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Praxisforschung nutzen, politische Bildung weiterentwickeln

Praxisforschung nutzen, politische Bildung weiterentwickeln

Praxisforschung nutzen, politische Bildung weiterentwickeln – Stocktaking Study zur Gewinnung undNutzbarmachung von empirischen Erkenntnissen für die politische Bildung in DeutschlandEvangelischen Gemeinde, in der Bundeswehrkompanie, über Gruppen derJungen Gemeinde, über Einrichtungen der Arbeiterwohlfahrt oder alsSeminarangebot im Rahmen des Freiwilligen Sozialen Jahrs, inVeranstaltungen des Zweiten Bildungswegs oder der Universität, auf derWebseite des (kooperierenden) Weltladens, über Aushänge, E-Mail-Verteileroder Newsletter 84 . Hier ist die mögliche Bandbreite offenbar so groß wie dieInteressen und Kommunikationsvorlieben der jugendlichen Zielgruppen.Im Bereich der Internationalen Jugendarbeit sind die Ergebnisse ähnlich. Sokamen Jugendliche zu Maßnahmen, die durch JUGEND IN AKTIONfinanziert wurden (alle Aktionen außer dem Europäischen FreiwilligendienstEFD), zu 40 % über die Schule oder Universität, 17,3 % über Freunde oderBekannte und 12,5 % über die Jugendgruppe, Jugendorganisation oder dasJugendzentrum. 85 Auch in der Stichprobe von Thomas et al. steht dieAnregung zur Teilnahme an nicht-schulischen internationalenJugendgruppenbegegnungen durch Lehrkräfte oder Gruppenleiter mit 14,3 %an dritter Stelle, vor der Empfehlung durch Familie und Freunde undzufälliger Information 86 .Im Bereich der Internationalen Jugendarbeit wurden diese Erfahrungen imProjekt „InterKulturell on Tour – IKT“ bereits modellhaft umgesetzt, indemdeutsche Vereine und Verbände mit Vereinen von jungen Menschen mitMigrationshintergrund, Migranten(jugend)selbstorgansationen (MSO) undJugendmigrationsdiensten im Rahmen eines „Tandem-Ansatzes“kooperieren, um gemeinsam internationale Jugendbegegnungsmaßnahmenzu planen, durchzuführen und auszuwerten, um so die Teilnahmeschwelle zusenken 87 .Angebote in direkter Kooperation mit Partnern ist für manche Anbieterpolitischer Jugendbildung offenbar ein gesetzter Teil ihres Programms,einmal, weil auf diese Weise feste Teilnehmerkreise gebunden werden, undauch deswegen, weil dies Planungssicherheit bietet. In der Untersuchungvon Becker zu den Angeboten der Volkshochschulen machen Angebote angeschlossene Gruppen 51 % des Gesamtangebots aus. Zu 60,8 % sind diesGruppen aus Schulen. 88 Schröder et al. beschreiben in einem der Portraits inihrer Untersuchung zur politischen Jugendbildung eine offenbar typischeSituation:84 Vgl. A.a.O., S.33f.85 Vgl. Heinzmann 2010, S.3086 Thomas et al. 2006, S.10587 Vgl. Chehata et al. 200988 Becker 2009b, S.3735

Praxisforschung nutzen, politische Bildung weiterentwickeln – Stocktaking Study zur Gewinnung undNutzbarmachung von empirischen Erkenntnissen für die politische Bildung in Deutschland„Auf die Frage, mit welchen Zielgruppen er denn zusätzlich gerneBildungsarbeit betreiben würde, nennt [der Leiter einer Einrichtung, HB] einProblem, das für fast alle Bildungsstätten gilt. Er würde gerne mehr freiausgeschriebene Seminare durchführen. Aber das Risiko, dass das Hausdann für das entsprechende Wochenende leer steht, erscheint ihm zu hoch.Deshalb sucht er die Zusammenarbeit mit Partnern, die ihm eine Belegunggarantieren könne. Vor allem Schulen sind als Partner interessant, da dortein großes Bedürfnis besteht, außerhalb des Lehrplanes den Schülerinnenund Schülern ein Bildungsangebot zu eröffnen.“ 89Die Ansprache über Kooperationspartner und deren Zugangswege ist auchim Bereich der politischen Erwachsenenbildung üblich und offenbarerfolgreich. Böhnisch et al. berichten, dass 90,5 % der Einrichtungen überKooperationspartner werben. 52,2 % der Einrichtungsvertreter schätzendiesen Weg auch als besonders erfolgreich ein 90 , 23,5 % sehen einewachsende Bedeutung dieses Weges in den letzten fünf Jahren 91 . WährendKooperationen im Sinne einer gemeinsamen Durchführung vonVeranstaltungen vor allem mit anderen Einrichtungen politischer Bildungerfolgen 92 , sind die Vorlieben für Werbepartner etwas anders. Immer jedochist die Bandbreite groß: „66,5 % der Einrichtungen kooperieren mitVerbänden und Vereinen, 44,1 % mit anderen Einrichtungen der politischenBildung, 39 % mit Kirchen und 33,2 % mit Gewerkschaften/Berufsverbänden,Museen und Gedenkstätten, politischen Stiftungen, Ministerien undnachgeordneten Behörden, wissenschaftlichen Institute und Landeszentralenund Bundeszentrale für politische Bildung.“ 933.1.2.3. Erfolgsfaktor: Persönlicher KontaktOb über Freunde und Familie, die Schule oder den Verein, offenbar gilt: Übereine direkte oder indirekte Ansprache im Rahmen ihrer sozialen Kontextesind sowohl diejenigen, deren Kontext oder Peergroup man kennt, als auchdiejenigen, die noch keine Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind (die manalso z.B. nicht über eigene Verteiler oder in eigenen Veranstaltungenerreicht) und erst recht die „nicht zu den aktiven InformationssucherInnen“ 94gehörenden am ehesten für eine Teilnahme an den Angeboten politischerBildung zu gewinnen.89 Schröder et al. 2004, S.7490 Böhnisch et al. 2006, 9091 A.a.O., 9192 vgl. A.a.O., 9293 Böhnisch et al. 2006, 9394 Reich-Claassen/Tippelt 2010, S.03-936

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