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VorwortCornelieke LagerwaardDie vom Museum St. Wendel in Zusammenarbeit mitden Fachrichtungen Kunsterziehung und Philosophieder Universität des Saarlandes eingerichtete AusstellungBewegung – Versuche mit dem Kopiergerät alsBeispiel für Grundlegungsprobleme bildlicher Gestaltungzeigt erste Ergebnisse eines fortlaufenden Forschungsprojektes,das von Dietfried Gerhardus, FachrichtungPhilosophie, und Sigurd Rompza, FachrichtungKunsterziehung, initiiert wurde. Bei diesem Projektsteht die Entwicklung einer neuen, handlungstheoretischbegründeten Konzeption der bildlichen Gestaltungslehreim Mittelpunkt. Es geht hier – im Gegensatzzu traditionellen Lehren, deren struktureller Aufbauhauptsächlich auf der rezeptiven Wahrnehmung basiert –um eine pragmatisch strukturierte Lehrpraxis, wobeidie aktive, spontane Handlung Ausgangspunkt desLernprozesses ist.Den Schwerpunkt dieses Kataloges bildet der Textbeitragvon Dietfried Gerhardus, der den Ansatz zu dieserwesentlichen Akzentverschiebung in der bildlichenGestaltungslehre formuliert. Liegt bei älteren Lehrender Akzent vor allem auf der Syntax, d. h. auf dem Satzbaueiner Bildsprache, hebt Gerhardus jetzt auch densemantischen Aspekt hervor. Die Frage, wann und wiebildliche Elemente, bildnerisch verwendet, symbolischeBedeutung bekommen, also zu Teilen einer Bildsprachewerden, ist dabei zentral.Sigurd Rompza beschreibt rückblickend in seinem Beitragden Versuch, mit dieser Fragestellung in der Lehrpraxiszu arbeiten. Mit Studierenden der FachrichtungKunsterziehung hat er mit Hilfe von Kopiergeräten untersucht,wie und auf welche Weise kopierend reproduzierenin reproduzierend darstellen übergehen kann.der ausstellungskatalogbewegung–versuche mit demkopiergerät als beispiel fürgrundlegungsproblemebildlicher gestaltung aus demJahre 1992 (museum st. wendel,hg. dietfried gerhardus,cornelieke lagerwaard,sigurd rompza) ist die erstepublikation, in der die beidenherausgeber der heftreihekunst g gestaltung c design gemeinsambesondere problemeder grundlagen der gestaltungzum thema machten. ein neuesmedium, das kopiergerät,wurde in der lehre auf bildlichegestaltung hin untersucht. diegestaltungsversuche wurdentheoretisch aufgearbeitet.da der ausstellungskatalog einenwichtigen beitrag zum themagrundlagen der gestaltungliefert, inzwischen jedochvergriffen ist, findet er, neugedruckt,als heft 7/1 und heft7/2 aufnahme in die reihekunst g gestaltung c design.3


Dieser Übergang wird im Titel des Beitrages vonMaly Gerhardus pointiert, die anhand der verschiedenenArbeitsvorgänge die Phasen dieser symbolischen Wertgebunganalysiert.Die Ausstellung zeigt Arbeitsergebnisse von StefanieMathieu, die als eine der Projektteilnehmerinnen ausdiesem Themenbereich ihre Examensarbeit anfertigte.Im Mittelpunkt stehen hier also nicht die fertigen Kunstobjekte,sondern der Herstellungsprozeß der experimentellen(explorativen) Versuche selbst, und damitdie hinterliegende Konzeption.Durch die besondere Präsentation werden auch dieAusstellungsbesucher, die sich nicht unmittelbar mitProblemen bildlichen Gestaltens beschäftigt haben, indie Lage versetzt, die neue Konzeption in Ablauf undErgebnis Schritt für Schritt mitzuvollziehen. Gleichzeitigbietet die Ausstellung für die beiden Projektleiter einwichtiges Korrektiv, insofern in diesem besonderen Falldie Ergebnisse nicht nur beschrieben, sondern auchgezeigt werden müssen. Einem Museum muß nichtimmer nur am Ergebnis, sondern ebenso am Vorgangkünstlerischer Ausbildung und Entwicklung gelegensein, will es seiner Aufgabe, Kunst zu dokumentierenund zu vermitteln, gerecht werden.4

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