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Praxisforschung nutzen, politische Bildung weiterentwickeln

Praxisforschung nutzen, politische Bildung weiterentwickeln

Praxisforschung nutzen, politische Bildung weiterentwickeln – Stocktaking Study zur Gewinnung undNutzbarmachung von empirischen Erkenntnissen für die politische Bildung in Deutschland1. Probleme lösen können: 52 %/51 %2. Auf andere Menschen zugehen können: 48 %/42 %3. Kommunikationsfähigkeit: 50 %/41 %4. Kooperationsfähigkeit: 51 %/37 %5. Moderationsgeschick: 36 %/29 %6. Präsentationstalent: 50 %/29 %7. Kompromisse aushandeln können: 41 %/28 %8. Verhandlungsgeschick: 47 %/26 %9. Durchsetzungsvermögen: 40 %/25 %10. Selbstbewusstsein: 57 %/22 %11. Toleranz gegenüber Andersdenkenden: 44 %/22%%12. Organisationstalent: 50 %/23 %13. Allgemeinbildung: 46 %/23 %14. Mit Kritik umgehen können: 42 %/20 %15. Führungsfähigkeiten: 34 %/20 %16. Sich in andere hineinversetzen können: 51 %/14 %Dass die Förderung von Schlüsselkompetenzen den fachlichen Bezügennicht den Rang abläuft, zeigt eine andere Frage an die Jugendlichen. Umeine Bewertung gebeten, was sie im Rückblick an ihrer Teilnahme an denProjekten „besondere gut“ fanden, antworteten diese auch, dass sie gelernthaben, Kompromisse zu schließen (66 %), „sich in einer Gruppe besserbehaupten zu können“ (46 %) und „brauchbare Kontakte für später geknüpft“zu haben (54 %). Die meisten Jugendlichen fanden es aber „besonders gut“,viel über das jeweilige Projektthema gelernt zu haben (80 %), hautnahenKontakt zu Politiker/innen und Entscheidungsträger/innen bekommen zuhaben (77 %) und Infos bekommen zu haben, „wie ich mich politischeinsetzen kann“ (69 %).Fraglich ist, ob diese selbst beobachteten Effekte voneinander zu trennensind. Die Autorinnen ziehen jedenfalls das Fazit, dass es „gut gelungen zusein [scheint], den Partizipationsgedanken zu den Jugendlichen zutransportieren und ihnen Mut zum Einmischen in Gesellschaft und Politik zumachen, denn die meisten Fokusgruppen berichteten mit großerBegeisterung von ihren Projekten“ 577 . Begeisterung und Spaß jedenfalls sindEffekte, die – auch gemessen an den schon ausgeführtenErwartungshaltungen von Erwachsenen wie Jugendlichen – für denLernerfolg nicht unterschätzt werden dürfen.577 A.a.O., S.68151

Praxisforschung nutzen, politische Bildung weiterentwickeln – Stocktaking Study zur Gewinnung undNutzbarmachung von empirischen Erkenntnissen für die politische Bildung in DeutschlandWie eng die Erfahrung der eigenen Handlungsfähigkeit („moderieren",„Kompromisse eingehen" und „politisches Handeln beeinflussen" 578 ) mit derErmutigung zur politischen Einmischung 579 , aber auch mit dem persönlichenZugewinn, verbunden ist, schildern die befragten Jugendlichen, die an einemder Projekte im „Demokratieführerschein“ teilgenommen haben:„Es macht auch selbstbewusster. Es hat mich schon selbstbewusstergemacht, jetzt vor ner Gruppe zu stehen und zu sagen ‚Ich finde dasund das ist blöd, weil…’ Ich dachte immer, ich bin eher zurückhaltend,trau mich nicht so viel, aber ich hab gemerkt, dass mir das auch leichtfallen kann. Ja, für mich persönlich hat sich was Neues aufgetan. Ichkann nicht für alle sprechen, aber für mich hat das schon wasgebracht.“ (Jo, 21, Herten)“„Das Gefühl, dass man was erreichen kann in der Gruppe, das ist schon eingutes Gefühl. Das ist toll. Man kann, wenn man will, auch wenn es vieleHürden gibt." (Didem, 16, Herten)“ 580Gefragt wird nach entsprechenden Effekten, abhängig vom Ansatz derMaßnahmen. So war es ein explizites Ziel der Projekte „Come in Contract“und „Demokratieführerschein“, dass Jugendliche ermächtigt werden, sichpolitisch einzumischen und dafür Selbstbewusstsein und Selbstwirksamkeiterfahren. Für Zitzmann sind es Respekt vor anderen („Jeder wirdrespektiert“), Empathiefähigkeit und Selbstbewusstsein 581 .4.2.7. Zusammenhänge zwischen Maßnahmemerkmalen und EffektenEine `Wirkungsforschung´ im eigentlichen Sinn müsste in der Lage sein, eineVeränderung (auch im Sinne einer Festigung, Verstärkung, Beobachtung vonPerformanz o.Ä.) zu registrieren und einen Zusammenhang mitvorangegangenen Bedingungen (Ursachen) herzustellen (siehe Kapitel4.1.2.: Forschungspraktische und -logische Fragen). Direkte Untersuchungenzur Beziehung zwischen Effekten und Merkmalen, Thema, Format, Methodeo.Ä. der Maßnahme sind aber kaum vorhanden und kommen wenn, dannbisher nur in Studien zur politischen Jugendbildung vor. Nur solche Befundejedoch können streng genommen Hinweise für eine Verbesserung der Praxis578 Zinser/Schübel 2009, S.20579 Siehe a.a.O., S.30580 A.a.O., S.21581 Zitzmann 2009, S.81152

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