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Praxisforschung nutzen, politische Bildung weiterentwickeln

Praxisforschung nutzen, politische Bildung weiterentwickeln

Praxisforschung nutzen, politische Bildung weiterentwickeln – Stocktaking Study zur Gewinnung undNutzbarmachung von empirischen Erkenntnissen für die politische Bildung in Deutschlanderwachsenen Teilnehmerinnen und Teilnehmer an, dass das Angebot Spaßmachen sollte. 313 Dieser Aspekt ist umso wichtiger, je jünger dieTeilnehmenden sind, „d.h. von den jüngeren wird dieses Kriterium nochhäufiger als „sehr wichtig“ eingeschätzt (bei den bis 26-jährigen sagen dies92,2 %)“ 314 . Vor allem als Eingangsmotivation spielt der Wunsch nach Spaßeine Rolle. Zinser/Schübel berichten von 84 % jugendlichen Teilnehmerinnenund Teilnehmern, die „Spaß haben“ als besonders wichtige Motivation füreine Teilnahme nennen. Spaß und Geselligkeit als Eingangsmotiv kann dannim Laufe der Teilnahme abgelöst werden vom (geweckten) Interesse amThema 315 . Ähnliches scheint für Erwachsene zu gelten:„Die Bedeutung des Faktors Spaß sinkt (...) in Abhängigkeit von Häufigkeitder Teilnahme an Veranstaltungen pro Jahr. Während ihn 94,6 % derjenigen,die erstmals in einer Veranstaltung der politischen Bildung teilnehmen, „sehrwichtig“ bis „wichtig“ einschätzen, so sind es bei denjenigen, die drei Maloder öfter an Veranstaltungen pro Jahr teilnehmen nur 74,2 %.“ 316Vergleicht man diesen Befund mit den soziologischen Kategorienjugendlicher Milieus, entspricht er der Beobachtung, dass die vom SINUS-Milieumodell festgelegte Gruppe der „Jugendlichen Hedonisten“,Jugendliche, die eine deutlich spaßorientierte Lebensweise zeigen, diegrößte Gruppe der Jugendlichen (26 %) noch vor den „jugendlichenPerformern“ (25 %) stellen. Bei jungen Erwachsenen sinkt ihr Anteil auf16 %. 317Außer Spaß sind es Wohlbefinden und Komfort, die für Erwachsene einwichtiges Argument für die Teilnahme an Maßnahmen politischer Bildungdarstellen. Relevant sind die Nähe der Einrichtung zum Wohnort bzw.Arbeitsplatz, Serviceangebote wie Kinderbetreuung oder die ansprechendeAtmosphäre der Einrichtung. 3183.4.6. Interesse an bestimmten FormatenZu den Daten, die vor allem von erwachsenen Teilnehmerinnen undTeilnehmern auch durch die Einrichtungen selbst häufig abgefragt werden,zählt die Frage nach den bevorzugten Formaten, womit vor allem die313 Vgl. a.a.O., S.114314 Ebd.315 Siehe dazu Kapitel 4.2.4. „Wecken des Interesses an Politik und an politischer Bildung“316 Böhnisch et al. 2006, S.114317 Siehe Calmbach 2007, S.22318 Vgl. Schlevogt 2006, S.6983

Praxisforschung nutzen, politische Bildung weiterentwickeln – Stocktaking Study zur Gewinnung undNutzbarmachung von empirischen Erkenntnissen für die politische Bildung in Deutschlandzeitliche und räumliche Ausgestaltung der Angebotsform gemeint ist. DasWissen dazu verspricht wichtige Anhaltspunkte für die Programmplanungvon Anbietern politischer Bildung. In den vorliegenden Untersuchungenwurden die `Formatvorlieben´ vor allem bei den Einrichtungen selbstabgefragt oder aufgrund von deren Angebotspaletten analysiert.Ahlheim und Heger unterscheiden „besonders beliebte“ und „besonderseffektive und nachhaltige“ Angebotsformen. Als besonders beliebt werdenvon den befragten Einrichtungen an erster Stelle Exkursionen,Besichtigungen, Stadt(teil)führungen, Studienfahrten und -seminare (41 %)genannt, auf dem zweiten Rang zwei- bis dreitägige Veranstaltungen,Wochenendveranstaltungen (36 %) und an dritter Stelle Vorträge mitDiskussion (34 %). Als „besonders wirksam“ schätzen die Einrichtungenzwei- bis dreitägige Veranstaltungen, Wochenendveranstaltungen (38 %)sowie Exkursionen, Besichtigungen, Stadt(teil)führungen, Studienfahrten und-seminare (30 %) ein 319 . Diese Einschätzung variiert stark je nachEinrichtungstypus und Adressaten. So ist „mit Wochenendveranstaltungen(...) das Volkshochschul-Publikum nach der Einschätzung der Befragtenweniger gut zu erreichen. Recht erfolgreich scheinen dagegenVeranstaltungsreihen zu sein, die mehrere Einzelveranstaltungen zumselben Thema ‚bündeln‘ und dadurch insgesamt zwar die Gelegenheit bieten,ein Thema etwas ausführlicher, auch aus mehreren Blickwinkeln und mitunterschiedlichen Methoden zu behandeln, die aber weder ein ganzesWochenende ‚blockieren‘ noch den Verbindlichkeitsgrad vonSemesterkursen haben.“ 320 „Dagegen scheinen die „Spezialisten“ 321 auch mitSeminaren, die eine Woche und länger dauern, gute Erfahrungen zumachen. Besonders die gewerkschaftlichen Bildungsträger sehen inWochenendseminaren eine ebenso wirkungsvolle wie „beliebteVeranstaltungsform, was freilich nicht zuletzt mit den besonderengesetzlichen Regelungen für die Schulung betrieblicher Interessenvertreterzusammenhängen dürfte.“ 322Böhnisch et al. befragten politische Bildnerinnen nach der Häufigkeit desEinsatzes der verschiedenen Veranstaltungsformen. „Am häufigsten wurden– in jeweils geringem Abstand zueinander – Abendveranstaltungen,Tagesseminare und Wochenendseminare durchgeführt, danach folgen dieWochenseminare mit 2-4, dann die mit 5-7 Tagen. Seltener werdenArbeitskreise mit aufeinander aufbauenden Treffen durchgeführt sowie319 Siehe Ahlheim/Heger 2006, S.44320 A.a.O., S.45321 Als „Spezialisten“ bezeichnen Ahlheim/Heger diejenigen Einrichtungen, welche„ausschließlich politische Bildung anbieten“, Ahlheim/Heger 2006, S.16322 Ahlheim/Heger 2006, S.4584

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