REISEBERICHT: OLDTIMER - Kradblatt

kradblatt

REISEBERICHT: OLDTIMER - Kradblatt

Januar 2009

Kostenlos!

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FAHRBERICHTE:

www.kradblatt.de 22. Jahrgang

Für Motorradfahrer im Norden

Mit großem

Kleinanzeigen

Markt

KAWASAKI KA ASAKI Ninja 250 · HONDA CB 125 F

H 25130

OLDTIMER:

Motobi 250

REISEBERICHT:

Peloponnes

Von Motorradfahrern für Motorradfahrer


IMPRESSUM

K R A D B L A T T

Verlag: Reinken GmbH

Auf dem Berge 26, 28844 Weyhe

Tel. 0 421 / 841 330 • Fax 0 421 / 80 92 348

Keine telefonische Annahme von Kleinanzeigen!

Redaktion:

Berthold Reinken (Leitung),

Günter Pfeifer, Marcus Lacroix

Jens Rademaker, Jens Möller

sowie Leser

des KRADBLATT

Gewerbliche Anzeigen:

Berthold Reinken

Jens Rademaker

Jens Möller

Großraum Nördliches Schleswig-Holstein:

Günter Pfeifer • Tel. 0 46 38 / 4 20

Großraum Bremen:

B. Deißler • Tel. 0 421 / 35 35 33 bma

Weitere ständige Mitarbeiter:

Klaus Herder, Manfred Mosberg

www.kradblatt.de

Druck:

HUMBURG Bremen

KRADBLATT erscheint monatlich. Für unverlangt

eingesandte Manuskripte, Fotos und Vorlagen

übernehmen wir keine Haftung. Namentlich

gekennzeichnete Leserbriefe und Beiträge geben

nicht unbedingt die Meinung der Redaktion

wieder, sind aber herzlich willkommen. Die

Urheberrechte für Annoncen, Entwürfe, Fotos

und Vorlagen sowie der gesamten graphischen

Gestaltung bleiben bei der Reinken GmbH und

dürfen nur mit ausdrücklicher schriftlicher

Genehmigung weiterverwendet werden.

Der Bezugspreis für ein KRADBLATT-Jahresabo

beträgt 20.-€. Bestellschein auf Seite 47.


Hallo KRADBLATT-Leser

Endlich ist es da: Das Jahr

des Motorrades! Wie jetzt?

Wer, wie, wo, was und wer hat

das gesagt? Ich! Ich, der Chef

vom Kradblatt, erkläre das

Jahr 2009 zum Jahr des Krads.

Kann mir ja keiner verbieten.

Und was keiner verbieten

kann, mache ich immer besonders

gern, zum Beispiel „daß”

immer noch mit „ß” schreiben.

Weil ich die neue Rechtschreibung

für genauso bekloppt

halte, wie ein Jahr zum Jahr

des Sumpfdotterknöterichs zu

erklären. Kann man ja gleich

2009 zum Jahr der Latextaschentonnenfederkernmatratze

bestimmen. Würde die Firma

Dunlopillo vielleicht toll finden,

deshalb aber wohl nicht

mehr verkaufen. Wer sich aber

damit durchsetzen kann, daß

die Öffentlichkeit sein spezielles

Hobby auf den Schild hebt,

der hat zumindest so viel erreicht,

wie Frau Sengstake, die

soeben ihr Jodeldiplom erhalten

hat. Und mein und Euer

Hobby, liebe Leser und Leserinnen,

ist nun mal das Motorrad.

Sollen doch die Spießer in

unserem Land Schnecken oder

Schachtelhalme bevorzugen,

für uns ist das Motorrad wichtiger

und deshalb erkläre ich

2009 zum Jahr des Motorrades.

Wir sollten zum Beispiel

im neuen Jahr mehr fahren als

bisher, das Auto lieber stehen

PS: Auf dieser Seite

kommen auch unsere Leser

zu Wort. Schreibt uns, wenn

Ihr „was zu sagen” habt.

3

lassen, öfters den Dealer unseres

Vertrauens aufsuchen, ihm

Arbeit geben und etwas abkaufen,

was gut für unser Krad

und damit für uns ist. Dann

geht es dem Händler gut, er

hat Geld für Werbung im

Kradblatt und ihr liebe Leser

erhaltet unser Heft weiter für

nix Euro. Ist das nicht ein prima

Plan. Das sind doch genug

Gründe, 2009 zum Jahr des

Krads zu erklären, auch

wenn’s eigentlich niemanden

interessiert.

Ich wünsche Euch allen ein

Super-Motorradjahr.

Berthold Reinken


DIE W

Mit ziemlicher Sicherheit sind Sie

ein netter männlicher Mittvierziger,

der mit Haarausfall, leichtem Übergewicht

und schwer pubertierendem

Nachwuchs zu kämpfen hat. Eben ein

typischer Motorradfahrer und Kradblatt-Leser.

Und dem gehen japanische

250er, die nicht die Kürzel GT

oder RD in der Typenbezeichnung


ILL NUR SPIELEN

W

enn Sie diese Zeilen lesen, haben Sie Weihnachten und

Silvester hoffentlich heil überstanden und laufen in Sachen

Motorrad vermutlich etwas auf Reserve. Das Wetter ist aller

Voraussicht nach winterlich mies, Ihr Mopped steht traurig in

der Garage, und bis zum Saisonstart ist es noch verdammt lange

hin. Mal ehrlich: Möchten Sie in dieser unbefriedigenden

Gesamtsituation unbedingt etwas über ein Vernunft-Motorrad

für Anfänger, Wiedereinsteiger, Motorrad fahrende Berufspendler

und kleine Frauen lesen? Wahrscheinlich nicht, denn

höchstwahrscheinlich sind Sie gar kein Anfänger, Wiedereinsteiger

oder ein Motorrad fahrender Berufspendler. Und eine

kleine Frau sind Sie schon mal gar nicht.

tragen und 30 Jahre alt sind, gelinde

gesagt, am Arsch vorbei.

Doch um ein ebensolches Motorrad

soll es hier gehen. Halt, stop - bevor

Sie jetzt ansatzlos zum Kleinanzeigenteil

wechseln oder das Studium

Ihrer Lieblings-Klolektüre sogar ganz

einstellen, habe ich eine gute Nachricht

für Sie: Eigentlich kommt die

250er, um die es hier gehen soll, gar

nicht aus Japan. Womit wir auch

schon bei der (vermeintlich) schlechten

Nachricht wären: Die Kawasaki

Ninja 250R kommt aus Thailand, wo

übrigens auch die Kawasaki ER-6n

und diverse Triumph-Modelle montiert

werden. Doch abgesehen davon,

daß die thailändische Verarbeitungsqualität

der japanischen praktisch

nicht nachsteht, hat die Sache einen

echten Vorteil: Das Teil ist unverschämt

günstig. 4445 Euro, nagelneu,

mit Garantie. Also in einer Größenordnung,

die das Kawasaki-grüne

oder dezent-schwarze Spielzeug als

Zweit- oder Drittmotorrad interessant

macht.

Genau das ist es, worauf diese Geschichte

hinaus will: Dieses knuffige

Motorrad ist auch und besonders für

gestandene Motorradfahrer interessant,

die das alljährliche Stärkerschneller-böser

nur noch anödet, und

die sich eigentlich nichts mehr beweisen

müssen. Wenn wir alten Säcke

uns nämlich insgeheim fragen, welche

motorisierten Untersätze in unserer

Zweirad-Karriere eigentlich am

meisten Spaß gemacht haben, werden

die Antworten möglicherweise „mein

Kleinkraftrad” oder „mein erstes Motorrad”

lauten. Natürlich verklärt die

Erinnerung immer ein wenig, aber

das Gefühl, ein Fahrzeug wirklich zu

beherrschen, es an seine Grenzen zu

bringen und damit womöglich größere

und stärkere Fahrzeuge ärgern zu

können, ist einfach ziemlich gut. Bei

einem 150-PS-Eisen kräftig am Quirl


6 Fahrbericht

zu drehen, kann jeder Depp. Zumindest

auf der Geraden. Mit einem vermeintlich

untermotorisiertem Kleinteil

flott unterwegs zu sein, ist da

schon eine ganz andere Herausforderung.

Und diese Herausforderung

gönnen sich erstaunlich viele Oldies:

Wer sich die Starterlisten bei Mofaund

Rollerrennen anschaut, wird dort

erstaunlich viele Vertreter der Ü-40-

Generation entdecken.

Die Auspuffanlage wurde extra

für die 250er Ninja neu konstruiert.

Beachtenswert zudem die

Aufnahmen an der Schwinge für

einen Heckständer und die Kronenmutter

samt Splint als Achssicherung.

Kawasaki scheint davon

noch einige auf Halde zu haben...

Für die bietet die Kawasaki Ninja

250R einen äußerst „seniorenfreundlichen”

Arbeitsplatz. Ob 1,65 Meter

kurz oder 1,90 Meter lang; ob Spargeltarzan

oder Holstengeschwür-Träger

- auf der vollgetankt 172 Kilo

leichten Kawa sitzt jeder bequem. Jeder!

Die 765 mm Sitzhöhe und das

perfekt dimensionierte Sitzkissen haben

maßgeblichen Anteil am Draufsetzen-und-sofort-wohlfühlen-Effekt.

Die Doppelkolben-Einscheiben-

Bremse verzögert sicher und den

Fahrleistungen entsprechend.

Guten Windschutz bietet die Verkleidungskanzel,

die deutliche

Anleihen an den großen Ninja-

Modellen nimmt.

Der sportlich-enge Kniewinkel erinnert

an alte Zeiten und ist etwas für

Menschen, denen der Begriff „Knieschluß”

noch etwas sagt. Der relativ

breite Lenker sitzt dafür hoch genug,

um ohne übermäßigen Druck auf die

Handgelenke und aufrecht sitzend

durch den Stadtverkehr wuseln zu

können. Und er ist niedrig genug

montiert, damit man sich außerorts

hinter der erfreulich viel Windschutz

bietenden Verkleidung zusammenfalten

kann. Die Handhebel sind nicht

verstellbar und die Spiegelausleger zu

kurz - geschenkt, denn wir erinnern

uns: 4445 Euro. Das Cockpit im Stil

der 80er Jahre informiert übersichtlicht,

jedweder LCD-Zirkus ist gottlob

abwesend.


ER-6n ABS

Ab Frühjahr 2009!

VERTRAGSHÄNDLER IN IHRER UMGEBUNG:

20539 Hamburg · Helge Hoffmann · Billhorner Kanalstr. 56-58 · Tel. 0 40 / 219 710 12 · www.kawasaki-hamburg.de

21380 Artlenburg · Jens Oldenburg Zweiräder · Lorenz-Müller-Str. 1 · Tel. 0 41 39 / 73 66 · www.jens-oldenburg.de

22145 Hamburg - Stapelfeld · Motbox · Stormarnring 30 · Tel. 0 40 / 67 56 39 50 · www.motbox.de

23560 Lübeck · TurboMaxx · Mönkhofer Weg 98 · Tel. 04 51 / 58 230 - 11 · www.turbomaxx.de

24534 Neumünster · Motorrad Weber · Haart 39 · Tel. 0 43 21 / 28 162 · www.motorrad-weber.de

25451 Quickborn · MK-Bikes · Harksheider Weg 2 · Tel. 0 41 06 / 807 954 · www.mk-bikes.de

25693 St. Michaelisdonn · Heller u. Soltau oHG · Johannßenstr. 37 · Tel. 0 48 53 / 8 00 90 · www.HE-SO.de

25899 Niebüll · Zweirad Center Jansen · Hauptstraße 8 · Tel. 0 46 61 / 49 80 · www.zweiradcenter-jansen.de

27389 Lauenbrück · Team Wahlers GmbH · Schmiedeberg 7 · Tel. 0 42 67 / 95 470 · www.team-wahlers.de

28279 Bremen · Akashi Bike Store · Julius-Bamberger-Straße 6 · Tel. 04 21 / 83 60 60 · www.akashi-bikestore.de


8 Kawasaki

Stichwort 80er Jahre - welch brillante

Überleitung zum Herz der Mini-

Ninja. Unterm sauber verarbeiteten

Kunststoffkleid und im nicht minder

ordentlich gemachten Brückenrahmen

aus Stahl steckt ein alter Bekannter.

Der flüssigkeitsgekühlte Reihenzweizylinder

sorgt bereits seit

über 20 Jahren für zuverlässigen Vortrieb

und hat maßgeblichen Anteil

daran, daß die 250er zu einem der

weltweit erfolgreichsten Kawasaki-

Modelle wurde. In Deutschlang bislang

eher unbekannte, ist die EX250

(so lautet das interne Kawa-Kürzel)

zum Beispiel in den USA die bestverkaufte

Kawasaki. Was auch damit zu

tun haben dürfte, daß die auch als

GPX 250R bzw. ZZR 250 vermarktete

Maschine in Amiland bislang nur

2999 US-Dollar kostete. Fürs 2008er-

Modell gab’s eine umfangreiche Modellpflege,

die der mit den Kosenamen

„Ninjette” oder auch „Baby Ninja”

versehenen Maschine laut Kawasaki

70 Prozent Motoren-Neuteile,

größere Räder und eine komplett

neue Auspuffanlage bescherte. Die

Amis zahlen jetzt 500 Dollar mehr,

was im Vergleich zum alten Europa

immer noch unverschämt günstig ist.

Doch bevor die Schnäppchenjäger

unter unseren Lesern den Begriff „Eigenimport”

vor ihrem geistigen Auge

Revue passieren lassen, sei noch auf

einen gravierenden Unterschied hingewiesen,

der den Kauf in den USA

Stadtverkehr kann die kleine Ninja richtig gut, auch weil

172 kg vollgetankt und 33 PS Höchstleistung durchaus

zum Ausbeschleunigen von Bürgerkäfigen reichen.

uninteressant macht: Die US-Version

wird über zwei 30er-Keihin-Vergaser

mit Sprit versorgt, die Europa-Ninja

bekommt den Kraftstoff über eine

Einspritzanlage zugeteilt - und die ist

für die Einhaltung der Euro-3-Grenzwerte

und damit für die Zulassung

zwingend erforderlich.

Flüssigkeitskühlung, Einspritzanlage,

Doppel-Drosselklappen, Vierventil-Zylinderköpfe,

Tassenstößel,

Sechsganggetriebe - das ist ein durchaus

moderner Motor, mit dem ganz

sicher über 40 PS locker machbar

wären. Kawasaki läßt es bei 33 PS

gut sein, denn damit paßt sie perfekt

zur 34-PS-Stufenführerscheinregelung,

die maximal 0,16 kW pro Kilogramm

Trockengewicht erlaubt - die

Ninja reizt das Limit mit 0,155 kW

praktisch aus. Aber wir wollten ja

nicht über ein Einsteigermotorrad berichten.

Hier geht’s um ein Alte-Männer-Spielzeug.

Und wir Senioren

fühlen uns wie in besten Teenager-

Zweitakt-Tagen, wenn es darum geht,

der 250er Leistung zu entlocken. Oh-


ne hohe Drehzahlen geht nichts. Gar

nichts. Okay, ab 3000 Touren nimmt

der Twin sauber Gas an, doch die

Drehzahlmessernadel sollte schon

senkrecht stehen, also irgendetwas

zwischen 7000 und 8000 U/min anzeigen,

damit das Spielzeug wenigstens

etwas zum Feuerzeug wird. Die

Höchstleistung liegt ohnehin erst bei

11000 U/min an, und bis zum Eingreifen

des Drehzahlbegrenzers dreht

die Viertaktorgel noch munter 2000

U/min höher. Drehzahlbegrenzer? Jawohl,

was auf Fireblade, R1 und Co.

im Alltagsbetrieb eine eher selten genutzte

Einrichtung ist, wird auf der

Ninja 250R zum regelmäßigen Spielpartner.

Das mag für gestandene

Drehmoment-Surfer befremdlich wirken,

hat aber durchaus seinen besonderen

Reiz, weil es eben unheimlich

locker und spielerisch abläuft. Der

muntere Twin wirkt nie angestrengt,

hat spürbar Spaß an der Drehzahl-Orgie

und verkraftet die heftigen Kurbelwellen-Rotationen

völlig problemlos.

Hier wird nicht ein harmloser Uralt-Motor

erbarmungslos gequält, hier

wird eine genau für diesen Einsatzzweck

gebaute Konstruktion artgerecht

genutzt. Die

besagten Lang-

Ninja 250R 9

zeiterfahrungen attestieren der kleinen

Ninja zudem sehr hohe Zuverlässigkeit,

es darf also mit absolut ruhigem

Gewissen kräftig georgelt werden.

Die butterweiche Kupplung und

das praktisch ohne spürbaren Widerstand

zu schaltende Sechsganggetriebe

machen die Sache rund und kommen

fleißig zum Einsatz; denn ein

maximales Drehmoment von 22 Nm

bei 8200 U/min ist nicht unbedingt

das, was einer schaltfaulen Fahrweise

zuträglich wäre. Für den Sprint von 0

auf 100 benötigt die 250er rund siebeneinhalb

Sekunden, was im Vergleich

mit Mittelklasse-Motorrädern

natürlich eher mäßig ist, sich aber relativiert,

wenn man durchaus ordentlich

motorisierte PKW zum Vergleich


10 Spannendes Spielzeug

Das Cockpit informiert sachlichnüchtern

im Stil vergangener Tage,

ist damit aber sehr übersichtlich.

Für alle, die den kleinen Renner etwas

schicker machen wollen, gibt

es im Zubehör eine Abdeckung für

den Soziussitz.

nimmt. Als Höchstgeschwindigkeit

verspricht Kawasaki 160 km/h, doch

oberhalb der Autobahn-Richtgeschwindigkeit

wird’s dann doch

schon sehr zäh. Aber aus genau dieser

Not macht der gereifte Fahrer eine

Tugend. Plötzlich haben Steigungen

und Gefällstrecken wieder eine elementare

Bedeutung. Plötzlich gewinnt

der Begriff „Windschatten”

wieder an Brisanz - alles wie früher,

nur noch viel unterhaltsamer; denn

früher mußte man Kleingeraffel fahren,

heute darf man es. Aber natürlich

nicht am liebsten auf der Autobahn,

sondern im Winkelwerk zweitklassiger

Landstraßen. Anbremsen, Abwinkeln,

Umlegen, Durchstechen, Angasen

- Motorrad fahren kann so einfach

sein. 110/70-17 vorn und

130/70-17 hinten sind genau die

Größen, die man fürs unendliche

Links-rechts-links-rechts-links-rechts

braucht. Was man allerdings nicht

braucht, sind die „IRC Road Winner”,

die übrigens auch aus Thailand

stammen. Der japanische Hersteller

IRC mag gute Fahrradreifen bauen,

das geniale Fahrrad-Handling der

Ninja 250R hätte speziell aber bei

Nässe bessere Reifen verdient gehabt.

Die Universalwaffe Bridgestone BT

45 ist eine viel bessere Wahl für den

frühstmöglichen Tausch.

Zum munteren Kampf mit den Elementen

gehört auch der Umgang mit

Wer den thailändischen Serie

Bridgestones BT 45 tauscht, h

und auch Sicherheit.

Bremshebel- und Pedal. Vorn und

hinten je eine Scheibe mit je einem

Doppelkolben-Sattel, das muß reichen.

Und es reicht völlig, denn die

kinetische Energie einer Ninja 250R

spielt eben nicht in der Superbike-Liga.

Natürlich sind das keine Super-

Duper-Zweifinger-Megastopper, aber

ordentlich dosierbar und in der Wirkung

völlig ausreichend sind sie allemal.

Sie passen wie die stinknormalen,

nur hinten in der Federvorspannung

verstellbaren Federelemente bestens

zum Grundcharakter der Discount-Kawa.

Und der lautet „völlig

unkompliziert”. Wer immer schon das

unterschwellige Gefühl hatte, daß

sein Motorrad deutlich mehr kann als

er selbst, braucht ein Zweitmotorrad

wie die Ninja. Die beschert einem

nämlich Glücksgefühle, die man auf


erienpneu „IRC Road Winner” noch gegen

t, hat im Kurvengetümmel noch mehr Spaß;

den übermotorisierten Prestige-Bikes

selten bis gar nicht hat: „Ja, ich habe

die Technik mal wieder ausgereizt!

Ja, ich habe auf meiner Hausstrecke

wieder ein paar Sekunden gefunden!

Ja, ich habe dem Langweiler mit der

noch langweiligeren 600er im Kurvenlabyrinth

gezeigt, daß auch klein

gemein sein kann!”

Bitte verstehen Sie mich jetzt nicht

falsch, meine Beigeisterung für die

250er-Kawa darf nicht als ein pau-

für die Garage 11

schales„Wir-brauchen-keine-Superbikes-mehr” gedeutet werden. Ich

mag dicke, fette, hubraumstarke Maschinen.

Aber ich habe auch mit

Freude zur Kenntnis genommen, daß

eine 250er als zusätzliches Spielzeug

hervorragend in die Garage paßt.

Auch und gerade, wenn sie so völlig

problemlos (und so unverschämt günstig...)

wie die Kawasaki Ninja 250R

ist. So ganz nebenbei taugt das extrem

sparsame Gerät (3,1 Liter

Durchschnittsverbrauch auf der

Landstraße!) auch ganz hervorragend

als Untersatz für Anfänger, Wiedereinsteiger,

Motorrad fahrende Berufspendler

und kleine Frauen. Aber darüber

wollen Sie hier doch wirklich

nichts lesen, oder?

Klaus Herder

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