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100 Fragen und Antworten zum Russland-Geschäft

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Russland 2013 | 100 Fragen und AntwortenDeutsch-russischeBeziehungenWie entwickelt sich der Handel zwischenDeutschland und Russland?Das Handelsvolumen erreichte im vergangenen Jahr nachAngaben des Statistischen Bundesamtes mit 80,5 MilliardenEuro einen neuen Rekord. Die Exporte wuchsen im Vergleichzum Vorjahr um 10,4 Prozent auf 38 Milliarden Euro, dieImporte, hauptsächlich Rohstoffe, legten um 3,8 Prozent zu.Im ersten Quartal dieses Jahres schrumpfte der Handel allerdingsum 3,1 Prozent auf 18,8 Milliarden Euro. Das Minusberuht vor allem auf dem Rückgang der russischen Exportenach Deutschland um 6,3 Prozent. Dagegen stieg der Wertder deutschen Lieferungen nach Russland – wenn auch nurgering – um 0,9 Prozent.Welche Bedeutung haben beide Länderfüreinander?Deutschland ist für Russland der zweitwichtigste Lieferant.Den Platz Nummer eins, den es einige Zeit innehatten, musstendie deutschen Unternehmen an China abtreten. Chinaliefert 15,3 Prozent aller importierten Erzeugnisse nachRussland, Deutschland 9,4 Prozent.Als Zielland russischer Exporte belegt Deutschland Platz vierhinter den Niederlanden, China und Italien.Russland liegt auf Platz sieben im Ranking der wichtigstenLieferländer und auf Platz elf der wichtigsten AbsatzmärkteDeutschland. Russland war im vergangenen Jahr wieder dergrößten Öl- und Gas-Lieferant Deutschlands.Welche deutschen Waren werden vorrangig nachRussland geliefert?Fast 30 Prozent der deutschen Lieferungen nach Russlandwaren im vergangenen Jahr Maschinen und Anlagen, gefolgtvon Kraftfahrzeugen mit einem Anteil von 22,1 Prozent.Eine bedeutende Rolle spielen auch chemische Erzeugnissesowie Elektrotechnik. Für deutsche Maschinenbauer istStatement von Pavel Korenkov, Generaldirektor Lindab BuildingsDer Anteil russischer Kunden wächstEinweihungsfeier der neuen Kamatsu-Produktionshalle,die Lindab für das Unternehmen in Russland baute.Der russische Markt entwickelt sich für unser Unternehmen sehrdynamisch. Wir haben im vergangenen Jahr die Produktiongegenüber dem Vorjahr um etwa 20 Prozent gesteigert. Und esgeht weiter bergauf. Haben wir anfänglich vorrangig für ausländischeInvestoren Produktionsstätten und Lagerhallen errichtet,sind inzwischen 60 Prozent unserer Kunden russische Unternehmen.Das heißt: Es wird gut in Russland investiert. Die Geschäftelaufen in den vergangenen Jahren so gut, dass wir unseren Betriebim vergangenen Jahr um etwa 25 Prozent erweitert haben.Lindab hat 2009 in Jaroslawl ein Werk zur Herstellung von Tragekonstruktionen,Dach- und Wandsystemen für Gebäude eröffnet.Bei unserem eigenen Werk mussten wir die Gebäudehülle nochaus unseren Werken in Luxemburg und Tschechien beziehen. Nunliefern wir selbst die Konstruktionen und bieten unseren Kundenden Bau kompletter Gebäude.Was immer möglich ist, kaufen wir in Russland ein, lediglich diePaneele und die Schrauben kommen noch aus Europa.Qualität und Nachhaltigkeit spielen eine große Rolle in Russland.Durch unsere Systembauweisesparen wir 30 Prozent Material gegenüberder herkömmlichen Bauweise.Standards, die in Europa gelten,wenden wir selbstverständlich auchin Russland an. Wir konkurrieren inRussland nicht auf der Ebene derPreise, sondern der Nachhaltigkeit.Es wird immer mehr Anforderungenauch in Russland geben, insofern sind wir gut aufgestellt.Beim Aufbau der Gebäude kommt unsere 50-jährige Erfahrung imIndustriebau auf der ganzen Welt zum Tragen. Das Komatsu-Werkzur Herstellung von Baggern haben wir beispielsweise in wenigerals fünf Monaten fertiggestellt. Russische Unternehmen brauchendie dreifache Zeit.Auch beim Pharmawerk von Nykomet mit einer Fläche von 25.000Quadratmetern waren wir im Plan. In Russland werden 99 Prozentder Pharmaprojekte verspätet übergeben, die Kosten laufen in derRegel aus dem Ruder.Wir haben heute 300 Mitarbeiter und arbeiten mit 50 Partnerunternehmenim ganzen Land zusammen. In Jaroslawl gibt es einSchulungszentrum, in dem wir sowohl unsere Monteure und Ingenieureals auch die der Partner schulen. Aber es ist nicht so, dass dieRussen nur von uns lernen. Wir haben in diesem Winter mehrereProjekte in Sibirien realisiert, unter anderem ein Einkaufszentrummit einer Fläche von 110.000 Quadratmetern in Barnaul. Währendder Bauarbeiten fielen die Temperaturen auf minus 40 Grad. Dassind natürlich andere Bedingungen als in Europa.Auch die Transporte stellen eine echte Herausforderung dar. Fürdie Firma Biysk-Auto haben wir mit unserem Partner Metallomontazhebenfalls in Barnaul ein Lada-Autohaus gebaut. Die Bauzeitbetrug drei Monate, die Konstruktionen mussten von Jaroslawlnach Barnaul eine Strecke von 3.500 Kilometern zurücklegen. Beidiesen riesigen Entfernungen stellt sich natürlich die Frage derWirtschaftlichkeit. Aber wir beobachten den Markt aufmerksamund sind offen auch für weitere Expansion.14Ost-West-Contact7/2013 | Special Russland

100 Fragen und Antworten | Russland 2013Russland inzwischen der viertgrößte Exportmarkt. 2012gingen Maschinen und Anlagen im Wert von 8,1 MilliardenEuro nach Russland, so viel wie nie zuvor. Mehr als 150Mitglieder des Verbandes des Deutschen Maschinen- undAnlagenbaus seien bereits mit Niederlassungen vertreten,teilte VDMA-Geschäftsführer Thomas Lindner Mitte Mai inMoskau mit.Wie schätzen deutsche Unternehmen dasGeschäftsklima in Russland ein?Der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft und dieDeutsch-Russische Auslandshandelskammer haben ihreMitglieder im Januar 2013 zum zehnten Mal in einer Umfragezum Geschäftsklima befragt. Im Prinzip hat sich in der Einschätzunggegenüber vergangener Jahre nicht viel geändert.Größten Reformbedarf sehen die Unternehmen im BereichBürokratie, Korruption und Zollverfahren. Als großes Problemwird der Fachkräftemangel benannt. 80 Prozent derBefragten halten die Abschaffung der Visumpflicht zwischender EU und Russland für wichtig bis sehr wichtig.Wie wird Russland als Produktionsstandort vondeutschen Unternehmen genutzt?Das kommt auf die Branche an. Im Maschinenbau wird derrussische Markt heute noch überwiegend aus Deutschlandheraus bearbeitet. Als eines der ersten Maschinenbauunternehmenhatte Gildemeister 2011 angekündigt, in diesem Jahreine Fabrik für die Produktion kleiner Dreh- und Fräsmaschinenin Uljanowsk zu eröffnen. Der Termin wurde nun auf dasnächste Jahr verschoben. Nach einer Umfrage des VDMAunterhalten nur acht Prozent der befragten VDM-Mitgliedereine Montage oder Produktion vor Ort.Mittelfristig, so hat die Umfrage ergeben, werden sich dieUnternehmen der Branche stärker engagieren. 19 Prozentder Befragten planen den Aufbau einer Montage oder Produktion.In der Automobilindustrie sieht es anders aus: Die großendeutschen Autokonzerne haben alle eine mehr oder wenigergroße Produktion im Lande. Zulieferer siedeln sich ebenfallsmit Produktion in Russland an, so zum Beispiel Continental,Knorr Bremse, Leoni, Dräxlmair, Robert Bosch. Allerdingsgibt es für die Größe des Marktes zu viele Kfz-Hersteller mitMontage- und Produktionsanlagen und damit eine großeModellvielfalt. Die Mindestproduktionsmengen, die fürZulieferer eine Verlagerung wirtschaftlich machen, sinddamit nicht gegeben.Im Bereich Bahntechnik gibt es große Kooperationen. DeutscheUnternehmen stellen sowohl Motoren, Bremssystemeals auch ganze Lokomotiven in Joint Ventures mit russischenPartnern her.Hersteller von Baumaterialien inklusive Fensterprofilen,Fenstern und Türen sind seit vielen Jahren aktiv. Im Landwirtschaftsbereichgibt es einzelne Beispiele für erfolgreichesEngagement.Im ersten Quartal 2013 gab es einige neue Meldungen zumAufbau von Produktionen in Russland: Linde baut zwei Luftzerlegungsanlagensowie eine Ammoniakanlage. Die Bosch-Gruppe baut in Engels ein neues Werk. Ab dem ersten Quartal2014 sollen dort Heizgeräte und Industriekessel der MarkenBosch und Buderus produziert werden. Das Unternehmen istOst-West-Contact 7/2013 | Special Russland 15

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