Jahresrückblick 2012 - Mountain Wilderness

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Jahresrückblick 2012 - Mountain Wilderness

2012Engagementfür eineintakte Bergwelt1


STOP DEM ALPENKONSUM!Die Alpen verkommen immer mehr zum Konsumgut: Hängebrücken, Rodelbahnen, Heliskiing, Offroadfahrten. Oft darfdie grandiose Alpennatur kaum mehr sein als banale Hintergrundkulisse. Dagegen wehren wir uns konsequent – Stop demKonsum unser einzigartigen Berglandschaft!Stop HeliskiingAuch im Jahr 2012 hat sich mountain wildernesssowohl mit der Stop-Heliskiing Demo als auchauf politischer Ebene für Natur und Ruhe in denBergen und somit gegen einen exklusiven Spass© Katharina Conradin© Jan GürkeStop BMW-Fahrtrainings am FlüelapassNachdem im Jahr 1999 der Vereina tunnel alswintersichere Verbindung vom Prättigau ins Engadineröffnet wurde, verfügte der Kanton Graubündenvon November bis Mai auf der Flüela-auf Umweltkosten eingesetzt. Schon seit Jahrenpassstrasse die Wintersperre. Dadurch kehrtebeteiligen wir uns mit kritischem Blick an denfür kurze Zeit Ruhe und Stille in das Tal ein.Verhandlungen betreffend die Gebirgslande-Doch seit dem Winter 2004 / 05 führt die BMWplätze (GLP).Schweiz AG während rund 30 Tagen auf derFlüelapassstrasse und dem vereisten Schotten-Ganz besonders kritisch beurteilen wir dabeisee Winterfahrtrainings durch. Der durch diedie Verzögerungstaktik seitens des Bundesam-«Fahrtrainings» verursachte Lärm, die Luftver-tes für Zivilluftfahrt (BAZL): Der Bundesauftragschmutzung und die drohende Gewässerver-zur Überprüfung der GLP auf ihre Naturverträg-schmutzung am Schottensee bedeutenlichkeit wurde im Jahre 2000 dem BAZL erteilt.Auch die Grundsatzfrage, ob und in welchemAusmass Heliskiing weiterbetrieben werdendarf, sollte hierbei geklärt werden. Erst im Jahr© Kirsten SchützFertig ruhig im Flüelatal: «Dank» BMW mit seinen Winterfahrtrainings.einen massiven Eingriff in die Naturlandschaft.vermindert das touristische Kapital, die schöneund ruhige Landschaft. mountain wildernessschweiz setzt sich fürein Verbot der Fahrtrai-2007 startete dieser Prozess mit der GLP-Über-nings ein.prüfung in der Region Wallis-Südost. Interessendes Natur- und Landschaftsschutzes wurdenkaum berücksichtigt. Gegen die Festsetzung derGLP gingen im Jahr 2011 mehrere Klagen ein.In einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichtsvom Dezember 2011 wurde das BAZL als© mountain wilderness© mountain wildernessStop OffroadWem gehören die Berge? Eigentlich niemandem,denn wir sind nur zu Gast. Und genau sosollten wir uns auch darin bewegen. Leider sinddie Meldungen betreffend illegaler Geländefahrten2012 gestiegen. Gut möglich, dass diefederführende Institution dazu aufgefordert,Sensibilisierung 2012 mittels neuer Webformu-das Gebiet neu zu beurteilen und dabei einlare, Flyern, der Demonstration auf demGutachten der eidgenössischen Natur- undLukmanier, der Aktion zum Tag gegen den LärmHeimatschutzkommission (ENHK) einzuholen.und diverser Medienberichte Früchte trägt.Seither ist nichts mehr geschehen. Nicht eineBefriedigend ist die Geschichte aber nicht –einzige der sieben Regionen ist bis anhinTaten müssen her! So melden wir nun alleabschliessend beurteilt worden. mountainGemeinsam gegen das Heliskiing. Die Stop-Heliskiing-Demo fand am 1. April 2012 statt.Vergehen systematisch den lokalen Polizeibe-wilderness stellt sich zu Recht die Frage: Wannhörden, Gemeinden und zuständigen Ämternwird dieser Prozess endgültig abgeschlossensein? Wir bleiben dran!Demonstration 2012: mountain wilderness schweiz auf den Spuren von Schneetöffs...und fordern sie zum Handeln auf. Dabei werdenwir ernst genommen und es passiert etwas.Projektwebseite: www.stop-offroad.chMeldeformular: www.stop-offroad.ch/meldung2 3


NATURVERTRÄGLICHER BERGSPORTDer Mensch soll die ursprüngliche Bergwelt erfahren und erleben dürfen. Im Gegenzug zeigen wir Respekt vor den Bergenund setzen uns ein für einen Bergsport, der verantwortungsvoll mit seiner wichtigsten Ressource – der Natur – umgeht.Damit auch in Zukunft noch echte Bergerlebnisse möglich sind.© mountain wildernessAlpentaxi.chWas haben Wildtiere und die umweltbewusstenGipfelstürmer gemeinsam?Beide nutzen die verfügbare Energiesinnvoll. Während die Wildtiere im Winterihre Energiereserven durch Ruhe einspa-mit der ursprünglichen Natur vor, währendund nach dem Klettern beschäftigen unsgenauso intensiv wie früher.Zusammen mit der UIAA haben wir andem Nachfolge-Dokument zu «To Bolt orNot to Be» gearbeitet – herausgekom-© Caro Northren, können naturbewusste Bergsportlermen ist im Oktober 2012 das Dokumentdank Zug, Bus und AlpenTaxi in die Berge«The UIAA Policy on the Preservationreisen, ohne das Auto zu nutzen. 2012of Rock for Adventure Climbing», welchesRespektvoll in die Berge – mit einem von rund 300 AlpenTaxis.erreichte das AlpenTaxi viele Pässe undGipfel – insbesondere in der Vernetzung.z.Zt. in viele Sprachen übersetzt undweltweit unter Kletterern und VerbändenÜber 300 AlpenTaxis verkürzen den Wegverbreitet wird.zum Berg, sowohl auf der neu dreisprachigenProjektwebseite, wie auch bei derSperrungen von Kletterrouten oder garTourenplanung über Bergportal, derganzen Klettergebieten aufgrund Natur-Führerliteratur, auf Arrlee und bald auchschutzinteressen haben uns vor 10 Jahrenbei Schweiz Mobil. Noch flexibler geht esnoch nicht beschäftigt – jetzt werden siebald mit der mobilen Webapplikation.langsam zum Thema. Aber auch dasAlpenTaxi.ch / TaxiAlpin.ch / TaxiAlpino.chClean Climbing beschäftigt uns weiter,Anfangs 2012 wurde die zweite und starkerweiterte Auflage des Ticino keepwild!climbs Kletterführers veröffentlicht undim Juni fand ein Clean Climbing Kursexklusiv für mountain wilderness Mitglie-keepwild!Ausübenden, Anbietern und Natur-der im Bedretto-Tal statt – wenigerIm Jahre 2012 wurde die keepwild!schützern zu fördern und wo nötig aucherfolgreich waren leider die keepwild!Kampagne von mountain wildernesszu moderieren. Ein Meilenstein derclimbing days auf der Alpe Spluga –Schweiz zehn Jahre alt. Zwar ist keepwild!bisherigen keepwild! Kampagne wardiese sind wegen eines kräftigen Süd-damit noch lange nicht volljährig, abersicherlich die Produktion einer DVD zumstaus ins Wasser gefallen.immerhin ist es ein runder Geburtstag,Thema Clean Climbing (2005, Jan Gürkewelcher einen kurzen Rückblick verdientund Robert Jasper) und die Veröffentli-hat. Im Jahre 2002 gründete die Stiftungchung des ersten Clean ClimbingSave the Mountains zusammen mit moun-Kletterführers «Best of keepwild!climbs»tain wilderness schweiz «keepwild! – die(2006, Panico Verlag).© Andrew BurrUmweltfachstelle für Trendsportarten»aufgrund der wachsenden Zahl an neuenFreizeitangeboten in den Bergen.Ziel war und ist es den Dialog zwischenDie Diskussionen um die begrenzteRessource Fels sind nach wie vor imGange; Routen zu erschliessen, Routenzu sanieren und vor allem der Umgang4 5


Schutz der ursprünglichenGebirgslandschaftenAUSBLICK 2013mountain wilderness schweiz setzt sich dafür ein, dass unberührte und wilde Gebirgslandschaften erhalten bleiben.Neuerschliessungen stellen wir uns ebenso entgegen wie immer grösseren und spektakuläreren Ausbauprojekten.Damit wir auch in Zukunft in den Alpen noch wilde Natur vorfinden.Seit letztem Herbst beschäftigen wir uns intensiv mit uns selbst. Noch läuft unser Strategieprozess. Was klar ist:Die Bergwelt steht nicht zum Verkauf. Gegen den zunehmenden «Naturkonsum» mit seinen vielfältigen Gesichternwehren wir uns. Dafür möchten wir die Menschen begeistern, die Berge «pur» zu geniessen. Appenzellerstatt Astronautenfood, Höhenmeter statt Hängebrücken, Via Alpina statt Via Ferrata. Dieses Kernverständnis wirdsich auch 2013 in unseren Projekten zeigen:Schutz der ursprünglichen GebirgslandschaftenWas das Jahr 2013 bringtEs wird in Skigebiete investiert, als ob es den Klimawandel nicht gäbe. Insgesamtfast 200 Millionen sollen allein der Ausbau und die Skigebietsverbindung zwischenGrenzen setzenAndermatt und Sedrun und diejenige zwischen Lenzerheide und Arosa kosten.Wo der schnelle Konsum die Natur schädigt,Gegen dieses Wettrüsten auf Kosten der Bergnatur wehren wir uns. In drei Fällensagen wir weiterhin Stopp. Seien es Quads,© mountain wildernessIm Unteralptal wird als Kompensationsmassnahme für dieSkigebietsverbindung ein Landschaftsschutzgebiet geschaffen.konnten wir im 2012 deutliche Verbesserungen zugunsten der Natur erreichen:Skigebietsverbindung Andermatt-SedrunÜber mehr als ein Jahr zogen sich die Verhandlungen betreffend die SkigebietsverbindungAndermatt-Sedrun hin. mountain wilderness war bezüglich der Ausbauplänevon Anfang an kritisch – doch ein Gesetz, das neue Pisten und Skianlagen perse verbietet, gibt es so einfach nicht. In einem zähen Ringen konnte dennoch ein© Katharina ConradinSchneetöffs, neue Gebirgserschliessungen oderSpass-Flüge.WachrüttelnVom Kletterturm zur Rodelbahn: Im Frühjahr2013 veröffentlichen wir eine umfassendeDokumentation über die «Funparkisierung» derSchweizer Alpen.Kompromiss gefunden werden. Das geplante Skigebiet wird signifikant reduziert:Rund ein Drittel der Pisten wird nicht gebaut werden, der St. Anna-GletscherAufräumenbleibt von einem Ausbau verschont. Zudem verpflichtet sich der Kanton zum schonWer ausbaut, muss aufräumen. Im Jahrlängst fälligen Rückbau der nicht mehr genutzten Liftanlagen am Winterhorn2013 wollen wir eine zerfallene Militärruineund schafft zwei Landschaftsschutzgebiete im Unteralptal und im Gebiet Tgombrasrückbauen. Details folgen!(Gemeinde Tujetsch).Sehnsucht weckenDas Urdental trennt – noch – die beiden SkigebieteLenzerheide und Arosa.© Hans SchneiderSkigebietsverbindung Lenzerheide-ArosaRund 1700 m Luftlinie trennen die beiden Skigebiete Lenzerheide und Arosa –noch. Schon im Herbst soll mit dem Bau einer Pendelbahn zur Überwindung des« Hindernis » Urdental begonnen werden. Mit unserer Einsprache konnten wirzwar dies nicht verhindern – doch im Gegenzug müssen die Bergbahnen für eineüberdimensionierte Verbindungsbahn in Parpan eine andere Lösung finden. Zudemwird der Anschluss an den öffentlichen Verkehr verbessert und der WildschutzOben: Aufstieg zum Zinalrothorn (VS).Unten: Aufstieg zum Piz Fliana (GR).© Katharina ConradinIm Herbst vergeben wir den Prix Wildernessfür den inspirierendsten Kurzfilm zum ThemaWildnis. www.mountainwilderness.ch/pwBeispiel seinNaturverträgliches Berggehen will gelerntsein – unsere neuen Infomaterialien zum Klettern«zeigen, wie’s geht».verstärkt.© Katharina ConradinGipfelkreuz BristenEin neues, rund 4 m hohes Gipfelkreuz hätte nach den Plänen eines lokalen Architektenden wilden Bristen bald zieren sollen. Diese Ausstattung fanden wir unnötig undverlangten den Verzicht auf das Bauwerk. Der gleichen Meinung war auch der KantonUri. Das alte Steinkreuz bleibt bestehen. Ein kleiner, feiner Erfolg auf ganzer Linie.mountain wilderness schweiz –damit wir auch in Zukunft nochwilde Bergnatur finden.Das pittoreske Steinkreuz auf dem Bristen bleibt sowie es ist – und das ist gut so.8 9


100 Prozent100 ProzentKomfortH A G L Ö F S L O G O T Y P EBASIC LOGOTYPE. TO BE USED AS NEGATIVE WHITE ON A BLACK OR DARK BACKGROUNDH A G L Ö F S L O G O T Y P EBASIC LOGOTYPE. TO BE USED AS NEGATIVE WHITE ON A BLACK OR DARK BACKGROUNDSpitz II JacketSkarn PantROC 35ACE alpine & climbingequipment AGACE alpine Postfach & climbing 62equipment 8873 Amden AGinfo@acesport.chPostfach 62Tel. 055 8873 611 Amden 61 61info@acesport.chwww.haglofs-swiss.chTel. 055 611 61 61

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