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Praxisforschung nutzen, politische Bildung weiterentwickeln

Praxisforschung nutzen, politische Bildung weiterentwickeln

Praxisforschung nutzen, politische Bildung weiterentwickeln – Stocktaking Study zur Gewinnung undNutzbarmachung von empirischen Erkenntnissen für die politische Bildung in Deutschlandintensives Verhältnis zu den demokratischen Freiheiten, etwa zum Recht aufOpposition und zur Meinungsfreiheit. Ihnen kommt es vermehrt darauf an,dass politische Angelegenheiten straff und ohne große Debatten geregeltwerden.“ 511Die Bewertung dieser Einteilung durch die Autoren der Shell-Studie istambivalent. Zwar plädieren sie für ein „differenzierteres Bild im Verhältnisvon Jugend und Politik“ und stellen „der Parteienverdrossenheit eine großeAkzeptanz der Demokratie als politischem System gegenüber“. Andererseitsmessen sie die Haltungen der Jugendlichen an einem (in der Studie) nichtweiter spezifizierten Politikbegriff 512 und entsprechenden Politikindikatoren 513und kommen damit zu dem Schluss, dass zwar „demokratische Normen undWerte (...) für die heutige Jugend maßgeblich“ seien, „politisch sein“ heutejedoch nicht mehr „in“ sei 514 .Der DJI-Jugendsurvey arbeitet mit ähnlichen Fragen. Auf dieser Basis stellende Rijke et al. ebenfalls eine Typologie von vier unterschiedlichen Haltungengegenüber dem politischen System auf: „zufriedene Demokraten, kritischpolitischesowie kritisch-unpolitische Demokraten, Distanzierte“ 515 . Dafürwerden „Einstellungen zum Ideal und zu Bewertungen der Realität derDemokratie kombiniert und dann typisierend vier Haltungen gegenüber dempolitischen System der Bundesrepublik unterschieden. Diese Typen vonDemokratieorientierungen werden dann zu objektiven und subjektivenBedingungsfaktoren (Alter, Geschlecht, Bildung, gerechter Anteil, sozialeVerunsicherung) in Beziehung gesetzt und deren Auswirkungen aufOrientierungen wie politisches Vertrauen sowie Partizipationsbereitschaftenuntersucht“. 516 Laut DJI-Jugendsurvey von 2003 machen die kritischen511 Ebd.512 Der Fragebogen der 16. Shell-Studie enthielt dazu Fragen wie: „Interessieren Sie sichganz allgemein für Politik?“ „Informieren Sie sich aktiv über das, was in der Politik los ist?“„Und wie informieren Sie sich über Politik?“ „Wie würden Sie selber Ihre politischenAnschauungen einstufen?“ siehe Deutsche Shell 2010.513 Der Fragebogen der 16. Shell-Studie enthielt dazu Fragen wie: „Wenn Sie in einer Sache,die Ihnen wichtig ist, Ihre Meinung kundtun oder politisch Einfluss nehmen wollen: Welcheder folgenden Möglichkeiten käme für Sie auf jeden Fall, wahrscheinlich, eher nicht oder aufgar keinen Fall in Frage? a) eine Unterschriftenliste unterschreiben, b) mich an einerProtestversammlung oder an einer Demonstration beteiligen, c) in einer Bürgerinitiative oderÄhnlichem mitmachen, d) aktiv in einer Partei oder in einer sonstigen politischen Gruppemitarbeiten, e) aus politischen, ethischen oder Umweltgründen bestimmte Waren nicht mehrkaufen, f) mich im Internet oder über Twitter kurzfristig über Aktionen informieren und danndort mitmachen“. Siehe Deutsche Shell 2010.514 Deutsche Shell 2002515 de Rijke et al. 2006, S.335516 A.a.O., S.337135

Praxisforschung nutzen, politische Bildung weiterentwickeln – Stocktaking Study zur Gewinnung undNutzbarmachung von empirischen Erkenntnissen für die politische Bildung in DeutschlandDemokraten insgesamt etwa die Hälfte der Befragten in West- wie inOstdeutschland aus. 517Auch die differenzierte Analyse der Bedingungsfaktoren des DJI-Jugendsurveys beruht auf Fragen, die direkt nach dem Interesse an Politik,der Selbsteinschätzung politischer Kompetenz und der Bewertung vonPolitikern fragen 518 . Daneben wird – ähnlich wie in der Shell-Studie – diepolitische Handlungsbereitschaft anhand von „einer Bündelung von eherkonventionellen Aktionsformen (Schreiben von Briefen an Politiker oderMedien, Ausübung eines politischen Amtes, aktive Parteiarbeit, Spenden fürpolitische Zwecke), unkonventionellen-legalen Aktionsformen (Mitarbeit inBürgerinitiativen, Beteiligung an Unterschriftensammlungen, Teilnahme angenehmigten Demonstrationen, an gewerkschaftlichen Streiks) sowieunkonventionell-illegalen Partizipationsbereitschaften (nicht-genehmigteDemonstrationen, Hausbesetzungen, wilde Streiks, Aktionen mit möglichenSach- oder Personenschäden), die sich an der Legalitätsgrenze bewegen,betrachtet“ 519 .Alle Shell-Studien und DJI-Surveys analysieren die Bedingungsfaktoren fürdas analysierte Verhältnis der Jugendlichen zu Politik und Demokratie.Dieses ist abhängig von Alter, Geschlecht und Bildungsniveau sowie von derTeilnahme im Bildungs-, Ausbildungs- und Erwerbsbereich, von derWahrnehmung von Benachteiligungen sowie von der subjektivenEinschätzung sozialer Verunsicherung. Die Diagnosen, wie `politikfern´ oder´verdrossen´ die Jugendlichen jeweils sind, lassen sich so über Jahre hinwegverfolgen 520 .517 Vgl. a.a.O., S.338f.518 Die Fragen des DJI-Jugendsurveys lauteten beispielsweise: „Wie stark interessieren Siesich für Politik?“ Oder es werden Einschätzungen der politischen Kompetenz abgefragt: „Ichverstehe eine Menge von Politik“, „Manchmal finde ich die Politik viel zu kompliziert, als dassein normaler Mensch sie noch verstehen könnte“ oder: „Bitte sagen Sie mir anhand derListe, wie sehr Sie grundsätzlich für oder grundsätzlich gegen die Idee der Demokratie sind.“Die Reaktionsbereitschaft des politischen Systems wurde mittels folgender Frage erhoben:„Auf dieser Liste stehen Aussagen über das Verhältnis von Bürgern und Bürgerinnen zurPolitik. Sagen Sie mir bitte zu jeder Aussage, inwieweit diese Ihrer Meinung nach zutrifftoder nicht. (a) Ich glaube nicht, dass sich die Politiker viel darum kümmern, was Leute wieich denken. (b) Leute wie ich haben so oder so keinen Einfluss darauf, was die Regierungtut. (c) Die Politiker sind doch nur daran interessiert, gewählt zu werden, und nicht daran,was die Wähler wirklich wollen. (d) Bei uns gibt es nur einige wenige Mächtige, und alleanderen haben keinen Einfluss darauf, was die Regierung tut.“ Siehe de Rijke 2006, S.346und 351.519 de Rijke et al. 2006, S.348. In der EUYOUPART-Studie, an der das DJI ebenfalls beteiligtwar, werden weitere Items wie die Wahlbeteiligung und „ethisches Konsumverhalten“eingebracht. Siehe Ogris/Westphal 2006.520 Vgl. Schneekloth 2010, S.131, der die Ergebnisse der Shell-Studien von 1984 bis 2010vergleicht.136

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