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Praxisforschung nutzen, politische Bildung weiterentwickeln

Praxisforschung nutzen, politische Bildung weiterentwickeln

Praxisforschung nutzen, politische Bildung weiterentwickeln – Stocktaking Study zur Gewinnung undNutzbarmachung von empirischen Erkenntnissen für die politische Bildung in DeutschlandEin Blick auf die Hinderungsgründe für eine Teilnahme zeigt, dassauch äußere Gründe wie fehlende Zeit, fehlende finanzielle Mittel oderfehlende familiäre Entlastung (z.B. Kinderbetreuung)ausschlaggebend für eine Nicht-Teilnahme sein können (Kap. 3.3.).Hier sind aus Sicht der Praxis also kaum neue Erkenntnisse, alsvielmehr materielle oder rechtliche Ressourcen vonnöten. Eineausreichende Finanzierung der Maßnahmen, Freistellungen z.B. fürden Bildungsurlaub (vgl. Kap. 3.3.) oder Bereuungsmöglichkeiten (vgl.Kap. 3.3.) können die Teilnahmezahlen bereits erhöhen.3. Teilnehmererwartungen und -interessen: Viele Untersuchungen vorallem der Weiterbildungsforschung weisen daraufhin, dass sich dieErwartungen an Angebote politischer Bildung verändert haben.Politische Bildung wird von Erwachsenen tendenziell weniger alsRaum für den Austausch politischer Meinungen zur Gestaltung einer(Teil-)öffentlichkeit betrachtet (vgl. Kap. 4.1.1.), sondern vielmehr alsGelegenheit, Wissen über politische Zusammenhänge oderKompetenzen für politische Beteiligung zu erwerben. Der Aspekt der`Nützlichkeit´ für konkrete, individuelle Anwendungs- oderVerwendungszusammenhänge und der persönliche Gewinn – dielebensweltliche Orientierung, das Mitreden im Bekanntenkreis undsogar die Anwendung der erworbenen Kenntnisse im Beruf – sowieKosten-Nutzen-Berechnungen haben an Relevanz gewonnen undmüssen je nach sozialer Umgebung kontextsensibel bewertet werden(vgl. Kap. 3.4.2. und 3.4.3.). Je nach Teilnehmerkreis, vor allem beiJugendlichen, ist auch der Wunsch nach allgemeinerLebensorientierung und Persönlichkeitsentwicklung sowie sozialeInteressen wie das gemeinsame Erleben in der Gruppe vorherrschend(vgl. Kap. 3.4.1. und 3.4.3.). Hier überschneiden sich teilweiseBedürfnisse nach Lebensberatung, Sozialarbeit und politischerBildung. Soll sich die Praxis politischer Bildung an den Erwartungender Teilnehmenden und Adressaten ausrichten, müssenentsprechende empirische Befunde differenzierter sein, um diesekomplexen Erwartungen aufzuschlüsseln. Dabei muss berücksichtigtwerden, dass „das Nichtartikulieren von Bildungsbedürfnissenkeineswegs heißt, dass keine Bildungsinteressen vorhanden sind (wiehäufig angenommen wird), sondern dass es sich um Gruppen handelt,an denen die herkömmlichen Wege der Ansprache und Gewinnungvon AdressatInnen, der thematischen Ausrichtung und der Gestaltunginstitutioneller Weiterbildung vorbei gehen“ 601 .601 Bremer/Kleemann-Göring 2010b, S.13171

Praxisforschung nutzen, politische Bildung weiterentwickeln – Stocktaking Study zur Gewinnung undNutzbarmachung von empirischen Erkenntnissen für die politische Bildung in DeutschlandHinsichtlich der Angebtosformate kann aufgrund der vorhandenenUntersuchungen davon ausgegangen werden, dass Formate, die eineintensivere Auseinandersetzung mit Themen und Gruppenmitgliedernerlauben und von daher zeitintensiver sind, von den Teilnehmendenzumindest gut angenommen werden (vgl. Kap. 3.4.6.). Die Frageallerdings, wer welche Formate bevorzugt, ist damit nicht ausreichendgeklärt, auch deswegen, weil die Häufigkeit tatsächlich gebotenerFormate stark abhängig ist von Faktoren, vor allem vonFördervorgaben, die außerhalb der Wahl von politischen Bildnern wievon Teilnehmenden liegen.Noch stärker gilt diese Einschätzung für die Frage nach denbevorzugten Themen politischer Bildungsangebote. Die vorhandenenUntersuchungen dazu zeugen von der Relevanz von punktuellenLebenssituationen oder -phasen, von (flüchtigen) medialenKonjunkturen und einer Abhängigkeit der Nachfrage von der Aktualitätder Themen (vgl. Kap. 3.4.8.). Sie geben kaum Aufschluss über diejeweiligen, spezifischen Themeninteressen von Teilnehmenden oderAdressaten. Hier scheinen zurzeit Verfahren der spezifischenSelbstevaluation oder -recherche den verallgemeinerndenquantitativen Abfragen überlegen.Erkenntnisse zu den bevorzugten Lehr-/Lernformen und -methodengibt es fast nur im Bereich der politischen Jugendbildung.Untersuchungen aus der allgemeinen Weiterbildungsforschungbestätigen allerdings Tendenzen auch für Erwachsene (vgl. Kap.3.4.7.2.). Es werden vor allem konzeptionelle und methodischeParameter betont, die zunächst typisch für die außerschulischeJugendbildungsarbeit sind: Freiwilligkeitsprinzip,Ressourcenorientierung, Anerkennung, Partizipation und das Prinzipder Selbstbildung. Daraus folgt vor allem eine Vielfalt methodischerAnsätze, die handlungsorientiert, interaktiv und partizipativ sind undbei denen die Arbeit in der Gruppe und durch die Gruppe imMittelpunkt steht. Die bevorzugte Arbeitsform `Gruppenarbeit´bezeichnet damit eine offene Arbeitsform, die ganz unterschiedlichumgesetzt wird, vor allem aber den Anspruch markiert, dass sich dieLeitung der Maßnahmen in der Steuerung zurücknimmt, tendenziellüberflüssig und Selbstbildung oder selbstgesteuertes Lernen möglichmacht. Wichtig für die Zufriedenheit der Teilnehmenden, aber vorallem für die Nachhaltigkeit des Bildungserfolgs scheint die Erfahrungvon Selbstwirksamkeit zu sein (vgl. Kap 3.4.7.1.). Ein für die172

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