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Praxisforschung nutzen, politische Bildung weiterentwickeln

Praxisforschung nutzen, politische Bildung weiterentwickeln

Praxisforschung nutzen, politische Bildung weiterentwickeln – Stocktaking Study zur Gewinnung undNutzbarmachung von empirischen Erkenntnissen für die politische Bildung in Deutschland2.6. Art der PublizierungInsgesamt fällt der hohe Anteil an sogenannter grauer Literatur auf. Ein nichtunwesentlicher Teil der Arbeiten ist sogar unveröffentlicht und wurde uns nurfür das Projekt zur Verfügung gestellt. Dabei handelt es sich vor allem umAuftragsarbeiten, die in der Hand der Auftraggeber verbleiben. Letztereskönnte auch der Grund sein, warum viele Publikationen nur im Internetzugänglich sind. Auftragsarbeiten werden dann nicht (aufwendig) über einenVerlag, sondern online zur Verfügung gestellt. 20 Die äußerst breit verstreuteund opake Literaturlage machte die Recherche mühsam und zumindest fürden der Öffentlichkeit unzugänglichen Teil auch zufällig.2.7. Zum Verhältnis von Wissenschaft – Praxis – Politik2.7.1. Beteiligung `der´ politischen Bildung an den ForschungsvorhabenWie werden die Träger oder die Praxis der politischen Bildung in dieUntersuchungen einbezogen? Man kann unterscheiden zwischen denjenigenForschungsvorhaben, an denen die Träger politischer Bildung perdefinitionem Anteil haben, z.B. die Evaluationen, die speziell zum Programmdes Kinder- und Jugendplans des Bundes „Politische Jugendbildung“ oderdie zu der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung oder derLandeszentrale für politische Bildung NRW geförderten politischenErwachsenenbildung angefertigt wurden 21 .Als zweite Kategorie gibt es Forschungsvorhaben, die eine Praxis befragen,an denen viele Träger politischer Bildung beteiligt sind, wenn diesebeispielsweise aus Förderprogrammen wie ENTIMON oder XENOSfinanziert werden. Auch statistische Erhebungen wie das BerichtssystemWeiterbildung und die Weiterbildungsstatistik des Deutschen Instituts fürErwachsenenbildung (DIE) zählen dazu.Bereits in dieser zweiten Kategorie wird es schwierig, Ergebnisse zurpolitischen Bildung zu finden, denn meist werden entsprechende Daten nichtgesondert ausgewiesen. Politische Bildung erscheint entweder alsUnterkategorie, z.B. der Jugendarbeit, oder als `Sonderfall des Sonderfalls´,beispielsweise wenn als Unterkategorie der Weiterbildung die `allgemeine20 Der Nachteil ist dabei, dass solche Downloads nicht zentral gesammelt werden, z.B. inBibliotheken, und sich die Fundstellen relativ schnell ändern können. Selbst in der kurzenProjektphase von zwei Jahren waren manche Dokumente nach einer Zeit nicht mehr unterder vermerkten Internetadresse (URL) auffindbar.21 Schröder et al. 2004, Böhnisch et al. 2006 und Ahlheim/Heger 200017

Praxisforschung nutzen, politische Bildung weiterentwickeln – Stocktaking Study zur Gewinnung undNutzbarmachung von empirischen Erkenntnissen für die politische Bildung in DeutschlandWeiterbildung´ und als deren Unterkategorie die politische Bildung oder dasThemenfeld `Politik, Gesellschaft´ ausgewiesen wird. Beides aber genießt,wiederum als Teil der Gesamtkategorie Weiterbildung neben der beruflichenWeiterbildung, ein vergleichsweise geringeres Forschungsinteresse. So sindauch aus breit angelegten statistischen Erhebungen spezielle Daten zurpolitischen Bildung kaum abzuleiten, da sie entweder nicht gesondertausgewiesen werden oder weil deren Grundlage kaum als repräsentativgelten kann 22 .Im Bereich der politischen Jugendbildung ist die Situation ein wenig besser;wobei es hier eine deutliche Diversifizierung in Teilthemen gibt (Themen wiePartizipation, Globales Lernen, Politikinteresse etc.), die aber ein breites22 Es war nicht Aufgabe des Projekts, absolute oder relative Teilnahmezahlen zurecherchieren. Diese wären auch – nach Übersicht der einschlägigen Untersuchungen – nursehr bedingt belastbar. Neben der nur sporadischen Teilnahme von Trägern politischerBildung an der zentralen Sammlung statistischer Daten (so enthält z.B. dieWeiterbildungsstatistik vom Deutschen Institut für Erwachsenenbildung (DIE) Daten vonlediglich fünf Verbänden politischer Bildung, und selbst diese Verbandsstatistiken umfassennicht alle Verbandsmitglieder) ist es vor allem das Fehlen einer Definition derGrundgesamtheit `der´ oder `aller´ Träger politischer Bildung, das eine repräsentativequantitative Erfassung von Einrichtungen, Maßnahmen oder Teilnahmefällen kaum möglichmacht. („Sucht man nämlich nach statistischen Daten zum Gesamtangebot politischerErwachsennebildung, muss man rech bald feststellen, dass es solche Daten, nicht zuletztinfolge des Trägerpluralismus in der Erwachsenenbildung, nicht gibt.“ Ahlheim 2003, S.10).Auch deswegen operieren viele Autoren mit Hochrechnungen (z.B. Ciupke/Reichling 1999,Schrader 2003). Schrader schreibt dazu: „Nach den Daten des BerichtssystemWeiterbildung (BMBF 2001, S.17), das einen sehr engen Begriff von politischer Bildung(Rechte und Pflichten des Staatsbürgers, Wissen über Politik) verwendet, haben im Jahr2000 lediglich 1 % der Deutschen im erwerbsfähigen Alter zwischen 19 und 64 Jahren anVeranstaltungen politischer Weiterbildung teilgenommen, eine Quote, die seit denErhebungen des Jahres 1988 unverändert ist. Anhand der Statistik des DeutschenVolkshochschul-Verbandes lässt sich zeigen, dass der Anteil politischer Bildung amGesamtangebot der Volkshochschulen rückläufig ist (z. B. Behrens 1994, S.214). DieserKennwert ist aber in hohem Maße abhängig von der Entwicklung des Gesamtangebots, wieBehrens (1994, S.216) selbst schreibt. Im Übrigen wäre für eine politische Bildungsarbeit,die auf Breitenbildung zielt, nicht der Anteil am gesamten Weiterbildungsangebot dergeeignete Maßstab, sondern die Teilnahmequote innerhalb definierter Adressatengruppen.“(Schrader 2003, S.100f.). Der Kritik wegen einer undefinierten Grundgesamtheit verfallenauch viele andere Untersuchungen, die repräsentative Aussagen über einen singulärenGeltungsbereich hinaus (z.B. alle Träger innerhalb eines Förderprogramms) machenmöchten. So wurde die Studie von Böhnisch et al. dafür kritisiert, dass die Grundgesamtheitunsicher sei (vgl. Schiele 2005 und Hufer 2005). Diese Schwierigkeit war allerdings denEvaluatoren selbst bewusst: „Grundlegend für die Evaluationsplanung war dabei folgendesAusgangsproblem: Ein untersuchungsfähiger Gegenstand, sprich die Gesamtheit derinstitutionalisierten politischen Bildungslandschaft, war und ist nicht vorhanden. Das hattezur Folge, dass die zu untersuchende „Wirklichkeit der politischen Bildungsarbeit“ zunächstaufgeschlossen werden musste, um anschließend die Untersuchungsfähigkeit überhauptherstellen zu können.“ (Fritz 2005, S.27). Diese Schwierigkeit ist unhintergehbar.Ahlheim/Heger nennen die Frage, „wie denn die oft verwirrende Vielfalt an Trägern,Institutionen, Angeboten, Themen und ‚Formaten‘ politischer Erwachsenenbildung empirischadäquat zu erfassen und repräsentativ zu beschreiben sei“ ein „diffiziles Unterfangen“(Ahlheim/Heger 2006, S.7). Noch schwieriger wird der Überblick im Bereich der politischenJugendbildung, da hier die Trägerformen und -angebote noch erheblich stärker differieren(vgl. Thole 2000).18

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