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Praxisforschung nutzen, politische Bildung weiterentwickeln

Praxisforschung nutzen, politische Bildung weiterentwickeln

Praxisforschung nutzen, politische Bildung weiterentwickeln – Stocktaking Study zur Gewinnung undNutzbarmachung von empirischen Erkenntnissen für die politische Bildung in Deutschlanderreicht und gewonnen werden. Knapp 20 % meinten auch, dass diese Artder Teilnahmegewinnung in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnenhat. 63 „Freunde und Geschwister“, heißt es in einem der Portraits vonJugendbildungsreferenten, die Bestandsteil der Untersuchung sind, „die alsMultiplikatoren ihrem Umfeld vermitteln, dass es sich bei deraußerschulischen Jugendbildung eben nicht um Schule handelt, sind diebesten Öffentlichkeitsarbeiter“. 64Dass die Orientierung auf die Peergroup teilnahmeentscheidend sein kann,zeigt sich in dieser Untersuchung auch bei der Frage nach denTeilnahmemotiven, die „subjektbezogen sind und unmittelbare Bedeutung fürdie Jugendlichen haben“. Hierbei fallen Informationsweg und Motivationquasi zusammen, denn „die am stärksten eingestufte Motivation ist dasgemeinsame Erleben in der Gruppe, danach kommt die Begegnung mitGleichaltrigen und als dritte Motivation wird der Freiraum für neueErfahrungen jenseits des Alltags genannt“. 65 So beobachtenJugendbildungsreferentinnen und -referenten jugendliche Teilnehmende, dieausschließlich kommen, weil es andere aus ihrer Gruppe auch tun.Deutlich wird dieser Trend auch von den Untersuchungen zur InternationalenJugendarbeit dokumentiert, die in diese Analyse einbezogen wurden, sofernsie Aspekte politischer Bildung beinhalteten. Auch in diesemMaßnahmebereich, der nur einen kleinen Anteil an der Jugendarbeit inDeutschland allgemein hat 66 und für den man davon ausgehen kann, dass erweniger allgemein bekannt ist und daher weitreichende Werbemaßnahmenbenötigt, scheinen es eher die direkten persönlichen Kontakte zu sein, dieInformationen über entsprechende Angebote verbreiten und die auch einGrund für die Teilnahme sein können. In der Untersuchung von Thomas etal. („Langzeitwirkungen der Teilnahme an internationalenJugendaustauschprogrammen auf die Persönlichkeitsentwicklung“) steht dieAnregung zur Teilnahme an nicht-schulischen internationalenJugendgruppenbegegnungen durch Familie und Freunde mit 48,2 % anerster Stelle 67 . Auch „der Weg zu JUGEND IN AKTION [ist] stark von dereigenen Peergroup sowie vom institutionellen Rahmen abhängig (...), in demder Jugendliche sich bewegt. So wurden Freunde und Bekannte sowieSchule und Universität von den Befragten in hohem Maße als Zugangsweg63 Schröder et al. 2004, S.11364 A.a.O., S.7465 A.a.O., S.11666 Pothmann geht von einem Anteil von 4 % Maßnahmen der internationalen Jugendarbeitam Gesamtmaßnahmevolumen der Kinder- und Jugendarbeit aus, vgl. Pothmann 2008,S.3067 Thomas et al. 2006, S.10531

Praxisforschung nutzen, politische Bildung weiterentwickeln – Stocktaking Study zur Gewinnung undNutzbarmachung von empirischen Erkenntnissen für die politische Bildung in Deutschlandgenannt.“ 68 Zu einem vergleichbaren Ergebnis kommt die Untersuchung vonPuls-Janssen et al: “The most common ways that participants heard aboutthe youth meetings were from friends (31 %), from leaders (25 %) andthrough school (18 %)”. 693.1.2.2. Institutionelle KontexteMit den letztgenannten Aufzählungen werden bereits diejenigen Zugängegenannt, die für jüngere Teilnehmergruppen offenbar den Königswegdarstellen und die auch für ältere Zielgruppen zu erwägen sind: Jugendlichefinden Informationen zu den Angeboten politischer Jugendbildungüberwiegend in ihrem sozialen und zum Teil institutionellen Umfeld, also inSchule oder Universität, Jugendgruppe oder Clique.Typisch ist ein Befund wie der der Evaluation des Projekts„Demokratieführerschein“ des Landesverbands der Volkshochschulen inNRW durch Zinser/Schübel 70 . Bei der Frage, wie die Jugendlichen auf denvon der örtlichen Volkshochschule angebotenen „Demokratieführerschein“aufmerksam geworden sind, „kristallisiert sich deutlich die persönlicheAnsprache durch pädagogische Fachkräfte aus Schule oder Jugendarbeit(68 %) bzw. durch eine/n Freund/in (16 %) heraus. Die Flyer können alsunterstützendes Informationsmaterial eingestuft werden, die Homepagespielte für die weitere Recherche über den Demokratieführerschein eineRolle, aber nicht als Anwerbemedium. Unterstützt wird dieses Ergebnis durchdie Interviews mit den TrainerInnen und den Jugendlichen. PersönlicheKontakte zur jeweiligen Zielgruppe oder zu Kooperationspartnern, dieihrerseits Zugang und leichte Informationswege zu jungen Menschen haben,spielten eine entscheidende Rolle bei ihrer Gewinnung für die Teilnahme amDemokratieführerschein“ 71 .Maßnahmen politischer Bildung, die von Jugendgruppen oder -organisationen angeboten werden, nutzen entsprechend die Gruppe als`Werberaum´. So wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im „Projekt P“und speziell im Projektteil „Come in Contract“ 72 , das von Jugendverbändenangeboten wurde, vorrangig über die (jugend-)verbandlichenKommunikations- und Motivationswege erreicht:68 Heinzmann 2010, S.2969 Puls-Janssen 2006, S.6070 Zinser/Schübel 200971 A.a.O., S.872 Siehe Wächter/Zinser 200632

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