100 Jahre Frauenstudium - Home

stampfer.com
  • Keine Tags gefunden...

100 Jahre Frauenstudium - Home

42009Zeitung derRheinisch-WestfälischenTechnischenHochschuleAachenWolfram Seeliger,Doris Heibach,Michael Reitz undAhmed Uluvon der RWTH-Transportlogistiktrainieren mitPeter Lynen (Mitte)vom Hochschulsportzentrumim Fitnessraum (von links).Foto: Peter WinandyWir werden fit!Sie sitzen viele Stunden hinter dem Lenkrad, was den ganzenKörper und vor allem den Rücken belastet. Ausgleich bietetsich für sie wenig, da der Mensch ebenfalls zuhause beimFrühstück, Abendessen und oft auch gemütlich vor dem Fernsehersitzt. Das kann sich jetzt ändern: 31 Beschäftigte derTransportlogistik nutzen ein neues Angebot des Hochschulsportzentrumszur Gesundheitsförderung. Mit dabei ist FahrerinDoris Heibach: „Ich will diese Chance gerne nutzen undmit mir fast alle Kollegen. Für uns ist der sportliche Ausgleichsehr wichtig. Aufgrund unserer Arbeitszeiten können wir diesenhäufig nicht realisieren.“ Bis Februar 2011 wollen die Fahrerinnenund Fahrer jetzt aktiv für ihre Gesundheit werden.Maximal zehn Personen treffen sich in Kursen rund um dieThemen Bewegung, Entspannung und Ernährung. Im Vorfeldwurde vom Hochschularzt eine Analyse der Arbeitsplätze inder Transportlogistik vorgenommen und bei der Konzeptionberücksichtigt.Bundesministerium fördert das Pilotprojekt„Die Teilnahme an unserem Programm ist freiwillig“, unterstreichtPeter Lynen vom Hochschulsportzentrum und erläutert:“Wir wollen das Gesundheitsprofil der Hochschulangehörigenstärken und sind sehr gespannt, wie unser Konzeptbei den Teilnehmern ankommt. Evaluierung ist daher ein wesentlicherAspekt. Wir hoffen, das dass Aachener Pilotprojekteinmal bundesweit umgesetzt wird.“ Möglich wird das Angebot„Gesundheitsförderung und Prävention für Studierendeund Bedienstete durch Sport und Bewegung“, das in Kooperationmit den Hochschulen Wuppertal, Paderborn und Potsdamdurchgeführt wird, durch Förderung des Bundesministeriumsfür Gesundheit.„Diese Kurse sind ein Gewinn für die Beteiligten. Der bewussteund eigenverantwortliche Umgang mit der Gesundheitführt bei ihnen zu einer verbesserten Arbeits- und Lebensqualität“,betont Kanzlerstellvertreter Heinz-Herbert Kaußen, Leiterdes Verwaltungsdezernats Planung, Entwicklung und Controlling.Mit gutem Beispiel gehen er und seine Mitarbeiterinnenund Mitarbeiter voran, ebenso das Team des Lehr- undForschungsgebietes Soziologie mit dem Schwerpunkt GenderStudies. Sie partizipieren neben der RWTH-Transportlogistikjeweils als Gruppe am Modellprojekt.Wohlbefinden durch Sport, Ernährung und EntspannungVor Beginn einer Maßnahme werden zunächst die Bedürfnisseder Beschäftigten abgefragt: Suchen sie Bewegung in derGruppe oder in Einzelbetreuung? Ist eine Ernährungsberatunginteressant? Welche Entspannungsangebote würden gernegenutzt? Können Termine im Hochschulsportzentrum wahrgenommenwerden oder soll der Kursleiter in die Hochschuleinrichtungkommen? Die Ergebnisse der Befragung undmögliche Zeitfenster zur Umsetzung sind dann Grundlage fürdie Programmgestaltung. Wichtig ist dabei, dass die Kurse inden Lebensalltag dieser Hochschulangehörigen passen.Aber auch weitere interessierte Studierende und Bediensteteder RWTH können von einem breit gefächertem Angebotprofitieren: „Abnehmen leicht gemacht“ ist ein ganzheitlichesKurskonzept mit kurzen Theorieblöcken zu den Themen Gesundheit,Bewegung und Ernährungsverhalten, verbunden mitSportarten, die unter anderem das Herzkreislaufsystem stärkenund die Haltemuskulatur festigen. Die „Gesundheits-Basics“liefern mit einem Mix aus Theorie und Praxis Anregungenfür eine gesundheitsfördernde Lebensweise. „Von 0 auf30 – Laufen ohne zu Schnaufen“ will Sportanfänger zu einem130-minütigem Ausdauertraining befähigen. Auch Vortragsreihenzur Ernährung können besucht und Methoden zur körperlichenEntspannung erlernt werden. „Wir arbeiten nur mithochqualifizierten Kursleitern. Auch hier sind maximal zehn Personenvorgesehen, so dass wir individuell auf jede Teilnehmerinund jeden Teilnehmer eingehen werden“, versichert Lynen.http://www.rwth-aachen.de/gesundheitsfoerderungAngelika Hamacher100 Jahre FrauenstudiumFrauen studieren, schreiben Doktorarbeiten und sind Professorinnen. Was uns heute selbstverständlicherscheint, ist noch nicht lange so - und Stolpersteine auf dem Weg zur wissenschaftlichenKarriere gibt es nach wie vor. Erst seit dem Ende des 19. Jahrhunderts wurde an deutschen Universitätenallmählich die Immatrikulation von Frauen erlaubt, in Preußen sogar erst 1908. Im folgendenJahr öffnete dann auch die Aachener Hochschule ihre Tore für Studentinnen.Anlässlich dieses Jubiläums veranstaltete das Hochschularchiv der RWTH zusammen mit der Professurfür Geschichte der Frühen Neuzeit im November eine Tagung mit abschließender Podiumsdiskussionmit dem Titel „Exzellenz braucht Frauen“. Hierzu debattierten unter anderem MargretWintermantel als Präsidentin der HRK, Ursula Nelles, Rektorin der Uni Münster, RWTH-ProrektorinHeather Hofmeister und Historikerin Christine Roll. Die Moderation hatte Anne Reidt übernommen,Leiterin des ZDF-„heute journal“.Am selben Tag wurde im SuperC die Ausstellung „100 Jahre Frauenstudium an der RWTH“ eröffnet.Sie porträtierte Wissenschaftlerinnen, die trotz des formellen Ausschlusses von den Hochschulenschon erfolgreich wissenschaftlich arbeiteten. Ein weiterer Schwerpunkt von Ausstellungund Tagung war die Lebenswelt von Wissenschaftlerinnen und Studentinnen an der AachenerHochschule zwischen 1909 und 2009.Zu diesen gehörte Professorin Dr. Doris Schachner, die am 30. Mai 2004 100 Jahre alt gewordenwäre. Sie habilitierte sich 1933 als dritte Frau nach Maria Lipp und Gertrud Savelsberg an derAachener Hochschule. Einen Ruf an die heutige RWTH erhielt sie erst 1949, wo sie 16 Jahre langMineralogie lehrte. Doris Schachner gilt als Begründerin der modernen Erzgefügekunde, und aufihre Initiative hin wurde 1963 das Institut für Kristallographie in Aachen als eines der erstenseiner Art in Deutschland gegründet. Ab 1962 war sie Vorsitzende der Senatskommission für dasakademische Auslandsamt. 1984 wurde ihr unter anderem für ihre Verdienste bei der Ausbildungder Studierenden und der Intensivierung der Auslandsbeziehungen die Würde einer Ehrensenatorinder Aachener Hochschule verliehen. Damit war sie wiederum die erste Frau und Professorin, der einesolche Auszeichnung der RWTH zuteil wurde. Die Wissenschaftlerin war mit dem ArchitektenBenno Schachner verheiratet, der ebenfalls nach dem Zweiten Weltkrieg nach Aachen berufenwurde. Ihre gemeinsame Tochter Melitta Schachner ist heute Professorin für Neurobiologie an derUniversität Hamburg.Eine Pionierinan der RWTH –die MineraloginDoris SchachnerRepro:Institut fürKristallographieder RWTH Aachenky


Tests am Augeohne TierversucheEine stark ätzende Lösung brachte sie zusammen: Für Untersuchungenim Rahmen der Behandlung von Augenverätzungenwar Markus Frentz auf der Suche nach Flusssäure. Fündigwurde der Technische Leiter des „Aachener Centrums fürTechnologietransfer in der Ophthalmologie“ (ACTO) im Institutfür Halbleitertechnik (IHT) der RWTH. Dort ist die gefährlicheSubstanz beim Ätzen von Silizium-Wafern unerlässlich. Beider Gelegenheit stellte sich heraus, dass die Ingenieure nebender Flusssäure für das Forschungsvorhaben auch ein besondersgeeignetes bildgebendes Verfahren beisteuern konnten.Zusammen arbeiten sie jetzt an dem vom Bundesministeriumfür Bildung und Forschung geförderten interdisziplinären Projekt„REACT“ (Rating Eye exposure by an Advanced self-healingCulture Test). Neben ACTO und dem IHT ist noch dasStolberger Unternehmen Innolabtec beteiligt, das sich unter anderemauf die Automation von Laborabläufen spezialisiert hat.Um Gefahrenpotenziale bei Augenverätzungen realistisch einschätzenund Gegenmaßnahmen testen zu können, brauchtDie REACT-Projektpartner im Versuchslaborder Augenklinik im Universitätsklinikum:Markus Frentz (vorne) zeigt Norbert Schrage,Siegfried Brandter, Felix Spölerund Marie Delafontaine (von links)am Monitor eine Augenlinse.Foto: Peter Winandyman lebende Hornhäute. Trotzdem muss für die Tests undVersuchsreihen von REACT kein Tier leiden: Ein von ACTOentwickeltes Verfahren ermöglicht es, die Hornhäute vonKaninchen, die für den Verzehr gezüchtet und bereits geschlachtetwurden, tagelang am Leben zu halten. „DieGrundlage der Methode hat die Transplantation von humanenHornhäuten geliefert, bei der es mittlerweile möglich ist,das Spendermaterial 28 Tage zu lagern. Das von uns entwikkelteVerfahren baut darauf auf, und wir nutzen eine neue,spezielle Lösung“, erläutert der Mediziner Norbert Schrage.Er ist außerplanmäßiger Professor der Medizinischen Fakultätund Vorsitzender von ACTO, das eng mit der Augenklinik desUniversitätsklinikums zusammenarbeitet.Mit Laserstrahlen Versuche in EchtzeitDa der Stoffwechsel der präparierten Hornhäute über Wochenaktiv bleibt und auch die Heilung in der Hornhautkulturbeobachtbar ist, können die Wissenschaftler nun testen, welchenSchaden bestimmte Stoffe in unterschiedlichen Konzentrationenanrichten, und gleichzeitig die Wirkung von Gegenmaßnahmenund den Einsatz von Medikamenten verfolgen.Dieses Verfahren wurde durch die Zusammenarbeit mit denWissenschaftlern des IHT um eine bedeutende Komponenteerweitert. „Die optische Kohärenztomographie arbeitet ähnlichwie die Ultraschalldiagnostik nichtinvasiv. Sie erlaubt dadurchdie Beobachtung dynamischer Prozesse. Ein Laserstrahlliefert hoch aufgelöste Schnittbilder, was den Kollegen ausder Medizin ermöglicht, erstmals das Eindringen von Säurenund Laugen in die Hornhaut in Echtzeit zu verfolgen“, erläutertDr. Felix Spöler, Mitarbeiter am IHT. Früher mussten dieverschiedenen Versuchsstadien eingefroren, als Schnitte präpariertund unter dem Elektronenmikroskop analysiert werden.Das lieferte lediglich Momentaufnahmen und war sehraufwändig. „Heute bekommen wir mit wesentlich wenigerHornhäuten differenziertere Ergebnisse“, betont Schrage.Übertragung auf industrielle MaßstäbeIm Rahmen von REACT wollen die Projektpartner jetzt diesesVerfahren technisch verbessern. „Wir steuern unser Knowhowbei, um die Methode zu automatisieren. Damit bereitenwir sie für eine spätere Übertragung auf industrielle Maßstäbevor“, so Dr. Siegfried Brandtner, Geschäftsführer von Innolabtec.Die Hornhäute lagern in speziellen Gefäßen mit derNährlösung und werden der Versuchsanleitung entsprechendin festgelegten Abständen mit Flüssigkeiten betropft. Dasfunktioniert bereits halbautomatisch. Noch dauert es allerdingsanderthalb Tage, um zehn Proben zu präparieren. DieProjektpartner wollen jetzt einfachere Applikationen und Geräteentwickeln, um das Verfahren in einem nächsten Schritt fürTests in größerem Umfang tauglich zu machen. Dazu gehörtauch die Anmeldung bei einem europäischen Zentrum, das sichmit der Eignung tierversuchsfreier Methoden befasst. Denn erstwenn die Methode zugelassen ist, können die so gewonnenenErgebnisse uneingeschränkt genutzt werden.Das sehen mehrere namhafte Unternehmen mit großem Interesse.Im nächsten Jahr tritt die neue Kennzeichnungspflichtfür Chemikalien in Kraft. Neue und effizientere Testmethodenkönnten dann verhindern, dass es Produkte gibt, die gleichzeitigals hautfreundlich bezeichnet und trotzdem mit dem Etikett ätzendbelegt werden. REACT kann also Antworten auf zahlreichewirtschaftliche und medizinische Fragestellungen liefern -und das ethisch vertretbar gänzlich ohne Tierversuche.Sabine Busse2RWTH-StudentDzenan Dzaficin der Vorlesung„Entscheidungslehre“von ProfessorRüdiger von Nitzsch.Foto: Peter WinandyLernen ohne Hindernisse„Alles ist möglich, auch mit Behinderung“ – Sandra Ohlenforstwill ermutigen, Wege einzuschlagen, die auf den ersten Blick unbegehbarerscheinen. Seit vier Jahren ist die SoziologiestudentinInteressenbeauftragte behinderter und chronisch kranker Studierenderan der RWTH Aachen.Für diese müssen nicht nur die Seminar- und Vorlesungsräumeerreichbar sein. Es gibt viele alltägliche Dinge während eines Studiums,die bewältigt werden müssen. So bedeutet Barrierefreiheitfür eine sehbehinderte Studierende, dass sie die Literatur ihres Seminarsbereits frühzeitig in einer vertonten Fassung oder inBraille-Schrift erhält. Für einen hörgeschädigten Studierendenmuss während einer Lehrveranstaltung in Gebärdensprache übersetztwerden. „Die nötigen Schritte sind rechtzeitig zu veranlassen,damit die Studierenden neben ihrer körperlichen Einschränkungnicht zusätzlich durch den Mangel an Lernmaterial oderPräsentationen eingeschränkt sind“, betont Ohlenforst.Tagung „Barrierefreie Hochschuldidaktik“Im November bot die Interessenbeauftragte gemeinsam mit demIntegration Team der RWTH eine Tagung zum Thema „BarrierefreieHochschuldidaktik“ an. Diese ist ein zentraler Baustein einerchancengerechten Hochschule, die in Deutschland nach wie vornoch nicht Realität sei, so die Initiatoren. Behinderte und chronischKranke würden häufig nicht als Studierende mit besonderenBedürfnissen wahrgenommen - das gelte vor allem für diejenigen,deren Handicap nicht offensichtlich ist. Dazu gehören Hör- undSehgeschädigte oder Menschen wie Ohlenforst, die an den Folgeneines Unfalls leiden. Sie sind auf tägliche Physiotherapie undstarke Medikamente angewiesen, haben chronische Schmerzenund nur eingeschränkte Bewegungsmöglichkeiten. Darüber hinausgibt es Studierende, die unter Legasthenie, Angststörungen,Schizophrenie oder sozialer Phobie leiden.Für die Menschen mit diesen sehr unterschiedlichen Handicapsgibt es aber eine Reihe von Hilfsmitteln, mit denen ein Studiengangbewältigt werden kann. Oft würden die Fähigkeiten Behindertergrundsätzlich unterschätzt: Ohlenforst ist bei allenscheinbaren Widrigkeiten dagegen, bestimmte Studiengängenicht zu empfehlen. Sie selbst wollte trotz ihrer schweren chronischenSchultererkrankung, die Folge eines Sportunfalls ist, Medizinstudieren, doch riet man ihr wegen ihrer körperlichen Einschränkungendavon ab. „Wäre ich damals über potenzielleHilfestellungen informiert gewesen, hätte ich diesen Weg eingeschlagen.Es gibt sogar Ärzte, die vom Rollstuhl aus operieren“,berichtet sie.Unterstützung durch den Wettbewerb „exzellente Lehre“Derzeit engagiert sie sich für einen barrierefreien Laborplatz, undsie erstellt eine Broschüre für Lehrende mit Hinweisen, welche Un-terstützung behinderte und chronisch kranke Studierende benötigen.An der RWTH sind mittlerweile zwei Zivildienstleistende tätig,die den Hochschulalltag der Betroffenen erleichtern. Im Dezemberkonnte jetzt ein Ruheraum eingeweiht werden, dessenEinrichtung in Zusammenarbeit mit Hermann-Josef Kuckartz,dem Rektoratsbeauftragten für die Belange behinderter undchronisch kranker Studierender, und der Zentralen Hochschulverwaltungentstand. Die Verwaltung unterstütze ebenso wie dasRektorat und seine Stabsstellen ihre Arbeit sehr, hebt Ohlenforsthervor.Maßnahmen zur barrierefreien Didaktik werden seitens derHochschulleitung insbesondere vom Prorektor für Lehre, ProfessorAloys Krieg, gefördert, sie sind Bestandteil des Konzepts zumWettbewerb „exzellente Lehre“. Auch die Hochschulrektorenkonferenzbeschloss im April die Empfehlung „Eine Hochschulefür Alle“ und ging damit die Selbstverpflichtung ein, die Chancengleichheitvon Studierenden mit Behinderung und chronischerKrankheit zu sichern. Laut HRK-Empfehlung sollen bis zum Jahr2012 sämtliche Maßnahmen umgesetzt sein, mit denen ein Lernenohne Hindernisse Wirklichkeit werden kann.Gabriele Renner


EifeltypischesAuf den ersten Blick scheint die Eifel in weiten Teilen von dichterund eintöniger Bebauung verschont geblieben zu sein: Hier gibtes noch alte Fachwerkhäuser, Kirchplätze in der Dorfmitte, vonhohen Hecken umgebene Landhäuser, grüne Wiesen mit grasendenKühen, Vennhäuser mit tiefgezogenen Dächern und rundherumhügelige Wälder. Idyllen, in denen noch Lebensqualitätund Erholung zu finden ist. Doch auch die Eifel wurde von Eingriffenin ihre traditionell geprägten Stile nicht verschont. Das dokumentierenIndustriegebiete und Neubauviertel; es entstehen immermehr Siedlungen mit Ein- oder Mehrfamilienhäusern, dienicht der ursprünglichen Identität der Dorfstruktur entsprechen.Die über Jahrhunderte gewachsene unverwechselbare Gestaltder Eifeldörfer wird durch untypische und unmaßstäbliche Dorferweiterungenverändert, das Gesamtbild droht zerstört zu werden.Diese Tendenz aufzuhalten, haben sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiterdes Instituts für Städtebau und Landesplanung zum Zielgemacht und die Trägerschaft des Projekts „Planen, Bauen, Gestalten“übernommen. Gefördert wird das Vorhaben durch ein sogenanntes EU-Leaderprogramm mit 67.000 Euro; gemeinschaftlichentwickelt in Zusammenarbeit mit der RWTH haben es dieStädteregion Aachen, die Kreise Düren und Euskirchen sowie die15 Städte und Gemeinden der Leader-Region Eifel. Sie tragen dieandere Hälfte der Gesamtkosten von rund 154.000 Euro.soll erhalten bleibenInstitut für Städtebau und Landesplanung erstellt KonzeptDie RWTH-Wissenschaftler wollen zunächst Störungen und Fehlentwicklungenaufspüren und identifizieren. Das Bewusstsein fürdie prägenden dörflichen Entwicklungsprinzipien und Maßstäbesowie für regionaltypische Bauformen, Materialien, Handwerkstechnikenund Pflanzen sei verloren gegangen, bedauert Dipl.-Ing. Stefan Krapp. Setze man sich zum Ziel, den ländlichen Siedlungsraummit seinen Dörfern nicht weiter zu überformen, sindneue, angepasste Gestaltungsbilder gefragt. „Moderne Wohnansprücheund Kostenbewusstsein müssen aber der regionaltypischenGestaltung nicht entgegenstehen“, erläutert der stellvertretendeInstitutsleiter Professor Rolf-Egon Westerheide. Zukunftsentwicklungbedeute für die Dörfer, die verschiedenen Bautraditionender Eifel mit heutigen funktionellen Anforderungen desWohnens und mit moderner Formensprache umzusetzen. Diesverlange Bauherrn, Architekten und den Vertretern der Bauämterein hohes Maß an fachlichem Wissen ab, das für den Raum Eifelbisher noch nicht aufgearbeitet wurde. Um die Lücke zu schließen,entwickeln die Aachener Forscher ein Konzept, das die Ergebnissein Form von Planungshilfen, einer Online-Baukulturkarte,Ausstellungen, Tagungen und Fortbildungsveranstaltungenbündeln wird.Förderung der BautraditionenDas ehrgeizige Projekt hat zunächst eine Laufzeit von zwei Jahren.Die konkreten Ziele sind klar gesteckt: Bürger, Verwaltungen, Politiker,Planer sowie Architekten sind zu sensibilisieren, und es müssenLösungen gefunden werden, die den Erhalt der unverwechselbarenDorfbilder ermöglichen. Siedlungsstrukturen, Bauweisenund öffentliche wie private Freiraumelemente - beispielsweiseGärten, Wiesen und Felder, oft unterteilt durch die typischen Buchenheckender Eifel – sollen gestärkt oder revitalisiert werden.Ist das Dorfbild geprägt von speziellen Dachformen, einzelnenHolz- oder Bruchsteinelementen oder einer bestimmten Artvon Grundstückseinfriedung, so sollen diese Strukturen in zukünftigeProjekte aufgenommen werden.An eine neue Rechtsverordnung ist nicht gedacht: Stattdessenist es Ziel, Bewusstsein für die Baukultur der Eifel zuschaffen und Elemente der individuellen Bautradition zu fördern.Gabriele RennerWie ein Spinnennetz umgebendie typischen Flurheckendas Eifeldorf Eicherscheidin der Gemeinde Simmerath.Foto: Peter StollenwerkErfinder gesucht!Mit meterhohen und tonnenschweren Bohrgeräten werden imKalksteinbruch die Rohstoffe gewonnen, das Material soll dannmöglichst online analysiert werden. Denn die Untersuchung imLabor führt zu erheblichem Mehraufwand, da eine Anpassungdes Bohrvorgangs auf die wechselnden Gesteinszusammensetzungenerst mit Zeitverzögerungen möglich ist. Allerdings entstehtbeim Gewinnungsprozess Bohrstaub, der die zur Online-Analyse eingesetzten Optiken verschmutzt – dies veranlasstedie Wissenschaftlerin Marina Gaastra zum Erfindertum.Die 27-Jährige studierte an der RWTH Entsorgungsingenieurwesenund promoviert aktuell am Institut für Maschinentechnikder Rohstoffindustrie. Die Studierenden kennen Gaastraaus den Seminaren „Gewinnungstechnische Experimentalübung“oder auch „Technische Darstellung und Pläne“. Mitder Erfindung arbeitete sie sich nebenbei in ein völlig neuesThema ein: „Es war spannend, sich mit dem Patentrecht auseinanderzu setzen“, so Gaastra. Ein wesentliches Kriterium füreine Patentanmeldung ist, dass die Erfindung gewerblich genutztwerden kann, also beispielsweise der Einsatz in anderenMaterialien und Umgebungen vorstellbar ist. Hiervon sind auchdie Miterfinder Professor Karl Nienhaus und Dr. Thomas Bartnitzkivom Institut für Maschinentechnik der Rohstoffindustriesowie Dr. Peter Jander und Tobias Kuhlen vom Fraunhofer-Institutfür Lasertechnik überzeugt.Patentscouts helfen beim VerfahrenNach Änderung des Arbeitnehmererfindungsgesetzes müssenseit 2002 alle Erfindungen von Hochschulangehörigen der Universitätin Form einer Erfindungsmeldung angezeigt werden.Entscheidet sich die RWTH zur Inanspruchnahme der Erfindung,liegen die Verwertungsrechte auf Seiten der Hochschule.Im Gegenzug dazu hat sie die Erfinder an den Verwertungseinnahmenzu beteiligen. Nach einer Erfindungsmeldung muss derArbeitgeber innerhalb von vier Monaten entscheiden, ob er dieErfindung zum Patent anmelden will. „Wir freuen uns, dassunsere Erfindung positiv beurteilt wurde. Patentanmeldungensind sehr teuer, die RWTH und die Fraunhofer-Gesellschaft tragenjetzt die Kosten für den Patentanwalt und das Verfahren“,erläutert Gaastra. Sie will die nächsten zwei Jahre nutzen undeinen Prototypen für die online-Elementanalyse an Bohrgerätenentwickeln.Unterstützt wurde Marina Gaastra unter anderem vonMarcus Lehnen, Mitarbeiter des Verwaltungsdezernats Technologietransferund Forschungsförderung. Er ist einer der vier Patentscouts,die seit Oktober 2008 Wissenschaftlerinnen undWissenschaftler bei der Weiterentwicklung bis zur Patentierungunterstützen. Land und Bund finanzieren landesweit 15 Stellenfür zehn Universitäten und acht Fachhochschulen.Anreize für Erfindungen schaffenDen „Tag der Erfinder“ im November nutzten die Patentscouts,um über ihre Angebote zu informieren. Auch feiertedas Patentinformationszentrum, kurz PIZ genannt, seine Einweihungals Patentannahmestelle des Deutschen Patent- undMarkenamtes. Am PIZ werden Anmeldungen zu allen gewerblichenSchutzrechten entgegengenommen, außerhalb der Öffnungszeitensteht hierzu ein Fristenbriefkasten zur Verfügung.So wird gewährleistet, dass alle bis 24.00 Uhr eingeworfenenAnmeldungen das Eingangsdatum des jeweiligen Tages erhaltenund die Wahrung des Prioritätsrechts für den Erfinder gesichertist. „Wir sind damit ein vollwertiger Partner für innovativeUnternehmen und Gründer in der Region“, so Dr. SusanneRuffert, Leiterin des PIZ.„In Deutschland werden Anreize zur Stärkung von Patentierungsaktivitätenzu wenig genutzt“, ist sich Dipl.-Ök. SvenWilhem sicher. Er untersuchte im Rahmen der Exzellenzinitiative„Verwertungsmodelle und -strategien von Patenten an Universitäten“.Projektleiter Professor Malte Brettel vom Lehrstuhlfür Wirtschaftswissenschaften für Ingenieure und Naturwissenschaftlerergänzt: „Der Vergleich der deutschen Situation mitder in den USA hat gezeigt, dass die institutionellen Rahmenbedingungenstark variieren, beispielsweise im Patentrecht oderauch im Hochschulrecht. Für das deutsche Hochschulsystemund einzelne Universitäten müssen individuelle Lösungen gefundenwerden. Dabei sind andere als finanzielle Anreize bisherdeutlich unterschätzt worden.“Angelika Hamacher3Die „Patentscouts“ Simone Schmitzund Kornelia Drees im Gespräch mit„Erfinderin“ Marina Gaastra (von links).Foto: Peter Winandy


Syrische Nachwuchswissenschaftlerinnenund -wissenschaftlerwaren im November zu Gast im Institut fürHygiene und Umweltmedizin der RWTH.Foto: Peter WinandyWenn Djamila Al-Halbouni über die Gastfreundschaft in Syrienspricht, ist ihre Begeisterung für Land und Menschendeutlich zu spüren. Die promovierte Mitarbeiterin des LehrundForschungsgebiets Ökologie des Bodens hat ein Kooperationsprojektzwischen der RWTH und drei staatlichen Universitätenin ihrem Heimatland ins Leben gerufen. Es wurde indas Programm „Deutsch-Arabischer/ Iranischer Hochschuldialog“des Deutschen Akademischen Austauschdiensts (DAAD)aufgenommen. Damit will man ein neuen Typ von Partnerschaftenfördern: Über das gemeinsame Arbeiten oder Forschenhinaus gehend sollen Interesse und Verständnis füreinandergestärkt werden.Bisher gab es an der RWTH Aachen keine vergleichbareKooperation mit Syrien. Es gibt in dem vorderasiatischenLand, das halb so groß wie Deutschland ist und rund 20 MillionenEinwohner hat, nur vier staatliche Universitäten. „Wirarbeiten seit Beginn des Jahres 2009 mit der Universität in derHauptstadt Damaskus sowie mit den Universitäten in Homsund Lattakia zusammen“, so Al-Halbouni. Sie ist selbst in einersyrisch-deutschen Familie aufgewachsen: ihr Vater ist Syrer,ihre Mutter Deutsche. Ihre Grundschulzeit hat sie in derArabischen Republik Syrien verbracht, bis die Familie nachDeutschland zog. Seitdem pflegt sie die dorthin bestehendenKontakte und besucht regelmäßig ihre Verwandten.RWTH kooperiert mit syrischen UniversitätenDie DAAD-Förderung dauert maximal drei Jahre und ermöglichtmit einem jährlichen Budget von 50.000 bis 100.000Euro den Austausch zwischen den Nachwuchswissenschaftlern.„Das Niveau von Forschung und Lehre ist in Syrien nochnicht so hoch wie in anderen arabischen Staaten, auf vielenGebieten besteht Nachholbedarf“, so Al-Halbouni. Die wissenschaftlicheZusammenarbeit mit der RWTH ist auf die BereicheBiowissenschaften, Chemie und Medizin fokussiert. Nebendem Lehr- und Forschungsgebiet Ökologie des Bodensnimmt das Institut für Hygiene und Umweltmedizin des Universitätsklinikumsam Austauschprogramm teil.Ohne Unterstützung durch die RWTH-Biologin ProfessorinUrsula Priefer und durch Professor Wolfgang Dott von derMedizinischen Fakultät wäre das Projekt nicht realisierbar gewesen,berichtet Djamila Al-Halbouni. Die Aktivitäten desProgramms konzentrierten sich in diesem Jahr auf eine dreiwöchigeSommerschule in Aachen, an der zwölf syrische Studierendeteilnahmen. Zwischen dem 26. September und dem17. Oktober waren dann zehn RWTH-Nachwuchswissenschaftlerin Begleitung von Projektleiterin Priefer und KoordinatorinAl-Halbouni zu Gast in Syrien: Acht Studierende undzwei Doktoranden hatten Gelegenheit, die drei Partneruniversitätenkennen zu lernen, dort Seminare zu besuchen und Laborezu besichtigen. Ebenso stand die Besichtigung von Kläranlagenund einem Stahlwerk sowie die Beurteilung der Umweltverschmutzungam Orontes-Fluss auf dem Programm.Die Studierenden und Doktoranden fuhren außerdem zu kultur-Dialog zwischenDeutschland und Arabienhistorischen Stätten wie die Kreuzritterburg Crac de Chevalliers,die Ruinen der berühmten Wüstenstadt Palmyra, dasAmphitheater in Bosra, die Ommayaden-Moschee in Damaskusoder das christlich aramäische Bergdorf Maaloua.Besuch der Loreley am RheinDen stärksten Eindruck hinterließen bei den Studierenden aberdie Menschen: Sie seien sehr offen und interessiert, keiner derAachener habe mit einer so großen Toleranz in dem anderenKulturkreis gerechnet. So fiel es den Studierenden und Doktorandenleicht, Kontakte vor Ort zu knüpfen. Für die Deutschensei es auch sehr unkompliziert gewesen, ein Visum fürden Aufenthalt in Syrien zu erhalten. Im Gegensatz hierzuhätten sich für die syrischen Staatsangehörigen die Beantragungender Visa für Deutschland leider aufwändig und umständlichgestaltet.Im November konnte man sich in Aachen dennoch über denerneuten Besuch von vier syrischen Gästen freuen. Die jungenWissenschaftler hatten während ihres vierwöchigen AufenthaltsGelegenheit, moderne Geräte für chemische Analytikim Institut für Hygiene und Umweltmedizin zu nutzen. Währendihrer Freizeit besichtigten sie Köln und die Loreley amRhein, wanderten durch die Eifel, besuchten Konzerte oderTheater und genossen das Aachener Studentenleben.„Wir sind sehr zuversichtlich, dass unsere Partnerschaftauch über die Zeit der DAAD-Förderung hinausgeht“, ist sichInitiatorin Al-Halbouni sicher. Bereits jetzt seien aus den Besuchen,dem wissenschaftlichen Austausch und den kulturellenBegegnungen intensive Freundschaften entstanden.Gabriele RennerIdeen brauchen RaumLavina Utiu und Steffen Bütehornanalysieren die Ergebnisseder Magnetresonanztomographiezur Deckschichtbildung beider Abwasserreinigung.Peter WinandyEin Ziel der RWTH im Exzellenzwettbewerb ist, eine Vorreiterrollein künftigen relevanten Forschungsfeldern einzunehmen.Das ist aber nur möglich, wenn auch neue und unkonventionelleIdeen entwickelt werden. Eine schwierige Aufgabe währendder alltäglichen Arbeit, die wenig Zeit für Kreativität lässt.Mit den Angeboten im Rahmen des „Exploratory ResearchSpace (ERS) @ RWTH Aachen“ soll nun Gelegenheit zurSchaffung solcher Impulse gegeben werden. In den großzügigenund inspirierenden Räumen des SuperC, aber auch inRäumlichkeiten der Hochschulinstitute wurden bisher bereitsmehr als 20 Workshops, Seminare und Symposien zu unterschiedlichenForschungsthemen veranstaltet. Hierbei treffensich die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen zum intensivenAustausch und kreativen Arbeiten. Neue Ideen werdenzunächst eingehend geprüft, ob sie nachhaltig und von hoherwissenschaftlicher Bedeutung sind. Diese Phase wird durchdie so genannten Pathfinder-Projekte unter stützt, verbundenmit der möglichen zeitweiligen Befreiung von Lehrverpflichtungenund ei ner Anschubfinanzierung.Bessere Filtration von AbwasserEines dieser Projekte trägt den langen Titel „Visualisierung derDeckschichtbil dung und Porenverblockung am Beispiel einesMikrofiltrationsprozesses mittels Magnetresonanztomographie“.Die untersuchten Filtrationsmembranen funktionierenvergleichbar mit Kaffeefiltern: Das Wasser fließt durch dasPulver und nimmt dabei die Aromen mit. Im Filter selbstbleibt eine Schicht aus feuchtem Kaffeepulver zurück. DieMembranen stehen aufrecht im Wasser und sind etwa 1,80Meter hoch, aber le diglich 2,6 Millimeter breit. Soll das Wassernach einer groben Reinigung wieder so sauber werden,dass es in Flüsse geleitet werden kann, müssen Mikro -organismen zugesetzt werden, die kleinere Verschmutzungenbiologisch abbauen. Das Wasser muss anschließend wiedervon diesen Mikroorganismen befreit werden. Daher befindensich in den Membranen Poren: Sie trennen die Mikroorga -nismen als Feststoffe von der Flüssigkeit. Dazu wird die Hohlfasermembranmit einer Vakuumpumpe besaugt, so dass einUnterdruck entsteht, der zwar das biolo gisch gereinigte Wasserdurch die winzigen Poren ins Innere der Membran strö -men lässt, jedoch die Mikroorganismen herausfiltert. Sie bildendann an der Au ßenseite der Membran eine Deckschicht.ImpressumHerausgeber im Auftragdes Rektors:Pressestelle der RWTH AachenTemplergraben 5552056 AachenTelefon 02 41/80-9 43 26Telefax 02 41/80-9 23 24pressestelle@zhv.rwth-aachen.dewww.rwth-aachen.deRedaktion:Renate Kinny (ky)Verantwortlich:Toni WimmerStändige Mitarbeit:Sabine BusseAngelika HamacherThomas von SalzenPeter WinandyEinsatz moderner BildgebungDie RWTH-Forscher haben festgestellt, dass die Deckschichtan der Außenseite der Membran aufgrund ihrer dynamischenBildung unterschiedlich stark ausgeprägt ist. An den dickerenStellen findet weniger Filtration statt. Dr. Markus Küppers undLavinia Utiu vom Lehrstuhl für Makromolekulare Chemiewenden gemeinsam mit Verfahrenstechniker Steffen Bütehorndie Magnetreso nanztomographie als Messtechnik an. Sie bestimmendamit die Fließgeschwin digkeit und Dicke der Deckschicht,um herauszufinden, wie die Nutzung der Filtrationoptimiert werden kann. Neben einer gleichmäßigeren Deckschichtbildungsoll auch die Reinigung der Membranoberflächemöglich sein. Dies kann mit ei ner kurzzeitigen Umkehrder Filtrationsrichtung – bei der die Deckschicht abplatzt - erreichtwerden, oder die Deckschicht wird durch eine energieintensiveLuftbla senspülung abgetragen.ERS@RWTH Aachen fördert die Projektentwicklung„Mit unseren Studien wollen wir die Filtration verbessern, dabeiden Energiebe darf des Verfahrens und die Belastung durchCO 2 senken“, erläutern Küppers und Bütehorn. Voraussetzungist ein grundlegendes Verständnis des Filtrations -prozesses: Optimale Bilder und Messergebnisse liefert ein Magnetresonanztomograph. Er ist um ein Vielfaches stärker undgleichzeitig kleiner als die in der Medizin genutzten Geräte.Am Versuchsstand werden pro Versuchslauf etwa zwei Zentimeterder Mikrofiltrationsmembran gescannt; dabei ist dieAnlage aber beliebig verschiebbar. So können Messergebnisseaus den unter schiedlichen Bereichen der Membran verglichenwerden. Um möglichst unver fälschte Werte zu erhalten, werdenkeine Substanzen zugefügt, das gesamte Verfahren wirdim Versuch nicht verändert, der Prozess nicht beeinflusst.Mit Hilfe des ERS wurde hier in interdisziplinärer Zusammenarbeitaus einer ersten Idee ein konkretes Forschungsvorhabenauf den Weg gebracht. Um das Projekt vorantreibenzu können, haben die Beteiligten Mittel der Deutschen Forschungsgemeinschaftbeantragt. In seiner Pathfinder-Phasewurde es durch die RWTH zwölf Monate lang aus Mitteln des„Seed Funds“ gefördert.Gabriele RennerArt direction:Klaus EndrikatDTP, Reinzeichnung:ZAHRENdesignDruck:Printfamily,NeussErscheinungsweise:Viermal jährlich.Alle Rechte vorbehalten.Nachdruck,auch auszugsweise,nur mit Genehmigungder Redaktion.ISSN 1864-5941


Martin FrankFotos: Peter WinandyNeueProfessorengeborenDr. rer. nat. Martin Frank ist seit Oktober 2009 Universitätsprofessorfür das Fach Simulation in der Kerntechnik der Fakultät für Mathematik,Informatik und Naturwissenschaften der RWTH. Seine Forschungsschwerpunkteliegen im Gebiet der Modellierung und Numerikvon Teilchentransport.am 3. Januar 1977 in MainzAusbildung1997 bis 2001 Studium der Mathematik und Physik an der TU Darmstadt2001 bis 2005 Promotionsstudium der Mathematik an der TU Darmstadt und derTU Kaiserslautern2005 DissertationBeruflicherWerdegang2001 bis 2004 Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fachbereich Mathematikder TU Darmstadt2004 bis 2008 Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fachbereich Mathematikder TU Kaiserslautern2008 bis 2009 Juniorprofessor für Modellierung und Numerik partiellerDifferentialgleichungen der TU Kaiserslautern2003 bis 2009 längere Forschungsaufenthalte: Université Bordeaux,Kyoto University, Hausdorff Institut der Universität Bonn, MIT, UCLAPersönlichesFreizeitBjörn GarbrechtgeborenSport – Fußball, Wellenreiten, Bergsteigen;Fußballfan – der 1.FC Kaiserslautern wird wieder aufsteigen;Arthouse-Filme, Indie-MusikDr. Björn Garbrecht ist seit Oktober 2009 Juniorprofessor für das FachTheoretische Teilchenphysik der Fakultät für Mathematik, Informatikund Naturwissenschaften der RWTH. Er untersucht das frühe Universumbei hohen Temperaturen kurz nach dem Urknall, unter anderemdie Frage, warum damals mehr Materie als Antimaterie entstanden ist.am 10. August 1977 in LichAusbildung1997 bis 2005 Physikstudium in Heidelberg2000 bis 2001 zwei Auslandssemester, Msc, an der University of Massachusetts Amherst2005 Promotion an der Universität HeidelbergBeruflicherWerdegang2005 bis 2007 Postdoc, The University of Manchester, UK2007 bis 2009 Postdoc, University of Wisconsin, Madison, USAPersönlichesFamilieFreizeitzusammen mit EmmaRennrad, Laufen, SchwimmenKarin HauserDr. rer. nat. Karin Hauser ist seit August 2009 Universitätsprofessorinfür das Fach Biophysik der Fakultät für Mathematik,Informatik und Naturwissenschaften. Ihre Forschungsschwerpunkteliegen in der Untersuchung der Proteinfaltung und des Ionentransports von Membranproteinen. Dazu werden zeitaufgelösteInfrarot-Spektroskopie-Techniken entwickelt und komplementärdazu computergestützte Simulationsrechnungen eingesetzt.geborenam 24. November 1969 in Hechingen (Baden-Württemberg)Ausbildung1989 bis 1995 Physikstudium an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg,Abschluss Diplom1995 bis 2000 Promotionsstudium ebenda;Stipendiatin des Graduiertenkollegs „Strukturbildung inmakromolekularen Systemen“2001 bis 2002 Postdoktorandin als Feodor-Lynen-Stipendiatin der Alexandervon-Humboldt-Stiftung,City University of New York, USABeruflicherWerdegang1998-2001 Wissenschaftliche Angestellte der Albert-Ludwigs-UniversitätFreiburg2002 bis 2008 Juniorprofessorin für Biophysik der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt2008 bis 2009 Vertretungsprofessur für Biophysik ebendaPersönlichesFreizeitCarsten HonerkampgeborenMusik hören und selbst spielen als Oboistin und Saxophonistin(Klassik & Jazz/Rock/Soul);Mountainbike fahren und SchwimmenDr. rer. nat. Carsten Honerkamp ist seit Oktober 2009 Professor fürdas Fach Physik der Kondensierten Materie der Fakultät für Mathematik,Informatik und Naturwissenschaften der RWTH. Seine Forschungsschwerpunktesind unkonventionelle Supraleitung und Magnetismus,neuartige Quantensysteme und funktionale Renormierungsgruppen-Methoden.am 14. Dezember 1971 in Genf, SchweizAusbildung1992 bis 1997 Studium der Physik an der Universität Heidelberg und der ETH Zürich2000 Promotion an der ETH ZürichBeruflicherWerdegang2000 bis 2001 Postdoc an der ETH Zürich2001 bis 2003 Postdoc am MIT, Cambridge, Massachusetts2003 bis 2005 Postdoc am Max-Planck-Institut für Festkörperforschung, Stuttgart2005 bis 2009 Professor für Theoretische Physik an der Universität WürzburgPersönlichesFamilieFreizeitverheiratet, zwei Kinder Rosalie (3 Jahre) und Thalia (10 Monate)Verbringt seine Freizeit am liebsten mit der Familie. DanebenLangsteckenläufe und Kochen.“Who said unbroken happiness is a bore?”(Kele Okereke)„Everything was lustrous and shimmering; everything gravitated passionatelytoward a kind of perfection whose definition was absence of friction.“Nabokov, Invitation to a Beheading5


Susanne KinnebrockFotos: Peter WinandygeborenDr. phil. Susanne Kinnebrock ist seit Oktober 2009 Universitätsprofessorin für das FachKommunikationstheorie der Philosophischen Fakultät der RWTH. In ihrer Forschung beschäftigtsie sich mit der Funktionsweise öffentlicher Kommunikation, wobei Journalismusentwicklungen,der Medienwandel und Öffentlichkeitstheorien ihre Schwerpunkte darstellen.1966 in MünchenAusbildung1983 bis 1984 Besuch des St. Leonard’s College in Melbourne, Australien1986 bis 1993 Studium der Kommunikationswissenschaft, Politikwissenschaft, Geschichtswissenschaftund Amerikanischen Kulturgeschichte an der LMU München und der Universitá degli Studidi Torino in Italien2002 Promotion zum Dr. phil an der LMU MünchenBeruflicherWerdegang1993 bis 2001 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Kommunikationswissenschaft der LMU München2001 bis 2003 Koordinatorin des E-Learning-Projekts CLIC (Computer-based Learning inCommunications) an der Universität Erfurt2003 bis 2006 Stipendiatin für Genderforschung der LMU München und Habilitationsstipendiatinder Universität Erfurt2006 bis 2007 Lehraufträge an der Hamburg Media School und der Universität Salzburg2007 Koordinatorin eines E-Learning-Projekts zur Vermittlung von Public-Relations-Theorienfür die Virtuelle Hochschule Bayern (vhb) und die LMU München2007 bis 2009- Universitätsprofessorin für Kommunikationswissenschaft an der Universität WienPersönlichesFamilieFreizeitBernhard und CarlinaZeit mit der Familie verbringen, lesen, gut essen und trinken, gemütlich skifahrenThomas KittsteinerDr. rer. pol. Thomas Kittsteiner ist seit Oktober 2009 Universitätsprofessor für das FachVolkswirtschaftslehre, insbesondere Mikroökonomie, der Fakultät für Wirtschaftswissenschaftender RWTH. Seine Forschungsschwerpunkte sind Angewandte Spieltheorie,Auktionstheorie, Vertragstheorie, Law and Economics und Politische Ökonomie.Ausbildung1991 bis 1997 Studium der Mathematik an der Universität Hamburg mit dem Abschluss Diplom2002 Dissertation in Wirtschaftswissenschaften an der Universität MannheimBeruflicherWerdegang2002 bis 2005 Postdoctoral Prize Research Fellow am Nuffield College, University of Oxford. GB2003 bis 2004 Wissenschaftlicher Assistent an der Universität Bonn2005 bis 2009 Lecturer (ab 2008 Senior Lecturer) in Managerial Economics an derLondon School of Economics, GBPersönlichesFreizeitSegeln, Reisen, Lesen, Stand-up Comedy besuchen, Musik hören“I think you‘ll find it’s a bit morecomplicated than that”.(Ben Goldacre)Kai LeonhardDr. rer. nat. Kai Leonhard ist seit Oktober 2009 Juniorprofessor für das Fach Model-Based Fuel Design der Fakultät für Maschinenwesen der RWTH. Seine Forschungsschwerpunktesind die Modellierung von Stoffeigenschaften sowie deren Nutzungzum Design maßgeschneiderter Kraftstoffe und anderer Flüssigkeiten.geborenam 3. Dezember 1973 in Köln6Ausbildung1993 bis 1998 Studium der Chemie an der Universität Köln2000 Forschungsaufenthalt am Instituto Superior Técnico in Lissabon2001 Promotion an der Universität Köln2002 bis 2003 Postdoc an der UC BerkleyBeruflicherWerdegang2001 bis 2002 Mitarbeiter der COSMOlogic GmbH & Co KG2003 bis 2004 Wissenschaftlicher Angestellter des Lehrstuhl für Technische Thermodynamik der RWTH2004 bis 2008 Wissenschaftlicher Assistent der RWTH Aachen2008 bis 2009 Gastprofessor an der TU DelftPersönlichesFamilieFreizeitledigKlettern, Laufen, Rad- und Skifahren„Alle Unwissenheit ist gefährlich, und die meisten Irrtümermüssen teuer bezahlt werden. Und der kann von Glück sagen,der bis zu seinem Tode einen Irrtum im Kopf herumträgt,ohne dafür bestraft zu werden.“(Arthur Schopenhauer)Peter QuickerDr.-Ing. Peter Quicker ist seit August 2009 Universitätsprofessor für das Fach Technologieder Energierohstoffe der Fakultät für Georessourcen und Materialtechnik der RWTH.Seine Forschungsschwerpunkte sind die energetische Nutzung von Biomasse, Reststoffenund fossilen Rohstoffen sowie die zugehörigen peripheren Prozesse, insbesondere dieAbgasreinigung.geborenam 3. Mai 1968 in BambergAusbildung1989 bis 1995 Diplomstudium des Chemieingenieurwesens an der Universität Erlangen-Nürnberg,Schwerpunkt Technische Chemie1995 bis 2000 Promotion auf dem Gebiet der Technischen Chemie (Reaktionstechnik) an der UniversitätErlangen-NürnbergBeruflicherWerdegang1995 bis 1998 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Technische Chemie der UniversitätErlangen-Nürnberg2000 bis 2003 Projektingenieur und Vorstandsassistent am ATZ Entwicklungszentrum2003 bis 2008 Leiter der Abteilung Thermische Verfahrenstechnik am ATZ Entwicklungszentrum2005 bis 2008 Lehrbeauftragter der TU MünchenPersönlichesFamilieFreizeitverheiratet mit Esther Quicker, zwei Kinder, Paula (11 Jahre) und Fritz (9 Jahre)Fußball, Kartenspiel, Reisen, Musik„Wer will, der kann – wer nicht will, der muss.“(Lucius Annaeus Seneca)


Sabine RollerFotos: Peter WinandyDr.-Ing. Sabine Roller ist seit August 2009 Universitätsprofessorin für das Fach AngewandtesHöchstleistungsrechnen im Maschinenbau der Fakultät für Maschinenwesender RWTH. In ihrer Forschung beschäftigt sie sich mit der Simulation großer technischerAnwendungen, insbesondere aus dem Bereich der Strömungsmechanik. Die Schwerpunkteliegen auf Multi-Physik- und Multi-Skalen Problematiken sowie auf dereffizienten Umsetzung auf Supercomputern.geboren am 20. Januar 1969Ausbildung1988 bis 1994 Studium der Techno-Mathematik an der Universität Karlsruhe,Abschluss als Diplom-Technomathematikerin1998 bis 1999 Amelia Earhart Fellowship Award2003 Herausgehobener Lehrpreis des Landes Baden-Württemberg2004 Promotion zum Dr.-Ing. der Luft- und RaumfahrttechnikBeruflicherWerdegang1994 bis 1997 Forschungszentrum Karlsruhe, Institut für Neutronenphysik und Reaktortechnik,Arbeitsgruppe Wissenschaftliches Rechnen1997 bis 2003 Universität Stuttgart, Institut für Aerodynamik und Gasdynamik2003 bis 2009 Höchstleistungsrechenzentrum Stuttgart, Leitung der Arbeitsgruppe ScalableComputing & Coupled SystemsPersönlichesFamilieFreizeitverheiratet, 2 Kinder (8 und 10 Jahre alt)Zeit mit der Familie verbringen, Engagement als Elternvertreter in den Schulender Kinder, Reisen, Schwimmen, Lesen, Freundschaften pflegen„Hohe Bildung kann man dadurch beweisen, dass man diekompliziertesten Dinge auf einfache Art zu erläutern versteht.“George Bernard ShawJanine SplettstößerDr. rer. nat. Janine Splettstößer ist seit Oktober 2009 Universitätsprofessorin für das FachPhysik, insbesondere Theoretische Festkörperphysik, der Fakultät für Mathematik, Informatikund Naturwissenschaften der RWTH. Sie ist Leiterin einer Nachwuchsforschergruppeim Rahmen des NRW-Rückkehrer-Programms und beschäftigt sich im Besonderen mitden dynamischen Eigenschaften von nanoskaligen Systemen.geborenam 22. Juli 1977 in AachenAusbildung1997 bis 2003 Studium der Physik an der Universität Karlsruhe,Abschluss als Diplom-Physikerin2000 bis 2001 „Maîtrise Physique Recherche“ an der Universté Joseph Fourier, Grenoble, in Frankreich2003 bis 2007 Promotion an der Scuola Normale Superiore, Pisa, in Italien und an der Ruhr-UniversitätBochumBeruflicherWerdegang2007 bis 2009 Postdoc am Institut für Theoretische Physik an der Université de Genève in der SchweizPersönlichesFamilieFreizeitliiert, keine KinderReisen und WandernChristoph StampferDr. rer. nat.Christoph Stampfer ist seit September 2009 Juniorprofessor für das Fach„Experimentelle Nanoelektronik“ der Fakultät für Mathematik, Informatik und Naturwissenschaftender RWTH. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf den Gebietender Mikrosystemtechnik, der Nanotechnologie und insbesondere bei den Grundlagender Kohlenstoff basierten Nanoelektronik.geborenam 24. Mai 1977 in Bozen, ItalienAusbildung1996 bis 2000 Studium der Elektrotechnik an der Technischen Universität Wien1997 bis 2003 Studium der Physik an der Technischen Universität Wien2000 bis 2001 Bakkalaureat der Angewandten Physik an der Napier University in Edinburgh, GB2003 bis 2007 Promotion an der ETH ZürichBeruflicherWerdegang2003 bis 2007 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Mikro- und Nanosysteme an derETH Zürich2007 bis 2009 Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Laboratorium für Festkörperphysik an der ETH ZürichPersönlichesFreizeitVerbringt seine Freizeit am liebsten aktiv mit Freunden.Liebt Ski-Touren, Bergtouren im Herbst und Segeltörns bei ordentlichem Wind.„Erfahrung heißt aus der Vergangenheitfür die Zukunft lernen.“Carl Friedrich von WeizsäckerFoto: Martin Lux190StipendienvergebenSeit diesem Semester werden hervorragende Studierende an denHochschulen in NRW durch ein neues Stipendienprogramm gefördert.Ermöglicht wird es durch die finanzielle Unterstützung desInnovationsministeriums des Landes NRW sowie von Partnern ausGesellschaft und Industrie. Mittelfristig sollen an der RWTH zehnProzent der Studierenden aller Fachbereiche gefördert werden.Zahlreiche Bürger und Unternehmen engagieren sich und fördernjunge Talente. Derzeit konnten in NRW insgesamt 1.400 Stipendieneingerichtet werden, 190 davon gehen an Studierende der RWTH.Im Rahmen einer Feierstunde wurden Anfang Dezember die Stipendienurkundendurch Rektor Ernst Schmachtenberg und einige Fördereran die Studierenden übergeben.www.rwth-aachen.de/bildungsfonds


Ministerbesuch im Peking-BüroNRW-Innovationsminister Pinkwart war sichtlich angetan. MitRektor Schmachtenberg besuchte er während einer mehrtägigenReise durch China auch das RWTH-Büro in Peking. Erbewertete die „ständige Vertretung“ Aachens in der chinesischenHauptstadt als lebendiges Zeichen in der ständig wachsendenZusammenarbeit zwischen beiden Ländern. Die Leiterindes RWTH-Büros, Li Shuang, stellte dabei die Schwerpunkteihrer Tätigkeiten vor und erntete großes Lob: „IhreArbeit ist inzwischen eine unentbehrliche Hilfe für die Studieninteressentenhier und das International Office in Aachen“,so Rektor Schmachtenberg.Das Büro der RWTH Aachen war im Mai 2007 im GermanCenter in Peking eröffnet worden. Seither hat die Alumna LiShuang alle Hände voll zu tun: Sie vermittelt Studieninformationen,betreut die bestehenden Kooperationen der RWTHmit chinesischen Universitäten, hält den Kontakt zu den Absolventenvor Ort und unterstützt Aachener Wissenschaftlerbei ihren Besuchen im Reich der Mitte. „Die größte Freudebereiten mir die Studierenden“, berichtet Li Shuang, „wennsie stolz mit einem Abschluss aus Aachen in ihre Heimat zurückkommenund als Freunde auch den Kontakt zum RWTH-Büro in Peking aufrecht erhalten.“Li Shuang wünscht sich mehr Aachener nach ChinaDemgegenüber bedeutet die Kontaktpflege zu den chinesischenPartnerschaftshochschulen harte Arbeit für die jungeElektrotechnikerin. In enger Abstimmung mit dem InternationalOffice gilt es, die Kooperationen – vor allem mit den chinesischenEliteuniversitäten – zu pflegen und zu intensivieren.„Ich würde mir noch mehr Programme zum Ausbau der wissenschaftlichenZusammenarbeit und vor allem mehr Austauschstudierendewünschen“, meint Li Shuang. Derzeit sindrund 850 Studenten aus der Volksrepublik an der RWTH eingeschrieben;dies ist die größte Gruppe von chinesischen Studierendenan einer deutschen Universität. Insgesamt studieren25.000 Chinesen in Deutschland, was mit 13 Prozent diegrößte Gruppe ausländischer Studierender darstellt. Derzeitkommen 13.000 davon mit einem staatlichen Stipendiumnach Deutschland; diese Zahl will China in der nächsten Zeitmit einem gezielten Stipendienprogramm verdoppeln - einGrund mehr für die RWTH, die Kontakte Richtung China zufördern.Im Herbst war die RWTH auch wieder mit einem gesondertenStand auf der China Education Expo in Peking, Wuhanund Shanghai vertreten. Das Interesse von Seiten chinesischerSchüler, Studierender und Dozenten war enorm. „Wenn nurauch mehr deutsche und vor allem Aachener Studenten nachChina kommen würden“, wünscht sich Li Shuang. Hierzumüssten mehr englischsprachige Studienprogramme an chinesischenHochschulen angeboten werden – wie an der renommiertenTsinghua Universität, wo zurzeit 35 Studierendeaus Aachen eingeschrieben sind, die zusammen mit ihren chinesischenKommilitonen einen deutsch-chinesischen Doppel-Masterabschluss anstreben - ein Glanzlicht der deutsch-chinesischenHochschulkooperation.Toni WimmerNRW-Minister Andreas Pinkwart undRektor Ernst Schmachtenberg im RWTH-Büro in Peking.Von hier aus betreut Li Shuang die vielfältigenKooperationen.Foto: Axel BorrenkottMARABUNTA –ein studentisches Theater8Foto: MarabuntaAls Carmen Ibáñez Berganza den Konversationskurs „Lecturas comentadas II“ plante, rechnete sie nicht mitdem ungewöhnlichen Wunsch ihrer Studierenden: Die wollten aus ihrem Seminarstoff „Tres sombreros decopa“ von Miguel Mihura eine Inszenierung entwickeln. Die Teilnehmer sollten sich zunächst mit der Lektüre,Analyse und dem Textkommentar verschiedener literarischer Texte epochenübergreifend befassen. DieDozentin des Sprachenzentrums der Philosophischen Fakultät griff den Vorschlag der Studierenden auf undrief gemeinsam mit Kollegin Reyes Llopis García für die Interessierten eine Theatergruppe ins Leben, die sichden Namen Marabunta gab.Schauspielen in einer Fremdsprache verlangt die Koordination von Sprache, szenischer Darstellung sowiedie Analyse der eigenen und fremden Kultur. So werden grundlegende Unterschiede und Gemeinsamkeitendeutlich, die den Studierenden helfen, künftig auf diese interkulturellen Besonderheiten angemessener reagierenzu können. Der Schwierigkeitsgrad dieser Übung wurde durch die Form des absurden Theaters gesteigert:Spanischer und deutscher Humor sind nicht unbedingt miteinander zu vereinbaren: „Wir konntendie Studierenden so für die fremdsprachlichen und kulturspezifischen Nuancen sensibilisieren“, so IbáñezBerganza.Die Komödie von Mihura gilt als eines der wichtigsten spanischen Theaterstücke des 20. Jahrhundertsund wurde 1952 von einer studentischen Theatergruppe uraufgeführt. Drei vieldeutige Sombreros respektiveZylinder stehen im Zentrum dieses Stücks: Sie sind der Kopfschmuck der Kabarettisten, Symbol für dieEtikette als Hut des Bräutigams und als modisches Accessoire der Spiegel unserer Zeit. Die Handlung reflektiertdie Gegensätze zwischen einer ärmlichen Realität und der wunderbaren Welt der Fantasie, im Zentrumsteht die letzte Nacht des Junggesellen Dionisio vor seiner Hochzeit mit einer Großbürgerlichen in einemHotelzimmer in der spanischen Provinz. Dort lernt er die Tänzerin Paula kennen, die im die Augen für eineneue, ihm bislang unbekannte Welt jenseits bürgerlicher Normen und Wertvorstellungen öffnet. „In demStück wird anhand eines kurzen amourösen Abenteuers eines Mannes die kleinkarierte Welt des Bürgertumsund seine Heucheleien mit konventionsfreien, aber von finanziellen Zwängen geprägten Lebensweiseder Künstlerwelt kontrastiert“, erläutert Ibáñez Berganza. Dionisio wird ab dem nächsten Morgen für immerseine gehassten Spiegeleier bei den Schwiegereltern frühstücken, das Leben der Künstler bleibt ihm verwehrt.„Unsere Studierende kamen in den Genuss, sich nicht für eine der beiden Kosmen entscheiden zumüssen, sie durften pendeln.“Ibáñez Berganza und Llopis García waren federführend bei der textlichen Überarbeitung und Inszenierung.Das Sprachenzentrum und das Lehr- und Forschungsgebiet Romanische Sprachwissenschaft unterstütztendie Initiative organisatorisch, das spanische Kulturministerium, die Spanische Botschaft Berlin undder Deutsche Hispanistenverband e.V. förderten über das Programm ProSpanien finanziell. Das Projekt hatStudierende aus unterschiedlichen Fakultäten – künftige Ingenieure, Naturwissen- und Geisteswissenschaftler– und aus verschiedenen Ländern der Welt einander näher gebracht. Natürlich gab es auch Pannen: DieZylinder kamen zeitweilig abhanden und es wurde auch mal ein Einsatz verpasst. Alle Beteiligten wünschensich aber nach zwei sehr erfolgreichen Aufführungen, dass die Hochschule weiterhin interkulturelle Theaterprojekteim Studium ermöglicht.Frank BiedermannSCHLAGLICHTERRohreinbau für Geothermie beendetDer Einbau eines Rohr-Prototypen für dieGeothermiesonde unter dem SuperC konnteim Dezember bei einer Tiefe von 2.000 Meterbeendet werden. Vom Erreichen der ursprünglichgeplanten Endtiefe von 2.500Meter nahm man Abstand, da es derzeit mitzu großem technischem Aufwand verbundenwäre. Material und Konstruktion desweltweit erstmals eingesetzten Innenrohresgestatten jedoch eine spätere Fortsetzungdes Einbaus. Jetzt ergab ein erster kurzerUmspülversuch zur Funktionsprüfung derSonde bereits eine Temperatur von 50 GradCelsius. Sie soll nun unter der Leitung desBau- und Liegenschaftsbetriebs NRW (BLB)an die Haustechnik des SuperC angeschlossenwerden.Starke NaturwissenschaftenAlle drei Jahre analysiert das Centrum fürHochschulentwicklung (CHE) die Forschungsleistungenin ausgewählten Fächern.In dem im Dezember veröffentlichten Rankingnimmt die RWTH erneut eine Spitzenpositionin den Naturwissenschaften ein.Damit wurde sie zum dritten Mal in Folge inden Fächern Chemie, Physik und Mathematikals forschungsstark ausgewiesen. Erstmaliggehörte in diesem Jahr auch die Informatikzu den aufgelisteten Fächern - auch hierzählt die Aachener Hochschule zu den forschungsstarkenUniversitäten Deutschlands.Darüber hinaus erreichte sie im Fach Biologiebei drei Indikatoren die Spitzengruppe.Aktionen für eine bessere BildungWährend des Aktionstags für Bildung am17. November nahmen in Aachen weit über2.500 Schüler und Studierenden an einemDemonstrationszug teil. RWTH-KanzlerManfred Nettekoven richtete vor demHauptgebäude das Wort an die Protestierenden.Er bezeichnete viele Forderungen alsnachvollziehbar und versicherte, dass auchdas Rektorat sich mit diesen Themen intensivauseinandersetze. Bundesweit wurde inüber 50 Hochschulstädten für bessere Lernbedingungenin Hochschulen und Schulendemonstriert. Die Kritik der Studierendenrichtet sich vor allem gegen Mängel bei denBachelor- und Master-Studiengängen.SP gegen Studienbeiträgeund HörsaalbesetzungDas Studierendenparlament (SP) der RWTHhat sich am 18. November erstmals gegendie Studienbeiträge ausgesprochen. Das Parlamentlehnte ebenfalls Hörsaalbesetzungenals Protestform und damit das so genannteDauerplenum im Fo3 vom 12. bis 17. Novemberab.Der AStA-Vorsitzende Felix Gathmannräumte allerdings am 18. November gegenüberden Aachener Zeitungen ein, dass dieStudienbeiträge an der RWTH nicht gegenden Willen der Studierenden eingesetzt würdenund diese ein Vetorecht bei der Verwendunghätten.Tjalf Hoffmann ist bester AzubiDie besten Auszubildenden Deutschlandswurden am 7. Dezember beim DeutschenIndustrie- und Handelskammertag (DIHK) inBerlin von Bundespräsident Horst Köhler zuihren hervorragenden Leistungen beglückwünscht.Zu ihnen gehört Tjalf Hoffmann,der mit seiner Ausbildung an der RWTHgleich eine doppelte Strategie verfolgte:Während seines kombinierten Studiengangszum Mathematisch-technischen Assistentenhatte er vier Jahre lang parallel gelernt, umeinen Berufsabschluss und gleichzeitig denBachelor zu erreichen. Der RWTH-Azubi erreichte95,5 von 100 möglichen Punkten.Hoffmann arbeitet weiterhin am RWTH-Lehrstuhl und will sich zum Wintersemester2010 für den Masterstudiengang SoftwareEngineering an der RWTH einschreiben.Zehn Jahre IDEA LeagueIm Jahr des Bologna-Abkommens schlossenunter dem Namen „IDEA League“ das ImperialCollege London, die TU Delft, die ETHZürich und die RWTH Aachen eine strategischeAllianz. 2006 stieß noch das Paris Techzum Bündnis. Im Rahmen dieser Kooperationwurde ein neues und vielfältiges Austausch-und Mobilitätsprogramm für Studierendeins Leben gerufen. In den letzten Jahrenrichtete die IDEA League fünf so genannteExcellence Clusters ein, die Forschungspartnerschaftenin den GebietenEnergie, Umwelt, Gesundheit, Informationstechnologieund Mobilitäten initiieren. ErklärtesZiel der gemeinsamen Aktivitäten ist,zur Lösung europäischer und globaler Problemebeizutragen.Testbetrieb kann startenNach Ende der Bauarbeiten stellten RektorErnst Schmachtenberg und der Landrat desKreises Düren, Wolfgang Spelthahn, denersten Bauabschnitt der Teststrecke des„Aldenhoven Testing Center“ (ATC) der Pressevor. Die kreisförmige, asphaltierte Fahrdynamikflächemit 210 Meter Durchmesser unddie angeschlossene 400 Meter lange Beschleunigungsspurwerden drei Hochschulinstitutefür ihre Forschungsarbeit nutzen:Das Institut für Kraftfahrzeuge (ika), der Lehrstuhlfür Verbrennungskraftmaschinen (VKA)und das Institut für Regelungstechnik (irt).Außerdem können auf dem ehemaligen BergbaugeländeEmil Mayrisch auch kleine undmittlere Unternehmen ihre Produkte testen.Renate Kinny

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine