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Praxisforschung nutzen, politische Bildung weiterentwickeln

Praxisforschung nutzen, politische Bildung weiterentwickeln

Praxisforschung nutzen, politische Bildung weiterentwickeln – Stocktaking Study zur Gewinnung undNutzbarmachung von empirischen Erkenntnissen für die politische Bildung in Deutschlandund -bindung sowie zur Effektivierung der Bildungserfolge ihrer Maßnahmenbegründet. In einigen der befragten Felder konnten teilweise quantitativumfangreiche oder häufige Untersuchungen gefunden werden, so zu denFragen nach Teilnehmerinteressen bezüglich der Formate oder Themen vonAngeboten. Die Analyse ergab aber auch, dass die vorliegenden Befundenur begrenzte Möglichkeiten eröffnen, das vorhandene Wissen direkt auf diebereits vielfach als divers beschriebene Praxis anzuwenden. Dafür sind diemeisten der vorhandenen Befunde entweder zu allgemein oder zu spezifisch(singulär), als dass sie einen direkt Wissenstransfer zuließen. Allerdingsgeben sie Anlass, über naheliegende Diskussionsfragen für die Praxis undWünsche an die Forschung nachzudenken.Empfehlungen1. Zugangswege: Obwohl erhebliche Unterschiede je nach Gruppen undMilieus, den Einzugsbereichen von Trägern und Maßnahmeartenfestzustellen sind, kann verallgemeinernd gesagt werden, dass nebendem Programmheft vor allem Mund-zu-Mund-Propaganda bzw. dieWerbung in speziellen sozialen Kontexten erfolgversprechend ist.Während die Information über das Programmheft vor allem fürerwachsene Teilnehmende relevant ist, die zudem die Einrichtungenoder den Bereich `politische Bildung´ bereits kennen, scheint dieWerbung durch Personen oder Institutionen, die unmittelbaren Zugangzu den Teilnehmenden haben und bei diesen Vertrauen genießen, vorallem bei neuen Adressaten ein Weg der Wahl zu sein (vgl. Kap 3.1.).Viele Träger scheinen entsprechende Wege bereits zu nutzen undinformieren in institutionellen Kontexten (Schule, Hochschule, Betrieb)oder sozialen Kontexten (Gemeinde, Vereinen, Treffs etc.) und inZusammenarbeit mit Partnern über die Angebote (vgl. Kap. 3.1.2.).Vielfach werden diese in Zusammenarbeit mit `kundigen´ oder denangesprochenen Gruppen nahestehenden Kooperationspartnern auchkonzipiert und durchgeführt.Nach Forschungslage scheint dieses Vorgehen jedoch bisherindividuell und sporadisch zu sein. Im Verbund mit wissenschaftlicherBegleitung oder Beratung ließen sich Kooperationsstrategien wie eine„aufsuchende Bildungsarbeit“ und die Qualifizierung von VertrauensoderBrückenpersonen bzw. Brückeninstitutionen/-organisationen fürdie Teilnehmergewinnung systematisch optimieren, wie das Projekt„Potenziale der Weiterbildung durch den Zugang zu sozialen Gruppenentwickeln“ zeigen konnte 598 (vgl. Kap. 3.1.2.3. und 3.1.2.4.).598 Siehe Bremer/Kleemann-Göring 2010b167

Praxisforschung nutzen, politische Bildung weiterentwickeln – Stocktaking Study zur Gewinnung undNutzbarmachung von empirischen Erkenntnissen für die politische Bildung in DeutschlandFür die Werbung neuer Adressaten, so ergab die Analyse, müssenjedoch auch die Grenzen der Möglichkeiten von Einrichtungen undOrganisationen thematisiert werden. Diese müssen selbstkritischprüfen, ob und wie sie selbst milieuaffin wirken bzw. ihre Nähe oderFerne zu bestimmten Adressatenmilieus (und zu milieuorientiertenKooperationspartnern) analysieren (Kap. 3.1.2.4. und 3.2.5.). Der`Habitus´ von Einrichtungen und Organisationen ist für diese selbst oftschwer zu erkennen. Deshalb wäre auch hier wissenschaftlicheUnterstützung wünschenswert.Ein weiterer, jedoch bisher nicht erforschter Weg, vor allem jüngereMenschen zu erreichen, könnte die Werbung und Information über diesozialen Medien sein. Zwar werden über das Internet nurverhältnismäßig wenige Teilnehmerinnen und Teilnehmer gewonnen,dies ist aber vor allem darauf zurückzuführen, dass Informationenüber Angebote politischer Bildung im Internet ohne konkretesSuchinteresse und ohne Vorkenntnisse meist nicht oder schwer zufinden sind. Soziale Medien bilden dagegen soziale Kontexte virtuellab, sie könnten analog zu den oben beschriebenen Wegen über(Brücken-)personen oder -kontexte genutzt werden. (vgl. Kap.3.1.2.5.)2. Teilnahmedispositionen: Die Diskussionen darüber, wen `die´politische Bildung erreicht oder nicht erreicht, entbehren in derEinfachheit, in der sie häufig geführt werden, jeglicherwissenschaftlicher Absicherung. Sowohl für quantitative Aussagen(wie viele?) als auch für qualitative Aussagen (wen?) gibt es keineverallgemeinerbaren, belastbaren Daten. (vgl. Kap. 3.2.) Auch derTransfer der aus der allgemeinen Weiterbildung oder der Jugendarbeitgenerierten Daten geben keinen ausreichenden Aufschluss.Einzelbefunde zeigen vielmehr, dass die Differenzierung derTeilnehmerstruktur nach Alter, Geschlecht, Bildungshintergrund oderGrad des (politischen) Engagements in hohem Maß vomEinzugsbereich und den Angeboten der Bildungsträger abhängig ist.(vgl. Kap. 3.2.1.1. – 3.2.1.3.) Weitere Untersuchungen zeigen, dassauch die Einstellung zum Lernen, zu Weiterbildung im Allgemeinenund zu Weiterbildungsinstitutionen im Besonderen ausschlaggebendfür die `Erreichbarkeit´ von Adressaten ist (Kap. 3.3.). Aus denbisherigen wissenschaftlichen Erkenntnissen lässt sich vor allemableiten, dass die Ansprache und die Gestaltung von Angeboten fürbestimmte Merkmals- oder Milieu-Gruppen unterschiedlich sein muss.168

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