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Freier Wille 21.08.2013 - WissIOMed

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Studium generale:

Studium generale: Projekt© Herausgeber: Prof. Dr. med. Bernd Fischer www.wissiomed.de e-mail:memory-liga@t-online.deein paar Hirnforscher einem Irrtum aufsitzen, wenn sie vom Gehirn so reden,als könne es allein fühlen, denken, entscheiden und handeln.„Vielmehr seien solche Begriffe nur dann anwendbar, wenn man den Menschen alsGanzes begreift - mit all seinen sozial und kulturell begründeten Motiven undWerten.“ (Bennet, MR, Hacker PMS 2003, 68-107, zit. n. Schulz, 2004; Bennet, Hacker. 2010, XII, XIV, 87 ff)Sie sind der Ansicht, dass diese Hirnforscher einemmereologischen Trugschluss aufsitzen.(Merelogie: Untersuchung des logischen Verhältnisses zwischen Teil undGanzem. Teil – Ganzes – Fehlschlüsse: „Zurechnung von Fähigkeiten(Vermögen) eines Lebewesens zu Teilen seines Organismus – so etwa zumGeist als der steuernden Instanz oder in den ‚Verfallsformen desCartesianismus’ zum Gehirn als dem maßgeblichen materiellenSteuerungsorgan…Im Gefolge dieser Fehlzuschreibung entstehen Missverständnisse sowohl inden Neurowissenschaften als auch in der Neurophilosophie:Psychologische Attribute(1. Eigenschaft, Merkmale einer Substanz (Philos) 2. beigefügte nähere Bestimmung einesSubstantivs, Adjektivs oder Adverbs „der große Garten, die Stadt hinter dem Strom; sehrunwahrscheinlich, tief unten (Sprachw.) 3. Kennzeichen, charakteristische Beigabe einer Person (z.B. der Schlüssel bei der Darstellung des Apostels Petrus) “ Bennet, Hacker. 2010, XII).werden fehlalloziert. Sie werden entweder dem Gehirn (also derwissenschaftlich erschließbaren Sphäre beobachtbarer, weil materiellerPhänomene) oder der so genannten mentalen Sphäre, einem nur privatverfügbaren und erschließbaren Inneren des Menschen zugeschrieben…Alsein Wesen (Mensch) mit spezifischen Fähigkeiten müssen psychologischePrädikate, die sein Vermögen umschreiben, auf ihn bezogen, ihm alsGanzem zugeschrieben werden…Der Geist, so behaupten wir, ist aber weder eine vom Gehirn getrennte bzw.unabhängige Substanz noch eine mit dem Gehirn identische Substanz…Ein Mensch ist eine psychophysische Einheit, ein Tier, das wahrnehmen,intentional handeln, folgernd denken und Gefühle haben kann, eine Spracheverwendendes Tier, das nicht bloß über Bewusstsein verfügt, sondern sogarüber Selbstbewusstsein- kein Gehirn, das in den zum Körper gehörendenSchädel eingebettet ist…Es ist das Tier, das wahrnimmt, nicht Teile seines Gehirns, und es sind dieMenschen, die denken und folgern, nicht ihre Gehirne. Das Gehirn und seineAktivitäten ermöglichen uns – nicht ihm – wahrzunehmen und zu denken,Gefühle zu haben, Pläne zu schmieden und sie umzusetzen.“ (Bennet, Hacker. 2010, XII,3, 80)66

Studium generale: Projekt© Herausgeber: Prof. Dr. med. Bernd Fischer www.wissiomed.de e-mail:memory-liga@t-online.de„Eine neurale Erklärung kann nur erklären, wodurch es der Person überhauptmöglich war, folgernd zu denken (d. h. welche neuralen Strukturen gegebensein müssen, um ein menschliches Wesen mit den verstandesmäßigen- undwillensmäßigen Fähigkeiten auszustatten), das Denken selbst kann sie nichtnachvollziehen, geschweige den seine Schlüssigkeit oderÜberzeugungskraft.“ (Bennett & Hacker 2010, 81)„Der Geist ist nicht das Subjekt der psychologischen Attribute, ebenso wenigwie das Gehirn. Das lebendige Wesen ist dieses Subjekt – das Lebewesen alsGanzes, nicht eines seiner Teile oder ein Teil seines Vermögens. (Bennett & Hacker2010, 80)„Es gibt nur eine Welt, die durch die Beschreibung dessen, was auch immer(zufällig) der Fall ist, zur Darstellung gelangt. Wir sprechen in der Tat vonden menschlichen Geisteszuständen der Heiterkeit oderNiedergeschlagenheit oder davon, dass jemand Zahnschmerzen hat. Dasbedeutet jedoch nicht, dass die Heiterkeit, die Depression oder derZahnschmerz in einer ‚inneren Welt’ abgetrennt existierende Entitäten sind.Diese Nomen (‚Heiterkeit’, Depression’, Zahnschmerz’) eröffnen lediglicheine umwegige Möglichkeit des Sprechens über Menschen, die heiter oderdepressiv sind, und darüber, dass ihre Zähne wehtun – es werden keine neuenEntitäten eingeführt, nur neue Wege des Sprechens über existierendeEntitäten beschritten. (z. B. über Menschen und darüber, wie es um siebestellt ist.)“ (Bennett & Hacker 2010, 64)Wenn wir den Sehsinn als Beispiel nehmen, so sieht der Mensch nur alsvollständiges Lebewesen, weder die Augen noch das Gehirn allein sehen etwas.Das Auge und das Gehirn stellen eine Art materielle Basisnotwendigkeit für dasSehvermögen dar, jedoch ist der Ausdruck „das Gehirn sehe etwa“ falsch.Bei den Ausdrücken Denken, Glauben, Wissen handelt es um Tätigkeiten desganzen Menschen und nicht ausschließlich des Gehirns bzw. der Nervenzellen.(Bennet, MR, Hacker PMS 2003 zit. n. Schulz, 2004, Bennet, Hacker. 2010, XII, XIV, 87 ff)Der Beobachter muss, da er ebenfalls eine Singularität darstellt, in dieexperimentell Beobachtung miteinbezogen werden; die Ausgliederung desBeobachters ist zwar gängige naturwissenschaftliche Praxis, entspricht aber nichtden realen, sondern höchstens extrem künstlichen konstrukthaftenExperimentalsituationen. (Kaiser, 2004)Der Philosoph Matthias Kettner erweitert diese Überlegungen, indem er sagt:67

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