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Freier Wille 21.08.2013 - WissIOMed

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Studium generale:

Studium generale: Projekt© Herausgeber: Prof. Dr. med. Bernd Fischer www.wissiomed.de e-mail:memory-liga@t-online.deVergleiche Aristoteles (Anatomie, funktionelle Zuordnung):Dreiteilung der Seelenfunktionen:PflanzenseeleTierseeleMenschenseele (Patzig 2001)Vergleiche Freud:EsIchÜberichAristoteles (384-322 v. Chr.) (vgl. auch Mesopotamien, Ägypten, Juden, Hindus, Chinesen) (Anatomie,funktionelle Zuordnung)jedoch meinte, dass das Herz (es ist, das war bekannt, durch die Blutgefäße mitallen Organen verbunden) das zentrale Empfindungsorgan (Akropolis des Körpers) unddamit auch der Sitz des Bewusstseins und damit der Sitz der geistigen Funktionensei.Bei ihm kann Denken nicht ohne den Körper vorkommen. (Identitätstheorie). Nichtdas Auge sieht, sondern der Mensch mittels des Auges und des Zentralorgans. Undjeder Körper hat seine ihm gemäße Form und Gestalt. (Patzig 2001)Eine Seelenfunktion, das rationale Denken, das nur beim Menschen vorkommt,könnte seiner Ansicht nach von jeder materiellen Basis unabhängig sein. (Patzig 2001)Diese Seelenfunktion, das „Nous“ (Geist, Vernunft) ist unsterblich und einüberindividuelles Prinzip. In diesem Bereich gilt die Identitätstheorie nicht.„Aristoteles betrachtet das Denken als die höchste Form der aktivenVernunft…Die denkende Seele ist der Ort, an dem neue Ideen entstehen.“ (Gassner,2008, 20)Er ordnet die schöpferische Einbildungskraft (Fantasia (aus mehreren Bildern ein neuesObjekt zu machen), dem Denken zu. (mod. n. Gassner 2008, 20)„Die denkende Seele lässt sich, im Gegensatz zur wahrnehmenden Seele, weder ineinen bestimmten Teil des Körpers lokalisieren, noch ist sie sterblich. Ob jedochbei dieser denkfähigen Geistseele die individuelle Unsterblichkeit oder nur eineRückgliederung in die göttliche Vernunft gemeint ist, darüber lässt sich streiten.Die von Aristoteles begonnene Schau des Geistes aus der gemeinsamen Sicht vonMedizin, Philosophie und Metaphysik ist immer noch wegweisend für die moderneHirnforschung, wohl auch deshalb, weil bis heute noch kein strukturelles Korrelatfür die Seele gefunden wurde.160

Studium generale: Projekt© Herausgeber: Prof. Dr. med. Bernd Fischer www.wissiomed.de e-mail:memory-liga@t-online.deDie Wahrnehmung ist seiner Ansicht nach davon getrennt zu betrachten. (s.u.)Das Gehirn hatte nach Ansicht von Aristoteles die Aufgabe, das aufwallend undheißblütige Herz zu kühlen. Die Funktion des Gehirns ist demnach, das mitNahrung beladene Blut zu kühlen.Es ist für ihn das Organ der Ernährungs- und Wahrnehmungsseele (sie ist an dieFunktion der Sinnesorgane gebunden) (vgl. „einen kühlen Kopf bewahren“; „ichwünsche Dir von Herzen alles Gute“; „ich hab mein Herz in Heidelberg verloren“)(Elsner 2004; Gassen 2008)Aristoteles fordert, um die gleichzeitige Wahrnehmung eines Gegenstandes betrachten zukönnen, einen Sensus communis oder Gemeinsinn. Die fünf Sinneskanäle müssen gemeinsam inein Organ des Bewusstseins einmünden, das jedoch bei ihm nicht im Kopf lokalisiert ist.“ (Gassen2008, 20)„ Das Pneuma, die in den Körper einströmende Luft, ist der Überträger vonSinneseindrücken. Diese Pneuma-Theorie, dann ‚Spiritus animalis’ genannt,beeinflusst die Hirnforschung bis ins 18. Jahrhundert. Für Aristoteles ist Pneumanicht einfach Luft, wie die Übersetzung aus dem griechischen vermuten lässt,sondern eine luftähnliche Substanz, eine Veränderungs- und Bewegungsprinzip,das alle Abläufe in der Natur zu steuern vermag…„Diese Form der Seele kennt keine Präexistenz und stirbt mit dem Leib.“ (Gassen 2008,20)Der römische Arzt Galen (129-200 n. Chr., „bedeutenster Arzt der römischen Antike. Seine über 400 medizinischen undphilosophischen Schriften waren bis ins 17. Jahrhundert Grundlage des ärztlichen Wissens.“ (Greenfield 2007)) (Anatomie,funktionelle Zuordnung)kam auf Grund anatomischer Studien zur Ansicht, dass im Gehirn der Geist undkein Kühlorgan lokalisiert sind. Er beruft sich auch dabei auf die Ansicht frühererAutoren. (Herophilus 335-280 v. Chr.; Erastitratos 304-250 v. Chr. s. o.) Er war zusammen mit diesenAutoren der Meinung, dass die materielle Entsprechung (Korrelat) nicht in derHirnsubstanz selbst, sondern in dessen Hohlräumen zu finden ist. Derangenommene Fluss des Geistes erinnert stark an das raffinierte Heizungssystemrömischer Bäder. (Elsner 2004; Greenfield 2007)„Das Gehirn ist nach Galen der Ursprungsort der Nerven, der Entstehungsort derSinnesempfindungen, die Quelle willkürlicher Bewegungen und der Sitz desDenkens.“ (Greenfield 2007)Der Kirchenvater Augustinus (354-430) (Anatomie, funktionelle Zuordnung)übernahm diese Theorie: „ Wir wissen , dass es drei Hirnventrikel gibt, das vorderezum Gesicht hin, enthält alle Sinnesfunktionen, das hintere, nahe dem Nacken istder Ort des Gedächtnisses, und schließlich das dritte zwischen den beidenkontrolliert alle Bewegungen.“ (Elsner 2004)161

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