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Praxisforschung nutzen, politische Bildung weiterentwickeln

Praxisforschung nutzen, politische Bildung weiterentwickeln

Praxisforschung nutzen, politische Bildung weiterentwickeln – Stocktaking Study zur Gewinnung undNutzbarmachung von empirischen Erkenntnissen für die politische Bildung in DeutschlandArbeit der Organisation erfahren zu wollen. 26 % würden gerne anVeranstaltungen der Organisation/Einrichtung außerhalb von Schuleteilnehmen. 553 Auch Zinser/Schübel berichten von einem weitergehendenInteresse, das durch die Maßnahmen geweckt wurde. So würden nach derTeilnahme am „Demokratieführerschein" 87 % der Befragten dieVeranstaltung anderen weiterempfehlen, 60 % würden selbst an einerNachfolgeveranstaltung teilnehmen 554 . In der Untersuchung von Beckerbeobachteten die Verantwortlichen mehrheitlich, dass viele der Jugendlichen„danach gern noch mehr über das Thema erfahren“ wollen – „oft“, sagen46 %, „meistens“ meinen 14 % 555 . Ähnliches gilt für die Aussage „Sieinteressieren sich mehr für globale Fragen als vor der Veranstaltung / vordem Projekt“. Auch hier ist die Einschätzung – 39 % sagen „oft“, 21 % sagen„meistens“ – durchaus positiv. Nur „selten“, meinen 66 % und „manchmal“,meinen 10 %, fänden die Jugendlichen den Themenbereich „auch nach derMaßnahme noch uninteressant“. 556 Die Nachfrage bei den Jugendlichenbestätigt die Einschätzung. 31,6 % der Jugendlichen würden „gern nochmehr über das Thema erfahren“. 28,5 % würden so eine Veranstaltung / soein Projekt auch dem Freund, der Freundin empfehlen. 24,2 % interessiertensich „jetzt mehr für globale Fragen als vor der Veranstaltung / vor demProjekt“. Rund ein Viertel der Teilnehmenden geben an, sich weiterhin mitdem Thema beschäftigen zu wollen. Ihre Äußerungen beziehen sich auchauf weitere Reflexionen („Ich werde in Zukunft mehr darüber nachdenken,welche Folgen mein Handeln für andere und für die Umwelt hat“) und aufeine veränderte Einstellung („Ich glaube jetzt, dass jeder Einzelne etwasverändern kann“). Nur 6,2 % der Befragten fand das Thema noch immer souninteressant wie vor der Maßnahme. Und 27,7 % sagten, das „Thema waro.k., aber mir reicht es jetzt“. 557Solche Einzeleindrücke passen zu dem Urteil der von Schröder et al.befragten Jugendbildungsreferentinnen und -referenten, die vielfachbeobachteten, dass die Angebote einen „Motivationsschub“ bewirken odereine „Sprungbrettfunktion“ haben, um auch in der Folge an Maßnahmenpolitischer Bildung teilzunehmen 558 . Aus den Berichten schließen Schröder etal. insgesamt:Projekts mehrere Aktivitäten direkt in der Bildungsstätte durchgeführt, so dass denSchülerInnen die Einrichtung vertraut war.“ (Thimmel/Riß 2006, S.31)553 Siehe Thimmel/Riß 2006, S.32554 Siehe Zinser/Schübel 2009, S.29555 Becker 2009a, S.79556 A.a.O., S.80557 A.a.O., S.85-87558 Vgl. Schröder et al. 2004, S.115145

Praxisforschung nutzen, politische Bildung weiterentwickeln – Stocktaking Study zur Gewinnung undNutzbarmachung von empirischen Erkenntnissen für die politische Bildung in Deutschland„Die Ergebnisse der Befragungen zeigen, dass es in der politischenJugendbildung auf vielfältige Weise gelingt, selbst bei denjenigenJugendlichen eine Sensibilisierung für das Politische zu leisten, die sich alsunpolitisch bezeichnen und sich kaum vorzustellen vermögen, dass Politiketwas mit ihnen zu tun haben könnte. In der evaluierten Bildungsarbeit wird(...) diese Kluft häufig überwunden und ein Anschluss hergestellt, der für dieweitere Entwicklung der Zivilgesellschaft von grundlegender Bedeutungist.“ 559Es gibt kaum Untersuchungen zur politischen Erwachsenenbildung, dieEntsprechendes thematisieren. Eine Ausnahme ist Schlevogts Studie zu denBildungsurlaubsseminaren des DGB-Bildungswerks Hessen. Sie berichtetvon Schneeballeffekten, die aus erstmalig Interessierten „StammkundInnen“macht:„26 % der RespondentInnen haben seitdem wieder einen oder mehrereBildungsurlaube beim DGB-Bildungswerk Hessen e.V. besucht. 5 % allerRespondentInnen haben sogar schon wieder an drei oder mehr Seminarenbei diesem Träger teilgenommen. So haben auch 24 % derRespondentInnen bereits wieder einen Bildungsurlaub bei einem anderenAnbieter besucht. Hierbei handelt es sich in der Mehrzahl umgewerkschaftliche oder gewerkschaftsnahe Bildungsträger. (...) Von diesen„StammkundInnen“ haben 38 % seither wieder an einem Bildungsurlaub desDGB-Bildungswerks Hessen e.V. teilgenommen. 27 % haben seitherBildungsurlaube anderer Anbieter besucht. 97 % können sich vorstellen,wieder einen Bildungsurlaub zu besuchen.“ 560Auch Ratmann stellt fest, dass die Seminarangebote zwar nur bei einemkleiner Teil der befragten Mehrfach-Teilnehmer, 5,8 % insgesamt, bei den biszu 50Jährigen 11,1 %, ihr Interesse an Politik, Wirtschaft und Gesellschaftüberhaupt erst geweckt haben. Aber immerhin sagen 68,2 %, dass ihrInteresse gestärkt wurde. 561 Er stellt auch eine Korrelation vonBewusstseinveränderung, Engagement und Teilnamefrequenz fest: „Jehäufiger jemand Veranstaltungen der politischen Bildung besucht, destogrößer ist die Bewusstseinsveränderung.“ 562 Er schließt aus denErgebnissen, das politische Bildung zu einer Wirkungskette führt, „an derenEnde die dauerhaften, durch Seminare und ihre erwähnten Folgewirkungenangeregten Lernprozesse letztlich in einer massiven Verhaltens- und559 A.a.O., S.148560 Schlevogt 20006, S.60f.561 Ratmann 2006, 255562 A.a.O., S. 258f.146

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