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Freier Wille 21.08.2013 - WissIOMed

Freier Wille 21.08.2013 - WissIOMed

Studium generale:

Studium generale: Projekt© Herausgeber: Prof. Dr. med. Bernd Fischer www.wissiomed.de e-mail:memory-liga@t-online.demuss nämlich gleichzeitig auf das Bewusstwerden des Anstoßes zurHandlungsausführung und auf den rotierenden Zeiger achten. Beide Prozessebenötigen Zeit und können nur hintereinander bewusst werden.- Für die Signale von der Muskelzelle zum Gehirn werden weitere 50 -100 msecgebraucht. (Ewald 2006, 42, Keil 2007,175)- „Doch auch der Willensimpuls selbst, soll es sich um etwas psychisch Realeshandeln, ist ein noch so kurzer Vorgang und beansprucht also Zeit. In einemzeitlich ausdehnungslosen Punkt kann nichts geschehen, also auch keineEntscheidung stattfinden. Dies wirft die Frage auf, zu welchem Zeitpunkt dieserkurzen Phase sich die Versuchsperson die Zeigerstellung der Uhr merken soll:gegen Anfang, Mitte oder Ende? Diese Frage erscheint indes unbeantwortbar, dennauch wenn nichts psychisch Reales in einem ausdehnungslosen Zeitpunktstattfinden kann, mag die Erfahrung des Sich-einen-Ruck-Gebens, also dieSelbstaufforderung des ‚Jetzt aber!’ doch phänomenal punktförmig sein. Dies istnicht weiter rätselhaft; unsere Introspektion löst eben zeitlich nicht beliebig feinauf.“ (Keil 2007, 175)- Hinkt unser Bewusstsein den Willensprozessen wirklich um eine Drittelsekundehinterher? Ob diese Untersuchungen echte Fälle von freiwilligen bewusstenEntscheidungen darstellen, ist in der Diskussion. (Gadenne, 1995) Bei der o.g.Versuchsanordnung war die Entscheidung (der „Wille“) zur Handlungsausführungschon früher gefallen und nur beim letzten Anstoß zur Handlungsausführung(Übergang von Phase 2 zu Phase 3 nach Heckhausen (1987, 1989)) traten parallel dazumessbare Veränderungen im EEG auf. (Libet 2005, Stollorz 2005,Beckermann 2004)Die vier Handlungsphasen nach Heckhausen (1987, 1989) laufen in folgenderReihenfolge ab:1. Motivation: prädezisional (vor der Entscheidung), sog. „Fazit-Tendenz“ („Wählen“).Zwischen 1 und 2 Intentionsbildung (Absichtsbildung; „Rubikon“: Überschreitungder „Wählgrenze“ auf das Feld der Absicht)2. Volition: präaktional (vor dem Handeln); sog. „Fiat-Tendenz“ („Ich will einebestimmte Handlung ausführen!“)Zwischen 2 und 3 Absichtsinitiierung3. Volition: aktional („Handeln“); Intentionsrealisierung16

Studium generale: Projekt© Herausgeber: Prof. Dr. med. Bernd Fischer www.wissiomed.de e-mail:memory-liga@t-online.deZwischen 3 und 4 Intentionsdeaktivierung4. Motivation: postaktional (nach der Handlung); „Bewerten“(Heckhausen et al. 1987, Heckhausen 1989, s. a. Funke et al. 1995)Ausführungen:1. Motivation: prädezisional (vor der Entscheidung), sog. „Fazit-Tendenz“ („Wählen“).Ich wähle, ohne das Gewählte auch notwendigerweise zu tun. (Keil, 2007, 2)„Die Fähigkeit, frei seinen Willen zu bilden, frei zu wählen oder frei zuentscheiden, schließt klarerweise nicht die Möglichkeit ein, das Gewählte auch zutun.“ (Keil, 2007, 2)Willensfreiheit bedeutet zu wollen, was man will, ohne die gegebenenMöglichkeiten auszublenden. „Die Bildung des Willens kann man als dasjenigeansehen, was im Falle der Willensfreiheit ‚frei’ genannt wird.“ (Keil 2007, 3)„Neigungen setzen sich nicht von alleine in die Tat um, zwischen ihnen undHandlungen liegen die Willensbildung (A.d.V: Auswahlfilter: Relevanzfilter)(A.d.V: außer es handelt sich um präkognitive, automatische Abläufe imÜberraschungsfilter (Pertinenzfilter) oder Bedeutungsfilter (Signifikanzfilter),die Entscheidungsfindung,die Formierung einer Absicht.Dieser Prozess kann entweder frei oder unfrei, also gehindert oder ungehindertablaufen.Willensbildung ist entsprechend als ‚hinderungsfreie Willensbildung’beschreiben worden. (Keil 2007, 3; s. a. Seebaß, 2006, 212)Es wäre töricht manche Wünsche und Neigungen zu leugnen, die wir in unsvorfinden, ohne sie frei gewählt zu haben. „Bei der Willensfreiheit muss es um dieFrage gehen, was mit diesen bestehenden Neigungen und Wünschen weitergeschieht, insbesondere darum, ob und in welcher Weise sie handlungswirksamwerden.“ (Keil 2007, 3)Nach Kotchoubey (2012) muss der „Freie Wille“ mit dem, „was wir im Alltag alsFreiheit wahrnehmen, vereinbar ist. Libets Versuche haben lediglich gezeigt,dass bestimmte neurophysiologische Prozesse, die mit einer Handlungzusammenhängen, schon aufgezeichent werden können, bevor die Handlung derjeweiligen Person bewusst wird. Warum diese Handlung als unfrei bezeichnetwerden sollen, ergibt sich aus den Experimenten nicht. ..Die Lächerlichkeit derAnnahme, freier Wille sei eine Illusion, zeigt sich jedoch in aller Klarheit, wennman sich, wie letzlich verlangt, als allgemeingültig vorstellt. Kotchoubey schreibt:‚Stellen sie sich vor, dass die Menschen, die Ihr Auto, Ihr Haus, Ihren Boilergebuat haben, und mit das Flugzeug, mit dem Sie nächste Woche nach New York17

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