Magazin Berner Wirtschaft 04/2011 - Handels- und Industrieverein ...

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Magazin Berner Wirtschaft 04/2011 - Handels- und Industrieverein ...

Berner Wirtschaft 04 l 11 Magazin des Handels- und Industrievereins des Kantons Bern – Bulletin de l’Union du commerce et de l’industrie du Canton de BerneInhalt4 National­ und Ständeratswahlen 20115 Drei Firmenporträts aus der SektionBern6 Vorabendseminar Arbeitsrecht10 Informationsveranstaltung zur Messeteilnahme12–13 HIV­Gemeinderating Update Emmental­Oberaargau14 Arbeitgeberlunch Sektion Lyss­AarbergBerner WirtschaftL'économie bernoise• National- und Ständeratswahlen 2011Seite 4• 3 Firmen aus der Sektion Bern stellen sich vorSeite 5• Arbeitgeberlunch Sektion Lyss-AarbergSeite 14Werner Wyss, Gemeindepräsident Kirchberg (links),und Thomas Rufener, Stadtpräsident Langenthal(rechts), freuen sich über das Resultat des HIV-Gemeinderatings 2011Bericht Seiten 12, 13Zum TitelbildAufnahme der Siegergemeinde Kirchberg, IndustrieNeuhof. Werner Wyss, GemeindepräsidentKirchberg (links), und Thomas Rufener, StadtpräsidentLangenthal (rechts), freuen sich über dasResultat des HIV­Gemeinderatings Update Emmental­Oberaargau2011.EditorialLiebe Mitglieder, liebe Leserinnen und LeserDie neuen Berner National­ und Ständeräte sindgewählt. Aus dem Kreise unserer Mitglieder werdenim Nationalrat sechs Bisherige und drei NeueEinsitz nehmen – wir gratulieren herzlich und wünschenallen einen erfolgreichen Einsatz zugunstenwirtschaftsfreundlicher Rahmenbedingungen(Seite 4). Ebenfalls freut uns die Wiederwahl desbisherigen Ständerats Werner Luginbühl. Bedauerlichist die nicht­Wiederwahl von Adrian Amstutzals Ständerat, welcher gemäss dem Rating desSchweizerischen Gewerbeverbandes insgesamtwesentlich wirtschaftsfreundlicher politisiert als dernun gewählte Hans Stöckli. Stöckli hat offenbarvon seinem Ruf als Pragmatiker in seiner damaligenFunktion als Bieler Stadtpräsident profitiert.Im neusten HIV­Gemeinderating erzielten dieEmmentaler und Oberaargauer Gemeinden zumTeil eine höhere Punktzahl als Berner Vorortsgemeinden– auch hierzu gratulieren wir herzlich(Seiten 12 und 13).Wer glaubt, dass alles so weitergehen kann wiebisher, ist entweder verrückt – oder Ökonom, soeine derzeit oft gehörte Aussage. Die HIV­ SektionLyss­Aarberg machte die Probe aufs Exempel mitder Einladung des Berner VolkswirtschaftsprofessorsKlaus Neusser zum traditionellen Arbeitgeberlunch(Seite 14). Die Frankenstärke bleibt einegrosse Belastung für die Unternehmen und damitfür die Gesamtwirtschaft. Dirigistische Interventionenlehnen wir ab, sie sind grundsätzlichuntauglich. Parlament und Regierung sind vor allemgefordert mit der weiteren Verbesserung derRahmenbedingungen, um den entstandenenWettbewerbsnachteil zumindest teilweise zukompensieren. Dazu gehört gewiss eine geschickteFinanz­ und Steuerpolitik… (Seite 9).Ich wünsche Ihnen und Ihren Angehörigen zumJahresende unternehmerisches und persönlichesWohlergehen, frohe Festtage und einen gutenRutsch ins 2012Dr. Adrian HaasDirektor Handels­ und Industrievereinsdes Kantons BernChers membres, chers lecteurs et lectrices,Les nouveaux conseillers nationaux et conseillersaux Etats bernois sont élus. Parmi nos membres,six conseillers sortants et trois nouveaux sont élusau Conseil national. Nous leur adressons nos plusvives félicitations et leur souhaitons un engagementréussi en vue de conditions­cadre favorablesà l‘économie (p. 4). De la même façon,nous nous réjouissons de la réélection de WernerLuginbühl en qualité de conseiller aux Etats. Enrevanche, nous ne pouvons que regretter la défaitedu conseiller aux Etats sortant Adrian Amstutz,lequel a mené globalement une politiquebeaucoup plus en faveur de l’économie selon leclassement de l’Union suisse des arts et métiersque son rival socialiste Hans Stöckli désormaisélu. Ce dernier a probablement tiré profit de sarenommée en tant que politicien pragmatiquedans son ancienne fonction de maire de Bienne.Avec son classement des communes bernoises,l’UCI constate régulièrement leur engagement enfaveur de l’économie. Lors de la dernière édition,les communes de l’Emmental et de Haute­Argovieavaient obtenu en partie davantage de pointsque des communes d’agglomérations bernoises,et nous les félicitons de ce bon résultat (p. 12/13).Quiconque croit que tout peut continuer commemaintenant est soit fou soit économiste commeon l’entend dire souvent ces temps­ci. La sectionUCI de Lyss­Aarberg en a fait la preuve en invitantle professeur d’économie bernois KlausNeusser au traditionnel lunch des patrons (p. 14).La force du franc suisse demeure une grande préoccupationpour les entreprises et donc pourl’économie dans son ensemble. Nous refusons desinterventions dirigistes qui n’apportent rien. Il estsurtout demandé au Parlement et au Gouvernementde continuer à œuvrer à l’amélioration desconditions­cadre, afin de compenser au moins enpartie le désavantage en résultant pour notrecompétitivité, en pratiquant par exemple uneadroite politique financière et fiscale… (p. 9).En cette fin d’année, je vous adresse, ainsi qu’àvos proches, mes meilleurs vœux pour votre entrepriseet votre vie privée, de beaux jours de fêteainsi qu’un bon démarrage en 2012.D r Adrian HaasDirecteur de l’Union du commerce etde l’industrie du Canton de BerneBerner Wirtschaft04∣113


«Töipeli-Steuererhöhungsinitiative»kommt 2012 vors VolkSeit 1.1.2011 ist ein neues kantonales Steuergesetzin Kraft, welches u.a. per 2011 eine Reduktionder Vermögenssteuern um 6% brachte undper 2012 den Einkommenssteuertarif um einenhalben Steuerzehntel senken wird (vgl. den Berichtin der Berner Wirtschaft Nr. 2/10, S. 9). EinReferendum wurde nicht ergriffen. Dies vorabdeshalb, weil der Grosse Rat einen Volksvorschlagmittels eines so genannten Eventualantrags präventivverunmöglicht hat. Allerdings hat die grollendeLinke eine Volksinitiative unter dem irreführendenTitel «faire Steuern für Familien»lanciert, welche die Vermögens- und Einkommenssteuernwieder erhöhen und zudem die fürden Kanton Bern und dessen Berggebiet wichtigePauschalbesteuerung streichen möchte. Diese«Töipeli-Steuererhöhungs-Initiative» wird imnächsten Jahr dem Volk vorgelegt.Gegenwärtig arbeitet der Grosse Rat an einemGegenvorschlag, welcher die in Kraft getretenenSteuersenkungen belassen, jedoch die Pauschalbesteuerungverschärfen will. Der erste Vorschlagder Grossratskommission, mit welchemder Mindestbetrag für die Bemessungsgrundlageauf ein steuerbares Einkommen von CHF 400 000festlegen wollte, wurde vom Rat in der Novembersessionmit Recht zurückgewiesen. Er hätteeine faktische Abschaffung der Pauschalbesteuerungbedeutet.Eine Steuererhöhung kommen nicht in Frage!Die Initiative der Linken würde zu einer (weiteren)Verschlechterung des Ranges (heute ca.Rang 23!) des Kantons Bern im interkantonalenSteuer vergleich führen. Zudem ist einmal mehrfestzuhalten, dass der Kanton Bern kein Einnahmen-sondern ein Ausgabenproblem hat, zeigtdoch die nachstehende Grafik eindrücklich, dassdie Steuer einnahmen noch nie so hoch waren wieheute.Mio. CHF60005000400030002000100020022003200420052006200720080Entwicklung der Steuereinnahmen im Kanton BernDie Pauschalbesteuerung muss bleiben!Unter gewissen Voraussetzungen können hiernicht erwerbstätige Ausländer anstelle der ordentlichenEinkommens- und Vermögensbesteuerungdie so genannte Besteuerung nachdem Aufwand, auch bezeichnet als Pauschalbesteuerung,wählen. Bei dieser Veranlagungsartwird eine Person auf der Grundlage des Aufwandes,den sie für ihre Lebenshaltung in der Schweizbetreibt, besteuert. Die Besteuerung nach demAufwand führt grundsätzlich zu einer angemessenenFestsetzung der Steuer. Sie trägt derTatsache Rechnung, dass bei den betreffendenPersonen eine Ermittlung des weltweiten Einkommensund Vermögens mit Schwierigkeitenverbunden wäre. Für Personen, die nach demAufwand besteuert werden, bedeutet dies in ersterLinie eine entscheidende verfahrensmässigeErleichterung. Den Vorwurf, die Aufwandbesteuerungfördere die Steuerflucht vom Ausland indie Schweiz, ist nicht gerechtfertigt. Die Aufwandbesteuerungist ein Instrument zur Stärkungder Standortattrak tivität und zur Schaffungvon Arbeitsplätzen. Neben der Schweizkennen auch andere Länder in Europa die Aufwandbesteuerung.Beispiele sind Grossbritannien,Irland, Österreich, Belgien, Luxemburg,Malta, Zypern und Liechtenstein. Der KantonBern hat im Moment über 200 pauschal Besteuerte.Rund 90% davon wohnen im Berner Oberland.Die entsprechenden Steuereinnahmen belaufensich auf ca. CHF 20 Mio. Franken pro Jahr.Das entspricht einem durchschnittlichen Steuerbetragvon CHF 100 000 pro Person. Die Aufwandbesteuertenstellen zudem einen erheblichenWirtschaftsfaktor dar. Man rechnet, dassInvestitionen (z.B. Chaletbau) und Konsum zuweiteren Abgaben führen (Mehrwertsteuer,Grundstückgewinnsteuer, Handänderungssteuer,Steuern der Arbeitnehmenden, Konsumation,Wohltätigkeiten etc.), welche am Schluss insgesamtungefähr CHF 80 Mio. ausmachen. DieAbschaffung der Pauschalbesteuerung würde im200920102011201220132014Budget/AFPRechnungKanton Bern rund 2500 Arbeitsplätze vernichten.Auch eine Anhebung des Mindestbetrags dessteuerbaren Einkommens auf CHF 400 000, sowie es die Grossratskommission zunächst beabsichtigte,wäre mit Blick auf die Verteilung der Pauschalbesteuerten(viele «Kleinere» gemäss nachstehenderTabelle) problematisch und käme einerfaktischen Abschaffung der Pauschalbesteuerunggleich. Die Problematik eines Mindestbetrages liegtnämlich grundsätzlich darin, dass er im Unterschiedzu allen anderen Faktoren keine Rücksichtauf die konkreten Lebenshaltungskosten nimmt.Affaire à suivre.Pauschalbesteuerte(Stand ca. Mitte 2011 ohne prov. Veranlagungen)EinkommensklassenAnzahl(steuerbares Einkommen Kanton)0 – 99 999 24100 000 – 199 999 84200 000 – 299 999 34300 000 – 399 999 25400 000 – 499 999 10500 000 – 599 999 7600 000 – 799 999 9800 000 – 999 999 13ab 1 Mio. 6Total 212Berner Wirtschaft04∣119


Informationsveranstaltungzum Thema MessenDie Teilnahme an Messen ist wichtig, um sich zupositionieren, zu präsentieren, um Kontakte herzustellenund zu pflegen. Mit dem Ziel, interessiertenExportkunden in diesem anspruchsvollenMarketinginstrument konkrete Unterstützung zubieten, lud Sibylle Plüss-Zürcher, stv. Direktorinund Leiterin Exportdienste des Handels- und Industrievereindes Kantons Bern, zur Informationsveranstaltung«Bereiten Sie Ihre Messeteilnahmeoptimal vor» nach Bern ein. Angereist sind rund23 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Sie haben inFachreferaten von Vertretern der Osec (PascalBlanc, Leiter Messen), der kantonalen Wirt­schaftsförderung (Stefan Jans, stv. Leiter) undBLu-Consult (Bruno Lurati, Inhaber) ebenso wieim Austausch untereinander sogenannte Best-Practice-Inputs für künftige Messeteilnahmenerworben.«Messen sind die Königsdisziplin desMarketing - sie sind Marketing Live! Erstwenn die Ziele (der Messebeteiligung) unddie Botschaft (an den Besucher) klar sind,kann ein Messeauftritt entwickelt werden,der maximale Wirkung erzielt.»Der Exportdienst des Handels- und Industrievereinsdes Kantons Bern, führt regelmässigAusbildungs- und Weiterbildungsveranstaltungenzum Thema Export durch.Gerne verweisen wir Sie hierzu auf unsereHomepage www.wirtschaftstermine.ch.Anmeldungen sind erbeten unterHandels- und Industrieverein des KantonsBern, Frau Sandra Lütt, Kramgasse 2,PF 5464, 3001 Bernoder per Mail an bhk@bern-cci.chNeu:Export Sachbearbeiter/inmit SIHK DiplomDie Swiss School for International Business –ein Unternehmen der Schweizer Industrie- undHandelskammern SIHK – bietet 2012 einen Diplom-Lehrgangfür Verantwortliche aus demExport und für Exportsachbearbeitende an. DieKursteilnehmenden gewinnen während sechsKurstagen einen praxisbezogenen Einblick in diePlanung und die Abwicklung des Exportgeschäftsauch als Grundlage für weitergehendeFachausbildungen beziehungsweise zur Aktualisierungdes persönlichen Wissens.Bruno Lurati, BLu – consult, Ennetbürgen,www.blu-consult.chKursdaten in Bern: 28.8.2012, 11.9.2012,18.9.2012, 23.10.2012, 6.11.2012, 20.11.2012Online-Anmeldeformular unterwww.ssib.ch/exportsachbearbeiterV.l.n.r.:Sibylle Plüss-Zürcher, stv. Direktorin und Leiterin Exportdienste des Handels- und Industrievereins desKantons Bern, Bruno Lurati, Inhaber BLu-Consult, Samuel Estoppey, Geschäftsführer ESTOPPEY-REBER SA.Samuel Estoppey, ESTOPPEY-REBER SA, GalvanischeBeschichtungen, Aegerten, Vorstandsmitgliedder HIV-Sektion Biel-Seeland, vermittelte im Rahmender Informationsveranstaltung zum ThemaMessen einen anschaulichen Einblick in die Praxisder Messeteilnahmen seiner Firma. Mit der nötigenErfahrung, mit richtiger Planung, Kreativität und zielgenauerDefinition dessen, was das Unternehmenvon einem Messeengagement erwartet, lohne sichdas Abenteuer Messe. Freilich, die erfolgreiche Teilnahmean einer Messe sei kein Sonntagsspaziergangangesichts des finanziellen Aufwands. Umso mehr,wenn der finanzielle Einsatz in einem ausgewogenenVerhältnis zum Erfolg gebracht werden will.10 Berner Wirtschaft 04∣11


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HIV-Gemeinderating 2011Emmentaler und Oberaargauer Gemeindenlegen an Wirtschaftsfreundlichkeit zuDer Handels- und Industrievereindes Kantons Bern publizierte eineweitere Aktualisierung seiner Gemeinderatings.Jetzt liegt die neues teBewertung der Gemeinden im Emmental-Oberaargauvor: Praktischsämtliche Gemeinden wurden deutlichwirtschaftsfreundlicher als vorvier Jahren. «Mit den regelmässigenRatings möchte der HIV den Gemeindenzeigen, dass sie über zahlreicheGestaltungs- und Einflussmöglichkeitenzur Verbesserungihrer Standortqualität ver fügen»,erklärte HIV-Direktor Adrian Haasvor 60 Gemeindevertretern in Kirchberg.Ausschlaggebende Kriterien fürden Standortentscheid einesUnternehmensDie Bewertung erfolgte in einemaufwändigen Verfahren anhand klarerKriterien und unter Miteinbezugder jeweiligen Gemeinden mittelsInterviews. In den Kriterien Steuernund Gebühren (1), Verkehr und Parkieren(2), Bauen, Reglemente undFlächen (3), weiche Standortfaktoren(4) sowie Umgebung und Lebensqualität(5) konnten die Gemeindenpunkten. Im Vergleich zumRating 2007 vermochten sich in denbewerteten Regionen 28 Gemeindenzu verbessern, zwei Gemeindenkonnten gar über zehn Punkte da­zugewinnen. Erfreulicherweise lag inden Standortfaktoren 1 bis 4 keineGemeinde im Emmental und imOberaargau im sogenannten «Mittelfeld»,das heisst unter der110-Punkte-Marke.Kirchberg ist zusammen mit der Stadt Langenthal Siegerim HIV-Gemeinderating Emmetnal-Oberaargau, Update 2011.Luftaufnahme Stadt Langenthal Industrie.Bild: Mattias Kuert, LangenthalDie Abbildungen zeigen die Bekanntgabe der Ratingresultate am 17. November2011 im Saalbau in Kirchberg. Weitere Bilder siehe unterwww.bern-cci.ch->Galerie.12 Berner Wirtschaft 04∣11


Im Projektteam HIV-Gemeinderating sind Sibylle Plüss-Zürcher, HIV(Leitung), sowie Bernard Fuhrer und Therese Neuenschwander, BDOAG. Das HIV-Gemeinderating wird durch Sponsoring unterstützt vonBDO AG, Wirtschaftsprüfungs-, Treuhand- und Beratungsgesellschaft,BKW FMB Energie AG, COMUNITAS, Vorsorgestiftung des SchweizerischenGemeindeverbands, der Mobiliar, Versicherungen & Vorsorge(Hauptsponsoren) und von TALUS, Informatik AG (Nebensponsor).Der Bericht kann unter www.bern-cci.ch -> Publikationen -> Gemeinderatingheruntergeladen werden. Einzelexemplare des Berichtssind beim HIV erhältlich (CHF 20.-/Ex.). Interessierten Gemeindebehördenund –vertretungen wird die Einsichtnahme in die Originalberichteinklusive Grundlagenmaterial angeboten.Die nächsten Ratings: Berner Oberland (Dezember 2011); Jurabernois (Juni 2012); Gesamtbericht (Herbst 2012).Berner Wirtschaft04∣1113


VolkswirtschaftsprofessorDr. Klaus Neusser zu Gast bei derSektion Lyss-AarbergDer letzte Arbeitgeberlunch der Sektion Lyss-Aarberg und Umgebung im Jahr 2011 fandam Donnerstag, 17. November, im Hotel Worbenbadstatt. Das Thema «Wirtschaftskrise»war topaktuell und der Präsident der Arbeitgebersektion,Daniel Bangerter, konnte rund70 HIV-Mitglieder zu diesem Mittagsanlassbegrüssen.Weltwirtschaft? Die Schweiz:mitgehangen – mitgefangenDie mit der Einführung des Euro verbundene Senkungdes Zinsniveaus auf jenes von Deutschlandhat einige südeuropäische Länder zu einer unverantwortlichenFiskalpolitik verführt, deren Auswirkungnun als Schuldenkrise zu Tage tritt. DasKrisenmanagement der EU war mehr als mangelhaft.Zum einen wurden sukzessive alle Prinzipien,die bei der Einführung des Euro aufgestellt wurden,verletzt: angefangen vom Stabilitäts- undWachstumspakt mit seiner Defizit- und Staatsschuldengrenzevon 3 bzw. 60 Prozent, über die«no-bail-out»-Klausel, bis zum Kauf von Staatstitelvon Mitgliedsstaaten seitens der EuropäischenZentralbank (EZB). Zum anderen haben6%5%4%3%ständige Diskussionen um die Erweiterung bzw.Ausgestaltung des Rettungsschirms (EFSF-Fonds) die ohnedies schon grosse Unsicherheitweiter genährt und Zweifel am langfristigenÜberleben des Euro in seiner derzeitigen Konstruktionaufkommen lassen. Die Folge dieses Vertrauensverlusteswar eine massive Kapitalfluchtin den Schweizer Franken und damit verbundeneine unerwartet hohe und schnelle Aufwertung.Die Schweiz in einem garstigen UmfeldAlles dies bedeutet für die Schweiz nichts Gutes,zumal auch die USA als führende Wirtschaftsmachtsich einer tiefgreifenden Krise gegenübersieht.Zwar erholte sich die Schweiz von der Finanzmarktkrisesehr schnell und erreichte Mitte2011 das hohe Produktionsniveau vor der Krise,doch lassen die Verwerfungen auf den internationalenFinanzmärkten und die pessimistischenKonjunkturaussichten für die nächsten ein biszwei Jahre wenig Gutes erwarten. Insbesonderetrifft die massive Aufwertung die exportorientierteSchweiz hart. So wie es derzeit aussieht, istfür 2012 mit einer Stagnation, wenn nicht sogarmit einer leichten Rezession, zu rechnen.6%5%4%3%Prof. Dipl. Ing. Dr. Klaus Neusser, Gast am Arbeitgeberlunchder Sektion Lyss-Aarberg, ist Professorfür Volkswirtschaftslehre in BernGeringer wirtschaftspolitischer SpielraumDie Schweiz hat ihre Hausaufgaben gemacht undist daher für die kommenden Herausforderungengut gewappnet. Die SNB hat mit der Einziehungeiner Untergrenze für den Eurokurs ein wichtigesSignal gesetzt, ohne dabei ihre mittelfristige Ausrichtungan der Geldwertstabilität aufzugeben.Die nun einsetzende Anpassung des internationalenPreis- und Lohngefüges wird die Wettbewerbsfähigkeitder Schweiz wieder verbessern.2%1%0%–1%–2%–3%2007 2008 2009 2010 2011Schweiz EU USA–1%–2%–3%Die Graphik zeigt deutlich das Anziehen der Inflation in den EU-Ländern und den USA. Alles in allem istdie Schweiz gut beraten, sich an mittelfristigen Zielen zu orientieren, wirtschaftsfreundliche Rahmenbedingungenzu schaffen und übertriebenen Aktionismus zu vermeiden.2%1%0%Die Sektion Lyss-Aarberg und Umgebung isteine der acht Sektionen des Handels- undIndustrievereins des Kantons Bern (HIV)und zählt etwas mehr als 200 Mitglieder.Nebst den regelmässig stattfindendenArbeitgeberlunchs organisiert die SektionLyss-Aarberg im Rahmen der Anlassreihe«Betriebe im Alltag» mehrmals pro Jahr Firmenbesuche,bei welchen eine Mitgliedsfirmaihre Branche, Produkte und Dienstleistungenpräsentiert mit Einblick in ihrTagesgeschäft. Für mehr Informationen besuchenSie uns unter www.bern-cci.ch unterdem Link zur Sektion Lyss-Aarberg.14 Berner Wirtschaft 04∣11


NeueintritteDer HIV des Kantons Bern begrüsstneue Mitglieder:FirmenjubiläenDiese Unternehmen und HIV-Mitglieder feiern2011 ihr Jubiläum – wir gratulieren herzlich!act's GmbH KiesenAdriano Moser Consulting Spiezallshape AG LengnauALVISA24 AG Bernartd webdesign gmbh Bernbernadog immobilien ag BernBlaser Treuhand AG KönizCasalini Werbeagentur AG BernDesignstudios GmbH BernGVB Privatversicherungen AG IttigenJärmann Trading BernKältetechnik AG Zollikofen ZollikofenMöbellink Gümligenmt consult gmbh ThunMuri-Consulting GmbH MuriNiederer Services AG OstermundigenNZW Treuhand GmbH LangenthalOrtel Mobile Switzerland GmbH BernQ.C.M. AG BelpRonja GmbH Interlakenrudolph ag Bernsaleaway gmbh BernSAMOT premium produx AG HuttwilSAMSIC EMPLOI SA BernSIAMS SA Bévilardsourcefactory GmbH MünchenbuchseeUmzug Schweiz GmbH BernVigier Rail AG MüntschemierWerbelinie AG Gwatt (Thun)Mitglied werden?Alle Informationen finden Sie unterwww.bern-cci.ch10 JahreATESCO GmbH FaougM. Bürgi GmbH, ENERgie + architekTURLyssEnerCom Kirchberg AG Kirchberg20 JahreFunke Lettershop AG ZollikofenRenobau Plaung + Bauleitung AG BernV+R Management AG HünibachW. Belz & Partner AG Bern40 JahreREWA Textilservice AG Herzogenbuchsee75 JahreBlaser Swisslube AG Hasle-Rüegsau130 JahreLOEB AG BernFeiert auch Ihre Firma 2012 ein Jubiläum? –Melden Sie das an redaktion@bern-cci.ch.Unico Data AG gewinntden Berner Sozialstern2011Die Universitären Psychiatrischen Dienste Bern(UPD) verleihen der Unico Data AG (Münsingen)den Berner Sozialstern 2011. Unico-Data-GeschäftsführerToni Hossmann, David Baumgartner,Leiter Technik, und PC-Supporter Bruno Aeberhard(v.r.n.l.) konnten im Berner Rathaus den mit10 000 Franken dotierten Preis entgegennehmen.Der HIV unterstützt den Berner Sozialstern.www.bernersozialstern.chDas ärgert das NashornFesttagswünsche per KnopfdruckNun füllen sie wieder das E-Mail-Postfach: DieMails von Firmen, welche frohe Weihnachtenwünschen und gleichzeitig mitteilen, dass sie diesesJahr anstelle von Kundengeschenken einennicht genannten Betrag an eine wohltätige Institutionspenden würden. Effizienter und günstigergeht’s nicht mehr: Die Mail-Adressen sind vorhanden,der Text ist rasch erstellt, der Versand erfolgtauf Knopfdruck und eine bescheideneSpende genügt. Das Nashorn fragt sich indessen,ob Festtagswünsche und Geschenke nicht dochetwas mehr Herzenssache sind.Das freut das NashornLiberale Rezepte gefragtVerschiedene europäische Staaten sind überschuldetund der Euro droht abzustürzen. AlsMassnahmen verlangt nun die EU unter anderemeine massive Redimensionierung der Staatsverwaltungen,Liberalisierungen und Flexibilisierungenim Arbeitsrecht, Privatisierungen und einelangfristig wirkende, unternehmerfreundlicheWirtschaftspolitik. Bei aller Tragik freut sich dasNashorn darüber, dass liberale Rezepte offensichtlichwieder Hochkonjuktur haben – mindestensausserhalb der Schweiz.ImpressumDie Berner WirtschaftHerausgeber:Magazin des Handels- und Industrievereins des Kantons Bern Kramgasse 2, Postfach 5464, CH-3001 Bern, Tel. +41 (0)31 388 87 87,Fax +41 (0)31 388 87 88, www.bern-cci.ch, redaktion@bern-cci.chRedaktionsleitung: Alfred Rikli, HIV BernGrafik, Layout + Druck: Stämpfli Publikationen AG, Wölflistrasse 1, CH-3001 Bern, www.staempfli.comFotos: HIV, zVgInserate: Stämpfli Publikationen AG, Postfach 8326, CH-3001 Bern, Tel. +41 (0)31 300 63 83, Fax +41 (0)31 300 63 90, inserate@staempfli.comNachdruck, auch auszugsweise, nur mit schrift licher Genehmigung des Herausgebers. Die «Berner Wirtschaft« erscheint viermal jährlich.Berner Wirtschaft04∣1115

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