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Praxisforschung nutzen, politische Bildung weiterentwickeln

Praxisforschung nutzen, politische Bildung weiterentwickeln

Praxisforschung nutzen, politische Bildung weiterentwickeln – Stocktaking Study zur Gewinnung undNutzbarmachung von empirischen Erkenntnissen für die politische Bildung in Deutschlandoder praktische Entscheidungen. Hier müsste die Praxis gemeinsammit der Wissenschaft argumentieren können. Differenzierendeempirische Untersuchungen würden die vorhandenen Bedenken undEinwendungen untermauern. (vgl. Kap. 3.2.)4. Eine Differenzierung des `Zielgruppenkonzeptes´ würde unweigerlichauch auf die Frage führen, ob und wie eine Einteilung in Jugend- undErwachsenenbildung aufrecht zu erhalten ist oder ob es nicht weitererSpezifizierungen bedarf, um geeignetes Wissen über Teilnehmendeund Adressaten zu erlangen. (vgl. Kap. 2.3.) Es sollten Gelegenheitengeschaffen werden (Publikationen, Veranstaltungen), den Austauschvon Erfahrungen und wissenschaftlichen Erkenntnissen vonVertreterinnen und Vertretern der `Erwachsenenbildung´ und der`Jugendbildung´ aus Wissenschaft und Praxis zu fördern.5. Die zahlreichen Untersuchungen zum Politikinteresse derBevölkerung, vor allem die auch qualitativ-rekonstruktivenUntersuchungen zu Jugendlichen, zeigen, dass es ein grundsätzlichesInteresse von Öffentlichkeit, Zuwendungs- oder anderen Geldgebernan der politischen Teilhabebereitschaft und -fähigkeit von Bürgerinnenund Bürgern gibt. Es gilt, dieses Interesse zu nutzen. Allerdings gebeneinige wissenschaftliche Untersuchungen zur politischenJugendbildung Anlass zu der Annahme, dass ein so artikuliertesInteresse kaum Aufschluss über die tatsächliche Erreichbarkeitbestimmter Gruppen oder Milieus für politische Bildung gibt.Deswegen sollten die (üblichen) Fragen nach dem Interesse an Politiknicht zum Ausgangspunkt der Möglichkeiten politischer Bildunggemacht werden (nach der Formel: geringes Politikinteresseentspricht einem geringen Interesse an politischer Bildung) und auchnicht als Gradmesser ihrer vermeintlichen (Un-)Wirksamkeitaufgefasst werden. Vielmehr sollte die politische Bildung Forschungenunterstützen und ggf. initiieren, die das jeweilige Politikverständnisbestimmter Gruppen und Milieus aufklären (Was verstehen dieseunter `Politik´? Welche impliziten politischen Interessen, Urteile habensie?) und kritisch auf seine Begründungszusammenhänge befragen,um systematisch Anknüpfungspunkte für Angebote politischer Bildungzu finden. (vgl. Kap. 3.2.) Dies würde auch ggf. die Diskussion um dievermeintliche `Entgrenzung´ politischer Bildung konkretisieren undqualifizieren.6. Um die aus Sicht der Praxis `richtigen´ Fragestellungen zu formulierenbenötigt Wissenschaft ein ausreichendes Wissen über die Praxis163

Praxisforschung nutzen, politische Bildung weiterentwickeln – Stocktaking Study zur Gewinnung undNutzbarmachung von empirischen Erkenntnissen für die politische Bildung in Deutschlandpolitischer Bildung. Dieses Wissen ist bei der ausdifferenzierten`Landschaft ´ politischer Bildungsangebote, ihrer unscharfen Konturenund Interessen schwer zu erlangen und kann auch nichtvorausgesetzt werden (vgl. Kap. 2.7.). Die Träger politischer Bildungsollten daher Forscherinnen und Forscher anregen und unterstützen,Einblicke und Überblicke in die Praxis zu erlangen, sich mit Praktikernund Praktikerinnen auszutauschen und ggf. gemeinsamForschungsfragen zu entwickeln.7. Wenn die politische Bildung ein Interesse daran hat, ihre Praxisverstärkt auf der Basis wissenschaftlicher empirischer Erkenntnisseweiterzuentwickeln, sollte sie sich offensiv um die Beforschung ihrerPraxis bemühen und an vorhandenen oder geplanten Vorhabengestaltend mitwirken. Politische Bildung kann aber auch kein Interessedaran haben, nur eine punktuelle Berücksichtigung durch dieEvaluation von Projekten, Programmen und Praxisfragen in derForschung zu finden. Letztendlich sollten längerfristige undsystematische Forschungs- und Forschungsförderungskonzepteaufgestellt werden, in denen die unterschiedlichen Interessen vonAuftraggebern, Forschung und Bildungspraxis berücksichtigt werden.Politische Bildung sollte daher einen planvollen und kontinuierlichenForschung-Praxis-Dialog pflegen, um das Wissen über die Realitätund Bedürfnisse der Praxis auszutauschen und dieForschungsbefunde rund um ihr Praxisinteresse systematisch zuverdichten.Anmerkungen zu den Evaluationsverfahren von Trägern politischer Bildung8. Eine offensivere Diskussion von Evaluationsmöglichkeiten für diepolitische Bildung könnte auch Erkenntnisse für dieSelbstevaluationen der Träger bringen. So fragen zwar fast alle Trägernach der Zufriedenheit der Teilnehmenden mit dem Bildungsangebotund die Mehrheit auch nach dem Transfer der Bildungserfahrungen inden Alltag bzw. nach dem Wissenszuwachs bei den Teilnehmenden.Begründungszusammenhänge, also beispielweise die Frage, was denWissenszuwachs unterstützt oder den Transfer in den Alltagwahrscheinlicher macht, lassen sich in der Regel aber nicht durchFragebögen und oft auch nicht durch die Selbsteinschätzung derTeilnehmenden klären. Hier müssten ggf. trägerübergreifend weitereVerfahren und Untersuchungsinstrumente entwickelt und erprobtwerden. Dies birgt u.a. die Chance, zu abgestimmten Frage-,Beobachtungs- und Auswertungsverfahren zu kommen, die ggf. sogar164

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