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Praxisforschung nutzen, politische Bildung weiterentwickeln

Praxisforschung nutzen, politische Bildung weiterentwickeln

Praxisforschung nutzen, politische Bildung weiterentwickeln – Stocktaking Study zur Gewinnung undNutzbarmachung von empirischen Erkenntnissen für die politische Bildung in DeutschlandAuch so gesehen ist die Vorliebe für bestimmte Themen abhängig von ihrem`Nutzen´ für die Teilnehmenden:„Bestimmte Themen sind biografisch passender oder relevanter, weil einindividueller Bezug dazu vorliegt und spezifische Lebenserfahrungengemacht wurden.“ 384Dabei geht es um Hintergrundinformationen, aber auch um die Bewältigungvon Irritation, Orientierungsverlust oder offene Fragen:„Die entstandene Unsicherheit und Ungewissheit, was die Ereignisse fürAuswirkungen auf die eigene Situation, auf das Lebensumfeld haben,verlangen oft nach einer kommunikativen Bewältigung. Dieses Bedürfnisgepaart mit persönlicher Betroffenheit wirkt als starke Motivation fürBildungsprozesse.“ 385Gleichzeitig kann das Interesse an politischer Bildung zu aktuellen Themenvorsichtig als ein Bedarf gewertet werden, sich den Herausforderungenmedialer Öffentlichkeit bzw. realer Anforderungen von (Teil-)Öffentlichkeitenzu stellen. Rudolf berichtet:„Wenn über Gesellschaft und Politik im Bekanntenkreis diskutiert wird, willman aktiv etwas dazu beitragen und die Diskussion nachvollziehen können.Zumindest ergibt sich das aus dem zweiten Nutzungs-/Teilnahmemotiv, dasimmerhin von 66,5 % der Bürger genannt wird.“ 386384 Böhnisch et al. 2006, S.108385 A.a.O., S.105f.386 Rudolf 2002, Bd.2, S.16699

Praxisforschung nutzen, politische Bildung weiterentwickeln – Stocktaking Study zur Gewinnung undNutzbarmachung von empirischen Erkenntnissen für die politische Bildung in Deutschland3.5. Zwischenresümee für die PraxisWelche Schlussfolgerungen können aus den Ergebnissen derTeilnehmerforschung für die Praxis politischer Bildung gezogen werden? ImFolgenden sollen einige auffällige Punkte zusammengefasst und bewertetwerden.Wen erreicht politische Bildung?Zunächst ist festzuhalten, dass es nur wenige Befunde gibt, die als gesichertgelten können, wenn es um die tatsächlichen Teilnehmerkreise politischerBildung geht. Das liegt schon an der grundsätzlichen Schwierigkeit, eineGrundgesamtheit zu definieren. Quantitative Aussagen über `die´Teilnehmenden politischer Bildung sind damit ausgeschlossen.Demgegenüber lässt die Unterschiedlichkeit der Teilnehmergruppen, diebereits in den wenigen vorhandenen Untersuchungen deutlich wird, daraufschließen, das sich die Abnehmerinnen und Abnehmer politischer Bildung invielfacher Hinsicht – zumindest in den durch dieses Projekt befragtenMerkmalen und Interessen – erheblich unterscheiden. An erster Stellemüssen daher die häufigen Annahmen, wer von politischer Bildung erreichtwird und wer grundsätzlich durch politische Bildung erreichbar wäre odernicht, als empirisch nicht abgesichert relativiert werden. Vielmehr liegt (auswissenschaftlicher Sicht, aus erfahrungsgestützter ohnehin) die Annahmenahe, dass verschiedene Anbieter ganz unterschiedliche Teilnehmerkreiseerreichen. Betrachtet man die vorliegenden Befunde, so scheint dieBandbreite zwischen allen Altersgruppen, bei Männern wie bei Frauen, mitunterschiedlichem Bildungshintergrund, zwischen denjenigenTeilnehmenden, die man als `Stammkunden´ bezeichnen kann (meistensErwachsenen), und solchen, die noch nie etwas mit politischer Bildung zu tunhatten und diese wahrscheinlich auch ohne Anreiz oder Anstoß nichtwahrgenommen hätten, zu liegen. 387 Aus den bisher vorliegendenUntersuchungen kann allerdings der Schluss gezogen werden, das diepolitische Bildung über Wege und Methoden verfügt, eine große Bandbreitevon Teilnehmergruppen anzusprechen, überhaupt erst für politische Bildungzu gewinnen und auch zu halten.Wie erreicht politische Bildung mehr?387 Diese beiden Gruppen scheinen, wenn auch ggf. unabsichtlich, bisher im Fokus derUntersuchungen zu stehen. Es ist nicht auszuschließen, dass sich an den Befragungen inder politischen Erwachsenenbildung vor allem solche erwachsenen Teilnehmer beteiligen,die häufiger Angebote wahrnehmen, während in dem Bereich der politischen Jugendbildungeher Untersuchungen (Projektevaluationen) von solchen Projekten vorherrschen, die sich anbesonders politische Bildung `ungewohnte´ Zielgruppen richteten.100

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