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Mukoviszidose und Beruf • Teil 3 - Lisa

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CF-ErwachseneMukoviszidose und BerufTeil 3Die Reha-Beratung im Arbeitsamtadults onlyInterview mit Frau SigridSandmeier-Matheis, Reha-Beraterin des ArbeitsamtesKoblenzDas in Klammern stehende Zeichen„“ hinter fett gedrucktenWorten weist darauf hin, dassim nächsten Abschnitt noch einmalnähere Erläuterungen zudiesem Begriff folgen. Diese Erläuterungensind jedoch nichtim Rahmen des Interviews erfolgt,sondern nachträglich zumbesseren Verständnis eingefügtworden.Sigrid Sandmeier-Matheis: Ichsehe es ganz individuell. Also eshängt sehr stark davon ab, wiedie Voraussetzungen des Einzelnensind. Ist es vernünftig, es aufdem freien Markt zu versuchenoder ist die Möglichkeit des Berufsbildungswerksdie bessere?Es sollte nie dahingehend dieEntscheidung getroffen werden,was die billigere Lösung ist. Gut,es ist immer nur meine Wahrheit,die ich dann vorschlagen kann:Was ist die meines Erachtens fürden Jugendlichen beste Möglichkeit.Danach gehe ich vor.Ich sträube mich auch dagegenzu sagen: Berufsbildungswerkist gut oder schlecht oder freierMarkt ist gut oder schlecht. Manmuss es immer wieder ganz,ganz individuell sehen. Es spielenso viele Faktoren rein, es gibtkeinen Königsweg, es gibt nurindividuelle Lösungen.Benjamin Flöck: Ein Mukoviszidose-Patientist angewiesen aufeine tägliche Therapie, Inhalationund Atemdrainage zum Beispiel.Die wird er auch in derArbeitszeit machen müssen.Nehmen wir mal an, ein Betroffenerwäre auf dem freien Arbeitsmarktvermittelt und wäreauf einen eigenen Raum angewiesen,wo er seine Therapiedurchführen kann. Es könnte jasein, dass der Arbeitgeber einensolchen Raum eigens anmietenmüsste. Würde das Arbeitsamtdie anfallenden Mietkostenübernehmen?S. S.-M.: Wir müssten dann überunseren Arzt, wie schon gesagt,abklären, was notwendig anTherapie ist? Was muss gewährleistetsein? Und unser technischerBerater müsste dann eingeschaltetwerden. So sieht mandann, ob man über Zuschussmöglichkeitenübers Arbeitsamtfördern kann. Aber vom Grundsatzher könnte man das überlegen.Ähnlich wie auch Kfz-Förderung oder Umbau, wennjemand Rollstuhlfahrer ist. Dakönnte man prinzipiell drübernachdenken. Ich hatte selbstdiese Fallgestaltung aber nochnicht.B. F.: Die Möglichkeit bestündealso schon.S. S.-M.: Die würde ich auf jedenFall überprüfen.B. F.: Wie sieht es aus, wenn esnotwendig wäre, ein zweites Inhaliergerätfür den Arbeitsplatzanzuschaffen?S. S.-M.: Ja, da müsste man dannsehen, wer da vorrangig zuständigist, ob Krankenkasse, ob wir.B. F.: Das sind dann also Zuständigkeitsproblemeder Träger?S. S.-M.: Das ist so wie bei Hörhilfen,da gibt es das ähnlicheProblem. Da gibt es ganz spezielle,die dann zum Teil die Krankenkasseübernimmt und einenTeil wir.Aber grundsätzlich müsste mandann auch wieder alle Partneran den Tisch holen, einschließlichdes technischen Beraters.Und dann könnte man überlegen:Wie kann man diesenArbeitsplatz so ausstatten, dassder junge Mensch dort arbeitenkann?Dann könnte man ja auch zusätzlich,wenn eine Schwerbehinderungvorliegt, über dieHauptfürsorgestelle () auchnoch mal schauen. INFO: Die Hauptfürsorgestelleheißt seit Einführung des neuenSGB IX (siehe weiter unten) Integrationsamt.Es unterstütztBehinderte, die im Berufslebenstehen oder deren Arbeitgeber.B. F.: Das ist also nicht abhängigdavon, ob sich jetzt jemand inder Ausbildung befindet oderim laufenden Beruf ist?S. S.-M.: Im laufenden Beruf, dakann ich Ihnen jetzt nicht so dieganz konkreten Auskünftegeben, das müsste ein Kollegevon mir machen.B. F.: Im Prinzip würde man daeher sagen, da wäre die Hauptfürsorgestellebzw. das Integrationsamtzuständig?S. S.-M.: Das ist dann eher zuständig.Aber dann kommt esauch wieder drauf an, wie langehat jemand schon gearbeitet,wer ist zuständiger Kostenträger.Da wird es wieder etwasschwierig. Also wenn Fragen indiese Richtung gehen, wäre esganz gut, wenn mein Kollegedie noch mal mit Ihnen durchgehenkönnte.B. F.: Sie sagten eben: „Wenneine Schwerbehinderung vorliegt…“.Das heißt also, abeinem bestimmt Grad derBehinderung ist es einfacher,Fördermaßnahmen zu organisieren?S. S.-M.: Zusätzliche. Denn durchdiese GdB 50 zum Beispiel, dakönnen noch mal Zuschüsse gezahltwerden. Es besteht aucheine höhere Arbeitsplatzsicherheit.Also es ist für denjenigen,der diese GdB hat, auch durchausvon Vorteil. Es besteht jaimmer so die Frage: Ist es einNachteil oder ist es ein Vorteil?Die Frage behandeln wir hiersehr oft.B. F.: Und dann wäre es zum Beispielauch möglich, dem ArbeitgeberZuschüsse zukommen zulassen?S. S.-M.: Ja, genau. Auch später,wenn es um Arbeitsstellen geht,dann könnte man auch überlängere Jahre, eine Förderungüber das Schwerbehindertengesetz() anbieten. Und dannkommen auch jährlich immernoch Landesprogramme. In vielenFällen ist es von Vorteil.Benedikt Flöck INFO: Das Schwerbehindertengesetzgibt es seit der Einführungdes SozialgesetzbuchNeun (SGB IX) am 01.07.2001für sich genommen nicht mehr.Es ist in Teil zwei dieses neuenGesetzes integriert worden. Dieserträgt den Titel: „BesondereRegelungen zur Teilhabe schwerbehinderter Menschen“, beschreibtalso das Schwerbehindertenrecht.In der Phase dergesetzlichen Umstellung kannes aber trotzdem sein, dass stellenweisenoch das alte Schwerbehindertengesetzzur Anwendungkommt. Über kurz oderlang wird es jedoch abgelöst.B. F.: Ich bin des öfteren über dieso genannte Berufsausbildungsbeihilfegestolpert und dass esin diesem Zusammenhang fürBehinderte gesonderte Regelungengibt. Was ist das und wiesehen diese Regelungen aus?S. S.-M.: Das ist ein Wust vonRegelungen. Die Berufsausbildungsbeihilfeist gedacht fürAuszubildende, die auf demfreien Markt eine Ausbildungsstelleinne haben, die ein bestimmtesAlter haben und dienicht mehr zu Hause untergebrachtwerden können.Bei behinderten Jugendlichenist es umfangreicher. Also wennwir zum Beispiel eine Ausbildungsstelleauf dem freienMarkt fördern, gibt es eine sogenannte Reha-BAB, Berufsausbildungsbeihilfe.Das ist unabhängigdavon, ob der junge1

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