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Praxisforschung nutzen, politische Bildung weiterentwickeln

Praxisforschung nutzen, politische Bildung weiterentwickeln

Praxisforschung nutzen, politische Bildung weiterentwickeln – Stocktaking Study zur Gewinnung undNutzbarmachung von empirischen Erkenntnissen für die politische Bildung in DeutschlandErwachsenendasein tendenziell verlängert. Die Definition dessen, was denndas Ziel dieses Übergangs sei (der `fertige Erwachsene´) wird allerdingsauch schwieriger, da sich die Lebenssituation von Erwachsenen durch diezunehmenden psychosozialen und praktischen An- und Herausforderungenund damit einhergehend der Notwendigkeit von (Neu-)orientierungen häufignicht sehr von denen der Jugendlichen oder jungen Erwachsenenunterscheidet 10 . An dieser Stelle kann die – ja nicht neue – Problematik derEinteilung in Jugendlicher, junger Erwachsener, Erwachsener aussoziologischer oder pädagogischer Sicht nicht ausführlich dargelegt werden.Es ist aber für die Einschätzung der Forschungssituation relevant, dass sichan die Beobachtung einer Verlängerung des definierten Jugendalters längstauch Politik und Förderrichtlinien angepasst haben, allen voran dieEuropäische Union, deren Jugendprogramm nun auch die 30-jährigen (alsTeilnehmende, nicht nur als Multiplikatoren) umfasst. Damit wird es auch fürdie Forschung zur Frage, ob sie die gängigen Einteilungen nachvollziehenkann und will. In den meisten Forschungsarbeiten wird die Einteilung (noch)nicht explizit problematisiert. Aus wissenschaftlicher Sicht erscheint eswichtiger, die in Rede stehende Population ggf. genau zu beschreiben, alsdarüber zu entscheiden, ob der Gegenstand der Untersuchung Jugend- oderErwachsenenbildung betrifft.Allerdings bedeutet die jeweilige Einteilung auch eine Aufteilung inDisziplinen und damit in unterschiedliche Fachdiskurse und hat damit indirekterheblichen Einfluss auf Forschungsthemen, -zuschnitte und -methoden.Dass eine Untersuchung zur Erwachsenenbildung beispielsweise 16-jährigeeinbezieht, wird in der Regel von den Forscherinnen und Forschern derJugendbildung kaum wahrgenommen (und umkehrt). 11 Dabei ließe sich „fürdie Erwachsenenbildung schließen, daß wir nicht einmal notwendigerweisefragen müssen, was die Erkenntnisse dieser Studien in einigen Jahren für dieErwachsenenbildung bedeuten können. Vielmehr deckt sich die Klientel derJugendstudien bereits heute zu einem erheblichen Teil mit den Zielgruppender Erwachsenenbildung.“ 12 Für die Praxis, die wissenschaftlicheErkenntnisse für ihre Weiterentwicklung sucht, bedeutet dies, dass sie dieseDisziplingrenzen überschreitend wahrnehmen muss, wobei zu bedenken ist,dass die Ressortaufteilung (in Jugend- und Erwachsenenbildung) auch in der10 Ein Stichwort dazu ist das Modell des `Lebenslangen Lernens´ , das u.a. die Anforderungan jede/n stellt, im Verlauf des Lebens immer wieder neu – möglichst proaktiv – aufLernnotwendigkeiten zu reagieren.11 Nur vereinzelt werden beispielsweise die Ergebnisse von Jugendforschung undJugendbildungsforschung für den Bereich `Weiterbildung´ diskutiert, vgl. Faulstich-Wieland1998 oder Jelich 2001.12 Faulstich-Wieland 1998, S.10313

Praxisforschung nutzen, politische Bildung weiterentwickeln – Stocktaking Study zur Gewinnung undNutzbarmachung von empirischen Erkenntnissen für die politische Bildung in Deutschlandpraktischen Bildungsarbeit vorherrschend ist 13 und auch hier trägerabhängig`gesondert´ diskutiert wird 14 .Mit dieser Projektarbeit ist daher auch die Hoffnung verbunden,interdisziplinäre Perspektiven nicht nur im Hinblick auf unterschiedlicheWissenschaftsdisziplinen, sondern auch im Hinblick auf die Aufteilung inJugend- und Erwachsenenbildung zu eröffnen.2.3.1. Quantitative Verteilung der Forschung zur Jugend- undErwachsenenbildungDie quantitative Aufteilung auf die Gebiete der Jugend- oderErwachsenenbildung zeigt eine große Ungleichverteilung. Mit gut drei Viertelder Studien, die in die engere Auswahl genommen wurden, gibt es erheblichmehr Titel zur politischen Jugendbildung gegenüber circa 20 %, die Befundezur politischen Erwachsenenbildung liefern. Gut 5 % der Arbeiten betreffensowohl Jugendliche wie Erwachsene.Es liegt nahe, das offensichtlich geringere Forschungsinteresse zurpolitischen Erwachsenenbildung mit dem vielfach konstatiertenabnehmenden Interesse von Politik und Wirtschaft an allgemeiner undpolitischer Weiterbildung in Beziehung zu setzen. Denn auch die Tatsache,dass viele Forschungsarbeiten von öffentlichen Mitteln und auch vonöffentlicher Beauftragung abhängig sind, könnte ein Grund für diese`negative Konjunktur´ sein. Sicher ist, dass im Rahmen desForschungsbereichs `Erwachsenenbildung´ bzw. `Weiterbildung´ der Akzentzurzeit auf der beruflichen Weiterbildung liegt und dass dieses Thema auchin der politischen Diskussion vorherrschend ist.Bei den Trägergesprächen wurde mehrfach der Eindruck formuliert, dass vordem Jahr 2000 mehr bzw. spezieller zur politischen Erwachsenenbildung,hauptsächlich als Teilnehmerforschung, geforscht worden sei. Dies könnendie Recherchen im Projekt nicht bestätigen. In der Tat gab es in den 1990er-Jahren einige herausragende Untersuchungen – zum Beispiel die Studie derFriedrich-Ebert-Stiftung „Lernen für Demokratie. Politische Weiterbildung für13 Entsprechende Versuche, die äußerst differenzierte `Trägerlandschaft´ politischer Bildungzu erfassen haben zuletzt Lange 2009 und Kalina 2010 unternommen.14 Als ein Beispiel für die deutlich ressortabhängige Wahrnehmung in der Fachdiskussionkann die Rezeption der Marktstudie von Rudolf 2002 gelten. Obwohl in dieserBevölkerungsbefragung die untere Altersgrenze bei den 14-jährigen lag, wurde diese Studiefast ausschließlich in denjenigen Fachkreisen prominent diskutiert, die ganz oder teilweiseder politischen Erwachsenenbildung zuzuordnen waren. In den Diskursen zur politischenJugendbildung wurde sie dagegen kaum wahrgenommen.14

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