Juni 2012 - Gornergrat Bahn

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Juni 2012 - Gornergrat Bahn

einfach retourMatterhorn Gotthard Bahn, Gornergrat Bahn, Glacier Express: mehr erfahren 1/12Adieu.BahnchefMooser geht.Aufbauend.Egon Gsponerbaut für die Bahn.Sauber.Designkorb hältWagen rein.Seiten 6, 7Seite 10, 11Seite 13


50 Meter überdem tosendenFindelbach fährtdie GornergratBahn in Doppeltraktionzum Ausflugszielhoch.Das Viadukt ist90 Meter lang.


einfach retour · 3Inhalt4Stimme aus Stalden.Reisende aus aller Welt buchenin Stalden einen Fensterplatzund mehr.7Gute Reise.Bahnchef Hans-Rudolf Mooserreist in den nächsten Lebensabschnitt.8Erlebnis Card.Preiswerte Freizeitangebotefür Familien.10Bahnhofslagebevorzugt.Drinnen wie draussen besteAussichten: Die neuen Wohnungenam Bahnhof Visp.12Bahnwelt in Zahlen.Wie die Matterhorn GotthardBahn unterwegs ist.13Köpfchen.Antonio D’Andrea undsein Designobjekt.15KreuzwortEin Bahnrätsel zum Mitmachen.4781013Editorial9.23 Uhr ging mir durch denKopf, neulich auf dem Bahnhofplatz,als ich den Zug RichtungOberwald losfahren sah. Im selbenMoment lachte ich heimlichüber mich. Soweit bin ich also,lese den Takt der Bahn. Obschon:Es lebt sich angenehm imZentrum, wo Geschäfte und deröffentliche Verkehr in Gehdistanzerreichbar sind. Deshalbbaut die Matterhorn GotthardBahn Bahnhofsareale aus – etwain Visp. Mehr zur Wohn-Bahnund darüber, was die ErlebnisbahnNr. 1 der Alpen Ihnen Neuesbietet, lesenSie in dieserAusgabe. Ichwünsche Ihneneine unterhaltsameLektüre!Melanie TrufferLeiterin UnternehmenskommunikationIMPRESSUMHerausgeber: Matterhorn Gotthard Bahn, Gornergrat Bahn Adresse: Bahnhofplatz7, 3900 Brig Redaktionsteam: Marcel Mooser, Melanie Truffer, SusannePerren Fotos: Bernhard Lochmatter Erscheinungsweise: 2-mal jährlichAuflage: 30000 Exemplare Grafik, Layout und Druck: Vogt-Schild Druck AG,Gutenbergstrasse 1, CH-4552 Derendingen © Herausgeber; Nachdruck odersonstige Wiedergabe nur mit schriftlicher Bewilligung gestattet.


thema · 4Auf dem Perron ist es ruhig, innen laufen die Leitungen heiss: Olivier Grichting und Francine Hurni (Bild unten rechts) suchen freie Plätze in einemDie angenehme Stimme aus StaldenIm Railcenter Stalden belegen sieben Mitarbeitende unter anderem die Sitzplätze im Glacier Express.Das tönt einfacher, als es in Wirklichkeit ist.■ Ob sich der Anrufer aus dem Iran wohlein Bild vom Railcenter Stalden macht –oder besser: Was für eines? Bestimmt siehter ein funktional eingerichtetes Grossraumbüromit ungezählten Telefonierenden mitebenso vielen Bildschirmen. Das Telefon aufdem Bürotisch im Stationsgebäude Staldenklingelt. «Matterhorn Gotthard Bahn, Hurni,Guten Morgen», nimmt Francine Hurni,Mitarbeiterin des Railcenters Stalden, denAnruf entgegen. Die Realität in Stalden isterfrischend anders als jene eines unpersönlichenCallcenters. Im putzigen Stationsgebäudesind, leicht abgetrennt vom Bahnschalter,vier Arbeitsplätze eingerichtet.Hier nehmen die Buchungsspezialistinnenund -Spezialisten an sechs Tagen unter derWoche Reservationen für eine Fahrt mitdem Glacier Express entgegen. Keine Klimaanlage,keine künstliche Büroatmosphäre,dafür viel Motivation und so etwaswie ein innerer Kit ist an diesem Ort zu spü-«Damit jeder Gast diefür ihn optimalen Reservationenbekommt,braucht es ein Gespürfür Leute.»Olivier Grichting.ren. «Wir handeln mit Herz und Verstandzum Wohle des Kunden», wird OlivierGrichting, Teamleiter Railcenter Stalden, spä -ter sagen.Francine Hurni hört indes zu und bestätigtalsbald in akzentfreiem Englisch, ja, derGlacier Express verkehre im Sommer täglichund eine Fahrt von Zermatt nach St. Moritzin der ersten Klasse koste pro Person 193.30Euro zuzüglich einer Reservationsgebühr.Sie hält kurz inne. Offenbar will der Anrufernoch abklären, ob er seine Gefolgschaftim Nebenwagen unterbringt. «Okay. Gerne.Wir hoffen, Sie bei uns zu begrüssen. Havea nice day», legt Françine Hurni mit den gutenWünschen zum Tag auf.


thema · 5Helfer hinterder KulisseDie Fahrdienstleiter derBetriebsleitzentrale inBrig setzen alles daran,die Qualität des Bahn -betriebs hoch zu halten.Sie treten dabei auchgegen das Wetter an.Fahrdienstleiter Thomas Bischofverfolgt jede Zugbewegungauf dem Bildschirm mit.Glacier Express.■ Angenommen, Ihr Zug hältzwischen Stalden und Kalpetranplötzlich an. Als Reisendergeht für Sie in diesen unangenehmenMinuten gar nichtsmehr. Dem ist nicht ganz so:Hinter den Kulissen legen sichdie Mitarbeitenden der Mat -terhorn Gotthard Bahn umsomehr ins Zeug, um die Störungzu beheben. Die Fäden laufenin der Betriebsleitzentrale in Brigzusammen. In diesem Kommandoraumverfolgen die Fahrdienstleiterjede Bewegung einesZuges auf grossen Bildschirmwändenmit. Steht eineFortsetzung Seite 7«Schwankendie Tempera -turen, sind wiralarmiert.»Hans-Ruedi Minnig.Ein Extrazug im SonderfallSeit Juni 2011 nehmen die insgesamt siebenMitarbeitenden im Railcenter Stalden sämtlicheReservationswünsche für den GlacierExpress entgegen – jene von Einzelreisendengenauso wie jene der Gruppenreisenden.Das tönt einfacher, als es ist: Im Hochsommeralle Gruppen im gewünschten Zug unterzubringen,erfordert einiges an kombinatorischemGeschick. Jeder Zug soll optimalausgelastet sein. Das wäre planbar, bloss änderndie Kunden manchmal kurzfristig ihreReisepläne. Wird umgebucht, ist ein vollerGlacier Express plötzlich überbucht. Im andernhätte es noch freie Plätze, aber dannsässe ein Teil der Gruppe im Wagen 1 undein Teil im Wagen 3, um ein Beispiel von jenemTag zu zitieren. «Am Ende des Tagesgeht’s immer auf», gibt sich Olivier Grichtingzuversichtlich. Auch für jenes Paar,das online via elektronischem Verkaufskanalzwei Plätze gebucht hat und nun realisiert,dass sie in unterschiedlichen Abteilen sitzen.Fortsetzung Seite 6


thema · 6Gute Reise, Hans-Rudolf Mooser!Bahn direktor Hans-Rudolf Mooser hat mit seinenMitarbeitenden in den letzten elf Jahren die BahnlandschaftOberwallis geprägt. Heute verfügt die Regionüber ein modernes, international angebundenes öffentlichesVerkehrsnetz, das sein Nachfolger, FernandoLehner, ab dem 1. September 2012 weiterentwickelnwird. Ein Rück- und Ausblick.Nach einem Jahr als Direktor der BVZZermatt Bahn führten Sie das Unternehmenmit der Furka Oberalp Bahn zusammen.Wie blicken Sie auf diesen Entscheidzurück?Hans-Rudolf Mooser: Der Schritt war fällig.Das bezeugten alle Beteiligten. Obschon ichzuvor bei der Lonza verschiedentlich bei Integrationsprozessenmitgewirkt hatte, zollteich dem Schritt Respekt. Beide Unternehmenpflegten eine eigene Kultur mit regional unterschiedlichenMentalitäten und Strukturen.«Ich gehe miteinem gutenGefühl»: Hans-Rudolf Mooser,scheidenderBahndirektor.Als Sie die geeinte Bahn in MatterhornGotthard Bahn umbenannten, ging einAufschrei durchs Land.Die bissigen Kommentare von den SprachundWerbeprofis höre ich heute noch: Zulang, sprachlich zu schwerfällig und wideralle Regeln der Kunst.Die Entwicklung zeigt,dass es richtig war: DerGotthard, historisch undverkehrsstrategisch bedeutend,und das Matterhorngeben den Auftrag derBahn sehr gut wieder.• Matterhorn TSchluss von Seite 5«Online kann der Kunde vorläufig die Plätzenoch nicht auswählen», bekennt Grichting.«Das steht zwar in den allgemeinen Geschäftsbedingungen.Aber wer liest dieschon?» Solche kniffligen Fälle löst nur, werkonzentriert ans Werk geht. Innere Ruhe,Bahn- und Sprachenkenntnisse und ein gewiefterSchuss Kombinatorik sind in diesemJob von Vorteil. Läuft’s runder als rund, bestelltdas Railcenter Team einen Extrazug beiden Kollegen der Matterhorn GotthardBahn.Gerne benutzt: Der BahnschalterWährend Leute aus aller Welt – Einzelreisendeaus dem nahen Osten, Europa oder denUSA genauso wie indische oder asiatischeReiseveranstalter – in Stalden anrufen, freuensich die Staldnerinnen und Staldner ampersönlich besetzten Billettschalter, wo ihrealltäglichen Bahnanliegen geklärt werden.«Ich sollte mein Abo verlängern.» «Wo undwann fährt der Anschluss in Visp?» «Wieviel kostet es, den Hund mitzunehmen?»«Ich fahre morgen nach Tübingen.» «Kannich das Busticket auch hier kaufen?» Diesund vieles mehr ist möglich. Und weil mansich kennt, darf es auch ein persönlichesWort dazwischen sein. «Zeit für die Kundinnenund Kunden haben, erachte ich als gelebteQualität», bekräftigt Grichting.Auf dem Bahnhofsvorplatz steigen ein paarTourenskifahrer aus dem Postauto. Ihrenbraun gebrannten Gesichtern nach war dieTour erfolgreich. Jetzt warten sie auf die MatterhornGotthard Bahn, die sie nach Vispbringt. «In Stalden verkehrt die Welt», zwinkertOlivier Grichting und entkräftet damitdie schleichende Frage, weshalb Stalden?Deshalb Stalden. >


einfach thema retour · 7Unter Ihrer Ägide entstand der TerminalTäsch, der NEAT-Bahnhof Visp, die Ostausfahrtin Brig, der neue Verwaltungssitz,zudem ein neues Angebots- undFahrplankonzept. Haben Sie nie amWachstum gezweifelt?Gezweifelt nicht, stets dafür gekämpft. Etwabeim Terminal Täsch. Das Parking inTäsch war seit Jahren ein Thema im innerenMattertal. Den Umstieg beurteilten alle alsunzumutbar für eine Destination wie Zermattselbst wenn Projekte sehr konträr diskutiertwurden.Anders die NEAT, die besonders dem Oberwallisgrosse Chancen bietet: Wir warenüberzeugt vom Wachstum und bauten denFahrplan entsprechend aus. Auch die neubeschafften KOMET-Triebzüge steigern dieAttraktivität der Bahn enorm.Mit welchem Gefühl geben Sie das Unternehmenan Fernando Lehner weiter?Mit einem sehr guten Gefühl. FernandoLehner ist seit Beginn der Matterhorn GotthardBahn dabei. Er läutet den Generationenwechselin der Geschäftsleitung ein. Mitihm ziehen drei jüngere Kader in die Geschäftsleitungein.Was bleibt zu tun?Die Kapazitätsengpässe Richtung Aletschgebietund Richtung Zermatt sollten behobenwerden. Dazu haben wir neues Rollmaterialfür CHF 106 Mio. bestellt. Dann bedürfendie Bahnhöfe Sedrun,Andermatt, Fiesch, Brig, Stalden, St. Niklausund Zermatt einer Erneuerung. Mit der Sanierungdes Furkatunnels liegt ein weitereskniffliges Dossier auf dem Cheftisch.Sind Sie ein Eisenbahner geworden oderder Personalcoach geblieben?Sagen wir es so: Ich blieb mir treu. Der öffentlicheVerkehr ist eine Dienstleistungsbranche.In diesem Business geht es darum,eine Servicekultur zu prägen. Dasgelingt nur, wenn wir anständig und fairmiteinander umgehen. Was meine Eisenbahn-Faszinationbetrifft: Ich werde alsMitglied des Verwaltungsrates der UnternehmensgruppeBVZ/MGB die Entwicklungmitverfolgen.Kamen Familie, Hobbys und Freunde zukurz?Eine ausgewogene Balance zwischen Berufund Privatleben spendet Kraft und Energie.Obschon der Beruf in den letzten Jahren immermehr forderte, hielt ich diese Balancehoch.Wohin reisen Sie nun?Die Zeit für mich, die Familie und das Reisen,den Sport, lesen, gärtnern und Weiterbildungenin Sprachen, Geschichte oder Kultur werdeich gerne nutzen. Aufgaben im Sozialbereichreizen mich auch. Ich werde bestimmteinen Teil meiner Zeit für Non-Profit-Organisationenarbeiten.Zur PersonHans-Rudolf Mooser, 64, hat in elf Jahren aus zweiPrivatbahnen ein modernes Unternehmen gemacht.Seinen Antritt feierte er am 1. Oktober 2001 alsDirektor der damaligen BVZ Zermatt Bahn. Er führtedie Bahn in den Zusammenschluss mit der FurkaOberalp Bahn im Januar 2003 und öffnete damit denWeg zu wesentlichen Grossprojekten, zudenen der Relaunch des Glacier Express, der neuePersonenbahnhof Visp, der Matterhorn TerminalTäsch, die Ostausfahrt Brig und der Ausbau des Regionalverkehrszählen. Unter der Leitung von Hans-Rudolf Mooser hat das Unternehmen auch die GornergratBahn in die BVZ Holding integriert, eineeigene Pensionskasse gegründet und das Immobilien-Portefeuilleweiterentwickelt. 2010 führteMooser die Matterhorn Gotthard Bahn während desGlacier-Express-Unglücks durch das schwierigsteKapitel ihrer Geschichte.Denken Sie mit Wehmut an den letztenArbeitstag?Nein. Indem ich meinen Austritt vor einemJahr bekannt gab, hatte ich mich selber damitauseinanderzusetzen. Am Nachmittagdes letzten Arbeitstags Ende August werdeich mit meiner Frau für sechs Wochen nachKanada verreisen und dadurch meine Weichenfür die Zukunft stellen. >


Weshalb ist ein Ferientag mit,Erlebnis Card ein besserer Ferientag?,


erlebnis card · 9Christian Ritz, Produktmanager Erlebnis Card, sagt:«Weil er zwischen sonnenverbrannten Stadelnvon unbeschwerten Tagen träumen lässt.Für nur 58 Franken entdecke ich mit der ErlebnisCard der Matterhorn Gotthard Bahn, vonPostAuto und der BLS AG mein Wallis. Zu demzahle ich für Kletterparks, Schwimmbäder undvieles mehr nur den halben Preis.»Sandra Stockinger, Leiterin Lötschental Tourismus, sagt:«Mit dem Lötschental erschliesst die Erlebnis Cardein magisches Tal, das mystische Naturgeschichtenerzählt. Zum Beispiel auf dem Sagenweg von derLauchneralp zur Fafleralp. Die Bahnfahrt nachGoppenstein und der Postautotransfer sind in derErlebnis Card inbegriffen.»Andreas Zenklusen, Verkaufs- und Tarifmanager PostAuto Region Wallis, sagt:«Weil man den Tag mit einem Gelato in Domo -dossola krönen kann. Das geht auf einer Fahrt mitdem PostAuto auf Napoleons Route von Brig nachDomodossola. Der Steinadler auf dem Simplonpasserinnert Oma an die Kriegszeit und alle freuensich auf Italien: Gelati-Zeit!»Ivan Buck, Stammgast in Bellwald und Leiter Marketing der Zentralbahn, sagt:«Seit über 20 Jahren verbringe ich meine Ferienin Bellwald. Früher als Kind – heute mit meinendrei kleinen Kindern. Wir fliegen gerne aus:Die Erlebnis Card bringt der ganzen Familie Abenteuer,auch bei schlechterem Wetter, wenn wirnach Brigerbad ins Thermalbad fahren.»www.erlebniscard.chAb 58 Franken für zwei Tage. Die Erlebnis Cardgilt neu auch auf der BLS Lötschberger StreckeBrig-Kandersteg.


Wohnen am Bahnhof bevorzugtWohnen in Zentrumsnähe sagt immer mehr Menschen zu. Deshalb entwickelt die Matterhorn GotthardBahn ihre Bahnhöfe und deren Umfeld umsichtig weiter – zum Beispiel am Brückenweg in Visp.Eine Baustellenbesichtigung mit dem Leiter Projektmanagement Egon Gsponer.■ Ein bisschen geht es der Bahn als Bauherrähnlich wie den Erfindern der Levis-Jeans. Siepositionierten ihre Jeans als Arbeiterbekleidung,da strapazierfähig. Die Spots zeigtenHandwerker oder Cowboys, die nicht geradezimperlich mit den Denimhosen umgingen.Die Jeans wurde ein Erfolg – in Massen gekauftvon Städtern, allen voran von den Börsenmaklernder Wallstreet. Das lässige, ländlicheImage kam ihnen als wohlwollenderKontrast zum Geschäftsalltag gelegen.Nun baut die Matterhorn Gotthard Bahn amBrückenweg in Visp weder lässig noch ländlich– im Gegenteil: In den zwei Wohnhäusernentstehen total 79 lichtdurchflutete Wohnungen,deren offene Wohnräume an Lofts erinnern.Die architektonische Philosophie gehtdahin, jene zeitgemässen Wohnformen mitperfekter Anbindung an den öffentlichen Verkehrentsprächen berufsaktiven Menschen,die im urbanen Kern leben und arbeiten oder«Zentrumslage sprichtalle Generationen an.»Egon Gsponer,Leiter Projektmanagementaber als Pendler die Bahnhofsnähe schätzen.Grosses Interesse an den Wohneinheiten –das bringt uns auf das Paradoxon der Jeans-Werbung – zeigten bislang jedoch Ehepaarejener Generation, deren Kinder bereits ausge-flogen sind. «Zentrumslage und öffentlicherVerkehr sprechen alle Generationen an», bestätigtEgon Gsponer den Trend.Bereits Mitte 2012 ziehen nach knapp anderthalbJahren Bauzeit die Migros sowie die ModeketteC&A ein. Die 2 ½- bis 4 ½-Zimmerwohnungensind ab Frühling 2013 bezugs -bereit. Die Baukosten von 60 Mio. Franken teiltsich der Immobilienbereich der Bahn zusammenmit der Anlagestiftung Turidomus.Wertige Materialien, wonniger AusblickAuf einem Rundgang im ersten Obergeschossim Rohbau kommt die grosszügige,moderne Konzeption der Wohnungen bereitszur Geltung. Egon Gsponer zeigt auf einenBetonkubus mitten im Wohnungskern.


zermatt festival · 12Bahnwelt in ZahlenDie Matterhorn Gotthard Bahn blicktauf ein stabiles Geschäftsjahr 2011zurück.5 907 000 Fahrgäste fuhren2011 in einem Regionalzug der MatterhornGotthard Bahn.205 000 Reisende genossen diespektakuläre Fahrt mit dem Glacier Express.1 082 000 Tonnen beförderte dieBahn, die seit dem 1. Oktober zusammenmit der Planzer AG als Apin Cargo AG unterwegsist.602 Mitarbeitende sorgen täglichdafür, dass die Reisenden pünktlich,sicher und zuverlässig ans Ziel kommen.CHF 1.9 Mio. kostete der Umbaudes Lösch- und Rettungswagen des RettungsdienstesFurkatunnel.CHF 36.7 Mio. investierte die Bahn,um Gleise und Fahrbahnen zu erneuern.CHF 1.1 Mio. mehr Ertrag als imVorjahr erwirtschaftete die Bahn über allesgesehen.CHF 106 Mio. kostet das neueRollmaterial, das die Bahn 2011 bestellt hatund das ab 2014 verkehren wird.Die Bahn investiert laufend in dasattraktive Mobilitätsangebot.Das Gesicht einer jungen, kosmopolitischen Schweiz: die Pianistin Mélodie Zhao.Exotik von WeltrangAm Zermatt Festival repräsentiert Mélodie Zhao eine offene, multikulturelleSchweiz. Die aufstrebende Schweizer Pianistin hat chinesischeWurzeln.■ Die erst 18-jährige Schweizer Pianistin mitchinesischen Wurzeln, Mélodie Zhao, bezaubertam Abend des 1. Septembers mit Beethovenund Liszt. Dessen «Etudes» gehörenzu ihren Meisterstücken, die zeigen, welchegrosse Pianistin in der Schweizerin steckt. Das«In New York fehlenmir einzig die Berge.»Daniel Schnyder, Komponist.Zermatt Festival verspricht 2012 viel Exotikund noch mehr Schweizer, die im AuslandFurore machen.Uraufführung «Der Bergmensch»«Als Exilschweizer vermisse ich die Berge,die meine Jugend stark geprägt haben»,schreibt der in New York ansässigeSchweizer Komponist und Saxophonist DanielSchnyder zur Welturaufführung von«Der Bergmensch». Diese Komposition, dieam 8. September 2012 in der PfarrkircheSt. Mauritius das erste Mal erklingen wird,ist das Herzstück des Zermatt Festivals. Eswird über drei Wochen 82 herausragendenMusikern aus aller Welt künstlerische Heimatsein und macht sie – im Sinne Schny-ders – zu Bergmenschen. Allen voran dasScharoun Ensemble Berlin, das im achtenJahr Zermatt zur Kaderschmiede auserkorenhat. Acht Berliner Philharmoniker vereint dasEnsemble.Höhentraining in KapelleSie unterwerfen sich und ihre dreissig Studentenin der Zermatt Festival Akademieeinem musikalischen Höhentraining mit Leidenschaft.In Dorfkirchen, -kapellen und gediegenenTraditionshotels empfangen sie ihreKünstlerfreunde mit Namen von Weltrang:die Mezzo-Sopranistin Stella Doufexis, denPosaunisten Stefan Schulz, den PerkussionistenBachar Khalifé oder den Bariton StephanGenz. Es erklingen Werke von Haydn, Mozart,Schubert, Ravel, Bach, Mahler, Dvor˘àk.Zum Auftakt des Festivals am 31. August bietetder Grammy-preisgekrönte Estonian PhilharmonicChamber Choir Rachmaninovs Vespermessedar. >


cleanteam · 13Ein Korb für alle AbfälleHausgemacht: Mitarbeiter D’Andrea Antonio hält mit seinem Designobjekt die Wagen rein.■ Angefangen hat alles mit einem Paar handelsüblichenSkiern. Antonio D’Andrea, in seinemArbeitsleben Fachspezialist bei Rollmaterialund Traktion, hatte sich in den Kopf gesetzt,diese zu Profibrettern aufzumöbeln. Stundenlangtüftelte er während seiner Freizeit in seinerGarage – um die ihn jedes Sportgeschäftbeneiden würde: Mit der professionellen Steinschleifmaschine,dem Herzstück seiner privatenWerkstatt, holt er inzwischen aus jedemSki mehr heraus, als überhaupt drin steckt. SeineArbeitskollegen der Matterhorn GotthardBahn wissen, dass «Tonino» nicht eher ruht,bis er die perfekte Lösung gefunden hat.Federnde PapierkörbeEine solche Lösung war jüngst gefragt: DiePapierkörbe in den Zugabteilen sollten ersetztwerden. Bloss: Die handelsüblichen Modellewaren zu klein oder zu gross. «Nicht nurin solchen Situationen sind die Ideen derPraktiker Gold wert», sagt Teamleiter MarcelSchnyder und beauftragte D’Andrea mit demkniffligen Fall. Die Körbe sollten sich behändeöffnen lassen und von selber unter dem Abteiltischerneut sachte zuschnappen.«Die Feder hat michherausgefordert.»D’Andrea Antonio, Fachspezialist beiRollmaterial und Traktion.Der Hobby-Designer skizzierte den Korb su -bito auf Papier. Allerdings: «Die Feder für denRückzug hat mich ziemlich herausgefordert»,lacht er. D’Andrea liess sich die Skizze von einemIngenieur auf den Computer übertragenund testete mögliche Varianten. Nach einpaar Anläufen schien vorerst auf dem Bildschirmder richtige Platz für die Feder gefunden.«Man atmet schon mal auf, aber nochnicht durch», sagt er. Indes, auch in der Praxisüberzeugte seine Konstruktion. Jetzt bauendie Fachspezialisten von Rollmaterial undTraktion die handlichen Papierkörbe ein;zwölf pro Wagen, an jedem Fensterplatz einer.Und D’Andrea? Er hat bereits eine Idee,wie er seine Skikanten nächsten Winter nochgriffiger schleifen will. >


einfach magazin retour · 14 · 14Wandertipp zumJahr des WassersDie perfekte Rundwanderung zumJahr des Wassers führt zur Quelledes Rheins auf dem Oberalppass.Diese Markefährt um die WeltDie Matterhorn Gotthard Bahn verkehrt auch in der Karibik, die GornergratBahn in Antigua.■ Karibische und afrikanische Staaten – besonders solche,in denen keine Eisenbahn fährt – verwenden dieMatterhorn Gotthard Bahn und die Gornergrat Bahn liebendgerne als Briefmarkensujet. So zeigt etwa eine60-Cent-Briefmarke aus Dominica, dem Inselstaat in derKaribik, eine antike Ansicht der Bahn auf dem Viadukt vonBugnei (GR). Guinea mag es moderner. Im Jahr 2008brachten sie eine Briefmarke mit einem Pendelzug heraus.Einer, der darüber Bescheid weiss, ist Günther Klebes.Der Eisenbahnfreund aus Deutschland sammelt seitJahren alles, was mit Bahnfahren zu tun hat – je exotischerumso sammlungswürdiger. Seine KollektionExotische Länder bevorzugenGebirgsbahn-Motiveals Briefmarken.exotischer Matterhorn Gotthard Bahn-Briefmarkenzeigt Exemplare aus São Tomé und Príncipe, Guinea,Niger, Dschibuti, Burkina Faso, Liberia, Antigua undBarbuda.Wunsch-SujetGenerell seien in diesen Staaten Bahnen oder Lokomotiveneuropäischer oder amerikanischer Herkunftwillkommene Motive, weiss der Sammler. Damit zumindestder Wunsch nach einem derartigen Verkehrsmittelauf Reisen geht.■ Lai da Tuma, wie die Quelle des Rheins auf räteromanischheisst, gehört zu den beschaulichstenNaturplätzen der Schweiz. Die Wanderung startetauf dem Oberalppass, über den die MatterhornGotthard Bahn im Stundentakt verkehrt. In südlicherRichtung der Talflanke entlang führt der Weggleich zum höchsten Punkt der Tour auf 2708 Höhenmeterund von dort hinunter zur Quelle desRheins, dem Lai da Tuma, auf 2345 m. Vom Naturschutzgebietum den Tomasee geht’s über Plidutschaund Plaun Pardatsch nach Tschamut, wo dieMatterhorn Gotthard Bahn stündlich nach Disentisoder zurück ins Oberwallis fährt.Wanderzeit: 4 Std.Länge in km: 11 kmHöhenunterschied: 1725 mHerausforderung: mittelschwerGornergrat-Gutscheine bei CoopDie Gornergrat Bahn hat mit Coop einen neuen Partner gewonnen. Die Kunden profitieren.■ Wer im Sommer oder Herbst in einem Coop für CHF 100.– und mehr einkauft,erhält einen Gutschein für ein Outdoor- oder Familienangebot der GornergratBahn. Günstiger erhältlich ist beispielsweise das Ticket Matterhorn Erlebnis (RetourfahrtZermatt Gornergrat inklusive Erinnerungsfoto mit dem Matterhorn undeiner Gornergrat-Cap) und gar 50 Prozent Rabatt gibt es auf das Familienangebot«Wolli und die Klimadetektive». Ausgerüstet mit Audioguide und Feldstecher entdeckendie Kinder den Klimahörpfad. Auf dem Gornergrat winkt ihnen zudem eineBelohnung aus der Schatztruhe.KlimahörpfadStrecke: Rotenboden nach Riffelberg.Distanz: 3.2 kmGehzeit: ca. 1 Std


einfach retour rätsel · 15Brunchgipfel aufdem GipfelBesondere Sonn- und Feiertage krönt einBrunch auf dem Gornergrat.AgendaBrunch auf dem Gornergrat17. Juni, 15. Juli, 1. August, 15. August 2012Sunset Dinner Gornergrat13. Juni – 5. September 2012, jeweils am MittwochDie Matterhorn Gotthard Bahn gratuliertden Gewinnerinnen und Gewinnerndes Rätsels vom einfach retourWinter 2011/12. Der Hauptpreis gingan Lengen Franziska, Embd.Weitere Preisgewinner:2. Preis: Dorly Zimmermann-Studer, Visperterminen3. Preis: Walter Gaberthüel, Naters■ Auf Augenhöhe mit 29 umliegenden Viertausendern anknusprigen Gipfeln knabbern oder sich einen noch fast lauwarmenZopf mit Butter und Konfitüre bestreichen, dazu frischeFrüchte, Birchermüesli, vielleicht sogar ein 3-Minuten-Ei Brunchenbleibt eine unerreichte gesellige Art, den Tag zu beginnen.Erst recht, wenn der Ort derart spektakulär ist, wie das3100 Kulmhotel Gornergrat.Der Brunch dauert von 9 Uhr bis 11 Uhr. So bleibt genügendZeit für eine Entdeckungstour auf dem Gornergrat. Brunch inklusivedie Retourfahrt Zermatt-Gornergrat gibt es ab 68 Franken(Erw. mit Halbtax-Abo). Der Brunch findet am 17. Juni,15. Juli, 1. August und am 15. August 2012 statt.11. Zermatt Marathon7. Juli 2012Gommer OpenAir Lax26. – 28. Juli 2012Zermatt Festival31. August – 16. September 2012Diese Angaben sind ohne Gewähr.Lösung zu «einfach retour» 02/111. Preis: Gutschein von CHF 350.– für Erlebnisbahnprodukte der Matterhorn Gotthard Bahn / Gornergrat Bahn.2. Preis: Gutschein von CHF 250.– für Erlebnisbahnprodukte der Matterhorn Gotthard Bahn / Gornergrat Bahn.3. Preis: Gutschein von CHF 190.– für Erlebnisbahnprodukte der Matterhorn Gotthard Bahn / Gornergrat Bahn.Einsendeschluss: 24. August 2012. Die Gewinnerinnen und Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über dieVerlosung wird keine Korrespondenz geführt.Einsenden an: Matterhorn Gotthard Bahn, «einfach retour», Bahnhofplatz 7, 3900 Brig. E-Mail: info@mgbahn.ch, Betreff: einfach retour.


Illustration: Max SpringDie Matterhorn Gotthard Bahn baut nicht nur für Bahnfans. Mehr auf Seite 10 und 11.

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