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Praxisforschung nutzen, politische Bildung weiterentwickeln

Praxisforschung nutzen, politische Bildung weiterentwickeln

Praxisforschung nutzen, politische Bildung weiterentwickeln – Stocktaking Study zur Gewinnung undNutzbarmachung von empirischen Erkenntnissen für die politische Bildung in DeutschlandJugendszenen entfernt sind.“ 116 Katholische Jugendgruppen müssten sichdie Frage stellen, ob sie „eine Brücke zu attraktiven Szenen“ oder gar eineSzene selbst seien 117 , ob sie also eher inklusiv oder eher exklusiv aufmögliche Adressaten wirken:„Jugendliche heute [haben] das ausgeprägte Bedürfnis (...), sich a) attraktivesoziale Netzwerke zu erschließen und b) zu differenzieren und sich vonbestimmten sozialen Kreisen und Jugendlichen abzugrenzen. Dieser bereitsin der frühen Jugendphase einsetzende Impuls der Distinktion wird mitzunehmendem Alter immer markanter und härter.“ 118Deshalb müsse sich die katholische Jugendgruppe vor Ort fragen, ob sie „einAnziehungs- und Treffpunkt von spannenden Leuten (ist), die überraschen,experimentieren, kreativ sind und aus dem üblichen Muster ausbrechen; diesich persönlich große Ziele gesetzt haben, den lokalen Raum übersteigenund eine internationale Perspektive haben; die sich mit aktueller modernerMusik und mit neuen IT-Technologien auskennen und Avantgarde sind?“ 119Diese Prüfung auf passende oder `unpassende´ Merkmale der anbietendenOrganisation oder Einrichtung durch potenzielle Teilnehmer erfolgt demnachnoch vor der Entscheidung, eine Angebotsofferte überhaupt näher zurKenntnis zu nehmen, und ist damit ein entscheidendes Kriterium für dieAdressierung der verschiedenen Jugendszenen.Dabei sollte empirisch geprüft werden, in welcher Art und Weise bestimmteZielgruppen die Anbieter tatsächlich wahrnehmen und mit welchen Mittelndies ggf. `korrigiert´ werden könnte. Ein Beispiel ist das `Image ´derVolkshochschulen bei Jugendlichen. Jelich kommt in seinerSekundäranalyse von Daten aus der Jugendforschung zu dem Schluss, dass„deutlich erkennbar sei“, „dass die Volkshochschule und andere traditionelleinstitutionelle Träger der Weiterbildung den hier beschriebenenjugendkulturellen Typus nicht zu erreichen vermag; denn die wenigstenJugendlichen werden mit Erwachsenenbildung spontan Vorstellungen vonSpaß, Freude, unbeschwerte Kommunikation, Aufregung verbinden, die etwain der Erlebnispädagogik das didaktische Handeln prägen“ 120 . Entsprechendzeigen die oben schon erwähnten Befragungen der Volkshochschulen Hagenund Bochum, dass den Jugendlichen offenbar vor allem deutlich sein muss,dass die Angebote auf ihre Teilnahme zielen (dann konnten sich 79,4 % bzw.74,8 % der Jugendlichen vorstellen, einen VHS-Kurs zu besuchen). Als ein116 A.a.O., S.31117 A.a.O., S.26118 A.a.O., S.32119 A.a.O., S.26120 Jelich 2001, S.9941

Praxisforschung nutzen, politische Bildung weiterentwickeln – Stocktaking Study zur Gewinnung undNutzbarmachung von empirischen Erkenntnissen für die politische Bildung in DeutschlandWeg wird daher von allen drei Autoren die Einrichtung einer „Jungen VHS“empfohlen: „Grundsätzlich ist also zu sagen, dass trotz mangelnderInformation über die Angebote der Volkshochschulen und bisher nur geringerTeilnahme an Kursen ein beachtliches Interesse an Veranstaltungen speziellfür junge Leute im Rahmen einer „Jungen VHS“ besteht“ 121 .3.1.2.5. InternetNicht nur aufgrund der oben genannten Unsicherheiten werden großeHoffnungen in das Medium gesetzt, das wie kein zweites in den letztenJahren eine vermeintlich grenzenlose Öffentlichkeit konstruiert und darstellt:das Internet. Im Bereich der Weiterbildung allgemein scheint sich dasInternet als Informationsquelle etabliert zu haben. So antworteten in derStudie von Tippelt et al. zum Weiterbildungsverhalten Älterer die befragten45- bis 80-jährigen, die in den letzten zwölf Monaten nach Informationen überWeiterbildungsmöglichkeiten gesucht haben, zu 50 %, dass sie im Internetund zu 39 %, dass sie in den Medien nach Informationen zuWeiterbildungsmöglichkeiten gesucht haben. 122 Auch die Vertreter derpolitischen Erwachsenenbildung nannten in der Studie von Böhnisch et al.bei der Frage danach, welche Formen der Gewinnung von Teilnehmenden inden letzten fünf Jahren an Bedeutung gewonnen haben, das Internet mit54,9 % am häufigsten 123 .Ausgerechnet in der politischen Jugendbildung scheint sich die Hoffnung,das Internet böte einen Weg, um möglichst viele Jugendliche zu erreichen,zumindest empirisch gesichert, bisher nicht zu bestätigen. DieJugendbildungsreferentinnen und -referenten nannten in der Untersuchungvon Schröder et al. das Internet als Weg zur Teilnehmergewinnung auf demfünften Platz, weit hinter Kooperationspartnern, Mund-zu-Mund-Propagandaoder dem Veranstaltungsprogramm. In anderen Untersuchungen kommt esals Frage oder als Antwort allerdings gar nicht vor. In der Evaluation des EU-Programms JUGEND IN AKTION wurde festgestellt, dass das Internet nurals Zugang zum Europäischen Freiwilligendienst eine namhafte Rolle spielt.Auffällig ist hier, dass es sich um die einzige Förderaktion handelt, über dieindividuelle Aktivitäten gefördert werden und dass sich in der Regel dieInteressierten selbst um ihre Plätze im Freiwilligendienst bewerben müssen:121 Dietinger/Zinn 2001, S.109122 Tippelt et al. 2009123 Böhnisch et al. 2006, S.9142

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