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Praxisforschung nutzen, politische Bildung weiterentwickeln

Praxisforschung nutzen, politische Bildung weiterentwickeln

Praxisforschung nutzen, politische Bildung weiterentwickeln – Stocktaking Study zur Gewinnung undNutzbarmachung von empirischen Erkenntnissen für die politische Bildung in Deutschland„Bei einer Differenzierung zwischen dem EFD und anderen Aktionen lässtsich feststellen, dass der Weg zum EFD besonders häufig über das Internetführt. Dies bedeutet auch, dass Jugendliche, die am EFD teilnehmen, schonim Vorfeld ein hohes Maß an Selbstorganisation an den Tag legen und sichaktiv Informationen beschaffen.“ 124An diesem Beispiel wird deutlich, dass der Erfolg der Werbung über dasInternet, gleich ob bei Jugendlichen oder Erwachsenen, abhängig ist von deraktiven Suche von Interessierten und sich damit von den obenbeschriebenen Wegen, auf denen potenzielle Teilnehmende auch eher`zufällig´ gewonnen werden können, unterscheidet. Allerdings müssen dieseErgebnisse genauer betrachtet werden, indem man befragt, ob dieTeilnahme an Angeboten politischer Bildung ggf. über die medialen sozialenNetzwerke (social media) angeregt werden kann. Hier träfen sich beide obengenannten Möglichkeiten. Einerseits kann man Informationen in spezifischesoziale Kontexte einspeisen, andererseits erreicht man auf diesem Wegwahrscheinlich eine große Zahl potenzieller Teilnehmende auf einmal.Entsprechende Reaktionen von Einrichtungen und Organisationen politischerBildung, ihre Präsenz auf Twitter, Facebook oder Foren, beruhen aufeigenen Beobachtungen. Abgesicherte Daten gibt es dazu zurzeit noch nicht.3.2. Teilnahmedispositionen und Teilnahmemotive3.2.1. TeilnahmedispositionenInformation und Werbung allein führen nicht zu der Entscheidung, an einerMaßnahme politischer Bildung teilzunehmen. Es gibt Dispositionen –Persönlichkeitsmerkmale, die von sozialer Herkunft, Bildungserfahrungen,Alter, Geschlecht etc. geprägt sind – welche die Teilnahme begünstigen odersie im Gegensatz weniger wahrscheinlich machen. Im Folgenden werden alsdiese Merkmale Geschlecht, Alter, Bildungs- und Migrationshintergrundsowie das politische Interesse gesondert untersucht 125 .124 Heinzmann et al. 2010, S.29125 Es sei darauf hingewiesen, dass tatsächlich viele Faktoren zusammenspielen müssen,um eine Teilnahmeentscheidung zu bewirken. Dies betrifft sowohl grundlegende`Dispositionen´ (im Sinne von Teilnahme-Wahrscheinlichkeiten) wie konkrete Motiven undInteressen, die im Folgenden noch thematisiert werden. Eberwein/Quante-Brandt sprechenvon einer „differenzierten und komplexen Motivkombination“ (Eberwein/Quante-Brandt 1998,S.54).43

Praxisforschung nutzen, politische Bildung weiterentwickeln – Stocktaking Study zur Gewinnung undNutzbarmachung von empirischen Erkenntnissen für die politische Bildung in Deutschland3.2.1.1. GeschlechtLaut der aktuellsten Erhebung für das Berichtssystem Weiterbildung (BSW)2007 sind in der allgemeinen Weiterbildung Frauen (mit 29 %) etwas aktiverals Männer (mit 26 %). 126 Für die politische Erwachsenenbildung brachtevergleichbare Daten bisher nur die 1993 erstellte Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung „Lernen für die Demokratie. Politische Weiterbildung für eineGesellschaft im Wandel“ 127 . Diese kommt auf eine gänzlich andereVerteilung von 40 % Frauen und 60 % Männer als Teilnehmende an denpolitischen Bildungsangeboten. 128 Rudolf kommt in seiner „Potenzialstudie“„Bericht politische Bildung 2002: was wollen die Bürger?“ auf ein „konkretesPotenzial“ (hohe Nutzungswahrscheinlichkeit) von 14,9 % Männer und10,5 % Frauen, die „sehr wahrscheinlich“ bzw. 49,5 % Männer und 50,05 %Frauen, die „wahrscheinlich“ Angebote politischer Bildung nutzen würden.Diese Befunde stützen die These, dass mehr Männer als Frauen anpolitischer Bildung interessiert sind. 129Dass solche Angaben differenziert betrachtet werden müssen und nichteinfach übertragen werden können, zeigt die Untersuchung von Schlevogt.Sie verzeichnet für die Bildungsurlaubsseminare des DGB-BildungswerksHessen e.V. in den Jahren 2002-2004 einen Frauenanteil zwischen 61 und63 % Dieser Anteil liegt weit über dem Durchschnitt aller hessischen Anbietervon Bildungsurlaub – 52,5 % im Jahre 2004 – und auch allergewerkschaftlichen Bildungsträger in Hessen (unter 40 %). Schlevogt führtdies auf zwei Faktoren zurück: einmal auf das „vielfältige Angebot anFrauenseminaren beim DGB-Bildungswerk Hessen e.V.“ und zweitensdarauf, dass für 14 % der Bildungsurlaubsseminare eine Kinderbetreuungangeboten wird. 130Entsprechend der Pluralität von Trägern und Angebotsbereichen, denVorgaben durch Förderrichtlinien im Hinblick auf eine Ausgewogenheit derGeschlechterverteilung sowie einer gezielten Ansprache beispielsweise vonMädchen und jungen Frauen können auch die wenigen vorliegenden126 TNS Infratest 2008, S.69, Tab.1127 Friedrich-Ebert-Stiftung 1993128 Friedrich-Ebert-Stiftung 1993, S.57. Dieser Unterschied kann zweifach gedeutet werden:Erstens beziehen sich die Befunde auf unterschiedliche Grundgesamtheiten, nämlich den imBSW erfassten Daten der „allgemeinen Weiterbildung“ und den für die FES-Studie befragtenDaten von Teilnehmenden in den eignen Maßnahmen. Zweitens liegen die Befunde 14Jahre auseinander.129 Rudolf 2002, Bd.2, S.83130 Schlevogt 2006, S.43f.44

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