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Praxisforschung nutzen, politische Bildung weiterentwickeln

Praxisforschung nutzen, politische Bildung weiterentwickeln

Praxisforschung nutzen, politische Bildung weiterentwickeln – Stocktaking Study zur Gewinnung undNutzbarmachung von empirischen Erkenntnissen für die politische Bildung in Deutschlandsondern bei der mit der Einrichtung in Verbindung Stehende undStammkunden anderen von den Angeboten berichten.“ 53Schlevogt gibt für die Bildungsurlaubsseminare des DGB-BildungswerksHessen an, dass für 18 % der Teilnehmenden Kolleginnen/Kollegen oderFreunde die Informationsquellen waren. Das macht einen höheren Anteil ausals diejenigen, die über die Gewerkschaft von den Seminaren Kenntniserhalten (16 %). 54Die persönliche Empfehlung scheint sowohl für aktiv Suchende wichtig zusein als auch für solche Gruppen, die erst einmal auf die Möglichkeit einesAngebots aufmerksam gemacht werden müssen. In der Untersuchung vonEckstein et al. zur VHS Regensburg, die zu dem Schluss kam, dass dasProgrammheft für vier von fünf Teilnehmenden die wichtigsteInformationsquelle ist, waren es signifikant weniger Erstteilnehmer, die dasProgramm nutzten (65 % Erstteilnehmer gegenüber 90 % Stammhörern).Erstteilnehmer werden vor allem über Freunde und Bekannte auf dieAngebote aufmerksam. 55Eberwein/Quante-Brandt und Meyer/Eberwein kommen in ihren Evaluationendes Zwei-Jahres-Kurses „Sozialwissenschaftliche Grundbildung“ derAkademie für Arbeit und Politik Bremen in beiden Untersuchungsphasen zudem Ergebnis, dass die persönliche Empfehlung der „mit einigem Abstandwichtigste Werbeträger für die Kurse ist. Etwa ein Drittel der Befragten sindvon ehemaligen Teilnehmer/innen auf den Kurs aufmerksam gemachtworden.“ 56 In der zweiten Untersuchung 1999 hatte die Bedeutung der Mundzu-Mund-Propagandafolgerichtig noch zugenommen. 57Die Empfehlung von vertrauenswürdigen Personen ist vor allem für die alsbildungsfern geltenden Menschen wichtig, die nicht zu den „aktivenInformationssucherInnen“ gehören:„Ganz im Gegenteil fühlen sie sich schnell überfordert, im Dickicht derAngebote und AnbieterInnen den Überblick zu behalten, und bedürfen häufigder Information und Ermutigung durch Vertrauenspersonen: „Da müsstewieder jemand sein, der sagt, ich hab’ da was gehört, das kann nur gut fürDich sein, mach’ doch da mit“ (Barz/Tippelt 2007, S.138).“ 5853 A.a.O., S.8954 Siehe Schlevogt 2006, S.55f.55 Siehe Eckstein et al. 2000, S.3756 Eberwein/Quante-Brandt 1998, S.4657 Siehe a.a.O., S.46 und Meyer/Eberwein 2001, S.5658 Reich-Claassen/Tippelt 2010, S.03-929

Praxisforschung nutzen, politische Bildung weiterentwickeln – Stocktaking Study zur Gewinnung undNutzbarmachung von empirischen Erkenntnissen für die politische Bildung in DeutschlandMund-zu-Mund-Propaganda scheint – zumindest im Hinblick auf dasVerhalten in allgemeinbildenden Weiterbildungsprogrammen – auch beivielen Migrantinnen und Migranten ein vielversprechender Weg zu sein 59 :„Es stellte sich im Rahmen der Studie (Pawlik 2003, HB) heraus, dass 63 %der Deutschen sich über formale Quellen wie das VHS-Programminformieren, wohingegen dies nur auf 38 % der Migranten zutraf. Diesebevorzugten tendenziell einen persönlichen Zugang. So gaben 38 % derMigranten an, durch Familie, Freunde oder Bekannte auf den Kursaufmerksam geworden zu sein. Auch war für 20 % der Migranten dieEmpfehlung des Kurses aus dem sozialen Umfeld das ausschlaggebendeAuswahlkriterium. Somit liefern die Ergebnisse dieser Studie sowie auch dieErfahrungen aus anderen Maßnahmen – trotz eingeschränkterVerallgemeinerbarkeit – Hinweise auf kulturell unterschiedlicheVerhaltensweisen, welche gerade bei Anwerbung von Zielgruppenberücksichtigt werden sollten.“ 60Ähnliche Vorlieben werden auch bei der Zielgruppe `ältere Menschen´festgestellt. Darauf lässt zumindest eine spezifische Untersuchung zumallgemeinen Weiterbildungsverhalten dieser Altersgruppe von Tippelt et al 61schließen. Auf die Frage nach den Informationsquellen über ihreWeiterbildungsmöglichkeiten antwortete jeder Dritte (36 %) der befragten 45-bis 80-jährigen, die in den letzten zwölf Monaten nachWeiterbildungsmöglichkeiten gesucht hatten, dass er/sie „über die Familie,Freunde, Nachbarn, Arbeitskollegen“ Informationen zuWeiterbildungsmöglichkeiten nachgefragt hat. Auch wenn diese Ergebnissenur auf solche potenziellen Teilnehmenden zutreffen, die bereits aktivsuchen, und auch nur begrenzt auf Bildungsangebote politischer Bildungübertragbar sind 62 , so wird deutlich, dass die positive Kommunikation überWeiterbildungsmöglichkeiten im Umfeld von Erwachsenen einen hohenStellenwert einnimmt.Noch deutlicher ist dieser Stellenwert bei Jugendlichen. Die von Schröder etal. befragten Jugendbildungsreferentinnen und -referenten der politischenJugendbildung setzten die Mund-zu-Mund-Propaganda an die zweite Stelle,als es darum ging einzuschätzen, auf welchen Wegen die Teilnehmenden59 Vgl. Reiter/Wolf 2006, hier speziell zur `Kundschaft´ von Volkshochschulen60 A.a.O., S.6161 Tippelt et al. 200962 Die Befragung richtete sich auf Weiterbildungsmöglichkeiten generell, also auch beruflicheWeiterbildung, weshalb ein relativ hoher Anteil auch Informationen beim Arbeitgeber (24 %)oder beim Anbieter von Berufsberatung, also der Arbeitsverwaltung (19 %), angefragt hat.30

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