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4grundlagenforschungMikro-RNA bestimmt BlühzeitpunktSara Bergonzi et al.: Mechanisms of age-dependent responseto winter temperature in perennial flowering of Arabis alpina,Science 340, 31.05.2013, S. 1094-1097. Chuan-Miao Zhou et al.:Molecular basis of age-dependent vernalization in Cardemineflexuosa. Science 340, 31.05.2013, S. 1097-1100.Mikro-RNAs sind kurze RNA-Stücke, die der Zelle beider epigenetischen Genregulation helfen, indem siegezielt Boten-RNAs daran hindern, den Code einesGens zum Ort der Proteinsynthese zu bringen. Jetztentdeckten gleich zwei Forscherteams bei zwei verschiedenenPflanzen die gleiche Mikro-RNA (miR156),die mit zunehmendem Alter der Pflanzen immer seltenerproduziert wird und so bestimmt, wann das Alterzum Blühen gekommen ist. Dann benötigt die Pflanzenur noch eine längere Kälteperiode als letztes Signal,damit sie nicht mitten im Winter blüht. Indem dieForscher die Konzentration von miR156 manipulieren,können sie in Zukunft den Blühzeitpunkt gezielt verschieben,was für die Ertragssteigerung bei Nutzpflanzeneine große Rolle spielen dürfte. |Die Alpen-Gänsekresse (Arabis alpina) wächst in etwa 2.900Metern Höhe. Sie half bei der Erforschung der epigenetischenRegulation des Blühzeitpunkts.Epigenetische Nahrungsergänzungsenkt Risiken für NachwuchsEpigenetischer Test sagt Ansprechenauf Antidepressivum vorausJesseLea Carlin, Robert George & Teresa M. Reyes: Methyl donorsupplementation blocks the adverse effects of maternalhigh fat diet on offspring physiology. PLOS One 8, 02.05.2013,e63549.Über- und Fehlernährung von Schwangeren erhöhtvermutlich wegen einer fehlerhaften epigenetischenPrägung das Risiko der Kinder, später selbst übergewichtigund krank zu werden. Bei Mäusen konnte mansogar zeigen, dass ein Überangebot an Fett für dieträchtige Mutter beim Nachwuchs epigenetische Veränderungenin Stoffwechsel und Gehirn bewirkt. Jetztzeigten Forscher aus den USA, wie sich diese Effektezumindest teilweise begrenzen lassen: Die Zugabevon Nahrungsergänzungsmitteln, die das epigenetischeSystem mit Methylgruppen versorgen (Folsäure,Cholin, Vitamin B-12, Betain, Methionin, Zink), halfenihm, die negativen Folgen der einseitigen Ernährungteilweise zu kompensieren. |André Tadić et al.: Methylation of the promoter of brain-derivedneurotrophic factor exon IV and antidepressant responsein major depression. Molecular Psychiatry, 14.05.2013, Online-Vorabpublikation.Nur bei etwa einem Drittel der Menschen mit Depressionwirkt das zuerst verordnete Antidepressivum. Etwaeinem Viertel hilft auch kein weiteres Medikament. Dadie Wirkung der Mittel erst nach mehreren Wocheneinsetzt, vergeht oft kostbare Zeit. Doch jetzt könnteein epigenetischer Test helfen, den Erfolg der Medikationim Vorfeld besser abzuschätzen. Forscher aus Mainzund Hannover zeigten, dass bei Patienten mit einer bestimmtenepigenetischen Markierung ihrer Blutzellen(Methylierung am BDNF-Gen) die Erfolgsaussicht einesgetesteten Antidepressivums auf 60 Prozent steigt.Jetzt suchen die Forscher nach weiteren epigenetischenMarkern, um den Test zu optimieren und prüfen,ob er auch bei anderen Antidepressiva hilft. |