1. Teil [2,02 MB] - Kaufmännisches Berufskolleg Oberberg

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1. Teil [2,02 MB] - Kaufmännisches Berufskolleg Oberberg

Grußwort des KreisesDen jungen Menschen in unserem Kreis einequalifizierte berufliche Ausbildung zu ermöglichen,sei es im Verbund mit den Partnern imdualen System oder durch vollzeitschulischeAusbildung, ist seit vielen Jahren ein besonderesAnliegen des Oberbergischen Kreises. Denndies dient nicht nur den jungen Menschen alspersönliche Zukunftschance. Es handelt sichhierbei auch um einen nicht zu unterschätzendenAspekt der Wirtschaftsförderung in unseremKreis, wenn junge Menschen ausgebildetwerden, um als qualifizierte Kräfte im Arbeitslebenverantwortlich mitzuwirken.Der Berufsbildungsbericht 2004 des Bundesministeriumsfür Bildung und Forschung verweistauf eine besorgniserregende Entwicklung.Immer weniger Jugendliche erhalten eine betrieblicheAusbildung. Gleichzeitig droht unseremLand in den kommenden Jahren ein enormerFachkräftemangel.Die Zahl der Jugendlichen, die nach dem Verlassender Regelschulen eine berufliche Ausbildungsuchen oder in den verschiedenenBildungsgängen unserer Berufskollegs eineberufliche Grundbildung mit unterschiedlichenAbschlüssen erwerben möchten, um ihre Ausbildungschancenzu verbessern, wird noch überJahre zunehmen. Die schwierige Ausbildungsmarktsituationverstärkt insbesondere die Nachfragenach den vollzeitschulischen Ausbildungsgängenund erhöht damit den Raumbedarf anden Berufskollegs.Der Oberbergische Kreis hat dort, wo der Raumbedarfdrängend war, auch in finanziell schwierigenZeiten notwendige Raumkapazitäten bereitgestellt.So auch für das Berufskolleg - KaufmännischenSchulen - in Gummersbach undWaldbröl. Auch dort haben die stark zunehmendenSchülerzahlen in den letzten Jahren zusätzlicheRaumkapazitäten erfordert, die zunächstnur durch Anmietung von Räumen geschaffenwerden konnten, jedoch eine räumliche Trennungdes Schulbetriebes bewirkt haben. MitBlick auf die besonderen Erschwernisse einersolchen Schulbetriebsteilung insbesondere inGummersbach und auf Grund der sicherenPrognose, dass diese Raumkapazitäten überviele Jahre benötigt werden, bestand zwischenallen Verantwortlichen in Verwaltung und PolitikEinvernehmen, mit einem Anbau an das ineiner langen Tradition stehende Gebäude amSchulstandort in Gummersbach eine Lösung zuschaffen.Der Oberbergische Kreis als Schulträger hatsich für diese wichtige Zukunftsinvestition entschieden,damit die über einen Zeitraum vonannähernd 100 Jahren stetig weiterentwickelteund erfolgreich durchgeführte Bildungsarbeitder seit einigen Jahren unter der Bezeichnung„Berufskolleg Oberberg - Kaufmännische SchulenGummersbach und Waldbröl“ geführtenSchule unter den gestiegenen Anforderungender heutigen und der sich abzeichnenden zukünftigenBerufswelt mit den erforderlichenRahmenbedingungen versehen fortgeführt werdenkann.Ich wünsche mir, dass auch in Zukunft allen amSchulleben beteiligten Menschen ein konstruktivesZusammenwirken gelingt und hoffe, dassder architektonisch überaus gelungene und dennotwendigen zeitgemäßen und zukunftsorientiertenAnforderungen entsprechende Anbau einOrt erfolgreichen Wirkens sein wird.Hans-Leo KausemannLandrat3


Gute Gründegebührend zu feiernDas Berufskolleg Oberberg - KaufmännischeSchulen - geht mit dem Beginn dieses Schuljahresin das 100. Jahr seines Bestehens. Diesallein wäre sicherlich Grund genug gebührendzu feiern. Wir haben jedoch einen weiteren aktuellen,für uns alle äußerst erfreulichen Anlass,ein besonderes Schulfest zu begehen, nämlichdie Fertigstellung unseres Anbaus. Und 99 Jahrekaufmännische Bildungsarbeit ist ja auch etwasBesonderes und so feiern wir beides gemeinsam.Der schnelle wirtschaftliche Wandel, die Globalisierungder Märkte und die Einführung neuerTechnologien führen zu ständig neuen Anforderungenan die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiterder Betriebe. Die Schule kann die ihr anvertrautenJugendlichen nur optimal auf ihre Aufgabenvorbereiten, wenn die Rahmenbedingungenstimmen. Der Einsatz moderner Unterrichtsmethodenund die Einbindung neuer Informations-und Kommunikationstechnologienstellen hohe Anforderungen an die räumlicheund technische Ausstattung eines Berufskollegs.Parallel hierzu ergaben sich in den letztenJahren strukturelle Änderungen im Bildungsangebotder Berufskollegs. Als Folge der Ausbildungsplatzsituationbesuchen immer mehr JugendlicheBildungsgänge zur Berufsvorbereitung,dies führte zu einem sprunghaften Anwachsender Schülerzahlen im vollzeitschulischenBereich, so dass in den vergangenenJahren täglich bis zu 13 Klassen nach Windhagenausgelagert werden mussten.Verwaltung und Politik erkannten die Notwendigkeit,hier nach Lösungen zu suchen, und sofasste nach eingehenden Beratungen im Schulausschussder Kreistag 2001 den Beschluss,einen Anbau zu errichten. Im Frühjahr 2002 legtendie Architekten des Hochbauamtes HerrPütz und Frau Döhl nach vielen Gesprächenmit Vertretern der Schule bereits erste Entwürfevor, die als Grundlage für die weiteren Planungendes Architektenbüros hmp Allnoch undHütt GmbH dienten.Viele haben zum Gelingen dieses Anbaus beigetragen.So spreche ich im Namen von Schülern,Eltern, Lehrern und der Schulleitung denim Kreistag vertretenen Fraktionen unserenDank dafür aus, sich auch in einer Zeit äußerstangespannter Haushaltslage den Bedürfnissender Schule nicht verschlossen zu haben.Dank gilt auch den Mitarbeitern des Schulverwaltungsamtesund dem Dezernenten HerrnDecker, die den ständig wachsenden Raumbedarferkannt und somit die Grundlage für diePlanung des Anbaus gelegt haben; ebensoBaudezernenten i. R., Herrn Strombach, der dieÜberlegungen zu einem großzügigen Anbauaufnahm und positiv begleitete. Den Architektenund Mitarbeitern des Hochbauamtes sprecheich stellvertretend für alle, die an der Fertigstellungdes Gebäudes beteiligt waren, unserenDank aus. Die vergangenen Jahre warenwegen der Aufteilung der Schule auf zwei Gebäudefür das Kollegium wie für die Schülerschaftsehr belastend. Alle Beteiligten habendies mit viel Geduld ertragen. Auch die Ausbildungsbetriebehaben für unsere Situation vielVerständnis aufgebracht. Mein Dank gilt Ihnenallen.Wir sind froh, dass wir jetzt mit diesem Anbauim einhundertsten Jahr des Bestehens der KaufmännischenSchulen wieder ein Gebäude haben,das den Anforderungen moderner Berufsausbildungund -erziehung voll entspricht, dasmit seiner technischen Ausstattung beispielhaftist, das aber auch Raum gibt für kulturelle Veranstaltungenunterschiedlichster Art, ein Gebäude,in dem sich Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnenund Lehrer wohlfühlen können.Elisabeth Witsch, Schulleiterin5


Kaufmännische Bildung in OberbergDie historischen Daten rund umdie Kaufmännische Bildung im OberbergischenKreis lassen aufmerken und führen eigentlichnoch ein gutes Stück hinter die hundert Jubeljahrezurück, und zwar nach Gummersbach.Hier ist nachweislich gegen Ende des 18. Jahrhundertsdie erste Handelsschule in Deutschlandeingeführt worden. Im ältesten erhaltenenLehrplan von 1781 der damaligen Rektoratsschuleheißt es: „Christian Nohl gibt täglich Unterrichtim Kaufmannischen, Buchhalten, schoneSchreiben und auf den Clavier“. Was Wunder,dass die Schülerzahlen bis 1795 von über50 Schülern auf 6 Jungen und 1 Mädchen sanken.Johann Christoph Heuser, seit 1783 Rektorder Anstalt, erkannte zwar schon: „Nie wardas Kommerzwesen ausgebreiteter und wichtiger,nie wurde mehr kultiviert und geschätztals in unsern Tagen“, doch den konsequentenWandel von der Rektorats- oder Bildungsschulefür Gelehrte in eine „Handlungsschule“ besorgteerst der Theologe Johann Christian Wiedemannaus Stolberg (Harz), der 1795 als NachfolgerHeusers nach Gummersbach berufenwurde. Er setzte auf die Priorität einer praktischenBildung, was der Handlungsschule einenangesehenen Namen bescherte sowie einenstattlichen Einzugsbereich zwischen Dortmund,Mülheim, Aachen und Limburg.Mit dem Weggang Wiedemanns 1799 wurdedie Handlungsschule in eine Hohe Landesschuleumgewandelt. Dadurchtraten im 19.Jahrhundert Handlungswissenschaft,Buchhalten und kaufmännischesRechnenzugunsten der allgemeinbildendenFächerund der Sprachen inden Hintergrund. Dennochbestand durchdie wirtschaftliche VorrangstellungGummersbachs im weiten Umkreisder Bedarf an einer vorbereitenden ganztägigenSchulung für den kaufmännischen Beruf.Im ältesten Sütterlin-Schriftstück des Schularchivsvon 1897 fragt der Kreistag ProfessorC. Isselbächer, der in den neunziger Jahren imRaum Gummersbach-Dieringhausen freiwilligen„Berufsschülern“ nebenamtlich kaufmännischenUnterricht erteilte, nach „möglichst eingehendbegründeten Vorschlägen“ für eineKaufmännische Fortbildungsschule. Die Kommission„zur Vorberatung der Frage, ob derKreis sich dauernd an der Unterstützung [...]beteiligen soll“, benötigte Argumente und Informationen,erfragte Schülernamen und Ausbildungsfirmen- und die Gespräche begannen...Friedrich HabermasAcht Jahre später, am28.03.1905, hatte man sichendlich zu dem Beschlussdurchgerungen, eine berufsbegleitendePflichtschuleeinzurichten. ErsterSchulleiter der nach Osternfrisch gegründeten „KaufmännischenFortbildungsschule“war bis 1911 der Direktordes evangelischenLehrerseminars FriedrichHabermas, Großvater desSozial- und Geschichtsphilosophen JürgenHabermas. Die Lehrkräfte des Seminars unterrichtetendie 45 Schüler des ersten Jahrgangsin zwei Klassen nebenamtlich bzw. nebenberuflichsonntags, montags und donnerstags inBuchführung, Handelsrecht, Korrespondenz,Rechnen, Französisch und Deutsch. Als 1920Diplomhandelslehrer KarlLang, der bis 1937 und von1946 bis 1952 die Schuleleitete, erstmals hauptamtlichden gesamten Unterrichtin der „KaufmännischenBerufsschule desLandkreises Gummersbach“übernahm, zog manaus den Räumen des Lehrerseminarsin das evangelischeGemeindehaus,Evangelisches Gemeindehaus in Gummersbach um 1910im Januar 1927 dann in das alte Volksschulgebäudein der Schulstraße. Dort standen für diemittlerweile 100 Schüler drei Klassenräume undein kleiner Schreibmaschinenraum zur Verfügung.Zur Deckung der Schulunterhaltungskostenwurden mit Beschluss des Kreistagesvom 2. Dezember 1921 die Arbeitgeber zur Zah-6


Kgl. Lehrerseminar in Gummersbachlung von Schulbeiträgen verpflichtet. Im folgendenJahr wurden per Satzung die Bestimmungenzur Berufsschulpflicht konkretisiert und aufdie „im Handelsgewerbe tätigen jungen Mädchen,auch Lehrmädchen und Verkäuferinnenin offenen Ladengeschäften“ ausgeweitet.Im Oktober 1926 regte Dr. Ernst Habermas -Vater des bekannten Professors und von 1921-1956 Geschäftsführer der IHK-ZweigstelleGummersbach - in einem Schreiben an DirektorLang im Namen des Oberbergischen Arbeitgeberkartellsdie Bildung eines Prüfungsausschussesfür kaufmännische Lehrlinge an. 1930nahm die Idee zur Einrichtung einer Handelsschulelangsam Gestalt an; 34 der 90 Firmendes Oberbergischen Arbeitgeberkartells antwortetenauf eine diesbezügliche Befragung, davonsprachen sich 23 für die Errichtung einer Handelsschuleaus und schätzten, dass von denAbsolventen der Schule „alljährlich 30-40 eingestelltwerden können“. Im Mai 1932 wurde dieZweijährige Handelsschule in Gummersbachgegründet, führte allerdings noch den Status eines„kaufmännischen Tageslehrganges“ undging nicht in die neue Schulbezeichnung „KaufmännischeBerufsschule des OberbergischenKreises“ ein, die mit der Zusammenfassung derLandkreise Gummersbach und Waldbröl zumOberbergischen Kreis im Oktober 1932 notwendiggeworden war. Noch im Januar 1936 bemühtesich Direktor Lang beim Reichsministerfür Wissenschaft, Erziehung und Volksbildungum die Anerkennung dieser Kurse als öffentlicheHandelsschule mit Berechtigung zur Erteilungder mittleren Reife. Erst seit 1938 hießdie Schule dann offiziell „Kaufmännische Berufsschuleund Handelsschule des OberbergischenKreises in Gummersbach“.Doch dieser Name täuscht. Schon im Dezember1932 machte der Kreisausschuss seine Genehmigungzur Einrichtung eines weiteren zweijährigenHandelsschulkurses ab Ostern 1933von der Bedingung abhängig, dass dem Kreiskeine Mehrkosten entstehen dürften. Maßgabewar zu prüfen, „ob nicht im südlichen Kreisteile,etwa im Orte Wiehl, ein Handelsschulkursuseingerichtet werden könne“. Das Raumproblemverschärfte sich in den Folgejahren - 1938 warenimmerhin 3 Handelsschulklassen und 14Berufsschulklassen zu beschulen -, so dass einTeil der Berufsschulklassen im Konfirmandenraumdes evangelischen Gemeindehauses untergebracht,der Unterricht auch nachmittags erteiltund auf Räumlichkeiten in Bergneustadt,Wiehl und Waldbröl verteilt werden musste.Auch in Waldbröl wurde an verschiedenen Ortenunterrichtet, in einer Baracke am Gymnasium,in der alten Volksschule an der Hochstraße,im evangelischen Vereinshaus am Marktund in der Landwirtschaftsschule. Da derzeitLandwirtschaftliche Winterschule in Waldbrölkein ortsansässiger Diplomhandelslehrer zurVerfügung stand, mussten die Lehrkräfte zwischenGummersbach und Waldbröl pendeln -was bei manchen Kollegen bis heute der Fallist.Die höchst unbefriedigende Situation eines zersplittertenSchulbetriebes und die untragbarenZustände an den verschiedenen Unterrichtsstandortenin Oberberg ließen 1938 den Kreistageinem Neubau auf dem Grundstück EckeWehrenbeul-Blücherstraße in Gummersbachzustimmen. Die Bauarbeiten begannen im Sommer1939, doch nur das Kellergeschoss konntefertig gestellt werden, da mit Ausbruch desKrieges die Baumaßnahmen abgebrochen werdenmussten.7


Das unvollendete Gebäude in der WehrenbeulstraßeDie einschneidenden politischen Änderungenim Nationalsozialismus wurden freilich auch inden Bereichen Ausbildung und Schule greifbar,etwa in den Richtlinien für die Ausbildung vonLehrlingen im Einzelhandel. Darin wurde zunächstfloskelhaft klargestellt, dass Lehrherrund Lehrling den „gestellten Anforderungen nurentsprechen, wenn sie gewillt sind, ihren Berufim nationalsozialistischen Geiste zu erfüllen.“In den ersten Jahren nach Hitlers Machtergreifungnahmen es die Beamten, Angestellten undArbeiter im öffentlichen Dienst offenbar nochnicht so genau mit „ihrer besonderen Dankespflichtgegenüber dem Führer und ihrer Verbundenheitmit der nationalsozialistischen Staatsführung“,wie Landrat Pichier in der Weiterleitungeiner Beschwerde von Parteidienststellen1935 beklagte. Moniert wurde etwa, dass „derHitler-Gruß weder im Dienst noch außerdienstlichangewandt, ja sogar nicht einmal erwidertwerde“, und dass es immer noch Beamten- undAngestelltenkinder gebe, „die nicht in der Staatsjugendaktiv tätig sind, sich vielmehr in konfessionellenGruppen betätigen“. Auch das solltesich bald ändern.Nach Kriegsausbruch wurde das Schulgebäudenoch 2 Wochen nach den Herbstferien alsFreiwilligen-Sammelstelle vereinnahmt. DerBerufsschulunterricht wurde von 8 auf 6 Stundenheruntergefahren, die wirtschaftskundlichenFächer wurden auf die Kriegswirtschaft umgestellt.Den Gegenwarts- bzw. Reichskundeunterrichtbestimmten die vom Luftwaffenführungsstabherausgegebenen so genannten„Wandzeitungen“ und „Bilder der Woche“, Kartenvon Kriegsschauplätzen, Wehrmachtsberichtesowie die politischen und wirtschaftlichenEreignisse in den Tageszeitungen. Die DeutscheArbeitsfront übernahm „in ihrem Amt fürBerufserziehung und Betriebsführung“ die sogenannte zusätzliche Berufsschulung „für nichtmehr berufsschulpflichtige Volksgenossen“. Insolchen Lehrgängen unterrichteten im Wesentlichendie Lehrkräfte der Schule die FächerKurzschrift, Maschineschreiben, Englisch,Buchführung und Deutsch.Trotz der Kriegswirren wurde zunächst dasAusbildungsangebot der Schule erweitert. 1939wurde die erste Bankfachklasse eingerichtetsowie erstmals eine fachliche Aufgliederung indrei aufsteigende Einzelhandelsklassen. 1941kamen eine Verwaltungsfachklasse und eineKlasse für Jungpostboten hinzu. Mit dem Abschlusszeugnisder Zweijährigen Handelsschulekonnten die SchülerInnen in Industrie- oderGroßhandelsbetrieben mit 2 ½ - oder 2-jährigemLehrvertrag unterkommen oder für dengehobenen Dienst der Reichsfinanzverwaltung(Steuer und Zoll) eingestellt werden. Für Absolventinnender Zweijährigen Handelsschuleergab sich außerdem die Möglichkeit mit einerhalbjährigen praktischen Ausbildung als Bürogehilfinoder mit 2-jähriger Ausbildungszeit alsVerkäuferin zu arbeiten.„Fast alle Lehrkräfte waren irgendwie in denGliederungen der Partei aktiv beteiligt, sei esals politische Leiter, als SA-Männer, als Amtsverwalterim NSLB oder als Hitler-Jugendführer[...]; eine Reihe unserer Jungen und Mädelswaren in Ferienlagern der HJ oder des BDM“,schreibt Gerhard Köhnen, Berufsschuldirektorvon 1938 bis 1943, in seinem detaillierten Rechenschaftsberichtüber das Schuljahr 1939/40.Allerdings mochte er die Teilnahme an solchen


Veranstaltungen nicht immer genehmigen, da„die Berufsausbildung selbst unter der an sichbegrüßenswerten sportlichen oder weltanschaulichenpolitischen Betätigung nicht leiden“dürfe. Im Schuljahr 1942/43 führten „die häufigenBeurlaubungen von berufsschulpflichtigenJugendlichen zu Lehrgängen der HJ und desBDM [...] zu einer Beschwerde an die Schulaufsichtsbehörde“- im Juni 1943 wurde DirektorKöhnen zum Heeresdienst eingezogen.Seit 1942 sind in den Jahresberichten der Schuledie gefallenen ehemaligen Schüler verzeichnet,soweit vermerkt, alle im Alter zwischen 17und 32 Jahren. Wilhelm Klein, Schulleiter von1943 bis 1946, schreibt in seinem Jahresberichtfür das Schuljahr 1943/44 erstmals von außerordentlichenStörungen durch den „täglichoft mehrere Male“ stattfindenden Fliegeralarm.Das Schulgebäude selbst hatte keine für denLuftschutz geeigneten Räume, so dass dieSchüler bei Alarm die Kellerräume des nahe gelegenenGemeindehauses, als diese sich aberfür den Ernstfall als nicht sicher erwiesen, denSplittergraben auf dem Schützenplatz aufsuchenmussten.Neubau der Kreisberufsschuleeingezogen. „Am 10. September 1944 mußtedie Schule wegen Beschlagnahme durch diePartei geschlossen werden“.Am 21. November 1945 teilte das Schulamt DirektorKlein mit, dass die Militärregierung „dieWiedereröffnung der kaufm. Berufs- und Handelsschulegestattet“. In der Volksschule in Dieringhausenstanden ganztägig 2 Klassenräumeund 1-2 Klassenräume für jeden Nachmittag zurVerfügung. Ostern 1946 wurde der Unterrichtwieder nach Gummersbach in das Gebäude inder Schulstraße zurückverlegt und auch dieAußenstellen in Wiehl, Bergneustadt undWaldbröl nahmen ihre Tätigkeitwieder auf. In Waldbröl wurde 1947eine Klasse der Zweijährigen Handelsschuleeingeführt, was wiederumzu Raumnot führte. Ein Klassenzimmerwurde in der Landwirtschaftsschulezur Verfügung gestellt.Im darauf folgenden Jahrfand sich für die Folgeklasse einRaum im Gebäude der ehemaligenGenossenschaft „Landbund“.Das Gebäude am Hepel nach Abschluss des 2. BauabschnittsDas Schuljahr 1944/45 dauerte nur von Aprilbis September 1944 und betraf allein denBerufsschulunterricht. Die Berufsschulpflicht derfür die HJ notdienstverpflichteten Schüler wurdeaufgehoben, die Handelsschule wurde gemäßministeriellem Erlass eingestellt. Von denhauptamtlichen Fachlehrern blieb ein einzigerübrig, die anderen wurden zum HeeresdienstDas neue Gebäude der Kreisberufsschulewurde auf dem von Carl Hugo Steinmüllergestifteten Grundstück in Gummersbacham Hepel 1952 fertig gestellt und von den gewerblichen,hauswirtschaftlichen und kaufmän-


nischen Schulen gemeinsam genutzt. Die„Kaufmännischen Schulen des OberbergischenKreises“, so die offizielle Bezeichnung ab 1953,konnten in Gummersbach lediglich fünf Klassenräumein Anspruch nehmen, was einen Unterrichtin mehreren Schichten bis abends um18:35 Uhr erforderlich machte, da in diesemJahr auch die zweijährige Höhere Handelsschuleeingerichtet wurde. Mit Abschluss des zweitenBauabschnittes im Jahr1959 erhielten die kaufmännischenSchulen erstmals ein eigenesSchulgebäude mit 12Klassenräumen, Schreibmaschinensaal,Bücherei, Schüleraufenthaltsraum,Lehrerzimmer,Elternsprechzimmer undVerwaltungsräumen.Die gesellschaftspolitischenUmwälzungen der achtzigerJahre, insbesondere die WiedervereinigungDeutschlandsund ein schrittweise wachsendesEuropa haben das Berufsleben und die beruflicheBildung vor neue Herausforderungengestellt. Dies lässt sich beispielsweise ablesenan der Ausstattung der Schule mit Fachräumenund Computern - derzeit stehen den Schülernin 12 Fach- und Funktionsräumen 204 Rechnerarbeitsplätze,den Lehrern 19 zur Verfügung -,an der Einrichtung neuer Bildungsgänge, z. B.Fachschule für Wirtschaft seit 1994, oder auchEnde der sechziger Jahre warfür die gewerblichen Schulenabzusehen, dass der Raumbedarfder kommenden Jahrenicht mehr gedeckt werdenkonnte. Vorübergehend wurdedie Raumnot behoben, indemman provisorisch Pavillons fürdie kaufmännischen Schulenaufstellte. 1972 beschloss derKreistag den Neubau für die gewerblichenSchulen in Dieringhausen.Nach der Ausgliederungder gewerblichen Schulemit der hauswirtschaftlichen Abteilungnach Dieringhausen undnach einer Grundrenovierungdes Gebäudes am Hepel 1974/75 konnten die kaufmännischenSchulen ab 1975 überdas gesamte Gebäude verfügen.10


an Änderungen im Bereich der Schulverwaltung,etwa am Berufskolleggesetz. Mit Inkrafttretendieses Gesetzes führt die Schule seit1998 die Bezeichnung „Berufskolleg Oberberg,Kaufmännische Schulen Gummersbach undWaldbröl“.Die derzeitige Rezession hat mit einem schwindendenAusbildungsangebot zu deutlich steigendenSchülerzahlen im Vollzeitbereich geführt,womit die Anmietung zusätzlicher Räumeim Merten-Park (Windhagen) ab 1999 mitzunächst 4, seit 2000 mit 13 Klassenräumenunumgänglich war. Auch in Waldbröl musste derUnterricht in drei Lehrräume des Schwesternwohnheims,darunter die umgebaute Lehrküche,ausgelagert werden. Da der Schulbetriebnun wieder auf verschiedene Standorteverteilt wurde, war sinnvollespädagogisches Arbeitennur unter erschwerten Bedingungenmöglich, da Kollegenim Laufe des Vormittagsden Standort teilweisemehrmals wechseln musstenund die Klassen keineeigenen Klassenräumemehr in Anspruch nehmenkonnten.In Gummersbach schafftein weiterer BauabschnittAbhilfe. Den Beschluss zurGebäudeerweiterung fassteder Kreistag am 27.9.2001. Im April 2003 habendie Baumaßnahmen begonnen,die laut Planung imSommer 2004 abgeschlossensein sollen. Zum Schuljahresbeginn2004/05könnte der Anbau dann mit15 zusätzlichen Klassenräumen,mit Lehrer- undVerwaltungsräumen sowieeinem Forum für schulischeVeranstaltungen in Betriebgenommen werden. Damitwäre ein weiterer Grundsteingelegt, der uns für dienähere Zukunft in die Lageversetzt, den Anforderungenim Bereich der beruflichenBildung gerecht zuwerden.Hardy Dittberner11


Dienstleister in Sachen beruflicher BildungIn der ersten Schulkonferenz des Schuljahres2001/2002 wurden das erste Leitbild und daserste Schulprogramm des Berufskollegs, KaufmännischeSchulen in Gummersbach undWaldbröl verabschiedet. Mit diesem Schritt vollzogunsere Schule auch nach außen den Schrittvon der Behörde zum Dienstleister in Sachenberuflicher Bildung im Oberbergischen Kreis. Inengagierten und zum Teil durchaus kontroversenDiskussionen, vor allem im Kreis der Lehrerinnenund Lehrer, gab sich unser Berufskollegin allen Bildungsgängen, Ausschüssenund Arbeitskreisen eine langfristige Orientierungder Arbeit und beschloss ein Programm zur Umsetzungder Ziele.Zurzeit wird das Schulprogramm in den Gremienüberarbeitet und weiterentwickelt, sodassEnde 2005 der Schulkonferenz ein aktualisiertesSchulprogramm vorgelegt werden kann.Zielorientierung und Schwerpunktsetzung imRahmen des regionalen Umfelds bestimmen dieSchulentwicklungsarbeit an unserem Berufskolleg.Im Ergebnis dieser Arbeit wollen wir fürunsere Schülerinnen und Schüler, aber auchim Sinne guter Zusammenarbeit mit unserenPartnern in der Oberbergischen Wirtschaft, unsereigenständiges Profil weiterentwickeln.Jörg Schwethelm


Höhere HandelsschuleFür Schülerinnen und Schülermit Fachoberschulreife bieten wir einen einjährigenund einen zweijährigen Bildungsgang an.Während im einjährigen Bildungsgang dieBerufsorientierung sowie der Erwerb grundlegenderberuflicher Kenntnisse im Vordergrundstehen, werden im zweijährigen Bildungsgang(Höhere Handelsschule) neben einer vertieftenAllgemeinbildung erweiterte berufliche Kenntnissevermittelt.Alle Schülerinnen und Schüler werden eingeschultin Orientierungsklassen für die Dauer einerca. 10-wöchigen Orientierungsphase. In dieserZeit wird verpflichtend eine zweite Fremdsprache(zweistündig) erteilt. Während dieserPhase sollen die Schülerinnen und Schüler, dieEltern und die Lehrerinnen und Lehrer erkennen,wo die Stärken und Schwächen liegen. AmEnde der Orientierungsphase erfolgt eine weitereSchullaufbahnberatung. Es entscheidetsich dann, ob die Schülerinnen und Schüler dieInsgesamt werden bis zu 34 Wochenstundenunterrichtet. Neben den Fächern Deutsch/Kommunikation,Mathematik, Englisch, Religionslehre,Sport/Gesundheitsförderung, Politik/Gesellschaftslehrewird Unterricht in den berufsbezogenenFächern Betriebswirtschaftslehremit Rechnungswesen und Informationswirtschafterteilt.Mit dem Fach Informationswirtschaft (7 Stundenin der Woche) verfolgen wir hier einenintegrativen Ansatz. Im Mittelpunkt dieses Fachessteht ein Modellunternehmen, mit dem dieSchülerinnen und Schüler an praxisnahen Fällenkaufmännische Abläufe und Problemstellungenkennen lernen und lösen. Die Inhalte des„bisherigen“ Faches Datenverarbeitung werdenin dieses Konzept integriert. Die Schülerinnenund Schüler lernen also den Computer alsWerkzeug des Kaufmanns kennen. Sie arbeitenin betriebswirtschaftlichen Situationen mitdem PC, sei es, indem sie Texte und Tabellenerstellen oder indem sie komplexere betriebswirtschaftlicheAuswertungen vornehmen. DerSchwerpunkt liegt hier bei den Office-ProgrammenWord und Excel. Außerdem lernen dieSchülerinnen und Schüler ein Finanzbuchhaltungsprogrammkennen.Im Differenzierungsbereich (Wahlbereich) habendie Schülerinnen und Schüler die Möglichkeitzwischen der 2. Fremdsprache (Spanischoder Französisch) und einem zusätzlichen 4-stündigen Angebot von Datenverarbeitungskursenzu wählen. Die Arbeit an komplexeren DV-Projekten (Datenbanken, Web Design) stehthier im Mittelpunkt.Unterricht im Fach Informationswirtschafteinjährige (Berufsfachschule) oder die zweijährigeSchulform (Höhere Handelsschule), entwedermit sprachlicher oder mit informationstechnologischerAkzentuierung besuchen.Für den Erwerb des schulischen Teils der Fachhochschulreifeist das Bestehen der Prüfung inDeutsch, Mathematik und Englisch Voraussetzung.In Verbindung mit einem Praktikum erhältder Absolvent der Höheren Handelsschuledie volle Fachhochschulreife. Sie berechtigt zueinem Studium an einer Fachhochschule oderGesamthochschule.Schülerinnen und Schüler mit guten Vorkenntnissenund Interesse an Fremdsprachen könnensich für die Euro Business Class entscheiden,eine Sonderklasse der Höheren Handelsschule.Hier wird der fremdsprachliche Unterrichtbesonders betont: Neben Englisch (fünfstündig)und Spanisch werden die Fächer Volkswirtschaftslehreund Europakunde in englischerSprache unterrichtet.16


Auslandsprojekt der Euro Business Class im Mai 2004 auf der grünen InselMit der Errichtung des europäischen Binnenmarktessind große wirtschaftliche Hoffnungenverbunden. So werden in Zukunft Arbeitsplätzegeschaffen werden, die neben erweitertenfremdsprachlichen Fertigkeitenauch Kenntnisseüber Wirtschaft, Geschichteund Kultur der anderenEU-Länder erfordern. Diekaufmännische Grundausbildungder Euro BusinessClass ist in Verbindung mitder Fachhochschulreife mitdie Basis für eine qualifizierteBerufsausbildung innerhalbdes europäischen Wirtschaftsraums.Wer bereits die Fachhochschulreifeoder die AllgemeineHochschulreife (Abitur)besitzt und seine Eignungfür den kaufmännischenBereich erproben willoder ein wirtschaftswissenschaftlichesStudium anstrebt, sollte sich für dieeinjährige Höhere Handelsschule für Abiturienteninteressieren.K. H. Stein


Lehrerinnen und Lehrerließen sich zu Mediatoren ausbilden„Mediation“??? Was ist das?In einem Streit will jeder Sieger sein. Der Konfliktist damit nicht gelöst. Der Sieger will immerwieder Sieger sein und der Verlierer sinnt aufRache. Mediation ist eine - freiwillig in Anspruchgenommene - Vermittlung in Streitfällen durchunparteiische Dritte. Ziel der Mediation ist, dassStreitende eine gemeinsame Lösung ihres Konfliktesfinden und eine „winner-winner“-Situationgeschaffen wird.An unserer Schule ließen sich Kolleginnen undKollegen zu Mediatoren/Streitschlichtern ausbilden.Warum? Ist das nötig? werden einige fragen,es ging doch auch früher ohne!Leider gilt an Schulen allzu oft, dass Streit auslauter Harmoniestreben vermieden und Konflikteübersehen oder zugedeckt werden. Streit undKonflikte sind etwas Unangenehmes. Konflikte,die als Störung bewertet und verdeckt werden,führen aber nicht zum Frieden, sondernbestenfalls zu einer Verlagerung, meistens aberzum unkontrollierten Ausbruch verletzter Gefühle.Deshalb kann es nicht darum gehen, Konfliktein der Schule abzuschaffen. Konflikte gehörenzum Leben - auch in der Schule.Die zu Mediatoren ausgebildeten Lehrerinnenund Lehrer bieten Hilfestellung an als Vermittlerin einem Streitfall. Als unparteiische Drittebegleiten sie die Kontrahenten auf ihrem Weg -unter Beachtung akzeptierter Regeln - miteinanderzu reden und eine einvernehmliche Lösungin ihrem Streitfall zu finden, bei der die Interessenund Empfindungen der Streitenden berücksichtigtwerden. Die Mediatoren schlichten alsonicht selbst. Das erledigen die Streitenden ineigener Verantwortung. Mediation ist keineGerichtssitzung. Ziel ist nicht Schuld oder Unschuldherauszufinden. Es geht darum, Differenzenkonstruktiv zu bearbeiten und einen Wegzu finden, wie die Streitendenin Zukunft miteinander umgehenkönnen. Ein Konflikt wirdausgetragen und geklärt. Niemandverliert sein Gesicht undes findet eine Verständigungstatt. Eine erfolgreiche Mediationführt zu einer Vereinbarungüber das Verhalten beiderPartner für die Zukunft,deren Einhaltung nach einerfestgelegten Zeit überprüftwerden kann.Wurden Streitigkeiten in derVergangenheit meist durchGehorsam und Autorität „gelöst“,kann es in einer demokratischenGesellschaft nichtdarum gehen, Gehorsam undUnterwerfung wieder einzuführen, sondern Zielmuss es sein, eine Kultur des Streitens aufzubauen.Dazu gehört, dass wir Kindern und Jugendlichenklare Regeln und Maßstäbe an dieHand geben, die sie zu verantwortlichem Handeln,zu Toleranz, zu Flexibilität, Kreativität undVerständigungsbereitschaft befähigen.Die Frage ist also nicht, ob Konflikte und Streitsein dürfen oder wie Konflikte vermieden werdenkönnen. Die Frage ist: Wie wird gestrittenund wie kommt es zu einer Verständigung?Marlies Pielage18


HandelsschuleDie Handelsschule ist ein zweijähriger Bildungsgangmit Perspektiven für alle, die Interesse ankaufmännischen Tätigkeiten haben. An denSchulstandorten Gummersbach und Waldbrölbieten wir allen Schülern mit Hauptschulabschlussdie Möglichkeit ihre Chancen auf einekaufmännische Tätigkeit zu verbessern undgleichzeitig die Fachoberschulreife zu erwerben.Da sich aber erfahrungsgemäß für diesen Bildungsgangauch Schüler anmelden, deren Stärkennicht im kaufmännischen Bereich liegen,durchlaufen alle Schüler zunächst eine 8- bis10-wöchige Orientierungsphase. Hier werdenalle Schüler unter gleichen Bedingungen daraufhinüberprüft, ob sie den Anforderungen desBildungsganges genügen. Parallelarbeiten inden Fächern Betriebswirtschaftslehre mit Rechnungswesen,Informationswirtschaft (Bürowirtschaftslehre/Datenverarbeitung/Textverarbeitung),Deutsch, Englisch und Mathematik bildendie Grundlage dieser Erprobungsphase.Nur den Schülern, deren Leistungen in allen Fächernmindestens ausreichen und deren Verhaltenauch sonst den Anforderungen genügt,wird der Besuch der Handelsschule empfohlen.Hier sollen sie dann die gewünschte kaufmännischeGrundbildung erhalten, die sie zu allenkaufmännischen Berufen befähigt. Die Schüler,die den Anforderungen des zweijährigen Bildungsgangesnicht gewachsen sind, werden ineinem einjährigen Bildungsgang auf die Anforderungendes Berufslebens vorbereitet.Die Kollegen und Kolleginnen, die in diesemBildungsgang unterrichten, haben mehrheitlichentschieden, dass neben den fachlichen Anfor-derungen die SchlüsselqualifikationenPünktlichkeit, Fleiß, Ausdauer und KommunikationsfähigkeitSchwerpunkte unserer Tätigkeitsein sollen. Durch eng abgestimmtes undeinheitliches Lehrerverhalten versuchen wir diesesZiel zu erreichen. Als äußeres Zeichen hierfürstehen Noten im Arbeits- und Sozialverhaltenauf den Zeugnissen aller Schüler im Bildungsgang.Alle diese Maßnahmen und vor allem auch derUmstand, dass wir sehr motivierte Kolleginnenund Kollegen im Bildungsgang haben, hat dazubeigetragen, dass sich die Unternehmen imOberbergischen Kreis auf gut vorbereitete Auszubildendefreuen können, wenn sie diese ausder Handelsschule oder dem einjährigen Bildungsgang(interne Bezeichnung „BGJ“) rekrutieren.Raimund Huckestein


Berufs-Informations-ChanceSeit Sommer 1999 arbeiten unter der BezeichnungBIC (Berufs-Informations-Chance) zweiSozialarbeiter an den Kaufmännischen Schulen,um eine bewusste Berufsorientierung zuermöglichen. Gerade Schüler mit schwierigemsozialen Hintergrund werden hier betreut, beruflichberaten und bei ihren Bewerbungsanstrengungenunterstützt. Sie werden auf Vorstellungsgesprächevorbereitet und es werden alternativeBerufsmöglichkeiten gesucht und gefunden.Dieses Angebot nutzen vermehrt auchSchüler aus der Höheren Handelsschule, umsich über ihre vielfältigen Möglichkeiten zu informieren.Dabei geht es natürlich auch immerum die konkrete Unterstützung z. B. bei finanziellenFragen oder Ortswechseln.Viele Jugendliche sind den komplexen Anforderungender heutigen Arbeitswelt nicht ausreichendgewachsen. Daher bearbeiten die Sozialarbeitermit den Schülern Handicaps wie mangelndeschulische Eingangsvoraussetzungen,unzureichende Kenntnisse betrieblicher Realitäten,fehlende Ausdauer, Selbstüber- und -unterschätzung,geringes Selbstvertrauen und dieUnkenntnis über eigene Fähigkeiten und Neigungen.Mangelnde soziale Kompetenzen und/oder problematische individuelle Lebenssituationenbeeinträchtigen ebenfalls die Chancenauf dem Arbeitsmarkt.Dies erfordert eine starke Ausrichtung auf deneinzelnen Jugendlichen, seine Wünsche undMöglichkeiten, seine Stärken und Schwächen.Nicht nur die Schülerrolle, sondern auch die Lebensweltder Jugendlichen wird berücksichtigt.Häufig haben Schüler erhebliche Schulden odersind an Essstörungen erkrankt. Daher leistetBIC häufig Einzelfallhilfe, steht in enger Zusammenarbeitmit sozialen Einrichtungen und berätauch Eltern bei schulischenoder erzieherischen Problemen.Die sozialpädagogische Arbeit istauf Kooperation ausgerichtet, sei es innerschulischoder außerschulisch mit Eltern, Kinder-und Jugendhilfe sowie Praktikums- undAusbildungsbetrieben.Schüler werden systematisch mit Berufsinformationenkonfrontiert, im Rahmen von Praktikamit verschiedenen Berufsfeldern bekannt gemacht,bei Bewerbungen und Ausbildungsplatzsucheunterstützt und u. a. durch den Kontaktmit Praktikern, Auszubildenden und durch Betriebserkundungenmit der beruflichen Realitätkonfrontiert. Ziel des BIC-Projektes ist es, dieJugendlichen so zu unterstützen, dass ein erfolgreicherAbschluss möglich ist und sie einehohe Chance haben einen für sie geeigneten,qualifizierten Ausbildungsberuf zu erlernen.Immer öfter wird die Arbeitskraft der Schülerausgenutzt oder sie werden in ihren Ausbildungsbetriebengemobbt, unterdrückt und sogarsexuell belästigt. Häufig haben die Betroffenendie Situation sehr lange widerstandslosertragen, um ihre Ausbildung nicht zu gefährden,so dass sie sich zum Zeitpunkt der Inanspruchnahmeder Hilfe in einem sehr schlechtenkörperlichen und psychischen Zustand befinden.Neben der psychosozialen Betreuungsuchen die Sozialarbeiter in diesen Fällen nachAusbildungsbetrieben, die bereit sind, die Betroffenenin dem entsprechenden Ausbildungsjahrzu übernehmen. Aber auch fristlose Kündigungenmit oder ohne ersichtlichen Grundstellen ein Thema dar. Die Interessenvertretungim Schlichtungsverfahren oder die Begleitungzu Anwälten und Arbeitsgerichten sind notwendigeMaßnahmen. Die hohe Akzeptanz des BIC-Projekts sowohl im Kollegium als auch bei denSchülern hat dazu geführt, dass dieses Projektseit nun fast 5 Jahren erfolgreich mithilft, dassSchüler trotz Orientierungslosigkeit und verschiedensterindividueller Probleme einen Wegin ein eigenständiges, selbstbestimmtes, erwachsenesLeben finden.Michael Israel/Brigitte Dragos21


Fremdsprachenunterricht in der BerufsschuleViele export-orientierte oberbergischeBetriebe legen heute Wert auf dieFremdsprachenkenntnisse ihrer Mitarbeiterinnenund Mitarbeiter. Nicht nur in den berufsvorbereitendenVollzeit-Bildungsgängen spielt deshalbder Fremdsprachenunterricht eine wichtigeRolle; die Kaufmännischen Schulen Gummersbachund Waldbröl bieten auch in der Berufsschuleschon seit 13 Jahren Englischkursean. Mitte der 90er Jahre beteiligten wir unsan einem Schulversuch zur Erprobung derNRW-Richtlinien Englisch in der Berufsschule.Damals waren alle Kurse freiwillig und fandenin den Randstunden oder am Abend statt. Diesgalt vor allem für den Vorbereitungskurs zumErwerb der „Zusatzqualifikation Fremdsprachefür kaufmännische Auszubildende“, einer Prüfungder IHK.Die Vorbereitung auf die schriftliche Prüfungumfasst folgende Inhalte:- Geschäftsbrief nach deutschen Stichwortangaben- Kurzgefasste Mitteilung über einen in derFremdsprache vorgegebenen Geschäftsfall- Gesprächsnotiz in Deutsch über ein in derFremdsprache geführtes Gespräch- Zusammenfassung in Deutsch über einen inder Fremdsprache abgefassten Geschäftsbrief- Wiederholung grundlegender grammatikalischerStrukturenDie Benennung der Kurse wurde bisher durchdie erworbenen Schulabschlüsse der Teilnehmerinnenund Teilnehmer festgelegt. Diese Regelunggalt bis zum Ende des Schuljahres 2003/2004.Um die Fremdsprachenkenntnisse der Berufsschülerinnenund Berufsschüler vergleichbar zumachen orientiert sich der Unterricht ab demSchuljahr 2004/2005 am Gemeinsamen europäischenReferenzrahmen des Europarats. Dortwerden für alle Kompetenzbereiche Niveaustufenbeschrieben, die im Kurs erreicht werdensollen. Geschult werden folgende 5 Kompetenzbereiche:das Hör- und Leseverstehen, dasErstellen und der Austausch von Mitteilungenund deren Übertragung in die andere Sprache.Ziel unserer Schule ist es, bald in Gummersbachein Prüfungsverfahren anzubieten, nachdem die Fremdsprachenkenntnisse gemäß denVereinbarungen der Kultusministerkonferenzzertifiziert werden können.Inzwischen ist die Ausbildung in zahlreichen Bildungsgängendes dualen Systems neu geordnetworden. Seitdem ist in einigen kaufmännischenBildungsgängen die Fremdsprache EnglischPflicht. Aus der Neuordnung ergibt sich,dass der Englischunterricht in der Berufsschulekünftig auf unterschiedliche Weise organisiertsein kann:Er kann ein eigenes Fach mit eigener Note imDifferenzierungsbereich sein, z. B. in unserenBankfachklassen oder im o. g. Vorbereitungskursfür die IHK-Prüfung.Er kann ein Fach im berufsbezogenen Bereichsein, z. B. im Groß- und Außenhandel, in derIndustrie, im Einzelhandel und im BildungsgangZahnmedizinische Fachangestellte.In der mündlichen Prüfung geht es ums Telefonierenund ein Gespräch in der Fremdspracheüber Themen des Ausbildungsbereiches undhäufig auftretende Alltagssituationen.Er kann aber auch in ein Lernfeld mit anderenFächern eingebunden sein. In diesem Fall wirddie Englischnote in die Gesamtnote für dasFach oder Lernfeld integriert.Helmut Kranenberg22


¡Bienvenidos! Hola, ¿qué tal?¡Adiós, hasta luego!Spanisch ist die am zweithäufigsten gesprocheneSprache der Welt. Die wirtschaftlichen Beziehungenzu Spanien sowie Ländern MittelundSüdamerikas erweitern sich ständig - auchviele oberbergische Unternehmen sind auf diesenMärkten tätig.Mit Spanischkenntnissen erhöhen Sie IhreChancen auf dem Arbeitsmarkt. Spanisch begegnetuns auf Reisen, in Kunst, Literatur, Gesangund Tanz.Spanischkenntnisse bieten somit vielfältigeKontaktmöglichkeiten mit der Bevölkerung, förderndas Verständnis der Kulturen und bereicherndas persönliche Leben. Spanischkursefinden zusätzlich zum regulären Berufsschulunterrichtstatt. Die Kurse sind offen für allesprachlich Interessierten, die Spanisch neu kennenlernen bzw. ihre vorhandenen Kenntnissevertiefen möchten. Angeboten werden 2 Wochenstundenmit dem Ziel, einfache Kommunikationssituationendes privaten und beruflichenAlltags zu bewältigen. Nutzen Sie die Möglichkeitder Zusatzqualifikation!Aprender español vale la pena!!!(Spanisch lernen lohnt sich!)Privjet!Ingrid WolfDeutschland ist seit Jahren Russlands HandelspartnerNr. 1 und auch im Oberbergischen Kreisboomt der deutsch-russische Handel. Da russischeSprachkenntnisse zunehmend an Bedeutunggewinnen, bietet auch unsere SchuleRussischkurse an. Alle Interessentensind willkommen, egal ob Anfänger,Fortgeschrittene oder Muttersprachler.Bei regelmäßiger Anwesenheit erhältjede Schülerin/jeder Schüler eine Teilnahmebescheinigung.Warum gerade Russisch?· Es macht Spaß eine exotische Spracheneu kennen zu lernen.· Russische Muttersprachler könnenihre Sprachkenntnisse erhalten und erweitern.· Im Rahmen der Globalisierung sinddas Beherrschen kleiner Dialoge aufRussisch oder sogar das Wirtschaftsrussischinteressant.· Arbeitgeber und Ausbilder achten zunehmendauf Fremdsprachenkenntnisse.· Die Bescheinigung von Fremdsprachkenntnissenist eine gute Ergänzungfür die Bewerbungsunterlagen.· Sie erfahren mehr über die russischeWirtschaft, Politik und Kultur.· Gleichzeitig erweitern Sie Ihre interkulturelleHandlungskompetenz.Irene Dommer23


Denken dürfen -Praktische Philosophie als neues Fach am BerufskollegVorbei scheinen die Zeiten, da wir Schülerinnenund Schüler auf Berufe vorbereiten konnten, diesie bis zur Rente mehr oder weniger so ausführenkonnten, wie sie es gelernt hatten. Vorbeiauch die Zeiten, da wir in Ergänzung zur heimischenErziehung und auf der Grundlage einesgesellschaftlichen Konsenses einen homogenenWertekodex vermitteln konnten, der auchauf lange Sicht stabil zu sein schien. Schade,aber die 50er Jahre des letzten Jahrhundertsscheinen endgültig vorbei. Beklagenswert, aberauch eine Herausforderung für Schule, die ihranvertrauten Menschen zu befähigen, durchReflexion und Urteilskraft Kompetenzen zu entwickeln,mit denen sie sich fachlich, methodischund sozial weiterbilden können, neue und konsistenteOrientierungen und Werthaltungen zuschaffen und das friedliche Zusammenleben ineiner pluralen Gesellschaft einzuüben.Mehr als ein ErsatzfachDem Fach Praktische Philosophie kommt beidiesem Auftrag eine Schlüsselstellung zu, daes zu einer zusammenhängenden Behandlungvon Sinn- und Wertfragen beiträgt. Währenddies im Religionsunterricht auf der Grundlageeines Bekenntnisses geschieht, wird hier dieseAufgabe in mehrperspektivischer Form übernommen,im Sinne einer sittlich-moralischenOrientierung ohne Bindung an eine bestimmteReligion oder Weltanschauung. Der Unterrichthat daher die Aufgabe, den Schüler(innen) dabeizu helfen, Kriterien für die Beurteilung undGewichtung konkurrierender Wertvorstellungenzu entwickeln und tragfähige kognitive, emotionaleund soziale Orientierungen und Kompetenzenauszubilden. Die das Handeln leitendenWertvorstellungen unseres Gemeinwesens sindin ihrer Wirkmächtigkeit und Legitimität nur zuverstehen und zu beurteilen durch einen Rückblickauf ihre jeweiligen ideengeschichtlichenWurzeln sowie ihre Ausprägungen in kulturellen,gesellschaftlichen, politischen, wirtschaftlichenund technischen Entwicklungen. Die Wertvorstellungensind verbunden mit Aspekten philosophischer(reflektierter und vernunftbezogener)Welt- und Sinnerklärungen und mit denSinnstiftungen der Weltreligionen. Aus der Begegnungmit diesen geschichtlich gewordenenZusammenhängen und ihrer Erörterung erwächstauch die Einsicht in die Notwendigkeitzur interkulturellen Verständigung, Toleranz undFundamentalismuskritik.Handeln dürfenDiese Werteindifferenz des Faches schlägt sichauch in der pädagogischen Planung und Gestaltungdes Unterrichts nieder: Ausgangspunkt fürdas, was thematisiert und aufgearbeitet wird,sind die Erfahrungen der Schüler(innen), ihreDeutungsmuster und Sichtweisen, mit denensie ihre Lebenswelt, ihren Alltag erklären undwahrnehmen. Aus diesen Erfahrungen kommendie Fragen und Problemstellungen, die Orientierungsbedarfsignalisieren. Dorthin zurück sollendie Ergebnisse der gemeinsamen Aufarbeitungihre Wirkung entfalten. So kommt denSichtweisen, Fragen und Erfahrungen derSchüler(innen) für die inhaltliche Planung undDurchführung des Unterrichts konstitutive Bedeutungzu. Zur Unterstützung der selbstständigenReflexion werden ihnen Sachinformationen,Instrumente und Verfahren zugänglich gemacht,24


mit deren Hilfe sie eigene Positionen und Werthaltungenbefragen und überprüfen können.Etwas PraktischesDie Bezeichnung des Faches als PraktischePhilosophie mag angesichts der klassischenUnterteilung in praktische und theoretische Philosophiezunächst irritieren. Das Praktische andiesem Unterrichtsfach bezieht sich hier nichtauf wissenschaftliche Disziplinen der Philosophie,sondern soll sowohl auf das korrelativedidaktische Prinzip hinweisen als auch dieHandlungsorientierung in den Vordergrund stellen:Praktische Philosophie erschöpft sich wederals Geschichte der in ihr entwickelten Systemeund Entwürfe, deren man sich rezeptologischbedienen kann, noch ist sie esoterischspekulativesEntwerfen privatimer Ideen. Philosophiensind immer Antworten, die man stetsneu befragen kann und muss und deren Kenntnishilft, Fragen zu formulieren. Wenn am Endeeiner Unterrichtsstunde mehr Fragen da sindals vor dem Unterricht, ist das Ziel nicht verfehlt.Ein Kurs Praktische Philosophie darf insofernkein Kurs zur Philosophie sein, vielmehrist er selbst Philosophie. Schüler(innen) lernenfolglich keine philosophischen Modelle oderSysteme, sie lernen und üben zu philosophieren,d. h. vernünftig zu reflektieren. Unterrichtin Praktischer Philosophie ist dann das, was Philosophieseit der sokratischen Antike wesentlichzu sein beansprucht: kritischer Dialog.Beantwortung sie die Bedingung der Möglichkeitder jeweiligen Frage und Antwort auszuweisenhat: Was kann ich wissen? Was soll ichtun? Was darf ich hoffen? Was ist der Mensch?Er skizzierte damit die klassischen Disziplinender Philosophie, nämlich Epistemologie, Ethik,Metaphysik und Anthropologie. Bewegen wiruns suchend nach letzten Gründen im Antwortraumdieser Fragen, philosophieren wir. Mittel,Wege und Zwecke, die philosophische Konzeptein ihren Antworten hierzu bereitstellen, sindaber nur solche, die unmittelbar wieder zum Dialogauffordern. Praktische Philosphie ist so auchFragen auf Antworten finden, die bereits bereitliegen,aber nicht oder anders befragt wurden.FragenkreiseDas Kerncurriculum hat diese vier kantianischenGrundfragen nun auf sieben Fagenkreise erweitert,was die Schülerorientierung noch stärkerin den Vordergrund hebt: Die Fage nach: - demselbst, - dem anderen, - dem guten Handeln,- Recht, Staat und Wirtschaft, - Natur und Technik,- Wahrheit, Wirklichkeit und Medien, - Ursprung,Zukunft und Sinn - Fragehorizonte, diedas gesamte Spektrum menschlichen Seins betreffen.Christian NoverVernunft und EmpathieAuch der Unterricht in Praktischer Philosophieist der Wissenschaftsorientierung verpflichtet.In unserem Fach lässt sich das im Prinzip Vernunftspezifizieren: Die Instanz, von der und vorder Ansprüche auf Wahrheit und Richtigkeit vonAussagen und Positionen geltend gemacht werdenmüssen, ist die Vernunft. Weder die Autoritätder Lehrer(innen) noch Überwältigungsversucheanderer Personen oder Gruppen, sondernlediglich der herrschaftsfreie Zwang desbesseren Arguments darf sich als orientierendeKraft erweisen.GrundfragenFür Kant waren es vier Grundfragen, welchensich die Philosophie zu stellen hat und deren25

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