arbeitslosigkeit bei.

Kooperative Konfliktbewältigung und soziale

Absicherung

Ausgehend von der deutschen und europäischen Tradition

Volkswagens, sind die persönliche Entwicklung,

soziale Absicherung und Teilhabe der Mitarbeiter an

Unternehmensentscheidungen wichtige Elemente der

Personalpolitik von Volkswagen.

Die Mitarbeiter von Volkswagen sind nach deutscher

Gesetzgebung (Betriebsverfassungsgesetz) über den

Aufsichtsrat des Unternehmens und die Betriebsräte der

jeweiligen Standorte und Tochterunternehmen in die

Entscheidungsprozesse des Unternehmens einbezogen.

Dies ist Ausdruck innerbetrieblicher Demokratie und

kooperativer Konfliktbewältigung bei Volkswagen. Im

Aufsichtsrat von Volkswagen haben die Vertreter der

Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite jeweils dieselbe

Mitgliederzahl. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates – ein

Vertreter der Arbeitgeberseite – besitzt jedoch ein doppeltes

Stimmrecht, so dass auch im Fall einer Stimmengleichheit

Entscheidungen möglich sind. Der Betriebsrat

wird durch die Belegschaft alle vier Jahre gewählt.

Aufgabe des Betriebsrates ist es, über die Einhaltung

von Gesetzen und Verordnungen, Tarifverträgen und

Betriebsvereinbarungen zu wachen. Er hat ferner Mitbestimmungs-,

Mitwirkungs- und Widerspruchsrechte.

Die Praxis der Arbeitnehmerbeteiligung bei Volkswagen

zeigt, dass eine verantwortungsbewusste Mitbestimmung

der Mitarbeiter einen wesentlichen unternehmerischen

Erfolgsfaktor darstellt.

Pionier mit Weltbetriebsrat

Mit der Gründung des europäischen Volkswagen-

Konzernbetriebsrates im Jahr 1990 ist Volkswagen eines

der ersten weltweit operierenden Unternehmen, die

über einen länderübergreifenden Betriebsrat verfügen.

Mittlerweile sind auch die Gesellschaften und Standorte

des Konzerns in Staaten Mittel- und Osteuropas, die noch

nicht Mitglied der Europäischen Union sind,

als vollwertige Mitglieder in das Gremium integriert.

Als erstes Unternehmen der Automobilindustrie

hat Volkswagen 1999 einen Weltkonzernbetriebsrat

gebildet, in dem auch die

außereuropäischen Gesellschaften und Standorte

vertreten sind. Zentrale Zielsetzung ist

die Sicherstellung des globalen Dialogs der

Mitarbeitervertretungen untereinander und

mit dem Unternehmen.

Sozialverträgliches Verhalten

Vereinbarungen zwischen Betriebsrat und

Unternehmensleitung sind Ergebnis dieser

Zusammenarbeit: Beispielhaft hierfür sind

die Vereinbarungen zum Umweltschutz (siehe

Seite 22), zur Frauenförderung und zum partnerschaftlichen

Verhalten am Arbeitsplatz.

Das Ziel der Betriebsvereinbarung zur Frauenförderung

von 1989 ist es, den Anteil von Frauen

im Unternehmen zu erhöhen und Frauen

auch für Führungspositionen zu qualifizieren.

Die Betriebsvereinbarung zum partnerschaftlichen

Verhalten am Arbeitsplatz von 1996 verdeutlicht,

dass sexuelle Belästigung, Mobbing

oder andere Diskriminierungen aufgrund von

Geschlecht, Rasse oder Religion bei Volkswagen

nicht toleriert werden. Eine Erklärung zu

den sozialen Standards bei Volkswagen, die

bis Ende 2001 entwickelt wird, soll die sozialen

Rechte und Arbeitsbeziehungen in umfassender

Weise für den Konzern regeln.

Die soziale Absicherung der Mitarbeiter hat in

der europäischen Politik einen hohen Stellenwert

und unterliegt in umfangreichem Maße

gesetzlicher Regulierung. Sie ist zentraler Bestandteil

dessen, was unter dem Begriff der

„Sozialen Marktwirtschaft“ verstanden wird.

Volkswagen versteht sich insofern als europäisches

Unternehmen. In Deutschland, dem

Zentrum der weltweiten Aktivitäten, umfasst

die gesetzlich geregelte soziale Absicherung

der Mitarbeiter folgende Leistungen:


• Die Krankenversicherung: Sie gewährt den Versicherten

insbesondere Leistungen wie ärztliche Behandlung,

Heilmittel, Krankenhauspflege und Krankengeld.

• Die Pflegeversicherung: Sie sichert Leistungen für den

Versicherten im Fall der Pflegebedürftigkeit.

• Die Rentenversicherung: Sie gewährt, neben Renten bei

Invalidität und Erreichen der Altersgrenze der Mitarbeiter

auch medizinische oder berufsfördernde

Leistungen wie Rehabilitation.

• Die betriebliche Unfallversicherung: Sie bietet Schutz

bei Arbeitsunfällen.

• Die Arbeitslosenversicherung: Sie leistet im Falle der

Arbeitslosigkeit des Versicherten finanzielle Unterstützung

für einen Zeitraum von mindestens vier und

maximal 24 Monaten, um dem Versicherten einen

Übergang in ein neues Beschäftigungsverhältnis zu

ermöglichen.

Die Beiträge für die gesetzliche Kranken-, Pflege-,

Renten- und Arbeitslosenversicherung werden je zur

Hälfte von Arbeitgeber und Arbeitnehmer aufgebracht.

Bei der freiwilligen betrieblichen Altersvorsorge geht

Volkswagen neue Wege. Seit mehr als 50 Jahren gewähren

wir unseren Mitarbeitern freiwillige Sozialleistungen in

Form einer Betriebsrente. Im Jahr 2000 wurden für die

Betriebsunfälle bei der VOLKSWAGEN AG

Anzahl der Betriebsunfälle

(deutsche Werke)

Quelle: VOLKSWAGEN AG

1.200

900

600

300

1997 1998 1999 2000

Kooperative Konfliktbewältigung Nachhaltigkeit & Verantwortung

betriebliche Altersversorgung 10,6 Prozent der

Personalkosten aufgewendet. Im Jahr 2001

wurde die zusätzliche Altersversorgung auf

einen betriebsinternen Pensionsfonds umgestellt.

Durch die Finanzierung über den

Kapitalmarkt sind nur noch ein Prozent der

Lohnsumme jährlich für die Sicherung der

Betriebsrenten erforderlich. Alle jährlich erzielten

Überschüsse aus der Kapitalanlage

erhöhen direkt den Kapitalstock und damit

die Betriebsrente der Mitarbeiter.

Für den Gesundheitsschutz und die Gesundheitsförderung

wurden im Herbst 1998 erstmalig

für alle Standorte im Konzern einheitliche

Mindeststandards und Handlungsanleitungen

verabschiedet. Der durchschnittliche

Gesundheitsstand der Mitarbeiter in den produzierenden

Werken der VOLKSWAGEN AG lag

im Jahr 2000 bei 95,9 Prozent. Die langjährigen

Anstrengungen des Arbeitsschutzes trugen

dazu bei, dass im Jahr 2000 die Zahl der Betriebsunfälle

auf insgesamt 724 zurückgegangen

ist.

2

18

19


20

21

Nachhaltige Unternehmensbewertungen

Dass nachhaltige Unternehmenspolitik einen ertragsorientierten

Kern hat, macht auch die zunehmende

Bedeutung dieses Aspekts auf den internationalen

Finanzmärkten deutlich.

Neben ökonomischen Aspekten gewinnen ökologische

und soziale Gesichtspunkte weltweit an Bedeutung bei

der Bewertung von Unternehmen. Diese Entwicklung

hat Volkswagen bereits frühzeitig erkannt und durch die

Teilnahme an verschiedenen Unternehmensbewertungen

gefördert. Für die Unternehmen sind die Bewertungen

auf den nachhaltig operierenden Finanzmärkten –

neben anderen Stakeholderbewertungen – ein wichtiger

externer Maßstab für das bisher Erreichte und das

begründete Vertrauen in ihre Kompetenz zur nachhaltigen

Zukunftsbewältigung.

Volkswagen ist seit dem Start des Dow Jones Sustainability

World Index (DJSI World) im Jahr 1999 sowie des

europäischen Dow Jones Stoxx Sustainability Index im

Jahr 2001 in beiden vertreten. Seit dem Jahr 2000 wird

Volkswagen als führendes Unternehmen in der Automobilbranche

von der Züricher Rating-Agentur „SAM

Sustainability Group“ bewertet. Der DJSI ist der weltweit

erste globale Index, der die Performance von Unternehmen

abbildet, die die Kriterien von SAM erfüllen.

Beurteilt werden hier z.B. Technologieführerschaft,

Sozial- und Umweltverträglichkeit sowie Produktivität.

Anhand der umfassenden Analyse und des

Vergleichs des DJSI mit dem konventionellen

Dow Jones Index wird der Erfolg unternehmerischer

Nachhaltigkeit erstmals sichtbar.

www.volkswagen-umwelt.de/wissen/nachhaltigkeit-soziales

Seit 2001 ist Volkswagen auch in dem am Börsenplatz

London entwickelten bedeutenden

Index FTSE4Good vertreten. In diesen Index

werden Unternehmen aufgenommen, die in

besonderem Maße den Kriterien Nachhaltiges

Wirtschaften in Bezug auf die Umwelt, Einhaltung

von Menschenrechten, Berücksichtigung

sozialer Belange und gute Stakeholderbeziehungen

gerecht werden. Die Volkswagen-

Aktie ist in vielen ethischen und nachhaltigkeitsorientierten

Fonds und damit in einem

wachsenden Marktsegment vertreten.

Im Jahr 2000 wurde das bislang beste Ergebnis

in der Unternehmensgeschichte erzielt. In

Verbindung mit den hervorragenden Nachhaltigkeitsbewertungen

ist das für Volkswagen

ein Indikator dafür, dass der Shareholder

Value keinen Gegensatz zu dem Stakeholder-

Value-Gedanken darstellt, sondern vielmehr

eine sinnvolle Ergänzung ist.

Kontakt:

VOLKSWAGEN AG

Umwelt, Verkehr und Arbeitsschutz

Rudolf Stobbe

Brieffach 1896

38436 Wolfsburg

Telefon (05361) 9-23248

VOLKSWAGEN AG

Reinhold Kopp

Leiter Regierungsbeziehungen

Brieffach 1882

38436 Wolfsburg

Telefon (05361) 9-78622


Umweltpolitik & -management

5

6

3


Volkswagen-Umweltmanagementsystem

STEP* Umweltmarkenausschuss (UMA)

Vorstand Forschung und Entwicklung

Umweltpolitik und -management

der Marke Volkswagen

Leiter Forschung, Umwelt und Verkehr

Umweltmanagementbeauftragter

der Marke

Volkswagen

Umweltmanagementbeauftragter

Produkt

Umweltmanagementbeauftragter

Produktion

Umweltmanagementbeauftragter

Vertrieb

Umwelttechnik

Fahrzeugrecycling

Umweltprojektverfolgung

Umwelt, Produkt

und Verkehr

Lupo Polo Golf New

Beetle

Umweltpprojektverfolgung

Umweltbeauftragte der Werke

Verkehr Umweltbilanzen

Umwelt, Verkehr

und Arbeitsschutz

Nachhaltigkeitsstrategie

Passat Weitere

Modelle

Wolfsburg Emden Hannover Mosel Pamplona Weitere

Standorte

Umweltpprojektverfolgung

Umwelt- und Verbraucherschutz

Vertriebszentren Einzelhandel Importeure

*STEP, die Strategic Task Force for Environmental Protection, ist ein konzernweites Gremium zur Abstimmung der Umweltpolitik zwischen den

einzelnen Gesellschaften der Volkswagen-Gruppe.

Quelle: VOLKSWAGEN AG

Umweltplanung Arbeitsumwelt


Volkswagen hat 1995 seine bis dahin gültigen Umweltleitlinien

durch eine Umweltpolitik ersetzt. Ihre Umsetzung

kann nur in einem kontinuierlichen Dialog mit den

Mitarbeitern und ihren Vertretern gewährleistet werden.

Für die praktische Umsetzung unserer Umweltpolitik

wurde zwischen Unternehmen und Gesamtbetriebsrat

eine Betriebsvereinbarung Umweltschutz geschlossen.

Präambel zur Volkswagen-Umweltpolitik

1

2

3

Zur langfristigen Sicherung des Unternehmens

und zur Steigerung seiner

Wettbewerbsfähigkeit erforscht und

entwickelt Volkswagen ökologisch

effiziente Produkte, Prozesse und

Konzepte für individuelle Mobilität.

4

Das Umweltmanagement von Volkswagen

stellt auf der Grundlage der Umweltpolitik

sicher, dass gemeinsam mit

Zulieferunternehmen, Dienstleistern,

Handelspartnern und Verwertungsunternehmen

die Umweltverträglichkeit

seiner Automobile und Fertigungsstandorte

einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess

unterworfen ist.

5

Umweltpolitik Umweltpolitik & -management

Das heute intensiv diskutierte Thema „Nachhaltigkeit“

baut auf der Konzernumweltpolitik

auf. Zurzeit diskutieren wir, wie an die besonderen

Kompetenzen und Erfahrungen von

Volkswagen in den Bereichen Arbeit und

soziale Verantwortung noch besser angeknüpft

werden kann. Dies ist für uns ein spannender

Prozess.

Volkswagen entwickelt, produziert und vertreibt weltweit Automobile zur Sicherstellung individueller Mobilität. Das Unternehmen

trägt Verantwortung für die kontinuierliche Verbesserung der Umweltverträglichkeit seiner Produkte und die Verringerung

der Beanspruchung der natürlichen Ressourcen unter Berücksichtigung wirtschaftlicher Gesichtspunkte. Es macht

daher umwelteffiziente und fortschrittliche Technologien weltweit verfügbar und bringt sie über den gesamten Lebenszyklus

seiner Produkte zur Anwendung. Es ist an allen Standorten Partner für Gesellschaft und Politik bei der Ausgestaltung einer

sozial und ökologisch Nachhaltigen Entwicklung.

Grundsätze

Es ist das erklärte Ziel von Volkswagen,

bei all seinen Aktivitäten die Einwirkungen

auf die Umwelt so gering wie möglich

zu halten und mit den eigenen

Möglichkeiten an der Lösung der regionalen

und globalen Umweltprobleme

mitzuwirken.

Es ist das Ziel von Volkswagen, hochwertige

Automobile anzubieten, die den

Ansprüchen seiner Kunden an Umweltverträglichkeit,

Wirtschaftlichkeit,

Sicherheit, Qualität und Komfort in

gleicher Weise gerecht werden.

Der Vorstand von Volkswagen überprüft

regelmäßig die Einhaltung der Umweltpolitik

und –ziele sowie die Funktionsfähigkeit

des Umweltmanagementsystems.

Dies schließt die Bewertung der

erfassten umweltrelevanten Daten ein.

6

Die offene und klare Information sowie

der Dialog mit Kunden, Händlern und

der Öffentlichkeit, sind für Volkswagen

selbstverständlich. Die Zusammenarbeit

mit Politik und Behörden beruht

auf einer handlungsorientierten und

vertrauensvollen Grundhaltung und

bezieht die Notfallvorsorge an den einzelnen

Produktionsstandorten mit ein.

7

Alle Mitarbeiter von Volkswagen werden

entsprechend ihren Aufgaben im Umweltschutz

informiert, qualifiziert und

motiviert. Sie sind zur Umsetzung

dieser Grundsätze sowie zur Erfüllung

der gesetzlichen und behördlichen Auflagen

im Rahmen ihrer jeweiligen

Aufgabenstellung verpflichtet.

Kontakt:

VOLKSWAGEN AG

Umwelt, Verkehr und Arbeitsschutz

Rudolf Stobbe

Brieffach 1896

38436 Wolfsburg

Telefon (05361) 9-23248

3

22

23


Klimaschutz und Kraftstoffverbrauch

Das klimapolitische Ziel der Staatengemeinschaft

besteht in der weltweiten Reduzierung der anthropogenen,

also menschlich verursachten Treibhausgasemissionen.

Im Dezember 1997 wurde auf der Klimakonferenz

der Vereinten Nationen in Kyoto beschlossen, die

Emissionen der sechs Treibhausgase

• Kohlendioxid (CO2) • Methan

• Distickstoffmonoxid (Lachgas)

• vollhalogenierte Fluorkohlenwasserstoffe (FCKW)

• teilhalogenierte FCKW

• Schwefelhexafluorid

im Zeitraum 2008 bis 2012 gegenüber dem Ausstoß des

Jahres 1990 um mindestens fünf Prozent zu reduzieren.

Die Europäische Union hat sich auf mindestens acht

Prozent und Deutschland sich auf 21 Prozent festgelegt.

Nach dem Treffen der Vertragsstaatenparteien im Juli

2001 in Bonn wurde die Ratifizierung des so genannten

Kyoto-Protokolls wahrscheinlicher.

Als bedeutendstes Klimagas gilt CO2, dessen globale

vom Menschen verursachte Emissionen zu etwa zwölf

Prozent aus dem Straßenverkehr bzw. zu 5,5 Prozent aus

dem Pkw-Verkehr stammen. Durch den weltweit beständig

wachsenden Mobilitätsbedarf wird dieser Anteil

in Zukunft vermutlich weiter steigen. In den Industrieländern

resultiert dieser Anstieg vor allem aus der

Trennung von Wohn- und Arbeitsbereich, dem Wunsch

nach dem Haus im Grünen sowie vermehrten Freizeitaktivitäten.

In den industriellen Schwellenländern

dagegen ist es vornehmlich der steigende Wohlstand,

der immer mehr Menschen zu Pkw-Besitzern werden

lässt. Diese Entwicklungen zeigen, dass das Auto in

Zukunft unverzichtbarer Bestandteil des weltweiten

Verkehrssystems bleiben wird. Aus diesem Grund ist die

Minderung des Kraftstoffverbrauchs – und damit die

CO2-Reduktion – eines der Hauptziele in der Automobilentwicklung,

was sich insbesondere in der Antriebsund

Kraftstoffstrategie von Volkswagen manifestiert

(siehe Seite 52).

Zukünftige Fahrzeug- und Antriebskonzepte

leben im Spannungsfeld von ökologischen

und ökonomischen Notwendigkeiten. So

müssen technologische Innovationen ihre

Umweltfreundlichkeit, ihr Kosten-Nutzen-

Verhältnis und ihren Gebrauchswert nachweisen.

Dabei wird immer deutlicher, dass

erkennbar gegenläufige Forderungen die

Entwicklungsprozesse beeinflussen. Wichtige

Auslegungskriterien sind die Erfüllung der

Kundenwünsche nach umfangreicher Serienausstattung,

hohem Komfort – wie z.B. ergonomische

Innenraummaße, hoher Abrollkomfort

und gute Innenraumakustik –, gefälligem

Design und hohen Fahrleistungen. Auf der

anderen Seite sind die Erfüllung der erhöhten

aktiven und passiven Sicherheitsstandards

und eine weitere Verbesserung der Umweltverträglichkeit

durch verschärfte Abgasnormen

und die Einführung eines Recyclingsystems

bestimmende Auslegungsparameter

bei der Motor- und Fahrzeugentwicklung. Die

Lösung dieses Zielkonfliktes kann nur durch

ein ausgewogenes Konzept zwischen einzelkostenerhöhenden

Reduzierungsmaßnahmen

und erfahrbaren Kostenvorteilen durch

günstigen Verbrauch sowie anspruchsvollen

Fahrleistungen erfolgen.

1993 hat die deutsche Automobilindustrie

zugesagt, bis zum Jahr 2005 den Verbrauch

ihrer Neufahrzeugflotte um 25 Prozent,

bezogen auf das Jahr 1990, abzusenken.

Auf europäischer Ebene hat der Automobilverband

ACEA 1995 ebenfalls eine Zusage

gemacht, bis zum Jahr 2008 den durchschnittlichen

CO2-Ausstoß der Neufahrzeuge auf

140g/km zu reduzieren. Dieses entspricht

ebenfalls einer 25-prozentigen Minderung.


Diese Zusage ergänzt die des VDA. Die bisherige

Entwicklung des CO2-Flottenverbrauchs zeigt, dass

Volkswagen seinen Flottenverbrauch von 1995 bis 2000

um etwa zwölf Prozent gesenkt hat. Neben motor- und

fahrzeugtechnischen Verbesserungen hat auch der in

den letzten Jahren gestiegene Dieselanteil zu diesem

positiven Bild beigetragen. Aus Sicht des heutigen Entwicklungsstandes

lassen sich vier Grundbausteine

definieren, mit denen die sehr ehrgeizigen Verbrauchsbzw.

CO2-Ziele erreicht werden können.

Bausteine zur Entwicklung

verbrauchsarmer Fahrzeuge

1

Verbesserung

der Verbrennung

2

3 4

Leichtbau Reduzierung der

Reibung Reibung und des

Luftwiderstandes

Luftwiederstandes

Quelle: VOLKSWAGEN AG

Getriebemaßnahmen

Minderung der CO 2-Emissionen durch sinkenden Flottenverbrauch

ACEA-CO2-Zusage

ACEA-Istzustand

Volkswagen

%

0

-10

-20

-30

-40

1995

Beitrag von Volkswagen zur Erfüllung der ACEA-CO 2-Zusage

(0 % entspricht den CO 2-Emissionen auf Basis des Flottenverbrauchs 1995)

Quelle: VOLKSWAGEN AG

Klimaschutz und Kraftstoffverbrauch Umweltpolitik & -management

Der Lupo 3L TDI und der Lupo FSI stellen

die ersten Großserienfahrzeuge dar, bei denen

durch Bündelung unterschiedlicher technischer

Maßnahmen ein Verbrauch von drei

Litern bzw. fünf Litern auf 100 Kilometern

erreicht wurde. Gleichzeitig wurden – erstmalig

für ein dieselbetriebenes Fahrzeug – die

Abgasemissionsstandards der ab 2005 gültigen

Euro-4-Gesetzgebung unterschritten.

Die Übertragung dieser innovativen Technologien

auf die anderen Fahrzeugklassen ist

nun Aufgabe der Volkswagen-Entwicklungsingenieure.

Dazu bedarf es bei jedem Fahrzeug

einer individuellen Bündelung vielfältiger

fahrzeug- und motortechnischer Maßnahmen,

um die verbrauchserhöhenden Einflüsse zu

kompensieren. Die Technologien mit Direkteinspritzung

werden dabei eine Schlüsselfunktion

zur Erfüllung der Zusagen für die

Jahre 2005 und 2008 einnehmen. Ihr effizienter

Einsatz setzt jedoch schwefelfreie Kraftstoffe

voraus.

2000 2005 2010

3

24

25


Der Lebenslauf

Sachbilanz von Fahrzeugen

Seit der Veröffentlichung der ersten Sachbilanz eines

ganzen Fahrzeugs im Jahr 1996 (Golf A3) hat Volkswagen

drei weitere Sachbilanzen erstellt: für den Lupo 3L TDI,

den Golf A4 mit Ottomotor (55 kW) und den Golf A4 mit

TDI-Dieselmotor (66 kW).

www.volkswagen-umwelt.de/wissen/umweltmanagement

Das Erstellen solcher Bilanzen ist bei Volkswagen mittlerweile

zur Routine geworden. Von der ersten bis zur

vierten Bilanzierung konnte der nötige Aufwand auf

weniger als die Hälfte reduziert werden. Das zeigt den

auch auf diesem Gebiet funktionierenden „technischen

Fortschritt“. Die Datensammlung wird immer vollständiger,

und auch die Systematik, mit der anhand der Entwicklungsstücklisten

das Zahlenmaterial für die Fahrzeugherstellung

gesammelt wird, hat sich bewährt. Das

Programm zur Auswertung der vielen Daten lässt heute

kaum noch Wünsche offen.

Was ist eine Sachbilanz?

Sachbilanzen als erster Teil einer Ökobilanz erfassen die umweltrelevanten

Daten von Produkten, Produktionsprozessen und

Dienstleistungen über ihren gesamten Lebensweg. Dieser beginnt

beim Abbau der Rohstoffe, und geht bis hin zum fertigen Produkt

inklusive seiner Verpackung. Die Sachbilanz nennt den Gesamtbedarf

an Rohstoffen und führt Daten zu deren Aufarbeitung einschließlich

der benötigten Energiemenge und der Emissionen in

Luft und Wasser auf. Bei Konsumgütern setzt sich der Lebensweg

dann über den Handel, und den Konsumenten bis hin zur Entsorgung

bzw. zum Recycling des gebrauchten Produkts fort.

Sämtliche Transportvorgänge werden ebenfalls analysiert.

Sachbilanzen werden nach den international gültigen ISO-

Normen 14040/41 erstellt.

Wozu eine Sachbilanz?

Sachbilanzen liefern dem Umweltmanagement wichtige Details,

mit deren Hilfe die Umwelteigenschaften eines Produktes über

den gesamten Lebensweg verbessert werden können.

Aufgrund unserer genauen Kenntnis der

einzelnen Herstellungsphasen eines Pkw gilt

deren Bilanzierung als der weitaus komplizierteste

Teil der Sachbilanz. Die Herstellung

von Werkstoffen, die mit einer großen Datenmenge

für Stähle, Kunststoffe, Leichtmetalle

usw. bilanziert wird, hat eine größere Umweltrelevanz

als ihre Umformung und Bearbeitung

zu einem Auto.

Dagegen ist eine Sachbilanz für die Nutzungsphase

(Fahren, Tanken, Service) vergleichsweise

einfach zu erstellen. Bei Volkswagen

wird eine Fahrweise vorausgesetzt, die sich

am gesetzlich vorgeschriebenen Neuen Europäischen

Fahrzyklus (NEFZ) für Verbrauchsund

Emissionsmessungen orientiert. Für

diesen Fahrzyklus liegen alle erforderlichen

Messwerte vor. Die Bilanz zeigt deutlich, dass

– mit Ausnahme der Stickoxide im Dieselabgas

– die Abgasemissionen von Kohlenwasserstoffen,

Schwefeloxiden und Partikeln nur

noch einen kleinen Anteil an der jeweiligen

Gesamtemission ausmachen. Der größte Teil

besteht massenmäßig aus Kohlendioxid (CO2).


Ein Vergleich aller bisher bilanzierten Fahrzeuge ist

relativ schwierig, weil das Modell Lupo in eine andere

Fahrzeugklasse gehört als der Golf. Am ähnlichsten sind

die beiden Golf- A4-Bilanzen für Otto- und Dieselmotoren.

Der Vergleich zeigt, dass über den ganzen Lebenszyklus

das Fahrzeug mit TDI-Dieselmotor drei Tonnen

CO2 weniger emittiert als der gleiche Golf mit Ottomotor.

Zusätzlich entstehen bei der Herstellung und Verteilung

von Benzin für den Golf 40 Kilogramm mehr

Kohlenwasserstoffemissionen als bei der Herstellung

und Verteilung von Dieselkraftstoff. Diesen Vorteilen

des Dieselantriebes stehen jedoch höhere NOx- und

Partikelemissionen gegenüber.

Bilanzierte Fahrzeuge

Nutzung, Verwertung

Benzin- und Dieselherstellung

Pkw-Herstellung

Herstellung der

Werkstoffe

%

100

90

80

70

60

50

40

30

20

10

Primärenergie

545 GJ

Stahl

722 kg

Kunststoff

253 kg

Leichtmetall

132 kg

Säulen von links nach rechts: Golf A3 (Ottomotor), Golf A4 (Ottomotor), Golf A4 TDI, Lupo 3L TDI

(100 % entsprechen jeweils den unten angegebenen Werten)

PM: Partikelmasse

NM VOC: Non Methane Organic Compounds (u. a. Propan, Butan und Benzol)

Quelle: VOLKSWAGEN AG

Sachbilanz Umweltpolitik & -management

Das Verfahren zur Bilanzierung der Herstellungsphase

der Fahrzeuge ist zu aufwendig,

um es für jedes Modell durchzuführen.

Deshalb soll in Zukunft das bereits bestehende

internationale Material-Daten-System IMDS

für Pkw (siehe Seite 74) um zusätzliche Umweltdaten

erweitert werden. Damit wird dann

die Erfassung der Daten für die Phase „Pkw-

Herstellung“ optimiert.

CO 2

36 t

NM VOC

162 kg

SO 2

34 kg

NO x

77 kg

PM

15 kg

3

26

27


Weniger ist mehr

Innovativer Umweltschutz spart Kosten

Die nachgeschalteten Maßnahmen im Umweltschutz,

die so genannten End-of-Pipe-Technologien, die auch

finanziell eindeutig abzugrenzen sind, werden immer

mehr durch integrierte Maßnahmen ersetzt. Diese integrierten

Maßnahmen sorgen dafür, dass Umwelbelastungen

schon an ihrem Entstehungsort so gering wie möglich

gehalten werden. Damit wird es jedoch auch zunehmend

schwieriger, Umweltkosten in der Bilanz auszuweisen.

Die veröffentlichten Kosten haben dadurch nur einen

begrenzten und weiter sinkenden Aussagewert in Bezug

auf die Umweltleistung von Volkswagen.

Investitionen im Umweltschutz

Volkswagen hat im Jahr 2000 27,1 Millionen Euro in

Umweltschutzeinrichtungen investiert. Ein Beispiel für

integrierten Umweltschutz:

In der mechanischen Fertigung des Werkes Wolfsburg

wird ein Teil der derzeit eingesetzten Anlagen durch

Trockenbearbeitungsmaschinen ersetzt. Dadurch fallen

die bisher zusätzlichen kostenintensiven Anlagen und

erforderlichen Flächen, wie z.B. Kühlschmiermittelaufbereitungsanlagen,

Spänezentrifugen und Öl-Wasser-

Separatoren, weg. Durch den Einsatz der integrierten

Umweltschutzmaßnahmen wird in Zukunft eine nahezu

wasserfreie mechanische Fertigung möglich sein.

Außerdem werden durch die Substitution kühlschmiermittelbelasteter

Maschinen und Bauteile mitarbeiterfreundliche

Arbeitsplätze geschaffen.

Betriebskosten im Umweltschutz

Im Jahr 2000 wurde die Einführung eines neuen Kennzahlensystems

zur Erfassung der Umweltschutzbetriebskosten

an den sechs deutschen Standorten der

Investitionen und Betriebskosten im Umweltschutz

Investitionen

Betriebskosten

1998 1999 2000

34

86

Angaben in Millionen Euro; deutsche Standorte

(ohne die Werke Zwickau/Mosel und Chemnitz)

Quelle: VOLKSWAGEN AG

42

150

VOLKSWAGEN AG abgeschlossen. Mit diesem

Kennzahlensystem wird der prozentuale Anteil

der Umweltschutzkosten an den Gesamtbetriebskosten

eines Bereiches oder einer Kostenstelle

erfasst. Bei Struktur- oder Prozessänderungen

werden die Kennzahlen flexibel angepasst.

Für das Jahr 2000 wurden 190,3 Millionen

Euro ermittelt. Der deutliche Anstieg der

ermittelten Kosten resultiert überwiegend aus

der wesentlich genaueren Erfassungsmethode.

Mit Hilfe des neues Kennzahlensystems

können die Kosten mit erheblich weniger

Aufwand ermittelt werden als in der Vergangenheit.

Es wurde 2001 auch an den europäischen

Standorten von Volkswagen eingeführt.

Produktbezogene Umweltkosten

Im Rahmen eines langfristig angelegten Forschungsprojekts

zur Erfassung produktbezogener

Umweltkosten haben wir zwei Pilotstudien

durchgeführt. In den Studien wurden

die betrieblichen Umweltkosten, die Reststoffkosten

sowie die außerbetrieblichen Recyclingkosten

für einen Kunststoffkraftstoffbehälter

und für eine lackierte Karosserie analysiert.

Aufgrund des hohen Aufwands, den die

Erstellung einer separaten Umweltkostenrechnung

erfordert, prüfen wir derzeit andere

Methoden, Umweltkosteninformationen

strategisch sinnvoll in bestehende Systeme zu

integrieren.

27

190


Mit Erfolg bestanden

Auditierung des Umweltmanagements

Der Aufbau von Umweltmanagementsystemen ist an

den meisten Standorten bereits abgeschlossen. Ihre

Grundlage ist in Europa vor allem das „Environmental

Management and Audit Scheme (EMAS)“ der Europäischen

Union. In Ländern außerhalb der Europäischen

Union bildet die in wesentlichen Punkten zur EMAS

äquivalente Norm ISO 14001 die Basis. Zu einer erfolgreichen

Erstzertifizierung konnte im Jahr 2000 den

Fabriken in Hannover, Polkowice (Polen), Uitenhage

(Südafrika), Córdoba (Argentinien) und Puebla (Mexiko)

gratuliert werden.

Einige Werke, die sich zurzeit in der Umstrukturierung

befinden oder neue Produktionen aufbauen, sind noch

nicht ganz am Ziel, werden aber bald folgen. Unsere

Aktivitäten konzentrieren sich auf die Werke in Taubaté

(Brasilien), Changchun (China), Martin (Slowakei) und

Brüssel (Belgien).

www.volkswagen-umwelt.de/vor-ort

Regelmäßig führt Fachpersonal unternehmensinterne

Audits durch, um die Effektivität und die Funktionsfähigkeit

der Umweltmanagementsysteme zu prüfen.

Aktuell wurden keine gravierenden Abweichungen festgestellt,

aber das Management erhielt zahlreiche Hinweise

auf Verbesserungspotenziale in technischer,

organisatorischer und finanzieller Hinsicht. Besonders

betroffen sind davon die Energie- und Ressourceneinsparung

sowie der Schutz des Bodens und des Grundwassers.

Umweltkosten/Öko-Audit Umweltpolitik & -management

Neben Schulungen in Wolfsburg und Beratungsgesprächen

an den anderen Standorten

werden auch so genannte internationale

Audits durchgeführt, um die Standorte beim

Aufbau der Umweltmanagementsysteme zu

unterstützen. Diese Audits gibt es seit 1999,

als Umweltschutzfachleute von Volkswagen

Argentina, Volkswagen do Brasil, AutoEuropa

(Portugal) und aus der deutschen Konzernzentrale

die Umweltsituation am Standort

Anchieta (Brasilien) überprüften. Darüber

hinaus werden aber auch immer wieder

Kollegen aus allen Teilen des Konzerns in

Audits an deutschen Standorten eingebunden.

Inzwischen sind diese Verfahren eingespielt

und ermöglichen allen Beteiligten

Vorteile:

• Es kommt zu einem fachlichen Austausch

im Sinne eines Know-how-Transfers.

• Es wird ein hohes, international einheitliches

Niveau der Auditierungen sichergestellt.

• Die persönlichen Kontakte zwischen den

Umweltschutzfachleuten der verschiedenen

Werke von unterschiedlichen Kontinenten

werden vertieft.

• Die Kollegen vor Ort werden bei einer

anstehenden externen Umweltzertifizierung

unterstützt.

Die zukünftigen Aufgaben bestehen darin,

diese Umweltmanagementsysteme nach der

mindestens einmaligen Zertifizierung jedes

Standortes in Deutschland weltweit an allen

Standorten zu etablieren und aufrechtzuerhalten.

3

28

29


Alle für einen

Volkswagen-Mitarbeiter engagieren sich für die Umwelt

An dieser Stelle informieren wir Sie über die Fortführung von Programmen und Initiativen, die wir bereits

im Umweltbericht 1999/2000 vorgestellt haben, und berichten über neue Projekte.

Programm zur Personalentwicklung und Umweltkommunikation

Personalentwicklung Initiativen/Projekte Information/Motivation

Führungskräfteseminare:

Seit 1997 wurden bei der Marke Volkswagen

(Inland) in 13 Seminaren 205

Führungs- und Führungsnachwuchskräfte

– von insgesamt 943 Managementvertretern

(Marke Volkswagen

Inland) – in Halbtagesseminaren

ausgebildet.

Meisterschulungen:

Qualifizierung von 733 von 2.021

Meistern der VOLKSWAGEN AG in

zweitägigen Seminaren.

Sachkundige für Umweltschutz:

Ausbildung von 549 Teilnehmern der

VOLKSWAGEN AG zu Sachkundigen

für Umweltschutz in 37 Seminaren seit

1990. Alle Teilnehmer haben Multiplikatorfunktion

als Meister, Sachbearbeiter

oder Unterabteilungsleiter.

Recyclinggerechtes Konstruieren:

13 Veranstaltungen mit 128

Teilnehmern

Öko-Center wird

Umwelt Service Center (USC):

Das USC ist Zentrum für theoretischen

Unterricht und Ausgangsstation für

die vielen Umweltservice-Arbeiten der

Auszubildenden im Werk Wolfsburg.

Durchschnittlich lernen 20 bis 24 Azubis

im Center, pro Jahr etwa 510 (gewerblich-technisch

oder kaufmännisch).

Zum Beispiel:

Recyclinginitiative (siehe Seite 31)

Wettbewerb „interner Umweltpreis“

(siehe Seite 32)

Umwelt Service Center

Mitarbeiterzeitung „Autogramm“

Umweltbericht

Umwelterklärungen

Umweltbrief

Environment Newsletter

Plakataktionen

Betriebsversammlungen

Tag der offenen Tür

„Grüne“ Werkstour

Intranet

Internet

Vorschlagswesen

„Grüne Werksrallye“ für Auszubildende

Lärmmessungen in der Produktion: (v. l.) Patrik During, Sandra Hackel, Fabian Haufe,

Klaus Krolik (Ausbilder USC), Christian Camehl, Jens Klinner.


Projekte der Mitarbeiter

Recyclinginitiative „Der Umwelt zuliebe“

Eine Mitarbeiterinitiative wird zur

Institution

(wir berichteten 1997 und 1999)

Fortschritte und Ziele

Die Initiative sammelt seit 1994 Verpackungsmaterial

wie z.B. Kunststoffkappen, Folien

und Kartonagen in der Produktion, um sie an

die Lieferanten gegen Bezahlung zurückzusenden

oder an Recyclingunternehmen zu verkaufen.

Das Projekt beschäftigt Mitarbeiter, die

aufgrund ihres Alters oder gesundheitlicher

Einschränkungen nicht mehr an der Produktionslinie

einsetzbar sind. „Wir entlasten

damit die Umwelt und schaffen und sichern

unter wirtschaftlichen Aspekten Arbeitsplätze

für Ältere und Schwerbehinderte“, so Norbert

Loeper, Initiator des Projekts.

Recyclinggerechtes Konstruieren

Unsere Konstrukteure lernen im Seminar „Recyclinggerechtes

Konstruieren“ den Einfluss kennen, den ihre

Entscheidungen bei der Entwicklung neuer Fahrzeuge

auf eine funktionierende Altautoaufbereitung bzw. den

Recyclingprozess und seine Wirtschaftlichkeit nehmen.

Grundlage dafür sind die gesetzlichen Rahmenbedingungen

für das Automobilrecycling, das Recycling von Werkstoffen

aus Altfahrzeugen, Ziel und Grundprinzipien

Mitarbeiter Umweltpolitik & -management

Resultate 2000

Kostensenkung durch Verkauf von wiederverwertbaren

Verpackungen oder Materialeinsparungen

Kunststoff 0,72 Mio. Euro

Kartonagen 0,36 Mio. Euro

Nopaschaum 0,12 Mio. Euro

Gesamt 1,2 Mio. Euro

Vermeiden von Abfall

Kartonagen 219.110 kg

Kunststoff 117.814 kg

Nopaschaum 37.447 kg

Gesamt 374.369 kg

Einsparungen pro Fahrzeug

1996: 0,09 Euro

1997: 0,14 Euro

1998: 1,23 Euro

1999: 2,33 Euro

2000: 1,96 Euro

2001: 2,46 Euro (1. Quartal)

des recyclinggerechten Konstruierens und

Demontagestudien als Hilfsmittel für den

Konstruktionsprozess.

Bei bisher 13 Veranstaltungen mit insgesamt

128 Teilnehmern, die in Zusammenarbeit mit

der Volkswagen Coaching GmbH stattfanden,

war die Resonanz durchgehend positiv. Ziel ist

es, langfristig ca. 1.000 Ingenieure zu schulen.

3

30

31


„Der Umweltschutz

bei Volkswagen hängt

ganz wesentlich vom

Einsatzwillen unserer

Mitarbeiter ab. Viele

von ihnen zeigen ein

Engagement für den Schutz der

Umwelt, das weit über ihren dienstlichen

Auftrag hinausgeht. Bei der

Schaffung des Umweltpreises ging es

darum, dies von der Unternehmensseite

deutlich zu machen.“

Rudolf Stobbe,

Umweltmanagementbeauftragter

der Marke Volkswagen

Volkswagen-Umweltpreis 2001: (v. l.) Uwe Bartels, Herbert Engel, Frank Ludewig,

Wolfgang Feder, Uwe Hentschel, Oliver Frey, Rudolf Stobbe

Erster interner Umweltpreis von Volkswagen

„Mit dem Umweltpreis unterstreichen wir

unsere gemeinsame Verpflichtung gegenüber

den Prinzipien der Nachhaltigkeit. Ökologie,

Ökonomie und soziale Verantwortung müssen

ein Gleichgewicht darstellen, um die Zukunftssicherung

für die kommenden Generationen

zu gewährleisten. Hierzu ist der Umweltpreis

ein Baustein der Anerkennung und Motivation,

der dokumentiert, dass Nachhaltigkeit auch

eine alltägliche Herausforderung für jeden

einzelnen ist.“ So begründeten Uwe Bartels,

Mitglied des Gesamtbetriebsrats der VOLKS-

WAGEN AG, und Rudolf Stobbe, Umwelt,

Verkehr und Arbeitsschutz, die Einführung

des Umweltpreises.

Drei Initiativen wurden bisher ausgezeichnet:

Mitarbeiter im Werk Braunschweig konnten

den Farbverbrauch der Lackieranlagen für

Bremsscheiben reduzieren, im Werk Emden

wurde der Streusalzeinsatz im Winter optimiert,

und das Team der Werkzeughärterei im Werk

Wolfsburg minderte den Einsatz des Salzbadhärteverfahrens

drastisch zugunsten einer

Gas-Wärme-Behandlung. In Zukunft soll der

Preis regelmäßig alle zwei Jahre vergeben

werden.


„Wasser, Boden und Luft“

Das Projekt Umweltgeschichte

In den fünfziger Jahren fiel im Volkswagen-Werk in

Wolfsburg ein Produktionsrekord nach dem anderen.

Die große Nachfrage nach dem „Käfer“, Träger und Symbol

des bundesdeutschen Wirtschaftswunders, riss nicht

ab. Auf dem zwischen Mittellandkanal und Aller gelegenen

Werksgelände wurden die Fertigungskapazitäten

deshalb ständig erweitert. Diese stürmische Entwicklung

wirkte sich nachhaltig auf die Interaktionen der

Produktionsstätte mit ihrer Umwelt aus. In verschiedenen

Bereichen des Unternehmens setzten kontinuierliche

Lernprozesse ein. Die Ingenieure der Versorgungsbetriebe

mussten komplexe Zusammenhänge durchdringen,

um die ersten Modernisierungen in der Fertigungstechnik

mit der sensiblen Wasserkreislaufwirtschaft des

Betriebes in Einklang zu bringen. Der bereits in dieser

frühen Phase wahrnehmbare Wandel im Umgang mit

Wasser, Abfall und Emissionen spiegelte im weiteren

Verlauf aber auch übergeordnete Entwicklungslinien

wider. So führte der allgemeine Rohstoffpreisverfall in

den sechziger Jahren zum Abbau von bewährten innerbetrieblichen

Wiederverwertungsverfahren, die sich

wirtschaftlich nicht mehr lohnten. Die weltweite Ölkrise

und die Entstehung der bundesdeutschen Umweltgesetzgebung

forcierten in den siebziger Jahren eine

Neuorientierung des bislang betriebenen Umgangs des

Unternehmens mit Energie und Emissionen. Das sich

Mitarbeiter/Umweltgeschichte Umweltpolitik & -management

1958 geht bei Volkswagen die erste Müllverbrennungsanlage

in Betrieb

gleichzeitig herausbildende moderne

Umweltbewusstsein wiederum veränderte

interne Unternehmensstrukturen und zog die

Institutionalisierung des betrieblichen Umweltschutzes

bei Volkswagen nach sich.

Im Jahr 2000 beauftragte Volkswagen einen

Historiker damit, in enger Zusammenarbeit

mit dem Unternehmensarchiv die frühen

umweltrelevanten Wechselwirkungen des

Stammwerks in Wolfsburg zu untersuchen.

Die Veröffentlichung „Wasser, Boden und Luft.

Beiträge zur Umweltgeschichte des Volkswagen-Werks

Wolfsburg“ von Malte Schumacher

erscheint Anfang 2002 in der Schriftenreihe

Historische Notate des Unternehmensarchivs.

Kontakt:

VOLKSWAGEN AG

Kommunikation, Unternehmensarchiv

Brieffach 1974

38436 Wolfsburg

Telefon: (05361) 9-25667

Fax: (05361) 9-76957

E-Mail: unternehmensarchiv@volkswagen.de

Produktionsausweitungen

in der Radkappenverchromung

steigerten 1956 die

Abwassermenge

3

32

33


Ziele und Maßnahmen

Der Volkswagen-Umweltbericht 1999/2000 führte 39 übergeordnete

Unternehmensziele und Maßnahmen auf und

verwies auf die zahlreichen detaillierten Ziele und

Einzelmaßnahmen, die in den validierten Umwelterklärungen

der Standorte aufgelistet und verfolgt werden.

Von den 39 Zielen gelten 24 als erreicht.

Neue und fortlaufende Ziele

Nachhaltigkeit und gesellschaftliche

Verantwortung

• Entwicklung von Szenarien nachhaltiger

Mobilität

• Aktive Beteiligung an internationalen

Nachhaltigkeitsinitiativen

• Teilnahme am WSSD-Prozess (World

Summit on Sustainable Development

2002, Johannesburg)

• Ausbau der Dialoge und Kooperationen

mit Stakeholdern

• Kontinuierliche Präsenz in den

führenden Nachhaltigkeits-Indizes

weltweit

• Weiterentwicklung nachhaltigkeitsorientierter

Managementsysteme und

-instrumente

• Standortbezogene Projekte zur Reduzierung

der Arbeitslosigkeit

• Weitere Entwicklung innovativer Instrumente

zur Altersvorsorge

• Wahrung des hohen Qualitätsstandards

in der Umwelt- und Nachhaltigkeitsberichterstattung

• Entwicklung einer international geltenden

Erklärung zu den sozialen Standards

Umweltmanagement

• Zertifizierung der Werke Bratislava,

Martin, Taubate und Changchun nach

ISO 14001, des Werks Brüssel nach EMAS

und ISO 14001

• Optimierung der systematischen Erfassung

und Dokumentation umweltrelevanter

Daten der außereuropäischen Standorte

• Ausbau des internationalen Netzwerks

der Umweltschutzmitarbeiter von Volkswagen

und Ausbau des Intranets auf den

Gebieten des Umwelt- und Arbeitsschutzes

• Weiterer Ausbau des Internetauftritts

auf dem Gebiet des Umweltschutzes

• Aufbau eines Internetinformationssystems

zu Nachhaltigkeitsthemen

• Weiterführung der Sachbilanzierung

von Fahrzeugen und Komponenten

• Zielgruppenorientierter Ausbau der

Bildungsaktivitäten für Mitarbeiter von

Volkswagen und für unsere Partner (z.B.

Erweiterung des Workshopangebots

„Priorität A“ für die Zulieferer)

• Ausweitung des Konzepts „AutoVision“

auf weitere Standorte

• Implementierung des internationalen

Material-Daten-Systems IMDS der Automobilindustrie

in die internen Abläufe

• Erprobung neuer Technologien im Schallschutz:

GPS-Datenerfassung und 3-D-

Schallpläne

Beschaffung und Fertigung

• Umweltbezogene Weiterentwicklung der

Testierungsverfahren (auch im Rahmen

von modellhaften Vorhaben mit Hochschulen

und Lieferanten)

• Entwicklung „geruchsarmer Bindersysteme“

in der Sandgussgießerei Hannover

bis 2002

• Weiterentwicklung der solaren Abwassertechnik

• Weiterentwicklung emissionsarmer

Lackierung an deutschen und internationalen

Standorten

• Modifizierung und Einführung des

Katasters zum Umgang mit wassergefährdenden

Stoffen auf der Grundlage

der Volkswagen-Standards für ausländische

Werke

• Maßnahmen zur Reduzierung des Trinkwasserverbrauchs

in den Werken

• Einführung von Transpondersystemen

zur Optimierung der Abfalllogistik

Produkt, Forschung und Entwicklung

• In Deutschland wird Volkswagen seinen

Beitrag zur Erfüllung der freiwilligen

Zusage des VDA leisten und den Kraftstoffverbrauch

der neu in den Verkehr

gebrachten Fahrzeugflotte zwischen 1990

und 2005 um 25 Prozent senken.

• In Europa leistet Volkswagen seinen Beitrag

zur Erfüllung der Vereinbarung des

europäischen Herstellerverbands ACEA

mit der Europäischen Kommission, den

CO2-Ausstoß der Neuwagenflotte bis zum

Jahr 2008 auf 140 g/km im Durchschnitt

zu senken.

Volkswagen strebt auch bei seinen Dieselfahrzeugen

die vorzeitige Erfüllung der

Euro-4-Abgasnorm an

In der nachfolgenden Liste finden Sie unsere

aktuellen Ziele zum Umweltschutz und zur

Entwicklung des Nachhaltigkeitskonzepts

sowie den Status der im letzten Bericht

aufgeführten Ziele.

Volkswagen wird Prototypen mit alternativen

Antrieben vorstellen.

• Bis 2005 wird Volkswagen in allen Ottomotorfamilien

FSI-Technik anbieten.

Volkswagen setzt sich weiterhin aktiv für

die schnelle Einführung schwefelfreier

Kraftstoffe (Schwefelgehalt < 10 ppm) ein.

Volkswagen hat seit 1980 den Partikelausstoß

bei Dieselfahrzeugen um mehr

als 90 Prozent reduziert. Mit der Einführung

der Abgasnorm Euro 4 wird der Wert

nochmals um 50 Prozent gesenkt.

• Entwicklung und Anpassung neuer Fügetechniken,

insbesondere auch wärmearmer

Fügeverfahren für eine umweltgerechte

Montagetechnik

• Unterschreitung der gesetzlich vorgeschriebenen

Außengeräuschgrenzwerte

bei neu entwickelten Fahrzeugen um

mindestens 1 dB (A)

Vermarktung und Recycling

• Forschungsprogramm INVENT (intelligenter

Verkehr und nutzergerechte Technik)

zur Erhöhung der Effizienz und

Sicherheit im Straßenverkehr

• Die systematische operative Einführung

des Volkswagen-Anrufbussystems wird

weiter vorangetrieben.

• Entwicklung neuer Einsatzkonzepte und

technischer Systemkomponenten des

Projekts „Mietermobil“

• Wir streben die Steigerung der Verwertbarkeit

von neuen Fahrzeugen auf

95 Prozent bereits für das Jahr 2005 an.

• Aufbau eines eigenen Demontagezentrums

• Entwicklung neuer Werkzeugkonzepte

zur effizienteren Demontage

• Aufbau eines Softwaretools zur virtuellen

Verwertung von Altfahrzeugen

• Kontinuierlicher Ausbau des Verwerternetzes

für das Altautorecycling in

Deutschland auf ca. 200 Betriebe

• Unterstützung der europäischen Importeure

bei der nationalen Umsetzung der

Altauto-Richtlinie


o

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Laufend

Laufend

Entwicklung der entsprechenden Kommunikationsplattform

abgeschlossen

Einsatz des Teams 1999 und 2000 in Brasilien und Spanien;

Verabschiedung und Einführung von elf internationalen

Umweltstandards im Frühjahr 2000

Schulung/Erfahrungsaustausch der internationalen Mitarbeiter

in Umweltberichterstattung und Kommunikation;

Aufbau von internationalen Umweltpatenschaften

www.volkswagen-umwelt.de und Intranet-Umweltsite

ausgebaut

Sachbilanz Golf A4 (Ottomotor, 55 kW) und TDI (66 kW)

vorgestellt

Ausgebaut (siehe Seite 30)

Seit 1998 konnten im Raum Wolfsburg 3.700 Arbeitsplätze

neu geschaffen werden.

System wurde ausgebaut.

Schallpläne für alle inländischen Standorte wurden

erstellt. Abstimmung mit den Behörden über

Lärmkontingente ist erfolgt.

Laufend

Laufend

Ziele und Maßnahmen Umweltpolitik & -management

Status der im Umweltbericht 1999/2000 ausgewiesenen Ziele

Altes Ziel aus dem Umweltbericht 1999/2000 Status

Kommentar

Umweltmanagement

Weitere Optimierung des Umweltmanagements und seiner Verankerung

in den internen Geschäftsprozessen

Weiterführung der EMAS-Zertifizierung bzw. Rezertifizierung

aller europäischen Standorte und der Zertifizierung der außereuropäischen

Standorte nach ISO 14001

Einsatz eines internationalen Umweltinformationssystems zur

Sammlung, Kommunikation und Steuerung von Daten

Aufbau eines internationalen Auditierungsteams zur Förderung

einheitlicher Umweltmanagementstandards im Konzern

Fortführen der internationalen Umweltberichterstattung und

verstärkte integrierte Umweltkommunikation nach außen und

innen

Ausbau der Umweltberichterstattung im konzernweiten Intranet

und weltweiten Internet

Weiterführung der Sachbilanzierung von Fahrzeugen und

Komponenten, Erstellung einer Sachbilanz für den Golf

Ausbau der Bildungsaktivitäten für Mitarbeiter von Volkswagen

sowie unserer Partner

Fortführung des Projekts „AutoVision“ mit dem Ziel, die Arbeitslosenzahl

in der Region Wolfsburg zu halbieren

Rationalisierung der Ersatzstoffprüfung durch EDV-gestützte

Materialbewertungs- und -vergleichssysteme

Im Rahmen einer zukunftsorientierten schalltechnischen

Planung werden die Lärmemissionen von Volkswagen-

Fabrikanlagen weiter begrenzt.

Produkt, Forschung und Entwicklung

In Deutschland wird Volkswagen seinen Beitrag zur Erfüllung

der freiwilligen Zusage des VDA leisten und den Kraftstoffverbrauch

der neu in den Verkehr gebrachten Fahrzeugflotte

zwischen 1990 und 2005 um 25 Prozent senken.

In Europa leistet Volkswagen seinen Beitrag zur Erfüllung der

Vereinbarung des europäischen Herstellerverbands ACEA mit der

Europäischen Kommission, den CO2-Ausstoß der Neuwagenflotte

bis zum Jahr 2008 auf 140 g/km im Durchschnitt zu senken.

Volkswagen wird eine wachsende Zahl von Prototypen mit

Brennstoffzellen-Antrieb bauen und vorstellen.

Die Mehrzahl der Pkw mit Ottomotor wird die Euro-4-

Abgasnorm erfüllen.

Auf dem Gebiet der Benzindirekteinspritzermotoren bringen

wir Fahrzeuge mit FSI-Technik auf den Markt.

Volkswagen setzt sich weiterhin aktiv für die schnelle Einführung

schwefelfreier Kraftstoffe (Schwefelgehalt < 10 ppm) ein.

Volkswagen hat seit 1980 den Partikelausstoß bei Dieselfahrzeugen

um mehr als 90 Prozent reduziert. Bis zum Jahr 2005

(Einführung der Abgasnorm Euro 4) wird der Wert nochmals

um 50 Prozent gesenkt.

Zur weiteren Gewichtseinsparung: Entwicklung von Magnesiumlegierungen

mit breitem Einsatzgebiet; Ermittlung der

Parameter für eine optimierte Kreislauffähigkeit des Werkstoffs

Magnesium

Unterschreitung der gesetzlich vorgeschriebenen Außengeräuschgrenzwerte

bei neu entwickelten Fahrzeugen um mindestens

1 dB (A)

+ Ziel erreicht o In Arbeit, fortlaufend – Nicht erreicht

Präsentation des Bora HyMotion im November 2000

Erfüllt (siehe Auflistung der Modelle mit allen

Motorisierungen im Internet)

Lupo FSI, Golf FSI, Polo FSI: 2. Jahreshälfte 2001

Kooperation mit Shell zur Einführung von Shell Optimax

Abgasstrategie bei Dieselmotoren (siehe Seite 59)

Weitere Getriebegehäuse sind in Magnesium konstruiert

worden und sind in Produktion. Kriechbeständige Magnesiumlegierung

ist entwickelt und befindet sich in Materialeinführung.

Inhouse-Recycling in Kassel.

Erfüllt

3

34

35


36

37

Altes Ziel aus dem Umweltbericht 1999/2000 Status

Kommentar

Beschaffung und Fertigung

Untersuchen und Einführen von fortschrittlichen

Fertigungsverfahren, z.B. Trockenbearbeitung und Minimalmengen-Sintertechnik

in der mechanischen Fertigung

Untersuchen alternativer Abwasserreinigungsverfahren, bei

denen die Solartechnologie eingesetzt werden soll

Anpassung der Lackiertechnologien an den internationalen

Standorten im Rahmen von Modernisierungsmaßnahmen an

den deutschen Standard

Aufbau eines Katasters zur Optimierung von wassergefährdenden

Stoffen

Abschluss der Sanierungsmaßnahmen für die ehemalige

Schlammdeponie im Werk Wolfsburg und für die Betriebsdeponie

im Werk Emden

Aufbau von dezentralen Wasserkreisläufen in der

Produktion zur Schonung von Ressourcen

Erarbeiten eines übergreifenden Abfallwirtschaftskonzepts

zur Reduzierung von Abfallmengen gemäß dem Ansatz des

Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes

Umstellung des internatinales Material-Daten-Systems auf

elektronische Datenübertragung bis 2000. Den Geschäftspartnern

wird eine papierlose, komfortable Übertragung der

Werkstoffdaten über das Internet ermöglicht.

3. Umweltsymposium für Zulieferer mit Vergabe der

Umweltpreise an innovative Zulieferer im Jahr 2001

Vermarktung und Recycling

Neu- und Weiterentwicklung von Simulationswerkzeugen

zur Nachbildung des Straßenverkehrs mit dem Ziel,

Verkehrsabläufe und Emissionen zu optimieren

Vorstellung der im Projekt MOTIV erarbeiteten Konzepte zu

aktuellen Parkinformationen, intermodalen Verkehrsinformationen

sowie einer Vernetzung von Informationsquellen

durch das MOTIV-Konsortium Mitte 2000

Das Volkswagen-Systemangebot Anrufbus hat nach umfangreichen

Erprobungen Marktreife erlangt; der nächste Schritt

ist die systematische operative Einführung dieses innovativen

Bausteins der intermodalen Mobilitätskette von Tür zu Tür.

Wir streben die Steigerung der Verwertbarkeit von neuen

Fahrzeugen auf 95 Prozent bereits für das Jahr 2005 an.

Erstellung von Demontagestudien für alle Fahrzeuge ab

Baujahr 1995, um die recyclinggerechte Konstruktion ständig

zu verbessern

Schließen des Recyclingkreislaufs für Bremsflüssigkeit mit

Prüfung des Einsatzes als First Fill

Kontinuierliche Erweiterung des Rücknahmespektrums der

Werkstattentsorgung

Erstellung von Demontageinformationen für

Altautoverwerter (IDIS) in den Ländern der EU

Aufbau eines flächendeckenden Netzes zur Altautoannahme

und -verwertung

Entwicklung von Konzepten zur Erhöhung des Altfahrzeugstroms,

der über die Annahmestellen unserer Handelsorganisationen

in die Verwertung gelangt

+ Ziel erreicht o In Arbeit, fortlaufend – Nicht erreicht

o

o

o

+

+ o

+ o

+

+


+

+

+

o

+

+

+

+

o

o

Laufend

In Zusammenarbeit mit dem Institut für Solarforschung

wurde eine Anlage errichtet, die zunächst in Wolfsburg

und dann in einem zweiten Schritt in Brasilien erprobt

wurde.

Weltweite Standards für Volkswagen verabschiedet

Die Entwicklung eines EDV-gestützten Katasters ist

abgeschlossen.

Die Sanierung in Wolfsburg ist abgeschlossen, in Emden läuft

die erste Sanierungsphase.

Mehrere dezentrale Kreislaufsysteme zum Recycling von

ölhaltigem Waschwasser aus der mechanischen Fertigung

und in den Lackierereien im Werk Wolfsburg wurden

geschaffen. Daneben wurde die Speicherung und Nutzung

von Regenwasser im Werk Polkowice realisiert.

Abfallkonzepte (z.B. für Lackiererei, mechanische Fertigung,

Kunststoffteilefertigung) wurden erstellt.

Einführung des internationalen Material-Daten-Systems

IMDS (siehe Seite 74)

In den Jahren 2000 und 2001 Konzentration auf Zulieferer-

Workshops in Kleingruppen

Für die Analyse verkehrlicher Fragestellungen wurden

leistungsfähige Simulationswerkzeuge für den Straßenverkehr

entwickelt. Mit Hilfe dieser Programme werden innovative

Lösungen zur Verbesserung von Verkehrsabläufen

entwickelt und hinsichtlich Potenzial und Machbarkeit

bewertet.

Ist erfolgt.

Laufend

Erste Pilotvorhaben wurden Ende 2001 begonnen.

Demontagestudien wurden für alle Modelle ab Baujahr 1985

erstellt und werden nun halbjährlich für aktuelle Modelle

ergänzt.

Ab 01.07.2001 wird die vom Handel zurückgenommene

Bremsflüssigkeit bei einem Vertragspartner wieder

aufbereitet und dem Hersteller weitergegeben, der daraus

Bremsflüssigkeit hoher Qualität erzeugt.

Seit dem 1.Quartal 2000 werden zusätzlich zehn weitere Verpackungsabfallfraktionen

kostenlos vom Händler zurückgenommen.

IDIS wird in acht Sprachen für alle Mitgliedstaaten angeboten

und kostenlos an alle zertifizierten Verwerter der EU-

Staaten verteilt.

Es besteht ein Rücknahmenetz von 1.600 Händlern, es gibt

ca. 40 zertifizierte Verwerter aus dem Call-Parts-System

Laufend


Produkte

5

6

4


Vorneweg statt nur dabei

Produktpolitik und Innovationen für den

Umweltschutz

Attraktive und innovative Produkte sind der

Schlüssel zum Erfolg im Automobilgeschäft.

Gleichermaßen spiegeln innovative Produkte

wider, wie stark sich ein Hersteller im Umweltbereich

engagiert. Dies liegt daran, dass das

Auto auf seinem Weg von der Wiege – der Rohstoffgewinnung

– bis zur Bahre, also der Entsorgung,

mit vielen umweltrelevanten Energieund

Stoffströmen verbunden ist. Man könnte

sogar von der Wiege bis zur Wiege sagen, denn

der weit überwiegende Anteil jedes Altfahrzeugs

wird recycelt und damit wieder zum

Rohstoff oder Energieträger für neue Produkte.

Schauen wir doch einmal gemeinsam an, wie

die innovative Produktpolitik von Volkswagen

ökologischen Standards gerecht wird. Von

Beginn an setzt Volkswagen bei der Entwicklung

seiner Fahrzeuge auf umweltgerechte

Innovationen: Die Umweltleistung soll im

gesamten Produktlebenszyklus kontinuierlich

verbessert werden. Eigens erstellte Sachbilanzen

zeigen uns, durch welche Maßnahmen

und an welchen Stellen beim Fahrzeug

wir die Umwelt bestmöglich entlasten können.

Leichtbau I: Lupo 3L TDI,

Alu-Hilfsrahmen mit geschmiedeten

Querlenkern aus Aluminium

Schließlich ist es viel einfacher und effektiver, die Umwelt

gleich von Anfang an zu schützen, anstatt nachträglich

aufwendig die entstandenen Belastungen wieder

herauszufiltern.

Doch nun der Reihe nach: Das Autoleben beginnt mit

der Rohstoff- und Werkstoffgewinnung. Volkswagen

achtet bei der Auswahl der Ausgangsstoffe auf Umweltverträglichkeit

und bindet dabei seine Lieferanten stark

mit ein. Im Falle des Leichtbauwerkstoffes Magnesium

ist Volkswagen sogar an der Rohstoffgewinnung beteiligt.

Unsere Automobile werden in unseren Werken weltweit

auf Basis von Umweltmanagementsystemen produziert,

die zumeist nach EG-Öko-Audit oder ISO 14001 geprüft

sind. Dadurch sind wir in der Lage, die produktionsbedingten

Umweltbelastungen kontinuierlich zu verringern.

Sachbilanzen dokumentieren: Die Nutzungsphase

hat – insbesondere beim Energieverbrauch – einen

zentralen Einfluss auf die Umweltverträglichkeit des

Autos. Das hat zwei zentrale Konsequenzen: Einerseits

ist Volkswagen als Hersteller gefordert, mit Hilfe

Leichtbau II: Lupo 3L TDI,

Rohkarosse


Primärenergiebedarf Golf A4, 1,4 Liter, 55 kW,

Ottomotor, Verbrauch 6,55 Liter/100 Kilometer

Nutzungsphase

Benzin- und Ölherstellung

Werkstoffherstellung

Pkw-Herstellung

Quelle: VOLKSWAGEN AG

Nutzungsphase

Benzin- und Ölherstellung

Werkstoffherstellung

Pkw-Herstellung

7,7 %

8,2 %

10,8 %

12,6 %

8,4 %

9,2 %

73,1 %

Primärenergiebedarf Golf A4, 1,9 Liter, 66 kW, TDI,

Dieselmotor, Verbrauch 4,95 Liter/100 Kilometer

Quelle: VOLKSWAGEN AG

70,0 %

Leichtbau III: Lupo 3L TDI,

Lenkrad aus Magnesium

Produktpolitik

technischer Innovationen (z.B. den Motorentechniken

TDI und FSI oder unserer Leichtbauweise)

mitzuhelfen, den Benzinverbrauch

zu senken. Andererseits soll der Fahrer diese

technischen Potenziale auch nutzen, denn

CO2- oder Lärmemissionen werden erheblich

von seinem Fahrstil beeinflusst. Wir unterstützen

ihn dabei: Neben Informationen im

Bordbuch bieten wir SparSicherheitsTrainings

an (siehe Seite 110). Auch zu Ihrem Vorteil:

Denn neben der Umwelt profitiert besonders

Ihr Geldbeutel davon.

Auch wenn es wehtut: Irgendwann ist ein

Autoleben beendet. Sie geben das Fahrzeug

bei einer der etwa 1.600 autorisierten Annahmestellen

zurück, und es wird einem zertifizierten

Altautoverwerter übergeben. Dort

wird es demontiert, und die Materialien und

Bauteile werden einem ökologisch sinnvollen

Recyclingprozess zugeführt. Ihr altes Auto

findet dann größtenteils den Weg zurück in

den Wirtschaftskreislauf und wird als Bauteil,

Werkstoff oder Energielieferant wieder

Bestandteil von neuen Produkten.

Kontakt:

VOLKSWAGEN AG

Umweltschutzbeauftragter Produkt

Dieter Pundt

Brieffach 1768/0

38436 Wolfsburg

Telefon (05361)9-76800

Produkte

4

38

39


Vorneweg statt nur dabei Produkte


SI

Buchstabenkürzel haben die Autowelt schon

Aus Freude am Sparen

immer geprägt. Das berühmteste heißt sicherlich

GTI und wurde vor 25 Jahren mit dem gleichna-

migen Golf von Volkswagen weltbekannt. Doch

die Zeiten haben sich geändert und mit ihnen die

Ansprüche an die Automobiltechnik. Heute sind

Spritverbrauch und Abgaswerte wichtig. Und

deshalb wird ein neues Kürzel von Volkswagen

die Autowelt prägen. FSI heißt es. Drei Buchsta-

ben für eine sparsame und schadstoffarme

Motorentechnik, die Maßstäbe setzt.

Frankfurt, Internationale Automobilausstellung, im

September 1999. Auf dem Volkswagen-Stand steht ein

silberner Lupo mit einer unscheinbaren Typenbezeichnung

auf der Heckklappe. Doch die Technik unter seiner

Motorhaube hat es in sich und markiert den Beginn

einer umweltfreundlicheren Automobilzukunft. Volkswagen

präsentierte damals als erster europäischer Autohersteller

ein Fahrzeug mit Benzindirekteinspritzer und

einer völlig neu entwickelten Abgasnachbehandlungstechnologie

zur Unterschreitung der Abgasnorm Euro 4.

Bis 2005, davon ist Dr. Ferdinand Piëch, Vorstandsvorsitzender

der VOLKSWAGEN AG, überzeugt, wird die

meistverbreitete Benzinmotorentechnik FSI heißen:

„Bis zum Jahr 2005 wird Volkswagen seinen Kunden in

allen Motorfamilien die FSI-Technik anbieten.“

Die Meilensteine auf

dem Weg zum FSI

• 18 Monate dauerte die

Vorentwicklung

Vorneweg statt nur dabei Produkte

Die Zukunft des Benzinmotors heißt Direkteinspritzung

• 30 Monate brauchte es bis zur

Serienreife

• 110 Patente wurden angemeldet

• 250 Prototypen waren weltweit

unterwegs

• 450 Motoren trieben Versuchsfahrzeuge

an oder wurden im Labor

getestet

• 75.000 Stunden liefen die Motoren

auf den Entwicklungsprüfständen

• 12.000.000 Fahrzeugerprobungskilometer

ließen dem Zufall keine

Chance

Motoren mit Direkteinspritzung sind zwar

nicht neu, genauer gesagt wurden sie bereits

in den frühen fünfziger Jahren entwickelt,

aber heute müssen Motoren wesentlich strengere

Abgasvorschriften einhalten. Und das

ist Volkswagen mit der FSI-Technik besser gelungen,

als es die Anforderungen erwarten

lassen konnten. FSI steht für Fuel Stratified

Injection, was so viel wie geschichtete Benzineinspritzung

bedeutet.

4

0

3


Als Wegbereiter einer neuen Generation besonders sparsamer

und schadstoffarmer Benzinmotoren verbraucht

der Lupo mit FSI-Motor (1,4 l, 77 kW) durchschnittlich

4,9 Liter Kraftstoff auf 100 Kilometern. Das entspricht

einem Einsparpotenzial von bis zu 30 Prozent gegenüber

konventionellen Benzinern der gleichen Leistungsklasse,

wovon etwa die Hälfte auf die neue Motorentechnik zurückzuführen

ist. Außerdem hält der FSI bereits jetzt

den derzeit strengsten Emissionsgrenzwert ein, der ab

2005 gilt (Euro-4-Norm).

In einer Umfrage der deutschen Zeitschrift „auto motor

und sport“ im Herbst 2000 wurde Volkswagen das größte

Know-how aller Autohersteller auf dem Sektor umweltfreundliche

Produkte attestiert. Immerhin 48 Prozent

der über 127.000 Befragten sahen die Wolfsburger Marke

an der Spitze. Das liegt auch daran, dass das Unternehmen

bereits seit vielen Jahren die Entwicklung

und Verbreitung umweltfreundlicher

Technologien immer wieder

selbst vorantreibt. Volkswagen

hat sich freiwillig dazu verpflichtet,

den durchschnittlichenKraftstoffverbrauch

seiner

Modellflotte zwischen

1990 und 2005 um 25 Prozent

zu senken. Als einer der

wenigen Hersteller

haben wir es bis

heute geschafft, ein

Ottomotorenprogramm

für Pkw anzubieten,

das nahezu

komplett die Euro-4-

Norm erfüllt. „Dennoch

war ein weiterer Technologieschub

notwendig“, so Dr. Karl-Heinz Neumann,

ehemaliger Leiter der Volkswagen-Aggregate-Entwicklung,

„um die Hürde der 25-prozentigen Verbrauchsreduzierung

bis 2005 zu nehmen.“

TDI als Vorbild

Bei der Dieseltechnologie setzten Volkswagen-Ingenieure

mit dem TDI-Motor bereits vor Jahren Maßstäbe,

sowohl beim Verbrauch als auch bei den Emissionen.

Dieses Ziel war den Technikern auch für den Benzinmotor

ein Ansporn. Besonders große Verbrauchsunter-

1,4-Liter-Motor, Lupo FSI

schiede zum Dieselmotor ergeben sich beim

Benziner insbesondere im so genannten Teillastbetrieb,

also dem Bereich, in dem der

Motor für mittlere Geschwindigkeiten nur

relativ wenig Leistung erzeugen muss. In

diesem Betriebsbereich wird der Ottomotor

im Gegensatz zum Dieselmotor über die

Drosselklappe stark gedrosselt, d.h., seine

„Atmung“ wird deutlich erschwert. Das Problem,

bei Teillast so wenig Sprit wie nötig zu verbrauchen,

lösten die Entwickler – und das ist

das wirklich Revolutionäre an der FSI-Technik –

mit direkter Einspritzung

des Kraftstoffes

in den Verbren-

nungsraum und

einem hohen

Luftüberschuss.

Eine

verbrauchssteigernde

Drosselung des

Motors zur Regulierung

der Motorleistung kann

damit weitestgehend vermieden

werden.

„Der Schlüssel zur Erreichung

großer Verbrauchseinsparungen

bei gleichzeitiger

Anhebung der

Leistung und des Drehmoments

unserer FSI-Motoren

ist das völlig neue Verbrennungskonzept

mit direkter Einspritzung des Kraftstoffs in

den Brennraum. Es musste uns gelingen, den

pro Arbeitshub eingespritzten Kraftstoff in

wenigen Tausendstelsekunden mit der eingeströmten

Luft zu mischen und als zündfähiges

Gemisch zur Zündkerze zu transportieren.

Dies konnte nur durch eine umfangreiche Neu-


Vorneweg statt nur dabei Produkte

FS

geometrie und der Form des Einspritzstrahls erreicht „Das FSI-Verbrennungskonzept mit Tumble

werden“, erklärt Dr. Rudolf Krebs, Leiter der Vorentwick- ermöglicht einerseits den entdrosselten Belung

von Ottomotoren.

trieb mit hohem Luftüberschuss und fördert

andererseits eine im Zentrum des Brenn-

Als Herzstück der neuen Technik wählten die Volksraums ablaufende ,isolierte‘ Verbrennung, die

wagen-Entwickler einen alten Bekannten. Die Basis der Wärmeverluste vermindert. Beide Effekte

Neuentwicklung ist das 1,4-Liter-Triebwerk mit vier addieren sich und führen zu der hohen Ver-

Ventilen pro Zylinder. Doch damit hören die technischen brauchseinsparung“, beschreibt Dr. Krebs das

Gemeinsamkeiten aber auch fast schon auf. Insbeson- neue Verfahren.

dere der Zylinderkopf, die Kolben sowie Ansaug- und

Abgassystem mussten für dieses Motorenkonzept voll- Die Einspritzung des Kraftstoffs erfolgt über

ständig überarbeitet werden. Den hohen Innovations- ein Common-Rail-System mit einem Druck

grad dieses Motors dokumentieren nicht weniger als 110 von 100 bar. Zur weiteren Optimierung des Wir-

neue Schutzrechte, die die Entwickler für den FSI

kungsgrades besitzt das Triebwerk plasmabe-

beantragt haben.

Dieser Motor ist übrigens auch in den Baureihen Polo

und Golf zu finden. Das erleichtert zukünftig den problemlosen

Einsatz der FSI-Technik in höheren Fahrzeug-

0

klassen.

7

Die Entscheidung für die FSI-Technik machten sich die

Entwickler nicht leicht. So belegen umfangreiche Studien

und Messungen, dass die Direkteinspritzung als Einzelmaßnahme

bei Benzinern das größte Potenzial zur Verbrauchs-

und Emissionsreduzierung bietet. Andere

Brennverfahren

Alternativen, wie variable Ventilsteuerung oder variables

Verdichtungsverhältnis, homogener Magerbetrieb oder

Zylinderabschaltung, brachten nicht die gewünschten

Erfolge.

Direkte Einspritzung in den Brennraum

Der FSI-Motor ist in Wirkungsgrad und Effizienz so gut

wie kein anderes Aggregat seiner Art. Die Technologie

reduziert bei geringer Motorleistung den Kraftstoffzufluss,

ohne dem Motor gleich die Luft abzudrehen. Bei

hoher Geschwindigkeit und höheren Drehzahlen fährt

der FSI mit einem homogenen Kraftstoff-Luft-Gemisch,

das mit dem eines herkömmlichen Benzinmotors vergleichbar

ist, allerdings mit besserem Wirkungsgrad.

Eine der Innovationen des FSI-Motors ist der Tumble-

Effekt, eine durch einen zweigeteilten Einlasskanal

erzeugte Walzenbewegung der angesaugten Luft. Durch

diesen Effekt wird im Magerbetrieb der eingespritzte

Treibstoff zielgerichtet zur Zündkerze geleitet.

Schichtladebetrieb Homogenbetrieb

Hauptbetriebsarten des FSI-Motors

schichtete Zylinderlaufbahnen, die die Reibungsverluste

reduzieren. Ein weiterer Vorteil

der Direkteinspritzung sind die fehlenden

Kraftstoffanlagerungen an den Saugrohrinnenwänden.

Das bewirkt, dass der Motor spontaner

reagiert und ein besseres Kaltstartverhalten

zeigt. Alle diese Vorteile haben sich

aber erst durch viele kleine Einzeloptimierungen

herauskristallisiert. „Die Position der Einspritzdüse,

die Gestaltung des Brennraums,


I

die Auslegung des Ansaugsystems, die komplexe Rege-

Lupo FSI, Abgassystem

lung von Einspritzung, Zündung und Abgasrückführung“,

nennt Dr. Krebs einige Schlüsselbereiche. „Wir haben

hunderte Varianten ausgearbeitet, bis wir die ideale

Lösung gefunden haben.“

Neuer Sensor für sauberes Abgas

Die Benzindirekteinspritzung in Verbindung mit einer

in Teilbereichen völlig neuen Methode der Abgasreinigung

garantiert unter Umweltgesichtspunkten erhebliche

Fortschritte. Problematisch waren bei Direkteinspritzern

bisher die Stickoxide (NOx). Das als Vorläufersubstanz

für das Reizgas Ozon bekannt gewordene Gas wird

in der mageren, besonders sparsamen Betriebsphase

aller Benzindirekteinspritzer vermehrt produziert. Volkswagen

hat deshalb einen zusätzlichen NOx-Speicherkat entwickelt, der zusammen mit einer hocheffizienten

Abgasrückführung die NOx-Emissionen unterdrückt.

Herzstück des Systems ist ein weltweit erstmals eingesetzter

Sensor, der den NOx-Haushalt im Katalysator

überwacht. Sind seine Speicherkapazitäten erschöpft,

sendet der Sensor ein Signal an das Motormanagement,

das kurzzeitig das Benzin-Luft-Gemisch anfettet. Durch

diese schnelle Umschaltung können die gespeicherten

Stickoxide zu harmlosem Stickstoff umgewandelt werden.

Diese Funktionen laufen im Motor völlig automatisch

ab, ohne dass der Fahrer hiervon etwas bemerkt. „Dieser

Sensor ist ein ‚keramischer Finger‘, den man sich wie

ein kleines chemisches Labor vorstellen muss, in dem

alle Daten ständig überprüft werden“, erklärt Dr. Krebs,

um die Funktion deutlich zu machen. „Für den größten

Aufwand sorgte die Software zur Steuerung dieses

Prozesses, die wir selbst entwickelten.“

Leicht nachvollziehbar ist, dass die Konfiguration dieses

Netzwerks eine äußerst komplexe Aufgabe darstellt.

„Während der Entwicklungszeit ist nichts so alt wie die

Software von gestern“, sagt der Produktmanager Peter

Bohne. „Zu den besonderen Herausforderungen gehörte

es, während der Erprobung alle Autos, die unterwegs auf

Testfahrt waren, auf einem einheitlichen Hard- und

Softwarestand zu halten.“ Für den FSI gab es insgesamt

450 Motoren, die während der Entwicklungszeit

in Versuchsautos oder auf Prüfständen

zusammen insgesamt zwölf Millionen Kilometer

fuhren.

Weniger Verbrauch durch

schwefelfreies Benzin

Problematisch im heutigen Entwicklungsstadium

von FSI-Motoren bleibt der im Kraftstoff

enthaltene Schwefel, der die Aktivität des

NOx-Speicherkatalysators zunehmend reduziert.

Durch Temperaturen von über 650 Grad

Celsius kann diese Vergiftung des Katalysators

rückgängig gemacht werden. Bei reinen Stadtverkehrsfahrten

wird dieses Temperaturniveau

allerdings nicht erreicht; hier würde

Schwefel im Kraftstoff zum Problem werden.

Dank des erstmals eingesetzten NOx-Sensors kann der Grad der Schwefelvergiftung im

Speicherkatalysator aber exakt bestimmt und

eine gezielte Entschwefelung über den Regenerationsbetrieb

des Motors eingeleitet

werden. Der mit diesem Reinigungsprozess

verbundene Mehrverbrauch wird gering

gehalten.

Die FSI-Motoren von Volkswagen wurden

zwar so entwickelt, dass alle heute an den

Tankstellen angebotenen Kraftstoffe mit 95

oder 98 Oktan verwendet werden können. Um

allerdings das volle Potenzial des Direkteinspritzers

erschließen zu können, sollte der FSI

mit schwefelfreien Benzinsorten betankt

werden. Diese Kraftstoffe bewirken im Übrigen

auch eine sofortige Verbesserung der Abgasemissionen

konventioneller Motoren mit

Saugrohreinspritzung. Volkswagen hat bei der

Motorenentwicklung von Anfang an die Kooperation

mit einem Kraftstoffhersteller gesucht.

Die Deutsche Shell AG hat in Zusammenarbeit

mit Volkswagen Shell Optimax entwickelt.

Diese Spritsorte gehört zu einer neuen Kraftstoffgeneration,

die als Wegbereiter für die

Motoreneinspritz- und Abgastechnologie von

morgen gilt. Volkswagen ist davon überzeugt,

dass sich diese Kraftstoffqualität wegen ihrer

vielen positiven Eigenschaften auch bei allen

anderen Anbietern schnell durchsetzen wird.

www.volkswagen.de/FSI


Mit gutem Beispiel vorangehen

Produktinnovationen bei unseren Modellen

Traditionell hat Volkswagen in seinen Umweltberichten

alle Modelle der Fahrzeugpalette ausführlich vorgestellt.

Dazu gehörten die Daten zu Motorleistung, Verbrauch

und Emissionen, aber auch Informationen über Werkstoffe,

Recyclingfähigkeit und technische Innovationen.

Eine Befragung der Leser des letzten Berichts hat jedoch

ergeben, dass die Mehrzahl nur eine beispielhafte Darstellung

der Umwelteigenschaften wünscht. Diesem

Anliegen sind wir gefolgt.

Trotzdem müssen Sie nicht auf die aktuellen technischen

Daten und die Informationen zu den Umwelteigenschaften

aller Modelle verzichten. Wir veröffentlichen

sie im Internet unter:

www.volkswagen-umwelt.de/modelle

Für die Konzeption des vorliegenden Umweltberichts

war die Überlegung, wie die umweltrelevanten Faktoren

unserer Modelle beschrieben werden sollen, außerordentlich

wichtig. Wir haben uns dafür entschieden,

anstelle der gesamten Modellpalette die Innovationen

und die technologischen Fortschritte für umweltverträglichere

Automobile in unseren Fahrzeugen vorzustellen.

Anhand von zwei Modellen, dem neuen Polo und

unserem Volumenmodell, dem Golf, stellen wir unsere

Umweltaktivitäten ausführlicher dar.

Wir berichten weiterhin über eine Vielzahl von Details,

die heute in jedem Volkswagen selbstverständlich sind,

über deren Wirkung die Öffentlichkeit aber wenig oder

noch gar nichts erfahren hat. Sehr häufig tragen diese

Details mit dazu bei, dass Volkswagen weltweit eine

Führungsrolle bei der Entwicklung von Fahrzeugen mit

niedrigen Verbrauchs- und Emissionswerten einnimmt.

Egal, ob es sich um das erste Drei-Liter-Serienauto der

Welt, die Direkteinspritzer-Technologie, erdgasbetriebene

Fahrzeuge oder behindertengerechte Mobilität

handelt: Volkswagen hat Innovationen auf den Markt

gebracht, auf deren Einführung einige Mitbewerber

noch hinarbeiten.

Der Lupo

Konsequenter Leichtbau, ein sparsamer

Dieselmotor und eine günstige Aerodynamik

haben den Lupo 3L TDI zum ersten Serienauto

der Welt mit einem Durchschnittsverbrauch

von unter drei Litern gemacht (siehe Seite 50).

Und der Lupo FSI ist der erste Volkswagen mit

Benzindirekteinspritzermotor. Diese zukunftsweisende

Technik ermöglicht ein Spritsparpotenzial

von bis zu 30 Prozent gegenüber

konventionellen Benzinern der gleichen Leistungsklasse.


Der Polo

Total zielgerichtet

Volkswagen hat auf der Internationalen

Automobilausstellung 2001 in Frankfurt

den Polo der vierten Generation vorgestellt.

Mit diesem Modell bringen wir

zum ersten Mal ein Serienfahrzeug mit

einer Unterbodenverkleidung aus Kunststoff

und integriertem Bodenspoiler auf

den Markt. Aus umweltpolitischer Sicht

lässt sich am Beispiel des Unterbodens

die Erreichung von drei der sieben Umweltziele

der Technischen Entwicklung

(siehe Seite 62) dokumentieren.

Die Zielsetzung in Bezug auf das Material

wurde durch eine Reduzierung des Werkstoffs

Polyvinylchlorid (PVC) im Unterboden

erfüllt. Mit vollständig recycelba-

Der

ren Kunststoffschalen sind die Richtlinien

Polo

für Altfahrzeuge und damit Umweltziel

Drei erreicht worden. Der Einsatz der

Bodenverkleidung mit Diffusor reduziert

den Luftwiderstand im Bodenbereich,

spart Gewicht und vermindert den

Heckauftrieb während der Fahrt. Diese

drei Faktoren tragen zu einem geringeren

Kraftstoffverbrauch und damit zur

Erfüllung des vierten Umweltziels bei.

Doch auch die verbleibenden vier Umweltziele

wurden bei der Konstruktion

des neuen Polo berücksichtigt. Das angewandte

Laserschweißverfahren und eine

Spezialbeschichtung anstelle von PVC-

Nahtabdichtungen dokumentieren eine

umweltschonendere Fertigung. Die

Motoren erfüllen in den Benzinversionen

die Euro-4-Abgasnorm und als Turbodiesel

die D4-Norm. Die Verlängerung

der Ölwechsel- und Wartungsintervalle

auf zwei Jahre bzw. von 15.000 auf 30.000

Kilometer bei Ottomotoren sowie von

15.000 auf 50.000 Kilometer bei Dieseltriebwerken

ist ein aktiver Beitrag zur

Verminderung der Boden- und Wasserbelastungen.

Die höhere Verwindungssteifigkeit

der Karosserie führt zu weniger

Schwingungen des Blechs und damit zu

weniger Lärm während des Fahrens.

Besondere Aufmerksamkeit wurde bei der

Entwicklung des Polo dem vierten Umweltziel,

der Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs

gewidmet. So kommen beispielsweise

neue Drei-Zylinder-Motoren

sowohl bei den Diesel- als auch bei Benzineraggregaten

und ein weiterentwickeltes

FSI-Triebwerk zum Einsatz. Außerdem

sorgen eine elektrohydraulische Lenkung,

eine selbstabschaltende Heckscheibenheizung

und der Gewichtsvorteil eines

Pannensets anstelle eines Reserverades

für einen geringeren Spritverbrauch.

Dazu trägt auch der konsequent umgesetzte

Leichtbau bei. Durch den Einsatz

von Magnesium bei Getriebegehäusen

und Lenkradskelett, von Aluminium bei

Bremskraftverstärkern, Drehmoment-

Unsere Modelle Produkte

stütze, Wärmeabschirmblech am Tank,

Pendelstütze und Motorträgern, von

Tailored Blank bei Längsträgern, Tunnel,

Boden und Türinnenblechen, durch 68

Prozent höherfeste Stähle im Rohbau-

Oberbau und durch konstruktiven Leichtbau,

wie z.B. hohle Stoßdämpferkolbenstangen,

Tieflochbohrungen an Antriebswellen

und die Triebwellen beim Getriebetyp

MQ 200 konnten die durch zusätzliche

Sicherheits-, Steifigkeits- und

Komfortpakete hervorgerufenen Gewichtserhöhungen

wesentlich reduziert werden.

Und nicht zuletzt sorgen auch rollwiderstandsoptimierte

Reifen für einen günstigeren

Kraftstoffverbrauch.

Der Polo und die 7 Umweltziele der Technischen

Entwicklung auf einen Blick

Material:

weniger PVC im Unterbodenschutz

Fertigungsverfahren:

Laserschweißtechnik

Recycling:

vollständig wiederverwertbare

Kunststoffschalen im Unterboden

Verbrauch:

geringerer Luftwiderstand durch integrierten

Bodenspoiler, neue Motoren

Abgasnorm:

alle Ottomotoren erreichen die Euro-4-

Norm, TDI-Motoren die D4-Norm

Boden-/Wasserbelastung:

verlängerte Ölwechsel- und

Wartungsintervalle

Akustik:

höhere Karosseriesteifigkeit


Der Golf

Doppelte Energieversorgung

Bereits seit 1993 verkauft Volkswagen

erdgasbetriebene Fahrzeuge. Die Umrüstung

erfolgte allerdings bisher ausschließlich

durch externe Firmen. Rund

50 Prozent der in Deutschland zugelassenen

Erdgasfahrzeuge tragen das Volkswagen-Emblem.

Mit dem Modell Golf

Variant 2,0 BiFuel bietet Volkswagen

erstmals ein selbst gefertigtes Erdgasfahrzeug

an, das sowohl in der Herstellung

als auch in der Qualität den anderen

Volkswagen-Modellen entspricht.

Der Golf

Erdgasbetrieb

Zyklus

Stadt

Überlandverkehr

Gesamt

Benzinbetrieb

Zyklus

Stadt

Überlandverkehr

Gesamt

Quelle: VOLKSWAGEN AG

Der Erdgas-Golf basiert auf einem bivalenten

Antriebskonzept, bei dem das

Fahrzeug wahlweise mit Benzin oder

Erdgas betrieben werden kann. Besondere

Innovationen sind das elektronische

Motormanagement, das die volle E-Gas-

Sicherheit in beiden Betriebsarten

gewährleistet, ein sequenzielles Multi-

Point-Einblassystem, das die Einhaltung

der vorgeschriebenen Abgaswerte

garantiert, und die Erdgastanks aus

kohlefaserverstärktem Kunstharz

(CFK) in der Reserveradmulde, die ein

Fassungsvermögen von 86 Litern besitzen

und bei gleicher Festigkeit wesentlich

leichter als Stahltanks sind. Die

Tankabsperrventile vereinigen in einem

Bauteil sowohl die manuelle als auch

die elektromagnetische Absperrung, die

Schmelzlotsicherung und den Durchflussmengenbegrenzer.

CO 2-Emission Volumenverbrauch Massenverbrauch

224,4 g/km

117,5 g/km

156,8 g/km

CO 2-Emission Volumenverbrauch

269 g/km

146 g/km

192 g/km

12,55 m 3 /100 km

6,56 m 3 /100 km

8,77 m 3 /100 km

11,20 l /100 km

6,10 l/100 km

8,00 l/100 km

Die Verbrauchswerte des Golf liegen im

Benzinbetrieb bei etwa acht Liter

Superkraftstoff und im Erdgasbetrieb

bei 5,73 Kilogramm Gas auf 100 Kilometern.

Der CO 2-Ausstoß im Erdgasbetrieb

beträgt etwa 18 Prozent weniger

als beim Benzinbetrieb (siehe Tabelle).

Volkswagen will mit diesen Vorteilen

dazu beitragen, dass der Bestand von

ungefähr 10.000 Erdgasfahrzeugen in

Deutschland künftig stark zunimmt.

Die Zahl der Erdgastankstellen im

Bundesgebiet soll bis Ende 2002 von

derzeit 220 auf über 300 steigen.

8,21 kg/100 km

4,29 kg/100 km

5,73 kg/100 km


Der Bora

Volkswagen hat den Dieselmotor weiterentwickelt und

bietet, neben dem Lupo 3L TDI, der als erstes Dieselfahrzeug

die Euro-4-Abgasnorm erfüllt, zwei weitere Dieselmodelle

mit diesem Standard an. Der TDI-Motor mit 74 kW

und Schaltgetriebe, der in Golf und Bora eingesetzt wird,

hält ebenfalls den Abgasgrenzwert ein, der ab 2005

gesetzlich vorgeschrieben ist. Erreicht wird dies durch

eine neue Generation von Einspritzdüsen mit verbesserten

Lochgeometrien, die den Kraftstoff noch feiner

zerstäuben. Zusätzlich wurden die Kolben und Ventile

modifiziert. Verglichen mit dem Euro-3-Abgasstandard

werden damit, je nach Schadstoffkomponente, die

gesetzlich limitierten Abgasemissionen um 17 bis 50

Prozent reduziert.

Der New Beetle

Logisch und wirkungsvoll: Alle Benzinmotoren des New

Beetle zeichnen sich durch einen niedrigen Durchschnittsverbrauch

und einen geringen Schadstoffausstoss aus.

Mit Ausnahme des 85-kW-Motors mit Automatikgetriebe

(Euro 3) erfüllen die Motoren die Euro-4-Norm.

Ein Beispiel für unsere Umweltinnovationen ist die

Unsere Modelle Produkte

elektrische Gasbetätigung bei den Dieselmodellen.

Sie optimiert das Drehmoment des

Motors, steigert dadurch die Fahrsicherheit

und senkt die Verbrauchs- und Emissionswerte.

4

46

47


Der Passat

Ein als Mehrausstattung angebotenes Schiebe-Ausstell-

Dach mit Solarkollektoren bewirkt im Passat eine

Temperaturabsenkung im Innenraum um bis zu 20 Grad

Celsius. Dafür ist ein mit Solarstrom angetriebenes Gebläse

der Klimaanlage verantwortlich. Beim Einsteigen

erwartet die Autoinsassen dann ein deutlich angenehmeres

Klima, das der Verkehrssicherheit dient. Durch das

Der Sharan

Mit dem LongLife-Service setzt Volkswagen auch beim

Sharan eine Wartungstechnologie ein, die die Verkehrsund

Betriebssicherheit der Fahrzeuge sicherstellt und

den Aufwand für unsere Kunden minimiert. Eine variable

Serviceintervallanzeige im Fahrzeug erinnert automatisch

an einen bevorstehenden Servicetermin. Zwischen

zwei Inspektionen sollte maximal eine Zeitspanne von

24 Monaten oder bei Fahrzeugen mit Ottomotor eine

Fahrleistung von maximal 30.000 bzw. mit Dieselmotor

50.000 Kilometern liegen. Das Besondere am LongLife-

Service ist, dass die individuellen Einsatzbedingungen

des Fahrzeugs und der persönliche Fahrstil bei der

Solardach kann die Klimaanlage oder Climatronic

noch schneller mit weniger Energie die

gewünschte Temperatur erreichen. Autofahren

bedeutet auch, Verantwortung zu übernehmen.

Für die Umwelt, für andere Verkehrsteilnehmer,

aber auch für sich selbst und die

Insassen des eigenen Fahrzeugs.

Schiebe-Ausstell-Dach mit

Solarkollektoren

Ermittlung der Serviceintervalle berücksichtigt

werden. Das trifft allerdings nicht für die TDI-

Pumpe-Düse-Motoren zu. Für diese erfolgt

eine Inspektion pro Jahr. Bei einer Fahrleistung

von mehr als 15.000 Kilometern jährlich

ist zwischenzeitlich ein Ölwechsel durchzuführen.

Mit dem Einsatz der LongLife-

Technologie in allen Fahrzeugen des Volkswagen-Konzerns

können, im Vergleich zu herkömmlichen

Wartungen, jährlich 2,4

Millionen Liter Öl eingespart werden.


Caravelle, Multivan, Transporter und LT

Alle Serienfahrzeuge der Marke Volkswagen-Nutzfahrzeuge

sind für eine Vielzahl von Transportaufgaben

bereits bedarfsgerecht ausgestattet. Individuelle Ansprüche

erfordern jedoch von Fall zu Fall spezifische

Änderungen und Ausstattungsergänzungen. Diese

werden im Service-Center im Werk Hannover, einer

„Fabrik in der Fabrik“, den Kundenwünschen angepasst.

So ist beispielsweise eine Auf- oder Umrüstung der

Modelle Transporter und LT zu behindertengerechten

Fahrzeugen problemlos möglich.

Unsere Modelle Produkte

4

48

49


50

51

Es kommt nicht auf die Größe an

Zwei Jahre Erfahrung mit dem Lupo 3L TDI

Seit 1999 ist der Lupo 3L TDI auf dem Markt. Er ist das

erste Serienauto mit einem Durchschnittsverbrauch von

drei Litern und damit ein echter Weltrekordler. Seine

Eigenschaften haben nicht nur die Fachpresse überzeugt,

sondern auch viele Skeptiker der Umweltverbände.

So urteilte die Umweltorganisation Greenpeace, dass

die „Ingenieure und Techniker von Volkswagen einen

sehr guten Job gemacht haben“, auch wenn es aus ihrer

Sicht noch Kritikpunkte gibt. Und in der alljährlich

erscheinenden Auto-Umweltliste des Verkehrsclubs

Deutschland (VCD) nimmt der Drei-Liter-Lupo seit drei

Jahren in Serie den ersten Platz ein. Im Rahmen des vom

Bundesforschungsministerium geförderten Kooperationsprojektes

„EcoTopTen“ mit dem Freiburger Öko-

Institut wurde der Drei-Liter-Lupo auch als Vorreiter im

Bedürfnisfeld Mobilität ausgewählt. Dieser Lupo findet

zudem über den Automobilmarkt hinaus Beachtung.

Mittlerweile wird teilweise sogar die Umweltverträglichkeit

öffentlicher Verkehrsmittel am Drei-Liter-Auto

gemessen.

Doch welche Meinung haben unsere Kunden? Die

Antwort auf diese Frage ist auch von uns mit Spannung

erwartet worden, da der Lupo der Größe nach zwar ein

Kleinwagen ist, aber sonst in keine Schublade passt.

Seine technologischen Innovationen und sein Preis

lassen keinen direkten Vergleich mit anderen Vertretern

der Kleinwagenklasse zu. Zu den Zahlen: Bis Juni 2001

wurden insgesamt rund 16.000 Fahrzeuge an Kunden

ausgeliefert. Dieses übertraf unsere Erwartungen. Es

war eine Bestätigung dafür, dass wir keine „Spardose für

Mit dem Lupo in 80 Tagen um die Welt: 2,7 l auf 100 Kilometern

Ökofundamentalisten“ entwickelt haben,

sondern ein sicheres und modern aussehendes

High-Tech-Fahrzeug für den alltäglichen

Gebrauch. Es hat sich weiterhin gezeigt, dass

Kunden auch bei einem Drei-Liter-Auto nicht

auf Annehmlichkeiten wie Klimaanlage und

Servolenkung verzichten möchten. Gerd

Lottsiepen vom VCD bringt es auf den Punkt:

„Die Ansprüche am Lenkrad wachsen. Der

Autofahrer legt immer mehr Wert auf Komfort

und passive Sicherheit.“

Zugegeben, der Marktanteil des Lupo 3L TDI

ist nicht sehr groß. Der höhere Anschaffungspreis

sowie die Fahrzeuggröße begrenzen

erwartungsgemäß den Markterfolg. So ist der

hohe Kaufpreis auch der größte Kritikpunkt

von Kunden und Öffentlichkeit. Umweltinnovationen

zum Nulltarif wären allen am liebsten,

sie haben aber nun einmal ihren Preis. Es

lohnt aber ein genauer Blick über den reinen

Kaufpreis hinaus: Wenn der Innovationsgrad

des Fahrzeugs und die niedrigen Unterhaltskosten

bei Verbrauch und Steuer in Relation

zum Kaufpreis gesetzt werden, dann erweist

sich der Lupo 3L TDI in vielen Fällen als ökologisch

und ökonomisch attraktive Wahl. Das

Fahrerlebnis kommt noch hinzu. Viele Erfahrungsberichte

haben es uns gezeigt: Der Lupo

3L TDI ist ein besonderes Auto, das „erlebt

werden muss“. Zwar ist eine Gewöhnung

erforderlich, dann hat aber bei vielen Fahrern

eine regelrechte Begeisterung eingesetzt.

Diese Reaktion freut uns natürlich, bestätigt

sie uns doch darin, dass Umweltschutz Spaß

machen darf und soll.


Forschung & Entwicklung

5

6

5


Kraftstoffstrategie

Verbrauch und Emissionen in der Zukunft

In den vergangenen 25 Jahren spielte bei der Entwicklung

von Motoren die Reduktion der Abgasschadstoffe

die entscheidende Rolle. Mittlerweile liegt das Hauptaugenmerk

auf der Reduzierung der CO2-Emissionen (siehe Seite 58).

Die Verknappung der globalen Erdölvorkommen innerhalb

der nächsten 20 Jahre wird in Verbindung mit dem

ansteigenden Weltenergieverbrauch der Entwicklung

hocheffizienter Antriebe die höchste Priorität verleihen.

Eine Revolution der herkömmlichen Antriebstechnologie,

des Verbrennungsmotors und seiner dazugehörigen

Kraftstoffe ist nicht zu erwarten, Veränderungen können

jedoch nur schrittweise stattfinden. Es bedarf daher

einer sinnvollen Übergangsstrategie. Nur so kann individuelle

Mobilität bei kalkulierbaren Risiken und vertretbaren

Kosten auch weiterhin möglich sein.

Diese Strategie umfasst drei Bereiche:

• die konsequente Erhöhung der Effizienz der

bestehenden Antriebsaggregate

• die Einbeziehung alternativer Energiequellen zur

Kraftstoffherstellung

• die Entwicklung eines CO2-neutralen Fahrzeugbetriebs

Antriebsstrategien

Volkswagen strebt durch eine konsequente Optimierung

der konventionellen Antriebe (Benzin- und Dieselmotor)

in Verbindung mit entsprechenden Kraftstoffqualitäten

eine Kraftstoffverbrauchsreduzierung um bis zu 40 Prozent

gegenüber heutigen Fahrzeugen an. Dies stellt aus

heutiger Sicht die Grenze des technisch Machbaren dar.

Auch die Senkung der Abgasemissionen wird weiter

vorangetrieben. Letzteres wird nach der bereits erfolgten

Einführung der Abgasstufe Euro 3 und der zukünftigen

Euro-4-Norm zur nachhaltigen Unterschreitung anerkannter

Luftqualitätsgrenzwerte führen (siehe Seite 58).

Innovative Antriebskonzepte

Der Antrieb mit dem zurzeit geringsten CO2- Ausstoß ist der Dieselmotor mit Direkteinspritzung.

Volkswagen betrachtet dessen

Optimierung bezüglich Kraftstoffverbrauch

und Abgasemissionen als Entwicklungsschwerpunkt.

Bis 2005 werden wir auch den

Benzinmotor mit Direkteinspritzung in allen

Fahrzeugklassen etablieren. Beide Maßnahmen

sind ein deutlicher Beitrag zur Verbrauchs-

und CO2-Reduzierung. Durch die

Direkteinspritzung nähern sich die Brennverfahren

des Otto- und des Dieselmotors

weiter an. So ist es nur folgerichtig, über die

Entwicklung eines neuen, kombinierten Brennverfahrens

nachzudenken, das die wesentlichen

Vorteile beider miteinander kombiniert.

CCS – Combined Combustion System – heißt

die Neuentwicklung.

Vision der Brennverfahrensentwicklung

Saugrohreinspritzung

Ottomotor

b

Combined combustion system

Direkteinspritzung,

wandgeführt

Wirbelkammer b Direkteinspritzung

Quelle: VOLKSWAGEN AG

Dieselmotor

b

b

Direkteinspritzung,

strahlgeführt

b

Direkteinspritzung,

selbstzündend

Teilhomogenisiert,

fremdgezündet

b

Hochdruckeinspritzung

Weitere Kraftstoffeinsparungen sind mit der

intelligenten Nutzung und Steuerung bereits

bestehender Antriebssysteme möglich. Im realen

Fahrbetrieb und besonders im innerstädtischen

Verkehr ergeben sich häufige Stillstand-


zeiten sowie Schub- und Verzögerungsphasen. In diesen

Fahrsituationen wird dem Motor keine Antriebsleistung

abverlangt. Der Zeitanteil dieser Phasen liegt im typischen

innerstädtischen Verkehr bei etwa 45 Prozent der

Gesamtbetriebsdauer. Konsequenterweise sollte der

Motor in diesen Phasen automatisch abgeschaltet werden.

Ein solch kraftstoffsparendes System wird bei Volkswagen

Schwungrad-Starter-Generator (SSG) genannt. Die

Vorstufe eines solchen Systems ist bereits im Lupo 3L

TDI und Lupo FSI im Einsatz.

Sparsame Automatik

Motoren, die häufiger in Bereichen höherer Wirkungsgrade

betrieben werden, ermöglichen ein weiteres

Einsparpotenzial. Automatisierte Schaltgetriebe (ASG)

oder stufenlose Automatikgetriebe (CVT - Continuous

Variable Transmission) stellen dafür eine komfortable

und preiswerte technische Lösung dar. Kraftstoffverschwendung

durch zu spätes Schalten des Fahrers kann

so vermieden werden.

In unseren Modellen Lupo 3L TDI und Lupo FSI werden

diese innovativen Technologien bereits serienmäßig

eingesetzt. Neben einem hocheffizienten Diesel- bzw.

Antriebskonzepte: Antriebs-Wirkungsgrade in Prozent (im NEFZ)

Betrachtungszeitraum 2005 – 2010

Verbrennungsmotor, min.

Verbrennungsmotor, max.

Brennstoffzelle, min.

Brennstoffzelle, max.

Unterer Wert: Minimalabschätzung

Oberer Wert: Maximalabschätzung

40

35

30

25

20

15

10

5

Benzin Diesel Erdgas/

CNG

Erdgas/

LNG

Kraftstoffstrategie Forschung & Entwicklung

Ottomotor besteht der Antriebsstrang aus

einem automatisierten Handschaltgetriebe

mit einer Start-Stop-Funktion.

Brennstoffzelle und andere alternative

Antriebe

Den höchsten Wirkungsgrad eines Einzelaggregats

zum Fahrzeugantrieb hat aus heutiger

Sicht die mit Wasserstoff betriebene Brennstoffzelle.

Andere untersuchte Alternativen

zum Verbrennungsmotor (Gasturbine, Stirlingmotor,

Elektromotor mit Batteriebetrieb)

haben sich nicht durchsetzen können.

Die nachstehende Abbildung zeigt auf Basis

des NEFZ (Neuer Europäischer Fahrzyklus)

einen Vergleich verschiedener Antriebskonzepte

für ein typisches Fahrzeug der Kompaktklasse.

Es werden Annahmen zur weiteren

Entwicklung der Technologien sowohl für Fahrzeuge

mit Verbrennungsmotor als auch für

Fahrzeuge mit Brennstoffzelle für den Zeitraum

2005 bis 2010 dargestellt.

Methanol

CGH2 LH2 SynFuel

Otto

CNG: komprimiertes Erdgas

LNG: Flüssiggas

CGH2: Wasserstoff als Druckgas

LH2: flüssiger Wasserstoff

Quelle: Verkehrswirtschaftliche Energiestrategie

SynFuel

Diesel

5

52

53


Eine langfristig aussichtsreiche Option, die CO2-Emis sionen zu senken, bietet die Brennstoffzellentechnologie,

allerdings nur, wenn der Wasserstoff unter Nutzung

regenerativer Primärenergiequellen hergestellt wird.

Die gesamte Energiekette darf den globalen CO2-Gehalt der Atmosphäre nicht erhöhen. Denn die Nutzung

fossiler Primärenergie zur stationären Wasserstoffgewinnung

führt, im Vergleich zu heutigen Antriebskonzepten

bei der Brennstoffzelle, eher zu höheren CO2- Emissionen und ist somit kontraproduktiv.

Auch bezüglich der lokalen Schadstoffemissionen ist die

Direkt-Wasserstoff-Brennstoffzelle vorbildlich. Im Abgas

befindet sich als Hauptprozessprodukt lediglich Wasserdampf.

Stickoxidemissionen können aufgrund der

niedrigen Prozesstemperaturen nicht entstehen. Wasserdampf

hat zwar ein Potenzial als Klimagas, hier handelt

es sich aber um bodennahe Emissionen, die sich sehr

+


Wasserstoff

BEI REGENERATIVER ERZEUGUNG

• Nachhaltige Umweltverträglichkeit

• CO2-freie Anwendung in der gesamten Energiekette

• Unerschöpfliche Ressource

ABER: DREI KRITISCHE BARRIEREN

• Speichermedium für mobilen Einsatz fehlt

• Infrastruktur nicht vorhanden

• Nachhaltige Erzeugung mittels regenerativer Energie

zu wettbewerbsfähigen Kosten noch nicht möglich

b LANGFRISTIGE LÖSUNG

schnell niederschlagen. Bei regenerativer

Wasserstofferzeugung wird zudem der Wassergehalt

insgesamt nicht erhöht, sondern das

Wasser in einem mengenneutralen Kreislauf

geführt.

In einem Brennstoffzellensystem kommen

zahlreiche Katalysatoren zum Einsatz. Eine

der Hauptentwicklungsaufgaben ist es, die

eingesetzten Mengen an Platin, Rhodium und

Palladium deutlich zu reduzieren, um die

Gesamtkosten zu senken. Die Katalysatormaterialien

werden im Betrieb jedoch nicht verbraucht

oder abgenutzt, sondern bleiben

vollständig im System erhalten. Aufgrund der

niedrigen Prozesstemperaturen von etwa 80

Grad Celsius ist auch ein Katalysatorabrieb

nicht zu beobachten.

Serienreife nicht vor 2020

Den Vorteilen des Wasserstoffantriebs stehen

noch drei technologische und ökonomische

Barrieren gegenüber. Das Speichermedium

für den mobilen Einsatz fehlt, Wasserstoff

kann in der benötigten Menge noch nicht

regenerativ erzeugt werden, und die Infrastruktur

zur Versorgung mit Wasserstoff ist noch

nicht vorhanden. Aus unserer Sicht werden

diese Probleme für eine breite Anwendung in

Serienfahrzeugen frühestens ab 2020 gelöst

sein. Einige Volkswagen-Prototypen und

-Demonstrationsfahrzeuge mit Brennstoffzellentechnologie

wie der Bora HyMotion

sind allerdings schon eine Weile im Einsatz.

Bora HyMotion

Mit dem Bora HyMotion hat Volkswagen in

den USA sein erstes „zero emission vehicle“

vorgestellt. Der lautlose Elektroantrieb mit

Brennstoffzelle ermöglicht eine höhere Effizienz

als klassische Verbrennungsmotoren und leistet

75 kW. Der Tank des Prototyps, der bei der

Eröffnung der „California Fuel Cell Partnership“

im November 2000 enthüllt wurde, fasst

50 Liter flüssigen Wasserstoff und ermöglicht

eine Reichweite von 350 Kilometern.


SynFuel – SunFuel

Die Eigenschaften eines Kraftstoffs spielen eine entscheidende

Rolle bei der Reduzierung von Verbrauch

und Abgasemissionen. Mit synthetischen, schwefel- und

aromatenfreien Diesel- und Benzinkraftstoffen lassen

sich nicht nur wesentlich geringere Rohemissionen

erreichen, sondern darüber hinaus wird auch die Wirksamkeit

der Abgasnachbehandlung erheblich gesteigert.

In Zukunft wird Erdgas als Basisenergie zur Herstellung

flüssiger Kraftstoffe Verwendung finden. In einem ersten

Verfahrensschritt wird Synthesegas gewonnen. Daraus

lassen sich anschließend Kraftstoffe wie Methanol und

Reinwasserstoff, vor allem aber konventionelle Kraftstoffe

herstellen. Der Oberbegriff für solche Kraftstoffe

ist SynFuels. Dieselkraftstoff aus Synthesegas hat eine

besonders hohe Qualität und beinhaltet keinen Schwefelund

Aromatenanteil. Außerdem werden NOx- und

Partikelemissionen reduziert. Neben Dieselkraftstoff

kann auch synthetisches Rohbenzin erzeugt werden,

das u.a. einen idealen Kraftstoff für einen Brennstoffzellenantrieb

mit Kraftstoffreformer darstellt. Die Gas-to-

Wege zu CO 2-neutralen Kraftstoffen (SunFuels)

Biomasse

d

Kraftstoffsynthese Konversion,

Reinigung

(Brennstoffzellen)

CO 2 aus

Kraftwerksabgasen

Synthesegas (H 2, CO 2, CO)

H 2 aus regenerativen

Quellen

d d

d d

Benzin Diesel

Quelle: VOLKSWAGEN AG

d d

d

Verdichtung,

Verflüssigung

d

H 2-Kraftstoff

a

Kraftstoffstrategie Forschung & Entwicklung

Volkswagen-Szenario zur Kraftstoffentwicklung

KRAFTSTOFFEVOLUTION

Diesel/Benzin

aus Rohöl

SynFuel

aus Erdgas

Quelle: VOLKSWAGEN AG

SunFuel

aus Biomasse

Wasserstoff aus

erneuerbaren

Energien

Liquid(GTL)-Technologie ist beim heutigen

Rohölpreisniveau in vielen Fällen bereits

wirtschaftlich.

Für den Autofahrer wird sich durch die Einführung

synthetischer Kraftstoffe nichts ändern.

Die Nutzungseigenschaften und die Infrastruktur

bleiben erhalten.

Über die Zwischenstufe Synthesegas können

natürlich auch andere Basisenergieträger

genutzt werden, ohne dass die Qualität und

die spezifischen Merkmale des Endprodukts

beeinflusst werden. Wird Synthesegas nicht

aus fossiler Primärenergie hergestellt, sondern

auf Basis regenerativer Energie (z.B. Biomasse),

dann neutralisieren sich die CO2-Emissionen des Fahrzeugbetriebs durch die Einbindung

des CO2 beim Wachstum der Biomasse. In

einem solchen System werden die CO2-Emis sionen wie in der Natur in einem Kreislauf

geführt. Die treibende Kraft in diesem Kreislauf

ist die Sonne. Aus diesem Grund bezeichnet

Volkswagen diesen synthetischen Kraftstoff

als SunFuel.

5

54

55


Langfristig könnte, wenn kostengünstiger regenerativ

erzeugter Wasserstoff zur Verfügung stünde, Synthesegas

beispielsweise aus dem Rauchgas von Kraftwerken

gewonnen werden. Damit erzeugte synthetische Kraftstoffe

können auch als CO2-neutral eingestuft werden.

Die Verwendung von regenerativ erzeugtem Wasserstoff

in der Energiewirtschaft ist nicht zwangsläufig mit seiner

direkten Verwendung im mobilen Fahrzeug verbunden.

Der Hauptvorteil dieser Umwandlung in einen flüssigen

Kohlenwasserstoff liegt darin, dass die heutige Kraftstoffinfrastruktur

erhalten bleibt und alle im Betrieb

befindlichen Fahrzeuge ihren Beitrag zur CO2-Einspa rung leisten können.

Am Ende dieses Evolutionspfades könnte dann der Betrieb

eines Fahrzeugs mit reinem, regenerativ erzeugtem

Wasserstoff stehen. Die mit dem Einsatz von regenerativ

erzeugtem Wasserstoff einhergehende CO2-Einsparung ist dabei weniger dem Wasserstoff selbst als vielmehr

Revolution auf Rädern

„Langsam stoßen wir an die

Grenzen der Kraftstoffe. Der Sprit

von der Tankstelle ist für noch

raffiniertere Motoren zu wenig

homogen, enthält zu viel Schwefel

und aromatische Kohlenwasserstoffe.

Viel einfacher ist es, spezielle

Motoren und synthetische

Kraftstoffe mit berauschender

Zündwilligkeit parallel zu entwickeln.

SynFuels sind in chemi-

schen Anlagen nicht nur aus billigem

Erdgas oder Schweröl herzustellen,

sondern auch aus

Biomasse wie Stroh, Gartenabfällen

oder Holz.“

Quelle: GEO, Nr. 9,

September 2001

seiner regenerativen Herstellung zuzuschreiben.

Aber auch mit anderen regenerativ erzeugten

Kraftstoffen wie SunFuel kann die

gleiche Wirkung erzielt werden.

Gemeinsam Ideen entwickeln

Die technologische Entwicklung auf dem

mobilen Antriebs- und Kraftstoffsektor kann

aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Zusammenhänge

nur evolutionär erfolgen. Änderungen

bestehender Technologien und insbesondere

der Energieversorgungsstrukturen können

nur auf einer breiten Evaluierungsbasis erfolgen,

damit Fehlentwicklungen ausgeschlossen

werden. Hierzu ist ein Konsens auf der

Ebene der europäischen Industrie zwingend

erforderlich. Im Interesse des Mobilitätsbedürfnisses

unserer Kunden sind Alleingänge

einzelner Staaten zum Scheitern verurteilt.

Dr. Ulrich Eichhorn,

Leiter Forschung,

Umwelt und Verkehr


Zukünftige Antriebs- und Kraftstoffentwicklung

CO 2-Emissionen

Benzin, Diesel

Quelle: VOLKSWAGEN AG

FSI, optimierter

Otto u. Diesel

Heute

Synthesegas (H 2, CO, CO 2)

Mineralöl Erdgas Biomasse

Solar-H2 CO2 aus

Kreislauf

H 2-Motor,

H 2-BZ (Flotte)

SynFuel,

Diesel, Benzin

BZ mit Benzinreformer

Motor mit Hybridbrennverfahren

5 Jahre 10 Jahre 15 Jahre 20 Jahre

Die Volkswagen-Strategie stellt einen geschlossenen

Ansatz mit einem Zeithorizont bis 2030 dar. Sie versteht

sich damit auch als Entscheidungshilfe für die Politik,

um geeignete Rahmenbedingungen zu schaffen, ohne

die Volkswirtschaft zu überfordern. Die vorangegangenen

Ausführungen führen zu dem oben abgebildeten

• Innovative Antriebskonzepte mit

optimierten direkteinspritzenden

Motoren, automatisierten Getrieben

und intelligenter Nutzung des Antriebsstrangs

• Serienmäßiger Einsatz von Brennstoffzellenantrieben

mit Benzinreformer

nicht vor 2015

• Serienmäßiger Einsatz von Brennstoffzellenantrieben

mit an Bord

gespeichertem Wasserstoff nach 2020

Spezielle SynFuels-

Übergang zu SunFuel

Wasserstoff-

Kraftstoff

H 2-

Brennstoffzelle

25 Jahre

30 Jahre

Wesentliche Elemente der Antriebs- und Kraftstoffstrategie von Volkswagen

• Die heutigen flüssigen Kraftstoffe auf

fossiler Basis (Benzin, Diesel) werden

für die Anwendung in innovativen

Verbrennungsmotoren und Brennstoffzellen

optimiert, um unter

Heranziehung von Erdgas, Gas-to-

Liquid(GTL)-Technologie und SynFuel,

ab ca. 2005 optimale Emissionen

und Gesamtenergieverbräuche zu

erzielen.

Kraftstoffstrategie Forschung & Entwicklung

Szenario: Es zeigt die Entwicklung zukünftiger

Antriebe, der dazugehörigen Kraftstoffe und

die daraus resultierende qualitative Entwicklung

der spezifischen CO2-Emissionen. Kontakt:

VOLKSWAGEN AG

Forschung, Umwelt und Verkehr

Dr. Ulrich Eichhorn

Brieffach 1775/0

38436 Wolfsburg

Telefon: (05361) 9-26670

• Zunehmende Substitution fossiler

Energieträger durch CO 2-neutrale

Energieträger, insbesondere Biomasse

und SunFuel, ab ca. 2010

• Regenerativ erzeugter

Wasserstoff nach 2020

5

56

57


Auto und Umwelt

Die Entwicklung der Pkw-Abgasemissionen

Entwicklung der Pkw-Abgasgesetzgebung in der Europäischen

Union (für HC-, NO x - und Partikelemissionen)

HC + NOx

(Ottomotor)

HC + NOx

(Direkteinspritzer,

Dieselmotor)

Partikel

(Direkteinspritzer,

Dieselmotor)

Vorzeitige Erfüllung der Norm Euro 4

Seit 1970 wurden in Europa Gesetze zur Begrenzung der

Emissionen von Kohlenmonoxid (CO), später auch von

Gesamtkohlenwasserstoffen (HC), Stickstoffoxiden

(NOx) und Partikeln (Dieselmotorfahrzeuge) im Pkw-

Abgas eingeführt, um die Auswirkungen des Autofahrens

auf Mensch und Umwelt zu minimieren. Die seit

1992 geltenden Grenzwerte der Euro-1-Norm konnten

bei benzinbetriebenen Pkw nur mit Hilfe des Dreiwegekatalysators

eingehalten werden. Im Vergleich zur Euro-

1-Norm werden ab 2005 die für alle Neuwagen geltenden

Abgasstandards (Euro-4-Norm) um weitere 90 Prozent

abgesenkt. Bereits jetzt, vier Jahre vor dem gesetzlich

vorgeschriebenen Termin, wird die strenge Euro-4-Norm

vom größten Teil unserer Fahrzeuge erfüllt.

CO [kt/10]

CO 2 [kt/100]

HC [kt]

NO x [kt]

Partikel [kt x 10]*

Fahrleistung [Mrd. km]

*Diesel.

HC + NOx [g/km] Partikel [g/km]

kt/a

1.400

1.200

1.000

800

600

400

200

2,8 0,28

2,4

2,0

1,6

1,2

0,8

0,4

Euro 1

(1992)

Euro 2

(1996)

Euro 3

(2000)

Entwicklung der Pkw-Emissionen in Deutschland bis 2020

1980 1985 1990 1995 2000 2005 2010

Euro 4

(2005)

Ab Euro 3: Änderung des Fahrzyklus

Dieselmotor: neben dem weiterhin bestehenden Summengrenzwert für HC und NO x ein zusätzliches Limit für NO x

Ottomotor: separate Limits für HC und NO x (kein Summengrenzwert mehr)

Quelle: Europäische Union

Quelle: IFEU

Emissionsentwicklung in Deutschland

Das Potenzial der Emissionsminderungen

durch die Einführung innovativer Technologien

wird erst mit der Zeit durch die Erneuerung

des Fahrzeugbestands auf der Straße

sichtbar. In der Grafik ist die bereits realisierte

und bis 2020 erwartete Entwicklung der

Pkw-Emissionen in Deutschland dargestellt.

Bezogen auf 1990 wurden bis heute die

Emissionen von Kohlenmonoxid um 71 Prozent,

von Kohlenwasserstoffen um 88 Prozent,

von Stickstoffoxiden um 70 Prozent und von

Rußpartikeln um 25 Prozent gesenkt. Die

Einführung des Abgasstandards Euro 4 und

von verbrauchsarmen Fahrzeugen führt ab

2005 zu weiteren Absenkungen der gesetzlich

2015 2020

Mrd. km/a

800

700

600

500

400

300

200

100

0,24

0,20

0,16

0,12

0,08

0,04


limitierten Abgaskomponenten und zu einer Entkopplung

der CO2-Emissionen von dem noch immer

wachsenden Markt mit steigenden Fahrleistungen.

Emissionen und Kraftstoffqualität

Anders als die Einführung neuer Fahrzeugtechnologien

wirkt sich die Einführung verbesserter Kraftstoffe sofort

aus. Sobald verbesserte Kraftstoffqualitäten flächendeckend

verfügbar sind, ist eine Veränderung der Emissionssituation

unmittelbar zu erkennen. So beträgt der

maximale Benzolgehalt in Normal- und Superbenzin

seit dem 1. Januar 2000 nur noch ein statt wie bisher fünf

Volumenprozent. Diese Maßnahme hat wesentlich dazu

beigetragen, den Benzolgrenzwerten bestehender und

zukünftiger gesetzlicher Luftqualitätsrichtlinien Rechnung

zu tragen. Die Grafik unten zeigt die Entwicklung

Partikelgrößenverteilung für verschiedene Konzepte

Gemessen mit ELPI** im NEFZ***

Partikelanzahl x 10 12 (km -1 )

Fahrzeug 1 (Euro 1 )

Fahrzeug 2 (Euro 2)

Fahrzeug 3 (Euro 3)

Fahrzeug 4 (Euro 4)

**ELPI: elektrischer Niederdruckimpaktor.

***NEFZ: Neuer Europäischer Fahrzyklus.

Quelle: VOLKSWAGEN AG

Jahresmittelwerte der Benzolimmissionskonzentration

an Verkehrsmessstellen in Niedersachsen

Hannover,

Göttinger Straße

Braunschweig,

Bohlweg

Grenzwert der Richtlinie

2000/69/EG, der bis

zum 1. Januar 2010

einzuhalten ist

µg/m 3

Quelle: Niedersächsisches Landesamt für Ökologie

5

4

3

2

1

0

20

15

10

5

-78 %

10

100 1000

Aerodynamischer Partikeldurchmesser

1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996

Auto und Umwelt Forschung & Entwicklung

der Jahresmittelwerte von Benzolimmissionen

an verkehrsnahen Messstellen. Deutlich

erkennbar ist die abnehmende Tendenz, insbesondere

infolge der Umstellung auf benzolarme

Kraftstoffe für Ottomotoren.

Abgasstrategie bei Dieselmotoren

Die Diskussionen über Rußpartikel im Abgas

von Dieselmotoren hält trotz aller technischer

Fortschritte an. Dabei geht es vor allem um

Größe, Anzahl und Oberfläche der Partikel.

Wissenschaftliche Studien unabhängiger

Institute* belegen jedoch, dass die Optimierung

der Verbrennungstechnik mittels Hochdruck-Direkteinspritzung

nicht zu kleineren

Partikeln führt, sondern enorme Fortschritte

in der weiteren Verminderung der Partikelanzahl

gebracht hat (siehe Grafik links).

*Fraunhofer-Institut für Toxikologie und Aerosolforschung,

Hannover: Partikelanzahlstudie im Auftrag von

auto motor und sport, 1998.

FEV Motorentechnik, Aachen; Universität Duisburg:

ACEA report on small particle emissions from

passenger cars, 1999.

1997 1998

1999 2000

5

58

59


Zukünftige Dieselkonzepte beschäftigen sich insbesondere

mit der weiteren Absenkung von Stickoxiden (NOx) und Partikeln. Hierbei ist es die Philosophie der VOLKS-

WAGEN AG, Emissionen von vornherein zu vermeiden,

statt sie nachträglich aufwendig zu reduzieren. Für

Motoren, bei denen sich trotz einer verbesserten Verbrennung

und trotz Einsatz eines Oxidationskatalysators

immer noch keine befriedigenden Ergebnisse erzielen

lassen, müssen zusätzliche Abgasnachbehandlungsmaßnahmen

getroffen werden. Dies betrifft in erster Linie

größere und schwerere Fahrzeuge – besonders dann,

wenn sie mit automatischen Getrieben ausgerüstet sind.

Sie sollen mit einem neuartigen Partikelfilter und einem

Abgasnachbehandlungssystem für Stickoxide ausgerüstet

werden. Beides wird Bestandteil einer intelligenten,

vom Motormanagement gesteuerten Abgasnachbehandlung

sein. Die Partikelfilterung an sich ist nicht das

Kernproblem, aber es muss die Filterregeneration unter

allen Betriebsbedingungen sichergestellt werden.

Aufgrund der effektiven Arbeitsweise des Dieselmotors

werden die für eine Oxidation der Partikel notwendigen

Abgastemperaturen erst bei höheren Geschwindigkeiten

erreicht. Bei Betriebstemperaturen die niedriger als 300

Grad Celsius sind, kommt es im Filter zu einer Rußanhäufung.

Bei Überschreiten bestimmter Schwellenwerte

und energetisch günstigen Randbedingungen setzt im

Partikelfilter die Regeneration ein; beim Volkswagen-

System oxidieren die Stickstoffdioxide (NO2) die

Rußpartikel zu CO2. Euro-4-Abgasminderungsstrategie für Dieselfahrzeuge von Volkswagen

Schwefelfreier Kraftstoff

+ NOx-Speicherkatalysator Schwefelfreier Kraftstoff

+ Partikelfilter

4V-Motor

2V-Motor + innermotorische

Maßnahmen inkl.

Oxidationskatalysator

AG: Automatikgetriebe

HS: Handschaltgetriebe

2V: Zweiventilkopf

4V: Vierventilkopf

Quelle: VOLKSWAGEN AG

Fahrzeugmasse

AG

HS

AG

HS

D1

Passat

Golf

Da das Volkswagen-Filtersystem kontinuierlich

arbeitet, werden Temperaturspitzen

vermieden, was eine geringe Bauteilbeanspruchung

und einen hohen Filterwirkungsgrad

über die gesamte Fahrzeuglebensdauer

gewährleistet.

Aus Sicht des jetzigen Entwicklungsstandes

lassen sich fünf Bausteine definieren, mit

denen der Dieselmotor auf dem Weg zu

sauberstem Abgas vorankommt:

• die weitere Optimierung der Verbrennung

• die verbesserte Wirksamkeit des Oxidationskatalysators

• die Verfügbarkeit neuer, „schwefelfreier“

Kraftstoffe (S < 10 ppm)

• die Anwendung eines zusätzlichen

Partikelfilters

• eine wirksame Stickoxidnachbehandlung

Ressourcenschonung – Übergangsstrategie

Ingesamt ist zu erwarten, dass spätestens ab

dem Jahr 2010 die Luftqualität durch Einführung

emissionsarmer Fahrzeuge so weit

verbessert sein wird, dass die Verkehrsemissionen

an Wichtigkeit verlieren werden. An ihre

Stelle wird die Minimierung der Treibhausgasemissionen

und des Primärenergieverbrauchs

treten.

75 100 150

Leistung [kW]


Damit der Individualverkehr auch langfristig mit Kraftstoff

versorgt werden kann, müssen die erforderlichen

Rohstoffe möglichst sparsam und effizient eingesetzt

werden. In einer Prognose der Rheinisch-Westfälischen

Technischen Hochschule (RWTH) in Aachen über die

zukünftige Entwicklung der Antriebskonzepte (siehe

Grafik Antriebsentwicklung 1995-2015) wird deutlich,

dass auch in 20 Jahren die konventionellen Antriebe

mit Verbrennungsmotor (Ottomotor, Dieselmotor) den

Markt noch dominieren werden. Aber gleichzeitig wird

der Anteil alternativer Antriebskonzepte ab 2010

zunehmen. Das größte Potenzial zukünftiger Antriebskonzepte

verspricht langfristig der Wasserstoff-

Brennstoffzellen-Antrieb (siehe Seite 53).

Änderung der Themenfelder

Umweltbezogene Fahrzeugentwicklung

Wichtigkeit

Abgasemissionen

CO, NOx , HC,

Partikelmasse

Treibhausgase, CO2

Primärenergie

Quelle: VOLKSWAGEN AG

Antriebsentwicklung von 1995 bis 2015

Zukünftige Marktanteile

Benzin-DI*

Benzin

Alternative Antriebe

Diesel-DI*

Diesel

*DI = Direkteinspritzung.

Quelle: RWTH Aachen

1990 1995 2000 2005 2010 2015 2020 2025

100 %

80 %

60 %

40 %

20 %

1995 2000 2005 2010 2015

Auto und Umwelt Forschung & Entwicklung

In der Übergangszeit bis zum Erreichen des

Wasserstoffzeitalters werden die Kraftstoffeigenschaften

eine entscheidende Rolle spielen.

So nehmen Art und Güte von Kraftstoffen

heute und in Zukunft eine Schlüsselrolle für

die Umweltverträglichkeit des motorisierten

Verkehrs ein. Entsprechend dem Leitbild der

Nachhaltigen Entwicklung muss es langfristig

möglich werden, Kraftstoffe regenerativ bereitzustellen.

Bis zur Erreichung dieses Ziels wird

noch erhebliche Zeit vergehen, weshalb von

Volkswagen eine Übergangsstrategie entwickelt

wurde (siehe Seite 52).

5

60

61


Umweltmanagement in der Technischen Entwicklung

Nur wenn Umweltschutz bereits in der Frühphase einer

Produktentwicklung selbstverständlich ist, kann der

hohe Anspruch – formuliert in der Präambel der Umweltpolitik

– eingehalten werden. Deutliche Zeichen setzt

die Technische Entwicklung (TE) in Wolfsburg durch

eine weitere erfolgreiche Rezertifizierung nach DIN EN

ISO 14001 im April 2001 und unterstreicht damit die

internationale Vorreiterrolle von Volkswagen. Das Öko-

Audit bezieht sich allein auf die standortbezogenen

Umweltbelange der Produktion, wohingegen das TE-

Zertifikat sich auf die „umweltgerechte Entwicklung von

Kraftfahrzeugen der Marke Volkswagen“ – also auf das

hergestellte Produkt selbst – bezieht. Die Notwendigkeit

dazu lässt sich mittels der bisher im Hause erstellten

Sachbilanzen belegen, laut denen beispielsweise beim

Energieverbrauch über die Gesamtlebensdauer eines

Fahrzeugs die Nutzungsphase beim Golf A4 einen Anteil

von 73 Prozent bzw. beim Drei-Liter-Auto einen Anteil

von 67 Prozent ausmacht. Erzielte Fortschritte bei der

Senkung des Energieverbrauchs zeigt der Vergleich mit

dem Golf A3, dort beträgt der Anteil 80 Prozent (siehe

Seite 26). Volkswagen war der erste Automobilhersteller,

Präambel der Umweltpolitik

„Das Unternehmen trägt Verantwortung für die kontinuierliche Verbesserung der Umweltverträglichkeit seiner

Produkte sowie für die Verringerung der Beanspruchung der natürlichen Ressourcen.“

1 4

Material

• Einsatz von umweltgerechten

Materialien

• Minimierung der Verwendung

von Gefahr- und Schadstoffen

• Minimierung der Innenraumemissionen

inklusive Geruch

2

Fertigungsverfahren

• Anwendung umweltgerechter

Fertigungsverfahren nach dem

Grundsatz der Verhältnismäßigkeit

3

Recycling

• Erreichung und Übererfüllung

der Richtlinien zur Altautoverwertung

Kraftstoffverbrauch

inklusive CO2 • Erfüllung und Unterschreitung

der Verbrauchs- und CO2-Vor gaben gemäß freiwilliger Selbstverpflichtung

• Besetzen der Verbrauchsleader-

Position in jeder Fahrzeugklasse

5

Abgas

• Erfüllung und Unterschreitung

schärfster Abgasvorschriften zur

Verringerung der Schadstoffemissionen

der die DIN EN ISO 14001 bereits zu einem

Zeitpunkt angewendet hat, als die Norm noch

im Entwurfszustand war. Anfang 2001 wurden

außerdem die sieben Umweltziele der TE überarbeitet

und verabschiedet. Sie sind im Vergleich

zu den 1996 erstmals verabschiedeten

sieben Zielen in ihrer Formulierung an die

veränderten Gesetze und Selbstverpflichtungserklärungen

angepasst worden. So sind

sie in vielen Bereichen präzisiert worden und

gehen, sowohl Material und Akustik als auch

Fahrzeugemissionen sowie Gefahr- und

Schadstoffe betreffend, über die gesetzlichen

Auflagen hinaus. Die Umweltziele sind Instrumente

des Umweltmanagements der TE und

liegen den Umweltlastenheften zugrunde.

Das Umweltmanagement dient dazu, die Umweltziele

umzusetzen. Die Umweltziele der

TE sind übergeordnete Ziele, die projektspezifischen

Unterziele werden in gesonderten

Umweltlastenheften für die jeweiligen Fahrzeuge

aufgestellt und abgearbeitet.

6

Boden-/Wasserbelastung

• Verbesserung der Dichtigkeit in

der Nutzungsphase und

Erhöhung der Trockenlegungsrate

im Recyclingprozess

7

Akustik

• Erfüllung und Unterschreitung

der Akustikvorschriften

• Erreichung bestmöglicher

Außengeräuschwerte in der

Nutzungsphase

• Erreichung bestmöglicher

Innengeräuschwerte


„Formel 1“

Das Ein-Liter-Auto wird

den Maßstab setzen

Mit dem Lupo 3L TDI setzt Volkswagen

heute den Maßstab für

Ökoeffizienz – technisch und für

den Kunden auf dem Automobilmarkt.

Noch vor seiner Markteinführung

wurde mit der Forschung

am Zwei-Liter-Auto begonnen.

Doch dieses Projekt ist

mittlerweile eingestellt worden.

Wir haben die technologische

Herausforderung des Ein-Liter-

Autos aufgegriffen und wollen

mit diesem zweisitzigen Fahrzeug

mit Dieselmotor einen weiteren

Maßstab für Ökoeffizienz setzen.

Die AUTO-ZEITUNG sprach auf dem Pariser Autosalon mit Volkswagen-Chef Dr. Ferdinand Piëch

über das Ein-Liter-Auto, die Modellpolitik von Volkswagen, die Entscheidung für 16 statt

18 Zylinder und weitere neue Motorenentwicklungen.

Redaktion: Herr Dr. Piëch, seit kurzem

geistert das Ein-Liter-Auto durch die

Schlagzeilen. Erzählen Sie uns Näheres

dazu?

Dr. Piëch: „Gesagt habe ich schon vor

Jahren, dass wir ein Drei-, ein Zwei- und

ein Ein-Liter-Auto bauen werden. Den

Drei-Liter-Lupo können Sie bereits kaufen,

am Zwei-Liter-Auto arbeiten wir nicht

mehr – das war ein knapper Viersitzer

und ästhetisch nicht so ansprechend. Vom

Ein-Liter-Auto habe ich nur gesagt, dass

Quelle: AUTO-ZEITUNG, Nr. 22, Oktober 2000

ich es in meiner Amtszeit noch fahren

werde. Ob andere auch damit fahren,

weiß ich nicht.“

Redaktion: Wie wird dieses Sparwunder

aussehen?

Dr. Piëch: „Es hat vier Räder, zwei Sitze,

einen Dieselmotor und ist halb so schwer

wie ein Drei-Liter-Lupo.“

Redaktion: Ein Zweisitzer, extrem klein

und leicht – so etwas gibt es doch schon

von einem Mitbewerber.

Umweltmanagement in der TE/Das Ein-Liter-Auto Forschung & Entwicklung

„Ich werde das Ein-Liter-Auto bauen“

Volkswagen-Chef Dr. Ferdinand Piëch im stern-Gespräch

über die aktuelle Benzinpreis-Krise, den Absatzrückgang in

der Branche und seine Pläne. Seit sieben Jahren steht

Dr. Ferdinand Piëch an der Spitze von Volkswagen. Der gelernte

Ingenieur hat den Wolfsburger Autoriesen seither stark

verändert: Unter seiner Leitung wurde nicht nur eine große

Modelloffensive gestartet. Piëch richtete den Autokonzern

auch neu aus: Volkswagen baute als Erster das Drei-Liter-

Auto und brachte es auf den Markt. Jetzt will er, so verriet er

dem stern, sogar das Ein-Liter-Auto bauen.

Quelle: stern, Nr. 39, September 2000

Das neue Bild der Marke!

Volkswagen-Chef Dr. Ferdinand Piëch im Gespräch

Redaktion: Im Raum steht das Zauberwort

Ein-Liter-Auto.

Wie geht es ihm?

Dr. Piëch: „Ich hoffe immer noch, in diesem

Jahr einen Prototyp zu fahren. Die Chancen

sind hoch.“

Redaktion: Wir wissen mittlerweile, dass

es ein Zweisitzer sein wird, Fahrer und

Beifahrer hintereinander. Sollen wir uns

da eine Art Kabinenroller vorstellen?

Dr. Piëch: „Aber wirklich nicht. Gehen Sie

einmal ruhig davon aus, dass es ein in

Sachen Fahrsicherheit und Crashverhalten

absolut vollwertiges Fahrzeug sein wird.

Sein TDI-Motor wird einen zukünftigen

Entwicklungsstand vorwegnehmen, und

Dr. Piëch: „Ich denke lieber an das Auto-

Union-Weltrekordauto. Unser Ein-Liter-

Auto wird einen cw-Wert haben, wie es

ihn noch nie gegeben hat.“

Redaktion: Das können wir uns nur bei

hintereinander angeordneten Sitzen

vorstellen.

Dr. Piëch: „Ich kann Ihrer Vorstellung

nicht widersprechen.“

Redaktion: Welche Rolle wird das von

Volkswagen angekündigte Ein-Liter-Auto

spielen?

Dr. Martin Winterkorn: „Es wird eine

große Rolle spielen. Einerseits als

Technologieträger, aber ebenso in einer

möglichen Serienfertigung. Wenn Sie das

Auto sehen und fahren, haben Sie in

erster Linie das Gefühl, ein Spaßauto zu

lenken, geprägt vom niedrigen Schwer-

Quelle: Volkswagen-Magazin, Nr. 2, Juli 2001

die Bauweise mit Carbon und Magnesium

wird einen neuen Maßstab setzen.“

Redaktion: Das klingt teuer. Wie teuer?

Dr. Piëch: „Nach dem heutigen Stand der

Herstellungskosten kämen wir wohl in

eine Kalkulation zwischen 40.000 und

50.000 Mark Kaufpreis, aber wir streben

einen deutlich günstigeren Preis an.

Was bleibt, ist aber immer noch die Frage,

ob der Markt Fahrzeuge annimmt, die

besonders sparsam, aber auch relativ

teuer sind.“

Redaktion: Lassen sich da aus den

Erfahrungen mit dem Drei-Liter-Lupo

schon gewisse Hochrechnungen

anstellen?

punkt, von der Sitzanordnung, vom guten

cw-Wert. Wir müssen im Laufe des

nächsten Jahres entscheiden, ob wir es

bauen oder nicht. Und ich gehe davon

aus, dass wir es machen, allein der

Technologie wegen.“

„... Nicht vergessen dürfen wir das Thema

Leichtbau und neue Werkstoffe,

Magnesium, Aluminium, Titan. Denn je

kleiner die Masse ist, desto weniger

stern: Ist etwa das Ein-Liter-Auto

in Sicht?

Dr. Piëch: „Ich bin sicher, dass ich es in

meiner Amtszeit noch fahren werde.“

stern: Dann jubelt die Börse, und

der Kurs der VW-Aktie würde sich

endlich nach oben bewegen.

Dr. Piëch: „Wahrscheinlich.“

Die Geschwindigkeit des Fortschritts

Dr. Piëch: „[...] Ja, es gibt einen Trend zur

Akzeptanz solcher Autos.“

Redaktion: Davon müsste das Ein-Liter-

Auto ja besonders profitieren, denn da

käme ja noch der Prestige-Effekt eines

außergewöhnlichen, intelligenten

Designs dazu.

Dr. Piëch: „Ja, es wird ein außergewöhnliches

Design sein, und es wird Leute

geben, die so ein Auto unbedingt haben

wollen. Ob diese Zahl für eine wirtschaftliche

Produktion ausreicht, ist eine andere

Frage. Wir werden die Antwort nie kennen,

wenn wir uns nicht an solche Projekte

herantrauen.“

Quelle: Volkswagen-Magazin, Nr. 1, April 2001

Über die Chancen des Ein-Liter-Autos

Interview mit Dr. Martin Winterkorn, Vorstandsmitglied Forschung und Entwicklung der VOLKSWAGEN AG

Energie brauche ich, um sie zu bewegen.

[...] Ich bin überzeugt – und daran arbeiten

wir sehr intensiv –, dass sowohl mit

Kunststoffen als auch mit Metallen noch

einiges an Gewicht zu holen ist. Deshalb

reizt es mich auch, das Ein-Liter-Auto zu

realisieren. Weil man für so ein Projekt

Kohlefaser- und Titanwerkstoffe einsetzen

muss, weil wir über neue Legierungselemente

wie z.B. Lithium nachdenken.“

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62

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Schöne neue Welt

Vernetzte Mobilität auf vier Rädern

Kennen Sie ein Auto, das kommunizieren kann, das die

heimische Kaffeemaschine von unterwegs abschalten

kann oder Sie alarmiert, wenn sich ein Dieb an ihm zu

schaffen macht? Oder ein Auto, das Videobilder vom

Hauseingang auf einen Monitor im Armaturenbrett übertragen

kann, das Ihnen den nächsten freien Parkplatz

anzeigt und somit kraftstoffintensiven Parksuchverkehr

vermeidet, die optimale Stauumfahrung ausweist und

auf diesem Weg Sprit sparen hilft? Das alles klingt ein

wenig nach „Schöne neue Welt“. Doch mit dem „netconnect-Passat“,

einer Studie von Volkswagen, ist das

heute schon Realität. Das „intelligente“ Auto ist Teil des

Projekts „Innovationszentrum intelligentes Haus“

(InHaus) des Fraunhofer-Instituts IMS (Institut für mikroelektronische

Schaltungen und Systeme) in Duisburg.

Die Interaktion findet auf kurze Distanz (im Haus und

in dessen unmittelbarer Umgebung) über Bluetooth,

ein drahtloses Datenübertragungsverfahren, statt. Mit

Anwendungen der Telematik

Mittelfristige Anwendungen

Lagesensor:

Information darüber, ob das

Auto abgeschleppt, angefahren

oder gestohlen wird

Tankinformationen:

Errechnen der Reichweite,

Navigation zur nächsten

Tankstelle

Fernbedienung:

Lüftung, Standheizung

Langfristige Anwendungen

Parkplatznavigation:

Informationen über Veranstaltungen

und freie

Parkplätze

Fernsensorik:

Meldung über fahrzeugnahe

Fußgänger, Warnung vor

plötzlich auftauchenden

Hindernissen

Einkäufe:

InHaus erinnert ans

Einkaufen, vergleicht Preise,

informiert über Sonderangebote

und leitet zum

geeigneten Supermarkt

Bluetooth können beispielsweise MP3-

Musikdateien aus dem Internet in den

Bordcomputer geladen werden.

Über große Entfernungen werden die Daten

zwischen Auto und Haus mittels Mobilfunktechnologie

ausgetauscht (SMS, GPRS),

wodurch sich auch problemlos das Internet

nutzen lässt.

Intelligente Häuser sollen sich aufgrund ihrer

hoch entwickelten Haustechnik als Beitrag zur

effizienten Nutzung von Energie und anderen

Ressourcen erweisen. Im Projekt „InHaus“ will

Volkswagen untersuchen, wie sich das Automobil

sinnvoll in zukünftige Wohnwelten

integrieren lässt. So lässt sich beispielsweise

die Temperatur für das gesamte Hauses vom

Auto aus regeln. Die Akzeptanz derartiger

Wohnkonzepte wird in dem Maß zunehmen,

in dem vernetztes Wohnen zum vernetzten

Lifestyle wird, der alle Bereiche des Lebens, so

auch das Auto, miteinander verbindet und zu

Komfortgewinn und Effizienzsteigerung führt.

Neben der Kommunikation zwischen Fahrzeug

und Haus bietet netconnect weiteren

Komfort und ferngesteuerte Sicherheit. So

kann der Fahrer z.B. bei Dunkelheit eine

„Rundumbeleuchtung“ einschalten, bevor er

sich dem Wagen nähert, oder die am heimischen

Computer geplante Fahrtroute auf das

Navigationssystem des Autos übertragen.


Vernetzte Mobilität Forschung & Entwicklung

Das Herzstück der Anlage ist ein Car-Computer, der die In einem weiteren Projekt, „World on Wheels“

gesamte Kommunikation zwischen Haus und Fahrzeug (WOW), kommt auch die Unterhaltung für die

und im Auto steuert. Alle Daten werden über ein ins Fahrgäste im Fond nicht zu kurz. Ein Modell-

Handschuhfach integriertes Keyboard eingegeben. Die versuch mit der neuen Datenübertragungs-

Steuereinheit ist ein tragbarer Handcomputer, der so technik Digital Video Broadcasting Terrestrial

genannte Personal Digital Assistent (PDA), der als

(DVB-T), an dem Volkswagen beteiligt ist,

Fernbedienung und Monitor für alle Computerfunktio- ermöglicht nicht nur ungestörten Fernsehempnen

dient. Mit dem PDA kann der Fahrer telefonieren, er fang. Mit DVB-T lässt sich sogar das persön-

dient als Fernsteuerung für die Musikanlage daheim liche Wunschprogramm im Auto abrufen.

oder als Bildschirm. www.volkswagen-umwelt.de/wissen/technik-innovation

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Das Beste aus zwei Welten

Elektrohybridfahrzeuge

Zurzeit wird in der Volkswagen-Konzernforschung ein

neues Hybridfahrzeug entwickelt, das ohne die Nutzung

von Strom aus der Steckdose deutlich weniger Kraftstoff

verbraucht als ein vergleichbares konventionelles

Fahrzeug.

In der Vergangenheit entwickelte Hybridfahrzeuge

wiesen mehrere Nachteile auf: hohes Gewicht, hohe

Kosten, eingeschränkte Fahrleistungen, geringer

Fahrkomfort und komplizierte Bedienung. Diese

Nachteile konnten durch die Vorteile des geringen

Kraftstoffverbrauchs und der besseren Abgasqualität

nicht aufgewogen werden.

Auslegungskriterien für den Elektromotor in Abhängigkeit

von den integrierten Funktionen eines Parallelhybridantriebs

Funktionen Leistung

Elektroantrieb < 40 kW

Leistungsaddition 30–40 kW

Bremsenergie-Rückgewinnung 20–30 kW

Drehmomentaddition für Beschleunigung 10–20 kW

Start-Stopp-Funktion für Verbrennungsmotor 5–10 kW

Bordnetzverbraucher 4–6 kW

In einem Parallelhybridantrieb wird die Leistung des Elektromotors von seinen

Funktionen bestimmt. Wenn beispielsweise nur Drehmomentunterstützung zur

Verbesserung der Beschleunigung das Ziel ist, kann dies durch einen Elektromotor mit

10–20 kW erreicht werden. Wenn rein elektrisches Fahren möglich sein soll, ist

hingegen eine Elektromotorleistung von 30–50 kW erforderlich. Die geforderten

Leistungen bestimmen auch die Größe der Batterie. Alle aufgeführten Funktionen sind

integraler Bestandteil eines Hybridantriebs.

Quelle: VOLKSWAGEN AG

Im Rahmen eines europäisch geförderten

Forschungsvorhabens wird zurzeit ein

Hybridfahrzeug mit folgenden Vorteilen

entwickelt:

• autarker Hybridantrieb (keine Batterieladung

aus dem Netz)

• Fahrleistungen mit konventionellem

Fahrzeug vergleichbar

• guter Fahrkomfort

• deutlich geringerer Kraftstoffverbrauch

als bei einem konventionellen Fahrzeug

• alle Komfortausstattungen verfügbar

(Servolenkung, Klimaanlage usw.)

• uneingeschränkte aktive und passive

Fahrzeugsicherheit

• uneingeschränkte Fahrzeuglebensdauer

(insbesondere Batterielebensdauer)


Paralleler Hybridantriebsstrang

(schematische Darstellung eines Automobils)

Batterie

Quelle: VOLKSWAGEN AG

Getriebe

Leistungselektronik

Kupplungen

Elektromotor

Kupplungen

Verbrennungsmotor

Wie funktioniert der Parallelhybridantrieb?

Werden Brems- und Schubenergie genutzt?

Laufen beide Antriebe gleichzeitig, oder wird umgeschaltet?

Elektrohybridfahrzeuge Forschung & Entwicklung

Zentraler Entwicklungsschwerpunkt ist ein

neuer Antriebsstrang, auf den optimalen

Wirkungsgrad aller Komponenten ausgelegt

wird. Unter allen möglichen Hybridalternativen

bietet der Parallelantrieb das höchste

Potenzial. Ein TDI-Motor wird kombiniert mit

einem automatisierten Schaltgetriebe und

einem integrierten Drehstrom-Scheibenläufermotor.

Als Energiespeicher wird eine neue

Batterietechnologie verwendet.

Der Parallelhybridantrieb ist eine Kombination aus Verbrennungsmotor und Elektromaschine,

die, durch eine Steuerelektronik geregelt, je nach Fahrprofil folgende Funktionalitäten abdeckt:

• Antrieb des Fahrzeugs durch den Verbrennungsmotor (Kraftfluss Motor–Getriebe–Rad)

• Antrieb durch Elektromotor (Kraftfluss Elektromaschine–Getriebe–Rad)

• Drehmomentaddition beider Maschinen zur besseren Beschleunigung

• Lastpunktanhebung des Verbrennungsmotors durch Abrufen einer generatorischen Leistung,

um den Verbrennungsmotor im optimalen Wirkungsgrad zu betreiben

• Betrieb der Elektromaschine als Generator beim Bremsen, um Energie in die Batterie zurückzuspeisen

• Starten des Verbrennungsmotors durch die Elektromaschine (Entfall des Anlassers, Start-Stopp-

Funktion, Entfall des Leerlaufverbrauchs)

Wird die elektrische Energie durch den Verbrennungsmotor erzeugt?

Da der Rotor der Elektromaschine, der das Schwungrad ersetzt, sich immer dann dreht, wenn die

Verbrennungsmaschine im Einsatz ist, kann in diesem Fall die Elektromaschine als Generator

betrieben werden. Dies geschieht aber immer unter Berücksichtigung des Wirkungsgrades (s.o.).

Bei jedem Bremsvorgang speist die Elektromaschine Energie in die Batterie. Die Steuerelektronik regelt

den Hybridantrieb so, dass abhängig von den Fahr- bzw. Bremsanforderungen des Fahrers die aus

Verbrauchssicht optimale Maschine im Einsatz ist.

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68

69

Vom Familienauto zum „End of Life Vehicle“

Recyclingstrategie und Altautoproblematik

Jährlich werden in der Europäischen Union etwa zehn

Millionen Tonnen Altautos entsorgt. Durch die im

September 2000 durch das EU-Parlament beschlossene

Regelung zur umweltgerechten Verwertung von Altfahrzeugen

wird ein gesetzlicher Rahmen zur Entsorgung

vorgegeben. Volkswagen setzt sich bereits seit 1990

intensiv mit dem Thema Altfahrzeugverwertung auseinander.

Dazu werden Demontagestudien an allen

Fahrzeugtypen durchgeführt. Die dabei gewonnenen

Daten werden analysiert und fließen kontinuierlich in

die Neuentwicklungen ein. Ziel ist es, die heute in

Deutschland erreichte Recyclingquote von etwa 80 Gewichtsprozent

der Fahrzeuge weiter zu erhöhen. Das

bisherige Ergebnis kann sich sehen lassen. Produkte

von Volkswagen sind nicht nur während ihrer Gebrauchsphase,

sondern auch noch als „End of Life Vehicle“ (ELV)

begehrte Wirtschaftsgüter. Deshalb wird nach unserer

Ansicht auch in Zukunft die Verwertung von Altfahrzeugen

ein wichtiger Wettbewerbsfaktor sein.Um die Vielfalt

der aus dem Recyclingprozess erwachsenden Aufgaben

bewältigen zu können, hat Volkswagen einen markenübergreifenden

„Lenkungsausschuss Recycling“ eingerichtet.

Dieser Ausschuss ist für den Aufbau eines Rücknahmenetzes,

für Materialkreisläufe und alternative

Demontage-, Separations- und Verwertungstechnologien

verantwortlich. Ein weiterer Kreis von Umweltfachleuten,

das „Materialcontrolling-Team“, beschäftigt sich

mit den ab 2003 geltenden Materialverboten. In diesem

Gesetzliche Rahmenbedingungen

2002:

2003:

2005:

2006:

2007:

2015:

Kostenlose Rücknahme aller ab 1. Juli 2002

zugelassenen Fahrzeuge

Schwermetallverbot ab 1. Juli 2003

(Hg, Cr(VI), Cd, Pb)

Keine Typengenehmigung ohne den

Nachweis einer 95-prozentigen

Wiederverwertbarkeit

85-prozentige Verwertungsquote für alle

Bestandsfahrzeuge ( ≥ 80% werkstofflich,

< 5% energetisch)

Kostenlose Rücknahme aller

Bestandsfahrzeuge

95-prozentige Verwertungsquote für alle

Bestandsfahrzeuge ( ≥ 85% werkstofflich,

< 10% energetisch)

Quelle: EU-Altauto-Richtlinie 2000, 53

Team werden Ersatzstoffe für Cadmium, Quecksilber,

Blei und Chrom(VI) untersucht und

deren Zulassung zur Verwendung in Volkswagen-Fahrzeugen

nach den strengen internen

Sicherheits-, Qualitäts- und Umweltstandards

veranlasst. Diese Ergebnisse sind auch für

Zulieferer und Verwertungsbetriebe nutzbar.

Schredderanlage mit Hauptprodukt Stahlschrott

In Zusammenarbeit mit der deutschen Automobilindustrie

und einigen europäischen

Herstellern wurde das internationale Material-

Daten-System IMDS aufgebaut (siehe Seite 74).

In dieses System werden von den Lieferanten

die bauteilerelevanten Materialdaten eingegeben

und den Herstellern zur Verfügung

gestellt. Den Verwertungsunternehmen bietet

Volkswagen europaweit Demontageinformationen.

Das Demontageinformationssystem

IDIS (International Dismantling Information

System) liefert auf einer CD-ROM Daten über

alle Fahrzeuge ab dem Baujahr 1985. Als

Ergänzung zu den elektronischen Informationsquellen

werden gemeinsam Workshops

durchgeführt. So können alle Beteiligten –

Konstrukteure, Zulieferer und Verwertungsunternehmen

– durch eine partnerschaftliche

Zusammenarbeit Produktverantwortung

übernehmen.

Kontakt:

VOLKSWAGEN AG

Fahrzeugnutzung, Fahrzeugrecycling

Dr. Hartmut Heinrich

Brieffach 1774/2

38436 Wolfsburg

Telefon (05361) 9-76040


Produktion & Standorte

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6

6


Weltweites Netzwerk

Umweltschutz an den Produktionsstandorten

Afrika, Amerika, Asien und Europa – Volkswagen baut

Autos auf vier Kontinenten. Manche Werke sind schon

fast 50 Jahre alt, und viele unserer Standorte liegen in

industriellen Schwellenländern. Auch die gesetzlichen

Rahmenbedingungen sind von Land zu Land unterschiedlich.

Das bedeutet, dass es beim Umweltschutz keine Einheitslösung

für alle Standorte geben kann. Unsere Strategie

heißt daher: so viel Spitzentechnologie wie möglich

so schnell wie möglich in allen unseren Werken einsetzen.

der ausländischen Kollegen nicht mehr individuell,

sondern in Gruppen durchgeführt. Im

Mai 2001 wurden die ersten sechs Mitarbeiter

aus Brasilien und Argentinien zusammen geschult.

Die Unterrichtssprache war Englisch,

damit auch Kollegen ohne Kenntnisse der

deutschen Sprache an der Schulung teilnehmen

konnten. Schwerpunkt der Schulung

war das Kennenlernen innovativer Umweltschutztechnologien

für den gesamten Produktkreislauf.

Als wichtigen Schritt auf dem Weg zu einem

modernen, unternehmensweiten Umweltmanagement

hat Volkswagen im Frühjahr 2000

einheitliche Umweltstandards für den gesamten

Konzern beschlossen. Diese Standards betreffen

den Umweltschutz in der Produktion

und dienen allen Standorten als Richtlinien.

Erfahrungsaustausch mit südamerikanischen Kollegen: (v. l.)

Weltweite Umweltstandards für die

Produktionsstandorte von Volkswagen

Marcelo Perpétuo, Ivo Braga, Márcio Lima, Eduardo Ferreirós,

Dr. Christiane von Finckenstein, Alfredo Martone, Alfredo Hauszler 1. Schadstoffentfrachtung in der Vorbehandlung

der Lackiererei

Globale Verantwortung bedingt auch die durchgängige 2. Begrenzung der Lösemittelemissionen von

Einführung hoher Umweltstandards. Das erfordert

Karosserielackieranlagen

insbesondere an den Standorten außerhalb Europas

3. Ressourcenschonende Maßnahmen in der

einen hohen Beratungsaufwand. Diese Erkenntnis war

Vorbehandlung der Lackiererei

einer der Auslöser für die Benennung so genannter

4. Einsatz lösemittelfreier Konservierungs-

Paten für die Werke in Brasilien, Argentinien, Mexiko,

materialien

Südafrika und China. Diese Paten – Fachleute der zentra- 5. PCB-Freiheit bei Transformatoren

len Umweltschutzabteilung in Wolfsburg – sind die An-

und Großkondensatoren

sprechpartner der Werke in den genannten Ländern und 6. Einsatz umweltfreundlicher Kältemittel

pflegen regelmäßige Kontakte zu den dortigen Kollegen

in Kälte-/Klimaanlagen

im Umweltschutz. Die meisten Paten haben Kenntnisse 7. Präventiver Grundwasser- und Bodenschutz

der jeweiligen Landessprache und koordinieren ver-

8. Einrichtung einer Trennkanalisation

schiedene Beratungs- und Planungsprojekte vor Ort.

für Regen- und Schmutzwasser

9. Sanierung der Schmutzwasserkanalisation

Wichtig ist allerdings auch, dass die ausländischen

10. Bevorzugung schienengebundener Transporte

Mitarbeiter einen regelmäßigen Erfahrungsaustausch

gegenüber dem Transport auf der Straße

nicht nur mit ihren deutschen Kollegen, sondern auch 11. Einsatz von Mehrwegverpackungen und

untereinander pflegen. Deshalb werden die Schulungen

Mehrwegtransportsystemen


Leichter, stärker, besser

Transportlogistik bei Volkswagen

Logistik ist, vor allem im Zusammenhang mit dem Thema

Umweltschutz, immer stärker ins Blickfeld der Öffentlichkeit

geraten. Die Gesamtheit der Material-, Energieund

Produktflüsse in einem Betrieb, seine Versorgung

mit neuen Gütern und seine Einbindung in die allgemeinen

Transportwege haben nicht zuletzt durch

Just-in-time-Produktion und das Gewicht und Material

von Transportbehältern eine besondere Bedeutung im

Sinne der Nachhaltigkeit erhalten.

Was bedeutet das für Volkswagen? Fast 4.000 Zulieferer

sind ständig im Einsatz, um allein die europäischen

Werke mit Material zu versorgen. Just in time werden

die Arbeiter an den Montagebändern mit den Einzelteilen

beliefert. Aber nicht nur die pünktliche Anlieferung stellt

eine logistische Herausforderung dar, sondern auch der

Transport. 5,5 Millionen Universaltransportbehälter aus

Kunststoff und Metall sind für die Versorgung der Werke

im Einsatz. Davon werden einige gerade beim Zulieferer

gefüllt, während andere mit dem Lkw unterwegs sind

und der Rest an den Bändern der Werke steht.

Dr. Petra Spiekermann und Reinhard Tänzer inspizieren den neuen

recycelbaren Leicht-Großladungsträger aus Kunststoff

Weltweites Netzwerk/Logistik Produktion & Standorte

Die Koordination dieser Behälter stellt an die

30 Mitarbeiter des Behältermanagements

große Anforderungen. Das Team sorgt dafür,

dass immer genug leere Behälter für die Lieferanten

zur Verfügung stehen. Zurzeit werden

42 verschiedene Arten von Transportbehältern

eingesetzt. Mittelfristig möchten wir die

Zahl auf 20 reduzieren. Um die Bereitstellung

der Kästen ökologisch und wirtschaftlich zu

gestalten, werden sie vom Behältermanagement

nach dem Quelle-Senke-Prinzip (Leergut

wird frachtstreckenoptimiert aus den Leergutquellen

zuerst zu den nahe liegenden Leergutbedarfsorten

gebracht) gesteuert.

6

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Praktizierter Umweltschutz auf dem Logistiksektor ist

für Volkswagen ebenso die Optimierung der Transportrouten,

die überflüssige Fahrten vermeiden hilft, wie

die Entwicklung neuer Transportbehälter, bei der

sowohl Wirtschaftlichkeit als auch Recyclingfähigkeit

ausschlaggebend sind. Dabei wurde ein neuer „Leicht-

Großladungsträger“ mit der Bezeichnung 114-888 entwickelt.

Er besteht aus Kunststoff, kann auf ein Fünftel

seiner Größe gefaltet und mit maximal 250 Kilogramm

belastet werden. Außerdem ist er zusammengeklappt

Transportvolumen 2000

Materialeingang (t/a)

Zwischenwerksverkehr

(t/a)

Fahrzeuge

Materialausgang (t/a)

(Ersatzteile, CKD usw.)

5.063.600

6.213.000

2.855.600

3.277.100

3.400.000

4.366.100

2.382.000

2.675.100

Gesamt Volkswagen-Transport

Quelle: VOLKSWAGEN AG

1 2 3 4 5 6

Frachtvolumen 2000

Prognose Frachtvolumen

für das Jahr 2005

Kleinladungsträger aus neuen Materialien mit

geringerem Gewicht

etwa halb so groß wie seine metallenen Kollegen

und wiegt nur 39 Kilogramm. Damit wird

das Handling einfacher, und die Ladekapazität

der Lkw wird besser ausgenutzt. Am Ende

ihrer „Dienstzeit“ können die Behälter recycelt

werden. Bis Ende 2002 sollen 200.000 dieser

„Leicht-Großladungsträger“ an alle Standorte

ausgeliefert werden.

Aber auch die Kleinladungsträger (VDA-KLT)

haben wir durch eine veränderte Konstruktion,

den Einsatz neuer Materialien und ein

geringeres Gewicht verbessert. Das Ergebnis

ist das RL-VDA, das so genannte Redesign für

ein leichtes VDA-Behältersystem. Im Auftrag

von Volkswagen wurde dazu ein Konzept entwickelt,

wie sich die über 2,6 Millionen VDA-

KLT für die Herstellung der RL-Behälter

recyceln lassen. Deren ein- statt doppelwandige

Konstruktion und der glatte statt verrippte

Boden vergrößerten das Innenvolumen

gegenüber dem VDA-KLT der ersten Generation

um etwa 30 Prozent. Durch diesen Innenvolumengewinn

von 19.270 Kubikmetern können

912 Lkw-Fahrten pro Jahr eingespart werden.


Der Umwelt verpflichtet

Volkswagen und seine Lieferanten

Volkswagen garantiert im Rahmen seiner Umweltpolitik,

dass sowohl die verschiedenen Bereiche und Abteilungen

des Unternehmens als auch unsere externen Partner

ihren Beitrag leisten, damit wir unsere Umweltziele

erreichen. Alle Partner, sowohl Lieferanten und Dienstleister

als auch Handelspartner und Entsorger, sind in

die Umweltpolitik integriert. Um neue Erkenntnisse aus

der Praxis und Umweltvorgaben von Volkswagen auch

innerhalb der Lieferantenkette in die zweite, dritte und

die folgenden Ebenen, das heißt von den direkten bis

zu den indirekten Zulieferern, weiterzugeben, wird das

Thema Umwelt zwischen den Partnern in allen Facetten

kommuniziert bzw. diskutiert.

Weiterbildung der Lieferanten

Volkswagen veranstaltet gemeinsam mit der Volkswagen

Coaching GmbH eine Vielzahl von Workshops zu den

jeweils aktuellen Umweltthemen für unsere Lieferanten.

Damit wollen wir die Konsequenzen, die sich durch die

schnelle gesetzliche Entwicklung für unsere Geschäftsvorgänge

ergeben, allen unseren Partnern vermitteln.

Im Herbst 2001 fand unter dem Motto „Priorität A –

Partner für die Umwelt“ die 75. Veranstaltung seit der

Einführung der Workshops

im November 1997 statt.

Themen seit 1997

• Umweltpolitik, Umweltmanagement

• Einführung des EG-Öko-Audit-Verfahrens

in die Praxis

• Materialdaten – Verantwortung der

Lieferanten

• Automobilrecycling

• Durchführung von Sachbilanzen

• Einführung in das internationale

Material-Daten-System IMDS

Sowohl der Gesetzgeber als auch die Öffentlichkeit und

unsere Kunden stellen immer höhere Ansprüche an die

Qualität unserer Umweltkommunikation. Wenn man an

die Chemikalien- und Rücknahmegesetzgebung sowie

an die künftige „integrierte Produktpolitik“ (IPP) denkt,

so sind die vorhandenen Organisations- und Datensysteme

überfordert. Denn die Gesetzgebung mit ihrer

uneinheitlichen Nomenklatur für die unterschiedlichen

Branchen ist nicht so angelegt, dass ein Stoff durchgän-

Logistik/Lieferanten Produktion & Standorte

gig von seiner Freigabe bis zur Abfallgesetzgebung

mit vertretbarem EDV-Aufwand verwaltbar

ist.

Durch Verbote und Deklarationspflichten,

aber auch im Rahmen eines am Lebenszyklus

orientierten Umweltmanagements, ist vom

Automobilhersteller über die gesamte Lieferantenkette

hinweg eine immer größere Menge

an Stoffen zu dokumentieren. Da dieser Dokumentationsbedarf

in der Zukunft noch weiter

steigen wird, hat sich Volkswagen an dem

internationalen Material-Daten-System IMDS

beteiligt. Das System ermöglicht einen wirtschaftlichen

Transport und die Speicherung

von Materialdaten entlang der Zuliefererkette.

Es steht allen Lieferanten für die Datenkommunikation

kostenlos zur Verfügung. In weiteren

Ausbaustufen können auch künftige Umweltanforderungen

berücksichtigt werden.

Mehr Informationen zu IMDS finden Sie auf

Seite 74.

Mit dem Datensystem Electronic Supplier Link

und einer Volkswagen Internet-Umweltkommunikationsplattform

bestehen zudem zwei

weitere moderne Kommunikationsmittel, die

für den Transfer von Umweltschutzanforderungen

an unsere Geschäftspartner genutzt

werden.Darüber hinaus informieren sich

unsere Geschäftspartner durch den Austausch

von Umweltberichten, Umweltzertifikaten

und Mitteilungen über sonstige Umweltaktivitäten

und Innovationen. Besondere Aktivitäten

der Lieferanten zur Verbesserung der

Umweltverträglichkeit der Automobile werden

von Volkswagen auch in Zukunft mit einem

Umweltpreis öffentlich ausgezeichnet.

Recycling-Demonstrationsfahrzeug (RDF): Dr. Ferdinand Piëch (zweiter

v. r.), Vorstandsvorsitzender der VOLKSWAGEN AG, und Dr. Martin

Winterkorn, Vorstandsmitglied Forschung und Entwicklung der

VOLKSWAGEN AG, im Gespräch mit Lieferanten über neue Möglichkeiten

beim Automobilrecycling

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Ein Werkzeug für die Umwelt

Das internationale Material-Daten-System IMDS

Die Automobilindustrie betreibt großen organisatorischen

Aufwand, um die bestehenden Umweltauflagen

erfüllen zu können. Infolge der Gesetzgebung sind viele

Kataloge, Normen und Datenbanken für Werkstoffe,

Gefahrstoffe, Gefahrgüter und Abfälle entstanden. Diese

Datenbanken sind auf die unterschiedlichen Fachgebiete

und Branchen des Automobilbaus beschränkt. Der technische

Stand, der Inhalt und die Strukturen der Datenbanken

sind recht verschieden. Daher ist es mit ihnen

nicht möglich, die Werkstoffdaten für ein Automobil so

genau zu beschreiben, wie es die Altauto-Richtlinie der

Europäischen Union (EU) von der Automobilindustrie

fordert. Aus diesem Grund hat der Verband der Automobilindustrie

beschlossen, eine internetbasierte Datenbank

zu erstellen, die eine Werkstoffbeschreibung unterschiedlicher

Produkte entlang der Lieferantenkette

erlaubt.

Das internetbasierte System liefert den Autoproduzenten

und ihren Partnern Informationen darüber, aus welchen

Materialien sich die meist zugelieferten Einzelteile eines

Wagens zusammensetzen. Denn bei Grenzwerten von

zwei Gramm eines Stoffes pro Fahrzeug, beispielsweise

Chrom(VI), ist es erforderlich, dass auch detaillierte

IMDS-Startseiten

Werkstoffinformationen über zugekaufte

Bauteile den Automobilherstellern übermittelt

werden. Nur dann lässt sich die gewünschte

Werkstoffbilanz erzielen. Volkswagen war an

der Entwicklung des Projekts „internationales

Material-Daten-System IMDS“ intensiv beteiligt.

IMDS ist ein elektronisches System zum

Transportieren und Speichern von Materialdaten.

Betreiber ist das Informationstechnologieunternehmen

EDS, das auch für die

Sicherheit der Datenbank verantwortlich ist.

IMDS ermöglicht jedem Teilnehmer eine individuelle

Speicherung seiner Materialdaten,

die er, einer Teilbezeichnung zugeordnet, bei

einer Bemusterung an seine Kunden weitergeben

kann. Jeder Kunde kann seinerseits die

empfangenen Materialdaten seinem entsprechenden

Produkt zuordnen und beispielsweise

an einen Automobilhersteller weitersenden.


Materialeingang im Güterverkehrszentrum Wolfsburg

Die Werkstoffbeschreibung eines Produkts kann unter

seinem Handelsnamen gespeichert und von allen Teilnehmern

des IMDS abgerufen werden. Diese Funktion

ist vor allem für Rohstoffe und Normteile gedacht und

wird von sehr vielen IMDS-Teilnehmern genutzt. Der

zunehmende Umfang der Datenbank macht es wesentlich

leichter, komplexe Materialbeschreibungen zu

erstellen.

IMDS wird den Lieferanten seit April 2000 kostenlos zur

Verfügung gestellt. Es wird bereits intensiv genutzt und

mit Daten gespeist. Zur Unterstützung unserer Lieferanten

wird das System mit unterschiedlichen Zugriffsrechten

und Schnittstellen versehen.

Einer Weiterentwicklung des Umweltschutzes, beispielsweise

durch die Integrierten Produktpolitik (IPP), setzt

die Datenbankstruktur keine Grenzen. Beschränkungen

kommen vielmehr durch den Gesetzgeber zustande, der

in verschiedenen Gesetzen keine einheitliche Dokumen-

Auszug aus einem Materialdatenblatt

Internationales Material-Daten-System Produktion & Standorte

tierung von Stoffen vornimmt. So existiert für

einen bestimmten Stoff nach der Chemikaliengesetzgebung

eine andere Registrierung als

beispielsweise nach dem Abfallrecht.

Die im „Grünbuch zur integrierten Produktpolitik“

der EU beschriebene Art und Weise,

das IMDS zu nutzen, ist technisch nicht möglich,

da nur Besitzer von Stücklisten ihr Produkt

den beschriebenen Werkstoffen zuordnen

können. Im IMDS sieht jeder Teilnehmer

nur die Informationen, die sein Partner ihm

zugesteht. Unter anderen Bedingungen wäre

kein Wettbewerber bereit, dieses System zu

akzeptieren und damit zu arbeiten. Wie alle

Teilnehmer des IMDS sind auch die Automobilhersteller

Lieferanten umfangreicher

Bauteile sowie ganzer Fahrzeuge, für die

Materialdaten ins IMDS eingespeist werden

müssen.

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Unsere Standorte

Kein Volkswagen-Standort ist wie der andere, deshalb

soll in diesem Umweltbericht jeder einzelne Standort

vorgestellt werden. Allerdings kann nur auf vier Fertigungsstätten

in Form einer Reportage näher eingegangen

werden. Alle anderen Werke präsentieren sich durch ein

Beispiel, das stellvertretend für ihre Umweltschutzaktivitäten

steht. Bewusst wurde hierbei nicht nur die technische

Seite betrachtet. Vielmehr werden auch Aktivitäten

dargestellt, die ein besonderes Maß an Mitarbeiterbeteiligung

zeigen oder über den Umweltschutz hinaus

einen Beitrag in Richtung der Nachhaltigen Entwicklung

leisten. Eine ausführliche Darstellung aller unserer

Standorte ist im Internet zu finden:

www.volkswagen-umwelt.de/vor-ort

Deutschland

Werk Wolfsburg

Im August 2001 hat Volkswagen ein Team von Mitarbeitern

des Werkes Wolfsburg als einen von drei Preisträgern

mit dem ersten internen Umweltpreis ausgezeichnet.

In der Werkzeughärterei ersetzt jetzt eine Gas-

Wärme-Behandlung das Salzbadhärteverfahren. Damit

werden beispielsweise Stahlzahnräder gegen Verschleiß

geschützt. Heute entfällt die unterirdische Ablagerung

von rund 20 Tonnen Altsalzen pro Jahr, genauso wie der

Kauf von zehn Tonnen Neusalzen pro Jahr. Das schont

die Umwelt und spart beim Einkauf sowie bei der späteren

Entsorgung viel Geld. Außerdem hat die Maßnahme

die Sicherheit am Arbeitsplatz verbessert.

Werk Braunschweig

Die Mitarbeiter sind aktiv an Umweltschutzmaßnahmen

im Werk beteiligt. Für die neuen Auszubildenden

wird eigens eine „Umweltrallye“ ausgetragen. Die Stationen

der Betriebserkundung sind alle umweltrelevanten

Bereiche des Werks. Auf diese Weise werden jedes Jahr

über 150 Auszubildende zu neuen „Umweltfachleuten“

geschult. Im Werk Braunschweig stellen etwa 6.600 Mitarbeiter

Fahrzeugkomponenten und Kunststoffteile

sowie Maschinen und Werkzeuge für die Produktion her.

Werk Chemnitz

Wesentliche umweltrelevante Errungenschaften des

Werks Chemnitz sind die Be- und Entlüftungsanlage der

Regenwassersammelbecken im Werk Kassel

neuen Logistikhalle und das überarbeitete

wärmetechnische Konzept der Fertigungshalle.

Durch eine konsequente Abwärmenutzung

kann nun auf den Bau einer Heiztrasse in der

Logistikhalle verzichtet werden. Zusätzlich

wird der Niederschlag von den Dachflächen

in die Regenwassersammelanlage weitergeleitet.

Rund 600 Beschäftigte montieren in

Chemnitz Motoren.

Werk Zwickau/Mosel

Rund 1.200 Golf- und Passat-Modelle werden

täglich von den 6.000 Beschäftigten der Volkswagen

Sachsen GmbH, Fahrzeugfertigung

Zwickau/Mosel, produziert. Der Standort des

Werks ist seit Herbst 2000 Mitglied der „Umweltallianz

Sachsen“, einer Initiative der

sächsischen Staatsregierung und der sächsischen

Wirtschaft für einen

effizienteren und zukunftsweisenden

Umweltschutz.

Die Initiative hat das Ziel,

alle beteiligten Unternehmen

von Regulierungen

zu entlasten und ihre

Eigenverantwortung zu

stärken. Mit der Teilnahme

verpflichten sich die

Unternehmen zur eigenverantwortlichenWeiterentwicklung

des betrieblichen Umweltschutzes

und zur Schaffung dafür geeigneter

Voraussetzungen und Instrumentarien wie

freiwillige Umweltbetriebsprüfungen und

Umweltmanagementsysteme.

Werk Kassel

Das Werk am Standort Baunatal zeichnet sich

durch den besonders umweltschonenden

Umgang mit Wasser aus. Um Grundwasser zu

sparen, wird vermehrt Regenwasser gesammelt

und wieder verwendet. Zusätzlich wird

der Wassereinsatz in der Produktion ständig


Mitarbeiter des Umweltteams im Werk Emden

optimiert. So konnte der Grundwasserverbrauch von

1,5 Millionen Kubikmetern im Jahr 1990/91 innerhalb

von zehn Jahren um ein Drittel gesenkt werden. Am

Standort Baunatal werden neben Gieß- und Pressteilen

sowie Abgasanlagen hauptsächlich Getriebe hergestellt.

Werk Emden

Durch den Einsatz eines Umweltteams werden wieder

verwendbare Verpackungsteile und Schutzkappen der

Produktionseinzelteile sortiert und an die Zulieferer

zurückgeschickt. Bisher kamen Pappen und Kunststoffe

zum Gewerbeabfall. Das Team setzt sich aus Mitarbeitern

zusammen, die aufgrund ihres Alters oder gesundheitlicher

Einschränkungen in der Fertigung nicht mehr

eingesetzt werden können. Weit über 10.000 Mitarbeiter

produzieren im Werk Emden das Modell Passat.

Werk Salzgitter

Im Oktober 2000 führte das Werk unter dem Motto

„Ressourcenschonung – ein sparsamer Motor aus einer

sparsamen Fabrik“ den zweiten Umwelttag durch. Es

wurde über vier Themenschwerpunkte informiert:

Energie, Abfall, Lärm und Gewässerschutz. Die konkrete

Umsetzung des Mottos konnte anhand des gesenkten

Energieverbrauchs, einer Reduzierung des Restmülls,

verminderter Geräuschemissionen und Neuerungen

beim Wassermanagement (Modernisierung der Kühlmittelfilteranlagen,

Wiedereinsatz von Kondensat bei

der Kreislaufführung von Öl-Wasser-Emulsionen)

Standorte und Reportagen Produktion & Standorte

dargestellt werden. In Salzgitter werden

neben diversen Antriebsaggregaten auch die

Motoren des Lupo 3L TDI hergestellt.

Umwelttag in Salzgitter

Volkswagen Kraftwerk GmbH

Die Volkswagen Kraftwerk GmbH garantiert

den Werken in Wolfsburg, Kassel, Hannover,

Emden und Tschechien eine effiziente Energieversorgung.

Die Vorbildlichkeit und der innovative

Charakter der Anlagen in puncto Umweltschutz

werden durch deren erfolgreicher

Teilnahme am EG-Öko-Audit an den Standorten

Wolfsburg, Kassel und Emden deutlich. So versorgt

ein ressourcenschonendes Kraftwerk mit

Kraft-Wärme-Kopplung die Produktion in

Wolfsburg mit Energie und die Stadt mit Strom

und Wärme. Die Autostadt wird durch eine

Kraft-Wärme-Kälte-Kopplungsanlage mit

Kälte versorgt.

Kraftwerk Wolfsburg

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Gespräche über den Werkszaun

Nachbarschaftsdialog bei Volkswagen Nutzfahrzeuge

Eine Reportage von Andrea Packulat

Donnerstagabend, 17.30 Uhr, im Kunden-Center von

Volkswagen Nutzfahrzeuge (VWN) in Hannover. Dort,

wo sonst Kunden auf ihre neuen Autos warten, treffen

sich an diesem Abend Menschen, die in unmittelbarer

Nähe der Fertigungsstätte dieser Fahrzeuge wohnen. Sie

sind die Nachbarn von VWN im Norden der Stadt. In

dem Werk mit seinen 15.000 Mitarbeitern wird auf Basis

der Baureihen T4 und LT eine breite Palette von Nutzund

Sonderfahrzeugen gebaut.

Seit 1998 treffen sich die Anwohner des Werks und

die Verantwortlichen von VWN zweimal im Jahr zum

Nachbarschaftsdialog, um über Probleme, die sich aus

der räumlichen Nähe von Produzieren und Wohnen

ergeben, zu sprechen und Lösungen zu suchen. Dieses

Mal kommen so viele Anwohner, dass alle Plätze besetzt

sind. Manche von ihnen wollen sich nur informieren,

andere diskutieren, wieder andere treten vehement

für Verbesserungen ein. Und die Mitarbeiter von VWN,

unter ihnen zahlreiche Führungskräfte sowie der

Markenvorstand Produktherstellung, Joseph Lefave,

erläutern ausführlich, welche Maßnahmen seit dem

jüngsten Treffen umgesetzt worden sind.

Ein Nachbar ergreift das Wort: „Ich wohne

gegenüber der Gießerei, sitze quasi direkt

unter dem Schornstein. Vor kurzem hat es

neben der Gießerei ordentlich gestaubt. Ich

wüsste gern mal, was das war.“ Dirk Stielau,

Mitarbeiter im Umweltschutz und verantwortlich

für den Bereich Umweltkommunikation,

notiert sich den Vorfall und verspricht,

der Sache nachzugehen, um dem Nachbarn

die Ursache umgehend mitteilen zu können.

Nach einem Beitrag mit Informationen zur

erfolgreich bestandenen Öko-Audit-Prüfung

hakt eine Nachbarin nach: „Das Öko-Audit

scheint in erster Linie auf der Kontrolle von

Unterlagen und auf Gesprächen zu basieren.


Joseph Lefave, Markenvorstand

Produktherstellung VWN

Überzeugen sich die Prüfer denn auch vor Ort vom

Zustand des Betriebs?“ Lefave nickt: „Die Gutachter

überprüfen nicht nur Dokumente, sie vergewissern sich

auch in den Fertigungsbereichen, ob gesetzliche Bestimmungen

eingehalten und Mitarbeiter in den Öko-

Audit-Prozess mit einbezogen werden.“ Das stimmt die

Nachbarin zufrieden.

„Wir haben diesen Nachbarschaftsdialog begonnen,

weil wir mögliche Beschwerden der Nachbarschaft ernst

nehmen“, sagt Stielau. „Durch den regelmäßigen Austausch

wissen wir im Werk frühzeitig über mögliche

Probleme Bescheid, können schnell reagieren und an

Lösungen arbeiten.“ Nach wie vor hat VWN eine „Hotline“

geschaltet, unter der die Bürger besondere Vorkommnisse

melden können.

„Wir haben diesen Nachbarschaftsdialog

begonnen, weil wir mögliche Beschwerden der

Nachbarschaft ernst nehmen“

„Gerüche kann man nicht immer sofort beseitigen“, gibt

Stielau zu bedenken. Dennoch waren die Beschwerden

von Nachbarn Anstoß dafür, an langfristigen Lösungen

zu arbeiten. Ziel eines umfangreichen Gießereiprojekts

ist daher die deutliche Verbesserung der Gesamtsituation.

Hierbei geht es um eine Reduzierung der Geruchsbeeinträchtigungen

in der nur einen Steinwurf entfernten

Nachbarschaft. So wurde von VWN gemeinsam mit

einem renommierten Hersteller von Kernbindemitteln

sowie dem Darmstädter Öko-Institut, der Wolfsburger

Konzern-Umweltplanung und anderen Firmen ein

Forschungsprogramm ins Leben gerufen. Ein wesentlicher

Schwerpunkt des Forschungsprojektes ist die

Entwicklung geruchs- und schadstoffarmer Bindersysteme

für Sandformteile. „Dass wir das Öko-Institut

konsultiert haben, ist übrigens auch auf eine Anregung

aus der Nachbarschaft zurückzuführen“, betont Stielau.

Ferner wird in der Gießerei ein neues Hallenabluftsystem

installiert, das nicht nur helfen soll, die Geruchs-

Standorte und Reportagen

Produktion & Standorte

beeinträchtigung in der Nachbarschaft zu verringern,

sondern auch zur Verbesserung

der Situation an den Arbeitsplätzen beiträgt.

Dirk Stielau, VWN-Umweltkommunikation

Dieser Nachbarschaftsdialog hatte noch andere

positive Effekte: Beispielsweise hatten

sich einige Anwohner über den nächtlichen

Gabelstaplerverkehr beschwert. Daraufhin

wurde ein Lärmschutzwall gebaut. Beim

Neubau einer Halle wurden dann die Transportwege

so geplant, dass die Gabelstapler

überwiegend in der Halle rangieren.

Auch wenn VWN in vielen Fällen nicht umgehend

Abhilfe leisten kann, so kommt dem

Nachbarschaftsdialog dennoch eine außerordentliche

Bedeutung zu. Durch den regelmäßigen

Informationsaustausch mit der

Nachbarschaft kann VWN Anregungen der

Anwohner frühzeitig in neue Planungen mit

einbeziehen. „Das beste Beispiel hierfür sind

die Aktivitäten in der Gießerei. Das ist für

mich produktionsintegrierter Umweltschutz

im klassischen Sinn“, erklärt Stielau.

Andrea Packulat, 31,

arbeitet als freie Journalistin und lebt in

Hannover.

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Europa

Werk Pamplona

Auf dem Werksgelände in Arazuri (Navarra) befindet sich

der „Parque Polo“. Dieser Verkehrspark bietet Schülern

aus der Umgebung und den Kindern der Mitarbeiter

unserer Lieferanten im Alter von acht bis 14 Jahren eine

praxisnahe Verkehrserziehung. Bisher haben über 8.500

Kinder und Jugendliche an dem Gemeinschaftsprojekt

der Stiftung Volkswagen Navarra und der Sparkasse Caja

Navarra teilgenommen. Die etwa 5.400 Mitarbeiter des

spanischen Volkswagen-Werks Pamplona montieren

Motoren und Fahrzeuge.

Werk Palmela

Das Werk, rund zehn Kilometer von Palmela im Süden

Portugals entfernt, hat einen kostenlosen Mitarbeiterfahrdienst

eingerichtet. Von etwa 60 Prozent der Belegschaft

wird der kostenlose Bustransfer mit 30 verschiedenen

Routen genutzt. Durch das gesunkene Verkehrsaufkommen

wurden die Verbindungsstraßen merklich

entlastet. Im Werk Palmela fertigen 4.000 Mitarbeiter

Fahrzeuge für Volkswagen und Ford.

Der Mitarbeiterfahrdienst in Palmela (Portugal)

Der Verkehrspark „Parque Polo“ in Pamplona (Spanien)

Werk Brüssel

Zu den betrieblichen Umweltschutzmaßnahmen

zählen beispielsweise die Ultrafilterung

des Spülwassers, die Abwasserbehandlungsanlage

und das Abfallrecyclingprogramm. Das

Werk wurde für sein Umweltmanagementsystem

mit zwei Sternen als „öko-dynamisches

Unternehmen“ ausgezeichnet. Dieses Audit


ist speziell für die Region Brüssel ins Leben gerufen

worden. Am Rande der belgischen Hauptstadt werden

die Modelle Golf und Lupo hergestellt.

Werk Poznan

Durch eine moderne Anlage in der Gießerei kann Quarzsand,

der als Gussform dient, zu rund 60 Prozent wieder

verwendet werden. Ohne diese Anlage müsste der Sand

im Ausland gereinigt werden. So nutzt man nicht nur

die Vorzüge des Recyclings, sondern vermeidet darüber

hinaus auch die Umweltbelastungen, die durch den

Transport des Sandes entstehen. Im polnischen Werk

Poznan stellen rund 2.500 Mitarbeiter Nutzfahrzeuge her.

Werk Bratislava

Die Gesellschaft Volkswagen Slovakia engagiert sich für

Naturschutzprojekte am Werksstandort. Als Mitglied

der Assoziation der Industrie und des Naturschutzes

(APOP) pflanzte Volkswagen Slovakia bisher 3.000

Bäume und Sträucher. Außerdem wurde die Renaturierung

eines Baches in der Werksumgebung und eines

Standorte und Reportagen

Produktion & Standorte

Sees in der Stadt unterstützt. Am Rande der

slowakischen Stadt Bratislava werden die

Modelle Golf, Polo und – exklusiv im Konzern –

4-Motion-Derivate des Bora und Golf hergestellt.

Zukünftig soll das Modell Colorado

hinzukommen. 2003 soll ein Umweltmanagement

nach der Norm ISO 14001 eingeführt

werden.

Werk Martin

Im Mai 2000 begann Volkswagen Slovakia mit

der Produktion von Fahrzeugkomponenten

im Werk Martin. Aus einer Kooperation der

Werke Bratislava, Braunschweig und Kassel

stammt die Produktionstechnologie. Die Erhöhung

der Recyclingquote und die Senkung

der Abwassermenge stehen im Vordergrund

der umweltrelevanten Maßnahmen. 2002 soll

ein Umweltmanagement nach der Norm ISO

14001 eingeführt werden. Bisher sind ca. 600

Mitarbeiter beschäftigt, weitere Einstellungen

sind geplant.

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Von Fischen und Motoren

Betriebsökologie bei Volkswagen Motor Polska

Eine Reportage von Eugeniusz Pudlis

Nur ein kurzer Blick in einen kleinen, offenen Raum –

und ich reibe mir die Augen ... Rundherum in der großen

Werkshalle sehe ich geschäftiges Treiben. Überall

stehen neue Motoren auf dem Prüfstand. „Hot Test“

nennt sich das. Und mittendrin in diesem kleinen Raum,

wie eine Oase: ein Aquarium. In kristallklarem Wasser

schwimmen da, so als würde sie nichts aus der Ruhe

bringen, Exoten wie Amazonas-Cichliden, Guppys,

Diskus- und Neonfische.

„Dieses Aquarium“, sagt ein blauweiß uniformierter

Arbeiter, „hat unser Objekt-Manager Marian Kurek aufgestellt.“

Kurek begeistert sich für Ökologie. Diese Vorliebe

teilt er mit seinem Chef, Professor Dr. Burkhard

Welkener, dem Sprecher der Geschäftsführung von

Volkswagen Motor Polska in Polkowice.

„Haben Sie jemals eine Fabrik gesehen, in der die Umweltpolitik

des Unternehmens an fast jedem einzelnen

Arbeitsplatz verwirklicht ist?“ Und wie zum Beweis für

diese Worte weist mich der Arbeiter auf die „Green

Card“ hin, die in Kureks Büro an der Wand hängt. Darin

präsentiert das Werk seine gesamte Ökophilosophie:

„Die Gleichberechtigung von Ökonomie, Ökologie und

Gesellschaft ist für unser Werk von besonderer Bedeutung.

Als Produktionsstätte sind wir davon überzeugt,

dass wir die natürlichen Voraussetzungen der menschlichen

Existenz achten und zu einer Steigerung des

Lebensstandards beitragen müssen. Für uns selbst und

für zukünftige Generationen.“

Dass diese Aussage nicht nur eine Floskel ist,

lässt sich überall im Werk erkennen. „Die

Hallenböden beispielsweise sind aus kunststoffüberzogenem,

wasserdichtem Beton“,

erklärt mir der Umweltbeauftragte Dariusz

Bralewski und deutet auf den schneeweißen

Untergrund. „Auf diesem Boden kann man

jeden einzelnen Öltropfen sehen.“ Außerdem

stehen alle Öl- und Emulsionsbehälter auf

flachen Stahlwannen, und im Notfall lösen

Messgeräte sofort Alarm aus. „Jedes Leck

haben wir sofort unter Kontrolle“, versichert

Bralewski.

Wasser wie Gold

Wasser scheint in Polkowice so kostbar wie

Gold zu sein. Die Waschgänge zwischen den

einzelnen Fertigungsstufen werden in einer

geschlossenen Maschine durchgeführt. Eine

spezielle Keramikmembran filtert grundwassergefährdende

Stoffe heraus und lässt nur

Wasser und Waschmittel hindurch, die mehrere

Male wieder verwendet werden können.

Und auch bei der Nockenwellenreinigung

wird Wasser gespart. Statt in einer Standard-

Nasswaschstation werden die Nockenwellen

ohne Einsatz von wässrigen Medien gereinigt.

Bei diesem Verfahren wird das Bauteil durch

Druckluftbeaufschlagung „trockengeblasen“.

Das abgeschiedene Kühlschmiermittel (Öl)

und Verschmutzungen werden abgesaugt,

über Anschwemmfilter gereinigt und in den

Kühlschmiermittelkreislauf zurückgeführt.


Draußen, im südlichen Teil des Werks, gibt es ein Regenwasserrückhaltebecken

für fast 5.000 Kubikmeter Wasser.

Das ist neu in dieser Region, obwohl sie unter Wassermangel

leidet. In dem Becken wird Regenwasser von

den Dächern, Straßen und Höfen des gesamten Werks

gesammelt. „Das Wasser wird hauptsächlich für sanitäre

Zwecke verwendet und versorgt auch unsere Grünanlage“,

erzählt mir Bralewski. Außerdem dient das Wasserreservoir

dem Bedarf der Feuerwehr und ist bereits ein

neues Zuhause von Karauschen und Fröschen. Und die

Umgebung soll bald von Störchen besiedelt werden.

Gute Luft – wenig Abfall

Die Rückkehr vom baumgesäumten Vorplatz des Betriebs

in die Fabrikhalle bringt die nächste angenehme Überraschung.

Die Luft drinnen ist fast genauso frisch wie die

draußen – ohne Klimaanlage. „Wer braucht eine Klimaanlage“,

fragt mich mein Werksführer rhetorisch, „wenn

im südlichen Teil des Betriebs Jalousievorrichtungen,

die für Schatten sorgen, angebracht sind und im

gesamten Gebäude ein geschicktes Ventilationssystem

installiert ist? Darüber hinaus kann das Abluft- und

Luftzirkulationssystem durch einen Wärmetauscher

einen Raum mit 65.000 Kubikmeter Volumen innerhalb

einer Stunde erwärmen. Nur einige Messräume und

Büros sind mit Klimaanlagen ausgestattet.“

Überall auf dem Werksgelände stehen elegante, vierfarbige

Abfallbehälter – für Glas, Papier, Plastik und

Restmüll. Jeder der Angestellten trennt hier seinen Müll.

Das tun sie freiwillig, denn die 30 Behälter stehen alle in

unmittelbarer Reichweite. „Wir haben die industrielle

Abfallbeseitigung inklusive Sonderabfallentsorgung

einem Spezialunternehmen anvertraut“, sagt Bralewski

Standorte und Reportagen

Produktion & Standorte

weiter, „Emulsionen und Schlämme aus der

Metallbearbeitung werden an Erdölraffinerien

zur stofflichen und thermischen Verwertung

abgegeben. Aluminium- und Stahlspäne

gehen als Wertabfall zum Einschmelzen in

Aluminium- oder Stahlwerke.“

ISO 14001 und die Herausforderungen des

21. Jahrhunderts

Wie überzeugt man seine Kunden, dass in

einem Werk umweltfreundlich produziert wird?

Am besten mit einem international anerkannten

ISO-14001-Zertifikat. Das Werk in Polkowice

hat schon sehr früh entschieden, sich dieser

anspruchsvollen Überprüfung zu unterziehen.

Bereits ein Jahr nach Produktionsbeginn, im

September 2000, erschienen die Prüfer von

der Deutschen Gesellschaft für Qualität (DQS)

auf dem Werksgelände. „Wir haben ein Zertifikat

erhalten. Darin kann jeder nachlesen,

dass unser Werk ein integriertes System für

Qualitäts- und Umweltmanagement besitzt“,

sagt Bralewski stolz.

Doch auch in Zukunft bleibt die „Aufgabe

Umweltschutz“ bestehen. Abfallvermeidung,

Reduzierung der Abwasserbelastung und

Minderung des Lärmpegels im Werk von 80

auf 79 dB (A) sind die Ziele. Außerdem will

man den Energieverbrauch je produziertes

Teil kontinuierlich senken. Auch für den Umweltschutz

gilt der Leitsatz der Mitarbeiter

von Volkswagen Motor Polska: „Ausgerüstet

mit den modernsten Technologien, ist unsere

Fabrik den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts

auf jeden Fall gewachsen.“

Das Werk von Volkswagen Motor Polska

Sp. Z o.o. in Polkowice liegt ca. 400 Kilometer

südwestlich von Warschau. 800 Mitarbeiter

produzieren im Jahr 2001 etwa 500.000 Pumpe-

Düse-Dieselmotoren. Im Jahr 2000 stand der

Betrieb nach Angaben der Tageszeitung

„Rzeczpospolita“ auf Rang 24 der 500 umsatzstärksten

Fabriken Polens.

Eugeniusz Pudlis, 54, ist Reporter und

Kolumnist der Waldfachzeitschrift „Echa

Lesne“. 1999 erhielt er den „polnischen

Pulitzer-Preis“ in der Kategorie Umwelt.

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Auch in den Köpfen hat sich etwas geändert

Umwelttechnik und Umwelterziehung bei Volkswagen do Brazil

Eine Reportage von Jacqueline B. Ramos

130 Kilometer von São Paulo entfernt liegt das Volkswagen-Werk

Taubaté. Etwa zehn Millionen US-Dollar

sind in den letzten zwei Jahren in soziale und ökologische

Verbesserungen innerhalb und außerhalb der

Fabrik geflossen. „Abgesehen von allen Investitionen,

die wir in Bezug auf Technologien gemacht haben, sind

die Verbundenheit und die konsequente Verhaltensänderung

der Belegschaft zu ungefähr 80 Prozent für den

Wandel und die Weiterentwicklung des Werks verantwortlich.

Diese Kombination macht das Werk zum

fortschrittlichsten Brasiliens, was das Umweltmanagement

betrifft“, erklärt Marcelo Perpétuo, verantwortlich

für Werktechnik und Instandhaltung im Werk Taubaté.

Was Perpétuo meint, kann ich im Gespräch mit ihm in

seinem Büro spüren. Während er mir die Ergebnisse

seiner Arbeit erläutert, gibt ihm sein Sekretär ein Zeichen.

Das Environmental-Management-System(EMS)-Team

wird langsam unruhig. Die Mitarbeiter warten, eine

Technikbesprechung steht auf dem Terminplan. Mit

einem zufriedenen Lächeln sagt Perpétuo dazu: „Es ist

klar, dass diese Fachleute arbeiten, weil sie es wollen –

nicht, weil sie es müssen. Ihnen ist bewusst, wie wichtig

es ist, die Umwelt zu erhalten. Für sie selbst, ihre Kinder,

ihre Familie, ja, für jeden – und das macht einen großen

Unterschied in den praktischen Ergebnissen.“

Bis Oktober 2001 sollen alle umwelttechnischen Kontrollmethoden

standardisiert sein, und ein EMS soll in die

Firmenkultur eingebunden werden. Neun Ausschüsse

mit Mitarbeitern aus allen Abteilungen erstellen dazu

einen Aktionsplan. Perpétuo besteht darauf,

die Philosophie des Werks weiter zu erklären:

„Das Wichtigste ist für uns nicht die Zertifizierung

selbst. Uns geht es um die Vorteile für

unsere Mitarbeiter und die Menschen in der

Nachbarschaft. Die Verbesserung der Lebensqualität

ist unser großes Ziel. Wir möchten

nicht nur ein Zertifikat an der Wand hängen

haben.“

Umwelterziehung: ein wichtiger Schritt zur

Nachhaltigen Entwicklung

Die Planungs- und Strukturierungsstufen

des EMS enthalten zwei Teilen. Zum einen aus

der technischen Ausbildung. Hier werden die

Mitarbeiter in umweltverträgliche Abläufe

eingeführt. Zum anderen aus der Umwelterziehung

der 8.500 Angestellten. Um eine Sensibilisierung

zu erreichen, werden Theaterdarbietungen,

Videos und pädagogisches Schriftmaterial

eingesetzt. Perpétuo ist überzeugt,

dass der erfolg des EMS auf diesen beiden

Teile beruht. „Durch diese Arbeit tragen 8.500

Multiplikatoren die Umweltgrundsätze über

die Werksgrenze hinaus. So können wir – wenn

wir die Familienangehörigen der Angestellten

mitzählen – rund 32.000 Menschen ansprechen“,

so Perpétuo begeistert. „Und glücklicherweise

haben wir die Unterstützung aller Mitarbeiter.

Sie fühlen sich allesamt verpflichtet

und sind an der Verbesserung der Umweltsituation

in der Fabrik sehr interessiert.“


Recycling gegen Hunger

Schon seit acht Jahren engagieren sich die Volkswagen-

Mitarbeiter in Taubaté in der Wohltätigkeitsaktion:

„Against Hunger and for Life“ – gegen Hunger und für

das Leben. Der Ausschuss betreut zurzeit 300 arme

Familien in vier Städten in der Umgebung. Diese Aktion

wird durch Recycling von Aluminiumdosen und Druckerpatronen

finanziert. Früher wurden die Dosen und die

Patronen achtlos in den Müll geworfen. Wenn man

heute durch das Werk läuft, kann man den Einsatz der

Belegschaft überprüfen. Überall stehen Sammelkörbe für

die Büchsen herum. Bis zum frühen Nachmittag sind die

Behälter ziemlich voll. „Auch die Gemeinde arbeitet

mit“, berichtet Perpétuo. „Denn in den Körben liegen

auch Bierdosen. Da im Werk Alkoholverbot herrscht,

kann man davon ausgehen, dass die Bierbüchsen von

außerhalb kommen. Und das zeigt, dass die Menschen

in der Nachbarschaft unsere Idee auch begriffen haben

und sich der Umweltphilosophie verpflichtet fühlen.“

Die Recyclingkampagne unterstützt auch das Projekt

„Education for Work“ – Vorbereitung auf die Arbeit. 50

Teenager werden auf das Berufsleben vorbereitet.

„Einige der Mädchen und Jungen werden sogar bei

Volkswagen zu arbeiten anfangen. Aber unsere Intention

bei diesem Projekt ist es, die bedürftigen jungen

Menschen auf das Leben vorzubereiten“, sagt Ricardo

Julio, Mitglied des EMS-Kommunikationskomitees.

Neue Technik in der Lackiererei

Um die Schadstoffemissionen zu senken, wurde in den

letzten Jahren moderne Technologie angeschafft. So

wurden zwei neue Systeme in der Lackiererei installiert.

Die Luftwaschanlagen der Lackierkabinen wurden durch

neue Modelle ersetzt. Nun werden rund 98 Prozent der

Partikel, die in der Grund- und Decklackierung entstehen,

zurückgehalten.

„Früher haben die Leute den Lackgeruch

ertragen, ohne sich zu beklagen …“

Das Highlight der Lackiererei ist eine regenerative

Abluftreinigungsanlage, die modernste Anlage dieser

Art in Brasilien. Der 80 Tonnen schwere Koloss verbrennt

die flüchtigen organischen Verbindungen, die

während der Trocknung des Lackes entstehen. Die

8.500 Mitarbeiter – 6.500 direkte und 2.000 indirekte

Angestellte arbeiten im Werk Taubaté. Produziert

werden die Modelle Gol und Parati, etwa 950 Autos

pro Tag.

Standorte und Reportagen

Produktion & Standorte

Energie wird rückgewonnen, so dass rund 97

Prozent der Abwärme genutzt werden können.

„Früher haben die Leute den Lackgeruch

ertragen, ohne sich zu beklagen. Wenn die

Anwohner aber heute einmal etwas riechen,

beschweren sie sich sofort. Die Sensoren des

Verbrennungsofens sind heute die Nasen

der Anwohner“, scherzt Perpétuo.

Nachhaltige Produktion

Das Jahr 2000 war im Werk Taubaté dem

Energiesparen gewidmet. „Wir haben Investitionen

im Bereich Energiesparen getätigt,

bevor die Stromkrise über das Land kam. Das

ist ein Beweis dafür, dass wir kontinuierlich

versuchen, präventive Methoden zu entwickeln“,

sagt Perpétuo. Das gesamte Energieerzeugungssystem

des Standorts ist von

Dieselkraftstoff auf Erdgas umgestellt worden.

Elektrische Geräte sind, wo möglich, ersetzt

worden. Das Ergebnis: Der Schadstoffausstoß

und der spezifische Stromverbrauch (bezogen

auf die produzierten Fahrzeuge und Komponenten)

wurden deutlich reduziert. Nun muss

Wasser gespart werden, eine 70-prozentige

Recyclingrate soll erreicht werden. „Wir haben

eine Wasseraufbereitungsanlage, in der das

gesamte in der Autoproduktion benutzte Wasser

nach einer speziellen chemischen Behandlung

in die Flüsse und Seen zurückgeleitet wird“,

sagt Perpétuo. „Aber eine unserer Herausforderungen

ist es, die beste Technologie zu

finden, die, die es erlaubt, unser Wasser wieder

zu verwenden – denn jeder weiß, dass Wasser

eine natürliche Ressource ist, die in naher

Zukunft knapp werden wird.“

Marcelo Perpétuo möchte die Umwelt durch

eine zweifache Strategie schützen: Investitionen

und Sensibilisierung. In einem Land wie

Brasilien, in dem viele Unternehmen und Einwohner

dem Thema Umweltschutz noch

passiv gegenüberstehen, werden Initiativen

wie die in Taubaté zukünftig hoffentlich vermehrt

ins Leben gerufen werden.

Jacqueline Barbosa Ramos, 27, ist spezialisiert

auf Umweltthemen. Zurzeit schreibt

sie für die „Calepino Web Publishers“ in Rio

de Janeiro.

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Mittelamerika

Werk Puebla

Moderne Technik macht in dem Werk im mexikanischen

Puebla eine stärkere Nutzung von Brauchwasser aus

einer Lagune möglich. Der Trinkwassereinsatz konnte

so um ein Viertel reduziert werden. Durch eine Umkehrosmoseanlage

gereinigt, kann das Lagunenwasser auch

in der Lackiererei eingesetzt werden. Rund 16.000 Mitarbeiter

produzieren die Modelle Golf Cabrio, Jetta, Sedan

und New Beetle.

Südamerika

Werk Pacheco

Im zweiten Halbjahr 1995 wurde mit dem Recycling von

Industrieabfällen begonnen. Die Wiederverwertung betrifft

Stoffe aus dem Bereich Logistik und aus der Lackiererei.

Der Recyclingprozess wird von Behörden der

Provinz Buenos Aires (Argentinien) kontrolliert. Ein Teil

des bis Ende 2000 wiedergewonnenen Materials wurde

verkauft, um Kosten zu decken. Ein anderer Teil wurde

einer karitativen Einrichtung übergeben, die Möbelstücke

für Schulen und Haushalte mit geringem Einkommen

produziert. Gereinigte Lösemittel wurden anfangs

verkauft und werden seit 1997 vom Werk selbst wieder

verwendet. In Pacheco sind 2.400 Mitarbeiter beschäftigt.

Wasserreinigung im Werk Puebla (Mexiko)

Wasserreinigung im Werk Puebla (Mexiko)

Werk Córdoba

Im Oktober 2000 wurde das Umweltmanagement

im argentinischen Werk Córdoba nach

ISO 14001 zertifiziert. Außerdem wurden fast

300 neue Bäume auf dem Werksgelände gepflanzt.

Jedes Jahr werden einheimische

Baumarten im Werk gepflanzt, und jeder

Baumbesitzer verpflichtet sich, „seinen“ Baum

zu pflegen. Grundschulklassen, die zu Umweltveranstaltungen

ins Werk geladen werden,

bekommen einen Baum für ihre Schule geschenkt.

In Córdoba werden Getriebe, Motoren-

und Fahrzeugkomponenten gefertigt.

Werk São Carlos

Das brasilianische Motorenwerk São Carlos

erhielt 1997, als erster Volkswagen-Standort

überhaupt, ein nach ISO 14001 zertifiziertes

Umweltmanagementsystem. Das Werk fördert

den „Parque Ecologico de São Carlos“, der

speziell Tieren der brasilianischen Cerrado-

Steppe neuen Lebensraum bietet. Dazu gehört

auch das Projekt „Lobo Guará“. Der vom Aussterben

bedrohte Guará-Wolf ist die meistgeförderte

Spezies.


Fertigung im Werk Uitenhage (Südafrika)

Werk Resende

Ende 2001 wird das brasilianische Werk nach der Norm

ISO 14001 zertifiziert sein. Eine interne Umweltkommission

veranstaltete dazu ein aufwendiges Schulungsprogramm

für alle Mitarbeiter. Informiert wurde über das

Umweltmanagement, über Details zu ISO 14001 und

über das Abfall- und Entsorgungsprogramm. Es gibt im

Werk eine Abfallsortierung, der Gebrauch wieder aufladbarer

Batterien ist üblich, und die Wartungs- und

Reinigungsprozesse wurden optimiert. In Resende

werden Lkw und Busse hergestellt.

Werk Curitiba

Das vordringlichste Ziel auf dem Gebiet der Umweltaktivitäten

ist für den erst im Jahr 1999 gegründeten

Standort Curitiba in Brasilien das Zertifikat nach ISO

14001. Boden, Grundwasser und Oberflächenwasser

werden regelmäßig analysiert, um die Einhaltung der

Grenzwerte sicherzustellen. Im Jahr 2001 wurde ein

Abfallmanagement eingeführt, um die Verwertungsquote

systematisch zu erhöhen. Außerdem wurde eine

Dienstleistungsfirma mit der Überwachung der Fauna

in der Umgebung der Fabrik beauftragt. Im Werk

Curitiba in São José dos Pinhais werden die Modelle

Golf und Audi A3 hergestellt.

Wasserprobe im Werk Curitiba (Brasilien)

Standorte und Reportagen

Produktion & Standorte

Werk Anchieta

Seit der Gründung des brasilianischen Werks

im Jahr 1957 wird konsequent auf den Schutz

der Umwelt geachtet. Seit kurzem ist die

Dekontaminierung der ehemaligen Galvanikanlage

abgeschlossen. Gefährliche Stoffe

wurden neutralisiert und wieder verwendbare

Materialien recycelt. Außerdem kann nach

einer Modifizierung der Härteanlage auf umweltschädliche

Härtesalze verzichtet werden.

In Anchieta produzieren 18.200 Mitarbeiter

Fahrzeuge und Motoren.

Afrika

Werk Uitenhage

Beim Aufbau des Umweltmanagementsystems

spielten Sensibilisierung und Information der

Mitarbeiter eine herausragende Rolle. Dazu

wurden Schulungen, Broschüren, Plakataktionen

und auch Schauspiel eingesetzt. Das Werk

in Südafrika wurde im Juli 2000 nach ISO 14001

zertifiziert. Die umweltrelevanten Schwerpunkte

liegen bei der Abwasserreinigung und

dem Recycling. Darüber hinaus werden soziale

Einrichtungen, wie Waisenhäuser für Straßenkinder,

unterstützt. 5.400 Beschäftigte fertigen

die Modelle Golf und Transporter T3 sowie

Komponenten für den gesamten Konzern.

Asien

Werk Changchun

In Changchun im Nordosten Chinas entstand

1991 mit der FAW-Volkswagen Automotive

Company ein chinesisch-deutsches Automobil-Jointventure.

Das Unternehmen hat

eine Tageskapazität von etwa 600 Fahrzeugen

sowie 1.080 Motoren und 720 Getrieben. Der

aktuelle Schwerpunkt im Umweltschutz ist

die Zertifizierung nach ISO 14001, die voraussichtlich

im September 2002 abgeschlossen

sein wird.

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Der Mensch lebt nicht vom Auto allein

Shanghai Volkswagen setzt auf moderne Umwelttechnik

Eine Reportage von Huo Yongzhe

Der erste Eindruck ist Staunen. Da stehen ja Zehntausende

von Autos auf dem Werksparkplatz. Nichts Außergewöhnliches,

meinen Sie? Doch, schon. Denn wir sind

in einem Land mit einem Bruttosozialprodukt von gerade

einmal 720 Euro pro Einwohner. In dem Fahrräder das

Straßenbild dominieren und nach wie vor das Transportmittel

Nummer eins sind. Aber hier ist alles ganz

anders. Willkommen bei Shanghai Volkswagen.

„Bei uns in Anting gibt es mehr

Autos als Fahrräder …“

„Bei uns in Anting gibt es mehr Autos als Fahrräder“,

charakterisiert Fan Zhengyuan seine Heimatstadt vor

den Toren von Chinas führender Wirtschaftsmetropole.

Bei Shanghai Volkswagen (SVW) bekommt jeder Mitarbeiter

einen Kredit, damit er sich wenigstens einen Santana

leisten kann. Fan ist Chauffeur bei Volkswagen und hat

mich vom Flughafen abgeholt. „Die Autos bringen uns

eine Menge Annehmlichkeiten“, lächelt Fan.

Drei Stufen für die Umwelt

Auch der zweite Eindruck ist Staunen. Bäume und

Blumen auf einem Werksgelände ist man von staatlichen

Fabriken in China nicht gewohnt. Shanghai

Volkswagen unternimmt bereits seit Jahren Maßnahmen

zum Umweltschutz, um die Belastung der Umwelt

durch das schnelle Wirtschaftswachstum so

gering wie möglich zu halten. „Wir haben ein

dreistufiges Kontrollsystem aufgebaut, für das

die Geschäftsführung verantwortlich ist“,

erläutert Reinhard Katzer, Leiter der Planung,

das betriebsinterne Umweltmanagement.

Zunächst muss jeder neue Mitarbeiter erst

einmal an einem Umweltseminar teilnehmen.

Außerdem wurde eine Taskforce gebildet, die

die Umweltschutzbemühungen überwacht. Sie

ist dem Management gegenüber direkt verantwortlich.

„Und in jeder Abteilunggibt es einen


Verantwortlichen für Umweltschutz“, sagt Zhang

Zhengxiang. Er ist Mitglied der ISO-14000-Arbeitsgruppe.

„1997 wurde unser Umweltmanagementsystem nach der

Norm ISO 14001 zertifiziert, und seitdem wird eine

jährliche Auditierung durchgeführt. Mittlerweile

investieren wir etwa 50 Millionen Yuan (ca. 6,7 Millionen

Euro) pro Jahr in den Umweltschutz. So haben wir

unter anderem FCKW aus Fabrik und Produkten verbannt,

die Lackiererei auf bleifreie KTL und chromfreie Passivierung

umgestellt, Wärmerückgewinnungs- und Abluftreinigungsanlagen

installiert sowie eine moderne Steuerungszentrale

für die Abwassertechnik eingerichtet.“

„Nach Einführung der Umweltschutzmaßnahmen

durch SVW kehrten auch die Fische zurück“

Nach einer Vorreinigung wird das Abwasser – etwa sechs

Millionen Kubikmeter pro Jahr für alle fünf Werke von

SVW – in die städtische Kläranlage geleitet.

„Nach Einführung der Umweltschutzmaßnahmen

durch SVW kehrten auch die Fische zurück“, lobt Herr

Shi. Der langjährige Mitarbeiter erinnert sich, dass in

dem Fluss, der durch die kleine Industriestadt Anting

fließt, fast keine Fische mehr schwammen. Mit Umbau

des Fahrzeugwerks 1, das vor 16 Jahren von der Shanghai

Tractor and Automobile Corporation in die Shanghai

Volkswagen Ltd. eingebracht wurde, wird dort neben

modernster Fertigungstechnologie auch der europäische

Umweltstandard integriert. So wird z. B. die neue

Lackiererei auf den Einsatz von Wasserlacktechnik

vorbereitet, um mit Verfügbarkeit von Wasserlacken auf

dem chinesischen Markt auf diese umweltfreundliche

Technologie umsteigen zu können. In dieser Fertigungsstätte

wird seit Januar 2002 der neue Polo produziert.

Steuervorteil für Euro 2

Auch Dr. Andreas Bastian, im Büro Peking der Volkswagen

Group China verantwortlich für die Bereiche Technologie

und Umweltschutz, ist zuversichtlich: „Die chinesische

Regierung ist sich der Wichtigkeit des Umweltschutzes

durchaus bewusst. Im Rahmen einer breit angelegten

Offensive zur Verbesserung der Luftqualität werden

Fahrzeuge, die die Euro-2-Abgasnorm erfüllen, steuer-

Standorte und Reportagen

Produktion & Standorte

lich gefördert, und ab 2004 soll diese Abgasnorm

landesweit gelten. Ziel ist es, im Jahr

2010 mit den westlichen Industrienationen

gleichzuziehen.“ Diese ehrgeizigen Ziele

unterstützt Shanghai Volkswagen mit Rat und

Tat. So erfüllt die gesamte Modellpalette von

SVW bereits heute mindestens die Euro-2-Abgasnorm,

zurzeit laufen aber auch schon

Fahrzeuge mit der Euro-4-Norm bei SVW an.

Saubere Autos aus sauberen Fabriken

SVW verpflichtet sich, die herkömmlichen

Umweltschutzmaßnahmen von Grund auf zu

ändern, und setzt nicht mehr auf „End-of-

Pipe-Lösungen“. Die Ursachen von Abfall

und Verschmutzung werden direkt an ihrem

Ursprung bekämpft. „Geschätzte drei Millionen

Yuan sparen wir jährlich allein durch

Recycling innerhalb unserer Produktionsprozesse

ein“, erzählt Thomas Knott, Leiter der

Produktentwicklung.

Auch zum Thema Nachhaltigkeit leistet

Shanghai Volkswagen einen kleinen Beitrag:

Das in Asien heiß diskutierte Thema Abholzung

von Wäldern für Einmal-Essstäbchen wurde

aufgegriffen. In allen Kantinen von SVW

werden nur noch „Mehrweg-Stäbchen“ verwendet.

Neben der Schonung von Ressourcen

und der Vermeidung von Abfall stellt diese

Maßnahme eine finanzielle Einsparung von

jährlich 700.000 Yuan (ca. 92.000 Euro) dar.

Saubere Autos aus sauberen Fabriken – mit

dieser Philosophie will Shanghai Volkswagen

dazu beitragen, dass der Siegeszug des Pkw in

China nicht auf Kosten der Umwelt und der

Gesundheit der Bevölkerung und damit zu

Lasten künftiger Generationen stattfindet.

Huo Yongzhe, 27, ist seit drei Jahren

Wirtschaftsredakteur bei der Zeitung

„China Daily“ und lebt in Peking.

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Offenes Geheimnis

Umweltdaten der Marke Volkswagen

Was verbirgt sich eigentlich hinter den Begriffen verbrauchsarme

Antriebstechnik, Leichtbaumaterialien

und intelligente Elektronik eines innovativen Produktes

wie der Lupo 3L TDI? Der gemeinsame Nenner bei allen

lautet: komplexe Fertigungstechnologien. Ein Fahrzeug

kann anhand klarer Parameter wie Schadstoffausstoß,

Fahrgeräusch oder Kraftstoffverbrauch beurteilt werden.

Fertigungsstandorte lassen sich nicht nach diesem

einfachen Notenprinzip einordnen. Die Medien- und

Finanzwelt, die Versicherungsbranche und auch Gutachter

und Beratungsinstitute haben ein Interesse an

objektiven Informationen, um Benchmarkingstudien,

Risikoermittlungen und Rankings durchführen zu

können. Nicht zuletzt wollen sich die betroffenen Unternehmen

an aussagekräftigen Steuerungsgrößen orientieren.

Nur mit deren Hilfe lassen sich effektive Umweltschutzaktivitäten

entwickeln.

Mit welchen Bewertungsinstrumenten lässt sich aber

überprüfen, ob die Umwelt optimal geschützt wird?

Eine Möglichkeit besteht darin, Umweltleistungskennzahlen

zu bewerten. Volkswagen hat sich gegen diese

Methode entschieden: Es ist zweifelhaft, ob die mit ihr

Verfahrensanweisungen

23-KEFUW-01 – Durchführung von Umweltbetriebsprüfungen

23-KEFUW-02 – Koordination der Umweltschutzbeauftragten

erhaltenen Ergebnisse aussagekräftig genug

sind. Andere Ansätze, das zeigt die Erfahrung,

liefern bessere Ergebnisse, wie im Folgenden

ausgeführt wird.

An welchen Maßstäben orientiert

sich Volkswagen?

Da ist zunächst die Umweltpolitik des Unternehmens.

Hinter ihr stehen sowohl das

Management als auch die Mitarbeiter. Dies

ist eine wichtige Voraussetzung für ein erfolgreiches

Umweltmanagement. Aus der Umweltpolitik

leiten sich interne Verfahrensanweisungen

sowie Normen und Rahmenbedingungen

für Zulieferer ab. Dies sind wichtige

Elemente, wenn der Umweltschutz kontinuierlich

verbessert werden soll.

Auf diesem Wege hat Volkswagen als weltweit

agierendes Unternehmen Umweltstandards

für alle Standorte eingeführt. Nicht zuletzt

orientiert sich Volkswagen an den neuesten

Technologie- und Prozessentwicklungen.

23-KEFUW-03 – Erstellung von Berichten zum fertigungsbezogenen Umweltschutz

23-KEFUW-04 – Planen von Umweltschutzinvestitionen

23-KEFUW-05 – Bildung und Verwaltung von Rückstellungen für Umweltrisiken

23-KEFUW-06 – Ablauf von Planungsvorhaben in der Umweltplanung

23-KEFUW-07 – Durchführung von Altlastensanierungs- und Altlastensicherungsmaßnahmen

23-KEFUW-08 – Durchführung von Genehmigungsverfahren im Umweltschutz

23-KEFUW-09 – Leitlinien zur Erstellung der Umwelterklärung

23-KEFUW-10 – Ermittlung von Input-/Output-Daten für die Erstellung einer Umwelterklärung



Auszug aus dem Register der internen Verfahrensanweisungen


Auf diesem Gebiet gewinnt die Planung von Fertigungstechnologien

nach dem in Europa eingeführten Begriff

„beste verfügbare Technik“ an Bedeutung.

Welche Steuerungsinstrumente stehen Volkswagen

zur Verfügung?

Im Rahmen der Durchführung von Öko-Audits – als

einem wichtigen Baustein des Umweltmanagements –

sind in der Vergangenheit konkrete Maßnahmen eingeleitet

worden, um die Umweltsituation in Zusammenarbeit

mit den verantwortlichen Betreibern umweltrelevanter

Anlagen zu verbessern. Die Kommunikation

zwischen Umweltschutzbeauftragten, den Mitarbeitern

der Fertigung und dem Management hat sich als sehr

effektiv erwiesen und garantiert den notwendigen

Wissenstransfer.

Zur Verbesserung des Informationsaustausches im

Umweltschutz finden regelmäßige Arbeitstreffen auf

Fachebene statt. Der kontinuierliche Erfahrungsaustausch

der Umweltschutzbeauftragten aus den Werken

ermöglicht es, innerhalb des Unternehmens gemeinsam,

strategisch und wohl abgestimmt vorzugehen. Die

getroffenen Entscheidungen werden durch Managementreviews

im Vorstand abgesichert.

Umweltprogramm und -ziele des Öko-Audits 2000

Ziel

Verbesserung der Grundlage

umweltrelevanter Daten

Verbesserung der

Umweltschutztechnik

Werk Wolfsburg,

Auszug aus dem Umweltprogramm 2000

Umweltdaten Produktion & Standorte

Welche Kontrollinstrumente benutzt

Volkswagen?

Natürlich dienen die internen Audits auch

als Kontrolle. Ihre Ergebnisse werden regelmäßig

ausgewertet und daraus Maßnahmen

entwickelt, die wiederum in den Steuerungsprozess

einfließen. Ein weiteres Kontrollinstrument

ist die Bewertung von Lieferanten

unter ökologischen Aspekten. Zusätzlich wird

die Herstellungskette des Produktes bilanziert.

Dies ermöglicht den Einblick in die

Zusammensetzung der Materialien, die einerseits

in der Fertigung verarbeitet, andererseits

durch das Altfahrzeugrecycling wieder

getrennt werden müssen.

Maßnahmen Termin

Erweiterung der EDV-Datenbank LIMS (Laborinformationssystem),

Erhöhung des Füllgrades an Daten

Einführung der zweiten Ausbaustufe des Datenverarbeitungsprogramms

für die Abfallwirtschaft

Aufbau eines Altlastenexpertensystems

Verbesserung der Datengrundlage zur Beurteilung von Lieferteilen

Quantitative und qualitative Aufnahme der Emissionen nicht genehmigungsbedürftiger

umweltrelevanter Anlagen

Immissionsuntersuchung im Umfeld des Werks

Neubau einer zusätzlichen Schlussfiltration in der Biologie West, zur

Reduzierung des CSB-Gehalts von 160 auf 128 mg/l

2002

2001

2002

2002

2003

2003

2002

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91


Weiterhin wird der Umweltschutz auch dadurch kontinuierlich

verbessert, dass auf Grundlage der bestehenden

Umweltpolitik die Elemente Steuerung und Kontrolle

sowie deren Zusammenspiel ständig optimiert werden.

Volkswagen setzt auch hier die Maßstäbe für die Beurteilung

der Umweltleistung seiner Standorte. Viele

Consultingunternehmen unterstützen inzwischen diese

Vorgehensweise durch entsprechende Inhalte in ihren

Fragebogen.

Warum ermittelt Volkswagen umweltrelevante Daten?

Volkswagen ermittelt einen betriebswirtschaftlich vertretbaren

Umfang an Umweltdaten aus den Standorten

gemäß internen Definitionen und Begriffsbestimmungen.

Die Daten werden in Umwelterklärungen, Umweltund

Geschäftsberichten veröffentlicht. Behörden und

Landesämter benötigen sie im Rahmen des Umweltstatistik-

und Umweltinformationsgesetzes. Des Weiteren

dient die Ermittlung von Umweltdaten als Kontrollinstrument

für Emissionen in Luft, Wasser und Boden.

Aufgrund der Zunahme der globalen Auswirkungen von

menschlichen Eingriffen in die Umwelt ist die internationale

Abstimmung von Maßnahmen und Standardisierungen

auf dem Gebiet des Umweltschutzes erforderlich.

So bemüht sich beispielsweise der World Business Council

Werk Palmela, Portugal, Paulo Baptista (Umweltschutzbeauftragter).

Blick in die Leitzentrale der Lackiererei, wo umweltrelevante Daten

erfasst werden.

SAM Research

Corporate Sustainability Assessment Questionnaire 2001

Auto Manufacturers

Environmental charters

Does your company have worldwide minimum environmental

standards that apply to all facilities and

subsidiaries?

Has your company signed environmental charters,

or is it committed to the principles of sustainability

councils/coalitions?

Environmental management system

The implementation of an Environmental

Management System is

• completed for units generating ..........% of total revenues

This management system is certified according to:

• ISO 14'001

•EMAS

Environmental performance

Does your company evaluate the environmental

performance of its products (life cycle assessment,

ecobalance)?

Environmental reporting

Does your company publicly provide information on its

environmental activities?

Auszug aus einem typischen Umweltfragebogen

for Sustainable Development (WBCSD) gemeinsam

mit dem World Ressources Institute

(WRI), ein globales Treibhausgasinventar

(Greenhouse Gas Inventory) zu entwickeln. An

dieser Forschung beteiligt sich Volkswagen im

Rahmen eines Road-Tests, insbesondere vor

dem Hintergrund, dass möglicherweise CO2- Emissionsmärkte (Carbon Trading Markets)

eingeführt werden könnten.

Alle diese Maßnahmen zielen darauf ab, die

aktuelle Umweltsituation möglichst genau zu

beschreiben. Länder- und Staatengemeinschaften

sind so in der Lage, politische Vereinbarungen

zum Umweltschutz zu treffen.

Wir arbeiten daran, die Erfassung und Dokumentation

von Umweltdaten auf unsere globalen

Standorte auszuweiten. Daher wurde die

Kommunikation mit den Werken in Südamerika,

Südafrika, Mexiko und China intensiviert.


Unser Ziel ist es, die internationalen Standorte der

Marke Volkswagen in den Informationsprozess zu

integrieren. Die folgenden Schaubilder zeigen ausgewählte

Umweltdaten der deutschen und europäischen

Frischwasser- und Abwassermengen (Deutschland)

Frischwassermenge

Abwassermenge

m 3 /a in Tausend

Quelle: VOLKSWAGEN AG

Frischwassermenge

Abwassermenge

12.000

8.000

4.000

m 3 /a in Tausend

16.000

12.000

8.000

4.000

1998 1999 2000

Frischwasser- und Abwassermengen (Europa)

Quelle: VOLKSWAGEN AG

1998 1999 2000

Umweltdaten

Produktion & Standorte

Volkswagen-Standorte im Zeitverlauf. Ziel

dieser Darstellung ist es, Trends zu ermitteln

und nicht Einzeldaten zu interpretieren, da

diese mit Unsicherheiten behaftet sind.

Zu den Diagrammen Frisch- und Abwassermengen

ist folgendes anzumerken:

• Mit zunehmenden Produktionszahlen ist

ein Anstieg der In- und Outputmengen

verbunden.

• Seit 1996 erfolgt die Ermittlung der Frischwassermengen

auf Basis von Trinkwasser,

Brunnenwasser und genutztem Regenwasser.

Die Abwassermengen werden durch Abflussmessungen

ermittelt. Die Menge der Verdunstung

ist in der Bilanz nicht enthalten.

Demzufolge kann anhand der dargestellten

Mengen keine Bilanzierung erfolgen.

• Die Zunahme der Differenz zwischen

Frisch- und Abwassermenge der deutschen

Werke ist im Wesentlichen auf den Standort

Wolfsburg zurückzuführen. Dort hat sich

durch einen Schaden im Frischwasserversorgungssystem

und durch die messtechnisch

nicht erfasste Ableitung eines Starkregens

allein im Jahr 2000 eine Differenz

von ca. 1 Million Kubikmetern ergeben. Für

das relativ hohe Abwasseraufkommen im

Jahr 1998 war ebenfalls ein außergewöhnlich

hoher Niederschlag verantwortlich. Dieser

wurde aber im Gegensatz zum Jahr 2000

gemessen.

6

92

93


Gewerbeabfälle (Deutschland)

Gewerbeabfall zur Verwertung

Gewerbeabfall zur Beseitigung

Gesamtmenge Gewerbeabfall

Gewerbeabfall zur Verwertung

Gewerbeabfall zur Beseitigung

Gesamtmenge Gewerbeabfall

Sonderabfall zur Verwertung

Sonderabfall zur Beseitigung

Gesamtmenge Sonderabfall

t/a in Tausend

Quelle: VOLKSWAGEN AG

Gewerbeabfälle (Europa)

t/a in Tausend

Quelle: VOLKSWAGEN AG

100

Sonderabfälle (Deutschland)

80

60

40

20

t/a in Tausend

Quelle: VOLKSWAGEN AG

80

60

40

20

80

60

40

20

1998 1999 2000

1998 1999 2000

1998 1999 2000

Aufgrund unterschiedlicher internationaler

Definitionen von Abfallarten und Abgrenzungen

von Begrifflichkeiten wie z. B. „Verwertung/Beseitigung“

oder „Produkt/Abfall“ hat

Volkswagen zur statistischen Vereinheitlichung

der Daten 1998 eigene, weltweit im

Konzern gültige Begriffe eingeführt.

Diese eigenen Definitionen orientieren sich

weitgehend an deutschen und europäischen

Standards, machten jedoch eigene hier verwendete

Begrifflichkeiten wie „Gewerbe- und

Sonderabfälle“ erforderlich, wobei der Begriff

„Sonderabfall“ für die höhere Umweltrelevanz

dieser Abfallgruppe steht.

Um die Abfallstatistiken der Produktion von

Standorten korrekt wiederzugeben, hat sich

Volkswagen dazu entschieden, die Abfälle, die

im Rahmen von Bauaktivitäten entstehen,

herauszunehmen. Es handelt sich um sporadisch

anfallende Abfälle, wie z.B. Bauschutt

und Bodenaushub.


Sonderabfälle (Europa)

Sonderabfall zur Verwertung

Sonderabfall zur Beseitigung

Gesamtmenge Sonderabfall

t/a in Tausend

Quelle: VOLKSWAGEN AG

CO 2 aus eigener

Energieerzeugung

CO 2 aus eigener

Energieerzeugung

100

80

60

40

20

t/a in Tausend

300

200

100

t/a in Tausend

500

400

300

200

100

1998 1999 2000

CO 2-Emissionen aus eigener Energieerzeugung

(Deutschland)

Quelle: VOLKSWAGEN AG

1998 1999 2000

CO 2-Emissionen aus eigener Energieerzeugung

(Europa)

Quelle: VOLKSWAGEN AG

1998 1999 2000

Umweltdaten

Produktion & Standorte

Die auffällige Steigerung der Sonderabfallmengen

für Europa von 1999 bis 2000 ist insbesondere

auf die Berücksichtigung von in

den Vorjahren 1998 und 1999 noch nicht erfassten

Standorten (z.B. Palmela) sowie auf

Produktionssteigerungen und die Erhöhung

der Produktionstiefe in den Auslandswerken

zurückzuführen.

Kohlendioxid(CO2)-Emissionen entstehen

durch Verbrennungsprozesse am Standort und

indirekt durch externen Bezug von Elektroenergie

und Fernwärme. Die durch Fremdenergie

freigesetzten CO2-Emissionen können je

nach Versorgungsstruktur des Standortes

einen erheblichen Anteil der CO2-Gesamt emissionen ausmachen. Sie betragen beispielsweise

etwa 75 Prozent der gesamten CO2- Emissionen des Standortes Zwickau/Mosel.

Bei der Ermittlung der gesamten CO2-Emis sionen wurde der in Deutschland gültige

Energiemix zugrunde gelegt. In den Diagrammen

werden nur die CO2-Emissionen dargestellt,

die durch direkt am Standort verursachte

Verbrennungsprozesse entstanden sind.

6

94

95


96

97

Energienutzung (Deutschland)

Gesamtenergie

Davon Eigenerzeugung

MWh/a in Tausend

Quelle: VOLKSWAGEN AG

8.000

6.000

4.000

2.000

1998 1999 2000

Die eingesetzten Energieträger sind im Wesentlichen

Erdgas zur Produktion sowie Erdgas zur Erzeugung von

technischer Wärme und Raumwärme, Kraftstoffe für die

Produktion und Elektroenergie. Der Fremdbezug von

Energie aus externen Kraftwerken macht einen großen

Teil der Gesamtenergiemenge aus.

Energienutzung (Europa)

Gesamtenergie

Davon Eigenerzeugung

MWh/a in Tausend

Quelle: VOLKSWAGEN AG

Organische Stoffe–VOC (Deutschland) Organische Stoffe–VOC (Europa)

Organische Stoffe–VOC

(Volatile Organic Compounds)

t/a in Tausend

6

4

2

1998 1999 2000

Die Entwicklung der VOC-Emissionen in Europa verläuft

im Wesentlichen analog zu den produzierten Fahrzeugen.

Bei den lösemittelarmen Basislacken beträgt

der durchschnittliche Lösemittelanteil etwa 15 Prozent.

Der tatsächliche Lösemittelanteil variiert je nach

Farbwahl.

Organische Stoffe–VOC

(Volatile Organic Compounds)

Quelle: VOLKSWAGEN AG Quelle: VOLKSWAGEN AG

8.000

6.000

4.000

2.000

t/a in Tausend

Kontakt:

VOLKSWAGEN AG

Umweltplanung Produktion/Standorte

Günter Sager

Brieffach 1897

38436 Wolfsburg

Telefon (05361) 9-28066

12

8

4

1998 1999 2000

1998 1999 2000


Partner & Projekte

5

6

7


Mit Brief und Siegel

Umweltschutz im Kundenservice

Volkswagen liegt der Umweltschutz bei seinen Autohändlern

genauso am Herzen wie der in der Produktion.

Die Kunden des Unternehmens sollen nicht nur vom

Service der Autohäuser überzeugt sein, sondern sich

auch darauf verlassen können, dass der Umweltschutz

in alle Arbeitsprozesse mit einbezogen ist. Diese Bestrebungen

gelten nicht nur in Deutschland. So hat Volkswagen

einen internationalen Standard erarbeitet, auf

dessen Grundlage regelmäßig Umweltschutzbelange im

weltweiten Einzelhandel geprüft und Anleitungen zur

Verbesserung gegeben werden. Dieser Standard ist fest

in das Qualitätsmanagementsystem des Konzerns

integriert.

Natürlich profitieren die Autohändler weiterhin von dem

bewährten Projekt „VW/Audi Beratungsservice Umweltschutz“

und arbeiten mit dem dreibändigen Umwelthandbuch.

Dieser Service ist eine Leistung, die im

Auftrag von Volkswagen von den Firmen DEKRA, LUEG

Umweltschutz und TÜV vor Ort durchgeführt wird. Die

Händler werden ausführlich zu Themen des betrieblichen

Umweltschutzes beraten und bekommen so fachkundige

Hilfe bei der Umsetzung der Umweltgesetzgebung.

Seinen Kunden gegenüber kann ein Betrieb sein besonderes

Umweltengagement durch eine Urkunde und ein

Umweltsiegel demonstrieren. Wer alltägliche Hilfe und

Tipps zum Umweltschutz sucht, findet sie im Handbuch

„Umweltschutz und Entsorgungspraxis im Service-

Betrieb“, das über die gesamte Bandbreite dieser ThemenbereicheAuskunft

gibt.

Kontakt:

VOLKSWAGEN AG

Kundendienst Produkttechnik

Manfred Fischer

Brieffach 1947

38436 Wolfsburg

Telefon (05361) 9-28063

Abfallfraktionen der kostenlosen

Rücknahme durch Volkswagen

Airbag/Gurtstraffer

Altreifen

Batterien

Bremsflüssigkeit

Kühlerschutzmittel

Kunststoffmischfraktion I

Kraftstoffbehälter

Radzierblenden

Kühlerschutzgitter

Schloss- und Montageträger

Luftfilter

Öl- und Kraftstofffilter

Radhausschalen

Stoßfänger

Stoßdämpfer

Verbundglas

Verpackungen

Holz, nicht verunreinigt

Kunststoffgebinde, restentleert

Metallgebinde, restentleert

Pappe, Papier, Kartonagen

PE-Folien

Schaumstoff

Styropor

Spraydosen

(Stand 07/2001)


Wir stehen zu unserem Wort

Im Rahmen des Projektes „Werkstattentsorgung“, also

der kostenlosen Rücknahme von Abfällen aus den Servicebetrieben,

hat Volkswagen das Spektrum der zurückgenommenen

Abfallfraktionen um zehn Verpackungsmaterialien

erweitert. Nach Kühlerschutzmitteln wurde

im Juli 2001 mit Bremsflüssigkeiten auch der zweite

Recyclingkreislauf für Flüssigkeiten geschlossen: Jeder

zurückgenommene Liter Bremsflüssigkeit wird aufbereitet

und in einem zweiten Schritt vom Hersteller zu

neuer Bremsflüssigkeit hoher Qualität verarbeitet. Das

schont Ressourcen und vermeidet unnötige Abfallentsorgung.

Robert Stipschitz

Redaktion:

Herr Stipschitz, wieso haben Sie

sich zur Teilnahme am Öko-Audit

entschlossen?

Robert Stipschitz:

„Der Gedanke war folgender:

Volkswagen baut die umweltfreundlichsten

Autos, und die

Stipschitz GmbH will ein dazu

passender Händler sein.“

Umweltschutz im Kundenservice/Porträt Autohaus Stippschitz Partner & Projekte

Das österreichische Autohaus Robert Stipschitz GmbH wurde im Jahr 2000 als erster

Autohändler in Europa nach dem EG-Öko-Audit und ISO 14001 zertifiziert.

Redaktion:

Welche Vorteile haben sich für Ihr

Unternehmen ergeben?

Robert Stipschitz:

„Vor allem Ersparnisse. Wir verbrauchen

weniger Strom, weniger

Wasser und weniger Lacke. Und

wir haben die Energiekosten durch

eine Solaranlage gesenkt. Mit der

Anlage wird das Wasser geheizt.

Nicht zu vergessen ist der große

Imagegewinn in der Öffentlichkeit.“

Aufbereitung von Kühlerschutzmittel und

Bremsflüssigkeit bei der Firma NTL

„Wir wollen ein umweltfreundlicher Händler sein“

Redaktion:

Wie hat Ihre Konkurrenz auf den

Imagegewinn reagiert?

Robert Stipschitz:

„Ich habe von anderen Händlern

sehr viele Anfragen bekommen,

was wir alles für das Öko-Audit

gemacht haben. Aber auch aus

Wolfsburg kommen von Zeit zu

Zeit Vertreter zu mir, um sich zu

informieren.“

7

98

99


Die Robert Stipschitz GmbH in Kürze

• Standort südlich von Wien

• 1961 von Robert Stipschitz gegründet

• 160 Mitarbeiter

• Erfolgreiche Begutachtung nach EMAS-

Verordnung 1836/93/EWG und Zertifizierungsaudit

nach ISO 14001

(März 2000)

Energiesparmaßnahmen

• Abschaltung von 80% der Stromversorgung

der Betriebsanlage um 19.00 Uhr

• Temperaturregelung des Hochdruckreinigers

(max. 55Grad Celsius)

• Einbau einer Solaranlage für die

Warmwasserversorgung des Hochdruckreinigers,

die Warmwasseraufbereitung

und einen Teil der Heizung

• Optimierte Koordination der

Lackieraufträge

• Außenlichtgesteuerte Beleuchtung

• Einbau von Bewegungsmeldern in

wenig frequentierten Räumlichkeiten

Redaktion:

Nach drei Jahren wird Ihr Betrieb

wieder überprüft. Welche Ziele

wollen Sie bis dahin erreichen?

Robert Stipschitz:

„Wir wollen weiter Kosten und

Emissionen reduzieren. Es gibt ein

Paket mit verschiedenen Maßnahmen,

die wir umsetzen werden.“

• Reduktion des Spitzenlärmpegels um

3 dB (A)

• Reduktion der Lösemittelemission von

1999 bis 2000 um 24%

• Reduktion des Wasserverbrauchs pro

Kfz von 0,218 Kubikmeter (1998) auf

0,162 Kubikmeter (2000)

• Reduktion des Gasverbrauchs für die

Heizung im Zeitraum von 1999 bis

2000 um 11% je Quadratmeter beheizter

Fläche und um 5% pro durchgesetztes

Fahrzeug in der Lackiererei

• Reduktion des Gasverbrauchs pro

durchgesetztes Fahrzeug um 30% von

311 kWh (1997) auf 214 kWh (2000)

• Reduktion des Gasverbrauchs pro

lackiertes Fahrzeug um 26% von

198 kWh (1998) auf 145 kWh (2000)

• Seit 1998 entlasten wir die Umwelt um

jährlich 50 Tonnen CO2 • Reduktion des gefährlichen Abfalls pro

durchgesetztes Kfz von 1,7 Kilogramm

(1998) auf 1,26 Kilogramm (2000)

www.stipschitz.at

Redaktion:

Wie sieht Sparen durch Umweltschutz

aus?

Robert Stipschitz:

„Viele Einsparungen kommen

durch eine bessere Organisation.

Wir haben nun Umweltschutzbeauftragte

im Betrieb. Jeder ist

für einen Bereich zuständig, und

es werden laufend Verbesserungsvorschläge

umgesetzt. Die Personalkosten

sind dadurch nicht

gestiegen.“

Redaktion:

Aber es sind doch Kosten auf Sie

zugekommen?

Robert Stipschitz:

„Sicher, aber bis heute haben sich

die Investitionen schon zu 55 Prozent

amortisiert. Wir sparen jedes

Jahr etwa 35.000 bis 70.000 Euro.“


Stabiler Kreislauf

Die Umsetzung der Altauto-Richtlinie

Aus der nationalen Umsetzung der EU-Altauto-Richtlinie

in Deutschland ergibt sich für den Vertrieb die

Aufgabe, ein flächendeckendes Rücknahme- und Verwerternetz

aufbauen zu müssen. Nur dadurch wird es

dem Letztbesitzer eines Wagens ermöglicht, sein Altfahrzeug

bequem und kostenlos zurückgeben zu

können.

Derzeit verfügt Volkswagen in Deutschland über etwa

1.600 autorisierte Annahmestellen. Darüber hinaus

besteht durch die vertragliche Zusammenarbeit mit der

Callparts System GmbH Zugang zu einem Netz von

rund 40 zertifizierten Altautoverwertern. Gemeinsam

mit dieser Gesellschaft soll dieses Netz auf 200 bis 250

Vertragsverwerter erweitert werden. Bei ihnen werden

die abgegebenen Altfahrzeuge entsprechend den Vorgaben

des Gesetzgebers und des Volkswagen-Konzerns

demontiert und die Materialien und Bauteile dem

Recyclingprozess zugeführt. In den anderen EU-Staaten

unterstützt die VOLKSWAGEN AG die Importeure beim

Aufbau analoger Rücknahme- und Verwertungssysteme.

Trockenlegung von Altfahrzeugen bei MAS Fahrzeugrecycling GmbH

Porträt Autohaus Stipschitz/Umsetzung der Altauto-Richtlinie Partner & Projekte

Ausbau von Gebrauchtteilen: Demontagelinie der Firma

MAS Fahrzeugrecycling GmbH

7

100

101


Mobile Intelligenz

Das Forschungsprojekt INVENT

Die Anforderungen an die Leistungsfähigkeit unseres

Verkehrssystems sind in den letzten Jahren unaufhaltsam

gestiegen und werden nach allen uns heute vorliegenden

Prognosen auch langfristig weitere große Anstrengungen

erfordern. Den dominierenden Anteil des Straßenverkehrs

am Gesamtverkehr wird man auch in Zukunft trotz

aller Bemühungen um Alternativen nicht wesentlich

zurückführen können. Trotz zahlreicher Verbesserungsmaßnahmen

in der Vergangenheit – beispielhaft seien

hier nur die Forschungsprogramme PROMETHEUS und

MOTIV genannt – gibt es noch immer viele Probleme des

Straßenverkehrs, die dringend gelöst werden müssen.

Nach einer Analyse des Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs

(ADAC) sind zu 33 Prozent Unfälle, zu 31 Prozent

Baustellen und zu 32 Prozent ein zu hohes Verkehrsaufkommen

die Ursachen für Staus auf deutschen Autobahnen.

Den volkswirtschaftlichen Schaden bezifferte

der ADAC im Herbst 1999 auf etwa 250 Millionen Euro

täglich.

Die im Juni 2001 von der Industrie und dem Bundesministerium

für Bildung und Forschung (BMBF) gestartete

Forschungsinitiative INVENT („Intelligenter Verkehr und

nutzergerechte Technik“) will aus diesem Grund nun

die „Intelligenz“ in Einzelfahrzeugen dazu nutzen, um

den Verkehr der Zukunft sicherer und effizienter zu gestalten.

Diese Ziele sind in Übereinstimmung mit dem

vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im

März 2000 vorgestellten Programm „Mobilität und Verkehr“

formuliert. „Intelligente Fahrzeuge“ sollen Bestandteil

eines intelligenten Verkehrsnetzes werden. Dieses

soll vor und während der Fahrt durch Systeme mit

durchgängiger Information über alle relevanten Verkehrsarten

und darauf basierenden selbstorganisierenden

Leit- und Steuerungsstrategien ermöglicht werden.

Zukünftige Fahrzeuge werden leicht bedienbar sein,

sich an die Leistungsfähigkeit des Nutzers anpassen

und diesen bei seiner Fahraufgabe unterstützen und

entlasten und damit die Verkehrssicherheit erhöhen.

Volkswagen ist INVENT-Partner

Wir arbeiten in der Forschungsinitiative

INVENT mit anderen Automobilherstellern,

Lieferanten, Elektronik- und IT-Firmen sowie

vielen Universitäten und Forschungsinstituten

zusammen. Das Gesamtbudget von rund 80

Millionen Euro zeigt das Gewicht dieser Anstrengungen.

Das BMBF fördert die Forschungsinitiative

INVENT, die auf vier Jahre Laufzeit

angelegt ist.

INVENT gliedert sich in drei Projekte:

• Fahrerassistenz, aktive Sicherheit (FAS)

• Verkehrsmanagement 2010 (VM 2010)

• Verkehrsmanagement in Transport

und Logistik (VMTL)

Im Projekt FAS untersuchen Forscher, wie

Unfälle durch neue Systeme zur Erhöhung der

aktiven Fahrzeugsicherheit vermieden werden

können. Weitere Teilprojekte von FAS sind

Stauassistenz, vorausschauende aktive Sicherheit,

Fahrumgebungserfassung, Fahrerverhalten,

die Interaktion zwischen Mensch und

Maschine, verkehrliche Wirkungen sowie

Recht und Akzeptanz.

Ziel von VM 2010 ist es, die Leistungsfähigkeit

des Verkehrs zu erhöhen, wobei die besonderen

Aspekte des Gütertransportes in VMTL

behandelt werden. VM 2010 beschäftigt sich

dabei mit den Teilgebieten Verkehrsleistungsassistenz

und Netzausgleich.


Auf dem Weg zu intelligenten Fahrerassistenzsystemen

Ein Fahrzeug sicher zu führen, setzt den Zugang zu zahlreichen

Informationen voraus. Diese betreffen aber

nicht nur das eigene Fahrzeug, sondern auch Objekte

und Hindernisse in der nahen und fernen Umgebung

sowie die Straße und den Fahrer selbst. Assistenzsysteme

helfen dem Fahrer auf vielfältige Weise beim sicheren

Führen und Stabilisieren des Fahrzeugs. Die bekanntesten

Beispiele hierfür sind das Navigationssystem und

das Antiblockiersystem (ABS). Bisher am Markt erhältliche

Systeme nutzen dabei überwiegend Informationen

über das eigene Fahrzeug. Künftige Systeme benötigen

jedoch zusätzliche Informationen, z.B. über das Verhalten

anderer Verkehrsteilnehmer und über den Straßenverlauf,

also eine Fahrumgebungserfassung.

Vernetzte Kommunikation

Neue und höherwertige Assistenzsysteme können nicht

nur zur Erhöhung der Sicherheit, sondern auch zur Steigerung

der Verkehrsleistung beitragen. Für die Entwick-

Fahrumgebungserfassung für Fahrerassistenzsysteme

Kollisionswarnung

Fahrspurerkennung

Spurwechselassistent

Quelle: VOLKSWAGEN AG

Laserscanner,

links

Radar

Fernbereich

Kamera

Radar

Nahbereich

Radar

Nahbereich

Laserscanner,

hinten

Schematische Darstellung

der Sensorbereiche

Laserscanner,

rechts

Automatische

Distanzregelung

Mobilitätsprojekte Partner & Projekte

lung solcher Systeme sind jedoch intelligent

verknüpfte Informationen aus dem Umfeld

des Fahrzeugs und deren Interpretation

erforderlich. Volkswagen beschäftigt sich im

Rahmen von INVENT beispielsweise mit der

ganzheitlichen Abbildung des Fahrzeugumfeldes.

Dazu werden Informationen, die zu

einem ganz bestimmten Zeitpunkt durch

unterschiedliche Sensorsysteme mittels Radar,

Laser, Videobildverarbeitung bzw. Ultraschall

erfasst werden, miteinander vernetzt und ausgewertet.

Die zusätzliche Einbeziehung von

Modellwissen über verkehrlich relevante Objekte

und Situationen lässt so ein synthetisches

Abbild der Fahrumgebung entstehen. Dieses

Bild wird von übergeordneten Fahrerassistenzsystemen

bewertet und erlaubt die Ableitung

spezifischer Auslöse- und Reaktionsstrategien

wie beispielsweise Bremsen oder Lenkbewegungen.

Verkehrszeichenerkennung

Tote-Winkel-

Erkennung

7

102

103


Die Fahrumgebungserfassung und -interpretation

bilden die Grundlage für intelligente Assistenzsysteme.

Die Ergebnisse aus Forschung und Entwicklung werden

unmittelbar in den beiden INVENT-Applikationsprojekten

„Stauassistent“ (STA) und „Vorausschauende Aktive

Sicherheit“ (VAS) genutzt und fließen sowohl in eine

adaptive Abstands- und Geschwindigkeitsregelung als

auch z.B. in so genannte Kreuzungsassistenzsysteme ein.

Letztere warnen den Fahrer beim Abbiegen an unübersichtlichen

Straßenkreuzungen vor Gegen- bzw. Querverkehr.

Durch Fahrumgebungserfassung wird es künftig möglich

sein, auch Informationen aus dem Umfeld eines sich

bewegenden Fahrzeugs zu erhalten und diese in intelligenten

Fahrerassistenzsystemen zur weiteren Erhöhung

von Sicherheit, Komfort und Umweltverträglichkeit

umzusetzen.

Fahrerassistenz ermöglicht Verkehrsassistenz

Eine Möglichkeit, die Leistungsfähigkeit des Straßenverkehrs

zu erhöhen und den Verkehr effizienter abzuwickeln,

besteht darin, das individuelle Fahr- und Verkehrsverhalten

optimal an die jeweilige Umgebungssituation

anzupassen. Der Fahrer sollte dazu von einem

so genannten Verkehrsassistenzsystem unterstützt

werden. Dieses System erfasst vor und während der

Fahrt alle wichtigen Informationen – auch außerhalb

des unmittelbaren Umfelds des Autos – und wertet sie

unter verkehrlichen Gesichtspunkten aus.

Mit den Informationen über das eigene und die umgebenden

Fahrzeuge kann dann eine optimale individuelle

Fahrstrategie entwickelt werden. So könnten beispielsweise

vor einer Autobahnauffahrt ausreichend große

Lücken im dichten Verkehr vorbereitet werden, damit

der einfahrende Verkehr ohne Staubildung

zufließen kann. Ein anderes Beispiel ist die

Dämpfung des Stop-and-go-Verkehrs, indem

der umgebende Verkehr so beeinflusst wird,

dass ein Stau gar nicht erst entsteht. Homogener

Verkehrsfluss und vermiedene Staus

bedeuten zugleich eine Reduzierung von

Kraftstoffverbrauch und Emissionen. Auf diese

Weise leisten Verkehrsassistenzsysteme einen

positiven Beitrag zum Umweltschutz.

Gezielter Austausch von Daten

Damit das Verkehrsassistenzsystem funktioniert,

müssen die Fahrzeuge neben der eigenen

Position und Geschwindigkeit auch Daten

anderer Fahrzeuge erfassen. Der Fahrer kann so

schneller reagieren und sein Verhalten sowohl

an die lokale als auch an die allgemeine Verkehrssituation

anpassen. Technische Voraussetzungen

hierfür sind eine weiterentwickelte

Fahrumgebungserfassung, eine genaue Ortung,

digitalisierte Straßenkarten mit möglichst

vielen Merkmalen und eine Kommunikation

der Fahrzeuge und ihrer Systeme untereinander.

Diese wichtigen Informationen können

dann als individuelle und kollektive Empfehlungen

oder Warnungen ausgetauscht werden.

Volkswagen untersucht seit Sommer 2001 im

INVENT-Teilprojekt Verkehrsleistungsassistenz

die Grundlagen, Strategien und Auswirkungen

derartiger Systeme. Die Ergebnisse werden

dazu beitragen, dass es auch in Zukunft sichere,

komfortable und umweltverträgliche Automobilität

geben wird – nicht zuletzt zum Schutz

der Umwelt.

Kontakt:

VOLKSWAGEN AG

Verkehr

Axel Riemann

Brieffach 1774/1

38436 Wolfsburg

Telefon (05361) 9-26314


Der Tabellenführer

Die VCD-Auto-Umweltliste

Ein niedriger Verbrauch und der geringe Ausstoß an

klimaschädlichem Kohlendioxid (CO2) brachte den

Lupo 3L TDI an die Spitze der Auto-Umweltliste des Verkehrsclubs

Deutschland (VCD). Das Bewertungsschema

des VCD basiert auf einem Gutachten des Instituts für

Energie- und Umweltforschung (IFEU) von 1997. Diese

Beurteilung bezieht auch die Klimaauswirkungen,

die gesundheitlichen Belastungen der Menschen durch

Lärm und Abgase und die Schädigung der Natur mit ein.

Die Top Ten der VCD-Auto-Umweltliste 2001/2002

Punkte*

1. Audi A2 1.2 TDI 3L 7,87

VW Lupo 3L TDI 7,87

3. Toyota Yaris 1.0 linea eco 7,71

4. Daihatsu Cuore GL 3t. 7,51

Toyota Prius (Hybridantrieb) 7,51

6. Daihatsu Sirion CX 1.0 7,43

7. Suzuki Swift 1.0 7,20

8. Toyota Yaris 1.0 linea terra 7,16

9. Opel Corsa 1.0 12V 7,04

10. Daihatsu Move Pur 6,99

*Die Bewertung der Pkw und der Hersteller reicht von 0 (sehr schlecht)

bis 10 Punkte (sehr gut).

Quelle: VCD

„Ein aktuelles Fahrzeug mit dem Prädikat

„umweltgerecht“ setzt sich aus einer

Summe unterschiedlichster Elemente zusammen:

Von einer hocheffizienten und

leistungsfähigen Antriebstechnologie über

niedrige Geräuschemissionen und innovativem

Leichtbau bis hin zur Auswahl

umweltverträglicher Materialien und

Prozess-Hilfsstoffe. Der Volkswagen-Konzern

hat mit den Technologieträgern Lupo 3L

TDI und Audi A2 Öko seine Kompetenz auf

diesem Gebiet eindrucksvoll unter Beweis

gestellt. Diese beiden Fahrzeuge zeigen

auch, dass die weitere Absenkung des

Flottenverbrauchs und damit der CO 2 -

Emissionen nur mit einer globalen Steigerung

des Dieselanteils erreichbar ist.

Partner & Projekte

Eine Aufnahme in die Auto-Umweltliste setzt

voraus, dass die Fahrzeuge in Serie produziert

werden und ihre Verbrauchs- und Emissionsdaten

vergleichbar sind (Schadstoff- und

Lärmwerte werden dem Kraftfahrt-Bundesamt

gemeldet). Aus diesem Grund werden hier

auch keine Elektrofahrzeuge bewertet, sondern

diese werden einem Vergleich von Kfz

mit alternativen Antrieben unterzogen. Nach

Einschätzung des VCD bleibt auf absehbare

Zeit die weitere Optimierung herkömmlicher

Antriebe die vordringliche Aufgabe.

www.verkehrsclub-deutschland.de

Herstellerbewertung:

Umweltengagement –

die besten fünf

Der Dieselmotor wird seine Führungsposition

als sparsame Antriebsquelle behalten,

jedoch erwarten wir dank unserer neuen

FSI-Technologie eine Verbrauchs-Annäherung

zwischen Diesel- und Ottomotor.

Die Einführung alternativer Antriebstechnologien

wie z. B. der Brennstoffzelle sehen

wir aufgrund der zahlreichen, ungelösten

Technologiebarrieren – wie z. B. der

nachhaltigen Erzeugung, der Speicherung

und Verteilung von Wasserstoff -

kurzfristig nicht.“

Mobilitätsprojekte/VCD-Auto-Umweltliste

Punkte*

1. Audi 8,5

2. Volkswagen 8,2

3. Ford 7,9

MCC (smart) 7,9

5. BMW 7,5

Dr. Martin Winterkorn,

Vorstandsmitglied

Forschung und Entwicklung

der VOLKSWAGEN AG

7

104

105


Neue Wege bei Vermarktung und Kommunikation

Das EcoTopTen-Projekt

Das vom Bundesforschungsministerium geförderte und

vom Freiburger Öko-Institut geleitete Projekt „EcoTop-

Ten“ zielt auf durchgreifende Umweltentlastungen in

den zehn wichtigsten Bedürfnisfeldern in Deutschland

(u.a. Ernährung, Wohnen, Mobilität). Diese Umweltentlastungen

können nur erreicht werden, wenn jeweils

umweltverträgliche Produkte angeboten und nachgefragt

werden. Ökologische Produkte werden allerdings

nicht allein deshalb besser verkauft als konventionelle,

weil sie umweltverträglicher sind. Teilweise haben

Ökoprodukte sogar einen Imagenachteil beim Kunden,

da Umweltschutz lange Jahre mit Verzicht, Zukunftsangst

und „Zeigefingerpädagogik“ assoziiert wurde.

Da aber Ökoprodukte ohne Kundenakzeptanz auch die

Umwelt nicht entlasten, besteht das zentrale Projektziel

darin, Produkte so zu gestalten und zu vermarkten, dass

sie im Markt erfolgreich sind. Die Kernbotschaft lautet,

dass so genannte EcoTopTen-Produkte nicht nur ökologisch,

sondern auch qualitativ hochwertig, attraktiv und

bezahlbar sind. Hierzu werden im Rahmen der geplanten

Kampagne des Öko-Instituts und der verschiedenen

Kooperationspartner aus Wirtschaft, Verbraucherorganisationen

und Umweltverbänden auch neue Konzepte

in den Bereichen Kommunikation und Marketing

entwickelt.

Volkswagen beteiligt sich an dem Projekt im

Bedürfnisfeld Mobilität mit dem Lupo 3L TDI.

Wir sind der Meinung, dass Umweltschutz

nichts mit Verzicht und Einschränkung zu tun

haben muss. Dies hat die Entwicklung und

Vermarktung des Drei-Liter-Lupos, der bereits

seit Mitte 1999 in Deutschland erhältlich ist,

ganz wesentlich mit geprägt. Deshalb haben

wir dieses Fahrzeug auch nicht als „Ökoauto“

positioniert. Vielmehr bieten wir ein vollwertiges

Fahrzeug an: Ebenso wie die Umweltverträglichkeit

sind auch die Sicherheit und der

Komfort sowie die Fahrleistungen und das

Design auf höchstem Niveau realisiert worden.

Die Erfahrungen aus dem Marketing für den

Lupo 3L TDI bringt Volkswagen in das Gemeinschaftsprojekt

ein und erhofft sich außerdem

neue Erkenntnisse im Projektverbund.

www.oeko.de

Dr. Rainer Grießhammer vom

Öko-Institut (am Steuer des

Drei-Liter-Lupo) sowie Rudolf

Stobbe (Leiter Umwelt,

Verkehr und Arbeitsschutz

der VOLKSWAGEN AG) im

Automobilforum Berlin im

November 2000, wo das

Projekt erstmals der Öffentlichkeit

vorgestellt wurde.


Der Natur verbunden

Kooperation von Volkswagen und dem

Naturschutzbund Deutschland

Volkswagen und der Naturschutzbund Deutschland e.V.

(NABU) haben eine Kooperationsvereinbarung getroffen,

die eine Zusammenarbeit bestärken und das gegenseitige

Verständnis fördern soll. Der Sinn der Partnerschaft

besteht darin, in gemeinsamen Projekten Beiträge für

eine nachhaltige Entwicklung zu leisten. Beide Kooperationspartner

wollen offen und wenn nötig auch kontrovers

Positionen und Argumente austauschen und

gezielt Innovationen für die Umwelt fördern.

Die in ihrer Art beispiellose Vereinbarung wird von Volkswagen

und dem NABU als Ausdruck der gemeinsamen

Verantwortung für eine zukunftsfähige und generationengerechte

Entwicklung in Deutschland verstanden.

Die Projekte sind in den Themenbereichen „Arbeit und

Umwelt“ und „Nachhaltige Mobilität“ angesiedelt. So

ließ Volkswagen beispielsweise im März 2001 einen von

der Künstlerin Elvira Bach gestalteten Drei-Liter-Lupo

zugunsten der NABU-Stiftung „Nationales Naturerbe“

versteigern.

Übergabe eines Lupo 3L TDI an den NABU: (v.l.)

Christoph Heinrich, Petra Wassmann, Gerd Billen, Reinhold Kopp,

Renate Mentzel, Bernd Pieper

EcoTopTen-Projekt/Partnerschaft mit dem NABU Partner & Projekte

Der NABU ist mit über 360.000 Mitgliedern

eine der angesehensten und bekanntesten

Umwelt- und Naturschutzorganisationen in

Deutschland. Seinem Engagement ist es u.a.

zu verdanken, dass viele Lebensräume bedrohter

Tier- und Pflanzenarten erhalten

wurden.

www.nabu.de

Kontakt:

VOLKSWAGEN AG

Reinhold Kopp

Leiter Regierungsbeziehungen

Brieffach 1882

38436 Wolfsburg

Telefon (05361) 9-78622

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106

107


Nachhaltiges Leitsystem

Global Reporting Initiative

Die Global Reporting Initiative (GRI) wurde 1997 in

Boston (USA) gegründet. Ihr Ziel ist die Entwicklung

eines weltweit akzeptierten Rahmens für die Erstellung

und Nutzung von Nachhaltigkeitsberichten von Unternehmen.

An der GRI sind Unternehmen, NGOs, Berater,

Wirtschaftsprüfer, Verbände und andere Anspruchsgruppen

beteiligt. Durch die Initiative sollen sowohl Standards

in der Berichterstattung als auch allgemein gültige und

branchenspezifische Kennzahlen entwickelt werden. Seit

2000 gibt es eine überarbeitete zweite Version des Leitfadens,

durch die Nachhaltigkeitsberichte unterschiedlicher

Branchen miteinander verglichen werden

können.

Volkswagen beteiligt sich an dem Dialog, denn aus

unserer Sicht bietet der GRI-Ansatz einen wichtigen

Beitrag zur Kommunikation der ökologischen und sozialen

Unternehmensaspekte im Sinne einer „Citizenship-Kommunikation“.

Nachhaltigkeitsreporting kann Transparenz

als notwendiges Pendant zur wirtschaftlichen Globalisierung

schaffen.

Im vorliegenden Umweltbericht haben wir

uns an den grundlegenden Prinzipien des

Leitfadens für Nachhaltigkeitsberichte orientiert.

Damit wollen wir unterstreichen, dass

wir unseren Bericht als Teil der gesellschaftlichen

Aufgabe zur Schaffung von Transparenz

im Sinne einer Nachhaltigen Entwicklung verstehen.

Allerdings sind wir bei der Auswahl

unserer Indikatoren dem Leitfaden nicht immer

gefolgt, da die dort genannten nach unserem

Verständnis nicht durchgehend die Qualität

der Berichterstattung erhöhen. Kritisch sind

an der GRI aus unserer Sicht die geringe Berücksichtigung

der gesellschaftlichen Diskussion

in Europa sowie eine zu starre Berichtsstruktur.

Wir sind zuversichtlich, dass der

weitere Dialog unter Einschluss von Stakeholdern,

Instituten und Rating-Organisationen,

wie SustainAbility, IÖW, Öko-Institut und

imug, ein von der Mehrheit akzeptiertes

Ergebnis finden wird.

www.globalreporting.org


Unternehmen Zukunft

Volkswagen als Partner des

Projekts Nachhaltige Mobilität

Mobilität schafft Wohlstand, Arbeitsplätze, Zugang zu

kultureller Vielfalt und ermöglicht den Aufbau von Beziehungen.

Die Nachfrage nach Mobilität steigt überproportional

mit dem Durchschnittseinkommen einer

Bevölkerung. Diese Entwicklung stellt für die Automobilindustrie

sowohl in industrialisierten Ländern als

auch in Entwicklungs- und Schwellenländern eine

große Herausforderung dar.

Das Projekt „Nachhaltige Mobilität“ des World Business

Council for Sustainable Development (WBCSD), zu

dessen Gründungsmitgliedern Volkswagen gehört, stellt

sich dieser Aufgabe. Es leitet einen unternehmerischen

und gesellschaftlichen Such-, Lern- und Umsetzungsprozess

ein. Das Ziel ist eine langfristige Gewährleistung

und Integration ökonomischer, ökologischer und sozialer

Aspekte der Mobilität.

Das Projekt soll dazu beitragen, gesellschaftliche Forderungen

nach Mobilität mit der notwendigen Sicherung

der Nachhaltigkeit von Mobilität in Einklang zu bringen.

Die beteiligten Unternehmen haben sich zum Ziel gesetzt,

eine Vision bzw. Szenarien zur Nachhaltigen Mobilität

für das Jahr 2030 zu entwickeln. Gleichzeitig sollen

konkrete Schritte zu ihrer Umsetzung erarbeitet

werden.

Um einen möglichst breiten und belastbaren Konsens

über den Weg zur Nachhaltigen Mobilität zu erreichen,

wurden seit November 2000 Stakeholderdialoge der

Mitglieder mit Vertretern von Regierungen, Wissenschaft

und Verbänden durchgeführt. Darüber hinaus wird das

Projekt von „Associated Partners“ aus Regierungen,

internationalen Behörden, Wissenschaft und Verbänden

inhaltlich unterstützt.

Global Reporting Initiative/Projekt „Nachhaltige Mobilität“ Partner & Projekte

Die Arbeit der Initiative unterteilt sich in drei

Schritte:

• Erstellen eines Berichts „Mobilität 2001

durch das Massachusetts Institute of

Technology (MIT), der die gegenwärtige

Mobilitätssituation darstellt (liegt seit

Oktober 2001 vor)

• Erarbeitung einer „Scoping“-Studie, um die

Schwerpunktthemen auf dem Weg zur

Nachhaltigen Mobilität festzulegen

• Entwicklung der Vision „Nachhaltige

Mobilität 2030“

www.wbcsd.org

Teilnehmer des Projekts

„Nachhaltige Mobilität“

BP

DaimlerChrysler

Ford

General Motors

Honda

Michelin

Nissan

Norsk Hydro

Renault

Shell

Toyota

Volkswagen

Stand 02/2002

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111

Umweltschutz leicht gemacht

Vernünftig fahren – Verbrauch senken

Starten Sie Ihren Wagen erst, wenn Sie bereit sind loszufahren.

Frühes Hochschalten ist bei modernen Motoren

bereits unter 2.000 U/min möglich. Immer den nächsthöheren

Gang wählen. Überflüssige Brems- und Beschleunigungsvorgänge

vermeiden. Bei längerem Ampelhalt

und geschlossenen Bahnschranken den Motor abstellen.

Elektrische Verbraucher wie Licht, Lüftung oder Heckscheibenheizung

nur so lange wie nötig einschalten. Auf

unnötigen Ballast verzichten. Dachträger, Skiboxen,

Kotflügelverbreiterungen usw. erhöhen das Gewicht,

den Luftwiderstand und den Verbrauch. 20 Kilogramm

Gewicht erhöhen den Verbrauch um 0,2 Liter pro 100

Kilometer. Das tut auch ein zu niedriger Reifenluftdruck.

Höherer Verschleiß und Rollwiderstand sind die Folge.

Die angegebenen Werte können problemlos um 0,2 bar

überschritten werden.

Wählen Sie Leichtlaufreifen, denn der Verbrauch bei

Reifen mit hohem bzw. niedrigem Rollwiderstand kann

sich um bis zu sechs Prozent unterscheiden. Lassen Sie

Ihr Fahrzeug regelmäßig warten: Alte Zündkerzen, verschmutzte

Luft- und Ölfilter oder eine falsch eingestellte

Zündanlage kann den Verbrauch um bis zu zehn Prozent

erhöhen. Leichtlauföle verringern die Reibung der

beweglichen Teile des Motors. Im Stadtverkehr bringt

das bis zu sechs Prozent Spritersparnis. Kurzstrecken

vermeiden: Ein Mittelklassewagen verbraucht auf den

ersten vier Kilometern direkt nach dem Start rund 30 bis

40 Liter Kraftstoff auf 100 Kilometern. Jeder Kaltstart

steigert den Durchschnittsverbrauch und die Umweltbelastung

erheblich.

Umweltschonende Autowäsche

Mit jeder Autowäsche gelangen Reinigungsmittel, Reste

von Autowachs, Öl, Teer und Benzin ins Abwasser. Wir

raten deswegen, auf häufiges Waschen, gerade in Trockenzeiten,

zu verzichten. Nach Schneefall ist es sinnvoll, das

Streusalz abzuwaschen, da Salz das Metall rosten lässt.

Bei starker Beanspruchung durch Streusalze sollte eine

Unterbodenwäsche hinzukommen. Gerade die nicht

sichtbaren Stellen am Fahrzeug, wie Kotflügel oder Unterboden,

bieten zahlreiche Angriffsflächen für Rost.

Die Autowäsche per Hand schädigt die Umwelt

am stärksten und ist vielerorts bereits untersagt:

Sie verbraucht zwar wenig Energie, dafür

aber mehr Wasser, und die im Abwasser enthaltenen

Chemikalien fließen ungeklärt in die

Kanalisation. Dabei ist nicht sicher, dass das

Wasser tatsächlich in der Kläranlage landet: Ablaufsysteme

für Oberflächenwasser sind häufig

nicht an Kläranlagen angeschlossen. Die einzig

umweltschonende Art der Autowäsche ist in

Waschstraßen möglich, die mit dem Blauen

Engel ausgezeichnet sind. Diese Anlagen fangen

die Schadstoffe auf und verwenden das gereinigte

Waschwasser so lange wieder, bis ein bestimmter

Schmutzgehalt erreicht ist. Dadurch

werden pro Autowäsche nur zehn bis 50 Liter

Trinkwasser verbraucht. Günstig ist es, nach

einem Regenguss in die Waschanlage zu fahren,

weil der Schmutz dann bereits aufgeweicht ist.

Lösemittelfreie Hartwachse auf Wasserbasis

sind aus ökologischer Sicht besser als Konservierer

und Waschwachse.

www.volkswagen-umwelt.de/praxis

Fahrertraining

Die Verkehrssicherheit verbessern und zum

Umweltschutz beitragen: Das ist das Ziel des

SparSicherheitsTrainings, das Volkswagen seit

1996 anbietet. Wer wirtschaftlich fährt, sorgt

für die eigene Sicherheit und die anderer und

schont zudem die Umwelt. Die branchenweit

einzigartige Kombination aus Fahrsicherheit

und Ökonomie wurde bereits über 40.000 Teilnehmern

in Theorie und Praxis vermittelt. In

Basis- bzw. Intensivkursen wird das Fahrverhalten

in Extremfällen und Alltagssituationen

analysiert und verbessert. Die Trainings werden

mit werkseigenen Serienfahrzeugen, ausgestattet

mit Multimedia-Equipment, auf etwa

50 Verkehrstrainingsplätzen in Deutschland

veranstaltet. Zielgruppe sind neben Berufskraftfahrern

vor allem die Fahranfänger. Für

eine exakte Erfolgskontrolle zeichnet eine

Videokamera das Verhalten der Fahrer auf.

Und das Einsparpotenzial durch eine ökonomische

Fahrweise liegt bei durchschnittlich

etwa 30 Prozent.

www.sparsicherheitstraining.de


Abschluss & Anhang

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6

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And the winner is ...

Rückblick auf den Umweltbericht 1999/2000

Volkswagen übernimmt als Global Player mit Produktionsstätten

auf allen Kontinenten eine besondere gesellschaftliche

Verantwortung. Deshalb geben wir Rechenschaft

über Ziele, Maßnahmen und Entwicklungen auf

dem Sektor Umweltschutz. Seit 1995 veröffentlichen wir

alle zwei Jahre einen Umweltbericht. Für Rudolf Stobbe,

Umweltmanagementbeauftragter von Volkswagen, hat

dieser mittlerweile den Stellenwert eines Geschäftsberichts

für den Umweltschutz. Wir wollen damit, trotz der

zum Teil komplexen Sachverhalte, anschaulich, transparent

und verständlich berichten. Gleichzeitig haben

wir ein effektives Instrument für den Dialog mit allen

Anspruchsgruppen geschaffen: für unsere Kunden, die

interessierte Öffentlichkeit, die Medien und Verbände,

Umweltorganisationen und die Politik. Aber auch für

unsere Mitarbeiter, Händler und Lieferanten.

Kommunikation kennt keine Grenzen

Ob Umweltbericht, Rapport sur l’environnement oder

Environmental Report, das internationale Interesse an

unserem Bericht ist groß. Der Umweltbericht 1999/2000

wurde deshalb in sechs Sprachen mit einer Gesamtauflage

von 137.000 Exemplaren veröffentlicht.

Der Volkswagen-Umweltbericht 1999/2000

Sprache Auflage

Deutsch 80.000

Japanisch 28.000

Englisch 10.000

Französisch 10.000

Chinesisch 5.500

Italienisch 3.500

Insgesamt 137.000

Die Zukunft im Internet

Mit Erscheinen der gedruckten Ausgaben

wurde im Dezember 1999 auch die Volkswagen-Umwelthomepage

aktualisiert. Deutlich

verbesserte Responsemöglichkeiten durch

Links und Kontaktadressen zeigten den Trend

auf, welcher Wert dem Umweltreporting

künftig zukommt. Monatlich etwa 1.000 onlinebestellte

Umweltberichte sind dafür mitverantwortlich,

dass unsere Kommunikation von

Umweltthemen im Internet künftig eine

immer bedeutendere Rolle spielen wird. Unter

www.volkswagen-umwelt.de

können interessierte Internetbenutzer regelmäßig

aktualisierte Informationen rund um

das Thema Umweltschutz bei Volkswagen

erhalten.

Unabhängiges Urteil

Wir haben die Reaktionen von Umweltorganisationen

und NGOs, Behörden und Politik,

aus Wissenschaft und Forschung, von Lieferanten,

Mitarbeitern, Banken und Händlern

untersuchen lassen. Das Institut für Markt –

Umwelt – Gesellschaft (imug) hat rund 2.700

Leser angeschrieben. Zusätzlich wurden

Interviews mit Experten für Umweltberichterstattung

geführt. Das Ergebnis macht deutlich,

dass berufliche Interessen bei der Nutzung des

Umweltberichts im Vordergrund stehen. Die

Nutzungsintensität ist dabei relativ hoch. Der

Umweltbericht erreicht im Urteil der Zielgruppen

hinsichtlich formaler und inhaltlicher

Kriterien ein Ergebnis mit der Gesamtnote

2,0. Im Detail wurden die Gestaltung, die

Themenvielfalt und die verständlichen Texte

gelobt. Verbesserungspotenzial wurde bei

fehlenden Vergleichsmaßstäben und einem

zu wenig selbstkritischen Umgang mit Problembereichen

aufgezeigt. Selbstverständlich

haben wir uns bemüht, den Ergebnissen

sämtlicher Untersuchungen im vorliegenden

Bericht Rechnung zu tragen.


Internationale Anerkennung

Die Einschätzung der Leser spiegelte sich auch in verschiedenen

Umweltrankings wider. So belegte unser

Report im Juli 2000 in der Rangliste des deutschen Wirtschaftmagazins

Capital, die das Institut für ökologische

Wirtschaftsforschung (IÖW) und der Unternehmerverband

future e.V. von 150 deutschen Unternehmen

erstellt haben, den dritten Platz. Innerhalb der Automobilbranche

wurde er als bester Bericht gewertet.

www.ranking-umweltberichte.de

Auch das Ergebnis einer internationalen Vergleichsstudie

zum Thema Nachhaltigkeitsberichterstattung, die

von der britischen SustainAbility Ltd. im Auftrag des

Umweltprogramms der Vereinten Nationen durchgeführt

und im November 2000 vorgestellt wurde, bestätigte

die Position von Volkswagen. Die Studie „The

global reporters – the first international benchmark

survey of corporate sustainability reporting“ ist ein

weltweiter Vergleich von Unternehmen, die Nachhaltig-

Deutscher Umwelt-Reporting-Award Goldener Pfeiler

Der Umweltbericht 1999/2000 hat den zweiten von 65 Plätzen beim

Deutschen Umwelt-Reporting-Award 2000 der deutschen Wirtschaftsprüfungskammer

(WPK) erreicht. Innerhalb der Automobilbranche

wurde der Bericht als bester ausgezeichnet. Als Begründung

wurden die außergewöhnliche Verständlichkeit der Darstellung,

die weitestgehende Vollständigkeit der zu behandelnden

Themen, die Klarheit in der Darstellung der umweltpolitischen

Aktivitäten des Konzerns sowie die Lesefreundlichkeit angeführt.

Die Bewertungskriterien lassen sich in Vollständigkeit, Glaubwürdigkeit

und Kommunikation unterteilen. Ziel des Wettbewerbs ist

es, die aussagekräftigste und innovativste Darstellung des Umweltmanagements

eines Unternehmens auszuzeichnen und

durch einheitliche Bewertungskriterien die Vergleichbarkeit der

Umweltberichterstattung zu verbessern.

Rückblick Umweltbericht 1999/2000 Abschluss & Anhang

keitsberichte veröffentlichen. Volkswagen

erreichte den zehnten Platz und ist damit

bestes deutsches Unternehmen im Vergleich.

In der Gesamtbewertung der Automobilindustrie

erreichte unser Bericht mit 95 Punkten

den Spitzenplatz.

Die Autoren der Studie bilanzierten, dass sich

die Dominanz von Volkswagen in der Automobilbranche

durch fast alle untersuchten Berichtsfelder

(Management, Economic, Social

& Ethical, Environmental, Multidimensional)

zieht. Obwohl der Schwerpunkt des Reports

auf dem Thema Umweltschutz liegt, wurde

Volkswagen ein starkes Bewusstsein für die

Auswirkungen des Unternehmens im sozialen

und finanziellen Sektor, verbunden mit einer

systematischen Berichterstattung über strategische

Geschäftsentscheidungen, attestiert.

www.sustainability.com

Der Umweltbericht 1999/2000 wurde von der Deutschen

Public-Relations-Gesellschaft e.V. (DPRG) im Juni 2000

mit einer lobenden Erwähnung ausgezeichnet. Mit der

Belobigung wurde die hohe kommunikative Qualität des

aktuellen Berichts hervorgehoben. Der Vorgängerreport

von 1997 hatte den „Goldenen Pfeiler 1999“ erhalten. Die

DPRG zeichnet jedes Jahr strategisch angelegte und exzellent

umgesetzte Public-Relations-Arbeit von Unternehmen,

Organisationen, Institutionen, der öffentlichen

Hand und ihrer Berater und Agenturen aus.

www.dprg.de/branch/wett/wett_2.htm

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112

113


Vollständig, nachvollziehbar und richtig

Was die externe Überprüfung für den

Umweltbericht bedeutet

Woher weiß der Leser eigentlich, dass die Angaben in

diesem Umweltbericht den Tatsachen entsprechen?

Und wie kann er sich sicher sein, dass nicht nur einseitig

berichtet wird? Die Antwort heißt Zertifizierung – oder

richtiger: externe Überprüfung und Bescheinigung. Das

hat bei Volkswagen bereits Tradition. Vielleicht haben

Sie sich bei unserem letzten Umweltbericht gefragt,

wofür die Bescheinigung eigentlich vergeben wurde?

Was passiert eigentlich bei einer externen Überprüfung?

Ziel einer externen Überprüfung ist es, die Glaubwürdigkeit

der Umweltberichterstattung insgesamt zu erhöhen.

Hierzu gibt es seit 1999 einen eigenen Standard, die

„Grundsätze ordnungsmäßiger Durchführung von

Umweltberichtsprüfungen“ (IDW PS 820) des Instituts

der Wirtschaftsprüfer.

Der Wirtschaftsprüfer Rüdiger Tüscher, der Umweltgutachter

Dr. Michael Fahrbach und ihre Kollegen Tobias J.

Petrovic und Ralf Pfitzner von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

KPMG Deutsche Treuhand-Gesellschaft AG

wurden von Volkswagen beauftragt, die Richtigkeit, Vollständigkeit

und angemessene Darstellung der Inhalte

des vorliegenden Umweltberichts zu überprüfen. Herzstück

der Arbeit ist die Aufnahme und Prüfung des Systems

zur Erhebung und Verarbeitung der Informationen für

die Umweltberichterstattung, um Güte und Zuverlässigkeit

der Informationen zu beurteilen. Die Arbeit basiert

darüber hinaus auf der Einsicht in Akten und Daten, die

Volkswagen in den vergangenen zwei Jahren neu erhoben

bzw. fortgeschrieben hat.

Die Experten von KPMG treffen sich am ersten Tag der

Prüfung im Wolfsburger Werk mit Rudolf Stobbe, Leiter

Umwelt, Verkehr und Arbeitsschutz, und Dr. Horst Minte,

Leiter Umwelt, Produkt und Verkehr, sowie mit Dr. Ulrich

Menzel und Martin Gebhardt vom Redaktionsteam des

Umweltberichts. In einem Einführungsgespräch werden

sowohl Fragen der Prüfer zu den Inhalten des Berichts

beantwortet als auch Gesprächstermine für die Datenprüfung

vereinbart.

Das zentrale Thema Nachhaltigkeit führt die

Prüfer mit Reinhold Kopp, Leiter Regierungsbeziehungen,

Dr. Ariane Reinhart, Zentrales

Personalwesen und Labour Relations, sowie

Dr. Kristian Ehinger, Rechtswesen, Stellvertretender

Chef-Syndikus, zusammen. Ziel dieses

Gespräches ist es, den aktuellen Sachstand

der Entwicklung einer Nachhaltigkeitsstrategie

von Volkswagen zu erfahren und die im Bericht

gemachten Angaben zu prüfen.

Danach geht die Arbeit aber erst richtig los. In

zahlreichen Einzelprüfungen werden in Wolfsburg,

wo die zentrale Forschung und Entwicklung

angesiedelt ist und die Daten der weltweiten

Standorte zusammengefasst werden,

die wesentlichen umweltrelevanten Daten und

Fakten mit den Angaben im Bericht verglichen.

Stellen sich dabei Fehler heraus, wird korrigiert

und nochmals gegengecheckt. Um alle

Aussagen zu prüfen, werden umfangreiche

Dokumentenprüfungen vorgenommen und

persönliche Gespräche in den Fachabteilungen

geführt. So z.B. mit Udo Westfal, Leiter der

Typprüfung, mit Dr. Rudolf Krebs, Leiter der

Vorentwicklung Ottomotoren, und mit Werner

Widuckel vom Gesamtbetriebsrat. Aber auch

Akteneinsicht können die Gutachter verlangen,

wie etwa beim Leiter der Konzernforschung.

Am Ende der Vor-Ort-Arbeit jedenfalls müssen

die Angaben des Umweltberichts vollständig

und nachvollziehbar und muss ihre Richtigkeit

verifiziert sein. Dann erst erhält der Report die

Bescheinigung.

Dr. Ariane Reinhart, Dr. Kristian Ehinger

beim Prüfungsgespräch


Bescheinigung

Mit Schreiben vom 23. August 2001 wurde die KPMG Deutsche Treuhand-Gesellschaft

Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

von der VOLKSWAGEN AG Wolfsburg, beauftragt, den Umweltbericht

2001/2002 der Marke Volkswagen zu prüfen.

Verantwortlichkeiten

Aufstellung und Inhalt des Umweltberichts liegen in der Verantwortung

der gesetzlichen Vertreter der VOLKSWAGEN AG. Es ist unsere

Aufgabe, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung

eine Beurteilung des Umweltberichts durchzuführen.

Prüfungsgegenstand

Wir haben den Umweltbericht 2001/2002 in der Druckfassung der

ersten Auflage vom Dezember 2001 geprüft. Die Inhalte unserer

Prüfung waren:

• Prüfung der Angaben im Umweltbericht auf ordnungsgemäße

Ermittlung, zutreffende Wiedergabe, Verständlichkeit,

Plausibilität, Relevanz und Aktualität

• Prüfung des Umweltberichts auf Vollständigkeit und Angemessenheit

der Darstellung der wesentlichen Auswirkungen der

Tätigkeiten des Unternehmens auf die Umwelt, die Anspruchsgruppen

und die Gesellschaft

• Beurteilung und Würdigung der Gesamtaussage des Umweltberichts

Die Prüfung der Vollständigkeit und Angemessenheit der Angaben

zu den Standorten war aufgrund des von Volkswagen gewählten

Ansatzes, einen beispielhaften Ausschnitt aus den Standortaktivitäten

im Umweltbericht zu zeigen, nicht Gegenstand unserer

Prüfung, zumal viele Standorte einem Umweltmanagementsystem

nach EMAS bzw. ISO 14001 unterliegen. Die in dem Bericht hierzu

gemachten Angaben wurden lediglich auf Richtigkeit, Verständlichkeit

und ordnungsgemäße Ermittlung geprüft.

Art und Umfang der Prüfungsdurchführung

Bei der Durchführung der Prüfung haben wir den IDW-Prüfungsstandard

„Grundsätze ordnungsmäßiger Durchführung von Umweltberichtsprüfungen

(IDW PS 820)“ beachtet. Aufbauend auf den

Erfahrungen und Ergebnissen vergangener Umweltberichtsprüfungen,

unseren Erkenntnissen aus der Aufnahme und Prüfung des

Systems zur Erfassung, Aufbereitung und Verarbeitung von Informationen

und Daten für den Umweltbericht der VOLKSWAGEN AG

sowie ersten Plausibilitätsbeurteilungen des Umweltberichts, haben

wir kritische Prüfungsgebiete identifiziert, eine Prüfungsstrategie

entwickelt und das Prüfungsprogramm für die Detailprüfung auf

der Basis von Stichproben erstellt. Die Detailprüfung umfasste hierbei

neben Plausibilitätsbeurteilungen auch Nachweis- bzw. Dokumentenprüfungen

sowie Interviews mit Mitarbeitern der

VOLKSWAGEN AG.

Prüfungsergebnisse

Unsere Prüfung ergab, dass die im Umweltbericht gemachten

Angaben zutreffend sind und nicht im Widerspruch zu sonstigen

Auskünften und Nachweisen stehen. Nach unserer Überzeugung

stellt der Umweltbericht der VOLKSWAGEN AG unter dem Gesichtspunkt

der Wesentlichkeit die Auswirkungen der Marke Volkswagen

auf die Umwelt über den Produktlebenszyklus von der Entwicklung

Der Umweltbericht wird geprüft/Testat Abschluss & Anhang

über die Produktion, die Nutzung bis zur Entsorgung für

das Geschäftsjahr 2000 bis zum Beginn des neuen Fahrzeugmodelljahrs

im Sommer 2001 vollständig und angemessen

dar. Im Kapitel „Nachhaltigkeit und gesellschaftliche

Verantwortung“ des Umweltberichts werden zahlreiche

Aktivitäten und Initiativen dargestellt, die die Auswirkungen

der Marke Volkswagen auf Anspruchsgruppen und die

Gesellschaft zum Gegenstand haben. Die dort gemachten

Angaben sind zutreffend und geben den aktuellen Stand

der Entwicklung und Implementierung einer Nachhaltigkeitsstrategie

von Volkswagen wieder. Einige Umweltaspekte

sind trotz des weltweiten Geltungsbereichs des Berichts

unter regionaler Sichtweise dargestellt und können bezüglich

der dort getroffenen Aussagen nicht ohne weiteres auf

andere Regionen übertragen werden.

Empfehlungen

Unsere Empfehlungen aus der Bescheinigung des Umweltberichts

1999/2000 sind von der VOLKSWAGEN AG weitgehend

umgesetzt worden.Die seit dem Umweltbericht

1999/2000 durchgeführten Aktivitäten zur Entwicklung und

Implementierung einer konsistenten und abgestimmten

Nachhaltigkeitsstrategie mit definierten Handlungsfeldern

sollten fortgesetzt werden. Aufgrund der zu erwartenden

Anforderungen an die Nachhaltigkeitsberichterstattung

empfehlen wir die Einführung eines weltweiten Informationssystems

unter Einbeziehung nicht umweltbezogener

Indikatoren und Kennzahlen. Die Nachhaltigkeitsstrategie

sollte auch die Zuliefererkette berücksichtigen.

Des Weiteren empfehlen wir, die Umweltdaten auch der

außereuropäischen Standorte in das Umweltinformationssystem

zu integrieren und das System kontinuierlich

weiterzuentwickeln. Begrüßenswert ist die Schaffung von

weltweit Umweltstandards für die Automobilfertigung

von Volkswagen. In den nachfolgenden Umweltberichten

sollte über den Fortschritt der Umsetzung berichtet

werden.

Ferner empfehlen wir, den Umweltbericht der Marke

Volkswagen auf den Konzern VOLKSWAGEN AG auszudehnen.

KPMG Deutsche Treuhand-Gesellschaft

Aktiengesellschaft

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Barbarossaplatz 1 a

50674 Köln

Köln, den 15. Oktober 2001

Rüdiger Tüscher Dr. Michael Fahrbach

Wirtschaftsprüfer Umweltgutachter

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115


Glossar

Hier finden Sie die Erläuterungen

zu zentralen Begriffen des

Berichts. Ausführliche Erklärungen

und zusätzliche Stichworte,

die ständig aktualisiert werden,

finden Sie im Internet:

www.volkswagen-umwelt.de/glossar

Bluetooth

Globaler, offener Funkübertragungsstandard,

der das freie

ISM-Frequenzband bei 2,4 GHz

nutzt. Bandbreite 1 MBit; Nutzdatenrate

max. 768 KBit; Reichweite

30–100 Meter.

CCS

Combined Combustion System:

Brennverfahren, das die Vorteile

beider Antriebsarten (Otto- und

Dieselmotor) miteinander

kombiniert

CGH 2

Wasserstoff als Druckgas

CNG

Compressed Natural Gas:

komprimiertes Erdgas, besteht

zu 75–98 Prozent aus Methan

CSR

Corporate Social Responsibility:

bezeichnet die gesellschaftliche

Verantwortung von Unternehmen,

die ökonomische, ökologische

und soziale Aspekte einbezieht.

Direkteinspritzung

Einspritzen des Kraftstoffs direkt

in den Brennraum (im Gegensatz

zur Saugrohreinspritzung)

Direkteinspritzung, wandgeführt:

Der Strahl trifft auf die Kolbenmulde

(Brennraumwand), Vorteil:

stabile Gemischaufbereitung.

Dieses Verfahren wird beim Ottomotor

eingesetzt.

Direkteinspritzung, strahlgeführt:

Die eingespritzte Gemischwolke

wird gezündet, bevor sie auf den

Kolben treffen kann. Dieses Verfahren

wird beim Ottomotor eingesetzt.

Direkteinspritzung, selbstzündend:

ohne Fremdzündung

(Zündkerze oder Glühstift).

Dieselmotoren sind selbstzündend.

TDI = selbstzündender

Direkteinspritzer.

Drehmomentaddition

Ein Hybridfahrzeug kann entweder

nur mit dem Verbrennungsmotor,

nur mit dem Elektromotor

oder durch beide Motoren gleichzeitig

angetrieben werden. Zur

Verbesserung der Beschleunigung

wird das Drehmoment beider

Motoren gleichzeitig genutzt.

Drehstrom-Scheibenläufermotor

Elektromotoren haben üblicherweise

eine zylindrische Bauform.

Im Hybridantrieb ist die Baulänge

stark begrenzt, da der Elektromotor

zwischen Verbrennungsmotor

und Getriebe passen muss. Die

Bauform ähnelt hier einer

Scheibe, also großer Durchmesser

bei kleiner Baulänge.

Drosselklappe

Klappe im Vergaser oder im Ansaugkanal

der Einspritzanlage,

die der Regulierung der vom

Motor angesaugten Luft dient;

wird beim Auto vom Gaspedal

gesteuert

DVB-T

Digital Video Broadcasting

Terrestrial: die terrestrische

(durch die Luft) Übertragung

von digitalem Fernsehen. Bisher

wurden digitales Radio und Fernsehen

über Satellit übertragen

und dann durch Kabel zum

Endkunden weitergeleitet. Mit

DVB-T findet nun auch die letzte

Übertragung terrestrisch statt –

mittels auf der Erde stehender

Sendemasten. Dank der hohen

Übertragungsrate von 10–30

MBit/s kann eine enorme Zahl

an Programmen ausgestrahlt

werden. Damit lassen sich die aus

der Frequenzbegrenzung beim

analogen Fernsehen resultierenden

Kapazitätsprobleme bestens

lösen. Außerdem sind Bild- und

Tonqualität bei DVB-T absolut

erstklassig.

GPRS

General Packet Radio Service:

Der Datenübertragungsstandard

GPRS ermöglicht theoretisch

Übertragungsgeschwindigkeiten

bis zu 128 KBit/s, in der Praxis

allerdings wird man sich zunächst

auf 28 KBit/s (D2, Viag)

bzw. 40–50 KBit/s (D1, E-Plus)


eschränken. GPRS ist ein paketvermittelndes

Verfahren. Die

Daten werden in kleinen Paketen

immer dann übertragen, wenn

Netzkapazitäten frei sind. Damit

wird das Netz nicht zusätzlich

belastet, jedoch bedeutet dies

auch, dass bei einem ausgelasteten

Netz nur sehr wenige Datenpakete

versendet werden können.

Grünbuch

Die von der Europäischen Kommission

veröffentlichten Grünbücher

sollen auf europäischer

Ebene eine Debatte über grundlegende

politische Ziele in bestimmten

Bereichen (z.B. Sozialpolitik,

einheitliche Währung,

Fernmeldewesen, Altautorecycling)

in Gang setzen. Die durch

ein Grünbuch eingeleiteten

Beratungen und Abstimmungen

können die Veröffentlichung

eines Weißbuchs zur Folge haben,

in dem konkrete Maßnahmen für

ein gemeinschaftliches Vorgehen

vorgeschlagen werden.

Homogener Magerbetrieb

Motorbetrieb mit gleichmäßig

durchgemischtem Kraftstoff-

Luft-Gemisch bei Luftüberschuss

ISM

Bezeichnet Einrichtungen und

Betriebsmittel, die Energie im

Funkfrequenzbereich für industrielle,

wissenschaftliche und

medizinische Zwecke erzeugen

und benutzen. (ISM ist abgeleitet

vom engl.: industrial, scientific,

medical).

Kraftfluss

Hier wird die Richtung beschrieben,

in der sich die Antriebsleistung

im Fahrzeug von der Erzeugung

bis zur Straße fortsetzt,

also vom Verbrennungsmotor

(oder Elektromotor) über das

Getriebe zu den Rädern.

Lastpunktanhebung

Bei normaler Fahrweise wird der

Verbrennungsmotor oft mit geringer

Leistung betrieben (z.B.

bei geringer konstanter Geschwindigkeit),

bei der der Wirkungsgrad

jedes Verbrennungsmotors relativ

schlecht ist. Wenn man in diesen

Phasen den Elektromotor als Generator

betreibt, kann man die

spezifische Belastung und damit

den Wirkungsgrad des Verbrennungsmotors

anheben. Da die

erzeugte Energie in der Batterie

gespeichert wird, muss man allerdings

die gesamte Wirkungsgradkette

beachten.

LH 2

Flüssiger Wasserstoff

LNG

Flüssiggas, Propan/Butan-

Gemisch

MOTIV

Mobilität und Transport im intermodalen

Verkehr. Das nationale

Verbundforschungsprogramm

(1996–2000) besteht aus zwei Teilprogrammen:

„Sichere Straße“

(Entwicklung von neuen Fahrerassistenzprogrammen

zur

Glossar Abschluss & Anhang

Erhöhung der Verkehrssicherheit)

und „Mobilität in Ballungsräumen“

(Vorbereitung der

Realisierung gemischter

Transportketten). Dazu soll ein

Mobilitäts- und Transport-Datenverbund

aufgebaut werden.

Multipoint Einblassystem

Luftunterstützte Einspritzung

(= Einblassystem). Multipoint:

Jeder Zylinder hat eine separate

Kraftstoffeinspritzung.

NGO

Non-governmental Organization,

Nichtregierungsorganisation

PDA

Der persönliche digitale Assistent

ist ein Taschencomputer (weitere

Bezeichnungen: Palmtop, Handheld),

der mit einem standardisierten

Betriebssystem, wie z.B.:

WIN CE, Pocket Linux, Palm OS,

Epoc, läuft.

PROMETHEUS

Von der deutschen Automobilindustrie

initiiertes Verkehrsprogramm

(1986–1994), zu 50 Prozent

national gefördert vom Bundesministerium

für Bildung, Wissenschaft,

Forschung und Technologie

(BMFT), in dem Konzepte

und Lösungen erarbeitet wurden,

die den Verkehr in Europa mit

Hilfe elektronischer Hochtechnologie

(Ansatzpunkt Fahrzeugführung)

sicherer, wirtschaftlicher,

umweltfreundlicher und

komfortabler machen sollen

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117


Saugrohr

Kanal mit rundem Querschnitt

zwischen Drosselklappe und

Zylinderkopf

Saugrohreinspritzung

Der Kraftstoff wird in das Saugrohr

vor das Einlassventil (im

Gegensatz zur Direkteinspritzung

in den Brennraum) eingespritzt

Schwefelfreier Kraftstoff

< 10 ppm (= Teilchen pro Million)

Schwefelgehalt

Shareholder Value

Managementprinzip, das den

Nutzen für die Aktionäre (Shareholder)

verfolgt. Der Anteilseigner

profitiert im Idealfall von einer

hohen Dividende und steigenden

Kursen. Der Shareholder Value

kann auch als Marktwert des

Eigenkapitals bezeichnet werden.

SMS

Short Message Service:

Der Kurznachrichtenservice ist

die Möglichkeit, Kurznachrichten

zwischen Handys auszutauschen.

Die Nachricht kann aus Wörtern,

Zahlen oder einer alphanumerischen

Kombination bestehen.

Stakeholder Value

Managementprinzip, das sich um

die Berücksichtigung der Interessen

gesellschaftlicher Anspruchsgruppen

(Stakeholder) bemüht.

Der aus der Befriedigung dieser

Ansprüche abgeleitete Wert ist

der Stakeholder Value.

Teilhomogenisiert,

fremdgezündet

Nur ein Teil des Kraftstoff-Luft-

Gemisches im Brennraum ist gut

durchgemischt, der restliche Teil

weniger und enthält meistens

einen Luftüberschuss. Fremdzündung:

eine Zündkerze (oder

ein Glühstift) wird benötigt.

Teillastbetrieb

Der Motor läuft nicht bis zur

äußersten Leistungsgrenze, oder

das Gaspedal ist nur teilweise

getreten; Volllast = voll durchgetretenes

Gaspedal

TDI-Pumpe-Düse-System

Pumpe-Düse-System, Direkteinspritzsystem:

Eine Pumpe-Düse-

Einheit an jedem Zylinder produziert

Einspritzdrücke von über

2.000 bar. So werden eine saubere

Verbrennung und ein hoher Wirkungsgrad

erreicht.

UNEP

United Nations Environmental

Programme. Umweltprogramm

der Vereinten Nationen; seit 1998

unter Leitung des früheren

deutschen Umweltministers

Klaus Töpfer

Weißbuch

Siehe Grünbuch

Wirbelkammer

Nebenkammer des Zylinderkopfs

beim klassischen Pkw-Dieselmotor,

in die die angesaugte Luft

durch den Kolben gepresst und

dabei stark erhitzt wird. Eine

Düse spritzt feinsten Dieselnebel

in die Kammer, das Gemisch entzündet

sich selbst in der komprimierten

Luft.

WOW

World on Wheels, Volkswagen-

Forschungsprojekt in Zusammenarbeit

mit dem Modellversuch

DVB-T Norddeutschland

(technische Leitung: Institut für

Nachrichtentechnik). Volkswagen

demonstrierte im Rahmen der

EXPO 2000 in fünf Fahrzeugen

des Typs Business Caravelle das

Verfahren DVB-T, einen Übertragungsstandard,

der den Empfang

digitaler Datendienste und TV-

Programme auch im mobilen

Bereich ermöglicht.

Workholder Value

Managementprinzip, das die

Berücksichtigung der Interessen

der Beschäftigten (Workholder)

im Rahmen eines übergreifenden

Managementsystems verfolgt.

Zum Workholder Value

gehören u.a. die Sicherung der

Beschäftigung, eine angemessene

Bezahlung und betriebliche

Sozialleistungen.


Kontakte

Allgemeine Fragen zum Umweltschutz

und zum Umweltbericht

richten Sie bitte an:

VOLKSWAGEN AG

Umweltkommunikation und

Berichterstattung

Dr. Ulrich Menzel

Brieffach 1774/3

38436 Wolfsburg

Telefon (05361) 9-72804

Telefax (05361) 9-72960

E-Mail: ulrich.menzel@volkswagen.de

Fachfragen beantworten Ihnen:

VOLKSWAGEN AG

Forschung, Umwelt und Verkehr

Dr. Ulrich Eichhorn

Brieffach 1775/0

38436 Wolfsburg

Telefon (05361) 9-26670

VOLKSWAGEN AG

Umwelt, Verkehr und

Arbeitsschutz

Rudolf Stobbe

Brieffach 1896

38436 Wolfsburg

Telefon (05361) 9-23248

VOLKSWAGEN AG

Umwelt, Produkt und Verkehr

Dr. Horst Minte

Brieffach 1774/3

38436 Wolfsburg

Telefon (05361) 9-78428

VOLKSWAGEN AG

Umweltplanung

Produktion/Standorte

Günter Sager

Brieffach 1897

38436 Wolfsburg

Telefon (05361) 9-28066

VOLKSWAGEN AG

Arbeitsumwelt

Jörg Nothdurft

Brieffach 1426

38436 Wolfsburg

Telefon (05361) 9-25991

VOLKSWAGEN AG

Fahrzeugnutzung,

Fahrzeugrecycling

Dr. Hartmut Heinrich

Brieffach 1774/2

38436 Wolfsburg

Telefon (05361) 9-76040

VOLKSWAGEN AG

Verkehr

Axel Riemann

Brieffach 1774/1

38436 Wolfsburg

Telefon (05361) 9-26314

VOLKSWAGEN AG

Energiewandlung

Dr. Wolfgang Steiger

Brieffach 1778

38436 Wolfsburg

Telefon (05361) 9-28592

VOLKSWAGEN AG

Umwelt-Beschaffung

Wolfgang Gädicke

Brieffach 1774/3

38436 Wolfsburg

Telefon (05361) 9-23807

VOLKSWAGEN AG

Umweltschutzbeauftragter

Produkt

Dieter Pundt

Brieffach 1768/0

38436 Wolfsburg

Telefon (05361) 9-76800

Glossar/Kontakte

Abschluss & Anhang

VOLKSWAGEN AG

Kundendienst Produkttechnik

Manfred Fischer

Brieffach 1947

38436 Wolfsburg

Telefon (05361) 9-28063

VOLKSWAGEN AG

Regierungsbeziehungen

Reinhold Kopp

Brieffach 1882

38436 Wolfsburg

Telefon (05361) 9-78622

VOLKSWAGEN AG

Regierungsbeziehungen,

Technik und Wissenschaft

Dr. Hans-Jürgen Schäfer

Brieffach 1882

38436 Wolfsburg

Telefon (05361) 9-72859

VOLKSWAGEN AG

Kommunikation

Harthmuth Hoffmann,

Brieffach 1971

38436 Wolfsburg

Telefon (05361) 9-28699

Fragen zum Umweltschutz der

einzelnen Werke beantworten

Ihnen die jeweiligen Umweltschutzbeauftragten

(siehe Umwelterklärungen

der Werke).

Weitere Informationen finden

Sie im Internet unter:

www.volkswagen-umwelt.de

E-Mail: umwelt@volkswagen.de

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Gerne senden wir Ihnen folgende Informationsmaterialien

als Broschüre zu (bitte ankreuzen):

Gerne senden wir Ihnen folgende Informationsmaterialien

als Broschüre zu (bitte ankreuzen):

Umweltbericht

Umweltbericht 2001/2002 (deutsch)

Umweltbericht 2001/2002 (englisch)

Umweltbericht

Umweltbericht 2001/2002 (deutsch)

Umweltbericht 2001/2002 (englisch)

Bestellung von

Bestellung von

Umwelterklärungen

Umwelterklärung Werk Braunschweig

Umwelterklärung Werk Chemnitz

Umwelterklärung Werk Emden

Umwelterklärung Werk Kassel

Umwelterklärung Werk Zwickau/Mosel

Umwelterklärung Werk Salzgitter

Umwelterklärung Werk Wolfsburg

Informationsmaterialien

Umwelterklärungen

Umwelterklärung Werk Braunschweig

Umwelterklärung Werk Chemnitz

Umwelterklärung Werk Emden

Umwelterklärung Werk Kassel

Umwelterklärung Werk Zwickau/Mosel

Umwelterklärung Werk Salzgitter

Umwelterklärung Werk Wolfsburg

Informationsmaterialien

zum Umweltschutz

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Für den aktuellen Geschäftsbericht

wenden Sie sich bitte an folgende Adresse:

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VOLKSWAGEN AG, 38436 Wolfsburg

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2. korrigierte Auflage 02/2002

© Copyright 2001: VOLKSWAGEN AG,

Umwelt, Verkehr und Arbeitsschutz

Konzeption/Redaktion:

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Grafik Konzeption/Gestaltung:

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Fotos:

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D. Obertreis (Bilderberg, Hamburg)

R. Olsenius (NGS, Washington)

R. Weiß (Braunschweig)

VOLKSWAGEN AG, Wolfsburg

Lithografie:

dpi… productions GmbH, Düsseldorf

Druck:

Druckerei Schlüter Vertriebsgesellschaft mbH,

Schönebeck (Elbe)

Alle Rechte bei der VOLKSWAGEN AG,

Wolfsburg. Nachdruck und Bildrechte nur

mit Genehmigung der VOLKSWAGEN AG.

Die VOLKSWAGEN AG arbeitet ständig an

der Weiterentwicklung aller Typen und

Modelle. Bitte haben Sie Verständnis dafür,

dass deshalb jederzeit Änderungen des

Lieferumfangs, in Form, Ausstattung und

Technik möglich sind. Aus den Angaben,

Abbildungen und Beschreibungen dieses

Berichts können daher keine Ansprüche

hergeleitet werden.

Art. Nr.: 115.1240.11.00


Land (nur bei Ausland)

Volkswagen Distributionsservice

Postfach 1450

33762 Versmold

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PLZ, Ort

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Straße, Nr.

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Absender

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VOLKSWAGEN AG

Umwelt, Verkehr und Arbeitsschutz

Brieffach 1774

38436 Wolfsburg

Stand: Februar 2002

Gedruckt auf chlorfrei gebleichtem Papier (TCF)

Art.-Nr.: 115.1240.11.00

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