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Röntgen- und Vektor-MOKE-Untersuchung ... - AG Wollschläger

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56 4. Ergebnisseschwere

56 4. Ergebnisseschwere Richtung gezwungen, dabei springen einige magnetische Momente in die nächstemagnetisch leichte Richtung bei 319°. Das erklärt den zweiten Einbruch im Betrag. Wirddas Magnetfeld noch weiter erhöht, wird die Magnetisierung vollständig in die magnetischschwere Richtung gezwungen.Die hier gezeigten exemplarischen Messungen wurden für jede Probe für 81 Ausrichtungengemacht und ausgewertet. Grundsätzlich lässt sich das Verhalten der Magnetisierungmit dem in [20] entwickelten Modell erklären: In Sättigung liegt die Magnetisierungparallel zum äußeren Magnetfeld. Wird das Magnetfeld zurückgefahren, dreht sich dieMagnetisierung in die nächstgelegene magnetisch leichte Richtung. Nach Umpolen desMagnetfeldes springen ab einer gewissen Feldstärke einzelne magnetische Momente indie nächste in Magnetfeldrichtung gelegene magnetisch leichte Richtung. Es können dabeihin zu stärkeren Magnetfeldern weitere Sprünge in magnetisch leichte Richtungenüber die Magnetfeldrichtung hinaus auftreten. Wurde das äußere Magnetfeld nahe einermagnetisch leichten oder exakt parallel zu einer magnetisch schweren Richtung angelegt,existiert keine bevorzugte magnetisch leichte Richtung, in die einzelne Momente springenkönnen. Die beiden nächsten magnetisch leichten Richtungen sind gleich weit von derMagnetisierung entfernt. Die einzelnen magnetischen Momente springen hier direkt überdie ± 90° gelegenen magnetisch leichten Richtung in die gegenüberliegende magnetischleichte Richtung.Teilweise sind Messungen aufgetreten, die sich über dieses Modell nicht erklären lassen.In Abb. 4.15 sind exemplarisch zwei Messungen gezeigt. In 1) ist eine Messung naheeiner magnetisch schweren Richtung der Probe R5 gezeigt. Bei ca. 35° treten weitereSprünge und ein Betragseinbruch in der Magnetisierung auf. In 2) ist eine Messung 10°neben einer magnetisch leichten Richtung der Probe T3 gezeigt. Es treten Schwankungenim Betrag der Magnetisierung auf. Eine mögliche Erklärung für diese Messungen istder Einfluss der Θ Mz -Komponente, die bei der Berechnung des Betrags und des Winkelsder Magnetisierung vernachlässigt wurden. Eine weitere Möglichkeit sind Ungenauigkeitenin der Verrechnung der Θ Mx - und Θ My -Komponente. Durch Drehen des Magnetenkann die Probenausrichtung dejustiert werden, wodurch die Θ Mx -Komponente bei eineranderen Probenausrichtung bestimmt wird wie die Θ My -Komponente.4.3.2. KoerzitivfeldIn Abb. 4.16 und 4.17 sind die Koerzitivfelder H C der Θ Mx -Komponente und der Θ My -Komponente für verschiedene Probenwinkel gezeigt. In Abb. 4.16 1) ist die Messungvon H C aus den Θ Mx -Hysteresen der nachgetemperten Probe R2* gezeigt. Man kanndeutlich eine vierzählige Struktur erkennen, der eine zweizählige Struktur überlagert ist.Das Maximum der breiten Peaks liegt in den magnetisch leichten Richtungen, welcheaufgrund des um 45° verdrehten Aufwachsens bei 45°, 135°, 225° und 315° liegen. In denmagnetisch schweren Richtungen treten scharfe Peaks auf. Über die Symmetrie dieserMessungen kann man Rückschlüsse auf die Kristallinität der Probe ziehen. Je symmetrischerdie Struktur, umso höher ist die Kristallinität.In 2) sind die Messungen von H C aus den Θ My -Hysteresen gezeigt. Die scharfen Peaksentsprechen den magnetisch schweren Richtungen. Wenn diese Peaks gut ausgeprägt

4.3. MOKE-Messungen 571)150°120°90°60°30°2)150°120°90°60°30°180°0 φ=0°20 40 60 |Θ |80 M180°0 φ=0°20 40 60 |Θ |80M210°[mdeg]330°210°[mdeg]330°240°270°300°240°270°300°Abbildung 4.14: Polarplot des Betrags |Θ M | gegen den Winkel φ des Magnetisierungsvektorsder Probe T4. Die gestrichtelten roten Linien entsprechen den magnetischleichten Richtungen. Die grüne gestrichelte Linie gibt die Richtung des äußerenMagnetfeldes an. Die Pfeile kennzeichnen die Richtung des Ummagnetisierungsprozesses.1) nahe der magnetisch leichten Richtung ( ⃗ H||Fe[010]). 2) nahe der magnetischschweren Richtung ( ⃗ H||Fe[110]).1)120°90°60°2)120°90°60°150°30°150°30°180°0 φ=0°30 60 90 |Θ |120M180°0φ=0°20 40 |Θ |60M210°[mdeg]330°210°[mdeg]330°240°270°300°240°270°300°Abbildung 4.15: Polarplot des Betrags |Φ M | gegen den Winkel φ des Magnetisierungsvektors.Die gestrichtelten roten Linien entsprechen den magnetisch leichtenRichtungen. Die grüne gestrichelte Linie gibt die Richtung des äußeren Feldes an.Die Pfeile kennzeichnen die Richtung des Ummagnetisierungsprozesses. In 1) naheder magnetisch schweren Richtung der Probe R5. Es treten zusätzliche Sprünge undBetragseinbrüche auf. In 2) 10° neben magnetisch leichter Richtung der Probe T3.Man kann deutlich Schwankungen im Betrag erkennen. )

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Kapitel 1 Einleitung - Gruppe - AG Maier - Universität Bonn